• #1

Die ewigen Familientreffen

Liebe Forengemeinde,

mein Partner (33) und ich (31) sind seit ca. 4 Jahren in einer Beziehung.
Die Familie meines Partners lebt sehr verstreut von uns mit ca. 300-500 Kilometern Fahrt innerhalb/außerhalb von Deutschland, sodass Familienbesuche - damit sie sich "lohnen" - tagelang abgehalten werden und dadurch, dass die Familie groß ist und alle ein sehr enges Verhältnis haben, auch zahlreich sind. Somit bin ich nun ungefähr an 2 Wochenenden pro Monat in der nächsten Zeit bei Familienfeiern. Das ganze gestaltet sich auch anders als bei meiner Familie: Alle sind kuschelig/schmusig miteinander, wollen Gesellschaftsspiele spielen und möglichst viel Zeit miteinander verbringen.
Und hier ist nun mein Problem: Nicht nur, dass ich als Mensch ganz anders bin und es in meiner eigenen Familie anders gehandhabt wird, es besteht Seitens seiner Familie auch ein gewisser Druck sich so einzufügen wie es den anderen - besser gesagt der Mutter - passt. Sobald ich es wage erst Samstag anreisen oder Sonntags nach dem Frühstück gehen zu wollen, entstehen Diskussionen. Möchte ich nicht noch das 3. Gesellschaftsspiel in Folge spielen, bestimmt die Mutter, dass dann eben gar keiner spielt. Es wird mit emotionaler Epressung (schlechtes Gewissen machen) gearbeitet und mit einer offenkundigen Traurigkeit/Enttäuschung. Kein Familienmitglied darf sich rausnehmen oder zurückziehen. Schon gar nicht mein Partner und ich: wir haben ja noch keine Kinder und somit doch quasi immer Zeit.
Nach Gesprächen mit meinem Partner gab er zu, dass ihm dies bewusst ist und er sich als Jüngster weniger davon emanzipiert hat als seine Geschwister. Seine Mutter hat seine Lebenszeit, die er ja selbstverständlich bei jeder Gelegenheit mit seiner Familie zu verbringen hat, im Griff und somit auch meine. Es gab das Zugeständnis meines Partners, dass ich nur bei den "wichtigen" Feiern mit muss. Nur gilt jedes Treffen irgendwie als wichtig und mein Freund gerät zwischen die Stühle, wenn er für mich Partei einnimmt. Versteht mich nicht falsch: Er kann immer gern zu den Treffen gehen, ich halte ihn nicht ab und er freut sich immer darauf. Nur bin ich quasi ständig die "Böse", weil die Mutter ihren festgefahrenen Rahmen hat, den jeder stillschweigend akzeptiert und ich dann mit den Gegenvorschlägen komme, vielleicht nur eine Nacht zu bleiben. Die Mutter reagiert auch strafend meinem Parter gegenüber, indem sie kurz angebunden ist, nicht ans Telefon geht etc. - teilweise auch, obwohl sie eigentlich enttäuscht von mir ist. Im Endeffekt bedeuten diese Familientreffen immer innerlich Stress für mich. Permanent muss man aufpassen, keinen zu enttäuschen, zu verletzen oder sich so einfügen, wie es sich "gehört". Natürlich gibt es weitaus schlimmere Familien und ich kann/will vordergründig auch nichts Schlechts über seine Familie sagen, da sie auch sehr hilfsbereit ist.

Vielleicht könnt ihr mir von euren Erfahrungen berichten. Ich wäre sehr dankbar!
 
  • #2
Wer so eine Mutter bzw Schwiegermutter hat, der braucht keine Feinde mehr. Hilfe und das machst Du seit 4 Jahren mit? Sowie der IM den Kopf schüttelt, rauf ich mir bei Deiner Schilderung die Haare. Völlig fremdbestimmt leben?

Aus der Nummer kommst Du nicht mehr raus, es sei denn Du machst mal einen Rundumschlag, entweder habt ihr beide dann Ruhe oder Du hast Ruhe.
 
  • #3
Meine Schilderung klingt geleitet von meinen Gefühlen natürlich extrem. Sie haben auch ihre guten Seiten und sind sehr fürsorglich.

Ich habe einfach das Problem, dass ich sehr allergisch auf emotionale Erpressungen reagiere und daher mittlerweile auch auf viele Anspielungen/Aussagen seiner Mutter. Ich will nicht, dass mein Partner permanent zwischen die Fronten gerät.

Es ist ihm wichtig, dass sich alle gut verstehen und ich möchte auf keinen Fall, dass er den Kontakt zu seiner Familie verliert. Nur möchte ich mich eben auch nicht ständig selbst geißeln...

Ich finde leider keine Lösung für diese Situation, weil ich immer nur verlieren kann bzw. die Böse bin, da meine Vorstellungen nicht mit denen seiner Mutter übereinstimmen - zumindest häufig.
 
  • #4
Liebe Forengemeinde,

mein Partner (33) und ich (31) sind seit ca. 4 Jahren in einer Beziehung.
Und hier ist nun mein Problem: Nicht nur, dass ich als Mensch ganz anders bin und es in meiner eigenen Familie anders gehandhabt wird, es besteht Seitens seiner Familie auch ein gewisser Druck sich so einzufügen wie es den anderen - besser gesagt der Mutter - passt. Sobald ich es wage erst Samstag anreisen oder Sonntags nach dem Frühstück gehen zu wollen, entstehen Diskussionen. Möchte ich nicht noch das 3. Gesellschaftsspiel in Folge spielen, bestimmt die Mutter, dass dann eben gar keiner spielt. Es wird mit emotionaler Epressung (schlechtes Gewissen machen) gearbeitet und mit einer offenkundigen Traurigkeit/Enttäuschung. Kein Familienmitglied darf sich rausnehmen oder zurückziehen. Schon gar nicht mein Partner und ich: wir haben ja noch keine Kinder und somit doch quasi immer Zeit.
Nach Gesprächen mit meinem Partner gab er zu, dass ihm dies bewusst ist und er sich als Jüngster weniger davon emanzipiert hat als seine Geschwister. Seine Mutter hat seine Lebenszeit, die er ja selbstverständlich bei jeder Gelegenheit mit seiner Familie zu verbringen hat, im Griff und somit auch meine. Es gab das Zugeständnis meines Partners, dass ich nur bei den "wichtigen" Feiern mit muss. . Die Mutter reagiert auch strafend meinem Parter gegenüber, indem sie kurz angebunden ist, nicht ans Telefon geht etc. - teilweise auch, obwohl sie eigentlich enttäuscht von mir ist. Im Endeffekt bedeuten diese Familientreffen immer innerlich Stress für mich. Permanent muss man aufpassen, keinen zu enttäuschen, zu verletzen oder sich so einfügen, wie es sich "gehört". Natürlich gibt es weitaus schlimmere Familien und ich kann/will vordergründig auch nichts Schlechts über seine Familie sagen, da sie auch sehr hilfsbereit ist
Ich denke, es ist an der Zeit dass ihr beide endlich mal erwachsen werdet und durchsetzt was ihr euch von eurem Leben vorstellt und nicht was Mutti sich für ihren Bubi vorgestellt hat. Da bist du genauso in der Pflicht wie dein Freund. Und wenn er das nicht hinbekommt, dann ist es auch kein Mann, mit dem du dein Leben führen kannst, denn der wird bei jedem Pups von Mutti sofort wieder auf der Schwelle stehen und rennen. Das sind so Gelegenheiten, bei denen man ganz genau mitbekommt, was man serviert kriegt. Du musst das nicht nehmen, und dein Freund muss das auch nicht, es ist in der Regel gar nicht so schlechtd, den Eltern mal klar zu machen, dass man erwachsen ist. Dann sind sie halt ein paar Wochen oder Monate beleidigt, das gibt sich. Und das macht das Verhältnis meistens besser.
 
  • #5
Die Mutter reagiert auch strafend meinem Parter gegenüber
Super. Den Acker (von den Feiern wegbleiben) solltest Du fein harken, dann wird der Abstand zwischen Mutter und Sohn größer.

Permanent muss man aufpassen, keinen zu enttäuschen....
Geh auf Abstand. Setz Dir eine Anzahl von Familienwochenden pro Jahr (z.B. 6) und nenn diese Deinem Partner.
Er darf auswählen zu welchen Ereignissen Du mitkommst. Damit hat er in seiner Familie die Diskussionen zu führen, bzw. er bleibt auch am WE bei Dir und diskutiert garnicht.

Nimm als Begründung, dass Du eine eigene Familie hast für die Du Zeit brauchst, dass Du an eurem Wohnort einen Freundeskreis hast und den Du pflegen willst, dass Du Offzeiten von der Arbeit für Dich brauchst, mal in Ruhe den Haushalt machen willst (und er das auch zu tun hat), statt alles in ewiger Hetze, weil ein großer Teil Deiner Freizeit von seiner Familie okkupiert wird.

Sobald ich es wage erst Samstag anreisen oder Sonntags nach dem Frühstück gehen zu wollen, entstehen Diskussionen.
Es wird Zeit, dass Du Dir angewöhnst über Dein Leben selber zu bestimmen. Wenn nicht mit 30, wann dann?

Du willst erst Samstag hinfahren und Sonntag nach dem Frühstück fahren, dann fahr wie Du willst und lass sie ohne Dich diskutieren.
Wenn Du das oft genug gemacht hast, dann finden sie Dich doof, ohne das weiter zu diskutieren - so what?
Und wenn Dein Partner trotzdem Freitag fahren will und Sonntag spät zurück, so dass Du nichts vom WE hast, dann lass ihn allein fahren. Er entscheidet, ob er sich Deinen Bedürfnissen angleicht und ihr beide einen Kompromiss macht oder nicht.

mein Partner permanent zwischen die Fronten gerät.
Dann musst Du das einmal und endgültig für Dich klären. Ihr seid weit genug weg, es ist möglich. Wenn einmal geklärt ist, dass Du nur noch zu 6 Events aufschlägst und das konsequent durchziehst, dann geben sie irgendwann die Diskussion auf.
Wenn Du Dich immer wieder erweichen lässt, dann endet die Erspressertour nie.

Vielleicht könnt ihr mir von euren Erfahrungen berichten.
Ich bin weit weggezogen und habe es gemacht wie oben beschrieben, mir ein Limit gesetzt und das konsequent durchgezogen, bin auch nicht Versuchungen erlegen "aber ich habe doch für zum Mittag Dein Lieblingsessen gekocht, und es gibt noch Deinen Lieblingskuchen..." - ab auf die Autobahn, zuhause warten Haus und Garten darauf in Ordnung gebracht zu werden.
Mit meiner Ex-Schwiegermuttter lief es ähnlich: sie mochte mich nicht und so habe ich mich aus den Besuchspflichten konsequent ausgeklinkt.

Irgendwann hört das Gemecker auf und sie nehmen die neue Realität an. Man muss nur einen Tick hartleibiger sein als sie.
 
  • #6
Du musst dir gar nichts gefallen lassen, du musst nichts machen, was dir nicht guttut, was dir nicht gefällt! Du solltest dich auch nicht zwanghaft und künstlich anpassen, er hat sich leider nicht gelöst von seiner Familie und seine Familie hat sich von ihm auch nicht gelöst, das ist das endlose Problem! Ihr beide seid nicht kompatibel, ich sehe da keine gute Zukunft für dch! Willst du so immer leben? Noch extremer wird die Situation, wenn Kinder da sind! An deiner Stelle würde die Beziehung beenden, da du so niemals glücklich in der Beziehung sein kannst! Niemand nimmt Rücksicht auf dich, somit brauchst du auch keine Rücksicht auf den Partner/Clan etc. nehmen! Such dir einen Mann, bei dem es anders läuft, der emotional erwachsen ist und der von seiner Familie abgenabelt ist oder bleibe in deinem Leid und in deinem Schmerz stecken, eine andere Chance sehe ich für dich nicht! Noch kannst du es jetzt, noch einfach lösen!
 
  • #7
Ich finde leider keine Lösung für diese Situation, weil ich immer nur verlieren kann bzw. die Böse bin, da meine Vorstellungen nicht mit denen seiner Mutter übereinstimmen - zumindest häufig.
Ich denke, hier liegt der Hase im Pfeffer: Es ist die Angst, als Böse dazustehen. Wenn du diese Angst nicht loslässt, wirst du dich eben weiter da durchquälen.

Ich bin auch ein Mensch, der nicht so eine enge familiäre Bindung hat, kann es aber gut aushalten, dass das in der Familie von anderen anders gehandhabt wird. Ich habe es bisher immer so gehalten, dass ich mit hingegangen bin, wenn ich es zeitlich und kapazitätsmäßig einrichten konnte. Wenn nicht, dann nicht. Hat mich jemand drauf angesprochen, hab ich es freundlich erklärt, und es weiterhin so gehandhabt. Irgendwann kehrt dann auch eine Routine ein und die Famile gewöhnt sich dran, dass du nicht immer mitdackelst.
Ob ich dadurch als „die Böse“ angesehen wurde, war mir bisher immer egal. Ich muss auf mein Seelenheil achten, und es ist ja auch nicht so, dass ich NIE mit dabei bin.
Bei meinem Mann gibt es 30 enge Familienmitglieder, die sich oft und bei jedem Geburtstag treffen. Wenn ich da jedesmal mit hinlaufen würde, hätte ich überhaupt kein eigenes Leben mehr, schließlich habe auch ich Familie und Freunde. Ich finde, dass man das unter erwachsenenen Menschen durchaus einsehen kann, und wenn die es nicht einsehen, ist das nicht mein Problem.
Ich rechtfertige mich da für gar nichts.
Ich denke, dass der Schlüssel zu mehr Zufriedenheit in deiner Konsequenz liegt. Zieh das nach deinen Bedürfnissen durch, geh nur noch zu wirklich wichtigen Ereignissen mit hin, und nimm auch mal in Kauf, dass es Leute gibt, die dich deshalb dann eben nicht mehr so gern mögen. Umso mehr wirst du doch bestätigt, dass du gerade bei diesen Leuten nicht erscheinst.
 
  • #8
Ich denke auch, es ist wichtig wie du der Mutter begegnest. Du kannst keine Grenzen setzen und dein Freund auch nicht, du machst dir Gedanken wenn du was sagst, was denken die nur von dir oder was halten die von dir.. das muss dir egal sein, du musst hinter deinen Gefühlen und Entscheidungen stehen, dich wohl fühlen.
Ich würde der Dame sagen was ich davon halte, nimm sie zur Seite und mache ihr sachlich und freundlich klar, dass du nicht bei der dritten Spielrunde dabei bist, sie aber deshalb nicht allen die Lust auf weitere Spiele nehmen braucht. Ebenso, dass du nicht jedesmal dabei bist und anreist wann es für dich zeitlich passt und nicht wann sie das vorgibt, wenn ihr das dann nicht passt und ihre Gastfreundschaft da aufhört, solle sie dir das bitte mitteilen.

Ich war auch immer so, hab lieber nett gelächelt und es gemacht aber das hat dann irgendwann aufgehört.. wenn mir etwas nicht passt sage ich das. Meine Schwiegermutter ist zum Glück nicht so bestimmend, sie meint es manchmal einfach zu gut. Einmal hat sie meinen Sohn genommen und ihn aufs Töpfchen gesetzt, obwohl er noch nicht bereit dazu war - das fand ich nicht gut, ich habe ihr das erklärt und daraufhin hat sie es sein gelassen, hat auch aufgehört Druck zu machen (musste es zwei mal erklären, vor der Aktion von ihr und danach aber dann hat sie es verstanden). Ich bin auch echt froh, dass sie sich, bis auf das Töpfchen-Ding, aus den erzieherischen Sachen raushält. Niemals würde sie uns vorschreiben wann wir zu Besuch kommen sollen, sie freut sich, egal wann - das entscheiden wir frei wann wir anreisen und wann wir abreisen.

W 28
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #9
Aus eigener Erfahrung mit übergriffigen Menschen rate ich dir: Verbringe nur so viel Zeit mit ihnen, wie es für sich stimmt und lass dich nicht auf Diskussionen ein. Wenn seine Mutter dann beleidigt ist, ist es eben so. Die kriegt sich schon wieder ein. Wenn sie dann kurz angebunden ist oder den Kontakt zwecks emotionaler Erpressung kurzfristig reduziert, freut euch still über die gewonnene Zeit und bleibt freundlich.
 
  • #10
Vielen Dank für Eure Ratschläge.

Ich glaube das große Problem liegt auch darin, dass mein Partner nicht bereit ist, Risiken bzw. Auseinandersetzungen hinsichtlich seiner Familie einzugehen. Lieber fügt er sich ein. Ich glaube schon, dass er auch tatsächlich gerne so viel Zeit mit seiner Familie verbringen möchte.

Nur sind die Rahmenbedingungen für mich unmöglich einfach so hinzunehmen...
 
  • #11
Ich verbringe gar keine Zeit mit Menschen, die mir nicht gut tun, egal ob die fremd sind, bekannt sind, mal Freunde waren oder aus der Familie sind, das spielt keine Rolle. Das ist meine alleinige und persönliche Entscheidung, niemand sollte gegen sich entscheiden und gegen sich leben!
 
  • #12
Ich glaube das große Problem liegt auch darin, dass mein Partner nicht bereit ist, Risiken bzw. Auseinandersetzungen hinsichtlich seiner Familie einzugehen. Lieber fügt er sich ein. Ich glaube schon, dass er auch tatsächlich gerne so viel Zeit mit seiner Familie verbringen möchte.
Dann mach es am besten genau so, wie von @Vicky vorgeschlagen. Du beziehst Stellung und setzt deine Grenzen, lässt deinen Partner aber weiterhin fahren, so oft er möchte. Er kann sich ja dann vor Ort überlegen, ob er sich mit seiner Familie auf Auseinandersetzungen über deine Abwesenheit einlässt oder nicht. Das ist nichts, was du zu deinem Problem machen solltest.

W, 29
 
  • #13
Lieber fügt er sich ein. Ich glaube schon, dass er auch tatsächlich gerne so viel Zeit mit seiner Familie verbringen möchte.
Nur sind die Rahmenbedingungen für mich unmöglich einfach so hinzunehmen...
Glaube mir, niemals wirst du mit ihm einig werden, da es bei ihm eine starke erzieherische Prägung ist! Er steht mehr zu seiner Familie als zu dir, das musst du auch wissen, aber das weißt du!
 
  • #14
...Er steht mehr zu seiner Familie als zu dir...

Das sehe ich auch so.

Das Problem an so einer Sache ist, dass sich jemand, der so dermaßen in Elternhaus verwurzelt/eingewurzelt ist, sich bei Grenzsetzung Deinerseits, die Beziehung auch schnell von der Familie madig reden lässt.

Der Konflikt, der ins Elternhaus gehört, zieht damit in eure Beziehung ein. Nach gar nicht all zu langer Zeit bist Du dann auch für ihn die "Doofe", die ihm die Fanilientreffen "vergällt", weil er Dich dafür verantwortlich macht, dass er die Konflikte in seiner Familie hat, weil Du nicht nach deren Nase tanzen und bei jedem Pfeifen angesprungen kommst.

Ich würde einen solchen Partner (heute schneller als früher) bei Mama und Papa lassen. Ich würde keine Beziehung mit einem Kind führen wollen.
 
  • #15
@schneeweiß
Ich kann Dich verstehen, dass Du in einer Zwickmühle bist! Den Ratschlag von @Vikky find ich sehr gut, einfach bei den nachsten Treffen zu sagen, dass Du auch noch eine Familie hast und mit dieser Zeit verbringen möchtest! Oder Du möchtest Deinen Freundeskreis pflegen, den Du schon sehr lange vernachlässigt hast, dies jetzt aber nachholen möchtest! Dies klingt doch alles sehr authentisch und irgendwann wird sich die Mutter Deines Freundes auch an die "Absagen" gewöhnen, glaube mir! Irgendwann fragt keiner mehr nach Dir und Du hast Deine Ruhe! Dein Freund kann ja weiterhin an den Familientreffen teilnehmen, aber, wenn Du keine Lust hast, dann bleib fern! Früher habe ich das auch so gehandhabt und mich so durchgesetzt! Das solltest Du jetzt auch tun und denke daran, Du bist eigentlich niemandem Rechenschaft schuldig!
 
  • #16
Das Problem an so einer Sache ist, dass sich jemand, der so dermaßen in Elternhaus verwurzelt/eingewurzelt ist, sich bei Grenzsetzung Deinerseits, die Beziehung auch schnell von der Familie madig reden lässt.
Genau! Seine Familie möchte immer über ihn und seine gesamte Situation bestimmen, insofern auch über FS! Sind eines Tages Kinder da, so werden sie auch über die Kinder bestimmen, welche Frau tut sich das an?
Der Konflikt, der ins Elternhaus gehört, zieht damit in eure Beziehung ein. Nach gar nicht all zu langer Zeit bist Du dann auch für ihn die "Doofe", die ihm die Fanilientreffen "vergällt", weil er Dich dafür verantwortlich macht, dass er die Konflikte in seiner Familie hat, weil Du nicht nach deren Nase tanzen und bei jedem Pfeifen angesprungen kommst.
Volle Übereinstimmung!
Ich würde einen solchen Partner (heute schneller als früher) bei Mama und Papa lassen. Ich würde keine Beziehung mit einem Kind führen wollen.
Auch richtig! Niemals kann so etwas gut gehen, wenn man ein eigenes und selbstbestimmtes Leben leben möchte die Konflikte zur Trennung sind hausgemacht!
 
  • #17
Frag Dich mal wie Euer Familienleben aussehen würde, hättet ihr Kinderchen und er fährt weiter zweimal im Monat mit den lieben Kleinen übers Wochenende zu seinen Verwandten.

Irgendwie sehe ich da kein "wir" als Paar.
 
  • #18
Der Konflikt, der ins Elternhaus gehört, zieht damit in eure Beziehung ein. Nach gar nicht all zu langer Zeit bist Du dann auch für ihn die "Doofe", die ihm die Fanilientreffen "vergällt", weil er Dich dafür verantwortlich macht, dass er die Konflikte in seiner Familie hat, weil Du nicht nach deren Nase tanzen und bei jedem Pfeifen angesprungen kommst.
Genau davor habe ich auch Angst, wenn ich meine Grenzen setze. Im Endeffekt habe ich das Gefühl nur verlieren zu können, obwohl unsere Beziehung sonst wirklich sehr schön und harmonisch ist. Die Sache mit den Familientreffen ist unser einziges "Streitthema".

Seht ihr eventuell eine Möglichkeit es zu schaffen, dass er sich von seiner Familie emotional etwas mehr abnabelt oder seine Mutter in Zukunft hin und wieder in die Schranken weist?
 
  • #19
Seht ihr eventuell eine Möglichkeit es zu schaffen, dass er sich von seiner Familie emotional etwas mehr abnabelt oder seine Mutter in Zukunft hin und wieder in die Schranken weist?
Nur, wenn er selbst die Notwendigkeit dafür erkennt. Deine Beschreibungen klingen mir aber nicht danach...

Und solange du weiterhin jedes Mal mitkommst und dich fügst, gibt es erst recht keine Motivation für ihn.
 
  • #20
Genau davor habe ich auch Angst, wenn ich meine Grenzen setze. Im Endeffekt habe ich das Gefühl nur verlieren zu können, obwohl unsere Beziehung sonst wirklich sehr schön und harmonisch ist. Die Sache mit den Familientreffen ist unser einziges "Streitthema".
Das Gesamtpaket muss stimmen, stimmt leider nicht, da hilft es nicht, ein einzelner Kontext zu erwähnen! Du wirst ewig Streit mit ihm haben und mit seiner ganzen Familie!
Man sollte keine Zeit mit Menschen, verbringen, die einem nicht gut tun, das hinterlässt Spuren und Narben!
 

Laleila

Cilia
  • #22
Vielen Dank für Eure Ratschläge.

Ich glaube das große Problem liegt auch darin, dass mein Partner nicht bereit ist, Risiken bzw. Auseinandersetzungen hinsichtlich seiner Familie einzugehen. Lieber fügt er sich ein. Ich glaube schon, dass er auch tatsächlich gerne so viel Zeit mit seiner Familie verbringen möchte.
Kann er ja. Aber Du musst nicht immer dabei sein. Der Vorschlag von Vikky, es auf eine bestimmte Anzahl von Treffen, bei denen Du anwesend bist, zu begrenzen ist doch ein prima Kompromiss.
Dein Partner kann das für sich ja anders entscheiden, ihr müsst doch nicht immer und überall zu zweit auftauchen.

Genau davor habe ich auch Angst, wenn ich meine Grenzen setze.
Du sollst ihm ja keine Grenzen setzen, sondern Deine eigenen definieren.
Seht ihr eventuell eine Möglichkeit es zu schaffen, dass er sich von seiner Familie emotional etwas mehr abnabelt oder seine Mutter in Zukunft hin und wieder in die Schranken weist?
Nein, nicht ohne dass Du ihm dafür einen Teil seiner Comfortzone raubst.
Er mag diese Treffen ja offensichtlich und empfindet seine Mutter nicht grenzüberschreitend.
Lass ihm seine Treffen und entscheide Du für Dich, zu welchen Du ihn begleiten magst.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #23
Vielleicht könnt ihr mir von euren Erfahrungen berichten. Ich wäre sehr dankbar!
Erfahrungen mit solchem sozialen Gruppendruck innerhalb der Familie habe ich nicht, da wir dem "Drückenden" wohl den Vogel gezeigt hätten. Sagen könnt ich was...
Nur gilt jedes Treffen irgendwie als wichtig und mein Freund gerät zwischen die Stühle, wenn er für mich Partei einnimmt.
Wie alt ist Dein Freund, drei?
Die Mutter reagiert auch strafend meinem Parter gegenüber, indem sie kurz angebunden ist, nicht ans Telefon geht etc. - teilweise auch,
Wie alt ist Dein Partner? Vier?
Im Endeffekt bedeuten diese Familientreffen immer innerlich Stress für mich. Permanent muss man aufpassen, keinen zu enttäuschen,
Wer niemanden entäuschen will, ist am Ende von sich selbst und von allen anderen Ent-TÄUSCHT.

Du bist doch erwachsen. Zeig es auch.
w48
 
  • #25
Wer seine Grenze nicht an der Grenzlinie verteidigt, braucht sich nicht wundern, wenn alle drüber "latschen" und einem den Garten leer fressen.
 
  • #26
Irgendwann hört das Gemecker auf und sie nehmen die neue Realität an. Man muss nur einen Tick hartleibiger sein als sie
Das ist die einzige Möglichkeit, setzt beide konsequent Grenzen.
Besprecht Ihr beide, was Ihr wollt, Du stellst dar, was Du Dir vorstellst, er was er möchte, Ihr findet eine Lösung, und die wird konsequent umgesetzt.
Irgendwann kapiert es auch die hartnäckigste Mutter/SchwieMu, dass sie mit Schmollen nicht durch kommt. Ihr müsst Euch nur als Paar einigen, klappt das nicht, wird immer Mama das Sagen haben.
 
  • #27
Er wird sich von seiner Familie weder abnabeln noch seine Mutter in die Schranken weisen. Er ist so erzogen, daß die Mutter und die Familie bestimmen, was wann gemacht wird. Für ihn ist es richtig so. Dagegen wirst du nicht ankommen. Und: Es muß schon sehr dick kommen, bevor ein Sohn seine Mutter "in die Schranken weist". Bin selbst Söhnemutter und habe das noch nie erlebt.

Die einzige Methode ist, klar Schiff zu machen, und deinen Freund zu bitten, seiner Familie folgendes zu sagen: "Wir sind sozusagen eine eigene Familie mit eigenen Bedürfnissen ud einem eigenen Sozialleben. Wir besuchen euch gerne ab und zu, soweit das unsere Zeit und unsere Vorhaben zulassen." Fertig.

Ich würde diesen Zirkus nicht mitmachen und es notfalls sogar auf einen Bruch ankommen lassen, sonst kommst du aus dieser Nummer nie mehr raus. Dieses Problem wird eure ganze Beziehung vergiften.
 
  • #28
Ich habe einfach das Problem, dass ich sehr allergisch auf emotionale Erpressungen reagiere
Das hätte ich an deiner Stelle auch!

Menschen die glauben über meine Lebenszeit entscheiden zu dürfen, habe ich eh gefressen. Ich wehre mich da mittlerweile rigoros dagegen!

Ich kann dir nur raten, freundlich aber klar und deutlich bei der Mutter deines Freundes Stellung zu beziehen, indem du ihr sagst, dass du dich nicht zwischen die Familie und deinen Freund stellen willst, er gerne an all den Treffen teilnehmen darf wie er möchte, DU aber für dich selbst entscheidest und dich ganz bestimmt nicht erpressen lässt (Beispiel nennen).

Und deinem Freund solltest du da auch nochmal deutlich sagen, dass er für sich entscheiden darf und du dann aber bitte auch für dich! Ihr hattet einen Kompromiss geschlossen, dass du nur zu den wichtigen Treffen mitkommst und daran wird sich jetzt anscheinend auch nicht mehr gehalten. Was soll das?

Ich weiß das ist nicht leicht, sich so klar zu positionieren, weil man nicht anecken möchte, aber tust du es nicht, wird weiter für dich entschieden und du wirst zunehmend gefrustet.

Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie das mal sein wird, wenn dann mal (Enkel)Kinder da sind, aber das ist ein anderes Thema.

Ich wünsche dir starke Nerven und viel Kraft für dich einzustehen.
 
  • #29
Die Sache mit den Familientreffen ist unser einziges "Streitthema".
Das ist egal, denn es ist ein derartig massives Thema, dass es reicht, damit es miteinander trotzdem nicht geht, weil Du andere Lebensvorstellungen hast. Darum würde ich es auch prompt und nachhaltig klären, statt dass eure nach hunderten fauler Einzelfallkompromisse nach Jahren dann doch daran scheitert.

Ich glaube das große Problem liegt auch darin, dass mein Partner nicht bereit ist, Risiken bzw. Auseinandersetzungen hinsichtlich seiner Familie einzugehen. Lieber fügt er sich ein. Ich glaube schon, dass er auch tatsächlich gerne so viel Zeit mit seiner Familie verbringen möchte.
Ondulier nicht so rum um das Problem, denn das verfälscht das Bild sondern schau Dir direkt an was ist.
Dein Partner fühlt sich in dem Familientrubel wohl. Der will das so wie es ist. Genau darum geht er mit seiner Familie in keine Auseinandersetzung.
Er geht eher in eine Auseinandersetzung mit Dir - Du sollst das so mitmachen wie er und die Familie das wollen. Eventuell verzichtet er Dir zuliebe auf etwas was er gern möchte un d das wird zu einer Sollbruchstelle eurer Beziehung.

Ich will nicht, dass mein Partner permanent zwischen die Fronten gerät.
Er ist schon groß, überlass ihm das bitte selber zu entscheiden, welchen Kampf er führt und welchen nicht.
Guck Du auf Dich und auf Deine Bedürfnisse. Schaff Dir Raum dafür.

Genau davor habe ich auch Angst, wenn ich meine Grenzen setze. Im Endeffekt habe ich das Gefühl nur verlieren zu können
Du solltest Dich fragen, wie lange Du bereit bist, Dich von seiner Familie versklaven zu lassen und auf die Gestaltung Deines Lebens zu verzichten.
Guck auf das Gesamtbild: wie alt ist seine Mutter und wie alt wirst Du sein, bis ihrem Sozialterror ein natürliches Ende bereitet wird? Willst Du die Ultralangstrecke (Jahrzehnte) so gehen wie im Moment?
Ich denke nicht und darum musst Du eine Lösung schaffen, die für Dich über die gesamte Distanz komfortabel gehbar ist.

Faule Kompromisse, die Du immer nur kurzzeitig schaffst und zu einem jahrelangen die Partnerschaft belastenden Gezerre werden bringen Dir nichts.
Du musst es jetzt einmalig und dauerhaft klären, resp. wenn ihr als Paar eine Langfristperspektive für euch seht. Da hilft nur mit ihm Klartext zu reden.
 
  • #30
Seht ihr eventuell eine Möglichkeit es zu schaffen, dass er sich von seiner Familie emotional etwas mehr abnabelt ....
Nein, denn er hat nicht das Bedürfnis danach. Ddas Bedürfnis kannst nur Du schaffen, indem Du nicht mehr mitmachst udn er sich sehr oft vor der Entscheidung wiederfindet ein WE mit Dir oder mit seiner Familie zu verbringen.

oder seine Mutter in Zukunft hin und wieder in die Schranken weist?
Vollkommen falscher Plan, denn
1. wenn sie Dir auf den Wecker geht, musst Du sie in die Schranken verweisen, statt das an Deinen Partner zu delegieren.
Du bist schon groß, Du kannst das und auch das Gespräch danach mit Deinem Partner führen, wenn er meint dazu was sagen zu müssen.
2. Du machst damit eine dauerhafte Konfliktquelle für Auseinandersetzungen auf, die nach und nach eure Partnerschaft zerlegt.
Solche Dinge klärt man einmalig und dauerhaft, dann wissen alle Bescheid und können sich ätzende Kommentare sparen, bzw. kannst du Deinen Partner immer wieder darauf verweisen, auf was ihr euch geeinigt habt und dass Du keinen Änderungsbedarf hast.
 
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