G

Gast

Gast
  • #1

Eigengeruch und Partnerwahl. Was genau ist also damit gemeint?

Ich habe schon oft gelesen, dass der Eigengeruch des Menschen die Partnerwahl beeinflussen würde - je unterschiedlicher 2 Menschen riechen, desto anziehender fänden sie sich, da das ein Zeichen dafür sei, dass das Erbgut sehr voneinander abweicht. Die Gesundheit des potenziellen Nachwuchses sei also gesichert.

Aber wie genau soll das denn konkret im Alltag funktionieren? Jeder Mensch, der sich regelmäßig wäscht, wird seinen eigenen Körpergeruch ja wohl kaum ausströmen. Ich jedenfalls habe noch nie den Eigengeruch einer anderen Person wahr genommen. Entweder die Leute riechen neutral, also nach nichts, oder eben aufgrund diverser Parfüms und Stylingprodukte, Waschmittel etc nach eben jenen Produkten. Natürlich gibt es auch einige wenige, die stinken, gerade auch mal im Sommer nach Schweiß, aber das ist zum Glück recht selten der Fall. Mir wird oft gesagt, dass ich gut rieche, was aber daran liegt, dass ich mein Lieblingsparfüm täglich benutze und das schon seit Jahren. An Männern, die ich sehr attraktiv finde, habe ich in aller Regel nicht vorher geschnuppert, also habe ich sie völlig unabhängig von ihrem Geruch attraktiv gefunden.

Was genau ist also damit gemeint?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
G

Gast

Gast
  • #2
Gemeint sind beispielsweise die natürlichen Pheromone, die neben Insekten auch Säugetiere - also auch Menschen - mit ihrem Schweiß absondern. Diese Sexuallockstoffe sind geruchslos und werden nur unterschwellig wahrgenommen. Gibt einige Interessante Studien dazu - in der Tierzucht werden sie schon lange als "Paarungsanreiz" verwendet. Je nach Zusammensetzung der jeweiligen Pheromonformel "riecht" der gegenüber, ob man genetisch mit ihm kompatibel, also für ihn vermehrungstechnisch attraktiv ist, entsprechend wird die körperliche Anziehung gefördert oder gehemmt. Verfahren mit synthetisch hergestellten Pheromonen in Parfüms oder Körpersprays sind mittlerweile Gang und Gäbe, allerdings darf daran gezweifelt werden, dass dies wirklich sinnvoll ist....

Schweiß im übrigen ist zunächst auch geruchlos - der typische Geruch entsteht erst durch Bakterien im "alten" schweiß. Die Pheromone sind aber auch bei "frischem" und damit geruchlosem Schweiß in selber Konzentration enthalten und so sehr du dich auch wäscht - du wirst niemals verhindern können, dass dein Körper Pheromone aussendet.

Ach ja, noch ein kleines Detail: Frauen die die Pille nehmen oder sonst wie hormonell verhüten, sind für diese Pheromone kaum noch empfänglich, weil die Pille dem Körper eine Schwangerschaft vorgaukelt, ergo kein Bedarf zur Partnersuche mehr zu bestehen scheint. Deshalb erleben auch viele Paare nach Absetzen der Pille zu Kinderkrieg-Zwecken eine böse überraschung, wenn es plötzlich nicht mehr mit dem Partner harmoniert - schon soooo oft beobachtet...
 
G

Gast

Gast
  • #3
Parfüm riecht nicht an jedem gleich. Und man bemerkt den Geruch, wenn man sich näher kommt. Dann kann man es sich noch anders überlegen.
 
G

Gast

Gast
  • #4
Jeder Mensch hat seinen Eigengeruch. Diesen kann man zwar übertünchen, aber man kann ihn nicht abwaschen, so wie man aucn einen Apfel nicht waschen kann, bis er nicht mehr apfelig riecht. Der Eigengeruch ist etwas vollkommen anderes als der Geruch nach Ungewaschenheit und zudem sehr viel dezenter, man muss einem Menschen üblicherweise schon recht nahe kommen, um ihn zu riechen. Manche Menschen haben einen eher gering ausgeprägten Geruchssinn und nehmen dies daher nicht bewusst wahr. Ich hingegen tue es, und der Geruch hat dabei eine starke Auswirkung darauf, wie attraktiv ich mein Gegenüber finde. Wenn mir sein Duftprofil nicht gefällt, kann ich mir nicht vorstellen, mit ihm intim zu werden, insbesondere Hinblick auf Oralsex. Wenn man den Duft des Partners hingegen anziehend findet, kann das sogar eine erotisierende Wirkung haben. Meinen Partner bekam ich manchmal von meinem Nacken gar nicht weg. Und das lag nicht an einem nett duftenden Shampoo, denn ich verwende Pflegeprodukte und Reinigungsmittel ohne Duftstoffe und nur selten einen Hauch Parfum. Dennoch bekam ich immer wieder unaufgefordert zu hören, wie gut ich rieche. Wenn ich dann lachend fragte, nach was, kam von ihm nur: "Nach dir eben. Kann ich nicht beschreiben." Ich bin mir sicher, es wird umgekehrt auch Männer geben, die meinen Geruch auch direkt nach einer gründlichen Dusche unangenehm finden.

26, w
 
G

Gast

Gast
  • #5
Google ist Dein Freund - in diesem Fall einfach mal "Pheromone" eingeben.
 
G

Gast

Gast
  • #6
Als Akademikerin sollte Ihnen der Unterscheid zwischen Thesen und Fakten eigentlich klar sein.

Eine These wie die, die Sie hier diskutieren wollen, wird sich nie verifizieren lassen. Allenfalls können empirische Tests eine Korrelation zwischen Geruch und Partnerwahl stützen. Das heißt aber natürlich nicht, dass jedes einzelne Element der untersuchten Grundgesamt bei der Partnerwahl vom Geruch beinflusst wird.

Für mich persönlich ist Geruch ein Negativ-Kriterium. Ich habe noch nie einen Mann erwählt, weil er besonders gut gerochen hat. Ich bin aber schon vor einer Reihe von Männern geflüchtet, deren Geruch ich schlicht unerträglich fand.

Am liebsten sind mir Männer ohne (wahrnehmbarem) Eigengeruch, aber mit hochwertigen Körperpflegeprodukten. Bodylotion, Deo und Aftershave rieche ich sehr gerne an einem Mann.
 
  • #7
Körperduft ist einer der Hauptfaktoren um Festzustellen ob es bei einmal bleibt oder ob das etwas Festes werden kann.. scharfe Deos oder Lotionen treiben mich in die Flucht.. ganz vorne ist ein Nivea Deo, das stinkt unglaublich furchtbar...
 
G

Gast

Gast
  • #8
Mit "sich riechen können" ist das figurative gemeint.

Was Deine Frage betrifft, klar macht der Geruch was aus. Am klarsten wird das bei Menschen anderer Rasse. Wenn also ein Chinese (Gelb) den Körpergeruch eines Afrikaners (Schwarz) nicht mag, dann kann man/frau da wenig dran ändern. Auch ziemlich klar wird es bei den Geruch der Genitalien.

Passend zum Geruch ist auch oft die Hautgeschmeidigkeit, die Haartextur etc etc.

"An Männern, die ich sehr attraktiv finde, habe ich in aller Regel nicht vorher geschnuppert"

Klar, optische Attraktivität ist ja davon unabhängig, was weis ich wie ein Holywod-Starlet riecht...Aber als Du diesen sehr attraktiven Männern nähergekommen bist, hast Du garantiert an Ihnen geschnuppert.

Im übrigens ändern Menschen Ihren Geruch über die Jahre, kann also sein, dass Du später mal diesen gutriechenden Mann nicht mehr riechen kannst ...

M46
 
G

Gast

Gast
  • #9
Fs, Du brauchst gar nicht "aktiv" zu versuchen, einen Geruch wahrzunehmen. Das macht Dein Körper schon von alleine... D.h. auch für Dich wird es Menschen geben, die für Dich nicht gut riechen. Wahrscheinlich hast Du dafür einfach keine Wahrnehmnug entwickelt, weil Dein Geruchssinn nicht sehr ausgeprägt ist. Das ist aber nicht schlimm, da man im Alltag den Menschen auch selten so nah kommt, als daß man den Duft der apokrinen Drüsen (= Duftdrüsen der Haut) wahrnehmen kann. Solltest Du mit einem Partner nicht zusammenpassen, wirst auch Du es merken. Vielleicht wirst Du es nicht direkt am Duft festmachen, sondern einfach nicht das notwendige Interesse für denjenigen entwickeln. Das hat die Natur schon ganz gut eingerichtet;-))))

Sei froh, daß Du nicht hypersensibel bist. Mir "stinken" viele Leute, da ich einen extremen Geruchssinn habe. Da wird eine Busfahrt schon manchmal zum olfaktorischen Supergau.
 
  • #10
Also bei Männern mit denen ich knutschen konnte, rochen nach garnichts, sprich neutral.
Das war bei mir die berühmte Chemie - es harmonierte - beim küssen merkt man es da zum zweiten mal.
Bei anderen Männern, egal wie gut sie aussahen oder gepflegt waren, spürte ich schon im Gespräch
einen scharfen unangenehmen Geruch und wusste sofort, das kannst Du knicken.
Am Ende hatte ich immer, bzw. mein Geruchssinn recht.
 
  • #11
Es geht um Pheromone, nicht um künstlich aufgetragene Mittelchen und auch nicht um ungepflegte Stinker.
Die erste Antwort hat es sehr gut erklärt!
 
G

Gast

Gast
  • #12
Im übrigens ändern Menschen Ihren Geruch über die Jahre, kann also sein, dass Du später mal diesen gutriechenden Mann nicht mehr riechen kannst ...

M46

Das soll u.A. daran liegen, dass Frau die Pille nahm und später absetzte. Ihr Hormonstatus änderte sich und damit auch ihre Geruchswahrnehmung.

Nicht umsonst wachen viele Frauen auf, welchen Mann sie sich früher als Vater ihrer Kinder genommen haben, wenn sie älter werden und nicht mehr verhüten müssen bzw. es nicht mehr mit der Pille machen müssen.

w
 
G

Gast

Gast
  • #13
Ich ziehe Eigengeruch dem Parfüm vor. Ich habe noch kein Parfüm, Deo oder geschweige den Creme gesehen, das gut riecht. Für mich stinkt alles!
Da ist mir ein frischer Schweißgeruch eines attraktiven Menschen wirklich lieber. Ich bin aber auch hypersensibel. Ich würde behaupten, ich kann auch durch die Duftwolke den Eigengeruch von Menschen wahrnehmen. Ich habe eben eine sehr feine Nase.
 
G

Gast

Gast
  • #14
Naja, jeder Mensch riecht mal nach Schweiß oder unangenehm, da ist es dann eine Frage, ob man den anderen riechen kann oder nicht.
 
G

Gast

Gast
  • #15
Genau wie #1 es beschreibt, halte ich es auch für logisch und nachvollziehbar. Nicht zuletzt auf Grund eigener Erfahrungen bin ich davon überzeugt, dass dem "sich riechen können" bei der Partnerwahl bzw. der gegenseitigen Anziehungskraft eine entscheidende Bedeutung zukommt.

Mein Ex zum Beispiel hat einen Geruch an sich, der mich verrückt macht. Ich fühle mich magisch davon angezogen. Natürlich rede ich hier nicht von uraltem Schweißgeruch oder mehrere Tage hintereinander getragener Kleidung. Mangelnde Körperhygiene stößt mich ab. Wenn er aber zum Beispiel beim Sport geschwitzt hat oder sein Schlaf-Shirt morgens nach dem Aufstehen nach ihm duftet, turnt mich das richtig an. Wenn er vereist war, bin ich manchmal mit einem T-Shirt von ihm im Bett eingeschlafen. Der vertraute Geruch hat mich beruhigt.

Blöd ist nur, dass der passende Geruch zwar was über die genetische Kompatibilität und die sexuelle Anziehungskraft aussagt, also, ob gesunde kräftige Nachkommen wahrscheinlich sind, nicht aber über die Alltagstauglichkeit einer solchen Beziehung. In meinem Fall ist genau das auch das Drama. Wir fühlen uns magisch zueinander hingezogen, können es aber im täglichen Leben leider nicht lange miteinander aushalten, weil wir da von unseren Einstellungen her zu unterschiedlich ticken.

Trotzdem könnte ich nie mit einem Mann zusammen sein, der zwar nach Kriterien wie Alter, Bildungsstand, Kultur, Hobbies usw. zu mir passt, wo aber die Chemie nicht stimmt. Gut, vielleicht ändert sich das ja auch noch, wenn man/ frau das auf Reproduktion angelegte Alter verlässt und sich der gesamte Hormonhaushalt ändert? (Menopause) Könnte ja auch ne Erklärung sein, warum so viele langjährige Ehen / Beziehungen in dieser Phase zerbrechen. Liegt es vielleicht am veränderten Duft oder der Abnahme seiner Bedeutung, weil ja kein Nachwuchs mehr geplant ist? Wäre interessant, da mal zu forschen.
 
Top