Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
  • #1

Dieses »Gendern« geht mir ordentlich auf den Geist

Muss ich das wirklich mitmachen, mir dabei fast die Finger brechen und gleichzeitig unsere Sprache so verhunzen?

Diese scheinbare »political correctness« kann ganz schön anstrengend sein, ich habe das zuletzt, als ich hier mal mehr geschrieben habe, deutlich gespürt. Aus lauter Sorge, bloß niemandem auf den Schlips zu treten (auf was trete ich dabei eigentlich bei den Frauen?), werden die Texte immer unleserlicher.
Ganz schlimm, der »Schluckauf«, der allenthalben neuerdings Mode ist - auch bei den von mir ansonsten gerne gehörten Moderatoren seriöser TV-Sender.

Jüngst hat Elke Heidenreich (man kann sie mögen oder auch nicht) laut losgewettert - auch sie ist die anstrengenden und oft absurden Bocksprünge in unserer Sprache leid.

Zuletzt hat sich im Forum ja auch die arme @void vergaloppiert - es wird langsam lächerlich.

Ich steige aus (wer kommt mit?) und setze mir vorher noch einen Helm auf, damit der Tomaten- bzw. Eierflug abgemildert wird. Dabei bin ich Pionierin der Frauenbewegung ... aber die »neue Sprache« geht mir zu weit.

Wie seht ihr das? Vor allem die weiblichen Leser + Schreiber. Wir wissen doch alle, was gemeint ist, auch ohne Sternchen, Schräg- und Unterstriche ...
 
  • #2
Unterstützt ich voll und ganz. Korinthen kackerrei.
Politische Korrektheit.
Missachte ich schon aus Leidenschaft 😂
M50
 
  • #3
Danke, danke und nochmals danke.
Mich nervt dieses alberne Getue auch unendlich. Die Veränderung in der Sprache, ändert rein gar nichts in den Köpfen jener, die eh ein Problem mit Gleichberechtigung haben und da kann mir hundert mal jemand sagen ein anderer Sprachgebrauch würde etwas daran ändern, das Frauen diskriminiert werden.
Es fängt im Kopf an, nicht mit einem "Innen". 🙈
 
  • #5
Schau, ich bin 60, Unternehmerin, ich kann schreiben was ich will. Und genau so werde ich das auch mit allem halten, was mir auf den Geist geht. Ich werde nicht gendern, daß ist in meinen Augen der bedauernswerte Auswuchs einer Gesellschaft, die überhaupt keine Probleme mehr hat. Autsch, Ich höre mich an wie meine Mutter, offenbar hatte sie doch recht. Tschuldigung Mama.
 
  • #6
Schau, ich bin 60, Unternehmerin, ich kann schreiben was ich will. Und genau so werde ich das auch mit allem halten, was mir auf den Geist geht. Ich werde nicht gendern, daß ist in meinen Augen der bedauernswerte Auswuchs einer Gesellschaft, die überhaupt keine Probleme mehr hat. Autsch, Ich höre mich an wie meine Mutter, offenbar hatte sie doch recht. Tschuldigung Mama.
Ist immer gut sich bei Mama zu entschuldigen, wofür auch immer 😉.
Was mich wirklich anwidert: Bei 97,79 % ist gendern einfach nur das Aufspringen auf einen Zug der grade trendy ist. Ich finde auch die ganzen Promis die nu plötzlich alle "im falschen Körper" stecken sehr fragwürdig. Ich möchte damit in keinster Weise wirklich betroffene Personen diskriminieren, wirklich nicht. Ich wünsche mir einfach nur das jeder Mensch sein kann was er möchte und dafür keine Sternchen oder sonstwas braucht. Um es mal ganz platt auszudrücken: Ich wünsche meinen Kindern nicht das sie trans-, homo- oder z.B. hypersexuell sind. Nicht weil ich damit ein Problem hätte sondern weil das Leben einfacher ist wenn man Mainstream ist. Just my 2 Cents.
LG
 
  • #7
Und ich möchte auch Mitarbeiterin, Kundin, Patientin genannt werden. Wenn es eine weibliche Form gibt, dann soll sie auch benutzt werden.

Gleichberechtigung fängt für mich schon in der Sprache an. In unserer Sprache wurde die weibliche Hälfte der Bevölkerung lange marginalisiert. Frauen sollten mitgedacht werden. Wurden und werden sie aber nicht. Bei Nicht-Nennung werden sie einfach vergessen.
Ich freue mich über die sichtbar gemachten Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen als Vorbild für Mädchen, die sehen, was sie alles werden können.

Mir ist klar dass der Großteil der Generation 50+ das Gendern wahnsinnig nervig findet. Ihnen sollte jedoch klar sein, dass bisher in der Menschheitsgeschichte noch nie alles so geblieben ist, wie es doch schon immer war. Und das ist gut so.

W36
 
  • #8
Ich steige aus (wer kommt mit?) und setze mir vorher noch einen Helm auf, damit der Tomaten- bzw. Eierflug abgemildert wird. Dabei bin ich Pionierin der Frauenbewegung ... aber die »neue Sprache« geht mir zu weit.
Ich setzt mir einen Aluhut auf um die Tomatenden und Eiernden abzuwehren und lasse es gern auch. :D Ich gendere mal und mal nicht, bin nicht wirklich mit Leidenschaft dabei und nicht konsequent.
Fühlte mich als Frau auch immer als "Bürger" OK, als "Mitarbeiter" auch. Das wo es leicht ist kann man es ja machen, aber es ist mir eigentlich egal.
Mir wäre es wichtiger, wenn sich das Land mal an echte Probleme macht. Die rottenden Schulen z.B.

Das wäre mal eine Aufgabe, anstatt irgendwelche Gesetzestexte umzugendern. Völlig lebensfern mittlerweile, das Ganze.
Bin gern dabei.
Stell Dir vor, wir sollen gendern....und alle leben fröhlich auch so!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #9
Wie seht ihr das? Vor allem die weiblichen Leser + Schreiber. Wir wissen doch alle, was gemeint ist, auch ohne Sternchen, Schräg- und Unterstriche ...

Ich verweigere mich dem Gendern auch, wo es nur geht und benutze das generische Maskulinum. Auf der Arbeit muss ich inzwischen allerdings Kompromisse machen. Die weibliche und die männliche Form anzuführen, ist allerdings das Äußerste, wozu ich bereit bin.

Wenn vom Professor die Rede ist, kann das ein Mann oder eine Frau sein bei Verwendung des generischen Maskulinums. Wenn von einer Professorin die Rede ist, ist es immer eine Frau. Es bedarf also eines Zusatzes, um den Mann im Professor klar zu adressieren; beispielsweise der "Herr Professor". Die weibliche Form ist also immer klar, die männliche bedarf der Klärung. Ich kann darin kein männliches Privileg erkennen.

In Frankreich hat Macron das gendern per Dekret im öffentlichen Dienst und in den Schulen untersagt. Die Academie Française hält vom Gendern auch nichts, nach allem, was ich höre. Outre Rhin hat man noch einen Sinn für Sprachkultur.
 
  • #10
Ich steige aus (wer kommt mit?) und setze mir vorher noch einen Helm auf, damit der Tomaten- bzw. Eierflug abgemildert wird.
Ich, aber ohne Helm - ist nur was für Feiglinge. Eier sind gut für die Haare, Tomaten gut für die Haut.

Ich habe mich in meinem letzen Berufsjahren diesem Genderirrsin aktiv und auch offensiv mit großer Freude verweigert wenn ich darauf hingewiesen wurde, dass ich mal wieder in rein männlicher Form rede und schreibe und damit angeblich "zu wenig Frauen in der Technik Vorschub leiste".

Sowas kam immer von Frauen anderer Fachrichtungen (z.B. für die Kommunikation der Projektinhalte nach außen zuständig), die inhaltlich nichts zu Thema beizutragen hatten, aber auch mal was sagen wollten damit das keiner merkt.
Ich habe mich dann immer brav "für den inhaltlich nicht weiterführenden Wortbeitrag" bedankt und darauf hingewiesen, dass nichts mehr für Frauen in der Technik steht als ich in meinem Job - soviel kann man mit Genderformulierungen garnicht erreichen.
Dann war immer gut - kein weiterer Diskussionsbedarf. Die jungen!!!! Techniker haben mich gefeiert und meine Textbausteine kopiert, mit denen ich meine Sprachnutzung in jedem Dokument oder Folienvortrag erläuterte damit es formal ok ist

Wenn ich mal im Fernsehen eine Reportage sehen will und da herrscht das Gendersprachgestoppel vor, dann schalte ich halt weg - keine Lust, mir abends den Text verständlich umzurechen.
Ähnlich ist es mit Online-Artikeln: Inhaltserschließung erfordert mehr Konzentration wegen *innen als ohne? - wegklicken, findet sich in einem anderen Medium auch Info ohne *innen.

Politische Korrektheit.... Missachte ich schon aus Leidenschaft
Ich bin sowas von dabei. Das ist aber keine politische Korrektheit die überdrehten verbalen Bedürfnisse einer Minderheit zu bedienen, sondern geballte Dummheit, weil sich immer mehr Menschen von einer Politik abwenden, die nur noch Nischenpolitik mit einer Vehemenz machen, als gelte es einen Atomkrieg zu verhindern.

Geeignete Maßnahmen gegen benachteiligung gehen ohne Sprachverstümmelung, z.B. mit knallharter Sanktionierung geschlechtsspezifischer und sonstiger Benachteiligung von Randgruppen.
Nicht labern, machen ist da meine Devise und schenkte den Nichten Technikspielzeuge und Computer als die Eltern nicht dran dachten - sind auch alle Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen geworden.

Natürlich sage ich nicht "der Kollege", wenn es eine Kollegin ist - also in der direkten Ansprache bzw. über sie/ihn.
Begrüßung mit "Kolleginnen und Kollegen", niemals "Kollegen*innen" oder wie das Tier gendertechnisch korrekt heißen würde :cool: , danach dann "Kollegen", damit keiner wegen Überlänge einschläft.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #11
Inhaltlich habe ich eigentlich nichts dagegen mehr Weiblichkeit in die Sprache zu bringen. Teilweise komme ich auch nicht mehr um das Gendern herum. Aus ästhetischer Sicht sind die Sternchen, Doppelpunkte, innenstehenden Großbuchstaben etc. einfach nur fürchterlich. Nicht nur das Lesen sondern auch das Schreiben von Texten wird durch den Kram mühseliger und sperriger. Ich habe mir so beholfen, wo es nötig ist, das generische Femininum zu nutzen. Da hat sich, anders als beim generischen Maskulinum, bisher noch niemand beschwert.
Allerdings muss dann auch konsequenter- und fairerweise von Vergewaltigerinnen, Lügnerinnen, Verbrecherinnen, Betrügerinnen und anderer negativ besetzter Begriffe zu lesen sein.
 
  • #12
Gleichberechtigung fängt für mich schon in der Sprache an. In unserer Sprache wurde die weibliche Hälfte der Bevölkerung lange marginalisiert. Frauen sollten mitgedacht werden. Wurden und werden sie aber nicht. Bei Nicht-Nennung werden sie einfach vergessen.
Ich freue mich über die sichtbar gemachten Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen als Vorbild für Mädchen, die sehen, was sie alles werden können.
Sehe ich auch so. Hat ja auch lange genug gedauert, bis die Schulbücher soweit angepasst wurden, dass Frauen auch mal anders gezeigt wurden als mit Haushalt und Muttersein beschäftigt. In den 70ern war das noch gang und gäbe und machte es Mädchen nicht grade leicht, gute Vorbilder zu finden.

Eine Freundin, Ärztin, hat mir oft genug erzählt, dass der Pfleger neben ihr als Herr Doktor angesprochen wurde und sie ignoriert.

Ist aber klar, wenn in den Kinderbüchern immer nur der „Onkel Doktor“ vorkam, das prägt das kindliche Gehirn.

Dass angeblich intelligente Menschen plötzlich Texte nicht mehr verstehen können, weil da auch „-innen“ vorkommen, kann ich mir kaum vorstellen. Man will es einfach nicht und wehrt sich vehement dagegen, warum auch immer.
 
  • #14
Hat ja auch lange genug gedauert, bis die Schulbücher soweit angepasst wurden, dass Frauen auch mal anders gezeigt wurden als mit Haushalt und Muttersein beschäftigt. In den 70ern war das noch gang und gäbe und machte es Mädchen nicht grade leicht, gute Vorbilder zu finden.
Was aber hat das mit der Verunstaltung der Sprache zu tun? Eine Geisteshaltung ist und bleibt eine Geisteshaltung. Selbst wenn jemand von Gesetzes wegen brav rumgendert, hat er trotzdem ein prähistorisches Frauenbild. Es beginnt niemals mit der Sprache, sondern mit den Gedanken.
 
  • #15
ir ist klar dass der Großteil der Generation 50+ das Gendern wahnsinnig nervig findet.
Alles ist ab 50+ schwieriger @Sommergold, nicht nur das Gendern: jede neue Sportart, jedes neue Smartphone, der Wechsel vom Einzelbüro ins Grossraumbüro mit festen Arbeitsplätzen, der Wechsel ins Grossraumbüro mit rotierenden Arbeitsplätzen, der 20 Jahre jüngere Chef oder noch schlimmer die 20 Jahre jüngere Chefin und eben auch die Verwendung von *innen.
Dass in der Anrede Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen begrüßt werden, finde ich eigentlich selbstverständlich. Ansonsten schreibe ich keine öffentlichen Texte und hier verkneife ich es mir. Zugegebenermaßen kam ich im Nachbarthread mit dem Tierarzt und der Tierärztin auch schon ins Straucheln. Ich verwende ganz gerne frau statt man. Würde ich öffentliche Texte schreiben, würde ich mich dem Gendern wohl anpassen. So wie ich seit Jahrzehnten "Sehr geehrte Damen und Herren" und nicht nur "Sehr geehrte Herren" schreibe, wie vor langer Zeit üblich, und so wie ich mir irgendwann Jeans im destroy look gekauft habe, obwohl ich sie anfangs so furchtbar fand (mittlerweile habe ich 4 dieser Sorte).
Die Academie Française hält vom Gendern auch nichts, nach allem, was ich höre
Eine Institution, die wahrlich bekannt ist für ihr fortschrittliches Denken.
Die Meinung der Technikerinnen wäre in diesem Zusammenhang interessanter.


Ich finde auch die ganzen Promis die nu plötzlich alle "im falschen Körper" stecken sehr fragwürdig. Ich möchte damit in keinster Weise wirklich betroffene Personen diskriminieren, wirklich nicht
Natürlich nicht @Surecure , aber ich glaube, dass habe ich Dir in einem anderen thread schonmal bescheinigt. Ob Kinder schwul, hetero oder bi werden, liegt zum Glück nicht an der Mutter. Wenigstens etwas, wo wir unschuldig sind.

Ihnen sollte jedoch klar sein, dass bisher in der Menschheitsgeschichte noch nie alles so geblieben ist, wie es doch schon immer war
Das vergisst die Generation 50+ ( Ausnahmen bestimmen die Regel) grundsätzlich. Unsere Parole lautet " never change a running system", Hauptsache the sytem runs for us.
W,56
P.S. Ist Dir gerade langweilig @Amytan ?
 
  • #16
Hm, ich habe dazu eine private und eine öffentliche Meinung. Privat gendere ich nicht und glaube, dass die Leute alle keine Ahnung von Grammatik und die Bedeutung des generischen Maskulinums grundlegend missverstanden haben, außerdem auch Partizipien falsch verwenden -- nicht alle Mitarbeiter sind immer auch Mitarbeitende ... Und ich lache über "Gäst*innen" und ähnliche Absurditäten.

Dann aber bin ich an meiner Universität Mitglied der Arbeitsgruppe, die den Leitfaden für eine gendergerechte Sprache schreibt, und habe in meiner Mail-Signatur hinter meinem Namen "[sie/ihr]" stehen, damit die Leute erkennen, dass das die Pronomina sind, mit denen ich mich identifiziere. Seit das Personenstandsgesetz geändert wurde, sind Universitäten verpflichtet, ihre Formulierungen anzupassen. An genderneutralen Formulierungen führt nichts vorbei, aber ich selbst weise auf Probleme hin und versuche, was möglichst Praxistaugliches zu finden. Eine meinte, die Universität sollte in ihrer Kommunikation nicht mehr "Sehr geehrter Herr xy" oder "Sehr geehrte Frau xy" schreiben, weil das ja eine binäre Ausdrucksweise sei. Der Vorschlag war, alle Menschen mit "Hallo Vorname Nachname" oder "Guten Tag Vorname Nachname" anzureden, was ich aus vielen Gründen schwierig finde. Die aus dem Büro der Frauenbeauftragten schreiben momentan "Sehr geehrt* Max Mustermann" oder -- ich habe extra nachgefragt, weil ich das ungrammatikalisch fand -- "Max Mustermann, sehr geehrt*, wir teilen Ihnen mit ...", irgendwie nachgestellt. Wir haben uns noch nicht geeinigt. Akad. Grade sind auch ein großes Thema, es wurde vorgeschlagen, den Leuten mehrere Varianten zur Auswahl zu lassen, z.B. "Dr.", "Dr.in", "Drx." oder "Dr*." Ich meinte, ich finde es hochproblematisch, wenn wir als einzelne Institution mit solchen Formulierungen kommen, wir können uns doch nicht einfach Titel ausdenken, man bewirbt sich damit international, das muss mindestens auf Landesebene gesetzlich beschlossen werden ...
Und dann die Frage, wie bei Bewerbungen das Geschlecht erfasst wird und wo die Frauenbeauftragte aktiv wird. Eigentlich heißt es ja, bei gleicher Eignung werden Frauen bevorzugt, also muss man herausfinden, wer sich als Frau identifiziert. Und kann man sich dann theoretisch als Frau identifizieren, um bessere Einstellungschancen zu haben? Ich habe mal provokant in die Runde gefragt, ob da die subjektive Einschätzung und Selbstangabe zählt oder der offizielle Personeneintrag, den man aufwendig ändern lassen kann. Das wird nämlich gar nicht kontrolliert, die Leute kreuzen einfach ihr Geschlecht irgendwo an, aber niemand fragt nach einem Nachweis bzw. der Geburtsurkunde. Der Auftrag unserer Kommission ist es, eine Sprachregelung zu finden, da wird munter diskutiert, aber teilweise ist den Leuten nicht klar, dass das auch rechtliche Konsequenzen hat, zum Beispiel wenn es um Quoten und Einstellungen geht. Eine Frage ist, ob das subjektive Empfinden (schon) zählt oder der offizielle (geänderte) Eintrag ...
w26
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #17
Zuletzt hat sich im Forum ja auch die arme @void vergaloppiert
Falls Du Deinen anderen Thread meinst wegen "Bekanntinnen", das war Absicht. Wenn ich nur weibliche meine, finde ich das einfacher, als "meine weiblichen Bekannten" zu schreiben. Auch mit "Verwandtinnen" usw., einfach auch, weil ich das ein bisschen lockerer nehme. Oft genug schreibe ich ja nur die männliche Form, weil das einfacher ist. Ich habe auch schon mal "Computerin" geschrieben aus Spaß, um besonders feministisch rüberzukommen, so als Ironie.

Ich glaube, wir im Forum müssen uns da echt nicht heiß machen, ob wir gendern sollten oder nicht. Das ist ja nichts Offizielles.

Beim Sprechen im TV finde ich das Reden mit dem Doppelpunkt auch gewöhungsbedürftig und würde es geschmeidiger finden, einfach die männliche und die weibliche Form zu nenne, ABER: Es geht gar nicht um männliche oder weibliche Form, würde ich sagen, denn dann könnte man einfach beides sagen und gut ist, sondern speziell auch um Menschen mit nicht-binärem Geschlecht. Diese sollen ja mit dem "Schluckauf"-Laut genannt werden.

Da mich das nun nicht betrifft, kann ich hier schlecht eine konkrete Meinung haben, das sei Quatsch. Denn damit würde ich ja sagen "du zählst einfach nicht", ohne überhaupt dieses Problem zu kennen, verwirrt zu sein und sich geschlechtlich nirgends "einordnen" zu können.

Es gibt Studien, dass es Einfluss auf das Denken einer nicht unerheblich großen Gruppe Menschen hat, wenn auch Forscherinnen, Pilotinnen usw. erwähnt werden, ebenso bei Kindern. Vermutlich gibt es auch Gegenstudien, keine Ahnung. Aber wie gesagt, man könnte ja für dieses Problem beides sagen.

Albern finde ich, wenn Leute sowas anführen wie "man sagt ja auch nicht der Leich, wenn man eine männliche Leiche meint" und solchen Blödsinn. Wenn es nur eine Form gibt, gibt es eben nur eine, egal mit welchem Artikel.
Und wenn sich Leute öffentlich hinstellen (Politiker z.B. oder Moderatoren, Journalisten) und rummeckern, dass sie Frauen mit benennen sollen mit dem Gender-Satzzeichen, weil sie Feminismus sowieso doof finden, sollten sie aber wenigstens ansonsten erstmal grammatikalisch perfekt reden.
Albern ist auch, sich dran hochzuleiern, das Wort "Studierende" würde die Tätigkeit beschreiben, und in den Semesterferien würde ja kein*(muss man das hier auch sprechen?)e Student*in studieren. Mal davon abgesehen, dass das oft nicht stimmt, möchte ich mal sehen, ob diese Leute immer so präzise sprechen, dass sie sich hier in Haarspaltereien ergehen könnten.

Gut finde ich manche Artikel auf Zeit Online z.B., wo im Text mal weibliche, mal männliche Form gewählt wird, aber es ist wieder die Frage, was mit den nicht-binären Geschlechtern ist.
Ich muss zugeben, dass ich mir über diese Menschen vorher überhaupt nicht viele Gedanken gemacht habe und sie vor allem aus Horrorthrillern kannte.
 
  • #18
Ich finde auch die ganzen Promis die nu plötzlich alle "im falschen Körper" stecken sehr fragwürdig
Sie sind nicht merkwürdig..diese Leute waren früher einfach stumm und versucht sich anzupassen.
Es tut niemanden weh, sie anzuschauen. Nur deine Konditionierungen wehren sich dagegen.
Ist aber klar, wenn in den Kinderbüchern immer nur der „Onkel Doktor“ vorkam, das prägt das kindliche Gehirn.
Sehe ich genauso. Nicht nur das kindliche.
Auch jetzt denken viele Patienten noch, dass kein Arzt da war, wenn am Bett ausschließlich Frauen auftauchten.
Dass angeblich intelligente Menschen plötzlich Texte nicht mehr verstehen können, weil da auch „-innen“ vorkommen, kann ich mir kaum vorstellen. Man will es einfach nicht und wehrt sich vehement dagegen, warum auch immer.
Jep.
Auch meine Meinung.
Selber bin ich manchmal einfach zu faul für die Schreibweise. In meinem Gehirn entstehen aber durchaus andere Bilder.
Ist so
 
  • #19
Komischerweise habe ich mich das (insgeheim) heute auch kurz mal gefragt: mein zweiter Thread in wenigen Tagen (insgesamt gibt es allerdings nur drei von mir eröffnete Themen - in all den Jahren, was mich wiederum beruhigt).

Nein, Langeweile ist mir fremd, ich lese eigentlich ununterbrochen, wenn ich mal nicht diskutiere (oder sogar träume bzw. nachdenke). Eher in Zeitungen und vor allem in Büchern, halt nicht ständig im Forum.
Und da ich heute zufällig am Aufschrei von Elke Heidenreich hängen geblieben bin, mich kurz vorher mit einer gegenderten Antwort hier im Forum abgequält habe, schoss mir das Thema durch den Kopf.

Natürlich setze ich in der direkten Ansprache (liebe Mitarbeiterin) auch die weibliche Form ein - nur »gender-korrekt« an beide Geschlechter, das kommt mir sehr gestelzt vor. Das heißt bei mir dann: liebe Mitarbeiterinnen und liebe Mitarbeiter.

Ich wollte auch keine gesellschaftspolitische Diskussion lostreten (ich weiß sehr gut, wie es sich anfühlt, als Frau weniger gesehen zu werden und wehre mich - erfolgreich - dagegen).
Dieses plötzliche Gendern ändert allerdings nichts am Frauenbild in vielen Köpfen, im Gegenteil, ich finde es zu gewollt.
Ich ziele tatsächlich auf die ungute Veränderung unserer Sprache ab: da (geschriebene) Sprache zu meinem Job gehört(e), werden damit oft die schönsten »Melodien« zu einem miserabel gespielten Stück.

Das ging mir zu Beginn der neuen Rechtschreibung ähnlich, doch hier musste ich - schon beruflich - nachgeben. Am Ende gewöhnte ich mich daran, was leichter war, schon weil der Sprachfluss hierdurch nicht verändert wird. Das musste am Ende sogar die FAZ einsehen, die lange vergeblich versucht hatte, nicht umzustellen.
 
  • #20
Ich persönlich finde lächerlich 🤓. Vor allem bei den Wörtern, die in weiblicher Form schräg klingeln, z. B. Gästin🤦‍♀️🤦‍♀️..
Ich falle nicht in Ohnmacht, wenn die MITARBEITER genannt werden, ich fühle mich angesprochen, weil ALLE Mitarbeiter gemeint SIND, also Mehrzahl. Keine Ahnung, warum viele darin das Maskulinum sehen und sich diskriminiert fühlen, schließlich bietet die deutsche Sprache genug Stolpersteine für Ausländer wie mich , was Geschlechtszugehörigkeit angeht. Warum beschwert sich niemand, dass es DIE Mutter ist, aber DER Vater, DER Genosse, aber DIE Gosse. Und die Mauer, aber der Maurer, ach ja, was ist die weibliche Form davon - die Maurerin?? Oder Mäurerin wie bei Bauer und Bäuerin? 🙈
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #21
Albern finde ich, wenn Leute sowas anführen wie "man sagt ja auch nicht der Leich, wenn man eine männliche Leiche meint" und solchen Blödsinn. Wenn es nur eine Form gibt, gibt es eben nur eine, egal mit welchem Artikel.
Der Leichnam. 😁 Nee, und ist nicht mal wirklich synonym, "Leichnam" wird, glaube ich, nur respektvoll für Menschen verwendet, während "Leiche" für Tiere und Menschen gilt. Und der Laich ist dann nochmal ganz was Anderes.
Albern ist auch, sich dran hochzuleiern, das Wort "Studierende" würde die Tätigkeit beschreiben, und in den Semesterferien würde ja kein*(muss man das hier auch sprechen?)e Student*in studieren.
Ich bewege mich in Philologen- und Linguistenkreisen, uns stößt das schon auf ... Der Kochende kann schlecht schlafen, der Koch aber darf nach Feierabend ins Bett und sich erholen, und ich koche auch gerne, dann bin ich kochend, aber noch lange keine Köchin.
Und was ist eigentlich das Partizip zu Politiker*in? Oder zu Professor*in und Mitglied(*in?)? Wenn ich Texte lektoriere, lege ich Wert auf Konsistenz. Und dann stört es mich, wenn im selben Text von "Studierenden", "Mitgliedern" und "Professor*innen" die Rede ist. Es ist einfach uneinheitlich! Und die Sternchenschreibweise funktioniert nur gut in bestimmten, meist pluralischen Formulierungen, scheitert sofort an Singular, Artikeln, Pronomina und allgemein am Kasus. Sätze wie "Der*Die jeweilige Student*in soll das Buch seines*seiner*ihres*ihrer Professor*s*in seinem*seiner*ihrem*ihrer Kommiliton*en*in(?) weitergeben" (Ich hoffe, ich habe alle Möglichkeiten erwähnt) gehen einfach nicht, und da stellt sich auch die Frage, ob erst die männliche oder weibliche Form genannt wird (geht oft inkonsistent durcheinander), denn Sternchen, Unterstriche etc. sind nicht wirklich neutral, sondern im Grunde auch binär. Eine andere Frage ist, ob das, wofür die Frauenbewegung so lange gekämpft hat -- die Sichtbarmachung von Frauen in der Wissenschaft und Berufswelt -- nun mit verschleiernden Formulierungen vernichtet werden soll. Ich bewege mich ja an der Universität und hier war es eine große Errungenschaft, dass endlich explizit auch "Professorinnen" genannt wurden, jetzt sollen sie wieder verschwinden und zu "Professor*innen" werden. Außerdem gibt es nach wie vor Frauenbeauftragte, die sich um die Belange von Frauen kümmern, das ist ihr gesetzlicher Auftrag. Für die ist es schwierig, wenn alles neutralisiert wird. Früher wurden sie z.B. in einem Bewerbungsverfahren da aktiv, wo Frauen sich beworben haben (konnte man an Name und Foto leicht erkennen), aber woher sollen sie jetzt wissen, wer sich als Frau identifiziert? Das muss irgendwo direkt abgefragt werden gleich zu Beginn eines Bewerbungsprozesses, das wiederum ist schwierig, weil es dann alle Menschen zu einem (möglicherweise unangenehmen und individuell gar nicht nötigen) Selbst-Outing zwingt ...
w26
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #22
Auch jetzt denken viele Patienten noch, dass kein Arzt da war, wenn am Bett ausschließlich Frauen auftauchten.
Davon berichtet die Langzeitfreundin meines Sohnes (Ärztin, 26, sieht jünger aus) auch.
Längeres Aufklärungsgespräch des Patienten/der Patientin vor der OP, mensch bedankt sich und bittet die "Schwester", doch noch kurz den Arzt zu schicken.
Sie grinst dann, sagt "Gut, dann fangen wir noch einmal an", dreht sich um, geht ein paar Schritte zurück, wieder auf das kranke Menschlein zu "Guten Tag, mein Name ist Dr. XXX, ich bin Ihre behandelnde Ärztin und wollte Sie über YYY aufklären."

Die Leute entschuldigen sich alle, wirklich alle - das war keinerlei böse Absicht, sie sind aufgeregt und im Tunnel und es ist einfach noch in den Köpfen "hübsche, blonde junge Frau ist Krankenschwester".

Das war vor 40 Jahren noch viel krasser, wenn bei uns jemand auftauchte und nach dem Chef fragte und dann kam die Frau von Mitte 20 und nicht einer der Männer von 35 bis 55 - die Gesichter waren sehenswert. Mir ist aber niemals auch nur die geringste Respektlosigkeit begegnet.

Ich finde diese völlig übertriebene Genderei todnervig.

Wenn die sehr wenigen Menschen zwischen den Geschlechtern mehr gesehen werden wollen - bitte sehr. Wer ein wenig schräg unterwegs ist - Frau im extrem männerlastigen Job, Mann im extrem frauenlastigen Job, Menschen mit ungewöhnlicher Selbstdefinition - kann das betonen, lässig behandeln oder thematisieren - wenn solch ein Mensch mir mitteilen würde, wie er/sie/*/____/oder was denn auch immer angesprochen werden möchte, dann tu ich das. Kein Thema.

Aber nicht neurotisch immer und wieder und überall und Zunge und Tastatur verknotend! Hilfe! Bitte nicht!
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Top