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Gast

  • #1

Depression und trotzdem auf Partnersuche ?

Mir ist es schon häufiger passiert, dass Männer im Netz Kontakt zu mir gesucht haben, die, wie sich im Nachhinein heraustellte, (als die Treffen häufiger wurden), depressiv waren. Diese Männer waren gar nicht in der Lage, sich auf eine Frau einzustellen, weil sie tausend Probleme hatten, die noch ungelöst waren. Aber sie waren trotzdem auf der Suche nach einer Partnerin und das verstehe ich persönlich überhaupt nicht.
Natürlich hat jeder das Recht, sich einen Partner zu suchen und zu finden, aber wenn ich mir doch schon denken kann, dass ich dazu gar nicht in der Lage bin, dann fange ich damit doch erst gar damit nicht an? Was nützt es mir, wenn ich doch einen Rückzieher machen muss, weil die Krankheit mich fest im Griff hat? Ich finde es egoistisch und unehrlich und im höchsten Grad unfair, wenn solche Männer (und Frauen) zuerst Hoffnungen wecken und sie dann durch einen Totalrückzug mit Verweis auf die verschwiegene Krankheit zunichte machen.
Danke im Voraus für eure Antworten.
 
  • #2
Ich kann gut nachvollziehen, dass dich das Erlebte ärgert. Aus meiner Sicht wird man an der Situation wohl nichts ändern können. Ich könnte mir vorstellen, dass depressive Menschen eben den natürlichen Wunsch nach einer Partnerschaft verspüren. Vielleicht merken sie dann eben beim Treffen, das es nicht geht.

Was ich nicht ganz nachvollziehen kann: warum hast du so wenig Empathie? Eine Depression ist eine vielschichtige Krankheit. Man trifft im Netz ausserdem häufig auf bindungsunfähige Menschen, auch wenn diese keine Depression haben.

Das ist eben der Nachteil an der Partnersuche im Internet.
 
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Gast

  • #3
Ich habe sowas auch schon erlebt. Ein Depressiver und einige, die Bindungsangst hatten und sich dann nach dem begeisterten Kennenlernen wieder zurückgezogen haben. Ich finde das auch sehr ätzend. Aber wir müssen dann eben weiter Ausschau halten.

w
 
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Gast

  • #4
Es kann auch sein, dass depressive Menschen sich von einer Partnerschaft eine Verbesserung ihres Zustandes erhoffen.
Bei einem Freund von mir hat das, zumindest vorübergehend, geklappt:
Als er sich verliebt hatte, hat er kurz darauf seine Antidepressiva entsorgt - er brauchte sie nicht mehr.
 
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Gast

  • #5
Ich als Depressive empfinde deine Frage als ziemlich unverschämt! Warum sollten wir, die wir an dieser Krankheit erkrankt sind, nicht auch ein Recht auf Parnterschaft haben? Mir ist es dagegen schon umgekehrt häufig passiert, dass Männer sich zurückziehen, wenn sie nur hören, dass ich unter Depressionen leiden und noch nicht mal etwas davon gemerkt haben, weil ich gerade eine gute Phase habe.
Wie schrecklich oberflächlich diese Welt doch geworden ist! Keiner will mehr irgendwelche Probleme wälzen, sich nicht in andere (und schon gar nicht Depressive) hineinversetzen. Jeder ist nur noch bei sich selbst, so wie du offensichtlich auch! Da könnte ich umgekehrt ja auch mal etwas provokativ fragen: Warum bist du denn auf der Suche nach einer Partnerschaft, wo du doch offensichtlich null empathisch bist und deinem potentiellen Partner nicht viel geben kannst? Ist das nicht auch unfair von dir?

w 40
 
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  • #6
@Gast 4: ich verstehe, dass dich der Beitrag der FS ärgert. Ich glaube jedoch nicht, dass die Welt schrecklich oberflächlich geworden ist und jeder nur noch nach sich schaut und unempathisch ist. Aus meiner Sicht tust du mit deiner diesbezüglichen Äusserung vielen empathischen Menschen Unrecht.
 
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Gast

  • #7
@4: Das Problem der FS ist nicht die Depression, sondern der unvermittelte Rückzug nach dem Kennenlernen. Das tut einfach weh.
 
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Gast

  • #8
Ja, mir ist auch schon aufgefallen, dass in Internetbörsen (vor allem in den kostenlosen Portalen) viele psychisch Kranke (nicht nur Depressive) unterwegs sind, die aktuell oder dauerhaft gar nicht bindungsfähig, sogar erwerbsunfähig sind und mit denen es im RL gar keine Berührungspunkte gäbe. Mir saß mal ein Mann gegenüber, 30 Kilo schwerer als auf dem Bild, und verwies als Grund für die Gewichtszunahme auf die Nebenwirkungen seiner Psychopharmaka. Ein anderer tischte1000 Gründe auf, weshalb er gerade keinen festen Job habe ... Später, zu spät, kam heraus: Er hatte wegen seiner Psychoprobleme nicht mal eine Ausbildung. Das Internet lädt dazu ein, sich eine Wunsch-Identität zu schaffen. Verständlich, dass kranke Menschen ihre Chance nutzen möchten und sich nach Liebe sehnen, doch der gesunde Partner wünscht sich einen Partner auf Augenhöhe und möchte sich etwas aufbauen, was mit einem psychisch Kranken nicht unbedingt möglich ist. Da springen vor allem die Leute mit Helfersyndrom an. Anders verhält es sich, wenn ein Partner im Laufe der Beziehung erkrankt... Ich denke, das kann man eher bewältigen, aber eine psychische Krankheit von Anfang an ist für einen neuen Partner eine schwere Bürde. Es ist nicht verwerflich, wenn sich dann jemand zurückzieht, das hat nichts mit Oberflächlichkeit zu tun. In eine psychisch kranke Seele kann ein Gesunder sich gar nicht reinversetzen, das kann doch niemand als Selbstverständlichkeit verlangen oder als Schwäche auslegen! Ein Partner soll ein Partner sein dürfen, der auch mal eine Schulter zum Anlehnen braucht, und kein Therapeut.
 
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Gast

  • #9
Was die FS meint, ist glaube ich dass es die Depressiven sind, die sich wenig emphatisch zeigen, wenn mal was passiert und ihnen der Kontakt ihnen über den Kopf wächst, anstatt in einer solchen Phase den Austausch zu suchen oder den Rückzug mal anzukündigen, damit er nicht so aus heiterem Himmel auf den anderen hereinbricht. Sie handeln in dieser Hinsicht eher impulsiv und nicht vorausschauend. Natürlich gibts das auch bei Nichtdepressiven, den Rückzug. Das sind im Gegensatz zu einer psychischen Krankheit, meist bewusst getroffene Entscheidungen gegen das Weitertreffen dieser Person.
 
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Gast

  • #10
Mann kann es verstehen wenn jemand frustriert ist wenn er plötzlich abgewiesen wird. Und der phsychisch erkrankte selbst weis so manchmal selber nicht warum er das tut.
Er ist so verstrickt in seine eigene gedankenwelt das er nicht merkt was er damit anderen antut.
Ich denke es ist wirklich besser wenn diese leute sich eine partner suchen der zumindestens im ansatz was von der krankheit versteht.
ansonsten steht der gesunde partner immer öfter allein da.
 
  • #11
Ich als Depressive empfinde deine Frage als ziemlich unverschämt! Warum sollten wir, die wir an dieser Krankheit erkrankt sind, nicht auch ein Recht auf Parnterschaft haben?
w 40
Liebe W40, Dein Ton ist reichlich unangebracht.

Die Partnerschaft mit einem depressiven Menschen ist eine äußerst schwierige Angelegenheit und kostet so viel Kraft, dass viele Menschen Co-Krank werden.

Ich kann jeden Menschen verstehen, der sagt, dass eine solche Belastung zuviel für ihn wäre, und sich zurückzieht.

Deine fordernde Haltung "Wir lernen und zwar gerade erst kennen, aber los, marsch, akzeptiere meine Krankheit! Wenn ich dann in ein paar Monaten wieder einen Schub habe, schwarze Wolke verbreite und Dich - natürlich krankheitsbedingt - wie einen Fußabstreifer behandle, hast Du das gefälligst mitzutragen" ist äußerst deplaziert.

Liebe FS, nimm es als Segen, wenn sich ein depressiver Mensch schnell zurückzieht. Es erspart Dir viel.
 
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Gast

  • #12
Jeder hat das Recht auf Partnersuche.Und seien wir mal ehrlich, fast jeder hat auch seine kleine Meise. Manchmal ist sie etwas größer, manchmal ziemlich aufgeplustert. Manchmal aber sitzt sie sehr versteckt und piept nur gelegentlich. Ich traf auch schon auf Frauen mir argen Problemen und ja, liebe FS, sowas kann ganz schön weh tun. In der Tat, manche(r) mit einer Depression oder einer der vielen anderen möglichen Geschichten merkt offenbar gar nicht, was er da anrichtet, denkt, das ist ganz normal. Ist es ja für ihn auch...

Also bleibt nur, schnell die Spreu vom Weizen zu trennen und sich auf den oder die zu konzentrieren, der/die passend erscheint und mit deren/dessen Meise die eigene Meise gut harmoniert.
 
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Gast

  • #13
Ich bin seit vielen Jahren depressiv und trotzdem lebe ich in einer glücklichen Beziehung (Ehe). Wenn man seine Probleme erkennt und sich rechtzeitig Hilfe sucht (Therapie z.B.), bestehen gute Chancen zu lernen mit der Depression zu leben und damit umzugehen. Schade das soviel Vorurteile gegen Menschen mit Depression da sind. Und Depression kann jeden treffen...
 
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Gast

  • #14
Liebe FS,
auch depressive Menschen haben ein Recht auf Partnersuche. Insoweit ist es nur legitim, wenn sie das Internet hierfür nutzen, welches ihnen die Möglichkeit gibt, sich umzusehen und mit anderen Kontakt in einer Weise aufzunehmen, die ihnen das RL nicht gibt.
Soziale Kontakte können helfen, aus der Depression herauszufinden - die meisten Therapieansätze zielen darauf ab, dass neues Verhalten im bestehenden sozialen Kontext eingeübt wird. Lieder haben langjährig Depressive ihr soziales Umfeld oft verloren udn versuchen, es interentgestützt weder aufzubauen. Das finde ich erst mal nicht verwerflich.
Wenn Du von Menschen mit psychischen Problemen nicht kontaktiert werden willst, dann schreib' dass doch explizit in Dein Profil. Das heißt zwar nicht, dass sich alle dran halten, aber viele wirst Du damit aus jeden Fall abschrecken, allrdings auch Menschen mit einer sozialen Einstellung. Weil die bei Dir auch nur gering ausgeprägt ist, ist das für Dich kein Verlust.

Depressive verhalten sich beim Rückzug auch nicht anders, als sonstige Kontakte, oft weniger kränkend, weil sie sagen, dass ihre Krankheit es ihnen nicht ermöglicht. dabei ist es ja nicht nur die Krankheit allein, sondern in Verbindung mit dem aktuellen Kontakt. Und ist es nicht egal, ob sich jemand zurück zieht, weil er meint, dass geht mit Dir und der depression zusammen nicht, oder ob er ein sonstiges Blabla von sich gibt oder gar eine Rüpelei, wie zu alt, zu dick , zu ....

Klartext: Depressive sind nicht grundsätzlich unfähig, Beziehungen zu führen, aber sie können diese nicht mit jedem führen und Du gehörst wohl zu denjenigen, mit denen es nicht geht. Stellt sich natürlich die Frage, warum sie Dich offensichtlich verstärkt frequentieren oder Du sie. Das solltest Du mal auf den Prüfstand nehmen.

Ich bin selber depressiv, dabei voll berufstätig, voll belastbar. Ich werde von Kollegen udn Vorgesetzten sehr geschätzt, gerade wegen meines Umgangs mit anderen. Keiner meiner Kollegen ahnt etwas von dem Seelenkrebs. Das mache ich mit mir allein aus. Ich denke sogar, eine Partnerschaft wäre sehr hilfreich für mich, wieder jemandem Vertrauen zu können, Nähe zu verspüren usw. Ich bin ein Mensch, der kein Engergievampier ist sondern auch viel geben kann.
Der kaltschnäuzige Umgangston, dem man in den SB begegnet, die empathiefreien Ex -und-Hop-Dater, die kurzfristigen Beziehungszyklen, Paralleldaterei etc, haben zu meinem Rückzug geführt, weil es das Krankheitsbild verstärkt.
Zuletzt sage ich mir, ballen sich in den SB alle die Menschen, denen sie sozialen Fähigkeiten fehlen, im RL Kontakte aufzubauen, die in eine stabile Partnerschaft führen.
 
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Gast

  • #15
Liebe Nr. 13
Du hast den Nagel mit Deinem Beitrag 100% auf den Kopf getroffen. Danke.
Es gibt nicht DIE Depression, sondern viele kleine Abstufungen, mit denen es sich absolut in einer Partnerschaft leben lässt. Was ich aus eigener Erfahrung sagen kann ist, dass sich viele Depressionen aus einer lang anhaltenden seelischen Belastung, sehr oft z.B. gerade eine unglückliche, unbefriedigende Partnerschaft, entwickeln und echte, tiefe Liebe und Verständnis sehr viel zur Heilung beitragen können.
Ich denke aber auch, dass es von Vorteil ist, wenn sich zwei Menschen zusammen tun, denen diese Krankheit nicht fremd ist. Bei meinem Partner und mir passt das wunderbar.
 
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Gast

  • #16
hallo,

bin mann mit 56 und habe umgekehrt ähnliche erfahrung mit frauen (in meiner altersgruppe), die sich trotz verliebtheit und liebesbeteuerungen als nicht partnerschafts- und kompromissfähig herausgestellt haben. wenn sich plötzlich ein ganz anderes zweites gesicht zeigt, zu dem du keinen zugang mehr findest - das ist - wenn dir der mensch wichtig ist, extrem hart und tut sehr weh, wenn eine anfänglich wundervolle beziehung zu einem albtraum wird und endet.

das für mich "verwerfliche" ist, dass sie mir ihre "krankheit" verschwiegen haben!

meine erkenntnis: frauen (in meiner altersgruppe) holen in dieser lebensphase neben der wechsel-problematik häufig geschichten aus der kindheit oder mit männern ein, weil sie jahrelang nur funktioniert haben und nicht aufarbeiten konnten oder durften.

mein rat: sich bewusst werden über die vielen möglichen "verdeckten mängel" und diese ostentativ ansprechen. diese portale sind ein spiegel unserer gesellschaft. und da gibt es sehr viel, was nicht mehr normal ist. aber ganz hinter den kopf das anderen wird man nie auf anhieb schauen können. das ist ein großer nachteil dieser art von suche. nur, wer glück erfahren möchte, muss auch bereit sein, schmerz zu ertragen. und hier dauerhaftes glück zu finden kommt einem lottosechser gleich!

in diesem sinne viel glück,
m
 
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Gast

  • #17
Menschen mit Depressionen sind Menschen wie du und ich! Eine Depression kann jeden zu jeder Zeit treffen! Auch dich!
Ich wünsche mir, dass Menschen mit psychischen Störungen in der Gesellschaft, also auch in Partnerbörsen, genauso willkommen sind wie zB Tumorkranke oder Beinamputierte. Alle Menschen haben das Recht einen passenden Partner zu finden und damit vielleicht glücklich und manchmal sogar depressionslos zu werden!
w50
 
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Gast

  • #18
Ich als Depressive empfinde deine Frage als ziemlich unverschämt! Warum sollten wir, die wir an dieser Krankheit erkrankt sind, nicht auch ein Recht auf Parnterschaft haben? Mir ist es dagegen schon umgekehrt häufig passiert, dass Männer sich zurückziehen, wenn sie nur hören, dass ich unter Depressionen leiden und noch nicht mal etwas davon gemerkt haben, weil ich gerade eine gute Phase habe.
w 40
Hallo Gast #4,
Du beklagst DICH über mangelnde Emphatie der nicht_depressiven? Wir normalfühlenden mit gesunder Seele - können doch auch dann erwarten vom depressiven Menschen erwarten - das "IHR" in euren guten "Phasen" in uns - euch reinversetzten könnt? Denke, dann wenn es so wäre, DU es könntest - das Wort "unverschämtheit" weglassen hättest!!
W/53
 
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Gast

  • #19
Die Partnerschaft mit einem depressiven Menschen ist eine äußerst schwierige Angelegenheit und kostet so viel Kraft, dass viele Menschen Co-Krank werden.

Ich kann jeden Menschen verstehen, der sagt, dass eine solche Belastung zuviel für ihn wäre, und sich zurückzieht.

Deine fordernde Haltung "Wir lernen und zwar gerade erst kennen, aber los, marsch, akzeptiere meine Krankheit! Wenn ich dann in ein paar Monaten wieder einen Schub habe, schwarze Wolke verbreite und Dich - natürlich krankheitsbedingt - wie einen Fußabstreifer behandle, hast Du das gefälligst mitzutragen" ist äußerst deplaziert.

Liebe FS, nimm es als Segen, wenn sich ein depressiver Mensch schnell zurückzieht. Es erspart Dir viel.
Deinem, wie ich finde, recht aggressiven Post entnehme ich, dass Du schlechte Erfahrungen mit "uns Depressiven" gemacht hast. Schade. Es gibt so viele Abstufungen und man kann trotz Depressionen eine erfüllte, liebevolle Partnerschaft führen. Erstaunlicherweise kenne ich in meinem Umfeld niemanden mit Depressionen, der seinen Partner wie Dreck behandelt oder ihn als Fussabstreifer benutzt, im Gegenteil. Es ist mir auch absolut schleierhaft, wie Du darauf kommst, dass wir von unseren PartnerInnen a priori verlangen, dass sie unsere "Launen" mittragen und sich von uns alles gefallen lassen müssen! Als ob depressive Menschen alle egozentrisch und rücksichtslos wären...Wenn ich hier so durchs Forum "blättere", springen mir da ganz andere Beispiele ins Auge, was Menschen aus Liebe (?) alles ertragen.
 
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  • #20
Hallo Gast #4,
Du beklagst DICH über mangelnde Emphatie der nicht_depressiven? Wir normalfühlenden mit gesunder Seele - können doch auch dann erwarten vom depressiven Menschen erwarten - das "IHR" in euren guten "Phasen" in uns - euch reinversetzten könnt? Denke, dann wenn es so wäre, DU es könntest - das Wort "unverschämtheit" weglassen hättest!!
W/53
Ich darf also der FS nicht ankreiden, dass sie Depressive als egoistisch, unfair und unehrlich bezeichnet? Das empfinde ich als Depressive als aber als "unverschämt". Und ich muss mich ganz sicher nicht in Leute wie die FS hinein versetzen, die null Empathie zeigt.
 
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Gast

  • #21
Woher weißt du, ob diese wirklich depressiv sind? Die wenigsten Leute gehen bei Verdacht auf Depression auch wirklich zum Arzt um sich das bestätigen zu lassen und eine Diagnose auf Depression wird auch nicht einfach so gestellt. In der Regel muss man sehr viele schwerwiegende Punkte dazu aufweisen. Alles andere sind einfach nur phasenweise Verstimmungen. Insbesonder wenn sowas nur ein paar Monate andauert.

In meinen Hochzeiten der Depression (die weit länger als 7 Jahre andauerte) wollte ich niemanden um mich sehen oder ertragen sondern einfach nur noch Stille und Frieden. Mir wäre es in der Zeit am Liebsten gewesen, man hätte mich 24 Stunden weggesperrt, damit ich gar nichts mehr sehen und erleben brauch.

Depressive ziehen sich in der Regel freiwillig zurück und leben dauerhaft in Lethargie.
 
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Gast

  • #22
Weil viele Depressive denken, dass sich ihr Problem dann löst. Und dass einen Anbahnung nicht funktioniert liegt natürlich an den anderen.
Ich hatte selbst schon depressive Phasen und weiss wie man sich fühlt, da kann ein normaler Mensch nicht helfen. Und ich finde man ist in dem Zustand auch eine Last für andere.
Ich persönlich ziehe mich zurück, wenn ich es merke.
w43
 
  • #23
Es ist mir auch absolut schleierhaft, wie Du darauf kommst, dass wir von unseren PartnerInnen a priori verlangen, dass sie unsere "Launen" mittragen und sich von uns alles gefallen lassen müssen! Als ob depressive Menschen alle egozentrisch und rücksichtslos wären...
Lieber Gast, doch, tatsächlich weiß ich ziemlich genau, wovon ich schreibe.

Ich würde auch niemals einem Menschen mit Depressionen deshalb charkterliche Defizite unterstellen - aber wenn die Krankheit jemanden wirklich im Griff hat, kann er in dieser Zeit (ggfs viele Monate) keine erfüllte, liebevolle Beziehung führen.

Niemand weiß, in welcher Ausprägung die Krankheit wann bei welchem Menschen zuschlägt. Wer weiß, welchen jahrelangen Albtraum man sich einhandeln kann, dem kann es nicht verübelt werden, wenn er sich in der Kennenlern-Phase eher zurückzieht - das ist schlicht völlig legitim. Wenn Gast #4 dies als "unverschämt" nennt, lässt das schon tief blicken.

Wenn die FS beklagt, dass depressive Menschen sich ansatzlos aus einer schönen Kennenlern-Phase zurückziehen, kann ich ihr Bedauern schon verstehen. Aber der Mensch kennt sich selbst, weiß, dass er dann einfach nur Ruhe braucht und unansprechbar ist - dann ist ein schnelles Ende doch wohl besser, oder?

Sicherlich wird er sich irgendwann wieder besser fühlen, wieder auf die Suche gehen und wieder seine Krankheit verschweigen... ganz toll...
 
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Gast

  • #24
Die meisten Depressiven sind gar nicht in Behandlung und wissen gar nicht, dass sie depressiv sind, sondern nur, dass sie sich schlecht fühlen. Wenn jeder, der eine psychische Störung hat (wovon die meisten unerkannt als "Gesunde" unter uns leben) keine Partnerschaft mehr eingehen dürfte, dann gäbe es nicht mehr viele Kandidaten die eine(n) Partner(in) suchen.

Die meisten Mädchen mit Bulimie bzw. Magersucht haben sehr attraktive Freunde, denn sie entsprechen meist dem Model-Ideal, die ihnen hinterherlaufen und alles für sie machen. Dabei sind diese Mädchen meist persönlichkeitsgestört (Borderline), was viel gravierender und vor allem therapieresistenter ist als eine Depression. Das interessiert und stört dann so gut wie keinen Mann, denn sie sind für die meisten Männer attraktiv und sexuell meist aktiv und bemüht und genau das ist den meisten Männern das Wichtigste, egal was sie ansonsten behaupten, was ihre Auswahlkriterien seien.

Die FS stört sich m.E. auch weniger an der Depression als daran, dass ihre Erwartungen und Hoffnungen enttäuscht wurden, aber das kann immer passieren. Übrigens trennen sich depressive Menschen viel seltener von ihren Partnern und haben längere Partnerschaften als der Durchschnitt (statistisch belegt), weil sie ja keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben wie andere, das nur mal nebenbei.
 
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Gast

  • #25
Niemand weiß, in welcher Ausprägung die Krankheit wann bei welchem Menschen zuschlägt. Wer weiß, welchen jahrelangen Albtraum man sich einhandeln kann, dem kann es nicht verübelt werden, wenn er sich in der Kennenlern-Phase eher zurückzieht - das ist schlicht völlig legitim. Wenn Gast #4 dies als "unverschämt" nennt, lässt das schon tief blicken.
@saepe_inscia:
Hier Gast # 4: Ich habe es keinesfalls als unverschämt bezeichnet, dass sich jemand in der Kennenlernphase zurückzieht, sondern die Haltung der FS, dass Depressive überhaupt eine Partnerschaft anstreben. Zudem hat sie dieses Verhalten als egoistisch, unfair und unehrlich bezeichnet. DAS ist einfach unverschämt! Vielleicht demnächst mal richtig lesen, was geschrieben wird, dann brauch auch man auch nicht falsch zitieren!
 
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Gast

  • #26
Was soll man dazu sagen. Ich bin ein Mensch, der auch ab und zu depressive Schübe hat, was vielleicht auch gar nicht so anormal ist. Bei ausreichend Streß reagiert der Körper entsprechend. Der entscheidende Punkt, den man bemängeln könnte, wäre ja, daß ein Depressiver sich nicht mehr auf den Parntner einlassen kann und sich entsprechend zurückzieht. In einer schweren depressiven Phase mag das auch durch aus vorkommen.
Ich hatte kürzlich eine Kurzbeziehung mit einer iranischen Dame. Sie hatte selbst einen Haufen Probleme aus ihrer Vergangenheit, liebloser Vater, betrügender Exfreund und einiges mehr. Zu depressiven Phasen neigende Menschen haben meist ein sehr feines intuitives Gespür und ich habe versucht, sie aufzufangen, habe ihr meine Hilfe in Alltagsbelangen angeboten, wollte ihr klarmachen, daß ich nicht wie ihr Exfreund bin. Praktisch zum Beweis habe ich ihr auch meine weiche Seite gezeigt. Ich hatte dann zwei stressige Wochen, war bei meiner Hausärztin, die mir eine depressive Erschöpfung attestierte. Natürlich merkte die Dame, daß etwas nicht mit mir stimmte. Ich habe ihr von meinen momentanen beruflichen Problemen erzählt und es mir daher gerade nicht so gut geht, doch sie hat sofort geblockt. Ich habe es verkauft a la daß wir beide eine schwere Phase haben, doch daraus könnte man auch etwas bauen. Letztlich hat sie die Sache innerhalb eines Tages beendet. Sie hat mir tonnenweise haßerfülltes Zeug geschrieben, daß sie ihre eigenen Probleme hätte und auf meine keinen Bock. Ich könnte das hier noch deutlich ausdehnen, aber das ist in etwa die Essenz. Die Frage ist nun, wer sich hier beziehungsunfähig gezeigt hat. Zum Schluß sei noch gesagt, daß DAS gerade einen schwereren Schub ausgelöst hat, denn so etwas und in der Form hat mir noch kein Mensch geschrieben.
 
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Gast

  • #27
Es stellt sich doch erstmal die Frage, was man als Depression bezeichnet. Gemäss Einschätzung der Fachwelt gehört dazu auch das Burnout, es ist eine sogenannte Erschöpfungsdepression. Diese hat aber meistens tiefere Ursachen, die dazu führten, dass es zum körperlichen Zusammenbruch kommt. Es ist in den wenigsten Fällen die körperliche Seite, die der Grund ist sondern eine psychische und dies ist meistens die Depression. Diese kommt irgendwo aus der Vergangenheit von Betroffenen, wie ein Trauma oder einfach ein gleiches Ereignis, das man schon früher hatte und dessen man sich nicht mehr bewusst ist, zustande.

Es kann wirklich jeden treffen und ich sehe keinen Grund, warum man auch als bereits Betroffener nicht auf Partnersuche gehen darf. Man muss sich indessen der Krankheit bewusst sein und diese auch ansprechen. Ab einem gewissen Alter hat jeder Altlasten, entweder sind dies wie bei vielen die nicht wirklich verarbeiteten Ex-Partner (und zwar auch dann wenn man es selbst nicht wahrhaben will..) oder sonstige berufliche oder private Probleme. Doch es gehört einfach zu einem Menschen dazu und das macht ihn aus, ob das nun eine (hoffentlich erkannte und von einem Fachmann behandelte) Depression oder sonstwas ist. Mir ist eine bekannte Depression lieber als unerklärliche Stimmungsschwankungen, unerklärbare Aktionen, die sehr verletzend sein können. Wenn mir der depressive Partner seine Krankheit mitteilt, kann ich mich darauf einstellen, wenn ich hingegen einen Partner habe, der von total lieb innert Kürze zu total abweisend wird ohne dass was passiert oder umgekehrt, dann ist das viel schlimmer.
 
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Gast

  • #28
Das Bild, das einige von der Depression haben, trifft nicht zu. Es gibt nicht "die Depression", sondern verschiedene Formen und Abstufungen. Es ist keine eindeutige Krankheit, die auf eine körperliche Ursache zurückgeht. Auch bestimmte Erlebnisse können dazu führen, genauso können bestimmte Erlebnisse sie auch wieder heilen. Jeder hat mal gut und mal schlechte Phasen. Wenn so etwas eine bestimmte Zeit erfolgt, wird die Diagnose der Depression gestellt, und daran ist auch nichts schlimmes, so können die Betroffenen ihr Problem angehen. Das bedeutet aber nicht, dass sie für alle Zeiten krank seien, oder von bestimmten Dingen wie Partnersuche ausgeschlossen. Rein qualitätiv versucht jemand mit dieser Diagnose wie jeder andere auch, sein Problem in den Griff zu bekommen, seine evtl. schlechte oder traumatische Erfahrung zu verarbeiten und sein Glück zu finden.

Nur weil der Stempel "Depression" drauf ist, heißt das nicht, dass dieser Mensch irgendwie auf Dauer anders lebe als andere. Es ist seltsam, wie Menschen auf Stempel abfahren. Wenn ein Mensch sagt, "ich fühle mich nicht gut, seit Wochen, seit dem und dem Erlebnis komme ich nicht mehr hoch und kreise gedanklich darum", dann ist es erst einmal nichts, erst muss der Fachmann kommen, und eine Diagnose erstellen, dann ist klar, "oh, eine Depression". Natürlich kennen sich die Fachmänner damit aus, trotzdem müssen andere ihr Gehirn nicht abschalten, und merken selbst, wie sich jemand verhält. Und danach kann man urteilen, nicht nach Stempeln. Wenn der Rückzug der Männer stört, dann ist es der Rückzug, nicht die Depression. Nicht jeder "Depressive" zieht sich zurück.