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Gast

  • #61
Liebe FS

die Absurdiäten des deutschen Steuerrechts sind seit 50 Jahren gewachsen. Von Modernität und Gleichberechtigung noch immer keine Spur. Stattdessen wird nun das Ehegattensplitting sogar für 50 Millionen ausgedehnt auf gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften. Und da diese Regelung von 2001 an greifen wird müssen alle Steuerzahler dann 150 Mio. zusätzlich nachzahlen für ein Ehegatten-Splitting, das längt abgeschaftt gehört hätte und nun auf bestimmte Minoritäten ausgedehnt werden konnte. Die grösste Menge, die Alleinerziehenden mit Kind und die hart arbeitenden alleinstehenden
Frauen gehen leer aus. So definiert der Staat was schützenswert ist.
 
  • #62
Lieber#60
müssen alle Steuerzahler dann 150 Mio. zusätzlich nachzahlen für ein Ehegatten-Splitting, das längt abgeschaftt gehört hätte und nun auf bestimmte Minoritäten ausgedehnt werden konnte
Hab jetzt erst wieder eine Studie gesehen zum Splitting. Ist ja ein richtige schönes Wahlkampfthema- aber nicht mehr. Das hat jetzt ausnahmsweise nichts mit den Absurditäten des deutschen Steuersystems zu tun sondern schlichtweg mit der Wirtschaftsgemeinschaf die eine Ehepaar nunmal eingeht. Diese Gemeinschaft enthält eben auch Pflichten- so dass man zum Beispiel kein H4 erhält wenn einer der beiden länger Arbeitslos wird.
Das heisst dass man das Splitting nur abschaffen kann wenn man diese Wirtschaftsgemeinschaft abschafft. Das würde am Ende den Steuerzahler sehr viel mehr kosten.

Deshalb sind die ganzen Parolen reine Polemik.

PS- ich persönlich profitiere in keinster weise davon. Ich denke aber die Gemeinschaft (und damit der Staat) schon.
 
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Gast

  • #63
Die grösste Menge, die Alleinerziehenden mit Kind und die hart arbeitenden alleinstehenden
Frauen gehen leer aus. So definiert der Staat was schützenswert ist.
Ja, so definiert er das. Es ist aber keineswegs so, dass Alleinerziehende mit Kind leer ausgehen. Es gibt Kindergeld, den Kinderfreibetrag, Familienhilfen, Sozialarbeiter, Jugendamt, Schulen, Kindergärten usw. usf. Kinder werden also finanziell durchaus gefördert und das nicht zu knapp. Warum darüberhinaus alleinstehende Personen, und nichts anderes sind Alleinerziehende, gefördert werden sollen, erschließt sich mir nicht ganz.
Dagegen sagt unser Grundgesetz ausdrücklich, dass Ehe und Familie unter dem besonderen Schutz des Staates stehen. Es genügt also nicht, wenn nur Kinder gefördert werden, auch Ehepartner müssen in irgendeiner Weise gefördert werden. Das Ehegattensplitting ist also durchaus angebracht. Das Urteil des BVerfG hat dieses Gebot nicht angetastet, es führt nur durch die Hintertür eine schleichende Neudefinition des Ehebegriffs ein. Das ist aber eine vollkommen andere Geschichte.
 
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Gast

  • #64
Liebe FS

wenn Arbeit sich nicht lohnt liegt das 1. an den hohen Abzügen des Staates nach eurer Steuerklasse und 2. an deiner nicht sehr christlichen Ethik.
Denn sonst würde Arbeit sich ja immer lohnen auch wenn sie sich materiell nicht lohnt.
 
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Gast

  • #65
Ja, so definiert er das. Es ist aber keineswegs so, dass Alleinerziehende mit Kind leer ausgehen. Es gibt Kindergeld, den Kinderfreibetrag, Familienhilfen, Sozialarbeiter, Jugendamt, Schulen, Kindergärten usw. usf. Kinder werden also finanziell durchaus gefördert und das nicht zu knapp.
Diese Förderung erhalten aber auch Verheiratete zusätzlich! zu der Vergünstigung des Ehegattensplittings. Ich als Single-Mutter zahle z.B. mehr Steuern als mein Chef. Er zahlt z.B. nur einen Krankenkassenbetrag, wo aber alle seine 6 Kinder und Ehefrau mitversichert sind.

Das Ehegattensplitting gehört abgschafft und die Steuern sollten sich danach richten, ob jemand Kinder hat oder nicht, egal ob verheiratet oder nicht. Dann würden auch wieder mehr Frauen arbeiten gehen müssen, es gäbe nach Scheidungen usw. weniger Armutsfälle bei Frauen und deren Kinder. Übrigens, die Anzahl der Frauen mit Kindern, die von H4 nach Trennung leben müssen, steigt.
w
 
  • #66
Diese Förderung erhalten aber auch Verheiratete zusätzlich! zu der Vergünstigung des Ehegattensplittings
Nochmals liebe 64: Es ist KEINE Vergünstigung, es ist die logische Folge der Wirtschaftsgemeinschaft. Verfassungsrechtler sind sich ziemlich einig dass eine Abschaffung ein komplett neues Steuer-und Eherecht erzwingen würde. Mit dem kompletten Wegfall der Unterhaltsverpflichtungen gegenseitig.
die Steuern sollten sich danach richten, ob jemand Kinder hat oder nicht,
Tun Sie eh, mit den Steuerfreibeträgen für die Kinder.

Dann würden auch wieder mehr Frauen arbeiten gehen müssen
Das ist eine völlig andere Baustelle. Ich bin durchaus einig dass BEIDE Ihre Erwerbslinie nicht allzu lange unterbrechen sollten- aber schau doch mal die junge Generation an. Da ist das Modell das Du hier kritisierst eh kaum noch ein Thema. Die Versorgerehe ist trotz des Splittings in dieser Generation die Ausnahme.

Es ist einer der Gründe für unsere verzwicktes Steuersystem dass Politiker aller Couleur meinen mit Steuergestaltung die Bevölkerung dahin zu bringen wo Sie es gerne hätten. Hat nicht funktioniert und wird nie funktionieren.

Ach ja, so nebenbei- hätten wir das Kirchhoffsche Steuermodell eingeführt wäre das Ganze kein Thema- das Splitting würde sich praktisch nicht auswirken. Das ist nämlich nur deshalb so effektiv weil wir diese steile Progression haben. Interessanterweise fordern diejenigen die das damals abgeschossen haben nun die Abschaffung des Splittings- wohl wissend dass das BfG das Ganze eh wieder kassieren würde.
 
  • #67
Ehegattensplitting sollte abgeschafft werden. Warum geht es nicht einfach nach der Anzahl der zu Personen, die im Haushalt leben. Dies ist in vielen anderen Ländern üblich.
Grundsätzlich würde ich aber immer arbeiten, auch wenn nicht so viel dabei übrig bleibt. Man muß doch in seinem Beruf drin bleiben denn es kann auch zur Trennung kommen. Und ich arbeite auch wirklich gerne. w52
 
  • #68
Warum geht es nicht einfach nach der Anzahl der zu Personen, die im Haushalt leben. Dies ist in vielen anderen Ländern üblich.
Das stimmt so übrigens nicht. Es geht immer, auch bei uns, nach der Anzahl der Personen die zusammen eine Wirtschaftsgemeinschaft bilden. Dies wird üblicherweise mit der Hochzeit vertraglich geregelt, Privatverträge reichen auch woanders nicht dafür aus. Das Einkommen wird zusammengerechnet, dann die Freibeträge abgezogen und durch die Anzahl der Erwerbsfähigen Personen geteilt. Und das in fast jedem Land.

Das diskutierte Familiensplitting würde nichts anderes bedeuten dass auch Kinder als voll erwerbsfähig gerechnet werden würden- Kinderlose Paare dürften dennoch nicht davonausgenommen werden. Ihr könnt Euch selbst ausrechnen was das kosten würde... Im Endeffekt wird's auf die pragmatischste Lösung herauslaufen: Die Steuerfreibeträge für Kinder werden erhöht und im Gegenzug der allgemeine Steuersatz erhöht werden.

Leute, mal ehrlich- wieviele KINDERLOSE Paare kennt Ihr die massiv vom Splitting profitieren? Eben. Das sind praktisch keiner. Schaffst Du das Splitting ab werden vor allem Familien deutlich mehr zahlen müssen.

Zu Ende denken wär manchmal echt hilfreich.
 
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Gast

  • #69
Ehegattensplitting sollte abgeschafft werden. Warum geht es nicht einfach nach der Anzahl der zu Personen, die im Haushalt leben. Dies ist in vielen anderen Ländern üblich.
Ich (#62) habe es bereits angedeutet und Kalle hat es bereits mehrmals explizit gesagt: Es geht nicht darum, ob Personen in einem Haushalt zusammen leben, das macht man in einer WG auch, sondern ob man eine Wirtschaftsgemeinschaft bildet, also ob das erwirtschaftete Einkommen von allen Beteiligten genutzt wird. Eine Ehe ist eine Wirtschafts- und Versorgungsgemeinschaft und, wie das BVerfG jetzt festgestellt hat, eine eingetragene Lebenspartnerschaft auch. Wenn das Ehegattensplitting abgeschafft wird, gibt es auch keine Wirtschaftsgemeinschaft mehr. Dann sind wir bei einer Ehe-light (jeder für sich), die ganzen geschiedenen Unterhaltszahler werden sich freuen, denn der Ehegattenunterhalt nach der Trennung fällt damit automatisch weg. Das geht nicht ohne eine umfangreiche Altfallregelung, da ja die meisten ihre Ehe auf dem althergebrachten Modell geplant haben und wird problematisch in Hinblick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz. Es ist doch auch ganz offensichtlich, warum es kein Splitting für Alleinerziehende gibt: Sie erwirtschaften das Einkommen alleine, werden also auch nur einmal steuerlich veranschlagt, was soll man da denn splitten? Kinder können auch nicht Teil der Wirtschaftsgemeinschaft sein, da sie in der Regel nichts erwirtschaften und nicht gleichberechtigt über das Einkommen verfügen können.

Es ist leicht, die Abschaffung des Ehegattensplittings zu fordern, weil sie sich nur auf einen exklusiven Kreis beschränkt. Aber es ist unglaublich schwer, es auch tatsächlich abzuschaffen, und m.E. auch überhaupt nicht wünschenswert und darüberhinaus ungerecht, es sei denn eben, wir verändern die Ehe in einem ihrer Kerngedanken, dem wirtschaftlichen Miteinander und führen auch hier Mein und Dein ein.
 
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Gast

  • #70
Es gibt viele Paare, die Kinder groß ziehen, ohne verheiratet zu sein. Da ist keine Ersparnis vorprogrammiert - du hingegeben ziehst noch nicht mal Kinder als spätere Rentenzahler groß und profitierst trotzdem?!? Mit welchem Recht? Da kann ich dem Posting von 5 nur zustimmen, denn das ist wirklich ungerecht! Nicht nur alleinerziehende Mütter haben das Problem. Auch unterhaltspflichtige Väter werden nach Steuerklasse 1 besteuert - obwohl sie vom Gesetz her ihre Kinder mit horrenden Summen zu unterstützen haben. Da greift kein Staat ein und gibt Vergünstigungen.
Dieser Beitrag zeigt, dass man in diesem Forum nicht unbedingt qualifizierte Informationen erhält.
Auch der unterhaltspflichtige Vater hat durch Kinder einen steuerlichen Vorteil, entweder durch das anrechenbare Kindergeld oder durch den zu berücksichtigenden Kinderfreibetrag, je nachdem was günstiger ist.
Außerdem, wenn eine unterhaltspflichtiger Vater Unterhalt an die Mutter des nichtehelichen Kindes zahlt oder durch Naturalien gewährt, gibt es auch hier u.U. Beträge, die als außergewöhnliche Belastungen die Steuerschuld der entsprechenden Väter mindert.

m53
 
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Gast

  • #71
Liebe FS

wie hier schon festgestellt fördert der Staat eben das von dem die Legislative annahm
dass es dem Staatswesen und Gemeinwohl maximalen Nutzen bringen würde
und vor allem die Kindererziehung lohnend machte.

Die empirische Wirklichkeit hat eben die Gesetzgebung überholt.
Dass es sich für Ehefrauen als steuerlicher Nachteil zeigt wenn
sie wieder voll arbeiten ist, gelinde gesagt, einem modernen Gesellschaftsverständnis
auf der Basis völliger Gleichstellung von Frau und Mann gemäss GG nicht zuträglich.
Gleichstellung meint natürlich: du hast auch dieselben Pflichten für deine Familie zu sorgen, sollte dein Mann einen Schlaganfall kriegen oder ihm sonst etwas dräuen.
 
G

Gast

  • #72
wenn Arbeit sich nicht lohnt liegt das 1. an den hohen Abzügen des Staates nach eurer Steuerklasse und 2. an deiner nicht sehr christlichen Ethik.
Denn sonst würde Arbeit sich ja immer lohnen auch wenn sie sich materiell nicht lohnt.
Im Zusammenhang mit dem Ehegattensplitting geht es hier um ERWERBSARBEIT (Arbeiten gegen Entlohnung). Inwiefern hier christliche Ethik weiterhelfen könnte, erschliesst sich mir nicht. Oder arbeitest Du nur für Gotteslohn? Und überhaupt nicht alle Erwerbstätigen sind Christen und fühlen sich bemüßigt, sich einer christlichen Ehtik unterzuordnen. Für was plädiert Dein Beitrag eigentlich? Sinnerfüllung im Nichtmateriellen bei völligem Verzicht auf Lohn? Viel Spaß beim Verhungern.
 
G

Gast

  • #73
Leute, mal ehrlich- wieviele KINDERLOSE Paare kennt Ihr die massiv vom Splitting profitieren? Eben. Das sind praktisch keiner. Schaffst Du das Splitting ab werden vor allem Familien deutlich mehr zahlen müssen.
Ich kenne einige sehr gut verdienende ehem 68er Generation, die nie Kinder hatten und wo Frau inzwischen nicht mehr arbeitet, aber noch arbeiten könnte, aber sich lieber um ihre Yoga-Kurse kümmert, weil es sich steuerlich mehr lohnt, dass nur der Mann arbeiten geht.

Es gibt mehr kinderlose verheiratete Paare in Deutschland als gedacht.

w
 
  • #74
Ich kenne einige sehr gut verdienende ehem 68er Generation, die nie Kinder hatten und wo Frau inzwischen nicht mehr arbeitet, aber noch arbeiten könnte, aber sich lieber um ihre Yoga-Kurse kümmert, weil es sich steuerlich mehr lohnt, dass nur der Mann arbeiten geht.
Mal abgesehen davon dass es bei Ex-68igern besonders lustig ist sich es im verfeindeten System bequem zu machen (wie auch bei der "roten" FS) reden wir hier dennoch von einer aussterbenden Spezies. Die Generationen meiner Kinder sind da anders drauf.

Plus handelt es sich hier mehrheitlich um Paare deren Kinder einfach Erwachsen geworden sind und die Frau seit 20 Jahren aus dem Job ist, also gar keine Stelle mehr finden wird. Da im nachhinein die Spielregeln zu ändern ist nicht wirklich sozial.

Und diese Damen sind einfach nur zu bequem, selbst mit Splitting kommt deutlich mehr rein wenn beide qualifizierte Arbeitsstellen haben. Unqualifizierte tun sich eh schwer was zu finden.

Es gibt mehr kinderlose verheiratete Paare in Deutschland als gedacht.
Und wieviele davon profitieren wirklich vom Splitting? Das heisst ja immer dass einer der beiden deutlich mehr verdienen muss.
 
G

Gast

  • #75
Mal abgesehen davon dass es bei Ex-68igern besonders lustig ist sich es im verfeindeten System bequem zu machen (wie auch bei der "roten" FS)
Ich glaube kaum, dass diese Konstellation bei den 68iger Paaren zu finden ist. Erstens sind viele von denen jahrzehntelang ohne Trauschein zusammen (kenne ich einige in meinem erweiterten Freundeskreis) und zweitens in der Regel beide im Beruf ähnlich erfolgreich oder in (Früh)rente (Lehrer).
Die harsche Kritik hier verstehe ich nicht. Die Fs arbeitet doch und promoviert, bequem geht echt anders. Im Übrigen wurde hier schon gut begründet (von der Fs und Kalle), warum das Splitting nicht abgeschafft werden kann (Unterhaltspflicht etc...). Das hat meiner Ansicht nach nichts mit "rot" oder links zu tun.
 
  • #76
@74
Die harsche Kritik hier verstehe ich nicht. Die Fs arbeitet doch und promoviert, bequem geht echt anders
Die FS möge mich hier korrigieren aber Sie hat doch unter Ihrem Nick mal konkreter gepostet dass Sie links denkt aber nicht gedenkt Ihre Ausbildung als Krankenschwester zu nutzen oder Ihrem Lehreberuf nachzugehen.

Die 68iger hat #72 ins Spiel gebracht- ich kenne auch keine die das Splitting zu Ihrem Vorteil nutzen.
 
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Gast

  • #77
Lies doch mal unter #57 da äussert sich die die TE.

Wie gesagt für mich ist Ehegattensplitting weder links noch rechts sondern eine logische Folge der ehelichen "Wirtschaftsgemeinschaft".... und da man als Paar einander auch unverheiratet Unterhalt zahlen muss, verstehe ich Leben ohne Trauschein ohnehin nicht- dann hat man nur die Nachteile
 
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Gast

  • #78
Wenn anderenfalls der Lebensstandard flöten geht, finden Frauen sehr wohl regelmäßig eine Arbeit, die sie ernährt, zum Beispiel nach einer Scheidung, und zwar mit oder ohne Kinder. Eine Lehre haben heutzutage fast alle Frauen gemacht, die noch nicht im Rentenalter sind. Ich erlebe das selbst in meinem Betrieb. Solange die Frauen verheiratet sind oder ihr Exmann ordentlich für sie zahlt - einschließlich Krankenkassenbeitrag - haben sie kein Interesse an einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit. Wenn die Vollversorgung entfällt, sind sie dazu notgedrungen bereit. Wenn sie sie dann nicht sofort im Betrieb bekommen, haben sie blitzschnell eine andere Arbeit gefunden. Es fehlt einfach der Anreiz, die Ausbildung, die sie in Anspruch genommen haben, zu nutzen. Von den Steuern anderer zu leben ist in Ordnung, selbst Steuern zu zahlen, aber nicht.
 
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Gast

  • #79
Liebe FS,

Ganztags arbeiten gehen lohnt sich immer!

Deine Kollegen lachen vermutlich aus diesem Grund: Letztendlich schlägt ein Minijob eines Tages auf dich zurück.

Bei 400 Euro bekommst du später eben keine Rente, um überleben zu können. Jedes verlorene Jahr, das du nicht Vollzeit arbeitest, wird mit weniger Rente bestraft.

Außerdem bekommst du mit 400 Euro auch keinen Kredit, kannst keine eigenständige Verträge unterschreiben (wie z.B. neue eigene Wohnung, falls dein Partner dich von heute auf morgen verläßt, kannst keine Rücklagen zurücklegen, und kannst im Notfall auch nichtmal dein Konto großartig überziehen, wie es mit mit 1000 Euro mehr, bezahltem Urlaub und bezahlter Krankheit, und einem sicheren Arbeitsverhältnis der Fall wäre).

Oder stell dir vor, ihr trennt euch, wie willst du alleine mit 400 Euro dein Leben meistern? Wer jahrelang auf Minijob arbeitet, bekommt keinen Vollzeitjob mehr, man wirst automatisch unterqualifiziert - niemand stellt dich mehr ein, weil dich keiner mehr haben will. Denk dran, dass du eventuell nochmal woanders arbeiten musst im Leben. Nur mit 400 Euro kannst du da nirgends mehr glänzen.

Was tust du, wenn dein Partner dich betrügt oder sich eine andere sucht? Sowas kann sehr schnell gehen. Du wirst dich ihm fügen müssen, du hast genau genommen Null Freiheiten mit 400 Euro. Wenn dein Partner sogar bösartig wird, stehst du unter siener Fuchtel und seinem Geldbeutel. Und was willst du dir mit dem bißchen Geld leisten?

Ein Vollzeitjob ist immer besser, egal wie die Steuerlage derzeit aussieht. Es ist das Ticket zur Freiheit und tun und lassen zu können, was man will in dieser Welt und auch, um ein menschnwürdiges Leben zu haben - was meiner Meinung nach jeder haben könnte, wenn er sich nicht selbst aufgibt. Außerdem kann man sich immer noch hocharbeiten, nach Gelderhöhungen fragen, sich weiterbilden und einen besseren Status im Job bekommen. Die Möglichkeiten sind unendlich. Bei Minijobs ist die Tatsache da, dass man an Altersarmut zugrund geht - so wie die heutige Sicht der Dinge ist. Wer einige Jahre in so einem Job arbeitet, der kann davon ausgehen, dass er die nächsten Jahre auch den selben Lohn wie heute hat - alles wird jedoch teurer.

Was willst du mit so viel Freizeit? Haushalt machen wird irgendwann auch langweilig. Ich verstehe es wirklich nicht, warum es immer noch solche Jobs gibt. Es hilft keinem weiter und drängt eventuell einst talentierte qualifizierte Arbeitskräfte ins dramatische traurige Aus des Lebens und stellt sich als Nichtsnutze, billige Arbeitskräfte und Dummköpfe dar.

Denk einfach ein bißchen weiter als momentan.
 
G

Gast

  • #80
Und wieviele davon profitieren wirklich vom Splitting? Das heisst ja immer dass einer der beiden deutlich mehr verdienen muss.
Wenn wirklich so wenige Paare in Deutschland vom Splitting profitieren, warum gibt es ihn dann noch? Warum wurde er nicht abgeschafft, wenn ihn wirklich wenige nutzen können? Der Staat hat doch letztendlich auch nichts von was, was nicht genutzt wird.

w
 
G

Gast

  • #81
Wenn wirklich so wenige Paare in Deutschland vom Splitting profitieren, warum gibt es ihn dann noch? Warum wurde er nicht abgeschafft,

w
Ich versuche es nochmals ganz kurz zu erklären (sehr gute ausführliche Erläuterungen enthält dieser Thread ja bereits). Nach dem Sozialgesetzbuch ist eine Ehe nicht nur eine Lebens- sondern auch eine Wirtschaftsgemeinschaft. Der Staat verpflichtet die Partner füreinander zu sorgen (teilweise sogar nach der Ehe, s. Unterhalt etc). Da er sie in diese Pflicht nimmt, darf er ihr Einkommen nur als GEMEINSAMES besteuern und nicht als zwei einzelne. Das Verfassungsgericht sagt immer wieder: alles andere wäre verfassungswidrig. Das Splitting/ gemeinsame Besteuerung kann nur abgeschafft werden, wenn Ehe nicht mehr als Wirtschaftsgemeinschaft aufgefasst wird. Aber was wäre eine Ehe dann noch vor dem Staat? Dann würde auch Ringe und Versprechen tauschen im Wohnzimmer ausreichen....
 
M

Mooseba

  • #82
Liebe FS, wenn Arbeit sich nicht lohnt liegt das 1. an den hohen Abzügen des Staates nach eurer Steuerklasse und 2. an deiner nicht sehr christlichen Ethik.
Denn sonst würde Arbeit sich ja immer lohnen auch wenn sie sich materiell nicht lohnt.
Lars von Trier: "Wenn man aus einem protestantischen Land kommt, ist man immer etwas beschämt, wenn man bei der Arbeit nicht gelitten hat."
Irgendwie und unfreiwillig auch mein Lebensmotto :)
 
G

Gast

  • #83
Ich versuche es nochmals ganz kurz zu erklären (sehr gute ausführliche Erläuterungen enthält dieser Thread ja bereits).
Das ist die Theorie, aber was bringt Gesetzt/Papier, wenn es erschaffen wurde für was, was viele Menschen gar nicht nutzen können bzw. davon nicht profitieren?

Ich denke, es gibt in Deutschland gerade in den südlichen wirtschaftlich starken Bundesländern genug Ehepaare, die sehr wohl vom Ehegattensplitting profitieren.

w
 
  • #84
Wenn wirklich so wenige Paare in Deutschland vom Splitting profitieren, warum gibt es ihn dann noch?
Es geht darum dass nur wenige Paare OHNE Kinder davon profitieren. Es ist eine Familienförderung, die Folge der mehrfach erwähnten Wirtschaftsgemeinschaft die für das Splitting ja auch nicht wenige Pflichten enthält. Für Familien mit Kindern und einem Elternteil mit Halbtagsjob oder Vollzeitmüttern/Vätern lohnt es sich und ist auch völlig in Ordnung.

Welche Pflichten das enthält merkst Du spätestens bei einer Scheidung: Unterhaltsverpflichtung, auch noch Jahre später (müsste sonst der Staat bezahlen), Teilung des in dieser Zeit erarbeiteten Vermögens, Teilung der erworbenen Rentenansprüche (auch hier entlastet das den Staat der sonst zuschiessen müsste) etc.pp.

unterm Strich wäre nach den Konsequenzen daraus die Streichung des Splittings sehr wahrscheinlich teurer für die Allgemeinheit.
 
G

Gast

  • #85
Welche Pflichten das enthält merkst Du spätestens bei einer Scheidung: Unterhaltsverpflichtung, auch noch Jahre später (müsste sonst der Staat bezahlen), Teilung des in dieser Zeit erarbeiteten Vermögens, Teilung der erworbenen Rentenansprüche (auch hier entlastet das den Staat der sonst zuschiessen müsste) etc.pp.
Stimmt doch gar nicht. Die Zahlen der geschiedenen Mütter, die nun AE sind und mit ihren Kindern von H4 leben müssen, wird immer größer. Also zahlt doch der Staat, anstatt die Männer zu verpflichten, ihrer Unterhaltspflicht nachzukommen. Es gibt wesentlich mehr Väter die z.B. Kindesunterhalt zahlen könnten, es aber nicht tun und der Staat tut wenig um solche Männer zu ihren Pflichten zu bewegen.

Eine ehem. Bekannte von mir, bekam nach 20zig Jahren Ehe mit Ehegattensplitting-Bonus, nach der Trennung vom Mann, er trennte sich und wollte nie, dass sie arbeiten geht, mtl. 200,00 Euro Trennungsunterhalt und musste somit Geld beim Amt beantragen, das wurde ihr verwehrt, weil der Ehemann ja für sie laut Gesetzt zahlen müsste, aber das Gericht hat nur 200,00 Euro bewilligt. Die Frau musste sich Geld borgen und hat geklagt. Zum Glück hat sie einen Job gefunden, aber der Ehergattensplitting-Bonus hat ihr und den beiden Kindern, die Kontakt zum Vater abgebrochen haben, nichts, aber auch wirklich nichts genützt. Der Staat hat bei der ganzen Sache sogar Miese gemacht.

w
 
  • #86
Es gibt wesentlich mehr Väter die z.B. Kindesunterhalt zahlen könnten, es aber nicht tun und der Staat tut wenig um solche Männer zu ihren Pflichten zu bewegen.
Oh, das ärgert mich auch, aber es ging hier um das Gesetz, nicht um die unverantwortliche Untätigkeit der Behörden. Das Gesetz verpflichtet die Väter (und Mütter) sehr wohl, nur die Legislative kommt hier wieso auch immer der Umsetzung nicht nach. Auch Deine Bekannte wurde wohl mitsamt dem Staat hier von einem gerissenen Anwalt und einem unfähigen Gericht über den Tisch gezogen.

aber der Ehergattensplitting-Bonus hat ihr und den beiden Kindern, die Kontakt zum Vater abgebrochen haben, nichts, aber auch wirklich nichts genützt.
Sorry, das ist so nicht richtig. In den 20 Jahre hat Sie wunderbar von dem Geld gelebt, und die Kinder ebenfalls. Sie konnte sich ganz den Kindern widmen und musste nicht arbeiten das das Geld ja durch die verminderte Steuerlast gereicht hat. Tja, und dass fast Erwachsene Kinder eine Berufstätigkeit der Mutter möglich machen und Sie auch dazu verpflichtet ist sollte sich langsam rumgesprochen haben.
Auch ein Grund für mein Rat an alle jungen Damen eben NICHT aufhören zu arbeiten.

Plus: die Rentenansprüche, Sie bekommt die Hälfte der gemeinsam erwirtschafteten Rentenpunkte. Ganz ohne Prozess, wird dann direkt an Sie ausgezahlt.
 
  • #87
Die Zahlen der geschiedenen Mütter, die nun AE sind und mit ihren Kindern von H4 leben müssen, wird immer größer. Also zahlt doch der Staat, anstatt die Männer zu verpflichten, ihrer Unterhaltspflicht nachzukommen. Es gibt wesentlich mehr Väter die z.B. Kindesunterhalt zahlen könnten, es aber nicht tun und der Staat tut wenig um solche Männer zu ihren Pflichten zu bewegen.
Diese Pauschalisierung ist denke ich nicht zutreffend sondern deiner selektiven Wahrnehmung geschuldet. Ebenso die Geschichte mit den 200,- Euro. Das Gesetz sagt klar aus, was wer zu bekommen hat. Da ist das Kindergeld, Trennungsunterhalt, Unterhalt für die Kinder, H4 usw. Wenn etwas ausfällt, wird bis zu gewissen Grenzen der Staat einspringen.

Der Trennungsunterhalt ist vom realen Einkommen abhängig. Im Falle deiner Bekannten waren es 200,- Euro. Damit kann sie zusätzlich H4 beantragen. Das jedoch wird nur verwehrt, wenn darüber hinaus weitere Werte vorhanden sind die nicht der Altersvorsorge dienen. Will man die nicht aufbrauchen bleibt folgerichtig sich einen Job zu suchen. Ich kann daran nichts Verwerfliches erkennen. Weshalb sollte der Staat oder der Ex-Partner für das Leben deiner Bekannten aufkommen?

Du solltest auch zwischen Ex-Partner und Kindern trennen. Diese Regelungen betreffen im Übrigen Vater und Mutter, je nachdem bei wem die Kinder dann leben. Oft ist es doch so, dass der Vater gern sorgen würde und nicht darf. Ich kann diese "Er muss für mich zahlen" - Geschichten nicht wirklich nachvollziehen. Ich bin selbst AE-Vater, ständig beruflich unterwegs, und musste es irgendwie organisieren und mich um meine Tochter trotz Job und Problemen kümmern. Ich habe inzwischen genügend Frauen kennengelernt, die dies ebenfalls erfolgreich tun. Ich verstehe diese Versorgungsmentalität und das Jammern nicht wirklich. Insbesondere nicht, da bei der Scheidung, wenn Vermögen vorhanden ist, dies geteilt wird. Gerecht ist das in den seltesten Fällen aber es soll die Härtefälle schützen und ist somit ok.
 
G

Gast

  • #88
Man muß unterscheiden. Finanziell mag es sich ja nicht richtig lohnen. Aber arbeiten ist doch für mein Selbstwertgefühl, ich bleibe im Job auf dem Laufendem, mein Wiedereinstieg wird viel leichter.
Ich kann mir Sachen leisten ohne Rechenschaft. Es ist doch einfach ein gutes Gefühl auch einen wenn auch geringen Beitrag zu leisten. Im Falle einer Scheidung kann ich schneller wieder ins Berufsleben einsteigen.
 
G

Gast

  • #89
Ich kann diese "Er muss für mich zahlen" - Geschichten nicht wirklich nachvollziehen. Ich bin selbst AE-Vater, ständig beruflich unterwegs, und musste es irgendwie organisieren und mich um meine Tochter trotz Job und Problemen kümmern.
Ich gehe auch arbeiten und habe mich nie von einem Mann versorgen lassen, aber dann verstehe ich nicht das Prinzip des Ehegattensplitting, denn so wie ich es verstanden habe, ist dieses Ehegattensplitting auch dafür da, dass nach einer Trennung, die Frau, die halt nicht arbeiten war, nicht in H4 stürzt, sondern weiterhin vom Mann im Rahmen des Möglichen unterstützt wird.

Worin liegt den der Vorteil des Ehegattensplitting für die Frau, denn wenn Mann sich trennt, ist sie die Angeschissene bei der ganzen Sache. Natürlich wollte Mann immer, dass sie nicht arbeiten geht und somit gut für die Kinder sorgen kann.

Es kann doch nicht sein, dass der Staat Ehen mit Kindern finanziell unterstützt, indem er fianziell fördert, dass die Frau nicht arbeiten geht, aber dann nach der Trennung für die Frau letztendlich doch zahlen muss, weil der Ex nicht kann oder nicht will?

w
 
  • #90
aber dann verstehe ich nicht das Prinzip des Ehegattensplitting, denn so wie ich es verstanden habe, ist dieses Ehegattensplitting auch dafür da, dass nach einer Trennung, die Frau, die halt nicht arbeiten war, nicht in H4 stürzt, sondern weiterhin vom Mann im Rahmen des Möglichen unterstützt wird.
Nein, dafür ist es NICHT da. Es basiert schlichtweg auf der Wirtschaftsgemeinschaft. Nach einer Scheidung gibt's diese nicht mehr, ein Unterhaltspflichtiger geschiedener bekommt den Unterhalt Steuerlich angerechnet, nicht mehr.
Worin liegt den der Vorteil des Ehegattensplitting für die Frau, denn wenn Mann sich trennt, ist sie die Angeschissene bei der ganzen Sache. Natürlich wollte Mann immer, dass sie nicht arbeiten geht und somit gut für die Kinder sorgen kann.
Jetzt verwechselst Du Ursache mit Wirkung: Wenn die Frau nicht mehr arbeitet (zumeist weil SIE das nicht mehr will) verlässt Sie sich drauf dass der Fall des Verlassenswerdens (oder selbst verlassen) nicht eintritt. Das ist ein Glücksspiel, nichts weiter. Und das kann man halt auch verlieren.

Es kann doch nicht sein, dass der Staat Ehen mit Kindern finanziell unterstützt, indem er fianziell fördert, dass die Frau nicht arbeiten geht, aber dann nach der Trennung für die Frau letztendlich doch zahlen muss, weil der Ex nicht kann oder nicht will?
Du verwechselst da was: Der Staat födert keineswegs dass Frauen nicht mehr arbeiten gehen- im Gegenteil, fast alle neueren Gesetze (bis auf das blödsinnige Erziehungsgeld) zielen darauf ab dass Frauen Ihre Erwerbskarriere NICHT aufgeben. Das neue Scheidungsrecht zum Beispiel. Wer sich da noch auf eine Lebenslange Versorgung verlässt muss wirklich bescheuert sein.

Nochmals. das Splitting ist keine Subvention sondern schlicht das Resultat der Wirtschaftsgemeinschaft. Nicht mehr und nicht weniger.
 
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