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Gast

  • #31
Viel emanzipierter wäre es, als arbeitsfähiger erwachsener Mensch seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Komisch ist nur, dass solche Frauen, die sich anscheinend dem harten Arbeitsalltag nicht gewachsen sind und kein Durchhaltevermögen haben, auch noch von relativ gut verdienenden Männern geheiratet werden.

Ja, ich bin hin und her gerissen. Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren fast durchgehend, bin Single-Mutter mit 2 Jobs und bin doch etwas neidisch auf die FS. Aber vielleicht ist ihr Mann auch älter und sie schafft beruflich nach dem nicht richtig abgeschlossenen Studium die Kurve und hat es sich jetzt schön bequem eingerichtet.

Langsam wünsche ich mir auch so einen gut verdienenden Mann, aber ob ich dann glücklicher wäre? Jetzt bin ich super emanzipiert und unabhängig, aber auch nicht so glücklich.

w
 
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Gast

  • #32
Ist denn wirklich Ehegattensplitting, also einer Steuerklasse 3 mit wenigen Abzügen und der andere Steuerklasse 5 mit sehr vielen Abzügen besser als beide Steuerklasse 1 mit vielen Abzügen, mehr als 5 aber weniger als 3 so lohnend? Ich verstehe das nicht so ganz....
 
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Gast

  • #33
Ist denn wirklich Ehegattensplitting, also einer Steuerklasse 3 mit wenigen Abzügen und der andere Steuerklasse 5 mit sehr vielen Abzügen besser als beide Steuerklasse 1 mit vielen Abzügen, mehr als 5 aber weniger als 3 so lohnend? Ich verstehe das nicht so ganz....
Es gibt im Internet, ich darf keine Werbung machen, eine kostenlose Berechnungstabelle eines Steuerberaters aus Westdeutschland, mit der ich privat auch arbeite. Dort kann man div. Rechenbeispiele rechen und wird dann sofort sehen, was man raus hat, wenn Ehemann arbeiten geht, Steuerklasse 3 hat und Frau halt nicht arbeiten geht. Dazu machen beide noch die Einkommenssteuererklärung und der Mann kann da noch mal Steuern in Abzug bringen bzw. runter rechnen und er bekommt von seinen bisher gezahlten Steuern noch einiges zurück.

Wenn sich der Ehegattensplitting nicht wirklich lohnen würde, würden viel mehr verheiratete Frauen arbeiten.

W
 
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Gast

  • #34
Steuerklasse III/V ist doch erst einmal ein Vorschuss auf den Lohnsteuerausgleich, wenn die Einkommen ungleichmäßig verteilt sind. Und es ist die Möglichkeit, dass eine Person für zwei verdienen kann, wenn die andere nicht kann, aber natürlich auch, dass eine Person nicht arbeiten muss.

Das ist aber glaube ich nicht die Frage hier. Hier geht es um die gesellschaftliche Akzeptanz des Nicht-Arbeitens bzw. versorgt werdens. Das schiebt sich irgendwo zwischen ethisch-moralischen Ansichten, rechtlichen Realitäten, Gerechtigkeits- und Neiddebatten hin und her.

Ich für meinen Teil sehe es so: Solange ich verpflichtet bin für meine Ehefrau zu sorgen, falls sie das selbst nicht mehr kann, solange eine Person mit einem Gehalt für zwei sorgen können muss, bestehe ich auf die steuerlichen Vorteile. Dass dann auch immer die nutznießen, die die Wahl hätten liegt in der Natur der Sache. Darin unterscheidet es sich nicht von Arbeitslosen- und Sozialversicherung.
 
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Gast

  • #35
Dass dann auch immer die nutznießen, die die Wahl hätten liegt in der Natur der Sache. Darin unterscheidet es sich nicht von Arbeitslosen- und Sozialversicherung.
Na, da muss man aber sehr differenzieren. Die Zeit wo man Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezieht ist sehr kurz, dann fällt man schnell in H4. Ich kenne aber Ehefrauen, die Jahrzehnte vom Ehegattensplitting profitiert haben, dann vom Ehemann entsorgt wurden, kein Unterhalt mehr gezahlt werden muss, die Frau keinen Job bekommt, weil sie Jahrzehntelang nicht gearbeitet hat und nun der Steuerzahler für diese Frau doppelt zahlen muss, weil früher ja schon der Ehegattensplitting durch die Steuerzahler finanziert wurde.

Bei der Sozialversicherung besonders der Krankenversicherung sollte man auch härter durchgreifen. Da werden halt auch die Faulen begünstigt, währden die, die viel Sport machen und sich gesund ernähren usw., für die Anderen mitzahlen müssen. Gerecht ist das nicht, vor allen Dingen, es profitieren so wenig Menschen davon.

w
 
  • #36
Bei der Sozialversicherung besonders der Krankenversicherung sollte man auch härter durchgreifen. Da werden halt auch die Faulen begünstigt, währden die, die viel Sport machen und sich gesund ernähren usw., für die Anderen mitzahlen müssen. Gerecht ist das nicht, vor allen Dingen, es profitieren so wenig Menschen davon
Jetzt kommen doch zum Kern der Sache liebe FS- links spinnert (wie Du selbst sagst) eingestellt- die Grooose Gerechtigkeitsfrage die von Dir völlig anders bewertet wird als ja sogar von Deinem arbeitenden Ehemann.
Solange gerechtigkeit von den linken Gutmenschen mit Deutungshoheit als möglichst vie Geld umzuverteilen definiert wird. Auf dass sich mehr Leistung bitteschön nicht mehr zu lohnen habe solange wird echte Gerechtigkeit ein Wunschtraum bleiben. Solange können wir echten Bedürftigen gar nicht die Hilfe zuteil werden lassen die Sie eigentlich bräuchten weil zuviele an sich nicht Bedürftige wie die nun verstummte FS sich Ihre Faulheit finanzieren lassen.
Ich zahle gerne meine Steuern damit die AE-Mutter unterstützt wird, aber eben nicht so gerne für Schmarozer die arbeiten könnten es aber nicht wollen.

Also ganz klar liebe FS- mach das Referendariat und gebe der Gesellschaft im Rahmen Deiner Möglichkeiten was zurück.
 
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Gast

  • #37
Liebe Terzia,
solange Ihr Euch gut vertragt und Eure Ehe glücklich ist, ist Dein 400 Euro Job kein Problem.
Und natürlich ist die viele Freizeit in Verbindung mit einem hohen Lebensstandard eine große Verführung. Das würde mir auch so gehen.

Was mich daran stören würde, wäre die Abhängigkeit, die dieses Lebensmodell mit sich bringt.
Das Geld, mit dem Du Dein schönes Leben finanzierst, ist nicht Dein Geld.
Du kaufst Deine Kleidung und Deine Schuhe .... von seinem Geld.
Du gehst zum Frisör.....von seinem Geld.
Du machst ein schönes Wellnesswochenende.....von seinem Geld.
Du lädst Deine Freundin zum Italiener ein....von seinem Geld.
Du kaufst ihm ein teures Weihnachtsgeschenk.....von seinem Geld.
Denn mit Deinen 400.- Euronen kommst Du ja nicht weit.

Er zahlt Deine Krankenversicherung. Eine Arbeitslosenversicherung gibt es für Dich nicht. Du zahlst nichts in eine eigene Rentenversicherung ein.

Wie soll das denn laufen ? Soll er Dir eine Vollmacht über sein Konto geben, oder teilt er Dir Taschengeld zu ? Oder willst Du jedes Mal fragen : "Schatz, ich möchte zum Frisör. Gibst Du mir bitte Geld ?"

Überleg´ Dir das gut. Auf eigenen Füßen zu stehen, auch wenn es nur ein Halbtagsjob mit 1.500 netto ist, ist ein gutes Gefühl und gibt einem in der Partnerschaft eine bessere Position .
w55
 
  • #38
Liebe #36, danke für Deinen Beitrag.

Du hast Recht, Taschengeld oder gar um Geld betteln fände ich in der Tat auch würdelos und würde ich niemals tun. Wir haben ein gemeinsames Konto und davon nimmt sich jeder, was er/ sie braucht.
Wir verstehen alles Erwirtschaftete, als gemeinsames Einkommen. So war es auch schon jeweils bei unseren Eltern. Wir kennen dieses "mein" Geld/ "dein" Geld gar nicht. Wäre er jetzt plötzlich arbeitsunfähig oder arbeitslos, dann würde ich ja auch ganz selbstverständlich alles mit ihm teilen.

Das mit der Krankenversicherung ist in der Tat ein Problem, weshalb ich auch künftig wieder sozialversicherungspflichtig (460€/Monat) arbeiten werde. Habe das erst kürzlich durchrechnen lassen, dass sich eine Beschäftigung in der sogenannten "Gleitzone" (also bis 800€) lohnt, da man dann alle Sozialversicherungen mit dem Arbeitgeber teilt. Die private oder freiwillige gesetzliche Versicherung ist einfach zu teuer.

Ich möchte nicht den Anschluss an meinen Beruf verlieren, damit ich eben nicht vielleicht irgendwann aus innerer Abhängigkeit zu bequem zum gehen bin. Das finde ich sehr wichtig, da gebe ich Dir vollkommen Recht.
 
G

Gast

  • #39
Was mich daran stören würde, wäre die Abhängigkeit, die dieses Lebensmodell mit sich bringt.
Das Geld, mit dem Du Dein schönes Leben finanzierst, ist nicht Dein Geld.
Du kaufst Deine Kleidung und Deine Schuhe .... von seinem Geld.
Du gehst zum Frisör.....von seinem Geld.
Du machst ein schönes Wellnesswochenende.....von seinem Geld.
Du lädst Deine Freundin zum Italiener ein....von seinem Geld.
Du kaufst ihm ein teures Weihnachtsgeschenk.....von seinem Geld.
Denn mit Deinen 400.- Euronen kommst Du ja nicht weit.

Er zahlt Deine Krankenversicherung. Eine Arbeitslosenversicherung gibt es für Dich nicht. Du zahlst nichts in eine eigene Rentenversicherung ein.
mir bitte Geld ?"
Nein, das stimmt so nicht.
Es ist das Familieneinkommen, also das gemeinsame Geld.
Meine Mutter hat nach ihrer Heirat nie versicherungspflichtig gearbeitet. Sie hat aber zu Hause gearbeitet, den Haushalt und die Wäsche gemacht, gekocht und geputzt, Kinder und Garten versorgt. Das ist Arbeit, auch wenn es manche hier nicht so sehen.
Und für diese Tätigkeit wurde sie von meinem Vater "bezahlt". Sie hatte Vollmacht für das gemeinesame Konto und es gab nie ein "mein" oder "dein":

Warum soll die FS nicht zu Hause bleiben? Es ist die Entscheidung des Paares und sie nehmen damit wirklich niemanden etwas weg. Sie haben eben weniger Familieneinkommen als Paare mit 2 Einkommen - na und? Wenn sie es sich leisten können, dann ist das doch super, damit ist eine Stelle frei für einen Menschen, der den Job dringender braucht.
Auch das Argument der Ausbildungskosten trägt nicht. Es gibt sehr viele Menschen, die 2 oder mehrere Ausbildungen machen und die werden hier auch nicht an den Pranger gestellt.
 
G

Gast

  • #40
Ein Aspekt zum Referendariat:
Ich find es ja nett, dass ihr hier Leute dazu raten.
Aber es gibt wirklich Bundesländer, in denen es schwer ist, einen Ref-Platz zu erhalten. Und wenn diese Plätze dann von Leuten besetzt werden, die nicht durchhalten (weil das Ref eine anstrengende Veranstaltung ist) oder gar keine Lehrer werden wollen, ist das mehr als ärgerlich. Steuern zahlt die FS im Ref übrigens fast keine. Nur einen Minimalbetrag Lohnsteuer. (Im Ref ist man Beamter auf Widerruf.)
 
G

Gast

  • #41
Liebe #36, danke für Deinen Beitrag.

.... Wäre er jetzt plötzlich arbeitsunfähig oder arbeitslos, dann würde ich ja auch ganz selbstverständlich alles mit ihm teilen.
Liebe Terzia,

das ist doch eine feine Einstellung, daß es kein 'mein/Dein' - Geld gibt und Du im Falle seiner Arbeitslosigkeit auch alles mit ihm teilen würdest.

Alles. Wirklich alles? All diese 400.- €?

Ich versuche mir gerade vorzustellen, wie der Lebensstandart mit 400 geteilten Euronen aussehen würde...:) ... und ich halte Deine teile-alles-mit-ihm-Einstellung schlicht für naiv.


Im Ernst:
Du lebst ein Lebensmodell, daß ganz offensichtlich das Forum polarisiert.

Warum wolltest Du wissen, wie Dein Lebensmodell im Forum ankommt?

?1 Geht es Dir um Fremdbestätigung?
?2 Brauchst Du eine gefühlte Absolution?
?3 Brauchst Du Argumente, um in Deinem Bekanntenkreis argumentieren zu können?
?4 Möchtest Du sehen, ob es Neider gibt?

?5 Wie wäre es denn, wenn Du Deine kapitalfinanzierte Lebens-Ausnahmesituation einfach genießt, ohne nach nebenan zu schielen?

Genießt Eure Lebensverhältnisse.

m/52
 
  • #42
Liebe Terzia,

das ist doch eine feine Einstellung, daß es kein 'mein/Dein' - Geld gibt und Du im Falle seiner Arbeitslosigkeit auch alles mit ihm teilen würdest.

Alles. Wirklich alles? All diese 400.- €?

m/52
Es ist doch nur Polemik, nehme ich an. Daher frage ich nur rhetorisch: Wieso sollte eine erfahrene Krankenschwester mit unbefristetem Arbeitsvertrag nicht in der Lage sein, zwei Personen zu ernähren? Freilich nicht von 400€, aber meinetwegen von 1500€ in Deutschland oder in der Schweiz von 2000€ oder mehr...

Was #39 betrifft: es ist doch höchst unwahrscheinlich, dass ich die fast 10 Jahre mit 80 bis 100% berufstätig war, in dieser Zeit Abi am Abendgymnasium gemacht hat, danach noch 5 Jahre studiert hat, mit ähnlicher beruflicher Belastung, nicht so belastbar ist wie 24-25 jährige, die gerade von der Uni kommen?

Klar, ich überlege noch. Danke daher auch an #38

Aber ich stelle fest, dass ich schweigen muss, weil mein Lebensmodell offensichtlich zu kontrovers ist. Und das obwohl ich keine Luxusmentalität habe, keine Konsumistin bin etc...
 
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Gast

  • #43
Nein, das stimmt so nicht.

Warum soll die FS nicht zu Hause bleiben? Es ist die Entscheidung des Paares und sie nehmen damit wirklich niemanden etwas weg. Sie haben eben weniger Familieneinkommen als Paare mit 2 Einkommen - na und?
Das stimmt sehr wohl. Natürlich nehmen solche Frauen jemanden was weg. Nämlich sich selber eine gewisse Unabhängigkeit, falls es zur Scheidung kommt.

Oft ist es ja so, dass gerade die sehr gut verdienenen Männer mit ihren Ehefrauen den Ehegattensplitting in Anspruch nehmen.

Die Otto-Normal-Verbrauer Eheleute müssen oft beide arbeiten, weil sie sonst fast auf H4-Niveau leben. Die können es sich gar nicht leisten, dass Frau zu Hause bleibt, weil die Gehälter so niedrig sind. Also müssen beide arbeiten und zahlen oft damit mehr Steuern, als der Gutverdienende, dessen Ehefrau zu Hause bleibt.

Gibt es denn hier keinen Steuerberater oder keinen Gast, der in einem Steuerbüro arbeitet und das ganze Thema noch besser erklären kann?

w 49
 
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Gast

  • #44
Es ist doch nur Polemik, nehme ich an. Daher frage ich nur rhetorisch: Wieso sollte eine erfahrene Krankenschwester mit unbefristetem Arbeitsvertrag nicht in der Lage sein, zwei Personen zu ernähren? Freilich nicht von 400€, aber meinetwegen von 1500€ .....
Klar war das Polemik, aber auch mehr.
Denn im Falle 'Arbeitslosigkeit' wäre es dahin mit dem 'arbeitsbefreiten' Lebensmodell im Lesesalon.
Dann ginge es nicht mehr um die Frage, Referendariat ja oder nein, sondern dann ginge es um Geld-verdienen-müssen, um Früh-, Spät- und Nachtschichten als Krankenschwester mit festem Dienstplan.
Dinge, denen sich die meisten Menschen stellen müssen und auch wollen.
Gerade auch Mütter und Väter.
Dann geht es ums Eingemachte.

Und das war mit der Polemik gemeint.

Einen schönen Tag!
 
G

Gast

  • #45
Liebe Terzia,,
ich bin´s noch mal, die 36.
Du hast ja arbeitsreiche Zeiten hinter Dir und ich kann gut verstehen dass Du ein bisschen ausruhen möchtest. Krankenschwester ist auch kein leichter Beruf und schlecht bezahlt außerdem.
Du mußt dieses Lebensmodell ja nicht auf Dauer leben. Gönn Dir einfach ein oder zwei ruhige Jahre.
Vielleicht ist Dir dann sowieso stinklangweilig.

Ich habe ein Leben lang in einem sozialen Beruf gearbeitet und tue es noch. Um ehrlich zu sein: Ich habe oft mit schrägem Blick auf die lukrativ verheirateten Frauen geguckt, die nur hobbymäßig ein bißchen arbeiten oder gar nicht, und trotzdem viel mehr Geld zu Verfügung haben als ich.
Da kommt Mißgunst auf.
Inzwischen sehe ich es ein bisschen anders und bin froh über meine Berufserfahrung und meine Unabhängigkeit. Inzwischen bedaure ich die verwöhnten Frauen , denn sie sind kindlich und unbeholfen geblieben in ihrer Abhängigkeit. Sie bleiben in lieblosen Ehen , weil es keine Alternative mehr gibt.
Ich bin finanziell von meinem Liebsten nicht abhängig und wir sind glücklich zusammen.
Falls er mich ärgert, kann ich jederzeit gehen....
Die Mißgunst gilt jetzt mir: Mißgunst auf das selbstverdiente Geld, mit dem ich machen kann, was ich will. Und Mißgunst auf den attraktiven und liebevollen Partner.
Alles hat zwei Seiten.

Alles Gute, Terzia.
w55
 
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Gast

  • #46
Was #39 betrifft: es ist doch höchst unwahrscheinlich, dass ich die fast 10 Jahre mit 80 bis 100% berufstätig war, in dieser Zeit Abi am Abendgymnasium gemacht hat, danach noch 5 Jahre studiert hat, mit ähnlicher beruflicher Belastung, nicht so belastbar ist wie 24-25 jährige, die gerade von der Uni kommen?
Wenn es so ist, dann frage ich mich, wofür der ganze Stress? Du hast 10 Jahre lang nebenberuflich noch dein Abi gemacht, Hut ab!, dann 5 Jahre studiert und jetzt bist du erschöpft und geniesst deine Zeit. Gut, kann ich nachvollziehen. Aber ich frage mich, wie deine Lebensqualität in den letzten Jahren war und warum du dir so einen Stress angetan hast?

Alles irgendwie unlogisch und nicht vorausschauend für mich.

w 49
 
  • #47
Hallo Tertia

Aber ich stelle fest, dass ich schweigen muss, weil mein Lebensmodell offensichtlich zu kontrovers ist. Und das obwohl ich keine Luxusmentalität habe, keine Konsumistin bin etc...
Nöö, musst Du nicht- nur weil Dich die bösen Foristen auf den sehr offensichtlichen Widerspruch hinweisen dass Du sehr gut in einem Modell lebst das Du als Linke ja gar nicht gut finden kannst. DAS ist das Thema. Das ist so ein bisschen wie das linke Promipaar von der Saar die auf einem Berg von Kohle sitzend den Kommunismus predigt.

Schon blöd wenn einem der Spiegel vorgehalten wird- aber vielleicht hilfts ja

Deine Überzeugungen würdest Du dann wirklich leben wenn Du als Krankenschwester Deinen sozialen Beitrag leisten würdest und Dir das Geld dabei völlig schnuppe wär- also alles was über die Existenzsicherung herausgeht sozialen Projekten spenden würdest. Alle Menschen sind doch gleich, oder etwa doch nicht? Arbeiterklasse hat das kleine Wörtchen "Arbeit" vorangestellt.
 
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Gast

  • #48
Das stimmt sehr wohl. Natürlich nehmen solche Frauen jemanden was weg. Nämlich sich selber eine gewisse Unabhängigkeit, falls es zur Scheidung kommt.
Nein, das stimmt eben nicht. Sie nimmt niemanden etwas weg. Sich selbst kann man ja nichts wegnehmen. Nimm dir selbst mal etwas weg - wer hat es dann? Du!
Wenn sie selbst und ihr Partner das Einkommen nicht mit Abhängigkeit oder Unabhängigkeit verknüpfen, dann ist das ihre Sache. Und eine Scheidung steht hier nicht im Raum. Es geht doch nur darum, wie die beiden das regeln.
Ihr wurde heir aber vorgeworfen, sie würde die Allgemeinheit belasten - und das tut sie definitiv nicht.
 
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Gast

  • #49
Ich hätte ja die Frage gar nicht gestellt.

Meine Frau steht leider mit hier in Deutschland nicht anerkannten Schul- und Ausbildungsleistungen dar und arbeitet geringfügig, kümmert sich ansonsten um die beiden Söhne. Da hilft das Ehegattensplitting schon um über die Runden zu kommen.

Ich rechne für mich und was ich kriegen kann nehme ich mit, abseits jeglicher Moral und politischer Philosophie.
 
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Gast

  • #50
...Aber ich stelle fest, dass ich schweigen muss, weil mein Lebensmodell offensichtlich zu kontrovers ist. Und das obwohl ich keine Luxusmentalität habe, keine Konsumistin bin etc...
Liebe Terzia, DAS ist der Kernsatz!
Dieses Lebensmodell ist so gut wie alle anderen; aber die Grundlage (linke Grundeinstellung) ist dazu diametral kontrovers.

Und das, weil anscheinend eine gewisse Luxusmentalität durchschimmert - andere können eben nicht entscheiden, ob sie sich gerade mal ein paar freie Lesejahre gönnen nach harter Arbeit, sondern müssen einfach für ihren Unterhalt (und den der Kinder) sorgen.

Das eine ist Verpflichtung, das andere ... na ja, vielleicht eben doch Luxus.

Dir eine gute Zeit!

m/53
 
G

Gast

  • #51
Hallo Tertia

Schon blöd wenn einem der Spiegel vorgehalten wird- aber vielleicht hilfts ja

Deine Überzeugungen würdest Du dann wirklich leben wenn Du als Krankenschwester Deinen sozialen Beitrag leisten würdest und Dir das Geld dabei völlig schnuppe wär- also alles was über die Existenzsicherung herausgeht sozialen Projekten spenden würdest. Alle Menschen sind doch gleich, oder etwa doch nicht? Arbeiterklasse hat das kleine Wörtchen "Arbeit" vorangestellt.
Hallo Terzia!
Daß Du Dich jetzt erst einmal eine kleine Weile (mit dem Geld Deines Mannes) ausruhen willst, sei Dir gegönnt. Aber meinst Du nicht, daß Du dem Staat etwas zurückgeben müßtest? Dem Staat, der Dir immerhin zwei Ausbildungen (Krankenschwester und Studium zum Gymnasiallehramt) ermöglicht hat!

Es ist verständlich, daß Du eine gewisse Scheu entwickelst, ein Referendariat zu absolvieren, aber wenn Du Deine letzte Ausbildung (Gymnasiallehramt) nicht ad absurdum führen willst, dann bemühe Dich schnellstens (muß - soweit ich weiß - innerhalb einer gewissen Frist geschehen) um einen Referendariatsplatz, auch wenn Dir von ehemaligen Referendaren die eine oder andere negative Geschichte über diesen Teil der Ausbildung erzählt wird. Ein Referendariat ist durchzustehen, das haben viele jetzige Lehrer bewiesen.

Vielleicht wirst Du nach dem Referendariat dann endlich wach und fühlst eine moralische Verpflichtung, dem Staat für Deine Ausbildungen eine gewisse "Rückzahlung" für die "Zur-Verfügungstellung" der Ausbildungsplätze ín Form von Arbeitsleistung nach den vorhanden Kräften und notfalls auch ehrenamtlich zu leisten!?!?!

Auch wenn nach dem Referedariat keine Lehrerstelle frei sein sollte, oder wenn Du auch danach noch entscheiden solltest, keiner Vollzeitarbeit - egal in welchem der beiden Berufe, für die Du ausgebildet bist - nachzugehen: Möglichkeiten, in Form von ehrenamtlichen Tätigkeiten für Lehrerinnen oder Krankenschwestern gibt es genug! Oder versuche, Dich politisch, z..B. in Deiner Heimatgemeinde ( zu betätigen!

Ich kann mir nicht vorstellen, daß jemand, der Deinen Lebensweg absoviert hat, einen Sinn darin sieht, seine Zeit mit "Nichtstun" zu verbringen, und so glaube ich auch, wie ein anderer Schreiber dieses Forums, daß Deine Frage eine rein theoretische Frage ist, um die Diskussion anzuheizen.

Auch nicht schlecht!
 
G

Gast

  • #52
Endlich gilt auch für Homosexuelle Gerechtigkeit beim Ehegattensplitting. Sehr begrüßenswert. Leider scheint es, wenn ich hier lese dass sich selbst Heteros nichts gönnen, was demokratisch legitmiert ist. Schade! Wir (mein Mann und ich) begrüßen das Urteil ausdrücklich und wünschen der Fragenden Alles Gute.
 
G

Gast

  • #53
Als unmoralisch empfinde ich es nicht, es entspricht der gängigen, kausal begründeten Rechtsnorm. Allerdings würde ich genau diese gern ändern, und das Splitting teilweise an das Vorhandensein von Kindern oder die Pflege von Angehörigen koppeln und, da möchte ich Kalles Einwand berücksichtigt wissen, im Umkehrschluss die mögliche Verpflichtung zu gegenseitigem (nachehelichen finanziellen) Füreinander-Einstehen lockern, dann eben hier Pflichten auf die Allgemeinheit verteilen, wenn zuvor Rechte gestrichen wurden. Das würde die gesellschaftlichen Veränderungen besser widerspiegeln, könnte dem so verbreiteten Neidaspekt entgegenarbeiten.
Liebe Terzia, gut möglich, dass Du Deinem Mann im Alter vergelten kannst, was er jetzt für Dich tut. Damit würdest Du auch jegliche hier erwähnte moralische "Schuld" abarbeiten. Ich kann nicht einerseits Frauen ehrlich bemitleiden, die erzählen, wie sie von einer Arbeit in die nächste schlitterten (Kinder- Arbeit- Elternpflege- zuletzt Pflege des Ehemanns), ohne je Kraft für sich schöpfen zu können, und auf der anderen Seite Menschen wie Dir es vergönnen, tief durchzuatmen.
 
G

Gast

  • #54
Ich empfinde es durchaus als unmoralisch. Alleinerziehende Mütter und Väter, die ihren Lebensunterhalt und den ihrer Kinder finanzieren und ihre Kinder erziehen, sponsern durch ihre Arbeit den Schlendrian der Mütter oder wenigen Väter, die nicht vollzeitig arbeiten wollen. Zuvor hat die Allgemeinheit ihnen meistens schon mindestens eine Berufsausbildung finanziert. Dass gerade faule Frauen oft eher gut verdienende Männer heiraten, hat meines Erachtens schon seinen Grund. Das Einkommen und die eigene Bequemlichkeit ist wichtiger als Liebe. Für seine Kinder muss man sorgen, es wäre wesentlich gerechter, diese Versorgung durch einen wirklich hohen Freibetrag zu honorieren statt das unsoziale Verhalten der Arbeitsverweigerer.
 
M

Mooseba

  • #55
Arbeit ist eine Lebensaufgabe. Da fragt man nicht, ob es sich lohnt. Man tut es. Deswegen gehört jegliches Splitting abgeschafft.
 
G

Gast

  • #56
Ich würde glaube ich trotzdem arbeiten gehen. Erstens wüsste ich nicht, was ich mit meiner ganzen Freizeit anfangen sollte und würde mich langweilen, und zweitens bin ich ein sehr eigenständiger Mensch und würde mich nicht wohlfühlen, wenn ich dauerhaft nur vom Geld meines Mannes leben würde, statt mein eigenes Geld zu verdienen. Ich hätte jedes Mal beim Ausgeben des Geldes meines Mannes ein schlechtes Gewissen, da er ja arbeiten würde, um mich mitzufinanzieren, während ich meiner reichlichen Freizeit fröhne und den ganzen Tag die Seele baumeln lasse.
Ich stimme Gast Nr.14 voll zu! Mir würde es genau so ergehen. Außerdem hätte ich wohl nur noch schlaflose Nächte, wenn ich mir ausmalen würde, was im Falle einer möglichen Scheidung (wünsche ich niemandem, aber sowas kommt leider vor) passieren würde. Meine Antwort auf die Frage daher: Ja, liebe FS, ich würde trotzdem arbeiten gehen, auch nur schon, um im Job up-to-date zu bleiben und im Falle einer Scheidung jederzeit mein eigenes Einkommen zu haben.

Bist Du zu lange "raus aus dem Job", findest Du womöglich nur sehr schwer eine Stelle, unter Umständen musst Du dann Jobs annehmen, die weit unter Deinen Qualifikationen liegen und findest nie wieder eine Arbeit in deinem ursprünglich gelernten Beruf.

Daher mein Tipp an die FS: Job auf jeden Fall behalten! :)
 
G

Gast

  • #57
An Terzias Stelle würde ich es nicht anders machen.

Und zum Thema Faulheit: Es gibt doch genügend andere Dinge, die eine Frau machen kann in ihrer Freizeit. Also ich hätte Null Probleme, meine Zeit auszufüllen.

Ich hätte eine solche Situation sehr gerne.
 
  • #58
Außerdem hätte ich wohl nur noch schlaflose Nächte, wenn ich mir ausmalen würde, was im Falle einer möglichen Scheidung (wünsche ich niemandem, aber sowas kommt leider vor) passieren würde. Meine Antwort auf die Frage daher: Ja, liebe FS, ich würde trotzdem arbeiten gehen,
Danke für all Eure Anmerkungen und Ratschläge (sehr bedauerlich fand ich bloß diejenigen Posts, die mir unterstellten ein Fake zu sein- schließlich habe ich mich hier detailliert geoutet und poste immer unter meinem nick). Ich werde mein Modell noch so weiterleben und beginne aber demnächst meine Diss .

Ich habe mir vorgenommen mich nicht mehr so abhängig zu machen von der Beurteilung anderer, sondern das zu tun was mir richtig und wichtig erscheint.
Die oben zitierten Anregungen und Absicherungen von #55 für den Ernstfall (Scheidung, Tod) sind dennoch wichtig: ich arbeite sozialversicherungspflichtig beschäftigt (aber nur 30h monatlich), so dass ich weiterhin selbst kranken- und rentenversichert bin, außerdem sparen wir auf meinen Namen eine Summe (die erheblich höher läge als der Beitrag bei einer Ganztagsbeschäftigung) in eine privaten Altersvorsorge, zudem bin ich selbstverständlich bei unseren Immobilien im Grundbuch eingetragen und in seinem Todesfall erbe ich soviel, dass ich alle Immobilien sofort abbezahlen kann (Risikolebensversicherung). So (oder so eine ähnliche Form) der Absicherung würde ich allen Frauen raten (insbesondere wenn sie für gemeinsame Kinder Auszeiten nehmen etc.).

Also nochmals vielen Dank für Eure Antworten. Und noch kurz an Mooseba: selbstverständlich ist "Arbeit" oder "Leistung" erbringen etwas, was das Leben kennzeichnet und auch lebenswert macht. Aber den Begriff von Arbeit auf Erwerbsarbeit zu reduzieren, wäre doch sehr dramatisch und viel zu kurz gedacht.
 
M

Mooseba

  • #59
Und noch kurz an Mooseba: selbstverständlich ist "Arbeit" oder "Leistung" erbringen etwas, was das Leben kennzeichnet und auch lebenswert macht. Aber den Begriff von Arbeit auf Erwerbsarbeit zu reduzieren, wäre doch sehr dramatisch und viel zu kurz gedacht.
Oh, da liegt ein Missverständnis vor. Ich war wohl nicht ausführlich genug. Arbeit und Pflicht enden natürlich nicht mit dem Feierabend oder es gibt andere anstrengende und sinnvolle Tätigkeiten wie mehrfache Mutter als Hausfrau oder die Pflege von Verwandten.
 
G

Gast

  • #60
Natürlich liegt man durch das Ehegattensplitting dem Steuerzahler auf der Tasche, weil der Ehemann ja weniger Steuern bezahlt. Dabei nimmt der Staat in diesem Fall 1000€ weniger ein. Ich sehe keinen Unterschied zu anderen staatlichen Leistungen.
Diese Ungerechtigkeit des Ehegattensplittings ist meiner Meinung nach ein Relikt aus alten Zeiten. Wenn es keine Kinder gibt, ist das unfair, vorallem gegenüber nichtverheirateten Paaren bzw Alleinerziehenden.
Das ist genau so absurd wie die m.W. von Hans Eichel eingeführte Bezeichnung "Steuersubvention" für alle sachverhalte, die nicht dem jeweiligen Höchstsatz unterliegen. "Neusprech" eben.
 
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