• #1

Ehekrise nach Depressionen und wie damit umgehen?

Ich m 32 bin seit 6 Jahren verheiratet haben ein gemeinsames Kind 3 Jahre. Unsere Ehe fing nicht gut an. Es fing damit an das sie sich mehr Unterstützung von meinen Eltern gewünscht hat bei der Hochzeit die nicht kam. Deswegen kam es andauernd zu Streitigkeiten bis es zum Bruch kam. Ich musste mich entscheiden entweder meine Eltern oder sie.ich habe mich für sie entschieden. Wir zogen in eine Wohnung und lebten erstmal ein ganz normales Ehe leben. Ich fing an mich zu verändern. Sie wurde schwanger wir bekamen ein gesundes Mädchen. Nach und nach Ich zog mich zurück. Nach den den Kontraktbruch mit meinen Eltern brach ich auch den Kontakt zu meinen Freunden ab. Ich war launisch bedrückt und konnte mich über nichts freuen. In der Zeit habe ich auch meiner Frau sehr weh getan. Ich habe sie angeschrien wir hatten viel Streit. Es gab Tage da habe ich extrem viel geschlafen und wollte gar nicht aus dem Bett. So lebte ich 4 Jahre meines Lebens ohne nachzudenken was mit mir los ist. Mittlerweile haben wir uns auseinander gelebt.in der Vergangenheit habe immer wieder Besserung gelobt und bin doch wieder in alte Verhaltens Muster wieder reingefallen. Diesen Sommer im Urlaub als ich ihre Nähe suchte und wieder mal abgewiesen wurde hatte ich Gedanken mir etwas anzutun. Das war der Punkt wo ich endlich einsah dass ich unter Depressionen leide. Mittlerweile bin in der Tagesklinik. Mein Problem ist dass ich mehr Unterstützung von ihr erhofft hatte, die ich nicht bekam. Ich hab versucht die Nähe herbeizureden, ich habe ultimaten gestellt ich habe alles falsch gemacht was man machen konnte. Mittlerweile hab ich es verstanden. Ich lasse sie in Ruhe und versuche sie nicht wie immer zu bedrängen was ich sonst immer tat. Was ich nicht verstehe ist manchmal kommt sie zu mir wie schlafen miteinander und dann verschwindet sie wieder. Danach keine zärtlich dazwischen nichts. Ich verstehe es nicht. Sie ist nicht der Mensch der viel über ihre Gefühle spricht. Vor einer Woche sagte sie, sie wüsste nicht ob sie mich liebt. Vor Monaten nach einem Streitgespräch sagte sie: du liebst mich doch eh nicht alles was du tust, tust du aus Gewohnheit.
Ich weis ich bin verdammt nochmal schuld an der ganzen Krise. Ich sehe auch ein.
Was meint ihr liebes Forum ?
 
  • #2
Lieber FS,

ich hatte auch einen depressiven Partner. Die Beziehung ist damals gescheitert.
Mein Tipp: kümmere dich vorrangig um dich. Werde weitestgehend gesund. Was waren die Ursachen? Was muss sich in deinem Leben ändern?

Deine Frau muss sehen, dass sich endlich was ändert und bessert. Ich denke, dass ihre mangelnde Nähe in ihrer Angst begründet ist. Angst davor, dass sich trotzdem nichts ändert, dass du praktisch wieder rückfällig wirst. Deshalb mein wirklich dringender Tipp: kümmere dich um die Ursachen deiner Erkrankung.

Ihr werdet einen langen Weg vor euch haben. Für Angehörige ist die Depression genauso schlimm wie für den Betroffenen.

Ich drücke dir die Daumen, dass es noch nicht zu spät ist. Bei mir war nach den ganzen Verletzungen einfach die Luft raus.

LG und alles Gute!
 
  • #3
Schuld haben immer beide.
Ich musste mich entscheiden entweder meine Eltern oder sie.ich habe mich für sie entschieden
Du hättest Dich mMn nicht entscheiden müssen. Das war Dein (wie ich finde) schlimmer Fehler, das zu tun. Partner und Eltern oder auch Freunde sind nicht "gleichwertig", so dass nur eins von beiden geht.

Ihr schlaft miteinander, danach verschwindet sie. Auch Frauen haben gerne Sex.
Nun sind vier Jahre, die man neben einem depressiven Partner lebt, sicher auch eine lange Zeit. Du hast Dich verändert, sie aber auch. Sie hat auch vier Jahre mit Lieblosigkeit verbracht. Da kann es passieren, dass sie selbst nicht sagen kann, ob sie Dich noch liebt. Vll kann sie das schon sehr lange nicht mehr sagen. Sieht Dich nun auf Grund Therapie stabilisiert und geht das Thema nun an.
Kannst Du denn sagen, dass Du sie noch liebst?

Ich kenne es selbst nicht, Jahre mit einem depressiven Partner zu leben. Kann mir aber vorstellen, dass sie genauso gefangen war. Angehörige haben es sicher ebenso schwer, wie der Betroffene selbst.

Mein Problem ist dass ich mehr Unterstützung von ihr erhofft hatte, die ich nicht bekam.
Du konntest sie schließlich in der Vergangenheit durch Deine Situation nicht unterstützen.
Sie möchte es jetzt vll nicht mehr.

Ich denke, Du solltest vorrangig wieder Kontakt aufnehmen. Zu Eltern, zu Freunden.

Was sagt denn Dein Therapeut dazu ?
Kannst Du Deine Frau bewegen, dass sie sich mit dem Thema Depression allgemein befasst, damit sie Dein damaliges Verhalten verstehen lernt? Sie kann doch sicher auch am Gespräch in der Klinik teilnehmen.
Ich würde an Deiner Stelle das ganze Thema in der Klinik ansprechen.
Ihr seid sicher kein Einzelfall. Die können dort zwar Eure Liebe nicht herbeizaubern, aber die Situation vll eher einschätzen und Hilfestellung leisten, wie ihr wieder zueinander finden könntet.

W, 46
 
  • #4
Oh weh, Korey, ich finde, Du solltest das Thema in der Tagklinil besprechen. Da können Sie Dir mit allen Hintergrund Infos bessere Tipps geben.

Du bist nicht an allem schuld und musst Dir alle Last auf Deine Schultern legen wie der Erlöser. ;-)

In der Beziehung sind immer 2.
Schaue Dir das an, welche Art Beziehung Du führst. War sie am Anfang besser?

Deinen Text über Depression und Eheprobleme beginnst Du damit, dass Deine Eltern weniger unterstützten als von Deiner Frau gefordert. Es kam zum Streit und Du hast erst den Kontakt zu Deinen Eltern und dann zu Deinen Freunden abgebrochen hast.
Sollten Deine Eltern auch nach Deiner Ansicht mehr unterstützen? Warum der Abbruch der Freundschaften? Letztlich warst Du dadurch isoliert. Fand das Deine Partnerin gut?

Hast Du mal überlegt, was der Anteil Deiner Frau an der Beziehung ist?
 
  • #5
Nach den den Kontraktbruch mit meinen Eltern brach ich auch den Kontakt zu meinen Freunden ab.
Ich weis ich bin verdammt nochmal schuld an der ganzen Krise. Ich sehe auch ein.
Einen Kontaktabbruch mit dem kompletten Umfeld zugunsten einer Partnerin finde ich erstaunlich. Eine komplette Schuldzuweisung an Dich selbst auch.

Wenn Du in einer Tagesklinik bist, wirst Du die Problematik dort sicher ansprechen und hoffentlich Hilfe bekommen. Ggf. brauchst Du weitere Unterstützung durch jemanden, der von außen auf das ganze System schaut (z. B. in Form einer Familienaufstellung oder einer systemischen Beratung) und Dir dabei hilft, zu verstehen und ggf. zu ändern, was in Deinem Umfeld passiert.
Ich glaube nicht, dass Ferndiagnosen aus einem anonymen Forum dabei jemanden ersetzen können, der Dich kennt und sich mit Deinen Problemen konkret auseinandersetzen kann.
 
  • #6
Du scheinst sehr stark um Dich und deine Befindlichkeiten zu kreisen.

Wer kümmert sich eigentlich in dem ganzen Rama Drama noch um Euer Töchterchen? Du?
Was meinst Du was es mit einem kleinen Mädchen macht, wenn der Vater nicht mal mit sich selbst und seinen eigenen Verhaltensmustern klarkommt, geschweige denn einem kleinen Kind Halt geben kann?
Ich höre nur ich ich ich..

Gut, nun bist Du in einer Klinik.
Wer kümmert sich derweil ums Kind? Lass mich raten..die Mutter?
Dann soll sie noch Dich unterstützen?? Wo unterstützt Du sie?
Von dieser kostenlosen therapeutisch-paedagogischen Leistung wird sie vermutlich weder ihren Lebensunterhalt noch ihre Rente bezahlen können.
Und auch nicht die Therapiekosten fuer ihr kleines Mädchen, was in Chaos reingeboren wurde.

Die Geschichten von unreifen, verantwortungslosen Männern, die nicht nur die Frau schlecht behandeln sondern aus ihr auch noch ne gratis Dienstleistern nicht nur für ihr Kind, sondern auch zur Kompensation ihrer eigenen Defizite wollen, geht mir gehörig auf den Zeiger.
Wechsel mal die Perspektive.
Könnte Dir gut tun.
Und uebernimm verdammt Verantwortung für Dein Kind: emotional, praktisch und finanziell.
 
  • #7
Das klingt alles sehr traurig und auch verfahren.
Gut, dass du dein Problem erkannt hast und bearbeitest.

Deine Frau scheint dich dennoch zu lieben, sonst wäre sie längst weg. Und/Oder sie leidet selbst an geringem Selbstwertgefühl und Verlustängsten.

Trotzdem scheint ihr ein tieferes Verständnis für deine Erkrankung zu fehlen, sonst könnte sie dein Verhalten ggf verzeihen. Wobei ich selbst den Grad schmal fände, wo ich aus Verständnis einer Krankheit gegenüber schlechtes Verhalten mir gegenüber tolerieren könnte.

Ich denke eine Paartherapie könnte euch vllt helfen.
 
  • #8
Hi,
mir scheint, ihr redet zu wenig. Du sagst ja, sie kann Gefühle kaum zeigen, das ist schwierig.
Dass dich der Kontaktabbruch mit dejnen Eltern stark belastet, kann ich mir gut vorstellen. Dass du dich loyal auf die Seite deiner Frau stelltest, finde ich gut, aber was ich nicht verstehe: Konntest du nicht einen minimalen Kontakt mit deinen Eltern aufrecht erhalten? Da hat sie viiiel zu viel verlangt. Blut ist eben ein sehr starkes Band. Ich hätte es so gemacht, dass du dich natürlich allein mit deinen Eltern treffen kannst, dort aber nicht über deine Frau groß geredet wird, um die Loyalität zu wahren. Aber kompletter Kontaktabbruch? Das finde ich einfach zu krass, und vielleicht kommen daher auch zum Gutteil deine Depressionen? Vielleicht kannst du mit deiner Frau reden, dass du einen normalen Kontakt mit deinen Eltern herstellen möchtest, damit es dir wieder gut geht. Sie muss ja nicht zum Sonntagsessen mitkommen.
Nach deiner Schilderung scheint sie sehr auf Drama aus, wenn sie u.a. fehlende Hilfe bei einer Hochzeit zu so drastischen Maßnahmen greift wie von dir einen Kontaktabbruch verlangen. Ist denn da och deutlich mehr vorgefallen?
Du musst dein Leben wieder in die Hand nehmen und aktiv gestalten. Wenn der Bereich um deine Eltern derzeit nicht so gut zu handhaben ist, wie sieht es denn mit Beruf und Hobbies aus? Wie intensiv hast du mit deiner Tochter Kontakt? Mit ihr kannst du dich vielleicht mehr beschäftigen und bekommst dadurch neue Energie....
w35
 
  • #9
Ja ich liebe sie sehr dass weis ich. Mittlerweile sehe ich sie mit anderen Augen. Ich habe damals nach dem verliebt sein nicht weiter an der Ehe gearbeitet. Ich habe irgendwie alles als selbstverständlich gesehen. Das mit meinen Eltern ja... sie hatte viele Erwartungen an meine Eltern z.b musste sie ihr Brautkleid selber bezahlen weil sich meine Eltern nicht darum gekümmert haben oder am Tag der Hochzeit hat sie geweint Weil Abmachung nicht eingehalten wurden seitens Meiner Eltern. Da waren auch Forderungen von meiner Mutter nach der Hochzeit warum sie nicht anriefe oder vorbeikomme oder sie nicht Mutter nannte. Ich habe versucht zu schlichten aber es funktionierte nicht.am Ende dieser Bruch. Ja ich besuche derzeit die Tagesklinik und ich habe es auch mit meiner Therapeuten besprochen. Sie gab mir den Rat zu fragen was sie denn von mir erwartet damit unsere Ehe besser. Von meiner Frau kommt immer die Antwort : ich weis es nicht. Ich weiß sie denkt wenn Sie mir vergibt werde ich wieder so wie der alte und davor hat sie Angst. Ich liebe sie sehr wir reden miteinander teilen das Bett unternehmen auch was miteinander. Ich habe das Gefühl sie verdrängt vieles. Sie ist sehr fokussiert auf die Fehler die ich gemacht habe.
 
  • #10
Sie hat auch vier Jahre mit Lieblosigkeit verbracht. Da kann es passieren, dass sie selbst nicht sagen kann, ob sie Dich noch liebt. Vll kann sie das schon sehr lange nicht mehr sagen. Sieht Dich nun auf Grund Therapie stabilisiert und geht das Thema nun an.
Kannst Du denn sagen, dass Du sie noch liebst?
Die Ursache für diese Situation liegt doch schon vor der Hochzeit, es ist die Wirkung, die danach kommen musste!
Ich kenne es selbst nicht, Jahre mit einem depressiven Partner zu leben. Kann mir aber vorstellen, dass sie genauso gefangen war. Angehörige haben es sicher
Die Depression kam doch nicht von nichts!
Kannst Du Deine Frau bewegen, dass sie sich mit dem Thema Depression allgemein befasst, damit sie Dein damaliges Verhalten verstehen lernt? Sie kann doch sicher auch am Gespräch in der Klinik teilnehmen.
Diese Frau hat doch null Interesse für sein Problem!
Ich würde an Deiner Stelle das ganze Thema in der Klinik ansprechen.
Ihr seid sicher kein Einzelfall. Die können dort zwar Eure Liebe nicht herbeizaubern, aber die Situation vll eher einschätzen und Hilfestellung leisten, wie ihr wieder zueinander finden könntet.
Oftmals ist der beste Tipp und die beste, Therapie, die Trennung!
Ich glaube nicht, dass Ferndiagnosen aus einem anonymen Forum dabei jemanden ersetzen können, der Dich kennt und sich mit Deinen Problemen konkret auseinandersetzen kann.
Man muss jemand nicht kennen, man muss die Situation kennen, die ja nicht einzigartig ist. Jemand, der sowas selbst erlebt und gelöst hat, ist der beste Ratgeber!
 
  • #11
Mit meiner Tochter unternehme ich viel. Wie gehen jedes Wochenende in den Spielplatz oder schwimmen auch zuhause sitzen wir zusammen und spielen in ihrem Zimmer. Mittlerweile habe ich den Kontakt zu meinen Eltern wieder hergestellt auch mit meinen Freunden sehe ich mich wieder und habe mit allem reinem Tisch gemacht . Auch durfte meine kleine einmal meine Eltern besuchen was früher undenkbar gewesen währe. Ich und meine Frau arbeiten beide.Bin halt krankgeschrieben wegen der Therapie.Meine kleine geht jeden Tag zur Kita. Ich bringe sie jeden Tag hin und hole sie meistens ab. Auch den Großteil des Haushalts übernehme ich. Wenn sie von der Arbeit nachhause kommt ist das Essen auf dem Tisch. Es ist nicht so das ich so sehr mit meinen Problemen beschäftigt bin, dass ich alles vernachlässige. Ja ich denke auch das meine Frau ein Geringes Selbstwertgefühl hat. Es halt verdammt schwer mit ihr zu reden. Meist wenn wir reden verläuft es so
Ich rede sie hört zu
 
  • #12
M e r r e t t I c h,
Was Sie schreiben, ist ein selten dummes Geschwaetz. Sie haben keine Ahnung, wie schlecht es einem depressiven Menschen gehen kann. Er hat nicht einmal die Kraft, morgens aus dem Bett aufzustehen, geschweige denn, sich um ein Kind zu kuemmern. Das Schlimme an der Depression ist, dass der Kranke seinen Zustand nicht rational erklaeren kann und einige Mitmenschen Depressive fuer Schwaechlinge und Simulanten halten. Mein zweiter Mann kam mit einer schweren Depression aus seiner Scheidung. Zum Glueck fanden wir eine ausgezeichnete Psychologin. Gemeinsam, sie mit Medikamenten, ich mit meiner Liebe, holten wir ihn aus dem Schwarzen Loch heraus. Aber das hat Jahre gedauert. Ich musste in dieser Zeit vollkommen auf ein Privatleben verzichten und musste mir auch so manche Haeme anhoeren. Aber ich habe durchgehalten, auch wenn ich oft nahe daran war, die Flinte ins Korn zu werfen.

Ohne Hilfe eines liebevollen Menschen an seiner Seite wird es der FS schwer haben, wieder Boden unter die Fuesse zu bekommen. Ich rate zur Trennung.
 
  • #13
Mit ihr kannst du dich vielleicht mehr beschäftigen und bekommst dadurch neue Energie....
w35
Es kann ja wohl kaum Aufgabe eines kleinen vierjährigen Mädchen sein, dem Vater "Energie" zu geben und seine Depressionen zu lindern!
Die Stabilität und Energie fliesst von oben nach unten. Von Eltern zu Kind.
Die Kleine ist vier!!
Das ist emotionaler Missbrauch.

Der FS sollte Verantwortung übernehmen. Fuer sich. Fuer seine Erkrankung.
Und nicht ein Kleinkind zu therapeutischen Zwecken benutzen.
Ich weiss wovon ich rede.
Meine Mutter war manisch-depressiv. Es hat mich meine ersten 18 Lebensjahre gekostet.

Mann wie mich das aufregt wenn dann noch vorgeschlagen wird ein Kleinkind dem eh Halt und Stabilität fehlt, als emotionalen Puffer zu missbrauchen.
 
  • #14
M e r r e t t I c h,
Was Sie schreiben, ist ein selten dummes Geschwaetz. Sie haben keine Ahnung, wie schlecht es einem depressiven Menschen gehen kann. Er hat nicht einmal die Kraft, morgens aus dem Bett aufzustehen, geschweige denn, sich um ein Kind zu kuemmern. Das Schlimme an der Depression ist, dass der Kranke seinen Zustand nicht rational erklaeren kann und einige Mitmenschen Depressive fuer Schwaechlinge und Simulanten halten. Mein zweiter Mann kam mit einer schweren Depression aus seiner Scheidung. Zum Glueck fanden wir eine ausgezeichnete Psychologin. Gemeinsam, sie mit Medikamenten, ich mit meiner Liebe, holten wir ihn aus dem Schwarzen Loch heraus. Aber das hat Jahre gedauert. Ich musste in dieser Zeit vollkommen auf ein Privatleben verzichten und musste mir auch so manche Haeme anhoeren. Aber ich habe durchgehalten, auch wenn ich oft nahe daran war, die Flinte ins Korn zu werfen.

Ohne Hilfe eines liebevollen Menschen an seiner Seite wird es der FS schwer haben, wieder Boden unter die Fuesse zu bekommen. Ich rate zur Trennung.
Das glaub ich kaum:
A bin ich Ärztin, B hatte ich selber schon eine Depression C komme ich aus Familie wo seit Generationen die Frauen drunter leiden D ein Expartner von mir hatte es auch.

Deshalb sage ich in aller Klarheit:
Betroffene können nicht von ihrem Umfeld erwarten dass es sie "rettet".
Weder von Partner noch vom eigenen Kind.

Es muss Ursachenforschung betrieben werden, Therapie, körperliche Untersuchung (kleiner Hinweis: bei Frauen immer nach der Pille fragen, bei Männern ob sie Antibiotika oder Cortison eingenommen haben) etc PP

Aber von einer Partnerin oder gar einem Kleinkind " Rettung " zu erwarten, wo die beiden eh schon jahrelang viel mitgemacht haben nach Aussage des FS und er vieles "selbstverständlich" genommen hat, funktioniert nicht.

Man kann die Verantwortung für eine solche Erkrankung nicht dem Umfeld über Jahre anlasten.
Damit negiere ich weder das Leid noch die Hilflosigkeit solcher Situation.
 
  • #15
Ich bin halt für die kleine übernehme die Verantwortung als Vater.
Es gibt Tage wo ich mir sage: du brauchst sie nicht um glücklich zu sein und dann Tage wie heute wo es mir schlecht geht aber ihr es nicht sagen kann weil sonst schlechte Laune bekommt. In dieser schwerer Zeit, die ich grade durchmache bin ich mehr oder weniger allein. Ich bin hin und her gerissen ich mein sie schreibt mir in ihrer Pause mit : was geht oder was macht du. Ich habe mittlerweile Angst davor mich ihr zu nähern. Wenn ich abgelehnt werde fühle ich mich immer so schlecht und frustriert. Und aus Frust wird Wut die ich kaum verbergen kann.
Es ist wie ein Teufelskreis .
Dann heißt es von ihr: was ist? Oder was ist jetzt wieder dein Problem?
 
  • #16
Hallo,
ich war 15 Jahre verheiratet, seine Depressionen hatte er vermutlich schon seit der Kindheit . Dies kam leider erst nach 10 Jahren Ehe zu Tage. Erst war seine alkoholkranke Mutter mir ggü. gewalttätig wegen einer Kleinigkeit ; er hielt als co-abhängiger Sohn zu ihr, nicht zu mir. Wenn zB unserem Kind was misslang , schrie er mich an , ich solle besser aufpassen. Er wurde immer gemeiner. Am Schluss war er handgreiflich . Die Ärzte diagnostizierten Depressionen, an seinen Aggressionen war seiner Meinung immer ich schuld, weil ich zB den falschen Satz gesagt hätte.
Ich las Bücher wie Masken der Niedertracht und begab mich in Beratung . Er war dann in einer Psychoklinik . Als er zurückkam , war er noch abwertender. Liebe gab es nicht , nur Sarkasmus und die Forderung, ich solle Vollzeit arbeiten und dazu noch die Kindererziehung und Haushalt alleine bewältigen.
Depressive Männer können Ihrer Frau das Leben vergällen .
Es gab jetzt nur noch die Trennung . Den Freunden und Verwandten erzählte er, dass er mich stets geliebt hätte.
Was soll man denn als Partnerin eines Depressiven alles ertragen?
Abwertungen , Handgreiflichkeiten ertragen und dann bitte Vollzeit arbeiten , Kindererziehung bewältigen und den Haushalt alleine , damit sich der depressive Mann auf dem Sofa erholen und Handyspiele machen kann ?
Von einer Freundin kam dann noch der Vorwurf , ich solle nicht durch meine Aktivitäten (alles versuchen alleine zu schaffen), ihm ein schlechtes Gefühl geben .
Dies aus Sicht einer Partnerin eines Depressiven .
 
  • #17
Lieber FS, ist dir nie aufgefallen was da in dir vorgeht? Verhaltensweisen in denen Du dich selbst nicht mehr erkennst. Dabei beschreibst Du sehr schön wie die Gefühls- / Verhaltensänderung zustande kam: Kontaktabbruch mit den Eltern, ihr zuliebe. Rückzug von Freunden.

Es ist zu spät an Kompromissmöglichkeiten zu appellieren. Du machtest was sie wollte, um wieder Ruhe in der Beziehung zu haben. Dieser Schuss ging sprichwörtlich nach hinten los. Man muss schon sehr empathiebefreit sein, den Kontakt zu den Eltern abzubrechen (Ausnahme sie verhalten sich wie Monster). Deine Frau fühlte sich nicht genug unterstützt. Wobei denn, das war vor der Geburt der Tochter. Ist es am Ende reiner Alleinbesitzwillen deiner Person? Als Partner darf man sagen: „Wenn Du nicht mit meinen Eltern kannst, gehe ich künftig alleine hin“. Versetzte dich mal in die Position der Eltern, ein Enkelkind und sie können es nicht in den Arm nehmen. Sohnemann hält zu der (aus ihrer Sicht) bösartigen Frau. Und Du lieber FS erstickst im Leid, die Eltern verloren zu haben.

Eine Depression ist immer ein Aufschrei der Seele, die sich nicht mehr anders zu helfen weiß. Oft ausgelöst den durch den Verlust eines geliebten Menschen, ein traumatisches Erlebnis, lebensbedrohliche Krankheit, oder wie in deinem Fall, Verlust der Menschen die dir das Leben schenkten wegen „Schnullibefindlichkeiten“ deiner Frau.

Steckst Du erst mal in der Depression, willst Du nur noch deine Ruhe, bist überfordert von nahezu allem. Also weg mit den Freunden, die nur noch nerven. Was bleibt ist deine Frau, die ja wahrlich keine Hilfe ist.

Jetzt geht es dir wie deinen Eltern. Was ihr nicht in den Kram passt wird bestraft. Nimm sie mit zu einem Gespräch mit dem Therapeuten in der Tagesklinik, dass sie lernen kann was in guten wie in schlechten Tagen bedeutet. Ehe ist nicht nur happy Sex und Sonnenschein. Wenn der Partner sich gravierend verändert, braucht er Beistand der ohne Einfordern kommt, wenn man liebt.
 
  • #18
Ich hab versucht die Nähe herbeizureden, ich habe ultimaten gestellt ich habe alles falsch gemacht was man machen konnte. Mittlerweile hab ich es verstanden.
Den Eindruck hab ich nicht unbedingt.
In dieser schwerer Zeit, die ich grade durchmache bin ich mehr oder weniger allein. Ich bin hin und her gerissen
...
Wenn ich abgelehnt werde fühle ich mich immer so schlecht und frustriert. Und aus Frust wird Wut die ich kaum verbergen kann.
Du klingst ziemlich egozentrisch und voll Selbstmitleid.
Ich bringe sie jeden Tag hin und hole sie meistens ab. Auch den Großteil des Haushalts übernehme ich. Wenn sie von der Arbeit nachhause kommt ist das Essen auf dem Tisch. Es ist nicht so das ich so sehr mit meinen Problemen beschäftigt bin, dass ich alles vernachlässige. Ja ich denke auch das meine Frau ein Geringes Selbstwertgefühl hat. Es halt verdammt schwer mit ihr zu reden. Meist wenn wir reden verläuft es so
Ich rede sie hört zu
Willst du tagtäglich gelobt werden für Selbstverständlichkeiten?

Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass dein Verhalten in den vergangenen Jahren ihr Selbstwertgefühl untergraben hat?

Hast du ihr denn früher zugehört, wenn sie geredet hat?
 
  • #19
Ich bin halt für die kleine übernehme die Verantwortung als Vater.
Es gibt Tage wo ich mir sage: du brauchst sie nicht um glücklich zu sein und dann Tage wie heute wo es mir schlecht geht aber ihr es nicht sagen kann weil sonst schlechte Laune bekommt. In dieser schwerer Zeit, die ich grade durchmache bin ich mehr oder weniger allein. Ich bin hin und her gerissen ich mein sie schreibt mir in ihrer Pause mit : was geht oder was macht du. Ich habe mittlerweile Angst davor mich ihr zu nähern. Wenn ich abgelehnt werde fühle ich mich immer so schlecht und frustriert. Und aus Frust wird Wut die ich kaum verbergen kann.
Es ist wie ein Teufelskreis .
Dann heißt es von ihr: was ist? Oder was ist jetzt wieder dein Problem?
Ich denke es waere gut wenn Du Dein Glück ausserhalb von Beziehung suchst.
Man kann da viel machen:
Bewegung! Licht! Natur! Gespräche mit Professionellen! Selbsthilfegruppen. Ernährung (Zuckerreduktion, kein Alkohol, wenig Tierisches), Suchtstoffe vermeiden, Zieleliste machen...
Das als kleine Auswahl.

Die Beziehung wird nur eine Chance haben wenn Du ausserhalb der Beziehung Stabilität und Kraft aufbauen kannst, so paradox das klingt.
Gilt auch fuer Deine Tochter.

Überlege was Dir wichtig ist. Dir hilft. Dich nährt.
Dann nimmst Du Frau und Tochter eine große Last.

Zu verlangen sie sollen dich "glücklich" machen geht nicht!

Umgekehrt: die Tatsache dass du für Deine Frau den Kontakt vzu Eltern abbrachst, ist ein Hinweis, dass Du nicht nur verlangst, andere sollen sich Dir opfern, sondern es auch selbst tust. Das ist ungesund.
Zwei Ertrinkende können sich nicht retten.
Du kannst klar Partei für deine Frau ergreifen, loyal sein, und trotzdem mit Abgrenzung!! Kontakt halten.
Abgrenzung ist ein Riesenthema bei Depressionen. Es verschwimmt alles.

Alles Gute
 
  • #20
Liebe Cora

ja du hast recht es war ein schwerer Fehler den Kontakt abzubrechen und war auch mit Auslöser meiner Depression.
Ich habe mit ihr über diesen Besuch bei meiner Therapeutin in der Tagesklinik gesprochen. Sie hat Angst davor. Sie befürchtet das ich oder die Therapeutin ihr vorwürfe machen. Eben meinte sie noch zu mich. Ich sitze da und mache garnichts und wenn sie mir Vorwürfe macht dann gehe ich. Es ist verzwickt und schwierig. Hinzu kommt das ich immer noch unter Stimmungsschwankungen leide und merke ich bin noch nicht hinter dem Berg.
 
  • #21
Nach den den Kontraktbruch mit meinen Eltern brach ich auch den Kontakt zu meinen Freunden ab.
Ich habe ja schon oft geschrieben, dass in einer Beziehung der Partner bzw die Partnerin an erster Stelle stehen soll. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass man nur das machen soll was der andere eill
Du hast ihr zuliebe den Kontakt zu deinen Eltern und zu deinen Freunden abgebrochen.

Ich denke nicht, dass es an deiner Depression liegt, dass sie keinen Kontakt mehr will. Ich denke es liegt eher daran, dass du nur Jasager bist und dich nicht mal durchsetzt. Dadurch findet sie dich langweilig. Natürlich sollte man kein A... sein. Aber du solltest auch mal deinen Willen durchsetzen. Dann bekommt sie vielleicht auch wieder mehr Respekt.
 
  • #22
Die Ursache für diese Situation liegt doch schon vor der Hochzeit, es ist die Wirkung, die danach kommen musste!
Das erste mag ja sein. Ob es so kommen musste vermag ich nicht zu sagen.
Was den Zustand ausgelöst hat, sollte mMn in der Therapie ergründet werden. Das kann vll ein Tropfen gewesen sein, der das Fass zum überlaufen gebracht hat. Oder verschiedene Ereignisse, die in Summe einfach zu viel waren? Besteht nicht bei allen Menschen die Gefahr, nur dass die Schwelle in die Depression bei jedem unterschiedlich schnell erreicht ist?
Ich würde mich an seiner Stelle, gerade was Ursachenforschung betrifft, nach wie vor an den fähigen Fachmenschen wenden!
Seine Frau muss mE Butter bei de Fische geben. Inwieweit wird/will sie ihn unterstützen und ihn durch die Therapie begleiten. Wenn er die Ehe fortführen möchte - wovon ich ausgehe - geht Therapie nur zusammen, also verstehen und verstanden werden.
 
  • #23
Lieber FS,
Du bist in einer Tagesklinik. Dort kennt man Dich und Deine Gesamtsituation. Daher kann man dort in einer Weise auf Dich eingehen können, die besser für Dich ist als hier.
Wenn Du im Gespräch mit Deiner Frau nicht klarkommst, dann frag nach einem Paargespraech. So ein Profi kann euch vielleicht wieder besser in den Dialog bringen, als ihr selber.
Und kümmere Dich jetzt schon um einen ambulanten Therapieplatz, denn wenn das Programm in der Tagesklinik durchlaufen ist, ist die Depression nicht vorbei.

Männer haben oft eine Variante von Depression, die sie dort aggressiv macht - dort, wo sie glauben, es sich gefahrlos erlauben zu können. Im Job ziehen sie den Schwanz ein.
Es ist ein Irrtum, zu glauben, dass das unbeschadet an einer Beziehung vorbeigeht. Es mischen sich erst Ärger, vielleicht auch Angst und später Wut, kombiniert mit Respektverlust vor dem Partner. Das ist nicht immer reparabel, besonders nicht, wenn man noch garnicht so lange zusamnen ist und diese Phase länger ist als gute Zeiten miteinander.
Ich denke, es stimmt, was Deine Frau sagt " sie weiß nicht, ob sie Dich noch liebt" und daher kann sie Dir die Zuneigung nicht geben, nach der Du Dich sehnst.
Es langt halt nicht, dass Du Dich bemühst. Sie muss glauben, dass die Veränderung dauerhaft ist und sie muss Vertrauen gewinnen, dass es dauerhaft so bleibt. Das gelingt nicht immer - hängt auch davon ab, was sie an Belastungen aus ihrem Leben vor eurer Beziehung mitbringt.

In dieser schwerer Zeit, die ich grade durchmache bin ich mehr oder weniger allein. Ich bin hin und her gerissen
.... Wennn ich abgelehnt werde fühle ich mich immer so schlecht und frustriert. Und aus Frust wird Wut die ich kaum verbergen kann.
Tja, das ist wirklich ein Teufelskreis, der von Dir ausgeht. Du warst ein Problemfall in der Beziehung, hast die Zuneigung vernichtet und willst jetzt in Deiner dunklen Zeit nicht allein sein. So funktioniert das nicht. Willst Du Zuneigung, musst Du liebenswert sein. Das kannst Du in Deiner Variante der Depression nicht.

Versuch sie zu verstehen: die Depression ist Deine Krankheit nicht ihre. Du brauchst eigentlich ihre Unterstützung, hast aber die Basis, aus der sie erwachsen könnte zerstört. Also musst Du allein und mit professioneller Hilfe damit fertig werden.
Aggressiven Menschen nähert sich keiner gern. Das solltest Du Dir immer sagen und lernen, wie ein erwachsener Mensch mit Wut und Frust umgehen zu lernen, statt wie ein 5-jaehriger zu reagieren.

Wenn die Ehesituation Dich hindert, Dich aus Deinen destruktiven Mustern zu lösen, musst Du sie beenden. Auch das solltest Du mit Deinen Therapeuten besprechen.
Normalerweise soll man solche schwerwiegenden Entscheidungen in einer depressiven Phase nicht treffen. Ich habe es getan und damit begann das Ende der Depression.
 
  • #24
Was hat die Braut überhaupt an Erwartungshaltungen an die zukünftigen Schwiegereltern? Es ist doch üblich, dass, wenn es keine Unterstützung von Eltern gibt, das Brautpaar gemeinsam die Hochzeit finanziert, oder wenn elterliche Unterstützung möglich ist, dass die Kosten für das eigene Kind und die Hochzeitsgäste aus der eigenen Familie bzw dem eigenen Freundeskreis abgedeckt werden.
So kompromisslos Kontakt zu Eltern und Freunde abzubrechen ist unverantwortlich und noch ärger, dass die Frau das fordert und fördert.
 
  • #25
Das erste mag ja sein. Ob es so kommen musste vermag ich nicht zu sagen.
FS sagt doch einiges, dass seine Frau ihm nicht gut tut!
Es fing damit an das sie sich mehr Unterstützung von meinen Eltern gewünscht hat bei der Hochzeit die nicht kam. Deswegen kam es andauernd zu Streitigkeiten bis es zum Bruch kam.
Schon da hätte ich klare Position für meine Eltern eingenomnen.
Ich fing an mich zu verändern. Sie wurde schwanger wir bekamen ein gesundes Mädchen. Nach und nach Ich zog mich zurück.
Ja, das ist die Folge, an bestimmter Stelle gegen sich selbst zu handeln!
Mein Problem ist dass ich mehr Unterstützung von ihr erhofft hatte, die ich nicht bekam.
Das ist auch die Folge, von allem!
manchmal kommt sie zu mir wie schlafen miteinander und dann verschwindet sie wieder.
Ich würde das nicht mitmachen!
Auch die sind nur Menschen und machen Fehler!
Wenn er die Ehe fortführen möchte - wovon ich ausgehe - geht Therapie nur zusammen, also verstehen und verstanden werden.
Was er möchte, ging und geht doch gar nicht, soll er halt so weiter machen und so weiter seine Probleme aushalten, bis es nicht mehr geht, oft muss dann die nicht mehr aushaltende Schmerzgrenze das Problem lösen!
 
  • #26
Liebe Vikky

du hast recht. Das Vertrauen ihrer Seite ist nicht da.Es sind Zweifel im Raum und die Unsicherheit wie es weitergehen soll. Meine Schwäche ist, das ich sehr temperamentvoll bin und ungeduldig. Ich bin jetzt in Behandlung und mit meiner Familie und Freunden ist auch alles gut. Nur der Mensch der mir so sehr am Herzen liegt nicht. Ich versuche jetzt nicht mehr alles zu persönlich zu nehmen. Was mein Problem ist, sind meine Stimmungsschwankungen grade. Ich suche nach Antworten auf die vielen Fragen.
 
  • #27
Lieber Kory
Ich kann Dir aus der Sicht einer Betroffenen schreiben. Mein Expartner litt an Depressionen. Wenn es besonders schlimm war (Arbeitsstellen verloren wegen seiner Depressionen) begab er sich in eine Therapie. Sobald es ihm etwas besser ging, beendete er selbige und es fing wieder von vorne an. Meine Liebe und vor allem der Respekt wurde immer kleiner. Die Einsicht, dass er keine Therapie wirklich durchziehen wird und sich deshalb nichts ändern wird, war am Schluss der Grund, ihn zu verlassen.
Deshalb mein Rat, nimm Hilfe von aussen an und mache etwas daraus. Das ist der einzige Weg, dass deine Frau wieder Vertrauen fassen kann.
Mein Ex ist inzwischen wieder in einer Partnerschaft mit ähnlichen Parallelen. Er hat mir erzählt, dass er jetzt eine Therapie anfange, und dieses Mal durchziehe........mit teilweise identischen Worten, die er schon vor 10 Jahren gebraucht hat.
 
  • #28
Ich bin jetzt in Behandlung und mit meiner Familie und Freunden ist auch alles gut.
??? Lieber Kory, das überrascht mich jetzt. Ich wollte dir eigentlich empfehlen, den Kontakt zu den Eltern wieder aufzunehmen, zu erklären wie es dazu kam und wie sehr auch Du gelitten hast. Vor 2 Tagen hast Du noch ganz andere Verhältnisse beschrieben. Ja ich habe gelesen, dass Du von der schnellen Truppe bist. Finde es auch gut wenn Du so viel Power hast und quasi über Nacht gerichtet hast, was dir 4 Jahre lang das Leben verleidete. Wirklich alles wieder gut?

Ich habe mit ihr über diesen Besuch bei meiner Therapeutin in der Tagesklinik gesprochen. Sie hat Angst davor. Sie befürchtet das ich oder die Therapeutin ihr vorwürfe machen.
Die Therapeutin wird es positiv bewerten, wenn deine Frau dir zur Seite stehen möchte. Sie kennt die festgefahrene Situation aus deiner Beschreibung. Therapeuten lassen in der Regel wertfrei ihr Gegenüber erzählen und seine Sicht darstellen. Das ist schon sehr aufschlussreich im Gesamtkontext. Es geht ja darum, dass Du depressiv wurdest und neue Wege gehen musst, um zu genesen. Der Grundgedanke ist, euch beide mal in Interaktion zu erleben, moderierend einzugreifen um euch erfahren zu lassen, wie konstruktive Konfliktlösung ohne Vorwürfe und Verletzungen geht.

Die Therapeutin würde auch herausarbeiten, ob deine Frau die Depression als Stellvertreterkrieg für etwas ganz anders benutzt. Ohne ausführliche Gespräche wirst Du nicht herausfinden ob sie noch Gefühle für dich hat, die evtl. genauso wenig da wären, wärst Du nicht erkrankt.

Ihr habt euch im Streit wirklich nichts geschenkt. Bei dir war es die Krankheit, was war es bei ihr? Wenn ein Partner sich sehr verändert, man liebt und alleine den gemeinsamen Konsens nicht mehr findet, was liegt dann näher als sich Hilfe von außen zu suchen und zwar durch den, der das Problem sieht?

Was Du brauchst sind geklärte Verhältnisse, dann erholt sich auch die Seele.
 
  • #29
Meine Schwäche ist, das ich sehr temperamentvoll bin und ungeduldig. Ich bin jetzt in Behandlung und mit meiner Familie und Freunden ist auch alles gut. Nur der Mensch der mir so sehr am Herzen liegt nicht. Ich versuche jetzt nicht mehr alles zu persönlich zu nehmen.....
Mein Eindruck ist, dass Du auf dem richtigen Weg bist. Du versuchst nur im Sprint eine Langstrecke zu schaffen. Das tut richtig weh und kann nicht funktionieren.
Versuch Dir zu vergegenwärtigen, dass es mindestens 4 Jahre gedauert hat, bis Du unten im Tal angekommen bist und dass Du den Aufstieg nicht in ein paar Wochen schaffen kannst. Immer wenn Dein inneres Feuer kommt, mach Dir klar, dass es lange dauern wird.

Überleg Dir mal, ob es eine zielführende Strategie ist, dass Du Dich jede Nacht zu Deiner Frau ins Bett legst. Du willst von ihr Nähe und sie kann diese Dir im Moment nicht geben, wegen der letzten 4 Jahre. Du aber wirst wütend und frustriert, wenn sie Dir das verweigert. Es kommt mir nicht besonders clever vor, jeden Tag so zu starten und zu beenden.
Rede mit deinen Therapeuten darüber, bevor Du an solchen elementaren Dingen was änderst, denn das ist ja auch ein Signal an deine Frau: auch ich gehe auf Abstand, nicht nur Du.

Ich war in Deiner Situation, aber mit einer anderen Variante an Depression - ruhebedürftig, Nähe vermeidend. Ich habe als erstes das gemeinsame Schlafzimmer aufgehoben, um deutlich zu machen: ich lebe, was ich empfinde - Distanz, Entfremdung.

Die meisten Frauen bleiben in Problemsituationen nicht aus Liebe, sondern aus Gründen, nicht alleine sein können, wirtschaftlichen Vorteil, sexuelle Befriedigung usw.
Jein. Die Situation der beiden ist sicherlich schwierig, aber nicht nur der Frau anzulasten.
Er ist schon länger krank, d.h. keine Gehalt mehr sondern deutlich geringeres Krankengeld und das wird noch eine zeitlang so bleiben. Sie haben ein kleines Kind, wahrscheinlich arbeitet die Frau nur Teilzeit. Da ist es schwer, auf die schnelle zwei bezahlbare Wohnungen zu finden und sich zu trennen.
Ist ja nicht nur Sache der Frau sondern auch des FS - er könnte gehen.
Da die Situation sich langsam zugespitzt hat und jetzt endlich mal Maßnahmen stattfinden, finde ich es klug und frei von Gier, sich nicht zu trennen sondern zu sehen, ob man sich nochmal wiederfinden kann und welche Veränderungen bei beiden notwendig sind.
 
  • #30
Liebe Vikky

danke für deine netten Worte. Ich versuche mich zusammenzureißen und meine Gefühle und Bedürfnisse zurückzuhalten. Wie gesagt mit meinen Freunden und meinen Eltern habe ich reinen Tisch gemacht und die Situation erklärt und haben jetzt regelmäßigen Kontakt. Ich habe das Gefühl das meine Frau sich selber nicht mehr schön findet. Z.b sendet sie mir ein Foto von sich und schreibt, wie gut sie aussah. Auf meine Antwort mit einen aktuellen Foto das sie es immer noch tut verneint sie. Ich glaube auch ihr Selbstwertgefühl ist angeschlagen und manchmal denke ich: wie kann jemand, der sich selbst nicht lieben kann, und vielleicht sich selber ablehnt wegen ihrer Figur, in der Lage sein mich zu lieben. Mein Therapeut meinte Freitag zu mir ich währe nicht selbst lieb zu mir und in den kommenden Wochen versuchen wir den Grund rauszufinden. Hilfe zur Selbsthilfe das weis ich. Ich denke das ist der einzige Weg aus meiner Krise rauszukommen.