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  • #1

Echte Freundschaften?

Meint ihr, es gibt (in der heutigen Zeit noch) echte Freundschaften?

Falls ja, hatte ich da bisher wohl nur wenig Glück. Ich erlebe es immer so, dass ich mich bemühe, und dabei eher auf Rückzug und Ablehnung stoße. Ich komme damit klar, aber andererseits wünsche ich mir schon zum Beispiel eine beste Freundin. Das, was ich habe, sind eher Bekanntschaften und Zweckgemeinschaften und ich erlebe auch viel Respektlosigkeit mir gegenüber. Ich soll etwa am besten stundenlang zuhören. Aber wenn ich mal etwas erzählen will, wird sich weggedreht oder mit einem kurzen "Ja!" geantwortet, damit ich bloß schnell aufhöre. Mittlerweile mache ich sowas aber auch nicht mehr mit.

Wie sind eure Erlebnisse in dieser Hinsicht? Ich habe auch schon überlegt, ob ich vielleicht in den deutschen Süden ziehe oder sogar ins Ausland, weil ich dort herzlichere Menschen vermute.

w30
 
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  • #2
Ja es gibt sie. Selbst ich kann diese Freunde an meinen 5 Finger abzählen! Habe aber auch das Gefühl es werden immer weniger,....die guten Freunde! Leider.



M/27
 
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  • #3
meine ältesten Freunde habe ich fast 30 Jahre und werde die auf dem Sterbebett noch haben. Klaro gibt es echte Freunde... muss aber sagen, ich bin ein Mann und keine einzige Heterofreundschaft hat gehalten.
Was sicherlich hilft ist wohnliche Nähe. Wir sind alle mehr oder weniger oft umgezogen, aber nie soweit auseinander, dass man sich nicht mal treffen konnte. Keiner von uns brauchte dringends nach der Schule das Sonderstudienfach XY, was es nur in Pusemuckel gibt, und niemand hatte den Drang, schnellstmöglich hunderte Kilometer aus dem Elternhaus zu fliehen.

Gegenteilig beobachte ich bei meiner Schwester, dass eigentlich keine Freundschaft länger als 10 Jahre gehalten hat - hauptverantwortlich dafür ist fehlende wohnliche Nähe und andauerndes Umziehen.

Freunde fürs Leben haben ganz sicher keine geografische Grundlage. Wenn überhaupt wirst du lebenslange Freundschaften eher im Ruhrpott finden als anderswo. Großstädte haben denke ich auch negativen Einfluss auf Freundschaften (frag mal die New Yorker, die jeden Tag anonym aneinander vorbeirennen...).
 
  • #4
Jeder ist sich weitgehend selbst der Nächste. Nur Leute, die die gleichen schlechten Angewohnheiten haben, hängen meist dauernd aufeinander. Da tun sich manchmal Abgründe auf, da scheut man schon selbst zurück, näher in Kontakt zu treten. Das mit dem allein sein ist daher garnicht so schlimm.
 
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  • #5
Natürlich gibt es das. Wär ja sonst schlimm. Ich (w, 49) habe manche Freundinnen seit über 30 Jahren - meine älteste seit genau 47 Jahren! Es kommen aber auch immer mal welche dazu auf den einzelnen Lebensstationen: bei einer Fortbildung vor fünf Jahren habe ich eine kennengelernt, eine andere bei der Arbeit vor 12 Jahren ...
Vielleicht musst du besser auswählen, damit du nicht an "Freundinnen" gerätst, die dich nur als Seelenmülleimer missbrauchen wollen, aber eigentlich gar nicht dich meinen. Solche Versuche gab es bei mir auch, aber irgendwann hab ich's doch noch gemerkt und mich distanziert; tut einem schließlich gar nicht gut.
Dir viel Glück!
 
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  • #6
Liebe FS,
sicherlich hat es einen Einfluß, wo Du lebst und wie Deien Weg dorthin war. Ich bin bis ich Mite 30 war x-mal berufsbedingt umgezogen und in der "kühlen Schonen im Norden" gelandet - Hamburg, Millionenstadt. Da wird es nichts mit neuen Freundschaften aufbauen - in 20 Jahren hat es tatsächlich nur für eine Freundin gereicht.
Andere tiefe Freundschaften, z.T noch aus der Kindheit, die Zeit und Raum überdauern, habe ich tatsächlich im Ruhrgebiet und neue gefunden im viel menschlicheren Osten. Daher werde ich wohl meinen Wohnort verlagern, wenn ich das Rentenalter erreiche. Solange muss ich halt in stundenlangen Telefonaten mit den verstreut wohnenden echten Freunden mein Bedürfnis nach Nähe leben.
Hamburg ist phantastisch, aber die Leute starren nur in ihre Smartphones, in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf der Straße, in Cafes - grüßen oder lächeln wird als Belästigung empfunden.
 
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  • #7
Ja, die gibt es!
Ich habe sie in allen Lebenslagen kennengelernt: Schule, Uni, Arbeit, Nachbarschaft, Seminar und sogar Online.
Und ich spreche von Menschen, die alles über mich wissen und ich über sie, mit denen ich sehr sehr offene Gespräche führe.
 
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  • #8
FS. Danke für eure netten Antworten!

Ich glaube, ich werde es tatsächlich mal mit einem Umzug probieren, sobald sich die Gelegenheit ergibt. So kann es einfach nicht weitergehen.

LG
 
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  • #9
Also ich komme aus dem Süden (Bayern) und ich kann Dir sagen, dass es hier auch nicht besser ist als anderswo mit den Freundschaften!
Und alle die, die gleich posten: ach, ich und meine beste Freundin wir sind seit x jahren ein herz und eine Seele und wir knutschen noch auf dem Sterbebett. Glück, gehabt, aber die Norm ist das leider nicht.
Meine vermeintlich besten Freundinnen (langjährig) haben sich irgendwann einfach verkrümmelt. Entweder es passte von der Lebenssituation nicht mehr mit uns oder ihnen war nur noch ihr Mann wichtig (keine Zeit mehr für Freundschaften) und/oder sie sind weit weg/aufs Land gezogen. Dieses vollquatschen lassen kenne ich auch, mag ich auch nicht, aber so sind die Weiber nun mal. Also, Freundschaften kommen und gehen, manche sind besser, manche nicht so gut, aber geografisch würde ich das auf gar keinen Fall festmachen.
 
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  • #10
Echte Freundschaften sind selten und sehr kostbar, für mich mit das wichtigste im Leben. Viele verstehen darunter aber nicht immer das gleiche, Bekanntschaften und Freundschaften werden da oft nicht wirklich auseinander gehalten.

Natürlich muss man auch einiges tun für eine gute Freundschaft aber wenn ich merke es ist kein Ping-Pong Prinzip, dann sind es keine echten Freunde. Viele Heutzutage die von sich behaupten viele Freunde zu haben, sind meistens nur Bekanntschaften und funktionieren nur oberflächlich solange man miteinander "Spass" hat oder kurzfristige Mittel zum Zweck der Langeweile. Kommt es zu echten Krisensituationen und Problemen aber auch Kleinigkeiten wo selbstlose Unterstützung gefragt ist, weiß man recht schnell was echte Freunde sind und da stehen die meisten doch mit ihren 250+ Facebook Freunden sehr alleine da.

Meine besten Freunde sind die, die ich bereits aus der Kinder und Schulzeit kenne. Je älter ich werde desto schwieriger wird es irgendwie wahre Freunde zu finden. Den meisten reicht doch eine Partnerschaft mit Bekanntschaften für ab und zu mal etwas zu unternehmen völlig. Heute sind die meisten Menschen so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass für echte Freunde völlig das Verständnis fehlt und nicht mal bewusst merken wenn sie jemand für eigene Zwecke nur ausnutzen. Ich unterstelle da nicht mal böse Absichten.

Meinen besten langjährigen Freund habe ich vor paar Jahren leider durch eine tödlichen Unfall verloren und hat ein krasses Loch in meinem Leben hinterlassen, dass mich völlig aus der Bahn geworfen hatte. Jemand wo man wusste, auf den kann man sich sein ganzes Leben verlassen ohne auch nur einmal danach Fragen zu müssen. Spätestens da war wieder klar, was man eigentlich aneinander hatte und so eine Freundschaft Unbezahlbar ist.
 
  • #11
Liebe Fs und #8
Und alle die, die gleich posten: ach, ich und meine beste Freundin wir sind seit x jahren ein herz und eine Seele und wir knutschen noch auf dem Sterbebett. Glück, gehabt, aber die Norm ist das leider nicht

Glück hat damit nur bedingt was zu tun. Ich habe ein paar sehr gute Freunde plus etlicher nicht ganz so dicker Freunde.

Mit den wirklich guten verbindet mich allerdings nicht nur ein paar Gespräche oder mal shoppen sondern gemeinsame Erlebnisse, durchgestandene Krisen, Gegenseitige Unterstützung und immer die Selbstverständlichkeit mit der das geschieht. Wer immer den Payback im Hinterkopf hat ist kein Freund.

Ich glaube dass einfach viele viel zu inflationär mit diesem Begriff umgehen. Es reicht nicht aus ab und zu mal miteinander zu grillen oder zum Fussball zu gehen.

Das hat auch so gar nix mit der Region zu tun, mein bester und ältester Freund lebt 800km weiter nördlich. Wir treffen uns vielleicht 3-4x im Jahr, dann aber richtig!
 
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  • #12
Hallo FS

Also ich (m) komme aus dem Ruhrgebiet und muss sagen, dass ich hier eigentlich null Porbleme sehe gute Freunde zu finden.
Meine ältesten Freunde kenne ich seit 24 Jahren. Und ich bin erst 24 :)
Der eine wohnt mittlerweile in Frankfurt und die andere in Stuttgart. Macht aber garnix.

Habe aber auch andere gute Freunde gefunden. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass sobald du mal in der Situtation bist und ein Freund deine Hilfe brauchst und du für ihn/sie da bist, du von da an davon ausgehen kannst, dass sie dir genauso zur Seite stehen.
Aber vielleicht is das echt ein Ruhrpottding.
 
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  • #13
Liebe FS
ich glaube, ob man in der Lage Freundschaften zu schliessen, oder nicht, hängt immer sehr viel von einem selbst ab. Ja, und ich meine Freundschaften..nicht Bekannschaften.
Ich selber komme nicht aus Deutschland, habe in 3 verschieden Länder gewohnt und in 6 verschiedene Städte/Regionen in Deutschland. Sicherlich zeigt jedes Kulturkreis, Land und jede Region/Stadt unterschiede bzgl. Offenheit und Umgänglichkeit der Menschen aber umso mehr werden Freundschaften von der individuellen Kultur geprägt, was heißt, dass auch in Regionen wo die Menschen als verschlossen und zurückhaltend gelten (z.B. Hamburg), es trotzdem eine Menge Leute gibt die dieses Stereotyp nicht entsprechen und offen und kontaktfreudig sind und ähnliche Interessen und Werten teilen.
Ich bin jetzt Anfang 40, habe es trotzdem geschafft ein oder zwei sehr enge Freundschaften aus jeder "Station" des Lebens mitzunehmen, trotz unterschiedlicher Lebensphasen (Kinder, Sehr viel Arbeit..usw...usw.) Auch habe ich es geschafft trotz Entfernung eine emotionale Nähe zu behalten. Die Tel. Flatrates und Skype machen es möglich!...und natürlich besucht man sich Gegenseitig bei Gelegenheit.
Also, mein Tipp: Bei sich selbst anfangen, neue Impulse finden und senden. Es wird überall nur mit Wasser gekocht...:)
Viel Erfolg!
 
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  • #14
Bis vor kurzem hätte ich auch gesagt, ja klar, es gibt sie. Aber das Leben nimmt halt eben auch seinen Lauf, es gibt Veränderungen, und man verliert auch manchmal Freunde.

Ich hatte/habe vier sehr gute Freundinnen noch aus der Schulzeit (also schon über 30 Jahre). So langsam sind sie aber weggezogen, haben später als ich Familien gegründet. Da sind dann die Wege auseinandergegangen. Auch wenn wir noch über E mail in Kontakt sind, es ist nicht mehr dasselbe.

Neue echte Freunde zu finden ist in der Tat schwierig.

Ich denke, es ist auch ein Trend der Zeit, dass wir wegen der vielen Konsummöglichkeiten, Fernsehen, Internet, etc. immer weniger um das Pflegen von Freundschaften bemüht sind. Es ist eine Art soziale Verarmung.
 
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Mooseba

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  • #15
Ich habe auch nur noch zwei gute Freunde, die ich nur hin und wieder treffe. Ich wüsste auch nicht, was ich mich mit denen längere Zeit unterhalten soll. Meine Probleme können die nicht lösen und anderes geht selten in meinem Kopf vor. Der eine will aber ständig fast nur über psychische Probleme oder Beziehungsprobleme reden und darauf habe ich kaum Bock. Mit dem anderen Freund rede ich generell nur noch wenig, wir gehen lieber öfter ins Kino oder schauen gemeinsam Fußball bei ein paar Bier.
Außerdem habe ich nicht unendlich viel Zeit nach Feierabend. Da kann ich nur eines machen: entweder Sport oder ein Buch lesen oder einen Freund treffen oder den Abend mit der Freundin verbringen.
 
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  • #16
Sorry, aber sowas hab ich noch nie gehört. Umzug wegen nicht vorhandenen Freundeskreises.

Meine Mutter hat auch keine Freunde, weil sie es einfach nicht versteht, eine Freundschaft respektvoll zu pflegen. Freunde sind aus ihrer Sicht Schleppenträger. Es dauert immer nicht lange und keiner mehr will mit ihr reden. Sie jammert immer nur über die anderen, dass auch sie ihren Beitrag zu leisten hätte, bedenkt sie nie. Es wäre egal, wo sie wohnt, solange sie nicht an ihrer Einstellung arbeitet, wird sie keine echten Freunde haben.

Such Dir doch einen Verein o. ä., wo Du die Möglichkeit hast, Gleichgesinnte zu treffen. Eine gleiche Grundeinstellung ist doch unabdingbar für gute Freundschaften. Gleiche Interessen sind sehr von Vorteil. Aber mit einem Umzug würde ich warten. Als Fremder tut man sich nicht leichter, Anschluss zu finden.

Vielleicht bist Du aber auch zu anspruchsvoll? Meine zwei besten Freunde nerven mich manchmal tierisch, aber ich weiß, dass ich mich immer auf sie verlassen könnte, würde ich sie brauchen.
 
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  • #17
Meine Erfahrung: Die meisten Menschen wollen einen aussaugen, sich an Dir wärmen - Dich benutzen. Ob es um permanente Jammerei geht (aber wehe, Du brauchst selbst mal einen Rat!) oder um Beziehungsprobleme, das Gros der Menschen, denen ich begegnet bin, sucht einen kostenlosen Ersatz-Therapeuten und einen "Ja-Sager", der zu allem "Ja" sagt - also einen Meinungsunterstützer.
Aus diesem Grund gehe ich keine Freundschaften mehr ein. Ich verschwende nicht mehr meine Lebenszeit mit dem Zuhören von Pillepalle-Problemchen, noch bin ich der Stiefelknecht für andere! Dazu waren harten Einschnitte nötig, und auch das sofortige Kappen von Kontakten. Die sog. Freundinnen haben es nicht verstanden, wie auch - viele Menschen besitzen nicht einmal ansatzweise eine Tendenz zur Selbstreflektion!
So traurig das klingen mag: Ich bin heute als Einzelgängerin zufrieden und glücklich, muss mich nach niemandem richten und mir nicht die Zeit von Energievampiren stehlen lassen.
Ich habe eine sehr gute Freundin, wir wohnen weit auseinander und telefonieren oft. Wenn wir uns besuchen, ist es, als würden sich eineiige Zwillinge treffen :)
Es ist meine einzige Freundin - so sehr ich auch versucht habe, Freundschaften aufzubauen, so sehr war ich immer geschockt, dass nach einigen Treffen von Seiten der anderen die Masken schnell fielen, und was anfänglich vielleicht noch "neu" erschien, wich schnell ruppigem Benehmen, billigen Machtspielchen und Zickigkeiten, die ich jedoch jederzeit verstehen und entschuldigen sollte...
Anrufe zu Tages- und Nachtzeiten, weil ein Zuhörer gesucht wurde - am Schluß bin ich nicht mehr ans Telefon gegangen, bzw. habe meine FritzBox programmiert.
Wirkliche Freundschaften scheinen sehr selten zu sein, meist ist eine Schieflage, und er eine gibt und gibt und der andere nimmt und nimmt. Darauf habe ich einfach keine Lust mehr und lebe seitdem glücklich und zufrieden!
 
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  • #18
Also ich muss jetzt auch meinen Senf dazu geben.

Ich bin aus dem Süden und nein, es ist genauso. Ich habe schon festgestellt, dass das Ruhrgebiet und der Osten da einfach offener sind. Die Schwaben oder Münchner sind da auch nicht so einfach zu knacken. Die besten Chancen sehe ich da, wo Menschen aufeinander treffen, die auch von zu Hause weg mussten und alleine sind, wie oft in Konzernen in den Hauptstädten. Ich durfte feststellen, dass wer seine Kindergartenfreundin nicht mehr hat, heute wirklich Probleme bekommt, neue Freundschaften zu finden, da aufgrund der viel gelebten 50 Stunden /Woche, Partner und vielleicht noch HAushalt/Sport bei den Meisten Null Interesse besteht oder der berüchtigte Seelenmülleimer.m gesucht wird. Es gibt auch Sparten, wie beim Klettern, wo ich immer lockere, neugierige Menschen treffen konnte.

Vielleicht tut dir der Tapetenwechsel gut. Ich versteh dich völlig. Ich hatte auch schon überlegt hier weg zu gehen, weil es mich unglücklich macht.

Geh raus und versuchs einfach mal. Leider kann man hier nicht seine Nummer posten. Ich würde mich über eine gute Freundin einfach so freuen, egal, wo sie wohnt und lebt.
 
  • #19
@17
sorry seh ich anders
Die Schwaben oder Münchner sind da auch nicht so einfach zu knacken
Willst Du echte freunde oder Oberflächliche Bekanntschaften?
Ich durfte feststellen, dass wer seine Kindergartenfreundin nicht mehr hat, heute wirklich Probleme bekommt, neue Freundschaften zu finden
Also ich nicht- und das in Schwaben! Meine Schulfreunde hab ich lange nicht mehr, lebe in einer anderen Gegend. Nach meinen diversen Umzügen (u.a. in die USA oder das Ruhrgebiet) hat es nie lange gedauert wieder Freunde zu finden. Mit etlichen davon bin ich, seit etlichen Jahren wieder im schwäbischen, immer noch befreundet. Mit einem über 800km seit nunmehr 25 Jahren.

Wie? Ich hab mich immer lokal engagiert, Vereine, Unternehmungen etc. immer mitgeholfen Veranstaltungen, feste etc. zu gestalten und durchzuziehen. Um einen guten Freund zu finden muss man selbst einer sein!

Es gibt da ein altes Lied von Reinhard mey: "Gute Nacht Freunde", das beschreibt sehr treffend was einen Freund ausmacht:

" Habt Dank dass Ihr Eure Zeit mit uns vergeudet habt....dass Ihr nie fragt was es bringt, ob es lohnt, vielleicht liegt es daran dass man meint, dass in Euren Fenstern das Licht wärmer scheint"

Wer immer den Payback im Kopf hat wird nie ein guter Freund sein können.
 
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Mooseba

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  • #20
Wie? Ich hab mich immer lokal engagiert, Vereine, Unternehmungen etc. immer mitgeholfen Veranstaltungen, feste etc. zu gestalten und durchzuziehen. Um einen guten Freund zu finden muss man selbst einer sein!
Du scheinst immer eine Mordsenergie zu haben. Meine Grübelsucht verhindert dies stets trotz sport und gesunder Ernährung. Aber du hast recht: Ich lebe in einer bestimmten südwestdeutschen Großstadt mit Hang zur Automobilindustrie und gute Freunde kann man auch unter Schwaben finden. Dass mein Freundeskreis (na ja, aus drei Freunden kann man nur schwer einen Kreis bilden) und auch mein Gesprächsdrang klein sind, liegt ausschließlich an mir. Einer der drei guten Freunde ist katholischer Schwabe und mir protestantischen, reaktionären und neoliberalen Ossi geistig am ähnlichsten von den Menschen, die ich bisher hier kennengelernt habe. Es ist wie i anderen Lebensbereichen: Ohne Arbeit und Pflichterfüllung kommt man nie weit.
Es gibt da ein altes Lied von Reinhard mey: "Gute Nacht Freunde", das beschreibt sehr treffend was einen Freund ausmacht:

" Habt Dank dass Ihr Eure Zeit mit uns vergeudet habt....dass Ihr nie fragt was es bringt, ob es lohnt, vielleicht liegt es daran dass man meint, dass in Euren Fenstern das Licht wärmer scheint"

Wer immer den Payback im Kopf hat wird nie ein guter Freund sein können.
Ganz genau. Bei zwei Kumpelfreundinnen, die ich dennoch in sehr guter Erinnerung habe, war das immer schlimm. Zur einen habe ich wieder ein bisschen Bierkontakt.

[mod]
 
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  • #21
Wenn sich scheinbare Freunde von dir wegdrehen und nichtmal zuhören wollen oder kurz angebunden sind, wenn du etwas erzählen willst, dann sind das a) keine richtigen Freunde die zu dir passen und b) vermittelst du den Eindruck, als könnte man dich noch nicht ernst nehmen, mit dir machen, über dich bestimmen, dich herumkommandieren, weil du keine eigene Meinung vertrittst, oder du bist überaus nett und gutmütig. Manche Menschen sind manchmal so derart nett, dass es wiederum schlechte Menschen dazu anregt, dies maßlos auszunutzen.

Mir ging es vor einiger Zeit ähnlich. Ich wurde mein Leben lang ausgenutzt, sei es von Freunden, Partern, Kumpeln oder Eltern. Man hat mir immer gesagt, was ich machen soll und was ich schlecht machen, ich war fremdbestimmt und ich mußte den Mund halten, mich hat niemand ernst genommen und sich auch für nichts interessiert was ich gesagt habe, aber alle wollten sie mir ihre Ratschläge ertreilen und waren sauer, wenn ich nicht so handelte, wie es ihre Nase vorschreibte.

Ich habe irgendwann gelernt, diese Leute, die mir nicht gut tun, von Zeit zu Zeit aus meinem Leben zu schmeißen, ohne Ticket zurück. Ich habe dann gelernt, erstmal wieder auf eigene Bedürfnisse zu hören, selbstbewußt hinter dem zu stechen, was ich selber will und darstelle und weniger Rücksicht auf die anderen zu nehmen. Seitdem geht es viel viel besser, auch im Umgang mit neuen Menschen.

Mein Vorschlag wäre: Arbeite erst an dir und suche dir dann wieder neue Leute. Wenn dir jemand nicht zuhört, aber will, dass du seine Ratschläge anhörst, dann macht da sofort einen Cut. Sowas brauchst du nicht und sowas sollte dich langweilen. Mit anderen Worten, drehe den Spieß um.
 
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  • #22
Liebe FS,
mein Vorschlag, wie Du echte Freunde finden kannst:
1) Lass die Schnapsidee mit dem Umzug. Du bleibst Du, egal wo Du wohnst !
2) Entsorge Deine falschen Freunde oder justiere die Distanz neu ( siehe Schopenhauers Stachelschweine. Manche Leute in meinem Bekanntenkreis sind mir lieb und teuer usw - aber nur unter der Bedingung, dass ich sie einmal im Jahr treffe.
3) Mein erster Satz um Freunde zu finden und zu halten: Ich habe die Verantwortung für mich und mein Leben - ich bin nicht verantwortlich für andere und deren Leben !
4) Ich mag keinen Smalltalk. Es gibt Menschen die Smalltalk lieben und das ist auch gut so. Aber - in meinem Bekanntenkreis halten sich diese Menschen nicht.
5) Überlege, was dich interessiert. Such Menschen mit ähnlichen Interessen. Daraus können Bekanntschaften und über die Jahre Freundschaften entstehen
6) Im Köln bist Du nach einem Alt mit dem ganzen Tisch per Du und kennst sie alle am nächsten Tag nicht mehr. In Hamburg siezt Du die Menschen und bist nach fünf Jahren mit ihnen - per Hamburger Du - befreundet.
Viel Erfolg !
 
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  • #23
Liebe FS

gute Freunde tragen dich viel besser durch schlimme Phasen. Da sind die Liebeleien längst vorbei
und der viel versprechende Heiratskandidat mit seinen Plänen woanders.
Freundschaften muss man intensiv pflegen. Realistisch sind 1-3 sehr gute enge Freunde.
Der Rest läuft unter "Sportsfreunde/gute Bekannte /Zweckfreunde". Das kann sehr eng sein, oder eher unverbindlich. Dann gibt es da noch die vielen beruflich gefundenen Freunde, die eventuell bald wieder weg sein werden. Überhaupt ist es wie im wald: du musst dauernd aufforsten.
Lebensabschnittsfreunde: z.B. dein Kind und ihr Kind im selben Kindergarten. Das ist also nicht ewig. An alten Schulfreunden würde ich nicht festhalten wenn du diese nicht (mehr) magst.
In jeder neuen Stadt lerne ich neue Freunde kennen. Ich bin schon 10 mal umgezogen und kann nicht feststellen dass alle Hamburger tiefgründige treue Seelen sind und alle Rheinländer oberflächlich. Das halte ich für Karneval-Folklore.
 
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