• #1

Depressiver Partner trennt sich. Wie geht jetzt weiter?

Hallo, mein Ex-Partner und ich waren insgesamt 4 1/2 Jahre zusammen, die letzten 1 1/2 Jahre in einer gemeinsamen Wohnung. Wir führten eine relativ schöne Beziehung, obwohl ich selbst Fehler gemacht habe, die mir glücklicherweise verziehen wurden.
Ich bin ein sehr emotionaler Mensch und rede über alles was in mir vorgeht. Komplettes Gegenteil von ihm. Er redet gar nicht über Gefühle. Er definierte sich eher über sein sehr ambitioniertes Studium, träumte von hohem Ansehen und hatte große, wenn nicht sogar übermenschliche Erwartungen an sich selbst. Das ging so weit, dass er täglich 10 Stunden in der Bibliothek verbrachte. Ich war traurig, aber nahm es so hin. Ich denke, dass er dadurch irgendetwas kompensieren wollte. Ein eher kühleres Verhältnis zu seinen Eltern hat er auch. Es geht nur um oberflächliche Dinge, eine richtige Streitkultur gab es nicht und ob er jemals gelernt hat mit Konflikten umzugehen weiß ich nicht. Seit einem halben Jahr geht es ihm schlecht, berichtet von Grübelzwängen, Antriebslosigkeit in den Morgenstunden. Ich bekam davon leider relativ wenig mit, weil er nie redete, außer dass er sich einzig und allein von mir zurückzog oder häufig mit Freunden um die Häuser zog.

Er ging im Dezember zu einem Arzt, der ihm AD verschrieb und eine Depression diagnostizierte. Eine Therapie fängt aber erst jetzt allmählich an. Mitte Januar war er hoffnungslos, stellte sein Studium, die Zukunft und unsere Beziehung in Frage. So hat er sein Studium kurz vor seinem Examen pausiert, seine Arbeit gekündigt und mir einen Monat Pause vorgeschlagen. Er sei sich unsicher mit uns und weiß nicht mehr ob er mich liebt oder mit mir weiterhin zusammen bleiben möchte. Diese Pause ging einen Monat, an meinem Geburtstag meldete er sich nicht. Das waren glaube ich die schlimmsten vier Wochen meines Lebens, habe 10 kg abgenommen, massiv sehr gelitten. Er traf sich viel mit Freunden und feierte.
Nun hat er sich dazu entschieden, ohne mich zu sein. Weiterhin Unsicherheit, aber der Faktor, dass er nicht weiß wie lange er brauche um sich zu entscheiden und mich damit nur auf die Folter spannt, sei Grund genug. Ebenfalls WEIß er, dass er alleine sein muss um seinen Zustand zu überwinden, er wolle einfach nur wieder glücklich sein. :traurig:
Es läge nichts an mir - er hätte momentan jede Liebesbeziehung beendet, da er alle Kraft für seinen Prozess braucht und da alleine durchmüsse. Vor drei Tagen hieß es noch, dass er sich später wieder annähern wolle, da er an diese Beziehung glaubt. Gestern hat er diese Aussage revidiert und sagt, dass er mich auf keinen Fall für immer aus seinem Leben haben will, das wäre ihm sehr bewusst - jedoch wird sich mit der Zeit herausstellen, ob das hier gerade eine Trennung auf Zeit ist oder endgültig. Das könne man jetzt noch nicht sagen. :weinen:
Besteht hier Hoffnung? Wie kann ich vorgehen? Er scheint anscheinend befreit nach der Trennung zu wirken, er hat ja jetzt auch gar keine Verpflichtungen mehr. Ich wäre so gerne für ihn da.
 
  • #3
Er ist ein sehr starker und mutiger Mann. Er belastet dich nicht mit seiner Krise, das ist schon ein Zeichen von ehrlicher Verbundenheit. Ob wieder eine Liebesbeziehung daraus wird kann dir niemand sagen. Er wird auch mit Sicherheit keine andere Frau momentan an sich heran lassen. Aber er arbeitet an sich und daran wieder ein glücklicher Mensch zu werden, das ist doch Lobenswert.
 
  • #4
Das ist wirklich unschöne Situation. Aber ehrlich gesagt kannst Du im Moment nichts daran ändern. Ich finde Du drehst Dich in Gedanken zu sehr um ihn und weniger um Dich selbst. Er hat ein Problem, nicht Du. Er hat sich getrennt. Denk an Deinen Selbstschutz! Du willst doch selbst glücklich sein! Bist Du nicht auch froh, dass Du das dauernde Gefühl der Verantwortung los bist? Dass Du nicht warten musst? Atme durch. Halte durch. Die erste Zeit ist sicher hart, aber es kommen bessere Tage, es kommt ein anderer Partner, es kommt der Frühling. Lass Dich von Freunden und Familie ablenken, stürz Dich in die Arbeit, tu Dir was Gutes. Und warte nicht! Das Leben ist hier und jetzt.
 
  • #5
Nun hat er sich dazu entschieden, ohne mich zu sein.
er hätte momentan jede Liebesbeziehung beendet, da er alle Kraft für seinen Prozess braucht und da alleine durchmüsse.
Das sind für mich entscheidenden Sätze. So traurig, wie es ist, lass ihn bitte alleine da durch. Er will es so, dann akzeptiere das. Er braucht alle Kraft für die Therapie und das ist wirklich kein Spaziergang. Du wirst das schaffen, glaub mir. Ich will Dir keine Hoffnung machen auf einen Neubeginn, denn es kann sein, dass er ein anderer Mensch geworden ist danach. Vielleicht meldet er sich nach langer Zeit wieder bei Dir. Ich rate Dir, lebe Dein Leben jetzt ohne ihn. Schreibe ihn vielleicht nochmal einen langen Brief und schicke ihn nicht zu ihm. Sage ihm aber, dass Du seine Entscheidung respektierst. Wünsche ihm alles erdenklich Gute, okay?
 
  • #6
Ohhh.... Ich lese hier schon etwas länger mit, und heute will ich dann doch mal antworten. Mir geht es nämlich sehr ähnlich. Doch dazu an anderer Stelle mehr, denn Du möchtest erst einmal Meinungen zu Euch.
Es tut mir sehr leid, aber mit depressiven Menschen ist es nun mal anders als mit nicht-despressiven. Diese Menge an Rückzugswunsch ist für unsereins gar nicht kompatibel mit "Beziehung" oder "Partnerschaft". Die aktuelle, stressige, Situation hat das wohl potenziert. Hatte er denn Stress mit dem Studium? Angst, es nicht zu schaffen? Das würde das Hinschmeißen erklären. Und dass er auch gleich gekündigt hat? Frage: Hat das Studium was mit der Firma zu tu? Weiterbildung im weitesten Sinne?
Wie liefen denn die vier Wochen Pause bei Euch ab? Ist er in der Zeit ausgezogen? Wie hat er sich danach gemeldet - oder Du Dich? Was ich absolut nicht okay finde - Depression hin oder her - ist, Deinen Geburtstag zu übergehen. Das war ich so sauer beim Lesen.
Im übrigen kannst Du ihm wohl glauben, dass es nicht an Dir liegt. Das ist seine Kiste!
Inwiefern habt Ihr denn jetzt noch Kontakt? Alle drei Tage? Tut Dir das gut?
Ich glaube Dir, dass Du gern für ihn da wärst, aber er will das nicht. Was gut bzw. andererseits komisch, ist, dass er ja AD verschrieben bekommen hat - nimmt er sie noch? Und wie geht es mit der Therapie voran? M.E. kann nur das helfen, Du vorerst weniger bzw. nicht.
Alles Gute Dir. Ich kann aus aktueller Lage sagen: Lenk Dich ab, mach Dinge, die Du schon länger tun wolltest. Sicher ist da was liegen geblieben, weil Du so emotional involviert warst. Bei mir jedenfalls ist und war das so. Ich habe z.B. renoviert, wenn auch nur ein kleines Zimmer, aber das war erfüllend, toll. Oder sich mit Freunden treffen, laufen, schwimmen usw. Ablenkung ist für mich wirklich das Beste und auch über anderes zu reden als über die derzeitige Situtation.
 
  • #7
Das waren glaube ich die schlimmsten vier Wochen meines Lebens, habe 10 kg abgenommen, massiv sehr gelitten. Er traf sich viel mit Freunden und feierte.
Es tut dir nicht gut. Du kannst auch nicht ewig verfügbar für ihn sein. Es kann sich auch nicht alles um sein Befinden drehen, Depression von ihm hin oder her. Ich finde, er ist sehr egoistisch und du bist co-abhängig, wenn du dich nur um ihn drehst. Kümmere dsich mehr um dich, und weniger darum, wie du ihm "hefen" kannst-was er auch gar nicht will. Du kannst niemanden retten, schon gar nicht, wenn der dich nicht will. Er enkt dich von dir ab.
 
  • #8
Nun, wirklich depressive Menschen ziehen nicht um die Häuser, ihnen fehlt es schwer sogar alltägliche Sachen zu erledigen. Hier habe ich das Gefühl, dass dein Freund kein Bock auf dich hat und eine "schöne" Diagnose erfunden, um sauber aus der Sache rauszukommen. Weiss du das hundert pro, dass er beim Arzt war??
Falls es mit seinen Depressionen doch stimmt, er hat doch gesagt, dass er ohne dich sein will. Welche Hoffnung oder Chancen willst du da sehen? Bist du ein Spielzeug, dass man nach Belieben rausholt?
Kontaktabbruch, bis du klarer siehst und dann kannst DU überlegen, ob Du diese Beziehung willst.
 
  • #9
Liebe FS,
er steckt im Studium, d.h. Ihr scheint noch recht jung zu sein und seid mit 4,5 Jahren schon recht lange zusammen. Seit 1,5 Jahren wohnt ihr zusammen. Ihr seid sehr unterschiedliche Typen: Du emotional und redselig, er eher kühl und sehr verschlossen.
Ich vermute, nach der Zeit des Zusammenseins und des Zusammenlebens zeigen sich nun Abnutzungserscheinungen in der Beziehung. Seine Begeisterung ist vorbei und darum beendet er es.
Du schreibst, Du hast Fehler gemacht, die Dir verziehen wurden. Auch das bezweifele ich. Du hattest bloss einen Mann, der sich über nichts auseinandersetzen wollte und im Hintergrund summiert hat, bis es ihm reichte.

Dass er die Beziehung beendet, hat nichts mit der Depression zu tun. Er hat realisiert, dass die Beziehung mit Dir nichts für ihn ist. Die Depression nutzt er nur als Vehikel, um Dir die Wahrheit über die Trennungsgruende nicht sagen zu müssen.

So wie Du eure Beziehung beschreibst, sollte man erwarten, dass Du als emotionaler und nähebedürftiger Mensch viel eher einen Grund zur Trennung hast, weil Du sozial und emotional neben ihm verhungerst.
Der Mann redet kaum mit Dir, teilt Dir nichts mit, arbeitet, studiert oder zieht mit seinen Kumpels feiernd durch die Gegend. Da kann die Trennung doch garkeinen Unterschied für Dich ausmachen - er ist eh nie bei Dir, selbst wenn körperlich anwesend. Warum also vermisst Du ihn?

Mitte Januar war er hoffnungslos,.... sein Studium pausiert..... seine Arbeit gekündigt und mir einen Monat Pause vorgeschlagen.
Das ist eine ganz normale Sinnkrise zum Ende des Studiums, die viele Menschen erwischt, die sich und ihre Fähigkeiten hoffnungslos überschätzen. Nun droht das Ende der hochfliegenden Träume, Zeit sich zu beweisent.
Wer 10 Stunden täglich in der Bibliothek hockt, dem mangelt es an Talent und Organisationsfaehigkeit, denn so lange kann kein Mensch effektiv lernen. Das ist vertane Zeit aus Verzweifelung und ja, dann rutscht man in eine ungünstige Stimmungslage - ist noch lange keine Depression, nur Frust über die eigene Unfähigkeit.

Er hat einen Ellerbeker Rundschlag gemacht und sich alles vom Hals geschafft, was ihn belastet - Studium, Arbeit, Dich. Da kann er feiern.

Besteht hier Hoffnung?... Er scheint anscheinend befreit nach der Trennung zu wirken.... Ich wäre so gerne für ihn da.
Nein, es besteht keine Hoffnung. Du kannst für niemanden da. Sein wollen, der Deine Hilfe nicht will sondern sich von Dir trennt.

Er eiert rum, ob es noch mal was werden kann nein, jein, vielleicht, später. Vergiss es und lass Dich nicht von Deinen Hoffnungen auf die Warmhalteplatte setzen. Er wird nie aufrichtig zu Dir sein, er ist zkein Mensch, der sich mitteilt.

Du siehst, es geht ihm besser ohne die Belastungen, zu denen auch Du für ihn zählst. Nimm das als Zeichen und hak die Sache ab. Keiner geht zurück zu jemandem, den er als Belastung empfindet.
 
  • #10
Leider, leider sind Menschen mit Depressionen in der Regel keine zuverlässigen Beziehungspartner. Wir wissen nicht genau, was er mit sich rumschleppt, aber genau das hindert ihn an einer Beziehung.

Würde er es sich anders überlegen, dann wäre das auch nur eine halblebige Sache und Du müsstest fortan Angst haben, dass das wieder vorkommt.

Du bist nun leider schon im qualvollen Trauer-Hoffnung-Modus. Ein unerträgliches Hoffen und Bangen. Da wäre ein endgültiges AUS fast schon eine Erlösung.

Es ist tragisch, aber Menschen, die nicht mal mit sich selbst klar kommen, die können auch keine Beziehung. Zumindest ist ihnen das zuviel. Und so toll und spritzig war es ja auch nicht und er hat erhebliche andere Baustellen. Ganz unter uns: er liest sich sehr verkorkst. Unser Beziehungsglück sollten wir nicht von solchen Kandidaten abhängig machen. Ich wünsche Dir, dass Du das auch so sehen kannst. Viel Glück.
 
  • #11
Wer eine wirklich Depression hat zieht nicht mit Freunden um die Häuser und macht Party. Das finde ich sehr komisch und ein Widerspruch in sich.
Vielleicht sucht er einen Vorwand um aus der Beziehung auszusteigen? Höre genau hin, was er sagt. Und nimm das ernst!
 
  • #12
Erstmal: egal, was er für ein Problem hat, er will ohne dich sein und du solltest dir keine Hoffnungen machen. Hör auf dich und lass dich nicht abhängig von seinen Aussagen machen.
Abgesehen davon kenne ich keine Menschen mit Depressionen, die ständig mit Freunden feiern gehen, gleichzeitig aber mit dem Partner Schluss machen, weil sie da allein durchmüssen. Die waren apathisch zuhause und ließen niemanden an sich ran. Ich denke eher, er hat keine Gefühle mehr und nutzt seine sicher wirklich bestehende Krise als sanften Ausstieg.

W, 36
 
  • #13
Ich verstehe nicht ganz. Ich glaube, das Problem hast eher du. Er will sich nicht helfen lassen und empfindet dich eher als Pest, will Übermenschliches erreichen, dabei störst du aber definitiv. Will um die Häuser ziehen und diverse Dinge tun. Ist alles sein gutes Recht. Ich stell mir vor, er ist depressiv, weil er sich dafür entschuldigen muss, was ja nicht normal ist als erwachsener Mensch, der hohe Träume hat.
Es wird eher so sein, dass er depressiv ist, weil er von dir und anderen Menschen in seinen enormen Ideen ausgebremst wird.

Du unterlass mal dein Helfer-Syndrom.
Dass du jetzt leidest und offenbar nicht weißt, wie es weitergehen soll, zeigst eher, dass du das Problem hast.
Er ist vermutlich nur depressiv, weil er sich nach anderen richtigen musste und andere ihn nicht lassen und verstehen.

Warum willst du z.B. dass er seine enorm hohen Ziele zurückschraubt? Warum stört dich, dass er um die Häuser zieht?
Was ist daran so relevant, dass du es als Kriterium in deinen Text einfließen lässt? Wo ist der Kernpunkt deines Problems? Ist dir langweilig?
 
  • #14
Er ist ein sehr starker und mutiger Mann. Er belastet dich nicht mit seiner Krise, das ist schon ein Zeichen von ehrlicher Verbundenheit.
Stark und mutig wäre es von ihm, die Partnerin nicht auszuschließen! Immerhin sind sie ein Paar, wenn auch nicht verheiratet. Ich sehe hier nichts von Verbundenheit, sondern genau das Gegenteil.

Ich teile die Ansicht einiger ForistInnen, dass er die Erkrankung erfunden hat, ums sich mit sauberen Händen aus dieser Beziehung zu winden. Die beiden haben einfach nicht zusammengepasst und sich gegenseitig Energie geraubt. Das Ergebnis ist gut, der Vorgang, so wie er stattgefunden hat, nicht.

FS, trenne Du Dich sauber und ohne Rückkehrmöglichkeit von ihm. Er wird Dir nur weiter Energie rauben mit seiner Salamitaktik.

ErwinM, 50
 
  • #15
Ehrliche und vielleicht hart klingende Antwort: sei froh, wenn Du ihn los bist. Mit einem depressiven Partner in jungen Jahren verbaust Du Deine eigene Zukunft und Du kannst im Grunde froh sein, wenn er sich trennt und nicht im umgekehrten Fall mit Suiziddrohungen beginnt. Erkläre ihm freundlich, dass Du seinen Trennungswunsch akzeptierst und respektierst, nicht für Herumgeeiere zu haben bist und suche schleunigst das Weite. Du bist offenbar noch jung. Für Familien- und andere Pläne im Leben findest Du auch geeignete Partner. Ihn wirst Du durchs Leben schleppen müssen und selbst daran zugrunde gehen.
 
  • #16
Wer eine wirklich Depression hat zieht nicht mit Freunden um die Häuser und macht Party. Das finde ich sehr komisch und ein Widerspruch in sich.
Vielleicht sucht er einen Vorwand um aus der Beziehung auszusteigen?
Ich habe einen Sohn, der durch eine chronische Krankheit, 24std Schmerzen und eine Nichtakzeptanz des Normumfeldes, für sein anders sein, völlig depressiv ist.
Diagnose alles da aber. .mit 20 kann er auch da im Moment nicht zu stehen und sich auf eine Therapie einlassen.
Aber so passiert natürlich auch immer irgendwas schlechtes aber nichts gutes.

Aber das einzige was er noch tut, ist mit Freunden feiern gehen.
Da macht er nie was falsch, da guckt ihn keiner traurig an, da kann er alles um Stunden vergessen.
Und er tut niemandem: weh!

Wirklich helfen und nah sein, können selbst wir Eltern schlecht.
Ich meine nicht das wir aufgeben etc
Näher möchte ich darauf auch nicht eingehen.
Aber es ist schwer
Anderer seits, muss er für unsere Liebe nichts tun.
Er muss keine Beziehung mit uns führen und keine Angst haben, dass wir ihn verlassen wenn er sich nicht genug einbringt.
Trotzdem fühlt er sich schlecht uns zu belasten.

Hätte er eine Freundin, ich wäre mir sicher er würde sich trennen...
Weil er sich selbst für eine Belastung hält und dieses Gefühl kann ihm keiner nehmen.
Eine Therapie zieht allgemein erst mal noch mehr runter, um dann am Aufbau ohne schlechte "Strategien" zu arbeiten.

Eine Beziehung würde jedoch mehr als alles widerspiegeln, was gerade in einem schlecht läuft.

Deshalb liebe FS, lass ihn da alleine durch.
Ich finde es toll, dass er den Weg geht aber es ist auch nur seiner.
 
  • #17
Kontaktabbruch, bis du klarer siehst und dann kannst DU überlegen, ob Du diese Beziehung willst.
Stimme dem gesamten Beitrag @7 und @ 10 zu, bin überzeugt, dass ein depressiver Mensch das nicht macht, was er tut, ich glaube auch zu 99%, dass es ein Vorwand ist, um sich aus dieser Beziehung zu lösen, es ist bestimmt nicht förderlich, in eine solche traurige und lieblose Geschichte wieder einzusteigen, wenn er es wollte, und es ist auch nicht gut, therapeutische Hilfe als Partner anzubieten, die er eh ablehnt, das macht mich ebenfalls stutzig, ich kann ihm beim besten Willen seine Storry nicht abnehmen! Nicht Worte zählen, sondern Taten, Das was er tut, stimmt mit seinen Worten nicht überein!!
 
  • #18
Das will er ja nicht. Er feiert lieber ohne dich.Ich würde wirklich Schluss machen ohne Kontakt. Wer bist du denn-ewig verfügbare Masse? ich denke, langfristige wird es dir ohne ihn besser gehen, denn im Moment kümmerst du dich nur um ihn und nicht um dich.
- Leider hat er mich ja schon verlassen und scheren tut es ihn momentan auch nicht. Er habe gerade keine Kraft für eine Liebesbeziehung, seine ganzen Emotionen und die Kraft gehen in seinen Prozess um sich endlich wieder glücklich fühlen zu können.
Ich weiß nicht wie ich momentan um mich kümmern soll, mit all den Sorgen.
 
  • #19
Er wird auch mit Sicherheit keine andere Frau momentan an sich heran lassen.
Vielen Dank für deine Antwort. Ich finde auch, dass es von viel Mut zeugt in so einer Situation ehrlich zu sein und auch auf meine Gefühle Rücksicht zu nehmen. Im Endeffekt ist es auch besser, dass er sich nach einem Monat trennt, als nach sieben, in denen ich auf ihn gewartet hätte. Ob er wirklich keine Frau an sich heranlässt, kann ich nicht einschätzen. Wenn ja, dann nur zur Ablenkung.
 
  • #20
Vielen Dank HeidiBerlin! Ich versuche seine Entscheidung zu akzeptieren und die Kontaktsperre einzuhalten. Habe ihm noch einen etwas längeren Text zukommen lassen, indem ich ihm anbiete immer auf mich zu kommen zu können, wenn er sich danach fühlt oder jemanden braucht. Gleichzeitig fühle ich mich aber sehr dumm, da ich anscheinend die Einzige bin, die die Trennung mitnimmt..
 
  • #21
Hallo Montserrat, ich danke Dir für die Anteilnahme. Ich bin einerseits verletzt und andererseits mache ich mir fürchterliche Sorgen.

Die aktuelle, stressige, Situation hat das wohl potenziert. Hatte er denn Stress mit dem Studium? Angst, es nicht zu schaffen? Das würde das Hinschmeißen erklären. Und dass er auch gleich gekündigt hat? Frage: Hat das Studium was mit der Firma zu tu? Weiterbildung im weitesten Sinne?
Er studiert Jura und ist hat gerade sein Repetitorium angefangen. Ich weiß, dass das purer Stress ist, aber bisher hat er sich immer wacker geschlagen. Es war eher sowas wie ein schleichender Prozess, indem er immer antriebsloser wurde und mit dem Stoff nicht so ganz hinterherkam. Repetitorium bedeutet leider ein ganzes Jahr lang jeden Tag mindestens 7-8 Stunden lernen. Die Arbeit hat im entferntesten etwas mit der Juristerei zu tun, jedoch hat er gleichzeitig noch versucht zwei Unternehmen aufzubauen. Was auf Dauer gesehen einfach dazu führen musste, dass ihm irgendwann alles zu viel wird.

Wie liefen denn die vier Wochen Pause bei Euch ab? Ist er in der Zeit ausgezogen? Wie hat er sich danach gemeldet - oder Du Dich?
In diesen vier Wochen habe ich es ausgehalten mich insgesamt von 31 Tagen 20 nicht zu melden. Drei Mal hat er sich gemeldet, aber nur weil wir uns zufällig in der Wohnung begegnet sind und er sich daraufhin entschuldigt hat oder er wissen wollte ob ich verreist bin. Er ist wieder zu seinen Eltern gezogen. Seine Sachen stehen hier aber trotzdem noch alle rum. Er wird in der nächsten Woche auch erstmal für eine längere Zeit mit seinem Vater verreisen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Bis dahin muss ich wohl mit dem kompletten Auszug seinerseits warten..

Am Wochenende haben wir uns zuletzt für ein Gespräch getroffen, er öffnete sich das erste Mal mir gegenüber. Sprach über seine Kindheit, über das schlechte Verhältnis zu seinem Vater. Seitdem haben wir nicht mehr gesprochen und erst einmal vereinbart, dass es wohl besser ist erstmal keinen Kontakt zu haben. Zumindest bis er von seiner Reise zurück ist, was jetzt auch noch einmal einen Monat dauert. Die Tabletten nimmt er unregelmäßig, hat sie eigensinnig für eine Woche abgesetzt. Anscheinend nimmt er sie aber wieder, ist leider aber nicht überzeugt, da sie bei ihm keine Wirkung entfalten. Die erste Therapiesitzung hatte er gestern. Leider habe ich ja keinen Kontakt zu ihm um seinen Fortschritt zu verfolgen.

Das schlimmste an allem ist die Hoffnung. Leider ist er aber auch so wechselhaft in seinen Aussagen, dass ich kaum die Möglichkeit habe einem Wort glauben zu schenken. Als erstes hieß es, er glaube an unsere Beziehung und dass er mich irgendwie noch liebt und sich wünscht, dass alles wieder wird. Und im nächsten Moment revidiert er alles und sagt er will mich auf keinen Fall für immer verlieren. Ob das Floskeln sind?

Danke Dir!
 
  • #22
Nein, es gibt sehr wohl diagnostizierte Depressionen bei Menschen, die sich am liebsten durch Partys und Kumpels ablenken. Hätte ich es nicht selbst bei meinem Ex erlebt, würde ich es vielleicht auch nicht glauben können. Einziger Unterschied bei ihm: Er hat mir nie was von seinen Depressionen verraten, ich habe es durch seine Familie erfahren.
Von daher frage ich mich, warum einige von Euch gleich so absolut behaupten, dass die Depression nur vorgeschoben sein kann, da der Partner des FS ja gern nachts unterwegs ist. Vielleicht spüren sich die Betroffenen dann noch etwas - im Gegensatz zu sonst, oder sie kommen wenigstens kurzzeitig auf andere Gedanken? Nur mal so als Idee...und Alkohol betäubt darüber hinaus ja auch so einiges.
 
  • #23
Hallo KateBush,

ich habe mir Deinen Eröffnungsthread nun zum zweiten Mal durchgelesen, und ich glaube, dass Du Dir diese Beziehung eher schönredest.
Du relativierst ja bereits auch selbst schon, indem Du schreibst, dass Ihr eine "relativ schöne" Beziehung hattet.
Wenn hier in Zusammenhang mit einer vermeintlich "tollen" Beziehung Attribute wie "eigentlich", "relativ", usw. angeführt werden, werde ich inzwischen hellhörig, denn in 100 Prozent dieser Beiträge stellt sich am Ende raus, dass die Beziehung eben NICHT für BEIDE Partner so toll und schön war, wie sie anfänglich vom Threaderöffner geschildert wurde. Das sehe ich ehrlich gesagt auch bei Euch.

Ich glaube weder, dass dieser ehrgeizige, aktive, getriebene Mann, der raus will und gerne um die Häuser zieht, depressiv ist, noch glaube ich, dass er 10 Stunden am Tag in der Bibliothek verbringt!

Ich glaube einfach, dass er müde von Dir (bitte entschuldige, wenn ich das so sage) und von Eurer Beziehung ist, und dass er festgestellt hat, dass diese Beziehung für ihn nicht mehr passt. Was ja grundsätzlich auch nicht verwerflich ist, so ist das Leben und viele Beziehungen halten heutzutage nur noch ein paar Jahre, weil die Partner sich auseinander entwickeln.

Mein Eindruck ist, dass er, der emotional nicht gerade Extrovertierte, den seichten Abgang mit dem Weg des geringsten Widerstandes aus dieser für ihn einengenden Beziehung mit einer emotional extrovertierten Frau, die alles verbal auseinanderklamüsern muss und auf klettige Weise, die ihm zuviel ist, so etwas wie ein Helfersyndom hat, sucht.

In meinen Augen, ist das einzige wirkliche Problem, dass er salopp gesagt, keinen Bock mehr auf die Beziehung hat und noch weniger auf Streß, Theater und Laberei mit Dir.
Das ist zwar irgendwo feige aber solche Menschen gibt es.

Dass er Dir alles Mögliche erzählt, um die Beziehung irgendwo "im Guten" zu beenden, weil er keine Lust auf Streß und langatmige Debatten mit Dir hat, ist eigentlich klar. Du schöpfst daraus irgendwelche Hoffnungen. Die solltest Du aber begraben.

Ich möchte Dir wirklich nicht zu nahe treten, aber für mich sieht das so aus, als hätte er längst eine Neue, mit der er um die Häuser zieht und mit der er Zeit verbringt (von wegen 10 Stunden in der Bibliothek...).

Was immer er will, er will es aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr mit Dir, und er möchte auch keine "Hilfe" von Dir, sondern seine Ruhe vor Dir, das sagen seine Worte und seine Taten. Auch wenn es im Moment weh tut, je eher Du das akzeptierst, umso besser, denn Dir wird nichts anderes übrig bleiben. Kopf hoch!
 
  • #24
Ich weiß nicht wie ich momentan um mich kümmern soll, mit all den Sorgen.
Indem du zum Beispiel aufhörst, deine Gedanken um IHN zu kreisen, wie es ihm geht und was du gutes für ihn tun kannst. Dein ganzer Post dreht sich um ihn,ob die Hoffnung besteht, dass er zurück kommt oder wie du die Situation noch rundrehen kannst, dass er bleibt. Er, er und noch mal er. Er verar.... dich gerade und du sagst "bitte mehr davon".
Lenke Aufmerksamkeit auf dich. Wie geht es DIR?? Wie ist es DIR in der Beziehung ergangen? Was er für DICH getan? Was tust Du dir gerade Gutes und soweiter und so fort.
 
  • #25
Leider hat er mich ja schon verlassen und scheren tut es ihn momentan auch nicht. Er habe gerade keine Kraft für eine Liebesbeziehung, seine ganzen Emotionen und die Kraft gehen in seinen Prozess um sich endlich wieder glücklich fühlen zu können.
Ich weiß nicht wie ich momentan um mich kümmern soll, mit all den Sorgen.
Da sieht man deutlich, dass er sich von Dir ausgesaugt gefühlt hat, warum auch immer. Natürlich schert er sich nicht weiter darum, warum sollte er auch!?
Was sind Deine Sorgen? Schwere Krankheit? Existensängste? Liebeskummer? Keiner mehr da, der Dein Leben mit "Sinn" füllt?
ErwinM, 50
 
  • #26
Aber das einzige was er noch tut, ist mit Freunden feiern gehen.
Da macht er nie was falsch, da guckt ihn keiner traurig an, da kann er alles um Stunden vergessen.
Und er tut niemandem: weh!
Es ist ein Haltepunkt. Wichtig für Menschen mit Depression. Viele können nichts mehr, einige finden solche Punkte.
Vergessen, Auszeit, Zeit ohne Muss, ohne Druck. Momente, um Leben zu spüren.
Die Vorwürfe mancher Foristen zeigen die erschreckende Ahnungslosigkeit von NichtBetroffenen. Vorwürfe, die Erkrankten noch mehr Druck machen.
Du musst, reiss Dich zusammen, tu das, tu jenes...

Bei den meisten Erkrankten kommt dieses Bewusstsein dazu.
Weil er sich selbst für eine Belastung hält und dieses Gefühl kann ihm keiner nehmen.
Man hat mit sich zu tun, man muss es selbst begreifen. Die Welt ist plötzlich anders. Psychische Erkrankungen sind tückisch.
Es gibt nicht DIE Depression und DIE Behandlung.
Depression ist vielschichtig, äußert sich unterschiedlich.

Ich finde es toll, dass er den Weg geht aber es ist auch nur seiner.
Es ist sein Weg. Er entscheidet für sich, wie er aussieht. Wer ihn begleitet, wem er sich zumutet.
Er wird probieren. Sich sortieren, neu aufstellen.

FS, Du kannst nichts machen. Du kannst nur akzeptieren, dass es so ist. Du kannst den Kontakt halten, in dem Maße, wie er es möchte. Du kannst Unterstützung anbieten. Musst akzeptieren, wenn er Nein sagt. Du kannst den Kontakt beenden, wem es Dir nicht gut tut.

Lebe Dein Leben. Schau, was Dir gut tut.
Es sind lange Prozesse. Er wird nie mehr der Mensch werden, der er war.

M, 54
 
  • #27
-
Ich weiß nicht wie ich momentan um mich kümmern soll, mit all den Sorgen.
Völliger Kontaktabbruch, nicht mehr verfügbar sein, wenn er es sich früher oder später doch anders überlegt.

Das heißt nicht, dass es dir jetzt schnell wieder besser geht. Durch den Trennungsschmerz musst du durch, Ablenkung in welcher Form auch immer hilft etwas, aber die Trauer gehört nun mal bei den meisten dazu.

Vielleicht nutzt du die Zeit, um deinen eigenen Anteil zu reflektieren. Wenn du als "sehr emotionaler Typ" über "alles" redest, kann das für deine Umwelt sehr anstrengend sein, auch für die weniger kühlen Typen. Denn nicht jeder will minütlich am Innenleben seines Partners teilhaben (überspitzt ausgedrückt).

w 55
 
  • #28
Was willst Du denn machen? Ihn regelmäßig sehen, ihn bekehren das er das falsche macht, bis er von dir total genervt ist? Er hat eine Entscheidung getroffen und die musst Du akzeptieren. Du bist jetzt noch im Schock und es wird eine Zeitlang dauern, wird aber wieder besser. Sei froh, das er dich gegen lässt. Depressionen sind kein Kindergeburtstag. Eine Freundin von mir ist mit einem Mann verheiratet, der schwere Depressionen hat und Medikamentenabhängig ist. Bei ihm gibt es jeden Tag auf und ab's. Mal will er sich umbringen, mal zieht er sich tagelang zurück von der Familie, er zweifelt ständig alles an, will alles hinschmeißen...dann doch wieder nicht. Meine Freundin ist mittlerweile seelisch im Eimer und funktioniert nur noch und will alles auffangen was falsch läuft. Ich kann dir nur sagen, das das einen kaputt macht. Du bist nicht seine Retterin und kannst ihn auch nicht retten! Er muss in erster Linie da durch und sich Hilfe holen und diese annehmen.
 
  • #29
Du musst auf seinen kompletten Auszug warten? Du weißt nicht, was du machen sollst?
Pack seine Sachen, allein oder mit Hilfe einer Freundin, und bringe sie zu seinen Eltern. So hast du zumindest einen Abschluss, was das angeht.
Danach schreibe dir auf, was du schon lange nicht mehr gemacht hast oder schon immer mal machen wolltest. Lenke dich mit schönen Sachen ab. Gestalte ganz bewusst dein Leben ohne ihn. Gehe mit Freundinnen aus, wenn du nicht allein sein magst. Warte nicht auf ein Zeichen von ihm. Ich würde auch den Kontakt komplett abbrechen, alles aus dem Handy löschen.
Es wird schwer, aber irgendwann wird es auch für dich wieder besser.
 
  • #30
Psychische Erkrankungen sind tückisch.
Es gibt nicht DIE Depression und DIE Behandlung.
Depression ist vielschichtig, äußert sich unterschiedlich
Ganz genau, insbesondere wenn die Depression zusammen mit anderen psychischen Störungen auftritt, bzw. Folgeerkrankung anderer psychischer Störungen ist.
Dann wird die Depression, als mittlerweile sozial sehr akzeptierte Krankheit in den Vordergrund geschoben und benutzt, um Ziele zu erreichen, die nicht ehrlich kommuniziert werden (Trennung, weil Partnerin nicht passt).

Die nachgereicht Informationen der FS (Studium, plus 2 Firmen parallel aufbauen) einhergehend mit vorher geschildertem grandiosem Selbstbild, hohen Zielen ist wohl das originäre Thema. Die Depression nur hinzugetreten, weil er damit nicht fertig wird, dass er doch nicht so ein Überflieger ist. Manisch-depressiv wäre auch eine Option.
Jedenfalls ist es nicht, was er der FS vermittelt: Depression (Burnout) wegen Überforderung. Damit geht keiner feiern, vor allem nicht, wenn er sonst so ein Stockfisch ist.

Liebe FS,
warum machst Du Dir über ihn Sorgen. Es geht ihm gut nach der Trennung und hinschmeißen von allem. Er wird von den "schrecklichen, kalten Eltern" trotzdem gepampert, bekommt einen Urlaub spendiert.

Kümmere Dich um Dich selber und gib den Irrtum auf, dass sich von der ersten Therapiestunde etwas elementar ändert. Das dauert oft Monate und länger, bis sich erste Wirkungen zeigen und sehr oft gehen diese in eine ganz andere Richtung als das Umfeld hofft. Es wird nämlich verändert, was krank macht oder krank hält.
Bei meinem Exmann wurden definitiv nicht die Erwartungen erfüllt, die er in meine Therapie setzte.