• #1

Ehevertrag

Hallo,

ich hätte gerne mal Eure Ansichten zu folgender Problemstellung.
Wir möchten gerne heiraten und mein Partner ist selbständig mit einem eigenem Unternehmen. Wir sind eine klassische Patchworkfamilie (4 Kinder / er - einen Sohn , ich - zwei Kinder und gemeinsam haben wir eine Tochter.
Nun möchte er gerne eine Modifizierte Zugewinngemeinschaft , die seine Praxis und weitere zwei Immobilien bei Scheidung und im Todesfall vom Zugewinn ausschließen. Und das Wohnhaus, in dem wir wohnen an seine Kinder vererben. Er möchte definitiv nicht, dass meine Kinder irgendwie einen Anspruch erhalten.
Ich verstehe, dass er sich im Trennungsfall absichern möchte und bin damit einverstanden. Jedoch nicht, wenn wir zusammenbleiben - es laufen auf sämtlichen Werten noch Kredite über viele Jahre, die während unserer Ehe auch bezahlt werden müssen. Ich arbeite Vollzeit und bin trotzdem noch komplett 99% für die Kinderbertreuung, Gartenarbeit und Haushalt zuständig. Er arbeitet extrem viel und kommt auch an zwei Tagen erst gegen 24.00 Uhr nach Hause. Auch seinen Sohn (12) zu dem ich ein gutes Verhältnis habe wird von mir phasenweise versorgt. Er meint, es reicht völlig aus, wenn ich ein Wohnrecht im Haus erhalte. Ansonsten würde ich ja, wenn wir zusammenbleiben eventuell ein Pflichtteil erhalten, welches ich dann von seinem Sohn und unserer gemeinsamen Tochter einfordern müsste.
Ich fühle mich extrem ausgenutzt und er versteht mich nicht ansatzweise.
Wie seht Ihr das?
 
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  • #2
Dass du gerne etwas vom Kuchen abhaben möchtest ist nur zu verständlich, sind doch über das heiraten bereits unzählige Frauen reich geworden. Dass er aber nur seinen leiblichen Kindern (von dem eines ja auch DEINES ist) das was er aufgebaut hat vererben möchte ist allzu verständlich.
Werd lieber durch deine Arbeit reich anstatt durch das erben. Was die Hausarbeit angeht - wenn ihr beide Vollzeit arbeitet, dann könnt ihr euch locker eine Haushaltshilfe und eine Putze leisten. Der ihr Gehalt ist dann der Maßstab für deine zusätzliche Arbeit und sei dir sicher, viel mehr als der Mindestlohn kommt da nicht bei raus.
 
  • #3
Puh, würde mir auch ausgenutzt vorkommen, weil du ja die Kredite mitbezahlst und dann nur ein Wohnrecht bekommst. Unglaublich was im manchen Köpfen so vorgeht!
 
  • #4
Was soll denn für dich außer dem Wohnrecht noch "bleiben"? Und deine Kinder - auch komplett leer ausgehen? Du bringst dich jetzt ein und sorgst mit dafür, dass er in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten abzutragen. Warum solltest du dann von allem ausgeschlossen werden und deine Kinder auch. Aufgrund deiner bzw. mit Rücksicht auf seine Situation kannst du dir doch gar keine eigenen Werte schaffen - das ist unlogisch, unfair und moralisch etwas daneben. Wenn ihr da gar nicht auf einen Nenner kommt, würde ich an deiner Stelle mit den Kindern ausziehen, mir etwas Eigenes schaffen und ihn für seinen eigenen Kram verantwortlich sein lassen. Ich bin sonst nicht für so krasse Lösungen, aber du muss auch an deine Zukunft und die deiner Kinder denken.
 
  • #6
Uff, ich verstehe dich.
Uff, ich verstehe ihn.

Ein solches Beispiel bestätigt mir, dass ich nicht heiraten, keine Stiefkinder betreuen und kein gemeinsames Vermögen erwirtschaften möchte.

w 49
 
  • #7
Nun möchte er gerne eine Modifizierte Zugewinngemeinschaft ..... Und das Wohnhaus, in dem wir wohnen an seine Kinder vererben. Er möchte definitiv nicht, dass meine Kinder irgendwie einen Anspruch erhalten.

Wenn er diese Immobilien bereits vor Eurem Kennenlernen besaß und diese allein finanziert, dann ist das für mich selbstverständlich und nachvollziehbar, dass er das Eigentumsrecht daran an seine leiblichen Kinder vererben will.
Warum sollen Deine Kinder daran erbberechtigt sein? Sie haben einen Vater gegenüber dem sie einen Erbanspruch haben. Wenn da nichts zu holen ist, muss er das nicht heilen.
Sein Sohn hat auch keinen Erbanspruch gegen Dein Eigentum. Wenn Du nichts hast, ist es einfach zu sagen "ich würde mich da ganz anders verhalten", weil Du es nicht beweisen musst.

es laufen auf sämtlichen Werten noch Kredite über viele Jahre, die während unserer Ehe auch bezahlt werden müssen.
Ob die Kredite noch laufen, wenn ihr verheiratet seid, ist egal. Die Frage ist, wer sie tilgt. Wenn er sie aus seinem Einkommen tilgt ohne dass er seine familiären Pflichten vernachlässigt (Du allein die gesamte Familie ernähren musst), dann ist seine Einstellung ok.

Ich arbeite Vollzeit und bin trotzdem noch komplett 99% für die Kinderbertreuung, Gartenarbeit und Haushalt zuständig.
Wenn Dir das zuviel ist, verlang' von ihm, dass er eine Haushaltshilfe beschäftigt, die seinen Anteil der Familienarbeit übernimmt. Verabschiede Dich von dem Gedanken, dass Du als beruflich deutlich erfolglosere Frau den Haushaltssklaven für ihn gibst und dafür eine 50:50-Beteiligung am Einkommen und Eigentum eines Topverdieners erlangen kannst. Das funktioniert heutzutage nur noch sehr selten.

Ich fühle mich extrem ausgenutzt und er versteht mich nicht ansatzweise.
Wie seht Ihr das?
Du wirst nicht ausgenutzt. Du tust alles freiwillig und erwartest dafür eine Gegenleistung, die eine massive "Überbezahlung als Putzfrau" ist.
Wenn Du mehr verdienen und für Deine Kinder ein Erbe aufbauen willst, arbeite weniger in seinem Haus und Garten und investier' die gewonnene Zeit in Deine Weiterbildung. Davon profitierst Du, wenn die Ehe scheitert.
 
  • #8
Ich kann beide Seiten verstehen....Jeder möchte später seine Kinder versorgt sehen.
Und oft kommt das Gefühl hinzu, sein Leben nicht auf deren "Kosten " zu leben.
Nur wie Du es beschreibst, ist diese Rechnung hier keine Gleichung!

Wieviel zahlst du mit ab?
Mehr als eine normale Miete?

Rechne es Dir in Ruhe aus!
Sag ihm, dass du ihn verstehst und es genauso siehst...
Und ähnlich für Deine Kinder vorsorgen möchtest!
Somit würdest du deinen Anteil an seinem Haus reduzieren und Geld für Deine Kinder zurücklegen
 
  • #9
Was ist, wenn er mal pflegebedürftig wird- wir hatten ja schon mehrere Threads, wo der Mann sorgfältig getrennt hat, aber wo es ihm schlecht ging, dann doch mehr wollte.
Oder schmeißt er dich dann raus, und seine Kinder betreuen ihn.
Also er möchte sowohl seine Praxis, , zwei weitere Immobilien und das Haus an die Kinder vererben, ok.
Du benimmst dich aber jetzt schon wie eine Ehefrau, in dem du neben Job die Kinder, Haus und Garten betreust.
Spontan würde ich sagen, lass dich darauf nicht ein.
Dann lieber trennen, und jeder macht sein eigenes Ding.
Er macht es sowieso, nur du zahlst im Moment drauf in der Hoffnung auf mehr.
Er wird mit Haus, Garten und Kindern auch ohne dich fertig, muss er eben eine Hilfe einstellen...
 
  • #10
Puh, würde mir auch ausgenutzt vorkommen, weil du ja die Kredite mitbezahlst und dann nur ein Wohnrecht bekommst. Unglaublich was im manchen Köpfen so vorgeht!
Wo wird die FS ausgenutzt? Er bietet ihr ein (vermutlich lebenslanges?) Wohnrecht an der von ihm eingebrachten Immobilie an. Dass er die im Grundsatz und langfristig seinen Kindern erhalten möchte, ist doch nur normal. Alles, was darüber hinaus gemeinsam geschaffen wird, unterliegt dann doch auch dem Zugewinnausgleich im Scheidungsfall. Wo ist das Problem? Dass die FS ihre Kinder mitversorgt wissen will?

Ach ja, und die beiden anderen Immobilien tragen sich ja vermutlich anhand der Mieteinnahmen, die sie erwirtschaften.
 
  • #11
Ich kann es ein Stück weit nachvollziehen, dass er nicht möchte, dass deine Kinder im Fall des Falles erben. Ich gehe davon aus, dass deine Kinder einen Vater haben somit würden sie irgendwann vom Vater erben und vom aktuellen Mann erben. Auch wenn es gerne als Eins gesehen wird ist es schon ein Unterschied ob das Eigentum von anderen Kindern beerbt wird oder von den leiblichen. Wenn die Immobilien vor eurer gemeinsamen Zeit angeschafft wurden warum solltest du oder deine Kinder dann einen Anspruch darauf haben?
Das du extrem ausgenutzt wirst sehe ich überhaupt nicht.
 
  • #12
Wo wird die FS ausgenutzt? Alles, was darüber hinaus gemeinsam geschaffen wird, unterliegt dann doch auch dem Zugewinnausgleich im Scheidungsfall.
Es hört sich aber in dem Eröffnungsbeitrag danach an, dass darüber hinaus gar nichts anderes mehr geschaffen werden kann! Es werden auf alle Werte noch jahrelang Kredite abzubezahlen sein - DA liegt ja meiner laienhaften Meinung nach auch ein Zugewinn, von dem er sie ausschleßen will. Völlig in Ordnung, dass er im Todesfall nur seine eigenen Kinder beerbt sehen will. Aber es sollte der FS möglich sein, ihren beiden anderen leiblichen Kindern auch etwas zu schaffen und sie sollte, da sie sich ja irgendwie auch am Abbezahlen der Kredite beteiligt (sie arbeitet Vollzeit und macht die Hausarbeit so gut wie alleine), sollte sie aber auch irgendwie für Rente/seinen Todesfall etwas "ernten" können. So wie die FS die Sachlage schildert, ist das Geben-Nehmen hier irgendwie in einer Schieflage.
 
E

EarlyWinter

Gast
  • #13
Dieser Thread ist ein gutes Beispiel dafür, warum ich mit voller Absicht und kompromisslos reiche Männer von vorneherein ablehne. Ich habe keine Lust darauf, ein Klotz am Bein und die "geduldete" Außenstehende in einer Beziehung zu sein, die eigentlich auf Liebe und partnerschaftlichem Miteinander basieren sollte. Mir ist tausend mal lieber, mein Partner und ich erschaffen uns gemeinsam in gegenseitiger Unterstützung etwas, auch wenn es wenig ist aber das dann unser ist als dass ich weiß, alle in seinem familiären Umfeld denken, ich sei eine Schmarotzerin und könnte sie um einen Teil ihres Erbes bringen.
Ich finde es wichtig, dass man auch seinen Partner für das Alter absichert (in beide Richtungen, übrigens). Kinder müssen abgesichert werden, bis sie ihre Ausbildung fertig haben aber dann sollen auch sie bitte arbeiten gehen und ihr eigenes Geld verdienen und - @PfefferundSalz - durch Arbeiten reich werden statt darauf zu warten, dass die Alten endlich abkratzen und auch vorher dauernd bei den Eltern schnorren. Erben werden sie schon alles früh genug automatisch.
Dass der Mann hier kein Interesse daran hat, die Kinder der FS abzusichern, finde ich aber eher normal, da ist die FS selbst für zuständig und eben der eigene Vater.
Ich persönlich würde nicht leben wollen in einem Zuhause, das mir nicht gehört und ich nur von seinen Kindern geduldet werde weil sie keine andere Wahl haben, die aber irgendwann wenn es schlimm kommt, nur auf meinem Tod warten, um das Haus endlich verkaufen zu können oder was auch immer.
Liebe FS, schaff dir etwas eigenes an. Ein User hat schon gepostet, und ich würde es ebenfalls so machen, dass ich meinem Partner sagen würde, ich verstehe seine Sicht der Dinge, mir diese Lösung, ein Klotz am Bein zu sein, aber nicht gefällt und ich mich deshalb um meine Altersvorsorge und auch um das Erbe für meine Kinder kümmern möchte und muss und deshalb weiterhin voll arbeiten gehe, eben so als wäre ich allein erziehend. Und da gäbe es für mich keine Diskussion, keine andere Lösungen, für alles andere wäre ich zu stolz.
Wenn du natürlich aber darauf spekuliert hast, was ich gar nicht unterstellen möchte, aber falls doch, dass ihr alle durch die Heirat abgesichert seid, dann weiß ich auch nicht mehr.
 
  • #14
Kenn mich im deutschen Erbrecht nicht aus, aber gibts da nicht auch einen Pflichtteil für die Ehefrau?
Ich wollte in der letzten Beziehung auch nicht heiraten, weil ich will, daß meine Kinder alles erben. Allerdings war das kein Patchworkkuddelmuddel.
Bei einem gemeinsamen Kind sollte aber die Ehewohnung im Eigentum beider stehen, oder heißt das sonst, seine Kinder erben und sie steht mit dem gemeinsamen Kind gleich auf der Straße? Wenn sie aber ein lebenslanges Wohnrecht hat in einer Immobilie, die ihr keine Kreditkosten sondern nur Betriebskosten verursacht, ist dagegen eigentlich nichts einzuwenden. Das ist gratis wohnen.
 
  • #15
Wenn man sich ausgenutzt fühlt, dann trennt man sich. Wo liegt das Problem? Heiraten würde ich so nicht!

Andererseits verstehe ich durchaus, dass man nichts von seinem hart Erarbeitetem abgeben will. Es gibt auch zum Glück kein Gesetz, das einen dazu verpflichtet.

Wie immer bin ich aus diesem Grund gegen (mehrere) Kinder. Die Erben streiten sich später so oder so um das Erbrecht. Wenn man viel hat, darf man keine Kinder in die Welt setzen, denn die haben später nur Probleme und Schulden damit. Auf das Erbe kommt zudem Erbsteuer. Glaubst du, eure Kinder haben es leicht mit euch?

Ein Ehevertrag macht dagegen immer Sinn. Sonst kommt man in Teufelsküche.

Schön, dass der Mann bis zu seinem Tod denkt. Aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ihr so lange verheiratet bliebt? Heute halten Ehen nun mal nicht mehr lebenslang, sondern, wenn es gut läuft, vielleicht 5 Jahre.

Dein Zukünftiger macht alles richtig für sich. Er hätte es zu nichts gebracht, wenn er treudoof durch die Welt läuft, und auf gut Glück hofft.

Tut mir leid für dich. Ihr lauft so oder so ins Unglück mit einer Ehe, Kindern, Immobilien und Firma in heutiger Zeit. Nichts, worauf ich stolz sein würde. Eure Kinder tragen es später mal aus. Die tun mir am meisten Leid.
 
  • #16
Unterschreibe das bloß nicht!
Eine Ehe ist auch ein Unternehmen und er kann nur so viel arbeiten und so viel verdienen, weil Du dich um die Kinder kümmerst, so gesehen steht natürlich Dir 50% des Zugewinns zu.
ich würde mal einen Anwalt für Dich konsultieren.
Wieso manche hier gleich nach Trennung schreien, verstehe ich nicht so ganz, aber ich würde einiges in Eurer Beziehung ändern.
Da werde ich extrem sauer, wenn ich lese, dass Du für 99% an Haushalt und Kindern zuständig bist. Das hat der werte Herr sich ja fein eingerichtet. Und klopft sich noch auf die Schulter, dass er so viel arbeitet (was ich ihm nicht abnehme - bist DU sicher, dass er bis 24 Uhr "arbeitet"?).
Würde ihm klipp und klar sagen: Entweder heiraten wir mit ganz normalem Zugewinn oder gar nicht.
Deine Kinder erben übrigens nichts von ihm, weil es nicht seine leiblichen Kinder sind, sie würde höchstens das Erwirtschaftete von Dir erben.
Besprich Dich mal mit einem Anwalt. Aber der Zugewinn steht Dir natürlich zu. Wobei es beim Zugewinn ja so ist, dass alles, was er vorher hatte weiterhin nur IHM gehört( das Haus udn seine Immobilien), nur der Mehrwert von Haus oder Immobilien oder das erwirtschaftete Geld sind der Zugewinn. So gesehen muss er sich doch gar nicht darum fürchten, dass seine Kinder die Immobilien und das Haus nicht bekommen im Falle seines Ablebens!? Lass Dich da mal professionell beraten.
 
  • #17
Ich verstehe deinen Post nicht so ganz. Warum genau fühlst du dich ausgenutzt? Weil er nicht möchte, dass deine Kinder erben?

Die wichtigste Frage für mich wäre hier, ob du dich denn an den Krediten beteiligst?

Wenn ja: Weshalb bist du dann für Haushalt/Kinderbetreuung eigentlich alleine zuständig, obwohl du Vollzeit arbeitest? Fordere seine Beteiligung ein, wenn du dich ausgenutzt fühlst. Schon im Interesse deiner Kinder - bau dir lieber Vermögenswerte auf, die du dann an sie vererben kannst.
 
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  • #18
Es hört sich aber in dem Eröffnungsbeitrag danach an, dass darüber hinaus gar nichts anderes mehr geschaffen werden kann! Es werden auf alle Werte noch jahrelang Kredite abzubezahlen sein - DA liegt ja meiner laienhaften Meinung nach auch ein Zugewinn, ...
Wenn die beiden erwähnten Immobilien sich selbst (ab)tragen, dann hat die FS damit erstmal nichts zu tun - und auch keine Belastung, im Zweifel wohl eher sogar einen kleinen Mietüberschuss in der gemeinsamen Kasse. Umgekehrt wäre aber der (durch Mieteinnahmen gedeckte) Abbau der Grundschuld Zugewinn und damit ausgleichspflichtig im Fall der Fälle. Dass der Mann das ausschließen möchte zugunsten seiner Kinder - darin sehe ich keine Übervorteilung der FS. Richtig ist, dass die Informationen zur gemeinsam genutzten Immobilie und zu den Einkommensverhältnissen lückenhaft sind. (Allerdings war auch hier von Wohnrecht die Rede...) Die Firma wiederum muss der Mann heraushalten per Ehevertrag, sonst riskiert er seinen wirtschaftlichen Ruin, sollte die FS sich trennen und dann der hinzugewonnene Unternehmenswert geschätzt und ausgeglichen werden müssen. Insgesamt scheint mir der Affekt der FS - anhand der von ihr mitgelieferten Informationen - reichlich überzogen. (Ich habe den unangenehmen Eindruck, sie möchte sich eventuell direkten Zugriff auf Teile des eingebrachten Vermögens des Mannes sichern.) Sie kann sich dazu ja noch einmal äußern.
 
  • #19
In solch komplizierten Patchworksituationen sollte man offensichtlich nicht heiraten, denn im Grunde müssen ja dann fast alle rechtlichen Aspekte indirekt wieder ausgehebelt werden.
Ich verstehe beide Seiten, aber ist es so wichtig zu heiraten? Für das Bekenntnis zueinander gäbe es andere schöne Zeremonien, und für den Krankheitsfall oder andere Notlagen ließen sich Vereinbarungen schließen.
Mein ehemaliger Verlobter, aus reichem Hause, wollte nach über 10 Jahren Beziehung auch einen Ehevertrag, was nachvollziehbar war, nur sollte dieser auch vollkommen ausschließen, in schlechten Zeiten auch nur einen Cent für den anderen auszugeben. Ja, im schlechtesten Fall wird jemand verlassen und trägt dann auch noch (finanzielle) Mitverantwortung für den Anderen.
Ich fand es in meinem Fall allerdings grotesk, dass ich den extrem teuren Ehevertrag alleine bezahlen sollte, und noch den Anwalt über das Vermögen meines Verlobten belügen, damit der Vertrag nicht unbezahlbar wird.
(Übrigens erfuhr ich später zufällig, dass er die hohe Miete für unsere Wohnung gar nicht gezahlt hatte, sondern seine Familie. Wohingegen ich "fairerweise" von meinem Einkommen den Großteil der Haushaltskosten bestritt und den Haushalt nahezu alleine . Tja...schön vera*** So lernt man dazu)
Solche Ängste um das liebe Geld sind noch schwieriger, wenn man nicht sehr wohlhabend ist, denn das ist dann nicht nur ärgerlich, sondern bedeutet tatsächlich u.U., vieles zerschlagen (verkaufen) zu müssen, um zahlen zu können.
Was Dir sicher am meisten wehtut ist das Gefühl, dass er euch nicht wirklich als eine Familie sieht. Ihr solltet versuchen, in Ruhe darüber zu reden.
 
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  • #20
Hallo, vielen Dank für die vielen differenzierten Antworten.
Vielleicht noch mal, ich will dass seine Kinder seinen Teil erben und das im Fall der Trennung alles ausgeklammert wird. Jedoch wenn wir zusammenbleiben, meine Karriere benachteiligt ist, ich die Kinderbetreuung auch von seinem Sohn übernehmen, Hausarbeit, Garten, ..., dann möchte ich auch wenigstens den Zugewinnausgleich in der Ehe . Er will doch auch sein Unternehmen mit Zugewinn in der Praxis ausschließen - wer ermöglicht ihm denn , dass er soviel arbeiten kann...
Und damit spaltet er unsere Familie im Ganzen in mehrere kleine Teile.
 
  • #21
Dass Du seinen Sohn mitversorgst, finde ich selbstverständlich und das würde ich nicht als Sonderleistung erwähnen. Ich versteh aber, warum Du das angeführt hast, denn der Mann will für Deine Kinder ja nicht mit sorgen. Hier stellt sich für mich die Frage, ob sie von eurer Beziehung profitieren, was den Lebensstandard angeht - also z.B. kriegen sie mehr Taschengeld, weil Du mit dem Mann zusammen bist. Das ist ja auch ein Mitversorgen, selbst wenn Deine Kinder nichts erben.

Deine Situation ist verzwickt, ich würde nicht heiraten und wie schon Vikky schrieb, zusehen, dass ich selber beruflich weiterkomme und mir was aufbauen kann. Es bringt nichts, wenn Du meinst, weil Du die kostenlose Haushälterin machst, dass er Dir dafür was schuldet, wenn er das nicht einsieht.

Benachteilige sie nicht. Dein Mann versteht Dich in dem Punkt nicht, und das scheint normal zu sein für manche Typen, dass sie das so sehen - eine Frau macht den Haushalt, weil sie eine Frau ist und das ist keine Arbeit, also kostet es auch nix.
Dir bleibt nur, Deine Karriere eben nicht zu vernachlässigen, nur um einem Mann den Haushalt zu machen. Dann ist eben nicht sauber und der Garten verwildert.
Wie gesagt, dass der Sohn hier als mitzuversorgen angeführt wird, finde ich nicht gut. Du versorgst 3 Deiner eigenen Kinder, wieso das jetzt über den Sohn austragen.
 
  • #22
Ich fand es damals furchtbar als ich im Erziehungsurlaub war.
Die zeit mit den Kindern möchte ich sicher nicht missen aber dieses selbstverständliche, einen Job zu machen ohne Lohn und Anerkennung!
Vorher war ich Hauptverdienerin aber Erziehungsurlaub für meinen Mann war damals nicht möglich.

Erster Schritt war, 2 Abende arbeiten gehen und davon eine Putzfrau zu bezahlen.
Dann habe ich mit meinem Mann einen Arbeitsvertrag aufgesetzt!
Und anstelle von....Ich kann ja an sein Konto, Gehalt auf meins gewünscht.

War völlig in Ordnung!
Stell dich gerade hin und sag, ich leiste XY.
Bisher war es selbstverständlich weil ich dachte es ist für uns. Damit du den Rücken frei hast, den Zugewinn zu erwirtschaften.
Das scheinst du anders zu sehen!
Dann müssen wir es anders regeln.
 
  • #23
Das hat Tini alles schon schön erklärt, von dem was er vor der Ehe hatte, siehst du sowieso nichts, da braucht er gar keine Angst haben.

Wenn Gütertrennung oder irgendwas in der Richtung, dann natürlich auch eine getrennte steuerliche Veranlagung, alles andere wäre ziemlicher Blödsinn für dich, Steuernachteile auf deiner Seite, weniger Rente, weniger Geld bei Erwerbsminderung... also wenn getrennte Kasse, dann auch bitte konsequent durchziehen. Und falls du das aktuelle Haus mit abbezahlst, vielleicht ist es finanziell im Rahmen, dass du ein anderes Haus für euch erwirbst, wo er dann entsprechend seinen Beitrag leisten kann? Immerhin brauchst du auch eine Absicherung für später und kannst nicht nur seine Werte mehren.

Es besteht aktuell im übrigen kein Grund, warum du so viel Haushalt erledigst. Zeitnah eine Putzfrau organisieren.

Grundsätzlich find ich seine Denkweise auch sehr sehr schade. Mit einer Heirat würde ich (und andere sehen das auch so) unbedingt auch meinen Partner absichern wollen, eben weil mir sein Wohl doch am Herzen liegt.
 
  • #24
Hallo, vielen Dank für die vielen differenzierten Antworten.
Vielleicht noch mal, ich will dass seine Kinder seinen Teil erben und das im Fall der Trennung alles ausgeklammert wird. Jedoch wenn wir zusammenbleiben, meine Karriere benachteiligt ist, ich die Kinderbetreuung auch von seinem Sohn übernehmen, Hausarbeit, Garten, ..., dann möchte ich auch wenigstens den Zugewinnausgleich in der Ehe . Er will doch auch sein Unternehmen mit Zugewinn in der Praxis ausschließen - wer ermöglicht ihm denn , dass er soviel arbeiten kann...
Und damit spaltet er unsere Familie im Ganzen in mehrere kleine Teile.
Seine bereits vorhandenen Immobilien (stets vorausgesetzt, die tragen sich selbst) und seine Firma - wenn er halbwegs bei Sinnen ist, wird er die "abspalten" - was erwartest Du denn?
Deshalb braucht Ihr doch noch längst nicht "getrennte Kassen"?
 
  • #25
Ich würde nur heiraten, wenn sich dann alle wohl fühlen. Ich fände es komisch, wenn da irgendwie quasi erste und zweite Klasse Kinder am Tisch säßen. Ich bin dagegen, Familienarbeit bzw. Haushaltsarbeit mit Mindestlohn zu bemessen bzw. mit einer Putzfrau zu vergleichen. Das ist daneben. So wird das nie eine Familie.
Ich bin allerdings auch nicht so reich. Wenn das bei reichen Leuten so üblich ist, dass man ganz genau regelt, wer was bekommt und Verträge abschließt und so, dann musst du das wohl in Kauf nehmen. Du kennst den Mann ja schon etwas länger und hast ein Kind mit ihm.
 
  • #26
...
er - einen Sohn , ich - zwei Kinder und gemeinsam haben wir eine Tochter.
Nun möchte er gerne eine Modifizierte Zugewinngemeinschaft , die seine Praxis und weitere zwei Immobilien bei Scheidung und im Todesfall vom Zugewinn ausschließen.

Mit den Informationen ist das schlecht zu beurteilen.

- Möchte er die gemeinsame Tochter auch vom Erbe ausschließen? Das fände ich unfair. Dass er Deine Kinder ausschließt, finde ich normal. Dass er Dich im Todesfall ausschließt, finde ich eher seltsam (aber: siehe Einkommen).

- Es fehlen auch Informationen zur Einkommensverteilung. Ihr verdient beide gleich viel, tragt gleich zum Einkommen bei und erwerbt gleiche Rentenansprüche (er in Form von Immobilien, Du in Form von Rente)? Dann heben sich die Ansprüche gegeneinander auf, er sollte auf Rentenansprüche von Dir, Du auf welche von ihm (Immobilien) verzichten.
Er verdient deutlich mehr? Dann verstehe ich, dass er seine Existenz und seine Rentenabsicherung nicht bei einer Trennung aufs Spiel setzen will und setze voraus, dass er anteilmäßig mehr zum Haushalt beiträgt. Du solltest alleine lebensfähig sein und alleine Deine Altersvorsorge betreiben. Dein "Job" als "Putzfrau" bringt Dich dann eigentlich nicht weiter, aber ein Wohnrecht ist natürlich auch ein erheblicher Baustein zur Altersvorsorge. Könntest Du, wenn Du mehr arbeiten würdest, diesen Rentenanspruch erwerben?
Er verdient weniger als Du und trägt auch weniger zum gemeinsamen Leben bei, so dass ihr gemeinsam seine Immobilien abbezahlt, die dann ihm gehören? Selbstverständlich unfair.

- Wird gemeinsam weiteres Vermögen gebildet? Erwirtschaften die Immobilien einen Überschuss, von dem Du auch profitierst?

Vielleicht solltet ihr grundsätzlich überlegen, ob in der Konstellation Heiraten Sinn macht...
 
  • #27
Liebe Cali!
Heirate den doch nicht! Ich würde mich an deiner Stelle auch ausgenutzt fühlen.
Das würde darauf hinauslaufen, dass du deine Karriere zurücksteckst, um ihm seine zu ermöglichen. Du würdest dich in die "Hausfrau- und Mutti" Rolle drängen lassen, und könntest in deinem Beruf nie wieder Fuß fassen, geschweige denn, erfolgreich sein.
So ein Blödsinn mit "werd durch eigenes Arbeiten reich". Das ist ja genau das, was der Verlobte mit dieser Konstellation verhindern will. Er will dich kleinhalten und zu seinem Anhängsel degradieren!
Lass dich bloß nicht unterkriegen.
Dein Job wird niemals eines Tages neben dir aufwachen und dir sagen "Ich habe keine Gefühle mehr".

Alles Gute noch!
 
  • #28
Würde ihm klipp und klar sagen: Entweder heiraten wir mit ganz normalem Zugewinn oder gar nicht.
Das sollte sie nicht tun.
Denn darauf gibt es nur eine Antwort und eine Konsequenz: Er heiratet sie nicht und sie müsste sich dann (ohne das Gesicht zu verlieren, soweit sind wir ja schon) trennen.
Was ihr machen müsst: Eingemeinsames Kontop einrichten, in das beide zu gleichen Anteilen einzahlen und aus em dann eine Hauhalts- ubnd Putzhilfe bezahlt wird. Das sie ein wenig seine Kinder mitbetreut ist fair, wenn auch auch ihre Kinder (außerhalb seiner Arbeitszeit) mitbetreut.Außderdem muss sie ihren Anteil am gemiensamen (für sie gratis) Wohnen hier auch in Abzug stellen lassen.

Seine Praxis soll er aber weiter alleine abbezahlen und demjenigen vererben, den er für sinnvoll hält.
Wenn die FS ihren Pflichtteil einklagen würde dann hätte sie auch schon kräftig dazugewonnen, ohne wirklich etwas dazu getan zu haben. Für die Kinderbetreuung müssten die Kosten eines Kindermädchens entgegenstellt werden.
Je nach Wohnlage erfolgt der Ausgleich also zu der Betruungszeit (die FS arbeit auch Vollzeit, wie viel betreuung ist dann übetrhaupt möglich) + Plichtanteil an der Praxis.
Alles in allem rechnet die FS sich das alles sehr schön. Sie soll realistisch bleiben.
 
  • #29
Der Zugewinn seiner Praxis ist sein Verdienst und damit Euer GEMEINSAMER Zugewinn. Den kann er nicht ausklammern. Wenn er alles ausklammert, kann er ja gleich Gütertrennung machen.
Das ist aber nicht einzusehen, denn Du bist nicht seine kostenlose Nanny. Das machen ja viele Männer, dass sie sich eine Frau ins Haus holen, die sich um alles kümmert und im Falle der Trennung steht die Frau dann doof da.
Immobilien sind seine und bleiben seine - evtl kann man die ausklammern.
Übrigens ist es so, dass Eheverträge, die einen Partner massiv benachteiligen vor Gericht manchmal nicht anerkannt werden.
Also ich würde ihn so nicht heiraten. Er will Dich nur als billige Haushaltshilfe und Kindermädchen einspannen.
Mein Exmann hat einen modif. Ehevertrag vor der Hochzeit auch gewollt. Ich hab nichts unterschrieben mit dem Ende, dass wir ohne Ehevertrag geheiratet haben und er nach der Trennung gar nichts ausklammern konnte.
Also er kann Dich ja nicht zwingen, einen so nachteiligen Vertrag zu unterschreiben. Dann lass es eben - und wenn er Dich dann nicht heiratet, dann eben nicht. Allerdings würde ich mich dann auch sehr zurückhalten in Haushalts- und Kindersachen und außerdem eine Putzfrau und einen Babysitter einstellen, beides soll er zahlen. Es ist nicht einzusehen, dass Du alles machst und er nichts. Da bleibt immer noch genug Arbeit für Dich übrig.
Spann ihn mehr ein! Komm einfach später und sag, dass er heute die Kinder abholen muss - lass Dich nicht mehr ausnutzen!
Ist dein Verlobter Arzt?
 
  • #30
Ich finde seinen Vorschlag völlig fair.

Ihr habt doch eine Zugewinngemeinschaft bei den Erträgen und den Überschüssen, die aus der Praxis und den Immobilien erwirtschaftet werden. Nur deren Wert und die darauf laufenden Kredite ändern sich (wobei die Kredite ja aus den Erträgen bezahlt werden, d.h. es sollte kein Nachteil für Dich sein) und das will er ausklammern. Das ist auch sinnvoll, um mögliche Streitigkeiten zu vermeiden.
 
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