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  • #1

Das Gefühl der Liebe in der Jugend und später

Viele stellen sich die Frage, ob es die eine große Liebe im Leben gibt. Ich war mit 17 unsterblich in einen Mitschüler verliebt. Ich musste Tag und Nacht an ihn denken, es ging mir schlecht, wenn ich ihn nicht sehen konnte, ich hatte das Gefühl, in seiner Nähe ohnmächtig zu werden und ohne ihn zu sterben. Ich habe damals all meinen Mut zusammen genommen und ihm meine Liebe gestanden. Leider hatte er nicht die selben Gefühle für mich. Diese unerfüllte Liebe hielt über Jahre an. Später verliebte ich mich in andere Männer, heiratete früh und hatte nach meiner Ehe neue Beziehungen, aber diese intensiven Gefühle habe ich nie wieder erlebt. Manchmal macht mich das traurig.

Ich frage mich, ob man tatsächlich nur für einen einzigen Menschen solche Gefühle entwickeln kann. Liebt man als Teenager einfach intensiver und leidenschaftlicher, weil man in dieser Zeit ja extrem von Hormonen überflutet ist?

Oder empfindet man eine Liebe erst als sehr intensiv, wenn sie sich nicht erfüllt? Mich würden Eure Erfahrungen interessieren.
 
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  • #2
Ja, die große, ausfüllende Liebe gibt es:

Die Liebe zu sich selbst.

Du sagst ja selbst, dass es dir schlecht ging, wenn deine Jugendliebe deine Gefühle mal nicht erwiedert hat oder du ihn mal nicht gesehen hast. Genau da liegt eben der Hund begraben - wenn du mit dir selbst absolut im Reinen bist, dann fällt der Teil eben weg und grundsätzlich passen dann mehr Menschen zu dir. Schließlich musst du die "Liebe" ja nichtmehr in der Bestätigung anderer suchen!
 
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  • #3
Du solltest dir klar werden, dass das was du mit 17 gefühlt hast keine Liebe war. Es war eine Schwärmerei für einen Mitschüler.

Zwischen euch war doch gar nichts. Du hast lediglich deine vermeintlich großen Gefühle in ihn hineinfantasiert. Sorry - aber das ist nicht große Liebe!
 
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  • #4
Liebe und Schwärmerei sind zwei Sachen. Mit dem Alter hat das aber nichts zu tun. Die Gefühle sind auch komplett anders.
Ich war mit 17 auch verliebt, genau so, wie es die FS beschrieben hat. Ich hatte weiche Knie und der Puls raste, wenn der Typ nur in meine Näher kam. Aber eigentlich kannte ich ihn ja nicht richtig, von Liebe kann man da nicht sprechen, es war eine Schwärmerei und auch dieses Verliebtsein in die Schwärmerei - ein ganz normales Phänomen der Jugend.
Die große Liebe habe ich dann ein paar Jahre später kennengelernt, mit ihm war ich 3 Jahre zusammen und eigentlich war uns nur unsere Jugend im Weg, wir hatten uns noch nicht ausgelebt, wir waren beide noch nicht reif für ein gemeinsames Leben. Wenn ich 5 Jahre später kennengelernt hätte, hätten wir sicher geheiratet. Das Gefühl war anders, weicher, wärmer. Wir waren gerne zusammen und haben viel zusammen gelacht. Es war eher diese Vertrautheit, was unsere Liebe ausgemacht hat.
Auch heute verliebe ich mich noch und dieses Hochgefühl ist nicht viel anders als mit 17. Ich sitze vor dem Telefon und wenn es kligelt, schlägt mein Herz und ich bekomme feuchte Hände. Ob es aber Liebe ist? Nein, meistens eher nicht. Ich habe festgestellt, dass die heißesten Feuer sehr schnell abbrennen.
 
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  • #5
Kann den anderen beiden absolut zustimmen.
Da hast Du zu viel hineininterpretiert. Wollte genau dasselbe wie #1 schreiben.
 
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  • #6
Die Liebe, die du mit 17 Jahren empfunden hast, wird im Nachhinein wohl sehr idealisiert, vor allem, weil sie nicht in Erfüllung gegangen ist. Ich würde dennoch nicht behaupten, sie sei weniger stark als später gelebte Lieben gewesen. Sie war ganz sicher eine große Liebe, eben in dem Maß, in dem du damals liebesfähig warst.

Für mich hatten alle meine Lieben, so ich denn meine, dass es welche waren, eine besondere Intensität. Vergleichen würde ich sie nicht. Zu jeder Liebe (außer zur Eigenliebe) gehören zwei: einer, der sie empfindet und ein anderer, der sie erwidert. w
 
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  • #7
Alle intensiven Gefühle der Kindheit und Jugend sind später kaum noch zu toppen. Man ist ihnen aber auch nicht mehr so ausgeliefert. Die eigentliche Liebe kann schon daraus erwachsen, man kann sie aber auch später einfach finden. Glaub' ich jedenfalls. m 50
 
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  • #8
Mir ist dasselbe passiert, als ich 17 war. Mit dem Unterschied, dass auch er sich in mich verliebt hatte. Wir waren mehr als 5 Jahre zusammen. Diese starken Gefühle des Verliebtseins hatte ich danach bei keinem Mann mehr. Ich denke, dass das mit den Erfahrungen zu tun hat, die man mit der Zeit macht. Die erste grosse Liebe ist ja noch ganz neu und man geht total unbelastet an die 'Sache' heran. So sehe ich das.
 
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  • #9
Naja wer aufmerksam zu sich selber lebt, wird im Leben erfahren müssen dass sich viele Gefühlszustände nicht nur die des Liebens oder Verliebtseins anders anfühlen im laufe der Zeit. So geht es mir in vielen Dingen. Ich finde das nicht mal schlecht, ich habe doch auf die harte Tour lernen müssen, dass viel Erinnerung und Projektion aus der Vergangenheit ist und mit dem Augenblick oder momentanen Situationen herzlich wenig zu tun hat. Wenn man das begriffen hat ist es genauso schön wie früher fühlt sich nur anders an vllt. reifer? ;-)
 
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  • #10
Viele stellen sich die Frage, ob es die eine große Liebe im Leben gibt. ..............
Ich frage mich, ob man tatsächlich nur für einen einzigen Menschen solche Gefühle entwickeln kann. .............

Oder empfindet man eine Liebe erst als sehr intensiv, wenn sie sich nicht erfüllt? Mich würden Eure Erfahrungen interessieren.

Also (m-42) ich hatte schon 2x quasi die "große Liebe" und dann auch mit Beziehung, gescheitert ist das jeweils im Grunde aus heute nicht mehr nachvollziehbaren objektiv sinnvollen Gründen, habe auch komischerweise mit beiden Frauen noch unregelmäßigen Kontakt (Simse zum Geburtstag oder Feiertagen) und die haben irgendwie auch nie mehr eine richtige längere Beziehung hinbekommen.

Wahrscheinlich geht das mehrmals im Leben auch nur mit "meiner Strategie", also nicht überstürzt ins Nächste stolpern sondern erstmal das Vergangene verarbeiten, dazu brauche oder brauchte ich immer so um die sagenhaften 6 - 8 Jahre!!!

Dazwischen lieber Single mit sich im Reinen und wenn man dann restlos abgeschlossen hat (selbst mit Kontakt gibt´s da kein Verlangen nach einer Neuauflage mit der Ex-schon wegen derer nunmehrigen Altlasten), dann kann man in der Tat nochmal eine "große Liebe" erleben oder finden.

Einen Unterschied zwischen Jugend und nun im Mittelalter kann ich nicht erkennen, war damals schon sehr wählerisch und bin es heute noch genauso.
Wenn sich noch etwas findet, dann ist es gut so, wenn nicht, dann nicht, aber nur eine Beziehung (ohne Liebe) eingehen zum Vorzeigen oder Selbstdarstellergründen usw. kommt nicht in Frage.

Abschließend einen Rat an die Jüngeren -so ab 20- kann ich geben: Verschwendet eure Lebenszeit nicht mit halb- oder gar unglücklichen Beziehungen, das macht geistig-emotional unfrei und dann wird´s echt schwierig mit der "großen Liebe" denn diese sollte man tatsächlich mal erlebt haben, wie lange oder kurz auch immer.
 
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