• #61
"Was du willst, interessiert mich nicht."
"Wie kann man nur so hohl sein."
"Selbst schuld, wenn du gemobbt wirst, du müsstest diesen Idioten in deiner Klasse bloß mal eine aufs Maul hauen."
"Mach mal deine Augen zu, dann siehst du, was dir gehört."
"Schwing sofort deinen Arsch hier runter."
entwertend?
Ich finde, das sind Nogos im Umgang miteinander.
Ja, ich auch. Danke für die Beispiele.
Ich habe etwas gelernt in meinem Leben. Nicht mehr die Gründe für das negative Verhalten anderer analysieren und verstehen zu wollen, wenn es nach wie vor zu meinen Lasten, der Kinder oder allg. anderer Menschen geht. Unerträglich bleibt unerträglich.
Weiter kenne ich auch Frauen, die mit viel weniger Chancen als du (studiert, sprachlich top), aus einer Ehe herausgefunden haben und ihre Krankenkasse, wenn vielleicht ohne Unterstützung nicht gleich sofort, dann doch irgendwann selber bezahlen konnten.
Ich empfinde dich als stärker, als du denkst, aber vermute, sein abwertendes Verhalten hat auch bei dir gegriffen und Spuren hinterlassen.
Du hast zum Wohl der Kinder (Familienzusammenhalt) auf Liebe
verzichtet, nun aber merkst du, dass sein Verhalten deinen Kindern auch nicht gut tut.
Es ist dein Mann, der verstehen muss, dass solch abwertenden verbale Äusserungen, mindestens einer Ohrfeige gleichkommen. Abwertendes Verhalten von den Eltern macht Kinder schwach: Er muss sich nicht wundern, wenn seine Kinder gemobbt werden. Denn: entweder werden sie gemobbt, weil sie sich selbst abwertend verhalten, oder sie können sich nicht wehren, weil sie sich durch die Behandlung zuhause erbärmlich fühlen.

Mein Mann ist in der Hinsicht sehr fair und unterstützend. Er würde mir das Arbeiten sicher nicht verbieten, sich aber sehr wundern, warum ich das plötzlich unbedingt will.
Er braucht sich nicht zu wundern, weil du ihm das "warum" vorher erklärst. Überhaupt nur so, sehe ich eine Möglichkeit, dass dein Mann
sich und die Auswirkungen seines Verhaltens hinterfragt und bereit ist, dieses nachhaltig zu ändern.
 
  • #62
Gerade vorhin wieder so eine Situation: Meine Zehnjährige backt mit mir Pfannkuchen und freut sich, dass es so gut klappt. Sie tanzt fröhlich zu meinem Mann und sagt ihm, er soll mal die schönen Pfannkuchen ansehen. Darauf er: Was glaubst du, wie ich erst tanze und springe, wenn dir das heiße Fett aus der Pfanne auf deine nackten Füße spritzt.
Warum sagt er nicht einfach, zieh dir bitte Hausschuhe an, es könnte Fett aus der Pfanne spritzen?
Diese Bemerkung war aber doch klar an dich gerichtet und keine Abwertung deiner Tochter. Du mäkelst vor euren Kindern an seiner Erziehung herum und hier hat er vor deiner Tochter an deiner herumgemäkelt.

Aber ich zwinge meinen Kleinen nicht unter Androhung von Essensentzug, Wurst zu essen, wenn er lieber Käse möchte.
Auch hier kann ich nicht unbedingt einen Fehler deines Mannes feststellen. Kinder sollen sich nicht nur einseitig ernähren und vermutlich hat dein Mann lediglich zu eurem Kleinen gesagt, dass er nichts anderes kriegt außer die Wurst, die vermutlich schon aufgetischt war. Vielleicht wollte der Kleine auch nur seinen Kopf durchsetzen, dass ist in dem Alter ja nicht ungewöhnlich und es ging gar nicht um Wurst oder Käse.

Hört sich für mich so an, als habt ihr unterschiedliche Erziehungsvorstellungen, die beide nicht völlig daneben aber auch nicht absolut richtig sind. (So wie meistens in solchen Konstellationen.)
Aber warum kämpft ihr darum? Geht es wirklich um die Erziehung der Kinder oder steckt ein Beziehungsproblem von euch dahinter?
 
  • #63
@Natali5,
wenn er es von mir nachlässig findet, dass ich das Barfußlaufen nicht verhindere, dann könnte er das doch auch einfach so sagen. Das fände ich absolut gerechtfertigt. Aber so wie er es gesagt hat, klang es für meine Tochter so, als ob er sich freut, wenn sie sich wehtut, weil sie zu dumm ist, um Hausschuhe anzuziehen. Oder sehe ich da was falsch?

Das mit dem Kleinen sind ständig solche Situationen. Ich möchte ihn in gewissem Rahmen entscheiden lassen, ob er z.B. Wurst oder Käse, den einen oder den anderen Pulli möchte. Mein Mann legt immer alles fest und setzt es durch. Meine Erfahrung mit den Großen war, dass ich viel seltener Trotzanfälle und Konflikte bei wirklich wichtigen Dingen hatte, wenn ich sie in kleinen Dingen selbst entscheiden ließ. Deswegen lasse ich mir noch lange nicht auf der Nase herumtanzen.
Ich weiß nicht, ob das ein Machtkampf oder Symptom einer anderen Sache ist, aber ich muss es herausfinden.
 
  • #64
Ich habe den Eindruck, ihr beide seid in der Midlifecrisis, insbesondere Dein Mann. Der hadert doch mit seinem ganzen Leben, wie es aussieht und weil ihr Kinder habt und er zu unsicher war, sich wirklich zu trennen damals, meint er nun anscheinend, ein von Dir aufgezwungenes Leben führen zu müssen, denn es ist ja immer der Partner an allem schuld, demzuliebe man dies getan und das nicht getan hat.

Würde er das nun nur an Dir auslassen, wäre das auch schlecht, aber Du bist erwachsen und kannst das anders verarbeiten. Dass Deine Kinder das abkriegen, ist grässlich. Ich empfinde das, was Du schilderst, als eine zerrüttete Familie. Die Kinder haben Angst, dass ihr euch trennt. Die Kinder werden gedemütigt. Die Kinder werden angefahren und in ihrer Freude runtergestukt, weil Dein Mann DICH kritisieren will.

Du eierst viel rum, finde ich. Er sollte sich ändern, das macht er aber schon seit Ewigkeiten nicht. Du steckst nun drin in eurer Situation und es ist nicht alles schlecht. Aber ich sehe bei Deinen Schilderungen viel, das im Argen liegt. Die Kinder wachsen in einem Zuhause auf, das vielleicht materiell viel bietet, aber in dem die beiden Menschen, die für die Kinder die Weltsicht prägen, so furchtbar miteinander versagen.

Er sagt immer nur, nein, er ist nicht unglücklich, alles ist gut, er hat keine unerfüllten Wünsche. Ob ich welche habe, fragt er leider nie.
Was zeigt, dass er weder Interesse daran hat, dass ihm Wünsche erfüllt werden noch Dir welche zu erfüllen, wie es eigentlich bei einem Paar sein sollte.

Dein Mann hat nach seinem Ausbruchversuch über die Jahre jede Menge Frust gebunkert und täglich wird es mehr. Er sieht, dass er für den Rest seines Lebens dem ganzen Elend nicht mehr entkommen kann.
Genau das.

Wir sehen beide, wie in vielen anderen Familien die Frauen am Rad drehen, um alles unter einen Hut zu bekommen. Mein Mann ist in der Hinsicht sehr fair und unterstützend.
Dann wird er wohl sein Hobby zurückfahren, damit er Dich entlasten kann mit den Kindern, damit Du nicht am Rad drehen musst wie all die anderen berufstätigen Frauen. Oder ist das nur so ein: Ja, wenn du deine Arbeit weiterhin gut schaffst, darfst du auch arbeiten und ich unterstütze dich darin (wie?)?
 
  • #65
Wie genau soll / kann ich meinem Mann aus meiner jetzigen Situation heraus effektive Grenzen setzen?
Wie ich es in meiner Situation gemacht habe, habe ich dir schon geschrieben. Ich habe mich zuerst innerlich getrennt. Erkannt, dass ich ihm unmissverständlich zeigen muss, dass es Konsequenzen hat, wenn er nicht aufhört mit dem Verhalten. Dass er weiß, was er da macht, ist unbestritten, denn du hast es ihm bereits erklärt. Jeder Angriff auf die Kinder ist deshalb einer, der auch dir gilt. Dein Pfannkuchenbeispiel kann da ein Augenöffner sein für dich. Mehrere schrieben hier, er meinte dich damit. Auch ich habe das sofort so verstanden. Du siehst es (noch) nicht, weil eure Konflikte seit Jahren, ohne dass euch das so recht klar ist, über die Kinder ausgetragen werden, weil ihr eure gravierenden Probleme nicht ansprecht. Also schwelen sie vor sich hin und wirken sich aus. Eure Kinder sind die Symptomträger (=Mobbing).
Nach der innerlichen Trennung habe ich mir überlegt, wie ich mich zur Not äußerlich trenne, wenn ich ihn konfrontiere. "ich möchte nicht, dass du mit unseren Kindern zu sprichst. Ich kann nicht mit dir zusammen bleiben, wenn du das nicht änderst." Dieser Satz war in mein Gehirn gemeißelt, als ich meine Optionen klärte. Als ich Klarheit für mich hatte (und ich habe mich beraten lassen und tue es noch) habe ich das dann so geäußert. Da hatte er sich bereits gemäßigt. Eine innere Haltungsanderung spürt ein Partner. Aber es reichte nicht. Es brach wieder hervor und er weigerte sich, sich professionell zu kümmern. Ich habe mich getrennt. Entwertungen gehören jetzt nicht mehr zu meinem Alltag. Nach der Trennung fiel mein Sohn, der sich mir bis dahin gegenüber verbal "unauffällig" verhalten hatte, mit einer Salve von Verbalattacken über mich her, wann immer ihm Ansagen von mir nicht passten. Der hatte seine Lektion "gut" im Umgang zuhause gelernt. Und ich musste lernen, ihm dann richtig Grenzen zu setzen. Ohne die Angst und den Zynismus, der zuvor immer um die Ecke lauerte. Es klappte. Eine harte Nuss für mich, aber ich glaube, er wird jemand, der in seinen späteren Beziehungen besser kommunizieren wird als sein Vater. Und als seine Mutter bevor sie sich nicht frei strampelte. Ich hoffe, dir hilft dies.
 
  • #66
Was soll ich also ab morgen konkret tun? Damit ich nicht mehr Teil des Versagens bin? Wie verhalte ich mich in einer Situation wie der mit den Pfannkuchen?
Ich akzeptiere ja Kritik an meinem Verhalten, wenn sie fair und konstruktiv ist. Aber wenn sie als Abwertung daherkommt, was kann ich noch tun, außer nachzufragen, zu reden?
Ich will ja so gern mit ihm über alle Befindlichkeiten und Probleme kommunizieren, aber er nicht ...
 
  • #67
Private Altersvorsorge etc. läuft alles auf meinen Mann.
Liebe FS,
erschreckend, wie sehr Frauen auch heute noch auf die Ehe als Versorgungsmodell planen. So wie Du sieht weibliche Altersarmut bei Trennung aus.

Sofern ihr keine Gütertrennung vereinbart habt, gehört Dir von der privaten Altersversorgung Deines Mannes die Hälfte dessen was in der Ehe angespart wurde. Gleiches gilt für seine Pension.
Weil Du wegen der Kinder die Berufstätigkeit aufgegeben hast, bekommst du für 3 Kinder die "Mütterrente". Das ist für Anfang 40 alles nicht viel, aber eine ausbaufähige Grundlage.

Ich weiß nicht, ob mir die Krankenkasse eine Therapie bezahlen würde. Wir sind privat versichert
Ruf' die Versicherung an, die werden Dir sagen in welchem Umfang Psychotherapie abgedeckt ist - meistens 20 Stunden im Jahr.

weiß ich nicht, wie ich mich und die Kinder krankenversichern könnte. Wir wären dann ja aus der privaten mit Beihilfe raus.
Deine Unkenntnis über lebenswichtige Fragen ist wirklich erschreckend.
Wenn Du geschieden bist, dann können Deine Kinder trotzdem PKV-versichert und in der Beihilfe bleiben, denn sie sind nach wie vor die Kinder Deines Mannes.

Such' Dir ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Dann hast Du eine Krankenversicherung mit der Option die Kinder kostenfrei mitversichern zu können, eine Arbeitslosenversicherung und auch eine Altersversorgung auf einen Schlag. Das brauchst Du ohnehin oder willst Du nach unerfreulichen der Kindheit, die Du Deinen Kindern bereitest ihnen später auf der Tasche liegen?


Die Beispiele über den Umgangston in Eurer Familie finde ich wirklich eine Zumutung für die Kinder - Schnellstraße in ein unglückliches Erwachsenenleben. Das kannst Du garnicht kompensieren

Aber so wie er es gesagt hat, klang es für meine Tochter so, als ob er sich freut, wenn sie sich wehtut.... Oder sehe ich da was falsch?
Ich kann das so nicht rauslesen, dass er sich freut. Er hat recht, barfuß in der Küche mit Fettspritzern und Feutigkeit ist exrem unachtsam von Dir. Da kann sie auch flugs ausrutschen und mit dem Kopf irgendwo aufschlagen.

M.E. bist Du im Moment total darauf fokussiert, was er alles falsch macht.
 
  • #68
Was soll ich also ab morgen konkret tun? Damit ich nicht mehr Teil des Versagens bin? Wie verhalte ich mich in einer Situation wie der mit den Pfannkuchen?
Ich akzeptiere ja Kritik an meinem Verhalten, wenn sie fair und konstruktiv ist. Aber wenn sie als Abwertung daherkommt, was kann ich noch tun, außer nachzufragen, zu reden?
Ich will ja so gern mit ihm über alle Befindlichkeiten und Probleme kommunizieren, aber er nicht ...
Ok, nochmals: du brauchst etwas Geduld mit dir selbst und auch ihm und den Kindern. Was war, war. Jetzt zählt die Gegenwart. Du solltest hier im Forum keine konkrete Anweisungen erwarten, aber du kannst dich hier "aufwecken" lassen, wie ich es gerne formuliere. Dass du kommunizieren möchtest über diese Dinge, aber er nicht ist "normal" in deiner Konstellation. Die Anleitung, wie du da rauskommst, gleich morgen, ganz konkret, würde ich dir gerne schreiben, wenn ich es könnte. Aber das ist mir nicht möglich, da ich keine Therapeutin bin. Und online geht es nicht. Du brauchst jetzt erstmal den Willen, den hast du, und dann legst du morgen los mit
- Therapeutensuche: gute Leute findet man über das Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie, dass es in allen größeren Städten gibt. Wenn du auf dem Land wohnst, dann auch die nächste anrufen und fragen, wie vorgehen. Caritas hattest du, glaube ich, erwähnt, damit habe ich keine Erfahrung, aber warum nicht ausprobieren.
- Rechtsberatung für den Trennungsfall einholen
- Arbeitsamt zum Klären deiner beruflichen Perspektive
- Dir einen Überblick über eure Finanzen verschaffen (hast du den, oder hat er den, oder ihr beide, oder keiner? Weißt du, wo was abgelegt ist? Mach dir mal von wichtigen Unterlagen Kopien, damit du sie zur Not für die Rechtsberatung präsent hast).

Es kann sein, dass du auf einen Therapeutenplatz warten musst. Aber das ist nicht schlimm, du nutzt die Zeit dann, dich beruflich neu aufzustellen. Das musst du sowieso. Auch schreibst du, dass du dich isoliert hast. Auch das irgendwie "normal" in deiner Konstellation. Aufgabe für die nächsten Wochen: eine Sache für dich machen, wo du unter Leute kommst. Sport, Chor, Literaturkreis, alles, was sein Herz höher schlagen lässt.

Dann kannst du mal das erste Gespräch mit deinem Mann führen. Ihm sagen, dass es dir nicht gut geht. Du möchtest versuchen, wieder in den Beruf einzusteigen.
Fortsetzung im nächsten Post
 
  • #69
Wenn du das Gespräch führst mit deinem Mann, sag ihm also, dass es dir nicht gut geht, du einiges ändern möchtest und wirst. Du möchtest wieder arbeiten gehen und dich auch hobbymäßig um dich selbst kümmern. Du kannst auch noch mal erwähnen, dass du unter der Familienstimmung leidest und möchtest, dass sich da was tut (was er ja eh weiß), und du den Eindruck hast, dass ihr da auf der Stelle tretet und allein nicht recht weiter kommt, du deswegen beschlossen hast, dich diesbezüglich beraten zu lassen.

Dann hörst du ja, was kommt. Maulen, auf Durchzug stellen, "wie du meinst, mach", Gegenwind oder auch - es kann ja sein - "Mensch du, das finde ich eine gute Sache" .

Wenn er fragt warum : das hältst du für eine gute Sache. Und dann machst du einfach mal, auch wenn er nicht dahinter steht. Er stand ja die ganze Zeit nicht dahinter und ihr nicht wirklich zusammen, also brauchst du darauf JETZT nicht zu warten. Du machst jetzt einfach dein Ding, und wenn du in der Beratung bist, kannst du an konkreten Situationen arbeiten, während du deine Lage klärst, sodass du innerhalb und außerhalb der Ehe auf eigenen Füßen stehen kannst.

So könnten konkrete nächste Schritte aussehen. Und wenn er sarkastisch wird, sagst du nicht in Hörweite deiner Kinder, dass du nicht möchtest, dass er so mit Ihnen spricht - und dass du ihn in dem Moment auch nicht magst, wenn er so ist. Es kann sein, dass du dann auch zu hören bekommst, was er an dir nicht mag. Dann sagst du, dass du das alles gern hören möchtest, dass du es gut findest dass er das anspricht. Dass du jetzt aber bei dem Thema Sarkasmus bleiben möchtest. Und dann komme auf seine Punkte zurück. Schwer das konkret für dich anzuleiten, da wir ja nicht genau wissen, wie ihr so miteinander sprecht. Aber dies mal so als Marschroute. Alles Gute!
 
  • #70
wenn er es von mir nachlässig findet, dass ich das Barfußlaufen nicht verhindere, dann könnte er das doch auch einfach so sagen. Das fände ich absolut gerechtfertigt. Aber so wie er es gesagt hat, klang es für meine Tochter so, als ob er sich freut, wenn sie sich wehtut, weil sie zu dumm ist, um Hausschuhe anzuziehen. Oder sehe ich da was falsch?
Das denke ich nicht, dass er sich freut, wenn sie sich weh tun würde. Aber er kommuniziert unpädagogisch (nicht erklärend) und destruktiv (Ironie als Spott, Sarkasmus & co.).

Ich weiß nicht, ob das ein Machtkampf oder Symptom einer anderen Sache ist, aber ich muss es herausfinden.
Das ist eben das, was ich meinte mit analysieren/verstehen wollen.
Was bringt es, wenn sich danach nichts ändert. Und es wird sich nichts ändern, wenn er es nicht selbst herausfinden will, wenn er keinen Anlass sieht, sich mit sich und seinem abwertenden Verhalten selbst auseinanderzusetzen. Sicher habt ihr ein Beziehungsproblem. Aber dies darf kein Grund sein, um erzieherische Machtkämpfe oder destruktives Verhalten gegenüber Kinder zu rechtfertigen.

Ich akzeptiere ja Kritik an meinem Verhalten, wenn sie fair und konstruktiv ist. Aber wenn sie als Abwertung daherkommt, was kann ich noch tun, außer nachzufragen, zu reden?
Ich will ja so gern mit ihm über alle Befindlichkeiten und Probleme kommunizieren, aber er nicht ...
Nicht mehr nachfragen, nicht mehr reden. Sondern ansagen, konfrontieren, Konsequenzen ziehen, handeln.
 
  • #71
Ich will ja so gern mit ihm über alle Befindlichkeiten und Probleme kommunizieren, aber er nicht ...
Klar wäre das besser, wenn ihr beide reden könntet, aber wenn er nicht will, dann hat es doch auch keinen Sinn, da immer noch drauf zu beharren. Das musst Du endlich hinnehmen, dass es für ihn kein Bedarf gibt zu reden. Und dann auf dieser Grundlage weiter planen, statt immer noch zu warten, dass er das macht, was Du richtig findest.

Dann musst Du Dich informieren, wie es aussieht, wenn Du Dich trennen würdest, damit das nicht mehr eine ausgeschlossene Option ist, nur weil Du Angst hast in Deiner Abhängigkeit.

Wenn man sich trennt, muss es nicht sein, dass die Kinder nicht mehr beide Elternteile haben. Anscheinend spüren Deine Kinder schon die ganze Zeit, dass der Vater eigentlich lieber woanders sein will. Das vermute ich, weil ich auch so ein Paar mit Kind kenne und mich mal gewundert habe, warum der Kleine so panisch und weinend reagiert hat, nachdem die Frau den Mann einfach nur gekitzelt hatte und er wegrannte.
Ich will damit sagen, dass Dein Gedanke, die Beziehung für die Kinder zu erhalten, so auch nicht zu funktionieren scheint, weil sie ja trotzdem Angst haben, dass er geht, und der Vater sich ihnen gar nicht widmet, so wie Du ihn geschildert hast.
 
  • #72
Ich kann an dem Verhalten deines Mannes nicht konstruktives finden. Einem Kind kleine Entscheidungen, welchen Pullover/Wurst oder Käse zu essen, zu lassen, finde ich gut.
Nicht nur du bist für dein Verhalten verantwortlich, dein Mann ist es auch für seines. Er blockt aber nun schon seit Jahren alle Gesprächsbereitschaft ab. Du kannst jetzt erst mal nur für dich auf die Füße kommen, einen Schritt nach dem anderen.
Und sei es, dass du erst mal ehrenamtlich Sprachwissenschaft gibst, an einem Nachilfeinstitut Nachhilfe gibst, privat Nachhilfe anbietest, dich beim Arbeitsamt informierst, welche Weiterbildungsmöglichkeiten es gibt, etc.
Mach eins nach dem anderen.
 
  • #73
Was soll ich also ab morgen konkret tun? Damit ich nicht mehr Teil des Versagens bin? Wie verhalte ich mich in einer Situation wie der mit den Pfannkuchen?
Du bist eine erwachsene Frau im mittleren Lebensalter, Mutter von 3 Kindern, hast studiert (solltest also nicht ganz dumm sein) und hast keine Idee, wie Du mit so einem Problem umgehen sollst? Ist das Dein Ernst? Naja, das kommt vom jahrzehntelangen Hausfrauendasein - Verlust aller Problemlösekompetenzen für echte Probleme.

Ab morgen: sofort eingreifen und dem Mann Bescheid sagen, wenn er in der Tonart daneben liegt. Ihm ganz klar vermitteln, dass er in der Sache Recht hat (mit nackten Füßen in der Küche ist eine Unfallgefahr, da hast Du versagt, was vorkommen kann im Eifer des Gefechts), aber dass sein Tonfall für die Familie eine Zumutung ist und dass Du Dir diesen ab sofort verbittest, andernfalls denkst Du daran zum Wohle Eurer Psyche den Familienverband aufzulösen.

Gib' ihm zur Kenntnis, dass Du Beratungsstellen kontaktierst und dass das keine Luftnummer ist. Lass' Dir in der Familienberatung sagen, wie Du Dich in konkreten Situationen verhalten sollst, wenn Du allein keine Idee hast.

Es gibt ohne Ende Literatur zu solchen Familienkonstellationen, auch daraus kann man selber lernen, wenn man denn wirklich will. Das müssen andere einem nicht vorgeben. Weil die Situation schon so lange schwer erträglich ist, bezweifel' ich Deinen echten Veränderungswillsen. Das ist Dir alles zu mühselig und Du hast Angst davor Verantwortung zu übernehmen, für Dich selber sorgen zu müssen. Trotz allem scheint es noch recht bequem für Dich zu sein, wie Du weiter oben schriebst. das gibst Du nicht gern auf.
Du willst es irgendwie hinkriegen, das tote Pferd auf den Beinen zu halten, auch zulasten der Kinder.
 
  • #74
Ich will ja so gern mit ihm über alle Befindlichkeiten und Probleme kommunizieren, aber er nicht ...
Was an der Botschaft verstehst Du nicht? Er will nicht und hat jedes Recht dazu. Indem Du ihn bedrängst, wehrt er Dich immer heftiger ab und wird noch aggressiver.
Akzeptiere einfach, dass Eure Ehe sich nicht mehr ändert. Entweder hältst Du das aus oder Du gehst. Eine andere Option gibt es nicht, wenn er nicht will.
Ehrlich gestanden, so inkompetent und auch beratungsresistent wie Du Dich hier gibst, kann ich sehr gut verstehen, dass er keine Gespräche mit Dir führen will.

Du solltest der Realität ins Auge blicken: Dein Mann empfindet zu Dir und den Kindern keine Zuneigung (mehr) und diese kommt nicht zurück. Wenn man Zuneigung für jemanden hat, geht man so nicht mit ihm um, weder mit Dir noch mit den Kindern.

Er ist chronisch frustriert, ihr nervt ihn und er lässt seinen Frust bei jeder sich bietenden Gelegenheit an Euch aus.
Über seine sexuelle Unlust auf Dich brauchst Du Dir bei so einem Innenleben keine Gedanken machen - da ist bei ihm keine Lust mehr. Vermutlich will er auch keinen Sex mehr mit Dir, weil die 3 Kinder ihm schon reichen und er damit überfordert ist.

Dein Mann hat keinerlei Respekt mehr vor Dir. Wann und warum der verloren ging musst Du wissen. Weißt Du, was in seinem Job los ist?
Ich kann Dir nur sagen, dass ich keinerlei Lust auf einen Mann hätte, der mich und die Kinder schlecht behandelt, sich selber gehen lässt und in Unterhosen zuhause rumläuft.
Da solltest Du mal auf Deine Gelüste gucken, warum Du ihn noch willst. Du kannst so eine Ehe mit Sex nicht reparieren und auch nicht aufrecht erhalten, wenn der Mann keine Lust mehr auf Dich hat.

Du hast nichts womit Du punkten kannst, außer vielleicht wenn Du ihm klarmachst, dass Du mit Trennung keine leere Drohung aussprichst. Unterhaltszahlungen für 3 Kinder und deren private Krankenversicherung tun auch Deinem Mann weh. So hoch ist sein Gehalt nicht, dass das sein Leben nicht massiv einschränken würde. Kann aber sein, dass es ihm trotzdem lieber ist allein zu sein und seine Ruhe zu haben.
 
  • #75
Liebe Lina, ich hätte das, was @Vikky oben schreibt, wohl nicht so formuliert, aber ich denke, dass du dir das reinziehen solltest, so weh es tut. Ich finde es immer blöd, wenn einige wie auch hier wieder schreiben, wie man nur dieses Problem haben kann, wenn man doch nicht blöd ist und so. Man hat eben dieses Problem, basta, auch wenn man intelligent ist (ich bin als Wissenschaftlerin auch nicht blöd, obwohl ich oft vom kompletten Gegenteil überzeugt bin - auch unter anderem deswegen, weil ich ein Problem hatte wie du). Aber weil man intelligent ist, sucht man sich Hilfe, wenn der Leidensdruck zu groß geworden ist - und v.a. drei Kinder im Spiel sind, von denen eines in der Schule schon gemobbt wird (ich schreibe wird, nicht wurde. Ob es nämlich noch passiert, weißt du nicht. Auf die Aussage des Kindes kannst du dich nicht verlassen). Das Forum hier ist der erste Schritt zur Hilfe, sollte aber nicht der letzte sein, denn wir sind ja nur Laien. Die paar Psychologen und Experten im Beratungsgeschäft, die hier auch unterwegs sind, posten inmitten von Laienmeinungen und werden einen Teufel tun, dich online richtig zu beraten. Es stimmt, du kannst Psychobücher lesen, aber davon hast du genug. Mir haben sie damals auch nichts gebracht, obwohl ich Regalmeter davon besitze.

Wenn dich jetzt hier Aussagen im Forum treffen: in der Beratung geht man behutsam vor, genau in dem Tempo, in dem du emotional folgen kannst. Konfrontieren wird man dich auch: das muss sein. Es ist keine Bauchpinselei, und es wird da um dich gehen, wie du dein Leben auf die Reihe bringst, und nicht das deines Mannes. Ob dein Mann mit dir mitzieht, ist seine Entscheidung. Du wirst aber lernen, so mit ihm zu sprechen, dass er auch merkt, dass er sich für etwas entscheiden muss - und dass es so, wie es ist, nicht weitergehen wird : denn das hast du für dich ausgeschlossen. Ihr habt ein großes Beziehungsproblem und da müsst ihr ran, und du machst jetzt einfach den Anfang. Ob Trennen oder Bleiben wird sich dann zeigen.

Noch ein Mutmacher. Mich haben damals Probleme meines Sohnes (ebenfalls Mobbing) aktiv werden lassen, sodass ich erst Hilfe für ihn geholt habe und habe mich dann über die Elternberatung in die Therapie für mich vermitteln lassen. Meinem Sohn geht es richtig gut. Und mir immer besser. Viel Glück dir.
 
  • #76
Liebe Fragestellerin. Es gibt in jeder Stadt Frauenberatungsstellen. Oder mach einen Termin beim Jobcenter aus. Dort wird Dir gesagt, mit wie vielen Leistungen Du rechnen könntest, wie hoch die Miete sein dürfte, was im Falle einer gefundenen Wohnung zu tun ist.

Ich bin vom Fach und sage Dir daher: Wohnungssuche mit Jocenter abklären (Umzugszustimmung, Mietobergrenze, Umzugskosten etc), bei Auszug Antrag auf Leistungen stellen. Wenn Dein Mann zu Unterhaltszahlungen nicht bereits sein sollte, so regeln das die Ämter für Dich, nämlich Jugendamt und Jobcenter.

Schon viele Frauen habe ich in derartigen Situationen erlebt und viele sind aufgeblüht nach einem derart schweren Weg. Aber er ist in unserem Land zu schaffen. Auch für Dich. Viel Glück.
 
  • #77
Ich danke euch für die vielen Gedanken und Meinungen. Einige Ratschläge helfen mir definitiv weiter, einiges bestärkt mich in dem, was ich fühle und vorhabe. Manche Deutungen werde ich überdenken, obwohl ich sie für nicht zutreffend halte, z.B. was das Mobbing meiner Kinder betrifft.
Die Klarheit darüber, ob ich in abwertenden Situationen vor den Kindern eingreifen soll oder ohne ihr Beisein nachher mit meinem Mann sprechen, fehlt mir nach wie vor; ich habe ja länger schon beides versucht, es hat nicht viel geholfen. Der Frage, ob ich zu viel an meinem Mann herummeckere, will ich mich auch stellen. Eure teils gegensätzlichen Meinungen spiegeln genau meinen Zwiespalt wieder.
Meine Unkenntnis über meine Situation im Fall einer Trennung versuche ich zu beseitigen.
Ich habe mich inzwischen der Kinderärztin meiner Kinder anvertraut und einen Termin bei der Familienberatung gemacht. Über Letzteres werde ich meinen Mann in Kenntnis setzen, sobald wieder eine Eskalation auftritt. Seltsamerweise ist er in den letzten Tagen sehr umgänglich; er hatte mir gegenüber gesagt, unser Sohn hätte zu wenig Selbstwertgefühl, und als ich darauf erwiderte, woher der Junge es denn haben sollte, wenn sein Vater als eine der wichtigsten Vorbild- und Bezugspersonen ihm andauernd das Gefühl vermittelt, unfähig zu sein, hat er seltsam betreten geschwiegen.
Die Kinderärztin hat mich an den Frauennotruf verwiesen; ich bin zwar nicht sicher, ob ich da hingehöre, habe aber auch dort einen Termin gemacht.
Ich danke euch allen für eure Zeit und Hilfsbereitschaft, ausdrücklich auch denjenigen, die mir ziemlich direkt zu verstehen gegeben haben, dass sie mich für inkompetent und beratungsresistent halten. Das tut zwar weh, aber es bewegt auch was in mir, und das ist vermutlich gut.
 
  • #78
Ich war in derselben Situation. Habe mich erst nach 16 Jahren getrennt als ich mich in einem Arbeitskollegen verliebt habe. Ich bin geschieden habe diesen neuen Partner. Die ersten 6 Monaten waren bombastisch. Inzwischen habe ich auf einer harten Weise gelernt: ich hatte ein gutes Leben, einen richtigen Partner (vielleicht wie ein Bruder - no passion - no sex), aber das war viel mehr Wert als der Krieg in dem ich heute mit einem leidenschaftlichen Psycho erlebe, der mich links liegen lässt. Also, ich würde empfehlen: bevor du über Trennung denkst: Versuch Ehe Beratung, Gespräche, Geduld. Unternimmt mehr mit ihm und den Kindern zusammen. Alles versuchen um die alte Liebe wieder zu gewinnen bevor du einen großen Fehler machst. Viel Glück dabei!!
 
  • #79
Ich war in derselben Situation.
....
Alles versuchen um die alte Liebe wieder zu gewinnen bevor du einen großen Fehler machst. Viel Glück dabei!!
Deine Geschichte macht mich echt traurig. Du warst in derselben Situation wie die FS, trenntest dich und gerietst vom Regen in die Traufe. So schlimm, dass du dir den alten Partner zurück wünschst, mit dem du nicht glücklich warst. Aber warum denkst du, es wäre ein Fehler, sich zu trennen? Schlecht ist es, wenn man denselben Fehler immer wieder macht! Trenne du dich von dem Psycho, und mache dich, wie die FS, mal schlau, wie du auf eigenen Füßen stehen kannst, anstatt dich in die alte Abhängigkeit zurück zu sehnen!

Frauen wie dir, der FS (wie auch mir selbst) ist nur zu raten, den Ursachen und Mechanismen der psychischen Fernsteuerung auf die Schliche zu kommen, damit so etwas nicht wieder passiert.
 
  • #80
Seltsamerweise ist er in den letzten Tagen sehr umgänglich; er hatte mir gegenüber gesagt, unser Sohn hätte zu wenig Selbstwertgefühl, und als ich darauf erwiderte, woher der Junge es denn haben sollte, wenn sein Vater als eine der wichtigsten Vorbild- und Bezugspersonen ihm andauernd das Gefühl vermittelt, unfähig zu sein, hat er seltsam betreten geschwiegen.
Das ist überhaupt nicht seltsam. Bei Dir verändert sich was, Du setzt Dich mit Eurem Familienleben auseinander und tust was, suchst Dir extern Hilfe, auch wenn es nur ein anonymes Internetforum ist. Das gibt Dir neue Impulse und verändert Dein Auftreten gegenüber Deinem Mann, wie das obige Beispiel zeigt. Er bekommt das mit und muss anders reagieren.
Wenn Du kompetent und konsequent auftrittst kommt er Dir nicht mehr mit Abwertung und Aggression. Das ist schonmal ein gutes Zeichen, dass bei ihm Hopfen und Malz nicht verloren sind, dass wenn Du ihm andern Input gibst, er sein Kommunikationsmuster ändern kann und es tut.

Mach' einfach weiter so, lass' Dir nichts mehr gefallen und schütz' Eure Kinder vor psychischen Fehlentwicklungen unter denen sie ihr Leben lang leiden. Nimm' Deinen Mann in mehr familäre Verantwortung: er weniger Hobby, Du mal etwas mehr Eigenverantwortung durch schlau mache zu Sachverhalten und vielleicht auch eine Berufstätigkeit, die Dir eine gewisse Unabhängigkeit und damit ihm gegenüber auch einen ganz anderen Auftritt gibt. Damit positionierst Du Dich ihm gegenüber auch ganz anders, machst deutlich, dass Du nicht von ihm abhängig bleibst.

Eine Berufstätigkeit schafft nicht nur wirtschaftliche Unabhängigkeit sondern schult viele Fähigkeiten, die bei den meisten hauptberuflichen Müttern komplett verloren gehen.
 
D

Diana11

  • #81
Das ist überhaupt nicht seltsam. Bei Dir verändert sich was, Du setzt Dich mit Eurem Familienleben auseinander und tust was, suchst Dir extern Hilfe, auch wenn es nur ein anonymes Internetforum ist. Das gibt Dir neue Impulse und verändert Dein Auftreten gegenüber Deinem Mann, wie das obige Beispiel zeigt. Er bekommt das mit und muss anders reagieren.
Wenn Du kompetent und konsequent auftrittst kommt er Dir nicht mehr mit Abwertung und Aggression. Das ist schonmal ein gutes Zeichen, dass bei ihm Hopfen und Malz nicht verloren sind, dass wenn Du ihm andern Input gibst, er sein Kommunikationsmuster ändern kann und es tut.

Mach' einfach weiter so, lass' Dir nichts mehr gefallen und schütz' Eure Kinder vor psychischen Fehlentwicklungen unter denen sie ihr Leben lang leiden. Nimm' Deinen Mann in mehr familäre Verantwortung: er weniger Hobby, Du mal etwas mehr Eigenverantwortung durch schlau mache zu Sachverhalten und vielleicht auch eine Berufstätigkeit, die Dir eine gewisse Unabhängigkeit und damit ihm gegenüber auch einen ganz anderen Auftritt gibt. Damit positionierst Du Dich ihm gegenüber auch ganz anders, machst deutlich, dass Du nicht von ihm abhängig bleibst.

Eine Berufstätigkeit schafft nicht nur wirtschaftliche Unabhängigkeit sondern schult viele Fähigkeiten, die bei den meisten hauptberuflichen Müttern komplett verloren gehen.
Liebe FS, höre bloss nicht auf solche Beiträge. Natürlich bemüht er sich KURZFRISTIG, er hat nämlich davor Angst, dass du ernst machen könntest und sich die Ego-Komfortzone, in der er sich jetzt befindet ganz massiv ändert. Unterhalt für 3 Kinder zahlen, plus Erziehungspflichten, plus Scheidung, dazu sein nicht existierender Marktwert. So wie er rumläuft, bekommte r ja noch nicht mal eine der anspruchslosen Frauen für eine Affäre ab. Nichts von dem was er tut, zeugt von tatsächlichen Änderungswillen, er versucht schlicht und einfach dir kurzfristig ein bisschen Sand in die Augen zu streuen, in der Hoffnung, dass du dich schon wieder beruhigst.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #82
Beides möglich. Entweder dass er Angst bekommt um seine bequeme Meckerrolle, du nicht mehr so abhängig bist, oder es macht wirklich bei ihm Klick.
Auf jeden Fall dranbleiben, dann kann kann für euch beide was zum Guten wandeln, oder wenn es nur ein Strohfeuer bei ihm ist und du eine berufliche Tätigkeit und interessante Hobbys, neue Freunde hast, hast du vielleicht keine Lust mehr auf einen Mann, der Zuhause in Unterhosen rumläuft.
Deshalb auf jeden Fall weitermachen, entweder dein Mann zieht mit und hier habt eine zweite Chance, oder du wirst selbstständiger und baust dir dein eigenes Leben auf, ob mit oder ohne Trennung.
Du kannst nur dein Verhalten steuern, was er macht kannst du nur bedingt beeinflussen. Für dich kann es, wenn du dranbleibst nur besser werden.
 
  • #83
Wenn man dauerhaft etwas ändern will, muss man an seiner inneren Haltung arbeiten, der Rest kommt dann von allein. Eine komplette Änderung geht nicht von heut auf morgen, aber trotzdem kann sich schon schnell ein Effekt einstellen. Ich sehe es genau wie @Vikky. Eine Haltungsänderung spürt ein Partner einfach. Dass er der FS etwas vorgaukelt, wie @Diana11 schreibt, ist nichts weiter als eine haltlose Unterstellung. Aber er wird ganz wahrscheinlich wieder rückfällig, denn er ist toxische Kommunikation gewöhnt. Dann sind effektive Konfrontationen notwendig und, wie hier ja durchgängig von allen Seiten betont, Konsequenzen.
 
  • #84
Danke für eure Meinungen.

Am Mittwoch hatte ich einen Termin beim Frauennotruf hier in der Stadt, weil es mir so schlecht ging und ich unbedingt jemanden zum Reden gebraucht habe. Die Kinderärztin hatte mir das empfohlen, und ich dachte zuerst, zu einer Stelle für Gewaltopfer, da gehöre ich doch gar nicht hin. Es war gut, dass ich hingegangen bin, ich gehöre definitiv da hin, und ich war hinterher noch fertiger als zuvor.

Die Beraterin dort hat sich eine Stunde lang angehört, was bei uns zu Hause abläuft, und ihr Gesicht wurde immer entsetzter. Dabei habe ich nur einen Bruchteil dessen erzählt, was sich über die Jahre angesammelt hat. Ich glaube, es gibt keine Hoffnung, dass doch noch alles gut wird. Sie hat das Verhalten meines Mannes ganz direkt als psychische Gewalt bezeichnet, nicht nur den Kindern, sondern auch mir gegenüber. Mir war gar nicht klar, was ich da seit Jahren aushalte, und dass das krank ist. So viele Dinge, die ich nicht begreifen konnte, passen plötzlich in dieses Bild. Es bricht gerade alles über mir zusammen.

Jetzt habe ich einen Namen für das, was mir passiert, wie ich mich dagegen wehren kann, weiß ich im Moment noch nicht. Mittelfristig werde ich mich trennen müssen, das weiß ich jetzt, aber ich habe im Moment noch nicht die Kraft, das weiterzudenken.

Ich kann seit Tagen nichts mehr essen kann und schlafen, fühle mich wie ein dummes Opfer, das so lange nicht wahrhaben wollte, was da mit ihm passiert.
Ich habe den Rat bekommen, etwas für mich zu tun, was mir gut tut, damit ich wieder Kraft bekomme. Ich weiß aber nicht, was, wie und wann, da ich wie gelähmt bin.

(weiter im nächsten Post)
 
  • #85
Ich habe meinem Mann gegenüber ausgesprochen, dass und warum ich so unglücklich bin; er meinte, ich mache aus einer Mücke einen Elefanten. Er wird definitiv nicht mit mir in eine Beratung gehen, weder als Paar noch als Eltern. Er sagte, wir wüssten ja,dass unsere Ehe einen Knacks hätte und müssten eben damit leben und die Kinder gemeinsam großziehen; es ginge uns ja materiell gut. Man könnte eben nicht alles haben im Leben und müsste sich damit arrangieren. Er hat alles bagatellisiert, was genau in das Schema passt, das die Beraterin (und einige von euch) erkannt haben. Allerdings war er danach zu mir und den Kindern so nett wie noch nie. Sand in die Augen vermutlich, obwohl mir das in gewisser Weise hilft, wenn ich dadurch die Kinder vor ihm schützen und Zeit gewinnen kann.

Ich hätte nicht gedacht, dass man emotional so von jemandem abhängen kann, der einem im Grunde seit Jahren nur wehtut.

Das einzige, was ich weiß ist, dass ich irgendwie zu Kräften kommen muss, um mich aus dieser Beziehung freizukämpfen. Wie ich das hinbekommen soll, ohne dass die Kinder alles mitbekommen und leiden, weiß ich nicht. Aber ich werde mir jede Hilfe holen, die ich kriegen kann.
 
  • #86
Liebe Laurina,

nun lasse dich erst einmal virtuell umarmen! Dass es dir jetzt erstmal dreckig geht ist Teil des Wegs. Hinschauen tut verdammt weh - ich weiß, wovon ich spreche! Es tut weh jetzt zu sehen, was jahrelang gelaufen ist, obwohl du so um eine gute Familie gekämpft hast! Keine Ahnung, ob ich hier in deinem Thread die Analogie mit dem Pferd mit Scheuklappen schon gebracht habe (entschuldige, falls ja). Warum haben Pferde Scheuklappen? Damit sie auf dem Schlachtfeld nicht durchgehen. Sie waren dir - aus Gründen, die du jetzt herausfinden wirst - im Gesicht festgewachsen. Du warst es aber auch, die sie sich mit dem ersten Post hier so langsam wegoperiert hat. Dazu gehörte auch Kraft. Wir haben hier auch Threads, wo wir nichts bewegen. Also. Du hast was gestemmt und das Bewusstsein dafür gibt dir Kraft für weitere Schritte. Ist wie mit Hanteln. Jeden Tag ein bisschen pumpen und die Muskeln wachsen. Nur wenn man zuerst loslegt, hat man wahnsinnigen Muskelkater.
Ich hätte nicht gedacht, dass man emotional so von jemandem abhängen kann, der einem im Grunde seit Jahren nur wehtut.[QUOTE/]
Das ist ja das Perfide! Wenn einem das klar gewesen wäre, wäre man ja nicht in die Situation geraten. Weil ich vermute, dass als nächstes die Selbstvorwürfe kommen: mach sie dir nicht! Die bringen absolut nichts. Mach was die Beratungsfrau gesagt hat. Tu dir etwas Gutes. Yoga, Chor, Literaturkreis, Sprachkenntnisse, Radfahren, you name it.

Das einzige, was ich weiß ist, dass ich irgendwie zu Kräften kommen muss, um mich aus dieser Beziehung freizukämpfen. Wie ich das hinbekommen soll, ohne dass die Kinder alles mitbekommen und leiden, weiß ich nicht.
Deine Kinder sind bei den Beratungsterminen nicht mit dabei. Und das erste, was du dort ansprechen kannst, ist die Sorge um die Kinder. Du darfst vertrauen, dass sie mit der Trennung klar kommen. Du bist für deine Kinder da, und das spüren sie. Ich weiß aus deinen Posts, dass du Angst hast, dass sie dich ablehnen, wenn du dich trennst. Sie werden erstmal nicht erfreut sein. Das ist normal. Sie müssen die Trennung auch nicht gut finden. Sie können da ihre eigene Meinung zu haben und du musst sie da keines besseren belehren. Du wirst ihnen einige Gründe nennen, wenn du soweit bist (lass dich beraten) und dann baust du deine Familie zu viert neu auf. Jeder Fortschritt bringt neue Kraft. Alles erdenklich Gute dir!
 
  • #87
Liebe Laurina,

Fällt mir spontan ein, was hältst Du von einer Mütter-Kind- Kur, zum Sortieren, Abstand bekommen?
Deine Hausärztin hilft Dir sicherlich dabei.

Zuhause Klarheit zu bekommen, ist schwierig, dafür braucht es Distanz.
Such Dir verstärkende Hilfe, die Beratungsstelle, evtl. auch weitergehende professionelle Hilfe - die könntest Du längerfristig sowieso brauchen, um zu verarbeiten.
Dann aber jemand, der sich mit Gewalt auskennt, Richtung Traumata, etc.
Und sobald wie möglich, Trennung.

Nein, Du musst Dich nicht schämen - das, was Dir passiert ist und noch passiert, sind oft schleichende Prozesse. Das passiert viel häufiger als man denkt, in allen Gesellschaftsschichten.

Aber Du kannst jetzt Stopp sagen, und aktiv werden - auch wenn es schwer ist.

Vielleicht kannst Du damit nichts anfangen - aber so etwas kann helfen.
Morgens im Bad - stelle Dich vor den Spiegel, schaue Dich fest an, richte Dich auf, bewusste Atmung und sage Stopp!!!

Fühl Dich einfach mal ganz lieb gedrückt.
Du schaffst das - für Dich und Deine Kinder.