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  • #1

Ehe und trotzdem einsam

Hallo. Ich brauche ne objektive Meinung. Mein Mann und ich kennen uns seit vier Jahren, seit zweien verheiratet, ein Kind. Mein Mann wird (mal) wieder arrogant und kalt. Und zuhause ist der netteste Mensch. Wenn ich ihm sage, er sei auf der Party so herablassend zu mir gewesen (zeigt mir die kalte Schulter, fährt mich vor anderen in fiesem Ton an, zeigt öffentlich keine Bindung zu mir, macht aber bei anderen den Clown), dann weiß er komischerweise nie, was ich meine usw. De facto stehe ich mit dem blöden Gefühl alleine da. Das ist mit allem so.Wenn wir uns streiten, sagt er, och, ist doch Quatsch! Ich ziehe mich zurück, er will dann NOCH MEHR Bestätigung, dass ich ihn liebe, Umarmungen, Küssen, aber mich widert es an. Für ihn ist alles tutti, obwohl es in mir brodelt, und er weiß es, handelt aber nicht.Ob wir schon geredet haben? Klar, oft. Aber ich spüre nur Desinteresse:"Ja, ich ändere es", aber nichts ändert sich. Er klammert nur mehr. Was soll ich tun?
 
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  • #2
Mache am besten mit seinem Einverständnis einen Termin bei der Eheberatung.
Das hört sich ganz schlecht an.
Trägt er Dir irgendwas nach, wofür er meint, Dich bestrafen zu müssen?

Du kannst auch mal nachdenken, was aus Dir und dem Kind im falle einer Scheidung werden würde. So kannst Du jedenfalls nicht weiterleben. Er macht Dich kaputt.
Alles Gute
 
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  • #3
Vielleicht habt ihr eine ungünstige Kommunikation, die ihr nicht ohne Hilfe von außen ändern könnt.
Wenn ihr überhaupt noch am Bestehen der Ehe interessiert seid, solltest ihr einen Mediator o.ä. zu Hilfe nehmen. Vielleicht auch "nur" eine gute Bekannte. Zumindest eine objektive Person.
Häufig enstehen Probleme zwischen Mann und Frau, weil die Geschlechter unterschiedlich kommunizieren. Die Frau scheint dauernd zu reden, während der Mann nicht zuhört. Die Frau wundert sich dann, dass der Mann nichts mitbekommt; und der Mann ärgert sich, dass die Frau zu viel redet.
Frauen reden, Männer handeln - so mal (viel zu) vereinfacht behauptet!
Vielleicht könnt ihr einige Situationen ändern. Verreisen, ein schönes Essen zu zweit .... etwas g
Gemütlichkeit, und schon könnte guter Wille aufkommen.

Viel Glück !!!
 
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  • #4
"Mein Mann wird (mal) wieder arrogant und kalt" ? Was ist das konkret ?

"Wenn wir uns streiten, sagt er, och, ist doch Quatsch!" Was bedeutet das konkret ? Alles was Du sagst, ist luft für ihn, wird nicht wahrgenommen ?

"Ich ziehe mich zurück, er will dann NOCH MEHR Bestätigung, dass ich ihn liebe, Umarmungen, Küssen, aber mich widert es an." Du redest nicht mehr mit ihm, weil er Dich nicht wahrnimmt und er nimmt nicht wahr was du willst, sieht die heile Welt und will rumknutschen ?

Er klammert mehr - er hat Angst um Dich, und bei Dir ist es wohl so, daß Du anders geworden bist, verantwortungsbewußter, erwachsener und älter durch das Kind. Diesen Schritt hat er nicht mitgemacht. Was ist mit dem Verantwortungsbewußtsein als Vater und seiner Rolle als Ernährer der Familie ? Nach außen zeigt er, daß er bestimmen will, wo es lang geht.

Daher: Trennung weil auseinander gelebt, Reden hilft nicht und ob Du den Nerv hast mit Paarberatung ... Nimm das Kleine und zieh mal eine Weile ins Hotel.
 
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  • #5
Ähnliche Verhaltensweisen habe ich öfter mal gehört. (Nicht hier im Forum gelesen)
Meine Gedanken dazu mag ich kaum schreiben, da sie schon fast beleidigend wirken.
Aber das Verhalten ist es um so mehr.
Sucht er in Deiner Gegenwart eine Affäre ?
Oder schämt er sich mit Dir zusammen zu sein ?
Hat er ein geringes Selbstbewusstsein um seine Unsicherheit durch Clownerien zu überspielen ?
Also von mir mehr Fragen als Antworten.
Wenn Du Ihm mal klarmachst das es hier (meiner Meinung nach) um ein Fundament eurer Beziehung geht. (Konsequenzen würde ich nicht androhen. Druck bringt nichts.
Nur konsequentes Verhalten nach einem längeren Testzeitraum.)
Würde er bereit sein sich mal bewusst zu beobachten, zu analysieren und danach sein Verhalten mal erklären können ?
 
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  • #6
Hallo ihr Lieben. Vielen Dank für Eure Antworten.

#1
Wir hatten schon mal eine Eheberatung, aber das hat nicht funktioniert. Es hat an den Zweifeln nichts geändert. Ich weiß nicht, ob er mich bestrafen will. Denke, es gab viele Ereignisse, die er auch mir übelnimmt, aber er redet nicht darüber.

#2
Das sagt er auch. Meint, es sei ein Kommunikationsproblem. Ich allerdings halte Arroganz nicht für ein Kommunikationsproblem. Ja, ich versuche, ihm mein Problem zu schildern, weil ermir das Gefühl gibt, er wisse nicht, wo eigentlich mein Problem sei. Lässt mich quasi ins Leere laufen. Ein schönes Essen wird daran nichts ändern, denn ich glaube, er will das Problem überhaupt nicht sehen. Er ist ein Typ, der vieles gerne totschweigt.

#3
Leider waren nur 1000 Zeichen zugelassen, daher hier etwas näher beschrieben: er wird kalt und herablassend, wenn andere Leute dabei sind. Er redet dann auch nicht mit mir, sondern stets nur mit anderen, zeigt nach außen nicht, dass wir zusammengehören. Und ja, alles andere gibst du auch richtig wieder: Er klammert, wenn er merkt, dass ich bocke. Unser Kind hat mich reifer werden lassen, ernster, auch ruhiger. Er hat sich sicher auch verantwortungsbewusster verändert, jedoch nicht mir gegenüber.

#4
Er stiert Frauen in meiner Gegenwart gern und direkt auf die Oberweite, spricht hinter meinem Rücken frühere Freundinnen und Bekannte an, wie lange alles doch schon her sei und da kämen Erinnerungen hoch etc. Kann man falsch interpretieren, mag von ihm ja nur nett gemeint sein. Ich denke zwar nicht, dass er in meiner Gegenwart eine Affäre sucht, aber ich kann auch nicht gewiss sagen, dass er nicht "kuckt".
Wofür soll er sich bereit erklären, wenn es für ihn doch offensichtlich kein Problem gibt? Das Beste daran ist ja, dass ich weiß, wie sehr er meinen inneren Druck spürt, aber er ist nicht fähig, sich mit mir darüber auseinander zusetzen.

Und wenn ich die Beziehung beende wird er es vor allen so hinstellen, dass ich die Ehe zerstört habe.
Das ist noch so etwas, was mir extrem sauer aufstößt: Ich bin an allem selbst schuld. Er gibt mir nicht das Gefühl, dass er mein Problem ernst nimmt, sondern sagt einfach: Du fühlst Dich alleingelassen? Das ist doch Quatsch, jetzt hör aber mal auf!
 
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  • #7
Die Frage ist doch willst du mit diesem Mann nochmal 40 Jahre leben ?
Das macht die Entscheidung einfacher und auch den passenden Zeitpunkt: JETZT
 
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  • #8
@#5

zu Punkt 1 - oh man, gerade mal 2 Jahre verheiratet und bereits bei einer Eheberatung gewesen ... Sorry, aber da kann irgendetwas gewaltig nicht bei euch stimmen.

Kann es sein das ihr beide irgendwie in die Ehe reingerutscht seid, vielleicht beide zu lange auf Mr./Mrs. Right gewartet und dann kam die Torschlusspanik?
 
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  • #9
Wenn du willst, kaufe doch mal die 3er-CD:
"Ich höre was, das du nicht sagst.
Gewaltfreie Kommunikation in Beziehungen"

Vielleicht bist du nach dem Anhören schlauer
a) was da zwsichen euch stattfindet
b) was du tun kannst und nicht tun solltest

Alles Gute!

w,57
 
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  • #10
# 7 Tja, man gibt halt nicht bei jedem quersitzenden Windchen auf. Ich gebe lieber einem Menschen einmal mehr eine Chance, als vorschnell gegen ihn zu entscheiden. Ich sehe zu häufig, dass Menschen sich anziehen und wieder abstoßen in einer Zeit, in der sich doch alle nur eine schöne Beziehung etc. wünschen. Ich bin so aufgewachsen, dass man nicht alles direkt hinschmeißt.
Nein, wir hatten es uns gut überlegt, aber wohl leider nicht ehrlich genug. Ich habe damals entgegen meiner Zweifel gehandelt, obwohl es sich immer besser entwickelte, aber ich begreife langsam, dass man nicht all zu lange an Hoffnungen festhalten sollte.
 
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  • #11
Meine Damen: Ich kann Euch nur das Buch " Ich habe einen Liebhaber" von Martina Rellin empfehlen, wartet nicht zu lange wenn ihr JETZT schon ein komischen Gefühl habt. Ich empfehle jetzt nicht dass Du dir einen Liebhaber suchen sollst, sonder einfach die Geschichten von den Frauen lesen, die ihre Ehe auch so beschreiben wie das was du grad erlebst..und noch weitere 20 Jahre mit diesem Mann zusammenblieben- unglücklich.
Lass dich davon inspieren....
 
  • #12
Kann es sein, dass Dein Mnn sich wegen des Kindes zurückgesetzt fühlt und sowas wie Eifersucht spürt? Will er vielleicht deshalb mit seinem Verhalten provozieren, um Deine Aufmerksamkeit zu erregen? Hat sich euer Sexleben nach der Geburt des Kindes negativ verändert?
Kommt mir vor wie bei der Kindererziehung: auch negativ erreichte Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit bzw. Zuwendung....(da gibt es in in eurer Ehe vielleicht inzwischen ein Defizit?)
 
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  • #13
@#9

Toll, und was hat es dir jetzt schlussletztendlich gebracht? ... genau! Nichts. Jetzt stehst du vor dem Scherbenhaufen und wahrscheinlich exakt den gleichen Fragen wie damals schon.

Fundamentale Entscheidungen pro/contra jemanden Heiraten trifft man nicht auf Basis von "Hoffnungen" sondern aufgrund einer festen Überzeugung dass dies Mr./Mrs. Right ist.

Alles Gute Dir und Deiner jetzt zu treffenden Entscheidung.
 
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  • #14
Hallo, ich habe das gleiche Problem, jedoch hab wir kein Kind. Er findet auch mit jeder Bäckerei erei/Fleischerei/Blumenverkäuferin, eher eine nettere Unterhaltung, als mit mir, obwohl ich immer bei seinen "Charming Boy" Gespächen/small talks dabei bin, beachtet er mich nicht "vollwärtig" nur so, als Kumpel oder "Schwester" die über seine bekloppten Fragen zu Produkten w.z.B.;" Was können Sie denn heute mal schönes empfehlen, schmeckt Ihnen das Brot denn auch, kaufen sie es auch privat, wo gehen Sie so shoppen, bla bla, bla???!!! Nervig! Jeder bekommt mehr Aufmerksamkeit als ich, Zuhause ist er immer krank und muffelig u. nervt mit seinen Kontrollen mich rund um die Uhr,
 
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  • #15
FS @ #12

50% Scheidungsrate in Deutschland sagen mir, dass sich wohl ziemlich viele nicht wirklich sicher waren, ob es die/der Richtige war. Oder sie waren sich sicher und es hat sich andersrum entwickelt.

Eine Heirat ist mehr Glücksspiel, als sich viele eingestehen wollen.

Und ich würde nicht sagen, es habe mir nichts gebracht. Es ist für mich keine Schande, mich für diese Ehe entschieden zu haben, die immer wieder vor großen Schwierigkeiten steht, selbst, wenn sie scheitern sollte, ist es kein Makel für mich, sondern eine sehr weitreichende Erfahrung, um die ich trotz allem dankbar bin. Ich habe mich positiv verändert, er hat es ebenso, wir haben ein wundervolles Kind zusammen. Ohne diese Beziehung hätte ich kaum gelernt, wie schwierig es sein kann, Probleme zu analysieren und aufzuheben, um weiterzumachen. Viele scheitern allein daran, wirklich herauszufinden, wo der Hund eigentlich begraben liegt. Nach mehreren, nun doch ihn erreichten Gesprächen steht fest, dass wir uns beide keine Zeit mehr für die Belange des andern nahmen, alles musste innerhalb kürzester Zeit erledigt werden. Das schliff sich soweit ein, dass man sich anmaßte, alles, was einem unwichtig erschien, von vornherein abzulehnen, um eine Überforderung zu vermeiden.

Ich habe immer wieder gemerkt, dass Verhaltensweisen oft damit zu tun haben, dass man mit sich nicht gut umgeht, mit sich nicht im Reinen ist und Wünsche und Erwartungen auf den Partner überträgt, die er doch bitte besser machen soll.

Der Nachteil der Ehe ist, dass es extrem viel Kraft kostet, alles darum herum wieder aufzuheben. Der Vorteil an diesem Nachteil ist, dass man es sich nicht einfach machen kann. Zumindest, wenn man es nicht will.

Ich habe jetzt daraus gelernt und meine Hoffnung mal auf den Prüfstand gestellt. Dann habe ich ihn gefragt, wie wir leben wollen, womit wir beide glücklich wären. Für mich kam als erstes: Ich möchte, dass wir mehr auf den anderen eingehen. Das heißt für ihn: Gib mir mehr Wertschätzung, nimm Dir Zeit für mich, nimm meine Probleme ernst. Für mich heißt das: Ich höre ihm aktiv zu, nehme seine Probleme ernst, biete ihm mehr Halt und Unterstützung.

Der Grund für seine Pampigkeit auf besagter Party bestand nämlich in einem für ihn sehr stressigen, ungelösten Konflikt, jeder sprach ihn darauf an und dann kam ich auch noch und wollte ständig was von ihm (was ich nie böse meinte, war einfach der falsche Zeitpunkt und ich hatte in dem Moment kein Gespür dafür).

Möglicherweise nehmen wir einen Dritten ins Gespräch, der uns ein bisschen darin begleitet, uns wieder langsamere Schritte anzugewöhnen. Mein Mann und ich sind beide schnelle Denker und müssen lernen, mal stehen zu bleiben und nicht schon mit der Lösung voranzupreschen, obwohl der andere nichtmal ausgesprochen hat.

Klingt einfach, ist aber sauschwer. Vor allem, wenn man das Gefühl hat, jetzt erst den Eisberg unter der Oberfläche entdeckt zu haben.

Was ich mir davon verspreche, weiterzumachen? Ich hoffe, dass wir das Leben zusammen führen können, das wir uns beide wünschen. Er möchte es, und ich möchte es auch. Ich will mich nicht scheiden lassen, obwohl mich all die Enttäuschungen und Verletzungen der Vergangenheit so sehr mitgenommen haben. Wir haben uns von einem riesigen Knall immer weiter aufeinander zubewegt, hinzugelernt, auch wenn ich sehr viel schneller war, als mein Mann, aber diese Entwicklung ist noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, und das ist es letztendlich, wofür es sich lohnt, wieder aufzustehen.

Die Hoffnung ; )

Vielleicht ist dieser Fall ja eine Anregung für andere, denen es genauso geht. Wenn es nur einem weiterhilft, hat es sich schon gelohnt, diesen Konflikt ins gefühllose Internet zu stellen (bin da etwas konservativ, normalerweise prostituiere ich meine Probleme nicht im Netz, hat für mich einen schalen Beigeschmack, ging jetzt aber nicht anders und es hat uns geholfen).

Danke und alles Gute!
 
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  • #16
#12: Tja , und was macht man , wenn es keinen Mr.Right gibt, weil es allein mathematisch gesehen eine Illusion ist? Allein 20 feste Kriterien reduzieren die Wahrscheinlichkeit, diesen passenden Menschen gerade vor sich zu haben auf 1: 1 Million (0.5 hoch 20) . Umgekehrt kamen unsere Elterngenerationen trotz wirklich großer Unterschiede in Summe besser miteinander klar.

Und selbst wenn sie perfekt zusammenpassen. Beide Charaktere ändern sich im Laufe ihres Lebens und dann muss man sich dann doch mit den quersitzenden Windchen auseinandersetzen.

@FS: Ich finde sein Verhalten auch zutiefst beleidigend, es kann aber nicht so gemeint sein sondern ein Suchen nach Aufmerksamkeit. Es klingt für mich im ersten Moment nach einem klassischen Differenz zwischen einer introvertierten und einer stark extrovertierten Person. Ich weiß da auch kein Patentrezept, denn angeblich ist das tief im Hirn verankert. Es macht mir aber wieder deutlich, dass ich mich von vor zu extrovertierten Frauen hüten muss, so attraktiv sie mir auch im ersten Moment erscheinen mögen.
 
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  • #17
[Fragestellerin]

@#15: Dass DU Dich vor extrovertierten Frauen hüten musst oder dass man sich generell vor ihnen hüten sollte? Ich denke, das kann man nicht verallgemeinern, aber Dein Posting klingt fast danach.

Hm, ja, er ist introvertierter als ich, nicht nur, aber öfter. Bin ich extrovertiert? Ich habe auch sehr, sehr ruhige Zeiten. Ist also nicht entweder oder. Das Problem liegt eher in der schon so oft erwähnten und belächelten Kindheitserfahrungen, die einen prägen. Sie sind keine Entschuldiung, aber eine Erklärung und der Ausgangspunkt für zu suchende Lösungen.
 
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  • #18
#15: #16 bist du die FS?
Dann habe ich dich nach der Beschreibung als introvertierter angesehen, du dich offenbar nicht. Aber auf Partys den Clown zu machen, Aufmerksamkeit zu erheischen, ist nicht gerade ein Indiz für Introvertiertheit. Ich ging schlicht einzig von deiner Beschreibung #1 und #9 aus!!

Introvertiertheit / Extrovertiertheit ist einigermaßen objektiv messbar, und sagt im Wesentlichen aus, woher die Energie bezogen wird. Extrovertierte Menschen beziehen Energie aus der Außenwelt, aus äußerer Anregung und Aktivität. Das Alleinsein oder ein Nachmittag mit nur ein oder zwei Menschen, etwas, dass den Akku des Introvertierten auflädt, bedeutet für Extrovertierte eher Unterstimulation und Stress - sie brauchen die nächste Aktivität mit vielen Menschen, um Energie zuzuführen und aufzublühen.

Als Verallgemeinerung wollte ich meine Äußerung sicher nicht gelten lassen, nur ist für den einen das Streß, was für den anderen gerade die geeignete Energiezufuhr ist. Da wird es in einer Partnerschaft schwierig. Also wäre ich für eine extrovertierte Person der pure Streß, wenn ich nicht genügend seelische Energie habe!

Dein Beitrag aus #15 gefällt mir außerordentlich und ich finde deine Art die Welt anzugehen richtig klasse!
 
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  • #19
Okay, dann hast Du Recht damit, dass ich introvertiert bin und er extrovertiert. Er liebt es, mehr Menschen um sich zu haben, die er mag, ich komme mit einem Minimum an äußeren Reizen aus.

Danke für diesen Hinweis, er hilft mir sehr weiter.

#15 war aber nicht von mir

Die FS
 
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  • #20
Guten Abend,

es gibt einfach Menschen, die nicht zusammen passen, so sehr sie sich das auch einreden und wünschen: "...es muss doch so sein, wir sind verheiratet und haben ein Kind".

Sie wissen oder ahnen zumindest selbst, dass Ihre Beziehung keine Zukunft hat.

Wollte mit mir eine Frau zweimal solche "Spielchen" treiben, wie Ihr Mann das laufend macht, wäre es genau einmal zuviel.

M, 50
 
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  • #21
Hallo zusammen.

Ist vielleicht etwas unüblich, dass man seinen alten Thread "wiederbelebt", aber ich ich glaube, ich brauche etwas mentale Unterstützung. Ich bin die Fragestellerin.

Er hat sich nicht geändert. In den Zeiten, wo er nett ist, ist er nur noch "netter" geworden, ich denke, er tut das, um zu bewirken, dass die Ehe nach außen hin toll aussieht.

Ich habe ihm aber gesagt, dass er mich bitte nicht mehr küssen und anfassen soll, weil es mich anwidert. Er soll aufhören, so zu tun, als sei alles prima, denn das ist es nicht.

"Hm, ja, ok." war alles, was kam. Das gab es jetzt seit meinem ersten Posting ganze drei Mal. Ein paar Tage wird so getan, als sei alles gut und harmonisch, ich lasse mich darauf ein, nehme es an, arbeite an mir, will es besser machen und irgendwann schlägt mir dann urplötzlich wieder eine solche Arroganz entgegen, dass es mir wehtut. Ich fühle mich, tschuldigung, irgendwie verarscht.

Ich will nun nicht mehr. Ich will mich trennen. Es wird Fragen aus der Nachbarschaft geben, weil wir beide uns mit allen eigentlich gut verstehen, wie ich mich eigentlich auch ganz gut mit seiner Familie verstehe. Ich bin natürlich die Dumme, die alles kaputtmacht, aber ich kann so nicht weitermachen. Wir waren letzte Woche mit unserem Kleinen unterwegs, worauf ich mich sehr gefreut hatte. Im Laufe des Tages kamen immer wieder sehr nervende, arrogante Fragen und Kommentare von ihm, die mich verletzten. Vielleicht bin ich einfach etwas empfindlich, aber es ist nunmal so, dass es mich so traurig macht, dass ich meinen Mann mittlerweile ablehne.

Also entschließe ich mich nun dazu, eine Wohnung und eine zusätzliche Kinderbetreuung zu suchen, mehr arbeiten zu gehen und all die Geschichten auszuhalten. Ich habe alles versucht: vernünftig zu sein, mich zusammen zu reißen, mich zu ändern, zu reden, den Mund zu halten, mich zu zwingen. Aber ich komme immer wieder an den selben Punkt zurück. Es bringt einfach nichts.

Was mich allerdings noch hält ist die Tatsache, dass unser Kind ein Papakind ist. Papa hier, Papa da. Mein Mann ist ein wundervoller Vater. Die beiden haben ein gutes Verhätnis zueinander, allerdings ist dies auch dem Umstand geschuldet, dass ich auf Grund meiner Arbeit weniger Zeit mit dem Kleinen verbracht habe. Er hängt oft mehr an der Person, die entsprechend mehr Zeit mit ihm verbringt.

Nichtsdestotrotz wäge ich nun ab: Habe ich auch noch eine eigene Verantwortung mir selbst gegenüber oder wäre dies gegenüber dem Kind egoistisch? Dafür fehlt mir noch die Kraft.

Danke, dass ich mich einmal ausheulen durfte, das war mal nötig.
 
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  • #22
Liebe FS,

warum holst du für dich selber nicht mal professionelle Beratung? Es kann und wird dich entlasten und dir Möglichkeiten geben, Entscheidungen zu treffen.

w 47

Ich empfehle dir noch ein Buch. Liebe dich selbst.... von Eva-Maria Zuhorst
 
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  • #23
Ich würde nicht so schnell aufgeben. Schon wegen des Kindes nicht. Die Chance, sich zu verbessern, ist gering.
Das scheint kein selbstbewußter Mann zu sein. Die Partnerin in Gesellschaft zu erniedrigen zeigt, daß er sich selbst klein fühlt und wenig Standing hat. Danach - ohne Publikum - um Zuneigung zu betteln, offenbart, wie klein er sich eigentlich fühlt.
Du möchtest Wertschätzung und Zuneigung auch in der Öffentlichkeit (dir ist es scheinbar wichtig, daß andere Leute sehen, wie sehr ihr euch liebt) und strafst ihn mit Liebesentzug.
Das ist eine verfahrene Kiste. Da ist einer so sehr schuld wie der andere.
Die zwischenmenschlichen Kommunikationsqualitäten von Männern sind in der Regel nicht so toll. Dafür können sie andere Sachen.
Auch wenn es schwer fällt, zeige Souveränität und steige nicht auf das kleine-Jungen-Spiel ein. Das machst du doch bei deinem Kind sicher auch nicht. Hast du schon mal überlegt, wie sehr sich dein Mann durch sein Verhalten in der Öffentlichkeit selbst diskreditiert? Die anderen sind doch nicht blöd und blind, die wissen das schon zu werten, wenn einer seine Frau kleinmacht.
Es funktioniert ohnehin auch nur, wenn du reagierst. Wenn du ihn ignorierst, dich um dich selbst kümmerst, dir andere Gesprächspartner in Gesellschaft suchst und nicht auf ihn fixiert bist, könnte sich das entspannen.
Wegrennen ist keine Lösung, Beziehung ist Arbeit und vor allem - leider - Frauenarbeit. Krisen müssen bewältigt werden, auch wenn es lange dauert. Die nächste Beziehung ist auch nicht konfliktfrei, vielleicht ist es dann was anderes. Gibst du dann wieder auf?
Dieser ganzen Unterhalts-, Sorgerecht, Umgangsrecht-Bohei, die Gefühlen deines Papa-Kindes... Verbessert das dein Leben?
 
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  • #24
Nein, natürlich nicht. Aber das sind sachliche Dinge, die man einfach regeln kann. Sich persönlich verletzen zu lassen ist wohl eine andere Sache.

Möglicherweise sollte ich lernen, damit klarzukommen. Aber weder die Ehe noch alles, was damit zusammenhängt wie Nähe, Sex etc. würden sich verbessern, weil ich schlicht keine Lust mehr auf diese Spielchen habe. Ich denke aber auch, dass eine solche Beziehung, in der die Basis nicht mehr stimmt, keine Zukunft hat.

was ist denn das für eine Beziehung, in der beide Spielchen abziehen, wie Sich-ignorieren?
 
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  • #25
Nein, ich meine keine Spielchen. Sondern auf kränkendes Verhalten nicht einzusteigen, keine Rückmeldung geben, daß die Kränkung "gelandet" ist.
Oder auf das Erwachsenspiel "Schätzchen" (d.h. den anderen in Gesellschaft zu erniedrigen) ein "Schätzchen" zurückzuspiegeln.
Natürlich hat das Grenzen, irgendwann hat man nur noch die Schnauze voll. Aber wie gesagt, ich habe Zweifel, daß es besser wird.
Ich habe zweimal aufgegeben, als eine langjährige Beziehung verfahren war. Der Ton war nicht mehr gut, ich trug eine enorme Last, fühlte mich nicht mehr geborgen. Im Nachhinein habe ich erkannt, daß es äußerst wertvoll ist, mit einem Menschen schon ein so weites Stück Weg gegangen zu sein. Da wäre der Moment gewesen, Arbeit hineinzustecken, um aufs nächste Level zu kommen.
 
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  • #26
Du hast selbst Zweifel, dass es besser wird, deine Beziehung hast du beendet, weil ihr nicht mehr weitergekommen seid, ich verstehe in diesem Zusammenhang den letzten Satz nicht ganz: da wäre der Moment gewesen, arbeit hineinzustecken, um aufs nächste Level zu kommen.

Welches Level soll ich mit meinem Mann noch erreichen, frage ich mich....heute morgen hat er dem Kleinen dessen Lieblingsspielzeug aus der Hand gerissen und dieses wütend in die Ecke geschleudert, weil er ungeduldig geworden ist, der Lütte wollte sich nicht anziehen lassen.
Mir fällt dazu nur eines ein....

Es gibt Diskussionen (!) weil ich ihn darum bitte, die Schuhe vor der Haustür auszuklopfen, damit ich mit dem Staubsaugen fertigwerden kann. Zeigt mir die Rillen unter den Schuhen und fragt, ob ich sie sähe, die wären ja so schwer sauberzumachen....ich solle bitte warten mit dem Staubsaugen, bis er mit dem Kleinen aus der Tür wäre, sonst müsste ich ja doppelt saubermachen. Solche verdammten Kleinigkeiten bringen mich zur Raserei. Aber letztendlich sind es nicht mehr die Kleinigkeiten, in mir hat sich das Gefühl festgesetzt, dass er seine Fassade nur schwerlich aufrecht erhalten kann. Und ich will keinen Menschen an meiner Seite, der mir Theater vorspielt, damit nach außen alles prima aussieht.

Gestern abend habe ich ihn gefragt, ob er den Verband um seine Hand nach vier Tagen nicht mal wechseln will, er hatte sich arg geschnitten. Kommentar: Nein, will ich nicht! Ist gut jetzt!
Diskussion beendet. Das ist mit allem so, mit den kleinsten Kleinigkeiten. Ich fühle mich abgestellt.

Naja, Schuldzuweisen bringen nichts. Und es bringt auch nichts, das Ganze weiterzumachen, ich muss jetzt nur noch genug Kraft aufbringen, all die belastenden Dinge zu ertragen, das Ganze Geheule und Gefrage, Gebettele und Theater, das macht eine vernünftige Trennung sehr schwer.

Aber mir reichts. Kann mich jemand an seinen Trennungserfahrungen teilhaben lassen, wie habt ihr es geschafft?

Lieben Dank!
 
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  • #27
#22

Nein, ich will eigentlich nicht, dass alle Öffentlichkeit mitbekommt, dass man sich liebt. Ich möchte mich auf einer Party, bei der Familie und auch sonst ganz normal und entspannt mit ihm zeigen. Aber ich bin dann unsicher und er wird arrogant und ich werde noch unsicherer. Mir würde es schon reichen, wenn er mich in der Öffentlichkeit nicht wie den letzten Dreck behandeln würde, zumindest fühlt es sich so an.

Ist es da verwunderlich, wenn ich mich frage, ob ich mir das gefallen lassen soll...? Ich ziehe mich dann zurück, ja sicher macht das die Fronten nicht besser. Ich tue mich auch extrem schwer damit, dann weiterzumachen, als wäre nichts geschehen, denn immerhin verletzt mich sein zickiges Gehabe sehr.
 
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  • #28
Hallo FS,
wenn ich das alles so lese, gebe ich Dir den Tipp, Dich mal auf der Seite www.re-empowerment.de umzuschauen. Es geht dort um verbale Gewalt.
Irgendwie erinnern mich Deine Berichte daran.
Vielleicht kann Dir dort eher geholfen werden.
Alles Gute
(w/56)
 
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  • #29
Danke für den Tipp. Vor einiger Zeit kam mir bereits auch schon der Gedanke, ob mein Mann ein manipulativer Mensch sein könnte.

Aber nein, ich wollte ihm ja nichts Böses und er wirkt auf andere ja auch immer nett und lustig.

Und nach langer Zeit habe ich eine Art Vertrag wiedergefunden, der zwischen uns einmal getroffen worden war, indem steht, dass der Kindesunterhalt bei bestimmten Gegebenheiten abgegolten sei. Ach nee, stimmt, haste recht, meinte er, das war wohl ein Versehen, tut mir leid, ändere ich sofort. Das Sofort-Ändern dauert jetzt bereits drei Monate.

Und dem Notar hat er damals einen viel höheren Vermögensbetrag angegeben, als er tatsächlich besitzt (damit er im Falle einer Scheidung keinen Ausgleich zahlen muss, denn bis er diesen Betrag wirklich erreicht, dauerts noch ein paar Jahre). Ich allerdings, nein, nein, durfte nur einen winzigen Betrag angeben, denn sonst würden ja die Notarkosten zu hoch, die sich am gemeinsamen Vermögen orientieren. Wir haben beide die Hälfte dieser Kosten gezahlt. Ich also seine mit.

Nicht manipulativ?

Sobald er merkt, ich bin sauer, versucht er, mich mit irgendwelchen Dingen bei Laune zu halten, spricht von Lebensversicherungen im Falle dessen, ihm passiere was, damit wir abgesichert seien, fordert einen Begrüßungskuss und vehement eine Verabschiedung ein....ziemlich penetrant. Früher war aber alles noch schlimmer. Da ist er mir im Streitfall hinterhergelaufen, wie ein Hund, das hat mich damals extrem aggressiv gemacht.

Okay, ich habe es versucht, hatte gedacht, Beziehungen seien nunmal so, ich müsse mich halt auchmal zusammenreißen, aber mir werden langsam immer mehr Dinge klar.

Warum er jedesmal seine miese Kindheit vorschiebt, wenn er mich mal wieder verletzt hat...ich sagte ihm, es wird erst wieder was mit uns, wenn er sich professionelle Hilfe holt, um davon loszukommen. Naja, ein zwei Mal hatten wir einen Termin, dann ist es versandet.

Warum er versucht hat, mir das Studium und den neuen Job auszureden...brauchst du das denn wirklich? fragte er....du hast doch hier alles....meinst du nicht, dass du dich übernimmst? Wie willst du das alles schaffen mit dem Kind?
 
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  • #30
Passt eine erschreckende Menge. Dank für den Link.
 
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