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Gast

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  • #1

Die Ehe als tatsächlich ernstzunehmende Beziehung

Gleich vorab: Ich bin eine gebildete, beruflich zeimlich erfolgreiche Frau (52), die finanziell auf eigenen Beinen steht und bei der das Thema Familiengründung abgeschlossen ist, ich habe meine zwei Kinder allein großgezogen.
Ich habe vor einem halben Jahr geheiratet und bin sehr glücklich. Mit meinem Mann und mit mir selbst. Die Ehe ist das, was mir zum Glück in den vorangegangenen zwei Partnerschaften gefehlt hat. Das habe ich früher nie so gesehen und angestrebt, aber ich merke jetzt, es ist so.
Jetzt ist es ernst und vorher war es konsequenzgemindertes Probehandeln, ein Spiel mit offenem Hintertürchen, aus denen mann wie frau sich bei Problemen und Langeweile schnell davonschleichen kann (auch wenn man sich etwas anderes vorgemacht hat). Die Legitimation der Gesellschaft und auch die damit übertragene Verantwortung, eine Partnerschaft gut zu führen, sind für mich ein hoher Wert.
Ich fühle mich erst jetzt angekommen und angenommen, auch umgekehrt habe ich das Gefühl, erst so kann ich einen Mann zu 100% annehmen. Jetzt gehöre ich wirklich zu ihm.
Das erschreckt mich etwas, weil ich eigentlich nicht so sozialisiert bin. Stehe ich damit so allein da? Ist das noch der Höhenrausch der Hochzeit (die standesamtlich und nur für uns war)? Ist das normal? Sollten wir uns mehr zutrauen?
 
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Gast

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  • #2
War es nicht so - bei allen Beziehungen vorher - dass das erste Mal (das und auch das erste Treffen mit Freunden, Familie etc nein sogar der erste Kusse ein neues Stadium der Beziehung eingeläutet hat? Wenn das so war, warum sollte es dann mit einer Heirat, die so vieles festlegt, eigentlich anders sein. Zu glauben, dass man ohne etwas kann und dass das auch gelungen ist, heisst nicht, dass es mit diesem mehr besser werden könnte. (wenn man sich nicht darauf ausruht)

Euch weiter frohes gelingen. Frei nach dem Spruch: "Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos." Warum müssen wir da Schmunzeln, weil es mit gelungenen Ehen genauso ist. Grück auf!
 
  • #3
Ehe: Das Eine ist das Rechtliche - das Andere die innere Einstellung dazu.

Wenn sich Jemand verheiratet besser fühlt - ist das ok. Wer sich ohne Trauschein besser fühlt - auch ok.
Viele sagen, daß sie direkt nach ihrer Trauung keinen Unterschied merken. Anderen wie die FS, ist das schon ein wichtiger Unterschied.

Viele erwarten von der Ehe eine Sicherheit und Beständigkeit. Endlich angekommen sein = nie wieder auf Partnersuche gehen zu müssen.
Vielen Eheleuten ist es wichtig, sagen zu können: Das ist MEIN Mann - MEINE Frau.
Nicht als Besitzstand, sondern als exklusives Recht.

m.E. ist dieses Bewußtsein zur Ehe mit Trauschein bei der FS erst mit der Zeit gewachsen = jetzt erst reif dafür - vorher nicht.

Es gibt Ehepaare, die auch nach 30 Jahren und länger noch froh sind, miteinander verheiratet zu sein.
Zumal sie wissen und kennen, welchen Partner/in sie haben - warum da noch wechseln ?

Ehe ist nicht Trauschein und zwei Ringe - Ehe ist das, was Beide daraus machen, jeden Tag.
 
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  • #4
Wenn es so wäre...
dann wären folglich alle anderen Formen von Beziehungen, und das sind mittlerweile nicht wenige,
keine "ernstzunehmenden Beziehungen" ? Von wem genau müssen die denn als "ernst gemeint" abgenommen werden ? Gibt es nun doch den Beziehungs-TÜV ?
Es ist schwierig etwas Allgemeingültiges festzustellen wenn es wie bei Dir um innere Bedürfnisse und rechtliche Klarheit geht. Der Grund wieso du dich endlich richtig "angekommen" fühlst wird wohl eher der Partner als das Stück Papier sein. Zweitens hast du schon viel Erfahrung gesammelt und weisst nun genau was du willst und worauf es dir ankommt. Mit 52 bist du auch sicher nicht mehr der Meinung, dass bei raschem Auswechseln der Partner immer automatisch "was Besseres" kommt. All dies trägt zur Stabilisierung und damit zum Glücksgefühl bei. Weiterhin alles Gute also.
 
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  • #5
Liebe FS,
für mich hat jede langjährige Beziehung ohne Ehe grundsätzlich etwas affärenhaftes, eine Unverbindlichkeit, ein letztes Zurückhalten, bedingte Vertrauensdefizite, sich doch nicht festelgen wollen.....
In fortgeschrittenem Alter würde ich nicht überstürzt heiraten wollen, aber die Ehe würde auch für mich einen gravierenden Unterschied ausmachen, nämlich die Bereitschaft, für den anderen zu sorgen, wenn es bei ihm mal nicht so gut läuft und für seine Zukunft zu sorgen, wenn mir mal was passiern sollte - über das hier und jetzt hinausschauen, sich füreinander verantwortlich fühlen.
Wahrscheinlich hattest Du die Vorbehalte bei Deinen vorherigen Beziehungen, so dass eine Ehe kein Thema war.
w.55
 
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Voland

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  • #6
Ich sah jede meiner Beziehungen als lang und ernstzunehmend an. Für mich besteht kein Unterschied in der Intensität zwischen einer Lebenspartnerschaft und einer Ehe, denn die Tiefe der Bindung hängt vom Paar selbst ab. Die Scheidungsstatistik spricht deutlichste Worte über den wirklichen Ernst des Ernstnehmens von Ehen. Wäre eine Ehe nur einmalig im Leben möglich, dann würde ich vielleicht etwas mehr Glauben an daran bekommen.
 
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  • #7
Die Ehe ist immer eine ernstzunehmende Verbindung die gutes verspricht um gutes zu bewirken. Wer so etwas ernsthaft in Frage stellt ist m.E. von der anderen Seite unzulänglicher Wertvorstellungen. Erschreckend zu erkennen wie viele erheblich hohe Defizite manche Menschen innerlich aufweisen, sich im Leben und Alltag stets selbst bewundern und erwarten das andere sie auch so super finden.
 
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  • #8
Ich habe auch in schon reiferen Jahren zum zweiten Mal und sehr viel bewusster und überzeugter als beim ersten Mal geheiratet und empfinde diese Ehe auch als Bereicherung. Gerade, wenn gar kein "Muss" dabei ist und kein wirtschaftlicher Vorteil für einen von Beiden, hat die Heirat den Sinn, den man sich in der Jugend mal erträumt hat.
 
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  • #9
Ich kann Gast #5 voll zustimmen.
Für mich (w) war es immer unwichtig zu heiraten. Schon als junges Mädchen (bin jetzt 60) wollte ich es nicht, obwohl es in jener Zeit üblich war, dazu gehörte.
Ich habe mich in den 20 Jahren ohne Trauschein immer "verheiratet" gefühlt.

Interessanterweise antwortete eine Bekannte auf die Frage "Na, wie fühlt es sich jetzt an? Anders, nachdem ihr schon lange zusammengelebt habt" setzte ich nach, da sie zögerte. Ja, das fand sie, irgendwie gefangen.
 
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