• #1

Die ewig offenen Optionen zum Wiederanfangen

Kennt ihr das? Ein Beziehungsversuch. Dann nach einigen Wochen in gegenseitigem Einverständnis eine "Trennung", weil es nicht ganz passt oder der eine gerade noch ein anderes Problem hat. Dies alles trotz grosser Verliebtheit. Nachher Trennungsverarbeitung. Je einzeln. Doch die Option auf eine Wiederaufnahme bleibt. Denn es gab keine emotionalen, sondern nur äussere Gründe, mal nicht weiterzumachen. Ich erlebe das immer wieder. Und es ist nicht so, dass ich dabei sehr leide. Ich lebe einfach weiter. Darum hat es für mich auch nix Schlechtes dabei. Ich frage mich aber, ob nicht zahlreiche Menschen, sich da zu einer sturen Haltung durchringen, weil sie sich das Herz nicht zweimal brechen wollen. Ein Herzbruch, der aber fair und offen durchgehandelt und gefühlt wurde, der ist zwar schmerzhaft, doch die Option auf ein Wiederanfangen bleibt. Liege ich mit dieser Einstellung im allgemeinen Trend oder muss ich davon ausgehen, dass viele von uns diese emotionale Offenheit lieber nicht zulassen?
 
  • #2
weil es nicht ganz passt oder der eine gerade noch ein anderes Problem hat. Dies alles trotz grosser Verliebtheit
Nein, kenne ich nicht. Einfach weil man wenn es denn wirklich grosse Verliebtheit ist Wege findet. Aufgeben tun man nur wenns "so lala" ist. Und genau dann lässt man sich die Option offen, besser als nix.
Wenn also Sie es beendet hatte "trotz verliebtheit" ist das lediglich eine Ausrede. Sie war eben nicht verliebt. Aber Sie hat mein Herz gebrochen. Wer sich das Herz mehrfach von derselben brechen lässt ist selten dämlich

Ich nenn das nicht emotionale Offenheit sondern Beliebigkeit.
 
  • #3
Ein Beziehungsversuch. Dann nach einigen Wochen in gegenseitigem Einverständnis eine "Trennung", weil es nicht ganz passt oder der eine gerade noch ein anderes Problem hat.
...
Ein Herzbruch, der aber fair und offen durchgehandelt und gefühlt wurde, der ist zwar schmerzhaft, doch die Option auf ein Wiederanfangen bleibt.
Gruselig. Wirklich. Für mich ist das keine emotionale Offenheit, sondern Konfliktunfähigkeit. Wenn es Probleme in einer Beziehung gibt, kann man die lösen. Wenn man selbst ein Problem hat, kann man das auch lösen. Dazu muß man doch nicht "rein in die Kartoffeln - raus aus den Kartoffeln" spielen.
Und wenn dir dabei emotional nicht mal einer abbricht, dann ist dien Engagement in der Sache auch nicht sehr groß gewesen.
"Nee, das war alles doof, außerdem hatte ich ein anderes Problem, da hab ich erst mal aufgehört und dann waren die total bockig, als ich nach sechs Wochen wieder kam. Verstehe ich nicht!" Wie würdest du Leute einschätzen, die so von ihrem Berufsleben reden?
 
  • #4
Die FS an @Bäärbel: Ich mein das nicht herzlos. Darum schreibe ich ja auch von Herzbruch. Ohne Herzbruchrisiko gehts nie. Gar nicht. Ich mein es einfach sportlich, authentisch und transparent. Das schliesst Herzeinsatz nicht aus. Konfliktunfähigkeit in dem Moment stimmt sicher. Doch es können auch vertagt werden. Respektive gerade beim Beziehungsanfang sind eben gewisse Konflikte von vorher so gross, dass man nochmals zurück an den Start muss. Nur um besser verstanden zu werden hier noch diese Ergänzung.
 
G

Gast

  • #5
Trennung trotz großer Verliebtheit kenne ich nicht.

Man trennt sich nicht, weil eine Prüfung ansteht oder einen Krankenhausaufenthalt, weil man in den Urlaub geht oder weil die Schwester gerade Liebeskummer hat.

Jeanne dein Beitrag von 16:45 ist total abstrakt und hermetisch. Vielleicht findest du einen großen intellektuellen Reiz an diesen ebenfalls abstrakten Liebschaften, bei denen man sich trennt, obwohl man sich mag und versteht?

Ich habe, als ich ca. 20 war, auch einige Leute kennen gelernt, die so seltsam drauf waren und es chic fanden ihre "Beziehungen" so kompliziert zu gestalten. Ich nicht. Immer noch nicht.

W49
 
G

Gast

  • #6
Klingt für mich nach Bindungsangst und sich wiederholenden Verhaltensmustern.

Für einen Ex von mir war ein ständiges On-Off (auch mit längeren, monatelangen Unterbrechungen auch eher normal). Er hat eine ganze Ehe so geführt. Immer nur Hin und Her, Trennungen, Wiederversöhnungen, nie Routine, Gewöhnung, Stabilität. So war er es gewöhnt und fand es auch mit mir nicht ungewöhnlich, trotz schmerzhafter Trennungphase sich einfach wieder zu melden und sich wieder wie ein Kind auf einen Neuanfang zu freuen, auf diesen hinzuarbeiten. Ich glaube, ihm gings um die Emotionen dabei, die Aufregung, Neuanfang, intensive Gefühle und vor allem, sich nicht Festlegen müssen, Unverbindlichkeit, Spannung, Lust auf Drama und Ausnahmesituationen. Und immer wieder die Option für einen Neuanfang nicht ausschliessen.

Ich fand das höchstgradig bindungsgestört.
 
  • #7
Hier die FS (46, w)
"Klingt für mich nach Bindungsangst und sich wiederholenden Verhaltensmustern. "
Ich meine nicht ein ständiges On-Off. Das ist genauso unschön, wie du es beschreibst, #5.
Eure Antworten helfen mir sehr, so merke ich, was ich fragen will. Danke.
Hoffe, dass meine Frage allmählich an Abstraktheit verliert:
Ich frage danach, ob auf eine saubere Trennung aus klar nachvollziehbaren Gründen nicht später einen ebenso klaren Wiederneuanfang ermöglichen kann. Ich frage euch, ob ihr das auch so seht oder ob ich mit diesem Gefühl und ethischen Grundsatz eher allein dastehe. Das interessiert mich. Ich liebe nicht abstrakt. Aber ich mach mir meine Gedanken dazu und habs gern klar.
 
  • #8
ok., FS jetzt wird es klarer. Klar ist eine saubere Trennung eine (vielleicht die einzige) Grundlage für einen Neuanfang.
Die Frage ist nur, wie sich "sauber" definiert. Da gehen die Meinungen der Beteiligten sicher auseinander.
Eine Freundin von mir wollte z.B. mal für zwei Jahre aus ihrer Ehe aussteigen, um eine Liebe auszuleben. Ich fand das gut, denn ihr Mann ging des öfteren heimlich fremd. Leider machte er aber beim Spiel mit offenen Karten nicht mit und die Ehe war vorbei. Für den Mann war das also nicht sauber.
Ähnlich betrachte ich Trennungen auf Zeit, wenn jemand ins Ausland geht oder sich erst scheiden lassen muss. Die Zeit, die inzwischen vergeht, in der man sich getrennt entwickelt und die einen Menschen verändert, spielt eine starke Rolle. Der Mann, von dem du dich trennst, kann im nächsten Jahr über dich hinweg sein. Man steigt nie zweimal in den gleichen Fluss.
Wenn du allerdings eine Auszeit meinst, um etwas zu klären, mit einem fest abgesprochenen Zeitraum und festgelegten Bedingungen (Kontakt, Treue etc. ja oder nein), mit starken Persönlichkeiten kann das funktionieren.
Ich finde es aber Blödsinn und sehe den Sinn einer solchen Aktion nicht. Warum sollte man so etwas wollen?
 
G

Gast

  • #9
Ich kann nur sagen, man sollte nicht zu schnell aufgeben. Ist immer schwer, eine neue Beziehung aufzubauen. Da muss man auch mal Stress aushalten.
Die Meisten werfen sofort alles hin, kommt das erste Problem. Das ist leider der allgemeine Trend und deshalb klappt es fast nirgendwo! So kriegt man nie etwas laengerfristiges hin!
Das ist doch schade und sicher auch verkehrt.
Man muss auch sich selbst reflektieren und einfach bereit sein, sich voll einzulassen und zu oeffnen und auch die Fehler des Anderen akzeptieren!
Was schoen beginnt, hat auch einen Grund und oft eine Zukunft - das sollte man nicht leichtfertig aufgeben und sich die naechste oder den naechsten suchen. Das sollte man nur, wenns gar nicht geht und auch nicht sofort. Ich finde es sehr traurig, wenn man sofort aufgibt, man hat etwas aufgebaut und schmeißt es sofort wieder weg, da stimmt doch bei einem selbst dann etwas nicht...und nicht bei dem Anderen...
 
G

Gast

  • #10
Respektive gerade beim Beziehungsanfang sind eben gewisse Konflikte von vorher so gross, dass man nochmals zurück an den Start muss. - genau! Das ist die Antwort! - Wenn Wille zu Verbindlichkeit da ist.
 
G

Gast

  • #11
Respektive gerade beim Beziehungsanfang sind eben gewisse Konflikte von vorher so gross, dass man nochmals zurück an den Start muss. - genau! Das ist die Antwort! - Wenn Wille zu Verbindlichkeit da ist.
Das hast Du aber gut geschrieben!!! So ist es! Oft kommt es durch alte Probleme zu Verhaltensmustern, die man wieder abstellen muss (und meistens auch kann)! So ein kmpl Neustart bewirkt tatsaechlich oft Wunder! Du hast das wunderbar kurz und knapp beschrieben! Manchmal muss man einfach noch mal an den Start, weil der Beziehungsanfang oft holprig ist und es schnell zu (unnötigen) Komplikationen kommt. Es ist genau so, wie Du schreibst! Selbst erlebt (und jetzt sehr glücklich) ;-)
 
G

Gast

  • #12
#5
Habe das Gleiche erlebt wie du. Er hat auch eine Ehe so geführt, sogar mit einer Geliebten zur gleichen Zeit. Insgesamt 5 Kinder - 2 Söhne im gleichen Alter - keine Zwillingen. Jetzt ist er zurück zur Ex von der er vorher schon 20 mal getrennt war.Sie wird ihn immer wieder nehmen, egal wie oft er fremd geht oder wie oft er sich von ihr trennt. Ich bin froh, das sie ihn mir abgenommen hat. Zu Beginn war es schmerzhaft jedoch jetzt bin ich erleichtert das mir ein Leben mit ihm erspart geblieben ist. Er ist ein klassisch Bindungsgestörter der nichts als verbrannte Erde und kaputte Frauen hinterlässt. Und dies alles mit einem unglaublichen Selbstvertrauen und einer grossen Arroganz.
 
  • #13
Es ist wie bei Monopoly: "Gehen sie zurück auf Start. Gehen Sie nicht über Los, ziehen sie nicht 4000 DM ein und kaufen sie nicht die Schlossallee" oder so ähnlich heisst es da.

Ich meine damit: Fahrt komplett auf Null runter und fangt von vorne nochmal an. Als wäre es eine neue Spielrunde. Ohne später noch kritische Punkte aus der vorigen Spielrunde anzuführen.

Wenn das wieder nicht klappt, weisst du es.
 
G

Gast

  • #14
Kennt ihr das? Ein Beziehungsversuch. Dann nach einigen Wochen in eine "Trennung", weil es nicht ganz passt oder der eine gerade noch ein anderes Problem hat. Dies alles trotz grosser Verliebtheit. Nachher Trennungsverarbeitung. Je einzeln. Doch die Option auf eine Wiederaufnahme bleibt. Denn es gab keine emotionalen, sondern nur äussere Gründe, nicht weiterzumachen.
Die Option zur Wiederaufnahme ist gut. Zurück an den Start! Beim 2. Mal kann es tatsächlich dann besser klappen. Was mich nur wundert, dass Du nicht leidest!? Bist Du tatsächlich so abgestumpft? Und Du erlebst es mehrfach so? Also, klar, das passiert oft in neuen Beziehungen, es fängt toll an, dann knallts. Nicht total ungewöhnlich! Dann Trennung und Zeit ohne jeglichen Kontakt. Das bewirkt oft wirklich wahre Wunder! Die Option zur Wiederaufnahme ist in dem Fall keine schlechte Sache. Aber es sollte bei einer Wiederholung dann bleiben, dann hat es wirklich eine gute Chance.
Anfangs macht man leider viele Fehler und da man sich noch nicht richtig kennt, weicht dann die rosarote Brille und es knallt. Beide sind enttäuscht, verletzt und gefrustet. Um zu verstehen, was passiert ist und dass es so tragisch und anormal gar nicht war, brauchen dann beide Zeit, um sich klar zu werden. Wenn die Gefühle auf beiden Seiten da waren und es an den Umständen lag, wie von Dir oben beschrieben, dann halte ich die Option zur Wiederaufnahme für wirklich gut!
 
  • #15
Klar, ist doch schön. Ich kenne alleine schon drei Paare in meinem Umfeld, die früher schon mal zusammen waren und nach vielen Jahren wieder zusammenkamen und jetzt glücklich verheiratet sind.

So ein Mensch entwickelt sich mit der Zeit weiter und ich finde es gut, dass man diese Option nicht ausschließt, würde aber nicht zuviel Hoffnung reinsetzen. Denn Hoffnung macht Druck und mit Druck sieht man nicht so klar.

Wenn ich mich trennen würde, dann wäre es ein klarer Schlussstrich. Aber ich würde, wenn ich den Menschen fünf oder zehn Jahren später wiedertreffe, mich nicht von meinen Vorurteilen blenden lassen, und würde ihn nochmal kennenlernen. Es würde mich interessieren, wie sein Lebensweg war, was er alles erlebt hat und wer weiß, vielleicht passt es dann.
 
G

Gast

  • #16
Es ist wie bei Monopoly: "Gehen sie zurück auf Start. Gehen Sie nicht über Los, ziehen sie nicht 4000 DM ein und kaufen sie nicht die Schlossallee" oder so ähnlich heisst es da.

Ich meine damit: Fahrt komplett auf Null runter und fangt von vorne nochmal an. Als wäre es eine neue Spielrunde. Ohne später noch kritische Punkte aus der vorigen Spielrunde anzuführen.

Wenn das wieder nicht klappt, weisst du es.
Das ist der richtige Weg! Zeit vergehen lassen und runterkommen, um dann ganz neu zu starten! Die alten Dinge verzeihen und beim Neuversuch habt Ihr dann die Chance, es besser zu machen. Genau das würde ich auch machen! Eine Trennung bedeutet nicht immer zwangsläufig, dass es wirklich ein für allemal aus ist auf ewig. Wenn es gut begann und nur die Umstände zum Aus geführt haben, dann kann eine Trennung, Abstand und ein späterer Neubeginn der Weg ins Glück sein! Davon bin ich felsenfest überzeugt! Manchmal muss man einfach noch mal zurück an den Start und Ihr habt mindestens 50% Chance, dass es dann viel besser funktioniert, weil Ihr genau wisst, was falsch lief. Äußere Umstände kann man klären und entsprechend verbessern. Deshalb muss man sich nicht gleich verbiegen, aber man muss auch bereit sein, etwas für das Funktionieren einer Beziehung zu tun. Nichts läuft nun mal von selbst und jeder Mensch hat kleine Fehler, etwas Perfektes wird man nirgendwo finden, ohne dran arbeiten zu müssen. Sonst bleibt man ewig alleine oder wird zum Beziehungshopper. Aus meiner Sicht nicht erstrebenswert.
 
G

Gast

  • #17
Viele Beziehungen lassen sich auch nach dem Cut noch retten! 3 - 4 Monate Abstand und völlige Kontaktsperre und dann ist der richtige Zeitpunkt für einen kompletten Neustart! Bald kommt der Frühling und man kann den alten Streit begraben und einen neuen Versuch wagen gemeinsam. Aber dafür braucht es unbedingt 100%-tigen Abstand bis dahin! Ein Wiederanfangen kann dann wunderschön werden, denn wenn Gefühle da waren und nur die Umstände zum Scheitern führten, kommen die Gefühle auch bestimmt wieder! Also, runterkommen und Kontakt irgendwann wieder aufnehmen und dann neu versuchen! Nicht immer alles gleich komplett wegschmeißen! So mancher Neustart hat ins Glück geführt ;-)
 
G

Gast

  • #19
Kennt ihr das? Ein Beziehungsversuch. Dann ... "Trennung" ... Doch die Option auf eine Wiederaufnahme bleibt.
Nein, kenne ich nicht. Wenn die Frau nur einen "Beziehungsversuch" starten möchte, dann bin ich dafür nicht zu haben, da soll sie sich besser ein anderes "Versuchskaninchen" suchen. Und wenn "Trennung", dann TRENNUNG. Frauen die nicht wissen was sie wollen, sind für mich keine Option.

Ich nehme die Frau ernst - ich nehme die Beziehung ernst - und ich nehme die Trennung ernst.

m
 
G

Gast

  • #20
Nein, kenne ich nicht. Wenn die Frau nur einen "Beziehungsversuch" starten möchte, dann bin ich dafür nicht zu haben, da soll sie sich besser ein anderes "Versuchskaninchen" suchen. Und wenn "Trennung", dann TRENNUNG. Frauen die nicht wissen was sie wollen, sind für mich keine Option.

Ich nehme die Frau ernst - ich nehme die Beziehung ernst - und ich nehme die Trennung ernst.

m
Manche trennen sich aber zu überstürzt oder schnell. Ist halt nicht jeder so "hart" und "klug" wie Du (scherzhaft gemeint). Ich finde es gut, dass Du Dinge erbt nimmst, aber Trennungen heißen nicht immer Endgültigkeit! Gefühle kann man nicht so rational steuern, wie Du hier schreibst. Wenn Du da kannst, dann ist das aus meiner Sicht nicht positiv, sondern höchstens sehr kalt.