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Gast

  • #1

Dank Antidepressiva ist das Sexleben tot.

Hallo,

vor einem Jahr bin ich psychisch erkrankt und bekomme seit Nov Antidepressiva.

Davor hatten wir viel, und manchmal auch harten Sex. Jetzt seit Nov nur einmal. Und das hab ich nur seinetwegen gemacht. Ich habe überhaupt keine Lust mehr. Auf gar keine Intimität.

Ich möchte meinen Partner auf keinen Fall verlieren, aber wenn ich mich zum Sex zwinge vergeht es mir erst recht.

Was kann ich sonst tun?

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Gast

  • #2
Ich habe selbst schon über einen längeren Zeitraum hinweg Antidepressiva genommen - die Auswirkungen auf mein Libido waren aber eher positiv. Denn durch die Depression war mir jede Lust auf Sex vergangen, dank der Antidepressiva kam die Lust dann nach ein paar Monaten wieder.

Sprech doch einfach mal mit deinem Neurologen darüber - vielleicht müsst ihr einfach das Präparat wechseln! Auch wenn es blöd klingt: Antidepressiva haben was von "Ausprobieren", häufig müssen zunächst mehrere unterschiedliche Präparate durchprobiert werden, bevor das eine gefunden ist, das gut anschlägt und möglichst wenig Nebenwirkungen zeigt. Erkläre deinem Arzt die Situation und lass dich auf ein Antesten unterschiedlicher Antidepressiva ein - eine "sexlose" Beziehung ist belastend für beide Seiten!
 
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Gast

  • #3
Ich denke nicht, dass die Antidepressiva an deiner Unlust schuld sind, denn: Nach deiner Beschreibung hat diese direkt mit Einnahme eingesetzt - bis Antidepressiva aber wirken, dauert es meist mehrere Wochen. Die Lust hätte demnach erst zwischen Dezember und Januar aufgrund der Medikation verschwinden dürfen... Wahrscheinlicher ist, dass die Depression an deiner Unlust schuld ist, nicht die Antidepressiva...
 
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Gast

  • #4
Frag Deinen Arzt ob er dir ein anderes Mittel verschreibt das die Libido nicht beeinträchtigt.
Meist sind es die Serotoninwiederaufnahmehemmer welche die Lust killen.
Ich (M40) nehme seit Jahren Antidepressiva anfangs war ich auch auf einem SWAH und dadurch nahezu impotent. Da ich eh Single war hab ich das aber in Kauf genommen um die Depressionen loszuwerden. Inzwischen nehme ich Elontril, das wirkt eher auf den Dopaminhaushalt und beeinträchtigt die Libido nicht.
 
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  • #5
Liebe FS

unbedingt mit dem behandelnden Arzt reden dass es so nicht geht.
Nicht schämen.
Manche Medikationen haben unerwünschte Folgen.
Ich habe eine fortgeschrittene Schilddrüsenerkrankung, da ist auch die Libido sehr schwächlich.
Der Arzt meint je besser ich eingestellt werde desto mehr wird sich das wieder einpendeln.
Vielleicht auch bei dir.
 
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  • #6
Was kannst du tu? Die Ursachen deiner Depression erforschen anstatt sie mit Pillen zu unterdrücken. Depressiv zu sein hat ja noch viel weitläufigere Auswirkungen, auch auf dein Umfeld, nicht nur auf das Sexualleben. Damit würdest du mehere Fliegen mit einer Klappe schlagen.
 
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  • #7
Hallo liebe FS,

da ich 2012 einen burn out hatte und selbst AD genommen habe, kann ich dir nur sagen, dass das wohl an den Pillchen liegt. Ich hatte sowas von keine Lust - das war zwar nicht schlecht, da ich in der
Zeit Single war aber in einer Partnerschaft ist das natürlich belastend.

Sprich mit deinem Arzt und Therapeuten darüber und danach mit deinem Partner. Die Pillen musst du ja nicht auf Dauer (hoffe ich) nehmen und danach wird das dann auch wieder besser.

Viele Grüße

m47
 
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Mooseba

  • #8
Welche Antidepressiva nimmst du? Bei Elontril soll dieses Problem nicht bestehen. Vielleicht kannst du ja wechseln.
 
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  • #9
[mod] Bitte beachten Sie, dass das ElitePartner Forum kein medizinisches Fachforum ist und ggf. auch Laien antworten.
Einen Arzt fragen. Es gibt einige Antidepressiva die als nebenwirkung eher Lustdämpfend wirken und andere die die gegenteilige WIrkung haben.
Eventuell mußt du verschiedene Medikamente ausprobieren.
Hab keine Scheu und rede über das Problem.
 
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  • #10
Noch von anderer Seite an den Depris arbeiten. Ernährung umstellen, Sport, Leben (Arbeit) ändern, so viel wie möglich raus, neue Hobbies. Therapie natürlich auch.
 
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  • #11
(1) Abwarten - diese Nebenwirkungen werden mit der Zeit besser.

(2) Mit deinem Hausarzt sprechen - es gibt Mittel, die man mit Antidepressiva kombinieren kann, damit die Lust zurück kommt (z.B. Wellbutrin).

(3) Mit deinem Hausarzt sprechen - möglicherweise ist ein anderes Antidepressivum besser für dich geeignet (Was nimmst du? Vielleicht ein SNRI probieren anstatt einem SSRI)

(4) Den Kern deiner Depression angehen - Therapie (!), viel Sport, gesündere Ernährung, ändern was dich stört, neue Dinge angehen/erleben. Dann kannst du irgendwann das Antidepressivum absetzen.

(5) Mit deinem Freund sprechen und um Verständnis bitten - Sex ist extrem wichtig für eine Beziehung (wie du sicher weißt). Es geht dabei nicht nur um Lustbefriedigung sondern auch um die Schaffung von Nähe und Intimität zwischen zwei Personen.

Viel Glück!

NB: Ich bin KEIN Arzt, also bitte alles mit dem Hausarzt absprechen.

m, 34
 
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Gast

  • #12
Auf jedem Fall erstmal offen mit dem Arzt darüber sprechen, der Libidoverlust ist eine sehr bekannte Nebenwirkung vieler Antidepressiva (übrigens auch von Benzodiazepinen und Neuroletika), allerdings auch oft eine unerwünschter Begleiteffekt der Depression selbst.Vielleicht kann man das Präparat umstellen.

Ich hatte auch mal Antidepressiva mit dem gleichen Effekt zu mir genommen. Mir war es in dieser Zeit wichtig, meiner Frau begreiflich zu machen, dass es keineswegs an ihr lag. Nach dem Absetzen hat sich die Libido dann aber wieder unverändert eingestellt. Unsere Beziehung hat diese Phase übrigens unbeschadet überstanden.
 
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  • #13
Hallo liebe TE,

es gibt verschiedene Gruppen von Antidepressiva. Und die Gruppe der Serotonin-Reuptake-Hemmer (SSRI) hemmt die Libido. Das ist eine bekannte Nebenwirkung!
Ich kann dir nur Raten, deine Probleme und die Nebenwirkungen deinem behandelnden Arzt zu schildern und gemeinsam ein Präparatwechsel anzustreben.

Viel Erfolg
w/26
 
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  • #14
Liebe FS,

diese unerwünschte Nebenwirkung von Antidepressiva ist wohlbekannt. Sprich mit Deinen Ärzten. Kannst Du das Präparat wechseln? Lustlosigkeit kann aber auch von der Depression selbst kommen. Kombiniere medikamentöse und auch sonstige Therapie.

Es ist wirklich manchmal ein Teufelskreis.

Hier zu sagen, vergiss die Pillchen, ist gefährlich. Manchmal sind einfach Medikamente erforderlich. Und dies trifft nicht auf Verständnis. Ich kenne Leute, die arbeiten seit Jahren therapeutisch. Nicht jede Depression ist gleich. Der Rat auf "Pillchen" zu verzichten ist fahrlässig. Frag den Arzt, er ist Dein Ansprechpartner.

Warum soll man das nicht sinnvoll mit Medikamenten unterstützen, wenn möglich. Sonst ist es eine elende Quälerei. Ich empfehle eine Arztbroschüre mit dem ungefähren Titel: "Zusammenreissen allein genügt nicht". Die ist mehr so für unverständige Zeitgenossen und Angehörige, die arges Unverständnis signalisieren, aber von schweren, endogenen Depressionen keine Ahnung haben.
Manchmal sind (schwere) Medikamente (zeitweise) unverzichtbar. Sagt meine persönliche Erfahrung. Aber es wird besser. Verliere nicht den Mut.
Mein Facharzt sagte: Gegen Diabetes = Krankheit darf man auch Medikamente nehmen. Warum dann nicht gegen Depression = Krankheit ebenso.

Lass Dich nicht kleinmachen, ich kenne 3 depressive hochintelligente Akademiker.

Und sprich mit Deinem Partner darüber. Alles erdenklich Gute für Dich, W.
 
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  • #15
ich (m, 55) habe schon drei depressive Phasen hinter mir und bin jeweils mit AD aus verschiedenen Stoffgruppen behandelt worden. Mit der Libido war es bei mir unabhängig vom Angriffspunkt des Medikaments damals auch nicht weit her, besser gesagt, non existent. Selbst wenn diese Störung als Nebenwirkung auf jedem Beipackzettel drauf steht glaube ich eher, dass sie der Grunderkrankung geschuldet ist. Wer denkt schon an Sex oder kann ihn genießen, wenn die Gedanken sich ständig im Kreis drehen und einen wie ein Mühlstein in die Tiefe zu ziehen drohen?

Als sich meine Stimmungslage gebessert hatte, hatte ich auch wieder Freude daran mit meiner Frau zu schlafen, obwohl ich die Medikamente noch weiter nehmen musste und sie auch heute zur Prävention eines erneuten Schubes noch nehme.

Während meines letzten Schubes sagte meine sehr erfahrene Psychiaterin zu mir: "Jede Depression geht irgendwann einmal zu Ende, glauben Sie mir das!" Damals konnte ich mir das nicht vorstellen, aber nach einigen Wochen war es wirklich so. Deshalb verliere bitte nicht die Geduld, auch dir wird es seines Tages wieder gut gehen und auch dein Sex-Leben wird wieder ins Lot kommen, auch wenn du dir das im Augenblick so wenig vorstellen kannst wie ich damals. Ich wünsche dir, dass dein Partner genau so viel Verständnis aufbringt wie meine Frau. Darüber zu sprechen ist wichtig und besser als alles in sich hinein zu fressen.

Ich wünsche dir, dass die dunkle Wolke bald weggeht und denke an dich. Du bist nicht allein!
 
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Gast

  • #16
Ja, du solltest wirklich zum Arzt gehen, denn dafür ist er da, auch Libidoprobleme zu beheben. Es gibt andere Mittel, die er dir verschreiben kann. Außerdem sind Medikamente keine Dauerlösung für Depressionen. Du bzw. dein Körper wird selber lernen müssen, aus deinem Schicksal herauskommen zu müssen. Nur dann wird es dir rundum besser gehen.
 
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Gast

  • #17
Geh mal zum Internisten oder zum Endokrinologen statt zum Psychiater. Oder mach dich selber schlau, im web findest du Info zu den häufigsten PHYSIOlogischen Störungen.

Häufig sind nämlich die die Ursache von Depressionen. Die Mär von der fehlgeleiteten - besser wohl: fehlleitenden - Erziehung, die auch heute noch von den Psychologen gerne verbraten wird, solltest du vergessen, sie ist Quatsch.

Wenn einer den Tipp gibt, sich nach anderen Möglichkeiten umzusehen, dann meint er damit in der Regel Psychotherapie. Die meisten Leute finden die immer noch ganz toll, das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass sie niemanden haben, der ihnen zuhört.

Nach MEINER Erfahrung bringt die aber auch nichts, sogar noch weniger als ADs. Dass jemand mit einer Nebennierenschwäche oder einer unerkannten Nahrungsmittelunverträglichkeit depressiv wird, ist beinah unausweichlich und leicht zu verstehen. Und dass dem eine Gesprächstherapie nichts bringt, ist ebenso klar.

Wenn man allerdings beginnt, auf diesem Gebiet zu forschen, sollte man sich vor dem Heer von Scharlatanen in acht nehmen, die sich hier tummeln.

m 51
 
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Gast

  • #18
Wenn man allerdings beginnt, auf diesem Gebiet zu forschen, sollte man sich vor dem Heer von Scharlatanen in acht nehmen, die sich hier tummeln.

m 51
Dem stimme ich uneingeschränkt zu, ohne Einschränkung jeder fühlt sich in diesem Sachzusammenhang berufen, vom Psychiater bis zum Kaffeesatzleser, was ungefähr aufs gleiche hinausläuft.