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Gast

  • #1

Ehevertrag abschließen?

Liebes Forum, eine Freundin (36 J.) hat von ihrem Freund (39 J.) einen Heiratsantrag erhalten und angenommen. Er möchte so schnell wie möglich eine Familie gründen, sie ist grundsätzlich bereit, möchte aber die Bedingungen hierfür in einem Ehevertrag regeln. Beide sind beruflich sehr gut aufgestellt.

Er erwartet, dass sie sich um das Kind/die Kinder kümmert, also auch Mutterschaftsurlaub nimmt. Sie sieht hierin
1. einen Karriereknick,
2. hierdurch nach einer evtl. Scheidung eine Renteneinbuße und
3. natürlich eine generelle Gehaltseinbuße nach einer evtl. Scheidung sowie
4. eine nach einer Scheidung hauptsächlich von ihr zutragende Doppelbelastung.

Sie ist Juristin in einer größeren Kanzlei, er ist PR-Leiter im Mittelstand. Grundsätzlich ist sie bereit, für ein Kind 1,5 Jahre lang zu pausieren. Nun möchte sie im Ehevertrag ihren Rentenausgleich, ihren Gehaltsausgleich und den Unterhalt regeln. Er stellt sich quer mit dem Argument, dass man vor der Ehe doch nicht über die Scheidung verhandelt. - Wie seht ihr das?
 
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  • #2
Frau hat hier Recht, sage ich als Mann. Der Mann kann bedenkenlos unterschreiben, denn wenn er sich mit der Heirat sicher ist dann sollte es doch die Frau des Lebens sein und der Scheidungsfall gar nicht eintreten. Bevor jetzt hier einige "Träumer" schreien - es heisst durch dick und dünn, vergesst das nicht. Obwohl, haben schon viele...

Ansonsten halt nicht heiraten.
 
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  • #3
Also erstens ist das sehr schlau von der Frau und zweitens ist das auch so geregelt ohne Ehevertarg sage ich jetzt mal als getrennt lebende Frau mit 2 Kindern!
Es gibt einen Versorgungsausgleich, es gibt den Zugewinn. Sogenannte "ehebedingte NAchteile" der Frau sind einkalkuliert!
Mein Mann muss mir so viel Unterhalt zahlen, wie ich auch innerhalb der Ehe an Geld gebraucht habe. Er muss meine Miete zahlen, mir Unterhalt und den Kindern ebenfalls. Gut- er verdient auch ziemlich gut.
Wenn der Kleine 3 Jahre alt ist, muss ich wieder arbeiten gehen, sofern es für die Kinder nicht nachteilig ist - das ist ein sehr dehnbarer Begriff! Allerdings würde ich gerne früher wieder arbeiten, Teilzeit versteht sich, nur wollen Arbeitgeber nicht so gerne ne alleinerziehende Frau mit 2 kleinen Kindern... mein Exmann hat zusätzlich eine Altersvorsorge für mich abgeschlossen, in die er einzahlt. Er nimmt jedes WE zumindest 24h die Kinder. Die Kinder sind tagsüber betreut. Ich hoffe, dass ich demnächst wieder eine adäquate Arbeit finde, die weder mich noch die Kinder überfordert.
Auch die Elternzeit wird rententechnisch rückwirkend berücksichtigt für denjenigen, der zuhause geblieben ist.
Um die Sache an sich kommt er sowieso nicht drumrum, falls sie sich trennen. Es ist aber gut, wenn Einiges schon vorher geregelt ist.
 
  • #4
Und das er bereist während der Ehe für 2 und dann evtl. bis 3, 4 Personen aufkommen muß, evtl. auch über mehrere Jahre, das ist egal?!
 
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  • #5
Mich würde interessieren, wie sich der Mann deiner Freundin dann einen Ehevertrag vorstellt. Viele Männer denken bei einem Ehevertrag ja nur daran, sich vor evtl. Unterhaltszahlungen zu schützen. Er muss aber doch einsehen, dass es auch gerechtfertigte Unterhaltsansprüche gibt.
 
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  • #6
Bin ich froh kein Mann zu sein, denn im Fall einer Scheidung steht man als Mann, der Kinder hat, ziemlich blöd da! Und Männer, die heiraten und Väter werden, würde ich daher als sehr mutig und naiv bezeichnen!
 
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  • #7
Ist ja eine tolle Einstellung von dem Mann. Sie soll im Beruf aussetzen und ihre Karrierechancen verringern, während er weiterlebt wie vorher und seine Karriere vorantreiben kann, und will ihre dadurch entstehenden Nachteile nicht ausgleichen. Meiner Meinung nach ist es sehr vernünftig von der Frau, hier einen Ehevertrag zu fordern, um nachher nicht die Gelackmeierte zu sein, zumal man ja auch nicht weiß, wie sich eine als kurzzeitig angedachte Berufspause am Ende auswirkt (vielleicht wollen beide mehrere Kinder, dann sind es schon mehrere Pausen, vielleicht wird die Pause auch ungewollt länger oder sie kann wegen schlechter Betreungsmöglichkeiten danach jahrelang nur TZ arbeiten etc.).
Ich persönlich würde allerdings mit solch einem Mann, der von mir ERWARTET, dass ich trotz beidseitiger guter Jobs und Karriereaussichten und starkem Kinderwunsch vor allem seinerseits alleine die Babypause nehme und die Nachteile dessen einstecke, statt zumindest mal anzudenken, die Pause und die dadurch bedingten Nachteile auf beide aufzuteilen, gar kein Kind wollen, da diese Einstellung für meinen Geschmack sehr egoistisch ist.
 
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Gast

  • #8
Mit jeder Ehe geht man auch einen wirtschaftlichen Vertrag ein. Wenn es keinen individuellen Vertrag gibt, gelten die gesetzlichen Regelungen (Zugewinngemeinschaft, Unterhaltsansprüche, Versorgungsausgleich).
Die gesetzlichen Regelungen passen aber nicht bei allen Menschen und in diesen Fällen ist es doch dringend anzuraten, die individuellen Bedingungen in einem gesonderten Vertrag festzuhalten.

Viele Menschen gehen sehr blauäugig eine Partnerschaft ein. Selbst wenn es keinen gesonderten Ehevertrag gibt, sollte es doch vorher Vereinbarungen darüber geben, welche
Erwartungen und Lebensplanungen jeder Partner an sein Gegenüber hat.

m52
 
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  • #9
Schon aus Verantwortungsgefühl der Frau gegenüber sollte der Mann in den Ehevertrag einwilligen.
In der heutigen Zeit ist der Vertrag unabdingbar. Vielleicht ist es klug, wenn die Frau, die ja den Vertrag in diesem Fall möchte, ihrem Partner sagt, dass der Vertrag rein prophylaktisch ist und er ja sowieso nicht zum Einsatz kommen wird. Sie ist ja nun Juristin und hat evtl. täglich mit diesen Themen zu tun, von daher kann sie noch vorbringen, dass dies eine Begleiterscheinung ihres Berufes ist und sie ihn einfach für ihr Sicherheitsgefühl braucht. Kein Mensch kann in die Zukunft schauen, niemand weiß, wie sich eine Ehe entwickeln wird. Und bei der goldenen Hochzeit können dann beide (hoffentlich) darüber schmunzeln.
 
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  • #10
...natürlich hat SIE mit der Forderung nach einer Regelung für den Ausgleich im Scheidungsfall recht.
...natürlich hat seine Argumentation, "dass man vor der Ehe doch nicht über die Scheidung verhandelt" ebenfalls etwas Bestechendes.

Dreh- und Angelpunkt ist aber die Aussage "Er erwartet, dass sie sich um das Kind/die Kinder kümmert, also auch Mutterschaftsurlaub nimmt". Tja, wer diese klassiche Form der familiären Arbeitsteilung will, der muss auch den Preis dafür bezahlen. Und der heißt in einer Gesellschaft, in der Männer UND Frauen gleichermaßen berufstätig sind (und Karrieren anstreben): vertragliche Regelung. Das ist fraglos den romantischen Gefühlen nicht sehr zuträglich.

Die Alternative wäre übrigens ganz einfach: gemeinsame Veranwortung für die Kinder, Aufteilung des Vater-/Mutterschaftsurlaubs und hinterher Teilzeit für BEIDE usw.. - Geht nicht? Doch geht, bedeutet aber fast immer für BEIDE Karriere-Einbußen, es ist eben die Frage, was einem im Leben wichtiger ist.
 
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  • #11
Sie hat recht.
Sage ich, m.
Man macht Verträge gerade in guten Zeiten FÜR schlechte Zeiten!
Diesen Satz sollte man Grundschülern wie das 1 x 1 beibringen!

Sie soll nicht nachlassen!
 
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  • #12
Der Mann braucht dringend hoch qualifizierte juristische Beratung, und er sollte noch nicht einmal daran denken den Vertrag mit seiner zukünfitigen Fau direkt aushandeln zu wollen. Seine Frau ist Juristin, wenn sie ihren Beruf zum Hobby macht, dann zieht sie ihn gnadenlos über den Tisch, und im Falle einer Scheidung wird seine Frau zum schlimmsten Albtraum für ihn werden.

Ich würde grundsätzlich niemals eine Juristin heiraten. Bei einer Scheidungsrate von mehr als 50% ist das ein Freiticket für einen Tripp in die Hölle.

m
 
  • #13
Wer heiraten will, sollte alle möglichen Konsequenzen daraus vorher bedenken und ggf. regeln.
Wem das stört oder nicht interessiert, dann soll er besser nicht heiraten.

Die Hälfte aller Ehen werden geschieden. Es gibt keine Sicherheit/Garantie, daß das Einem nicht auch irgendwann passiert. Sofern man verheiratet ist.

Wer sich wirtschaftlich vom (Ehe-)partner abhängig macht, braucht eine Absicherung bei Trennung.
Noch mehr, wenn Kinder da sind. Denn einen Job bekommt man nicht mehr so schnell wie früher.
Und wenn man auch noch Kinder hat, wirds noch schwieriger.

Allerdings halte ich Manches für übertrieben. z.B. (längeren) Unterhalt zahlen, auch Trennungsunterhalt, obwohl die Ehe kinderlos war. Dessen ex-Ehepartner ist nicht das Sozialamt.

Bei einer Scheidung ist Jeder gesetzlich für seinen Lebensunterhalt verantwortlich. Dies sollte man in der Praxis genauer prüfen und durchsetzen, anstatt leichtfertig das verlangen und gewähren auf Unterhalt.
 
  • #14
Eine Juristin heiraten kann eh schon wirtschaftlicher Selbstmord sein (ok, einen Juristen heiraten auch, aber ich heirate eben lieber Frauen). Aber wenn diejenige (derjenige, jaja) dann auch noch ihre (seine ...) Position gegenüber der gesetzlich bei näherem Hinschauen ziemlich ausgeklügelt ausbalancierten Position durch einen Ehevertrag verbessern will, dann frag ich mich, ob das für den Anderen eine gute Idee ist.

Natürlich wird jemand, dessen erklärter Lebenssinn die kommerziell getriebene "Karriere" ist, einen Nachteil darin sehen, diese nicht mit aller Gewalt weiter treiben zu können und sich statt dessen in anderen Lebensmodellen wie z.B. der Aufzucht des Nachwuchses wieder zu finden. Aber wird nicht im Gegenzug die Gegenseite (um die geht es ja hier, Juristen kennen keine Freunde oder Geliebte, nur Gegenseiten) einwerfen, dass sie sich zur kommerziellen Absicherung des an sich zu bevorzugeneden Lebensmodells "daheim sein und die Kinder behüten" der unmenschlichen Kommerzialisierung des Berufslebens unterworfen hat und deshalb einen Ausgleich für entgangene Lebensfreunde (nämlich die Beschäftigung mit den Kindern) verdient hat???

Kurz und gut, sie nimmt zwar den Heiratsantrag an, will aber eigentlich weiterhin auf alleinigen Füßen stehen können? Vergiss es, kein Vertrauen! Und wer kein Vertrauen hat, hat auch keins verdient. Sie wird ihn bei der ersten Gelegenheit austauschen und dann ausnehmen nach juristischer Kunst wie eine Weihanchtsgans. Die Vorbereitungen trifft sie ja schon mit ihrem Ansinnen, einen für sie vorteilhaften Vertrag zu schließen. Finger weg! Meine Bedingnung für eine Ehe wäre: Sei zufrieden mit der gesetzlichen Regelung, versteh die erst Mal (was bei Juristen eigenlich gegeben sein sollte, aber das ist eine andere Geschichte) und mach es, aber ich bin nur ohne Ehevertrag zu haben!
 
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  • #15
Die gesetzliche Regelung ist nach wie vor sehr vorteilhaft für die Frau, wenn der Mann den Familienunterhalt bestritten hat. Wenn sie mehr will als Zugewinn- und Versorgungsausgleich (...), dann würde ich an SEINER Stelle ganz schnell von allen Heiratsplänen Abstand nehmen.

Ich würde ihr stattdessen die Freiheit zurückgeben, sich in selbstgewählter Weise (alleine) selbst zu verwirklichen und ihr viel Glück wünschen.

M 49
 
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  • #16
Bin ich froh kein Mann zu sein, denn im Fall einer Scheidung steht man als Mann, der Kinder hat, ziemlich blöd da! Und Männer, die heiraten und Väter werden, würde ich daher als sehr mutig und naiv bezeichnen!
Na, glaubst du wirklich, dass eine Frau besser dasteht? Sie bekommt meist keinen Unterhalt, muss voll arbeiten und zusätzlich die Kinder betreuen. Der Stress einer Alleinerziehenden ist gewaltig. Zudem hat man als Frau mit Kindern weniger Chancen auf dem Arbeitsmarkt und auf dem Partnermarkt auch nicht. Ein Mann muss einen festgelegten Betrag für seine Kinder zahlen, betreut sie zu festgelegten Zeiten. Er hat weder beruflich noch privat Einbußen.
Eine Frau muss ständig improvisieren und organisieren. Also ich weiß nicht, wer es da leicher hat.
Daher verstehe ich die FS, dass sie eine Absicherung möchte, da sie ihre Karriere einschränkt. Viele Männer wären froh um eine Frau, die einen Ehevertrag anstrebt.
 
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  • #17
Grundsätzlich ist sie bereit, für ein Kind 1,5 Jahre lang zu pausieren. Nun möchte sie im Ehevertrag ihren Rentenausgleich, ihren Gehaltsausgleich und den Unterhalt regeln.
Wenn sie 1,5 Jahre pausiert und dann wieder voll in den Beruf einsteigt (mit Tagesmutter sicher möglich), hat sie schon mal keinen Gehaltsverlust. Nur während der Betreuungszeit, dafür lebt sie doch aber mit dem Kindesvater in einer Familie, erwartet er etwa, dass sie in der Zeit der Kinderbetreuug auch finanziell das selbe zum Zusammenleben beiträgt wie er, oder warum muß sie das vorher schriftlich regeln?
Sollte es in der Phase der Kinderbetreuung eine Trennung geben stünde ihr vom Gesetz her sowieso Kindes- UND Trennungsunterhalt zu, egal ob er ihr den nun schriftlich vorher zugesichert hat oder nicht.
Rentenausgleich ist ebenfalls gesetzlich für sie vorgesehen.

Sie ist doch Juristin, also weiß sie auch was ihr gesetzlich zusteht und wie sie es bekommen kann. Da drängt sich bei mir gerade der Verdacht auf sie möchte im Falle einer Trennung nicht gleich sondern besser dastehen als vorher.

w (43)
 
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  • #18
Was sieht der von ihr aufgesetzte Vertrag denn z.B. an Unterhalt und Rentenausgleich für ihn vor, wenn er
1. unverschuldet Arbeitslos wird und etwas länger bleibt, oder
2. krank und arbeitsunfähig wird, und
3. sie sich dann von ihm trennt?

Wenn sie einen Ehevertrag möchte sollte diesen für den Mann jemand aushandeln, der ebenfalls Jurist ist, damit BEIDE vor den Nachteilen einer eventuell später folgenden Scheidung gleichermaßen geschützt werden.

Die meisten Scheidungen finden doch statt, wenn die Kinder schon größer, entsprechend selbstständig, bzw. fast aus dem Haus sind.
Da können auch beide gleichermaßen wieder für sich selber und ihren Unterhalt alleine verantwortlich sein. Versorgungsausgleich ist sowieso gesetzlich geregelt.

Wenn schon ein Ehevertrag, dann einer der BEIDEN die selben Vor- bzw. Nachteile einer Trennung bringt. Was sie gerne hätte klingt doch sehr nach "Ehevertrag nur in Punkten die MIR Vorteile bringen".
 
  • #19
Ein Mann muss einen festgelegten Betrag für seine Kinder zahlen, betreut sie zu festgelegten Zeiten. Er hat weder beruflich noch privat Einbußen.
Oh - doch !

Mehrmals in diesem Forum: Frauen, die bei der Partnerwahl einen Mann ablehnen, der Unterhalt zahlt.
Sie wollen lieber einen Mann, der über sein Einkommen voll verfügen kann. Damit sie sich im Leben, Freizeit, Urlaub etc. nicht einschränken müssen.

Ein Handwerker muß gemäs Düsseldorfer Tabelle 33 % seines Nettolohnes als Kindesunterhalt für ein Kind zahlen. Konkret von ca. 1.540 Euro netto ca. 520,- Euro. Sein Kind ist inzwischen 15 Jahre alt.
Die Kindsmutter verhindert jeglichen Kontakt. Er bekommt nicht mal Fotos von seinem Kind, nur anfangs einen positiven Vaterschaftstest auf sein Verlangen.
Eine eigene Ehe oder gar Familiengründung ist für ihn seitdem nicht mehr drin. Wer nimmt schon einen Mann auf fast Hartz-4 Niveau ?

Ein Paar, drei Kinder. Später Heirat.
Nach einem Jahr Ehe ging sie heimlich fremd, nach zwei Jahren trennte sie sich von ihm.
Also mußte er Unterhalt für ex-Frau und drei Kinder zahlen.
Als später eine neue Partnerin von ihm heimlich schwanger wurde, ließ er sich sterilisieren. Um nicht für noch mehr Kinder Unterhalt zahlen zu müssen.

Quellen: Von den betroffenen Personen persönlich.

Ein Ehevertrag scheint heute wichtiger denn je. Je nachdem, was man damit regeln will.
Das Schwierige ist daran, einen juristisch sicheren Ehevertrag zu finden, der vor Gericht nicht angefochten, oder für ungültig erklärt werden kann.
Sie sieht hierin
1. einen Karriereknick,
2. hierdurch nach einer evtl. Scheidung eine Renteneinbuße und
3. natürlich eine generelle Gehaltseinbuße nach einer evtl. Scheidung sowie
4. eine nach einer Scheidung hauptsächlich von ihr zutragende Doppelbelastung.
.... Nun möchte sie im Ehevertrag ihren Rentenausgleich, ihren Gehaltsausgleich und den Unterhalt regeln.
Rentenausgleich und Unterhalt sind bereits gesetzlich geregelt. Oder will sie mehr Geld dafür ?

Wer auch noch Gehaltsausgleich will, für die unterbrochene Karriere wegen Kinder,
dann frage mich mich, warum dann noch Kinder ?
Oder besser weiter nahtlos Karriere ohne Kinder, damit sie keine Gehaltseinbußen hat ?
Man kann nicht alle Vorteile verlangen, aber alle Nachteile sollen dann Andere für sie zahlen.

Ich schätze, daß die Hälfte aller Justiziare (z.B. Anwälte) diesen Beruf nur wegen des Geldes/Einkommen gewählt haben.

Bei einer Forderung nach Gehaltsausgleich würde ich als Bräutigam Hochzeit und Kinder absagen, und mich von dieser Frau trennen. Gerade bei einer Justiziar/in können das enorme Summen werden. Wer soviel Geld haben möchte, soll es sich selber verdienen. Oder einen Anderen (Deppen) suchen, der soviel für sie zahlt.
Mir geht es nicht nur ums Geld, sondern um diese Art und Weise.
 
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  • #20
Als Mann einer Juristin und Exmann einer "Hausfrau": Eine gut verdienende Frau zu heiraten, ist nie finanzieller Selbstmord, sondern eine gute Versicherung gegen das Ausgenommenwerden durch die "Rückenfreihalterinnen". Ich bin ein absoluter Fan von Eheverträgen, halte ihn hier aber für überflüssig. Die Frau bekommt für jedes Kind drei Rentenjahre. Es gibt keinen Grund, länger als ein Jahr nach der Geburt des Kindes zu Hause rumzusitzen. Der Mann sorgt in dieser Zeit auch finanziell für alles, außerdem macht er sie im Fall einer Scheidung durch Zugewinn und Versorgungsausgleich auch noch reicher. Ich kenne keine Frau, die durch ihre Ehe etwas eingebüßt hätte - das kenne ich nur bei Männern.
 
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  • #21
Sofern die Dame sich überhaupt auf diese reaktionäre Rollenverteilung einlassen will, sollte Sie unbedingt auf den zur Diskussion stehenden Konditionen beharren. Sie handelt sehr vernünftig, da seit der letzten Familienrechtsnovelle im Jahr 2008 derjenige Partner, der alleine in Familienpause geht, nach einer Scheidung auch alle damit verbundenen finanziellen Nachteile alleine trägt. Schließlich sollte die Novelle ja auch bewirken, dass Frauen eben nicht mehr beruflich zurückstecken, sondern Familienarbeit - einschließlich Erziehungsurlaub - zwischen Frau und Mann adäquat, d.h 50/50, geteilt wird.

Persönlich würde ich der Dame raten, den Neandertaler zurück in seine Höhle zu schicken und ein zeitgemäßes Exemplar zu ehelichen!
 
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  • #22
Die meisten Scheidungen finden doch statt, wenn die Kinder schon größer, entsprechend selbstständig, bzw. fast aus dem Haus sind.
Da können auch beide gleichermaßen wieder für sich selber und ihren Unterhalt alleine verantwortlich sein. Versorgungsausgleich ist sowieso gesetzlich geregelt.

Wenn schon ein Ehevertrag, dann einer der BEIDEN die selben Vor- bzw. Nachteile einer Trennung bringt. Was sie gerne hätte klingt doch sehr nach "Ehevertrag nur in Punkten die MIR Vorteile bringen".
Es können eben nicht beide wieder gleichermaßen für sich selbst Sorgen, wenn nur die Frau der Familie zuliebe berufliche Nachteile in Kauf nimmt! Während der Mann trotz Kinder weiterarbeitet wie bisher, seine Karriere vorantreibt und sein Einkommen kontinuierlich steigert, sinkt der Marktwert einer Frau, deren Vita mehrere Jahre Erziehungsurlaub aufweist, drastisch.

Während der Erziehungszeiten bezieht sie darüber hinaus nicht nur kein Gehalt, sie wird auch nicht befördert und erhält keine Gehaltserhöhungen. Sofern Sie nach dem Wiedereinstieg, der Familie zuliebe, nur Teilzeit arbeitet, sinkt ihr Einkommen sogar unter den Ausgangswert. Karrierechancen hat sie keine mehr! Sollte sie nach dem Wiedereinstieg ihre Stelle verlieren, wird es für sie sehr schwer werden, einen neuen Arbeitgeber zu finden, da Frauen mit kleinen Kindern, die diese auch noch selbst betreuen, für viele Arbeitgeber allenfalls Dritte Wahl sind, was sich nicht nur auf die Einstellungswahrscheinlichkeit, sondern auch auf das Gehalt auswirkt.

Von gleichen Verhältnissen kann hier wahrlich nicht die Rede sein! Die finanzielle Situation der Frau und der Lebensstandard, den sie aus eigener Kraft finanzieren kann, hätte sich durch die Familienpause dramatisch verschlechtert!

Wenn Männer also schon ein Lebensmodell favorisieren, dass alle beruflichen Nachteile der Familiengründung auf die Gattin abwälzen, dann müssen diese Nachteile auch kompensieren!

Anderfalls steht es ihnen frei, sich zu fünfzig Prozent an Erziehungsurlaub sowie der Haus- und Familienarbeit, einschließlich kinderkrankheitsbedingten Fehlzeiten beim jeweiligen Arbeitgeber, zu beteiligen.

Das will aber kaum ein Mann! Tja - warum wohl?!
 
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  • #23
Ich würde der Frau auch zu einem Ehevertrag raten, um die ihr entstehenden Nachteile aufzufangen, zumal ich auch nicht davon ausgehe, dass es bei 1 1/2 Jahren Erziehungszeit bleiben wird und sie dann ihren Beruf wieder Vollzeit ausübt, da nur jede 5. Frau mit Kindern überhaupt Vollzeit arbeiten geht und die Vorzeichen hier - mit einem Mann, der kompromisslos erwartet, dass die Frau die Elternzeit alleine nimmt - auch nicht so stehen, dass die Frau danach auf die Unterstützung des Mannes hoffen kann, wenn sie wieder arbeiten will. Und bei jahrelanger Teilzeit werden die beruflichen Nachteile der Frau zwangsläufig groß (Gehaltseinbußen, schlechte Aufstiegschancen, Renteneinbußen etc.).

Gerade bei diesem Beitrag ist mir wieder aufgefallen, wie sehr ich es bedaure, wie leichtfertig gut ausgebildete Frauen ihre beruflichen Möglichkeiten verspielen. Da sind zwei beruflich erfolgreiche Menschen, die beide gute Karrierechancen haben, und anstatt sich gleichberechtigt zu arrangieren, dass beide gleichermaßen beruflich am Ball bleiben können, erwartet der Mann, dass ausschließlich die Frau zurücksteckt,und - wie so oft - fügt sich die Frau und verspielt nach 5 Jahren Studium, 2 Jahren Referendariat und 2 Staatsexamina leichtfertig ihre Karrierechancen, anstatt einzufordern, dass beide gleichermaßen zurückstecken. Gerade in so einer Konstellation finde ich es immer schade, wenn eine Beziehung auf Augenhöhe in eine Alleinverdiener + Hausfrau und Teilzeit-Dazuverdienerin Beziehung umschwenkt. Naja, vielleicht sehe ich das auch zu dramatisch, weil ich selbst Volljuristin bin und weiß, wieviel Anstrengung, Zeit und Nerven es kostet, bis man endlich beide Staatsexamina hinter sich gebracht hat und juristisch arbeiten kann, und daher nicht mit einem Mann Kinder bekommen könnte, der nicht bereit ist, sich die Erziehungszeit und deren Nachteile mit mir zu teilen, da ich persönlich das für eine gleichberechtigte Beziehung unter zwei gut verdienenden Akademikern heutzutage für selbstverständlich halte.

w, 30
 
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  • #24
Wer auch noch Gehaltsausgleich will, für die unterbrochene Karriere wegen Kinder,
dann frage mich mich, warum dann noch Kinder ?
Oder besser weiter nahtlos Karriere ohne Kinder, damit sie keine Gehaltseinbußen hat ?
Man kann nicht alle Vorteile verlangen, aber alle Nachteile sollen dann Andere für sie zahlen.
Wenn du schon so viele Beispiele bringst, dann schreib ich hier auch eines. Quelle: Ich selbst.

Wir haben uns im Studium kennengelernt, beide Lehrer am Gymnasium. Mein Ex ist 3 Jahre älter als ich. Nach der Verbeamtung habe ich noch 2 Jahre gearbeitet, dann kam das erste Kind, nach 3 Jahren habe ich mit Minimumstundenmaß wieder begonnen, dann kam aber bald das 2. Kind. Mein Mann wollte, dass ich ganz aussetze. Als der Kleine 7 war, habe ich wieder TZ gearbeitet, seit er 15 ist, arbeite ich wieder VZ. Mein Mann hat in dieser Zeit ein paarmal die Schule gewechselt und an seiner Karriere gearbetet. Er musste teilweise längere Fahrstrecken akzeptieren, was ich - mit Kinderbetreuung - nie hätte machen können. Ich bin an der Schule in der Nachbarschaft geblieben, habe nebenher meinen Mann unterstürzt.
Er ist inzwischen stellvertretender Schulleiter mit Aussicht auf eine Schulleitung. Ich bin immer noch eine kleine Lehrerin, habe wesentlich weniger Beförderungen hinter mir und verdiene auch schlechter. Auch meine Rente wird entsprechend schlechter sein.
So, und erkläre mir nun bitte, warum ich bei der Scheidung keinen Ausgleich verdient habe.

Der Rentenausgleich ist ja gesetzlich geregelt, aber ich habe mich mit meinem Mann auch soweit geeinigt, dass ich nach 20 Jahren einen kleinen Aufstockungsunterhalt bekomme. Er ist da recht fair - aber das ist nicht normal bei Männern. Bei uns im starren Beamtentum lässt sich die unterschiedliche Karriere gut nachvollziehen, in anderen Berufen natürlich nicht.
Und genau da wäre ein Ehevertrag eben sinnvoll.
 
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  • #25
... , und daher nicht mit einem Mann Kinder bekommen könnte, der nicht bereit ist, sich die Erziehungszeit und deren Nachteile mit mir zu teilen, da ich persönlich das für eine gleichberechtigte Beziehung unter zwei gut verdienenden Akademikern heutzutage für selbstverständlich halte. w, 30
Warum keine Nanny? Bei zwei Karriere-Menschen mit entsprechendem hohem Einkommen kann der eigene Haushalt problemlos wie ein kleiner Betrieb organisiert werden, mit Haushaltshilfe und Nanny für beliebig viele Kinder. Wer sich das nicht leisten kann, sollte sich nicht für so wichtig in seinem Job nehmen, denn Karriere ist etwas anderes.
 
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Gast

  • #26
Warum keine Nanny? Bei zwei Karriere-Menschen mit entsprechendem hohem Einkommen kann der eigene Haushalt problemlos wie ein kleiner Betrieb organisiert werden, mit Haushaltshilfe und Nanny für beliebig viele Kinder. Wer sich das nicht leisten kann, sollte sich nicht für so wichtig in seinem Job nehmen, denn Karriere ist etwas anderes.
Das ist meines Erachtens ein äußerst geschickter Lösungsvorschlag, denn auf diese Weise könnte sich sogar der lästige Ehevertrag erübrigen. Natürlich könnte man nun darüber streiten, ob man ein Kind relativ zügig nach der Entbindung in fremde Hände geben möchte. Aber wie man es auch dreht und wendet, die Geburt eines Kindes bringt nun mal (leider) Nachteile auf dem Arbeitssektor mit sich. Wer den Schwerpunkt seines Lebens auf die Entfaltung der Karriere legt, könnte mit diesem Konzept gut beraten sein.
 
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Gast

  • #28
Meiner Meinung nach hat die Frau in diesem Fall recht, denn genau dafür ist ja ein Ehevertrag gedacht. Ich verstehe seine Argumentation auch nicht, denn wenn er einen Ehevertrag will, ist doch klar, dass genau diese Punkte aufgenommen werden.

w/50
 
M

Mooseba

  • #29
Bei der Scheidung wird doch ein vorhandener Ehevertrag sowieso angefochten und zerpflückt. Wie oft bringt denn ein Ehevertrag wirklich Vorteile. Und wenn doch, sollte vor allem der Ehemann sich damit auch absichern für den Fall einer Scheidung, dass er nicht zum Bezahldussel wird bei einer Frau mit solchen beruflichen Fähigkeiten.
 
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  • #30
Nun, Dein Ex hat doch aber während der gesamten Zeit, in der Du Dich um die Kinder gekümmert hast auch fast allein den finanziellen Part gestemmt. Dafür bekommt er ja auch keinen Ausgleich?!
Ich wüsste nicht wie man sinnvoll und fair für beide Seiten sowas klären kann.
Stopp!!
Er hat mehr verdient, weil ICH mich um Kind und Haushalt gekümmert habe. Wenn wir beide keine Kinder gehabt hätten, hätte ich ebensoviel verdient wie er und hätte ebenso Karriere machen können. Wir hatten absolut identische Voraussetzungen - außer, dass ich Kinder bekommen habe.
Sein Ausgleich, den er dadurch hat, dass er den finanziellen Part gestemmt hat, ist die Tatsache, dass er 2 tolle Kinder bekommen hat.