• #1

Ehrenkodex bei der Trennung?

Nach etlichen gemeinsamen Höhen und Tiefen in der Partnerschaft ist einfach die Luft raus. Wenn nur noch die Erinnerung an eine schöne Zeit zusammenhält, bleibt man entweder um der Kinder willen zusammen oder man geht getrennter Wege. Ich habe mich für letzters entschieden. Gibt es hier einen bestimmten Ehrenkodex oder so, dass man aus Respekt vor dem Ex-Partner etwa ein Jahr wartet bevor man sich mit einem neuen Freund/Freundin in der Öffentlichkeit zeigt? (Mich würde das ehrlichgesagt sehr (!) treffen, wen ich der Ex eine Woche später händchenhaltend mit einem anderen Mann begegnen würde..) Ich käme mir ausgetauscht vor...Und nein, ich habe mit Sicherheit keine Gefühle mehr für Sie und kann mir eine gemeinsame Zukunft nicht vorstellen...Wie verhält man sich politisch korrekt nach einer Trennung?
 
  • #2
Einen echten Kodex gibt es wahrscheinlich nicht, wohl aber ein paar Punkte, die man auch hier im Forum immer wieder findet.
Dazu gehört, dass man zur Trennung ein offenes und ehrliches Gespräch sucht und das, was ggf. noch zu regeln ist (z.B. Auflösung einer gemeinsamen Wohnung) zügig und möglichst fair hinter sich bringt.
Nach der Trennung raten viele zum Kontaktabbruch. Und auch Dein Beispiel zeigt, dass es optimal ist, wenn man nicht mehr in der Nähe des anderen wohnt, so dass sich die Wahrscheinlichkeit, den oder die Ex mit neuem Partner oder Partnerin zu treffen minimiert. Denn wann man sich wieder zu einer Beziehung bereit fühlt und sich neu verliebt, das lässt sich leider nicht an festen Daten festmachen, die man in so einen Kodex aufnehmen könnte.
 
G

Gast

  • #3
Nicht "wie verhält man sich politisch korrekt", sondern wie verhält man sich KORREKT nach einer Trennung solltest du fragen.

Einen Ehrenkodex gibt es nicht, es kommt darauf an, wie eure Trennung verlaufen ist und wer sich von wem aus welchen Gründen getrennt hat:
Ist sie gut verlaufen, müsste der andere von selber daraufkommen, Rücksicht zu nehmen.
Ist sie schlecht verlaufen, naja, dann wird es dem anderen wohl egal sein, was du denkst.

Ich frage mich aber: Wenn DU dich getrennt hast - wieso verlangst du dann von deiner Ex-Partnerin eine "Pietätsfrist"? Ihr werdet doch wohl wissen, wo ihr früher zusammen hingegangen seid bzw. welche Interessen ihr hattet. Geht euch doch einfach eine zeitlang aus dem Weg bzw. geh' du einfach nicht dahin, wo du sie mit dem Neuen treffen könntest, wenn du damit nicht klarkommst.
 
  • #4
Nach einer Trennung ist man frei. Punkt. Einen Ehrenkodex gibt es da nicht.

Allerdings ist es überaus empfehlenswert, die vorige Beziehung und die Trennung vollständig zu verarbeiten und erst dann wieder eine neue Partnerschaft einzugehen. Dies ist insbesondere auch dem NEUEN Partner gegenüber fair und angemessen, denn ohne vollständige Verarbeitung ist man noch gar nicht wieder beziehungsfähig und missbraucht eher den neuen Partner zur Aufarbeitung und geht dann doch meist später eine andere Beziehung ein. Auch für einen selbst sind solche scheiterenden Beziehungen, die zu früh nach einer Trennung eingegangen werden, belastend und aufreibend und verkomplizieren die inneren Gefühle und die Aufarbeitung noch einmal beträchtlich.

Ich stimme Dir aber absolut zu, dass es gerade in der frühen Aufarbeitungsphase ganz besonders schmerzhaft und verletzend ist, den Expartner glücklich mit einer neuen Partnerin zu sehen. Diese Gefühle sind normal und zeigen einfach, dass Aufarbeitung nötig ist und Gefühle eben nicht von heute auf morgen komplett enden, sondern immer noch eine Restbindung vorhanden ist, die solche Gefühle des Schmerzes verursachen.

Die bste Empfehlung dazu ist aber einfach die, einen VOLLSTÄNDIGEN Kontaktabbruch zu bewirken, also keinerlei Kommunikation, weder Brief, email, SMS, Telefon und auch über Freunde nichts über den Ex höen, sondern einfach den Kontakt wirklich abbrechen, außerdem Erinnerungsstücke entfernen, in der Anfangsphase viel über die Trennung und Gefühle sprechen, danach dann nur noch nach vorne schauen und sich viel und konsequent ablenken.

Mit gemeinsamen Kindern ist das natürlich erheblich schwieriger und erfordert eine gewisse gegenseitige Fairness und Rücksicht.
 
G

Gast

  • #5
Ehrenkodex ist vielleicht der falsche Begriff, aber wenn ein Ex oder eine EX schon eine Woche nach der Trennung jemande Neues an der Hand hat, dann spricht das nicht dafür, dass Der/Diejenige viel Reife zeigt. Entweder wurde warm gewechselt, oder der/die Neue ist nur ein Trostpflaster. Beides ist für mich Zeichen von emotionaler Unreife.

w 47
 
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Gast

  • #6
Sorry, aber die Frage ist völlig daneben.

Du schreibst. "Mich würde das ehrlichgesagt sehr (!) treffen, wen ich der Ex eine Woche später händchenhaltend mit einem anderen Mann begegnen würde".

Dann wäre es auch keine Trennung, sondern ein warmer Wechsel.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser gearde bei Dir ansteht und Du hierfür Ratschläge haben möchtest, Wie Du Dich jetzt gegenüber Deiner Ex verhalten sollst.

Nun, ein warmer Wechsel ist nie korrekt - egal wie Du Dich danach verhälst.
 
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Gast

  • #7
Ich selbst halte einer Ex gegenüber eine gewisse "nachwirkende Fürsorgepflicht" für selbstverständlich. Über die üblichen Regeln von Anstand und Kinderstube geht diese hinaus, aber auch diese Regeln gelten natürlich nach wie vor.
 
G

Gast

  • #8
Ich denke, wenn Du mit VERSTAENDNIS und RESPEKT arbeitest, kannst Du viel bewirken. Allerdings, falls du das Gefühl hättest, ein andrer hatte Dir Deine Ex-Frau weggeschnappt, dann wäre eine Anstrengung Deinerseits gut, die unendlich vielen Gründe hierzu zu hinterfragen......und egal,wenn Gefühle der Versöhnung Dich durchdringen würden.... Ich pers. habe mich nach der Trennung nicht in mein "Schneckenhaus" zurückgezogen.
 
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Gast

  • #9
Mein EX ist schon vor unserer Trennung mit seiner jetzigen Frau händchenhaltend unterwegs gewesen. Ich habe von seiner Affäre durch die regionale Tageszeitung erfahren, wo er in trauter Zweisamkeit auf einem Foto zu einem Bericht (Veranstaltung: Mittelalterliches Menü in adäquater Umgebung bei Minnemusik) zu sehen war.

Ich dachte, er ist auf Dienstreise.

Zu diesem Zeitpunkt waren wir 25 Jahre verheiratet.

Seitdem weiß ich, dass es bei einer Trennung nicht um Ehre oder Anstand, sondern nur darum geht sich zu trennen.

w,51
 
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Gast

  • #10
tja in der Liebe und im Krieg ist scheinbar wirklich alles erlaubt, denn was man heute noch als korrekt empfindet ist mit genug schmetterlingen im bauch dummes gerede von gestern. Mir (M 47) gings vor zwei Jahren so. Meine Ex-Frau hat sich einen jungen Freund zugelegt und ich wurde über nacht sozusagen entsorgt, nichts mit fairness usw. 22 Jahre ehe einfach weggeworfen, mir gings über ein Jahr ziemlich mieß. Der neue hat bei der gelegenheit auch gleich Haus, Familie, Hausstand samt meiner "netten Zahlungen" jeden Monat gleich mitgenommen. Unser Umgang ist auch dementsprechend, für Sie alles ganz in ordnung so wie es gelaufen ist. Für mich der pure Horror. Aber durch Ihr verhalten habe ich komplett den Respekt ihr gegenüber verloren. Eine Trennung weils halt nicht mehr passt ok, ist auch schmerzahft aber so geht garnicht. Da sich die komumikation ihrerseits nur um Geld dreht ist das für mich eher ein gefühl wie ein furnkel am A.... das man zwar immer wieder rausschneidet aber der Schmerz bleibt und kommt nach geraumer Zeit immer wieder.
 
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Gast

  • #11
Man kann sich nach einer Trennung, bei der man sich darauf geeinigt hat, dass die Liebe verpufft ist, nicht so verhalten, als ob ein geliebter Partner unerwartet verstorben wäre. Da macht man sich doch lächerlich. Aber es ist meiner Meinung nach trotzdem angebracht, auf die Gefühle des Ex-Partners Rücksicht zu nehmen. Auch wenn man jemand anderen kennengelernt hat, muss man nicht unbedingt damit "angeben".

Wenn sich allerdings Sichtkontakt nicht vermeiden lässt, sollte man wenigstens versuchen, offen damit umzugehen und Peinlichkeiten durch Heimlichtuerei zu vermeiden, z.B. durch gegenseitiges förmlich-höfliches Vorstellen. Das ist auch ein guter Test für die Charakterstärke und das Vertrauen des zukünftigen Partners. Wer damit nicht kann, ist m.E. eher unreif.

m41
 
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Gast

  • #12
Absatz 1 Frederika gebe ich aus Erfahrung recht. Ich war eine Frau die der Partner zur Aufarbeitung seiner seit 7 Jahren geschiedenen Ehe ausgenutzt hat. Ihr gemeinsames Foto
liegt immer noch in seiner Brieftasche, ihr Brautkleid bewacht er in seinem Schrank - dabei hat E R sich scheiden lassen- ohne das sie fremdgegangen wäre oder ihm einen Grund gegeben hätte.

Das ist mir gegenüber nicht fair gewesen, zumal ich mir alle Mühe gegeben habe ihn zufrieden zu stellen. Keine Chance. Ich hätte die Beste sein können. Vergebens.