• #1

Bleibt mir nur die Trennung?

Hallo, ich bin neu hier und suche dringend Rat.
Mein Mann und ich (beide Anfang 40) sind seit 14 Jahren verheiratet und haben drei Kinder. Vor elf Jahren hatte mein Mann eine schwere Beziehungskrise und stand kurz davor, sich von mir zu trennen. Er sagte, seine Gefühle für mich seien verschwunden. Ich war damals gerade mit dem zweiten Kind schwanger und völlig fassungslos. Mein Mann ist bei mir geblieben; wir haben diese Krise aber niemals wirklich aufgearbeitet, weil er das nicht wollte / konnte. Die gemeinsame Entscheidung vor 5 Jahren, noch ein drittes Kind zu bekommen, war für mich seine Bestätigung, dass er die Krise überwunden hatte, dass er zu mir und zur Familie steht.
Über die Jahre habe ich immer wieder versucht, ihm emotional wieder näher zu kommen. Er lässt es nicht zu, blockt alle Versuche ab. Sein sexuelles Interesse an mir ist verschwunden. Wir sind ein eingespieltes Team zur Familienversorgung, mehr nicht. Ich leide darunter phasenweise sehr, dann wieder komme ich ganz gut damit zurecht, weil ich denke, das ist in vielen Langzeitehen mit Kindern wohl so, das könnte sich wieder ändern.
Nun hat sich aber sein Verhalten unseren Kindern gegenüber in eine Richtung entwickelt, mit der ich zunehmend nicht mehr klar komme. Er ist oft cholerisch und hat so gut wie keine Empathie für das Denken und Fühlen von Kindern. Das ist mir erst in den letzten Monaten so richtig klar geworden, als sich die hässlichen Szenen mit Sarkasmus und Abwertungen unseren älteren Kindern gegenüber häuften. Seitdem quält mich die Frage, ob ich das alles zu dramatisch sehe bzw. wo autoritäres Gehabe aufhört und psychische Misshandlung beginnt.
Am liebsten würde ich meinem Mann symbolisch die Pistole auf die Brust setzen und sagen, entweder du gehst jetzt mit mir eine Paartherapie / Erziehungsberatung, oder ich trenne mich von dir.
Er ist Alleinverdiener, ich habe meine freiberufliche Tätigkeit beim dritten Kind aufgegeben und komme nicht wieder zurück. Ich habe keine Ahnung, wie ich im Falle einer Trennung dastehen würde, was mir und den Kindern zum Leben bleiben würde, ob ich überhaupt das Haus halten könnte, in dem wir wohnen und das wenigstens eine Form der Altersvorsorge darstellt.

Ich wage nicht den Schritt, als der schwächere, abhängige Teil das Wort Trennung ins Spiel zu bringen, solange ich noch irgendeine Hoffnung habe, dass sich alles ändern könnte. Aber wie bekomme ich ihn dazu, eine Beratung anzunehmen?
Hat jemand einen Rat für mich, was ich noch tun kann?
 
  • #2
Ich würde sagen er ist frustriert und stellt die Vernunft über seine Bedürfnisse, bleibt bei Dir, wegen der Kinder, dem Haus und seiner Rolle als Versorger. Wenn Gespräche Deinerseits nichts an seinen Verhalten ändern, hast Du schon alles erwähnt (Paartherapie, Erziehungsberatung) was ich in Deiner Situation als nächstes versuchen würde. Unabhängig dessen kannst Du Dich trotzdem informieren wie Du im Falle einer Trennung finanziell aufgestellt bist.
 
  • #3
Bevor du von ihm irgendwas willst, versuch dir einen Überblick über eure/deine finanzielle Lage zu verschaffen, wie du ohne ihn überleben kannst. Gibt es Rückhalt für dich durch deine Familie/Freunde? Du solltest erst alle Fakten, ohne ihn davon zu informieren, beisammen haben. Unterlagen gesichert.
Dann kannst du deine Lage besser einschätzen. Vielleicht willst du dann auch keine Paartherapie mehr, sondern dich gleich trennen.
Auf jeden Fall ist deine Verhandlunsbasis besser, wenn du weißt, du kannst ohne ihn leben. Sonst sitzt er immer am längeren Hebel.
Was mit ihm los ist, weiß ich nicht, da kann man jetzt spekulieren, er steht nicht auf dich, mag keine Kinder, hatte eine schwere Kindheit, ist eigentlich homosexuell...was auch immer. Er macht ja Komplett dicht, was sein gutes Recht ist, aber natürlich zu viel Distanz führt.
 
  • #4
Also erstens ist es nicht so, dass du im Falle einer Trennung nie wieder arbeiten könntest. Du müsstest es schlichtweg irgendwann.
Zweitens kannst du dich ja - egal ob ihr Euch trennt oder nicht inkl. der letzten Steuererklärungen mal über eine Erstberatung beim Anwalt informieren, wo du so stehen würdest - rein finanziell.
Drittens frage ich mich, ob Du Dir sicher bist, dass er keine Affäre hat?! Man hat irgendwie das Gefühl, dass ihn alles an Euch stört.
Es gibt so ein nettes Lied von Ina Müller mit dem bezeichnenden Satz:
"Du brauchst keinen Grund, um zu gehen, wenn Du keinen mehr hast, um zu bleiben!" Der Grund - vielleicht spielst du ihm einfach nur das vor :)
 
  • #5
war für mich seine Bestätigung, dass er die Krise überwunden hatte, dass er zu mir und zur Familie steht.
Er steht auch zur Familie ansonsten hätte er sich getrennt. Die Gefühlslage wirkt aber keineswegs überwunden sondern seit 11 Jahren im selben unveränderten Zustand. Ich denke, dass er auch ziemlich frustriert ist und das was er jahrelang weggeschluckt hat nun an den Kindern auslässt. Psychische Misshandlung fängt für mich da an wenn Kinder immer wieder abgewertet werden, ihnen das Gefühl vermittelt wird nicht gut genug zu sein. Das hinterlässt - wenn auch jetzt nicht sichtbar - dennoch irgendwo bleibende Schäden. Eltern sind die engsten Bezugspersonen von denen man lernt. Bevor du ein solches Gespräch (vllt. in Richtung Trennung) angehst würde ich mich an deiner Stelle schon vorab gründlich informieren was dir im Falle einer Trennung zusteht, dass du schon mal weiß was auf dich zukommt, Weichen stellen kannst und nicht völlig überrascht vor dem Nichts stehst.
 
  • #6
Hallo Laurina,

ganz ehrlich, mir fehlt das Verständnis dafür, dass Du Dir das nun schon seit elf Jahren antust, mit einem Mann zusammenzuleben, der Dich schon mindestens genau so lange nicht mehr liebt, bzw. Dich vermutlich auch nie geliebt hat, denn ich glaube kaum, dass Liebe einfach so "verschwinden" kann, innerhalb von gerade mal drei Jahren (Eheschließung bis zu dem Zeitpunkt, an dem er Dir offenbart hat, dass er keine Gefühle -mehr- für Dich hat) und der Dir auch seine volle Verachtung zeigt, ebenso Euren Kindern. Denn nichts weiteres ist Sarkasmus und Überheblichkeit. Dein Ehemann scheint Dich verantwortlich zu machen und Dich förmlich dafür zu hassen, dass er ein Leben mit Dir und den Kindern führen muß. Daß Du auch noch ein drittes Kind von ihm bekommen hast, nachdem er klar geäußert hat, dass er keine Gefühle -mehr- für Dich hat, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, ehrlich... Naja, aber sei's drum. Es ist wie es ist. Nur, dass Du Dir und vor allem den Kindern das antust, verstehe ich nicht...

Natürlich bist Du als finanziell von ihm Abhängige der "schwächere" Part in der Ehe, aber nicht so schwach, um Dich nicht trennen zu können. Verhungern wirst Du mit den Kindern nicht. Zum großen Teil muß der Vater für seine Kinder aufkommen, und Dir steht möglicherweise auch noch etwas zu, bis Du einen Job für halbtags gefunden hast. Und wenn Du das Haus nicht halten kannst (vorausgesetzt Dein Mann würde überhaupt ausziehen, vielleicht möchte er ja auch dort wohnen bleiben!?), dann zieht Ihr eben in eine Wohnung wie andere Leute auch! Auch wenn Du nicht mehr in Deinen Beruf reinkommst, kannst Du selbst Geld verdienen. Die Kinder werden ja alle drei schon in der Schule sein, oder? Es gibt genügend Jobs, die man machen kann, und wenn es bei McDonald's ist, so lange die Kids in der Schule sind. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg... Es wird nur vielleicht ein wenig unbequemer, aber ich denke, am Ende wirst Du froh sein, denn jeder verdient es in einer Beziehung mit Liebe oder zumindest ganz viel Sympathie zu leben... das bei Euch erinnert ein bischen an "Der Feind in meinem Bett" in der Softversion. Erkundige Dich mal bei einer Beratungsstelle, die einen ehrenamtlichen Anwalt haben, wie es finanziell aussehen würde. Alles Gute!

P.S. Was "Paarberatung" angeht, machst Du Dir doch nur selbst was vor, sorry. Aber wenn schon so lange keine Liebe mehr da ist, wie bei Euch, wird sich auch nichts mehr zum Guten ändern können...
 
  • #7
Zunächst laß dich bitte mal drücken.
Du bist in einer elenden Lage und ich verstehe dein Dilemma.

Ja, deine wirtschaftliche Situation ist unerfreulich.
Aber deine emotionale noch viel mehr, nicht ?
Nach deinen wenigen Sätzen mag es übereilt sein, aber ich denke schon, dass es nie besser wird.
Kannst du dir wirklich vorstellen, dass dein Mann ein liebevoller, aufmerksamer Ehemann wird ? Warum sollte er nach so vielen Jahren ?

Aber hier geht es noch um weitere drei Menschen, die die wichtigsten in deinem Leben sind und deren Wohl du wahrscheinlich über dein eigenes stellst.
Sie sind empfindlich, sie können nichts schlimmes aushalten, ohne dass es Spuren hinterläßt.
Auch wenn du nicht siehst, dass sie weinen und vielleicht tun sie es äußerlich auch nicht mal, ganz sicher weinen sie innerlich, wenn sie vom Vater mit Kälte, Lieblosigkeit und Ablehnung behandelt werden.
Das ist eine Bürde für das ganze Leben, sie werden es niemals los. Sie werden sich wertlos und nicht liebenswert finden.

als sich die hässlichen Szenen mit Sarkasmus und Abwertungen unseren älteren Kindern gegenüber häuften.
Ich hatte selbst so einen Vater und ich war ihm schutzlos ausgeliefert, weil wir nach der Trennung von meiner Mutter bei ihm blieben. Ich war drei und mein Bruder vier.

Ich hatte eine sehr schlechte Kindheit. Die wenigen Erinnerungen, die ich habe, sind schlecht.
Bis heute kann ich es einfach nicht glauben, wenn mich jemand mag, einfach so, weil ich ich bin. Ich denke immer, dass ich etwas dafür tun muß und ich denke immer, dass ich Leistung bringen muß.
Keine Schwäche zeigen, niemanden belästigen, nichts annehmen, aber viel geben.

Ich wurde nicht geschlagen, kein Hausarrest, kein Taschengeldentzug.
Ich wurde gedemütigt, weggeschickt, mißachtet.
Kein Anschreien, sondern Schweigen, Sarkasmus.

Ob das Mißhandlung ist ? Das fragst du ?

Ok, dein Leben wird sich ändern und du wirst materielle Einbußen erleiden.
Aber bitte halte das für deine Kinder aus.
Auch für die Kinder ist eine drei-Zimmer-Wohnung, in der es Wärme und Liebe und Verläßlichkeit gibt, in der sie sich willkommen fühlen, in die sie nach der Schule gerne nach Hause kommen, tausendmal besser, als ein Haus mit Garten, in das zurückzukommen sie immer ein bißchen Angst haben.

w 49
 
  • #8
Hallo!
Heiß diskutiert wird immer, was es mit einer Ehe macht, wenn aus der Ehe eine Familie wird. Gestern habe ich es gewagt, einen Kollegen ins Frauenhespräch einzubinden und er meinte "Frauen verändern sich sehr, wenn Kinder kommen." Es folgte Ausführungen darüber in welchem Ausmaß sie es täten. (Es macht also auch etwas mit nem Mann, wenn Frau Mutter wird) Ich glaube mittlerweile, dass viele Männer heillos überfordert sind, wenn Kinder da sind. (Die männlichen Leser mögen mir hier verzeihen) Oft tragen Männer dann ihre eigene Erziehung, die sie mehr oder minder "genossen" haben in die nächste Generation. Ich denke bei psychischer Gewalt (Abwertung/Drohung und Co.) muss spätestens Beratung her. Manchmal soll es ja helfen, zwei Berater (am besten männl. und weibl.) im Boot bei dem Setting zu haben. Man kann niemanden ändern. Nur die Weise wie man selbst gegen so etwas gefeit ist, was der andere an den Tag legt. Männer stellen sich da oft nicht infrage. Steht allerdings die Ehe auf dem Spiel, kann es anders laufen. Manche fangen dann an zu fühlen, dass ihr Verhalten nicht angemessen ist. Und bemühen sich dann. Drei Kinder sind viel. Ich erziehe drei alleine. Arbeite Vollzeit. Und sehe, dass es gehen kann. Bleibe nicht in der passiven Opferhaltung. Es gibt immer einen Weg. Wenn zwei ihn finden wollen. Das alleine ist die Voraussetzung. (Buchtipp: "Liebe Dich selbst. Und es ist egal wen Du heiratest")
Alles Gute und liebe Grüße
 
  • #9
Hallo,

ich finde das eine Trennung immer der 2. Schritt vor dem 1. ist. Generell bin ich der Meinung, dass hier dringend Gesprächsbedarf angesagt ist und im besten Fall mit einem Mediator. Und ganz egal wie auch immer der Weg weiter geht. Viellleicht schafft ihr es, falls die Trennung unvermeidlich ist, mithilfe dieser Gespräche beide Verantwortung für die Kinder zu übernehmen. Denn die können nichts dafür.

Versuche deinen Mann offen zu einem Paargespräch zu überzeugen. Aber versuche offen mit der Situation und mit allen damit zusammen hängenden Entscheidungen umzugehen.

LG und viel Glück
 
  • #10
Die Veränderung, die du an deinem Mann bemerkst, zeigt mE deutlich, dass auch er immer unzufriedener in eurer Situation wird. Das ist wohl der einzige Ansatzpunkt, mit dem du ein Gespräch zu ihm suchen kannst. Mit dem Ziel, euch gemeinsam in eine Paartherapie zu begeben. Denn alleine werdet ihr eure Krise kaum bewältigen.
Dabei würde ich es eher sanft (als mit der Pistole) bei ihm versuchen. Machst du zu großen Druck, kann es passieren, dass er deine Warnung, dich zu trennen, aufgreift.

Überlege dir vorher (vielleicht zusammen mit einem guten Freund bzw. einer guten Freundin, die von Außen auf euch schaut) genau, wie du euer gemeinsames Leben siehst und was du daran ändern möchtest. Frag ihn nach seinen Wünschen und Vorstellungen an eine gemeinsame Zukunft. Sprich auch von den Zeiten, in denen es euch gut ging miteinander und halte ihm nicht nur die negativen Seiten vor.

Bevor ihr eure Familie mit einer Trennung schwer belastet, solltet ihr alles versuchen, wieder Freude miteinander zu haben. Geht vermutlich nur mit therapeutischer Hilfe.
 
  • #11
Liebe Laurina.
Du hast dringenden Handlungsgbedarf! So wie Du Deinen Mann beschreibst, wird es nicht besser, sondern schlimmer, und alles Unaufgearbeitete kommt hoch.
Und nur, weil er der Alleinverdiener ist, bist Du nicht der schwächere Teil . Ihr habt Euch auf diese Rollenverteilung geeinigt und Dein Mann muß im Falle einer Trennung, nicht nur für die Kinder, sondern auch für Dich Unterhalt bezahlen. Diesbezüglich kenne ich mich nicht besonders aus, da gibt es FS die da firmer sind, doch beraten lassen kannst Du Dich in jedem Fall einmal unverbindlich bei einem Fachanwalt für Familienrecht.
Ich würde ganz dringend Deinem Mann "die Pistole" auf die Brust setzen und mit ihm zu einer Mediation gehen, die im Falle einer Trennung äußerst hilfreich ist, damit nicht alles Porzellan zerschlagen wird, denn so wie es sich zu entwickeln scheint, wird der Zustand , nicht nur für Dich, sondern vor allem für Eure Kinder , unerträglich. Und sie gilt es besonders, vor einem zunehmend cholerischen und abwertenden Vater, zu schützen, damit sie keinen bleibenden Schaden zurückbehalten. Sei für sie die Mutter die sie nun brauchen.Und auch Du solltest Dir wichtig sein, willst Du so noch 40 Jahre weiterleben, mit einem Mann der Dich nicht mehr liebt? Das ist ein hoher Preis. Bist Du bereit ihn zu bezahlen? Alles Gute für Dich!
 
  • #12
Liebe Laurina,zunächst einmal mein aufrichtiges Mitgefühl für Deine Situation!
Eure Ehe ist zerrüttet,ihr seid beide hochgradig unglücklich ,was Dein Mann ja auch durch sein Verhalten deutlich zeigt ,er kann es nicht mehr kompensieren.Eine Paartherapie könnte zur Gestaltung einer vernünftigen Trennung sinnvoll sein.
Du bist hochgradig emotional und in allen anderen Dingen von ihm abhängig,es wird schwer.Vor allem mit 3Kindern.Hast Du denn anderweitig Unterstützung durch die Familie bzw würde Dein Mann seiner Verantwortung für die Kinder gerecht werden?
Im Rückblick nach 6Jahren Trennung würde ich heute vlt auch in Erwägung ziehen,ein funktionierendes Familienleben aufrecht zu erhalten .Dies könnte aber nur funktionieren,wenn beide Partner sich darauf einigen könnten,die fehlenden Anteile (Zärtlichkeit und sexuelle Bedürfnisse etc...) ggf anderweitig leben zu dürfen.Respektvolles Wegsehen und ein hohes Maß an Toleranz könnten dann die ohne Frage existente Geborgenheit/Sicherheit eines solchen Familienkonstruktes aufrecht erhalten.
Dem Anderen sein Leben lassen ,ihn nicht überfordern ,aber da müssten beide mitziehen ,auch was die Aufgaben betrifft.
Bei mir hat die emotionale Ablösung sehr lange gedauert,heute weiß ich,dass wir ohne einander besser dran sind,hatten wohl doch viele schöne gemeinsame Jahre.
Und ich habe allein kein schlechteres Leben.
Am Ende ist das alles nicht mehr wichtig,plane auch nicht zu weit voraus ,ich bin beispielsweise in der Situation,dass ich so schwer erkrankt bin,dass ich mit meinen 44Jahren bald Abschied nehmen muss,meinen jüngeren Sohn werde ich nicht schaffen,erwachsen zu erleben.
Und dennoch nutze ich meine Zeit,genieße die Tage,Abschiede gehören zum Leben,
ich wünsche Dir viel Kraft!
 
  • #13
Wir sind ein eingespieltes Team zur Familienversorgung, mehr nicht.
Das seid ihr nicht. Ein Vater, der seine Kinder abwertet, richtet einen fast nicht mehr wieder gutzumachenden Schaden an der hilflosen Kinderseele an.
Das mußt du sofort beenden, das ist deine Verantwortung.
Natürlich kannst du wieder arbeiten, so ein Blödsinn, mach dich doch nicht so klein.
Jetzt sammle deine Kräfte - auf jeder Ebene, emotional, finanziell, rechtlich, informiere dich, und dann führe schrittweise die Trennung durch.
 
  • #14
Er ist destruktiv, macht keine Lösungsvorschläge, sondern läßt seinen Frust ab. Du bist konstruktiv, suchst Lösungen. Daher bist du auf lange Sicht in der besseren Ausgangssituation.
Die älteren Kinder müssten an der Schwelle zur Pubertät stehen, oder bereits in der Pubertät sein. Das wird ihn vollkommen überfordern.
Mit Deiner konstruktiven Einstellung kannst DU es aber schaffen. Und Deine Kinder werden es Dir danken, wenn Du ihnen ein Umfeld bietest, in dem eventuell das Geld knapper ist, aber ein liebevoller Umgang herrscht.
(Ich weiß, wovon ich spreche, denn es ist mir vor 15 Jahren genauso ergangen wie Dir gerade. Ich war nie Fan von "arm aber glücklich", habe eine schwere Zeit als Alleinerziehende durchlebt, bin aber daraus gestärkt hervorgegangen und auch wirtschaftlich wieder auf die Füße gekommen. Meine Kinder, heute beide über 25, sind starke und gefestigte Persönlichkeiten geworden).
Gib ihm die Chance, konstruktiv Lösungen zu suchen, und wenn er das verweigert, solltest Du gehen, deiner selbst und der Kinder wegen.
Alles Gute :)
 
  • #15
Vielen Dank für eure Ratschläge und Meinungen.


Natürlich ist mir schon damals vor elf Jahren bewusst geworden, dass etwas Grundsätzliches in meiner Ehe nicht stimmt, wenn mein Mann sich trennen möchte. Aber irgendwie habe ich immer wieder gehofft, dass diese Probleme der Tatsache geschuldet sind, dass wir Eltern geworden sind, und dass alles besser wird. Ich glaube an die Ehe, und daran, dass das gegebene Versprechen auch für schlechte Tage gilt. Für meinen Mann waren es damals eben schlechte Tage, er hatte eine Krise, nicht ich. Wir waren vor unserer Ehe schon fünf Jahre zusammen, und da gab es einen Zeitpunkt, wo ich Angst hatte, ob es mit uns auf Dauer klappen könnte. Er hat damals so sehr um mich gekämpft, dass ich mir sicher war, diese Liebe kann so schnell nichts erschüttern …


Das dritte Kind war ein großer gemeinsamer Wunsch; mein Mann betont immer wieder, wie richtig er diese Entscheidung findet. Ich glaube, er verdrängt, dass ich unglücklich bin, obwohl ich es ihm immer wieder versucht habe zu sagen. Er stellt auch seinen abwertenden Umgang mit den Kindern nicht infrage. Das ist sicher seinem Elternhaus geschuldet, da wurde auch nie diskutiert.


Ich habe darüber nachgedacht, mich zu informieren, wie ich im Trennungsfall dastehe. Allerdings weiß ich nicht, wie ich ohne Wissen meines Mannes einen Anwalt konsultieren kann bzw. wie ich den bezahlen soll. Selbstverständlich wäre ich bereit, auch einen Hilfsjob anzunehmen; im Moment denke ich über eine Weiterbildung zur Altenpflegehilfe nach. Für meine Kinder würde ich alles tun. Aber ich bin unsicher, ob eine Trennung wirklich das Beste ist. Ich habe Angst, dass sie mich dann hassen, denn ich denke nicht, dass ihnen bewusst ist, dass man als Vater auch anders mit seinen Kindern umgehen kann. Sie kennen es ja nur so.


Dann wieder habe ich Momente, wo ich denke, ich bewerte das alles über. Wir haben doch auch schöne Momente zusammen. Oder ist das wieder nur Selbstbetrug?
 
  • #16
Zu den anderen Fragen:


Mein Mann hat keine andere; er lässt sich körperlich im Moment eher gehen und investiert extrem viel Zeit in sein Hobby (Fotografie). Ich bin sicher, er ist auch unglücklich, aber wenn er mich nicht an sich ranlässt, kommen wir beide nicht weiter … Das ist das, was ich nicht verstehe: warum will er nicht versuchen, was zu ändern? Wir können doch beide nur gewinnen.


Meine Familie kann und will ich zu diesem Zeitpunkt nicht einweihen; meine Eltern haben derzeit genug Sorgen wegen meiner Schwester, wenn ich jetzt auch noch mit Problemen ankomme, würde sie das psychisch völlig überfordern. Eine wirklich „beste Freundin“, mit der ich das alles bereden kann, gibt es nicht. Bei unserer Krise damals haben die meisten befremdet und hilflos reagiert. Ich stehe im Augenblick ziemlich allein da.
 
  • #18
Hallo Laurina, habe in meiner langen Ehe ähnliche Dinge erlebt wie du - dies Gefühl, *eigentlich* ein eingespieltes Team zu sein (habe zwei Kinder), hatte mich zeitweise beruflich auch sehr zurück genommen, der Familie wegen, wobei es mir allerdings immer wichtig war, trotzdem beruflich weiterzukommen. Aber trotz meines großen familiären Engagements lief es nicht wirklich rund bei uns (obwohl ich mir das gern auch mal einredete), und zwar vor allem auch aufgrund dieser Abwertungen der Kinder. Klar, er war gestresst und so. Und er war nicht immer so. Teils sehr witzig, liebevoll, humorvoll. Habe immer Verständnis dafür aufgebracht, dass er genervt ist, zumal er im Beruf unzufrieden war. Dann mit ihm geredet, diskutiert, argumentiert. Gewartet, gehofft, dass ers ändert, was weiß ich. Bei uns kam allerdings erschwerend noch ein Alkoholproblem hinzu - das ist bei euch offenbar schon mal nicht der Fall. Aber es hat hier schon einige Threads gegeben, wo es erst später deutlich wurde, dass es eines gibt, so wie es manchen Partnerinnen auch erst sehr langsam dämmert, vor allem wenn es ein "nur Bier" Kandidat ist, der regelmäßig zur Arbeit geht. Es gab bei uns auch eine tiefe Krise, wo wir dann selbst dran gedocktort haben, aber es war dann bald alles beim Alten.

Ich finde, dass das bei dir so klingt, als ob ganz dringender Habdlungsbedarf besteht - allein der Kinder wegen. Dass du aber gleichzeitig auch Zeit und Anleitung brauchst, dir genau klar zu werden, was bei euch genau nicht läuft, und du musst wissen, was für Optionen du finanziell hast, musst wissen, wie du deinen Partner konfrontierst, wie du mit seinen Reaktionen umgehst. Das ist ein Riesenbatzen an Aufgaben, und es ist noch niemandem ein Zacken aus der Krone gefallen, sich dafür Hilfe zu holen. Ich würde in dieser Situation da aber keine Paartherapie vorschlagen (es geht ja auch um Aggressionen den Kindern gegenüber!), sondern ich würde für mich selbst Hilfe holen, damit du den Grad der Verstrickung erst einmal siehst und deine Möglichkeiten kennen lernst. Eventuell musst du die Kraft, dich zu trennen, erst entwickeln. In deiner Lage zahlt die Krankenkasse übrigens eine Therapie, du musst da vor dem Finanziellen keine Bange haben. Für uns hier im Forum ist es leicht zu sagen mach dies oder das, aber du bist es ja, die das durchziehen muss. Und genau dabei hilft dir eine Therapeutin: Dir erst mal klar werden was ist, was du ändern kannst und wie und was genau nicht.
 
  • #19
Da du sicher auch den Eindruck hast, dass er die Situation selber nicht auflöst, würde ich mir an deiner Stelle die Zeit nehmen mich wieder ins Leben, besonders ins Berufsleben zurückzuboxen. Überhaupt würde ich ihm schwer Grenzen setzen, wenn er sich so aufführt. Das macht er alles weil er chronisch unzufrieden ist mit seinem Leben und dich sicher in der Tasche hat. Deine Kinder werden später jeden beneiden der einfach so normal leben kann und immer gut drauf ist weil er solchen Dreck wie dein Mann ihn selbstherrlich austeilt nicht erdulden mussten. Später, wenn du nicht mehr dran denkst und den Typ pflegen sollst, weil du den Absprung "der Kinder zuliebe" und in Wahrheit weil du kein Geld hast, verpasst hast und die Hilfe deiner Kinder gerne hättest wirst es dir auf die Füße fallen. Dann bist du die, die weggeguckt hat. Weggeguckt insofern, als das du nicht gehandelt hast. Bis der Aggressor ins Sichtfeld gelangt dauert es sicher auch nicht so lange. Es ist wirklich oft so schlimm wie "frei" es beschreibt. Man kann zwar lernen drumherum und zu leben, aber so richtig ideal wird es nie. Mach den Absprung nach und nach und hau mal auf den Putz. Die Frage an ihn warum jemand noch ein drittes Kind wollte wenn er mit zwei und der Ehe schon genug Erfahrung hatte muss mal erlaubt sein. Auch warum er sich überfordert sieht wenn er alles selber so wollte. Midlifcrisis? Bitte auf 15 Jahre später verschieben. Ich will nicht schwarz malen, aber das er so frech aufdreht kann auch heißen dass er sich Alternativen geschaffen hat und dich im Grunde aus dem Haus treiben will, dir aber die Verantwortung (die ist ja gegangen, ich hab immer alles gezahlt bla bla) zuschieben will. Glücklich ist er bestimmt nicht, aber mir drängt sich trotzdem der Verdacht auf, dass es ihm noch zu wohl ist und der Esel deswegen aufs Eis geht. Mit dem eingespielt sehe ich das wie Lily, wenn er die Zeit mit den Kindern nutzt um sie psychisch zu misshandeln ist das nicht eingespielt sondern miserabel. Man kann immer mehr als man meint. Und du wie du dich hier beschreibst ganz sicher. Schaff dir nach und nach eine Basis. Such dir Rat bei anderen die es geschafft haben, Selten ist das alles ja leider auch heute noch nicht. Manchmal glaube ich es hat sich auch 71 Jahre nach den verdrehten "Kriegstrauma Eltern" Macken kaum was verändert. Ich dachte genau sowas das wäre für die Generationen nach mir vorbei. Falsch gedacht. Man muss auch hart gegen die Macken handeln. w49
 
  • #20
P. S. Noch zu deiner Frage: wie bekomme ich ihn dazu, Beratung anzunehmen: Vielleicht ist es zu früh für dich, das nachzuvollziehen, aber behalte das mal im Hinterkopf: Für mich ist sie ein Anzeichen dafür, dass du grundsätzlich diejenige bist, die sich einen Kopf macht und sich gleichzeitig den Schuh dafür anzieht, wenn er sich schlecht benimmt ("was kann ich dafür tun, damit er sich ändert"). Du nimmst ihm damit die Verantwortung für sein Handeln ab und kreist damit nur so um ihn. Guck nicht so darauf, wie du ihn zu etwas bewegen kannst, sondern darauf, wie du dich selbst frei machst. Damit meine ich nicht, dass du dich gleich äußerlich trennen sollst, sondern innerlich. Du kannst nämlich viel an der Situation ändern auch erst einmal ohne ihn, indem du dich selbst beraten lässt.

P. P. S. Wie so oft, möchte ich den Post von @frei unterstützen. Ich hatte auch so eine Kindheit. Ich vermute du auch, sonst hättest du so eine Ehe nicht aushalten können. Ich wollte so eine Kindheit für meine nicht. Und trotzdem bin ich für sie in so etwas hineingeschlittert. Ich habe Selbstwertprobleme (kann es ebenfalls kaum glauben, wenn mich jemand mag einfach so). Und bei meinen Kindern ist es leider leider ähnlich, obwohl ich sie so liebe wie sie sind! Aber seit ich mich therapieren lasse, kann ich viel für meine Kinder in dieser Hinsicht tun. Auch wenn sie schon 18 und 20 sind. Guten Mut dir!!!
 
  • #21
Ich habe Angst, dass sie mich dann hassen, denn ich denke nicht, dass ihnen bewusst ist, dass man als Vater auch anders mit seinen Kindern umgehen kann. Sie kennen es ja nur so.
Eine merkwürdige Logik hast du da.
Glaube mir, sie merken, was passiert. Die psychischen Schäden werden sie als Erwachsene dann austragen müssen.
Du hast doch hoffentlich nicht vor, ihnen eine mögliche Trennung so zu erklären, daß er sie schlecht behandelt? Eine Trennung ist ausschliesslich deine Sache, und wenn deine Kinder auch nur irgendwie auf die Idee kommen, daß es mit ihnen zu tun hat, dann werden sie auch noch von dir geschädigt, weil sie dann die Schuld auf sich nehmen, wie alle Kinder, denen eine Trennung nicht einfühlsam erklärt wurde.
 
  • #22
Dann wieder habe ich Momente, wo ich denke, ich bewerte das alles über. Wir haben doch auch schöne Momente zusammen. Oder ist das wieder nur Selbstbetrug?
Schwer zu sagen. Die Frage ist eben, was überwiegt.
Hättet ihr nur schlechte Momente, wärst du ja schon lang weg, oder?
Aber in erster Linie gehts darum, die Kinder zu schützen. Wenn er da so uneinsichtig ist, ist das natürlich ein furchtbares Drama.
Bitte schreite jedesmal ein, wenn er das tut, weise ihn zurecht, und bestärke dein Kind positiv.
 
  • #23
Du brauchst nichts überstürzen. Traurig wenn du schreibst, die Kinder kennen es ja nur so.
Du kannst dir einen Beratungstermin bei ProFamilia geben lassen.
Der kostet nichts. Die können dir vielleicht auch sagen, wie du an eine Rechtsberatung kommst. Wichtig ist, dass du dìr Unterstützung holst.
 
  • #24
Ich habe darüber nachgedacht, mich zu informieren, wie ich im Trennungsfall dastehe. Allerdings weiß ich nicht, wie ich ohne Wissen meines Mannes einen Anwalt konsultieren kann bzw. wie ich den bezahlen soll. Selbstverständlich wäre ich bereit, auch einen Hilfsjob anzunehmen; im Moment denke ich über eine Weiterbildung zur Altenpflegehilfe nach.
Na eine Erstberatung kostet 180-200€ und kann zur Not auch in Raten abbezahlt werden. Dein Mann muss davon nichts erfahren.
Hast Du kein eigenes Geld? Oder ein bisschen Erspartes?
Weiterbildung zur Altenpflege?
Was war denn früher dein Beruf? Was hast Du für eine Ausbildung? Also nichts für ungut, aber Altenpflege ist ja nun nicht unbedingt ein Beruf, mit dem man 3 Kinder durchbringen kann, dazu auch noch körperlich sehr anstrengend.
Du bist gerade unzufrieden mit allem:
Wie wäre es, wenn du deinem Mann sagst, dass du wieder arbeiten möchtest - dann ist er mehr zuhause eingespannt und du kommst mal raus aus dem Alltagstrott und merkst, dass es auch ein anderes Leben gibt. Vielleicht steigst du auch ein wenig im Ansehen deines Mannes, wenn DU morgens busy aus dem Haus gehst. Im Moment bist du sehr im Muttermodus und meinst, dass ohne deinen Mann gar nichts läuft - das stimmt nur teilweise.
Ansonsten würde ich das Gespräch mit Deinem Mann suchen: Geht mal zusammen ohne die Kinder aus und dann rede mit ihm.
Frag ihn, ob er glücklich ist oder ob es Dinge gibt, die er gerne anders hätte.
Lass ihn erst mal rauskommen aus seinem Schneckenhaus. Und dann fang an irgendwas zu ändern... ein Schritt zurück Richtung Beruf wäre ein Anfang - Altenpflege würde ich aber nicht machen - zu wenig Geld und zu viel Arbeit. Du hast ja zuhause noch genug zu tun.
 
  • #25
Liebe FS,

hast du vielleicht schon einmal daran gedacht, dass die Gefühle deines Mannes auf der Strecke blieben, weil er dich als Mutter nicht mehr sexuell attraktiv finden kann?
Vielleicht ist ihm das selber nicht bewußt und er ist ein Gefangener seiner Gefühle. Das ist reine Spekulation, aber ein Aspekt, der öfters zum Tragen kommt, als man denkt. Wahrscheinlich hat sich bei ihm inzwischen alles derart verkappselt, dass ihr ohne Hilfe nicht auskommt. Vielleicht sehr gewagt, aber ich würde ihn, ohne Vorwurf, direkt auf das Thema ansprechen. Das dritte Kind war von ihm gewollt, vielleicht noch einmal ein Anlauf von ihm, in der Hoffnung, dass sich seine Gefühle für dich ändern würden? Ich wünsche dir alles Liebe!
 
  • #26
Liebe FS,
erstmal tut mir deine Situation sehr leid. Wenn eine Ehe in einer Krise ist, ist das sehr schlimm und schmerzhaft.
Ich vermisse allerdings bei dir den Blick auf dich selbst und deine eigenen Anteile an dieser Krise. Du hast nur erzählt, was dein Mann alles falsch macht und ändern soll aber nicht will, allerdings wird es sicher auch viele Dinge geben, die bei dir liegen und wo du gefordert bist etwas zu verändern.
Ein Fehler von dir liegt definitiv darin, dass du nicht arbeitest. Dafür gibt es keinen Grund, deine Kinder sind alt genug, dass du mindestens eine Teilzeittätigkeit annehmen könntest. Ich weiß dass es nach einer Auszeit wegen der Kinder nicht immer leicht ist, wieder ins Berufsleben zurückzukommen, aber da muss man sich halt mal bemühen.
Dein Mann hat damals um dich gekämpft, du tust das jetzt nicht, sondern gibst ihm alle Schuld, er soll sich ändern und was tun. Dabei tut er doch schon viel, er ist der Alleinversorger eurer Familie und trägt die finanzielle Verantwortung alleine.
Ich sehe sehr gute Ansätze dafür, dass ihr diese Krise meistern könnt. Dein Mann wollte das dritte Kind und steht auch immer noch hinter diesem Wunsch. Er geht nicht fremd, sondern kompensiert seinen Frust mit einem interessanten Hobby. Vielleicht hofft er darauf, dass du endlich aus deiner abhängigen Position herauskommst, vielleicht meckerst du auch wirklich zu viel. Du hast geschrieben, dass er sich im Moment körperlich eher gehen lässt, wie ist es bei dir, bist du in guter Form? Wenn das sexuelle Interesse eines Mannes nachlässt, hat das oft einfach ästhetische Gründe.
Eine Paartherapie könnte euch helfen, allerdings nur, wenn du dort nicht mit der Erwartung hingehst, dass der Therapeut deinem Mann dort endlich nahebringen soll, was er alles falsch macht und ändern soll, sondern wenn auch du bei dir hinschauen willst.
Wirf deine Familie nicht einfach weg, dazu ist bei euch noch zuviel Gutes!
 
M

Meeresrauschen

  • #27
rate auch zur Konsultation einer Paarberatung. Ihr seid so lange zusammen und solltet versuchen, an der Beziehung zu arbeiten. Dein Mann muss etwas tun, wenn er die Ehe fortführen will. Er hat dieselbe Verantwortung zu tragen wie du. Krisen nicht aufarbeiten zu wollen und dann seinen Frust an den Kindern auszulassen ist ein Nogo! Das kannst du ihm auch so sagen.
Und du solltest dir unbedingt Arbeit suchen oder eine Weiterbildung machen!
 
  • #28
Ich habe Angst, dass sie mich dann hassen, denn ich denke nicht, dass ihnen bewusst ist, dass man als Vater auch anders mit seinen Kindern umgehen kann. Sie kennen es ja nur so.
Das hatte ich zuerst überlesen, bis es wieder in einem Zitat auftauchte, sorry! Dieses Gefühl kenne ich genau. Aber wie ich inzwischen gelernt habe, entstammt es aus einer tiefen, tiefen Selbstunsicherheit. Es bedeutet, dass du dir der Liebe deiner Kinder überhaupt nicht sicher bist. Und das obwohl du doch die Hauptbezugsperson für deine Kinder bist! Überlege mal, du bist die Mutter. Die MUTTER! Auch noch den ganzen Tag zuhause! Da musst du dir aber arg was leisten, bei deinen Kindern, dass sie dich abgrundtief hassen können. Denkst du wirklich, sie wollen nichts mehr von dir, wenn du dich trennst? Das halte ich für hochgradig unwahrscheinlich.

Ich habe mich ja getrennt. Und rate mal, was passiert ist. Meine Beziehung zu meinen Kindern hat sich dadurch (nicht nur dadurch) drastisch verbessert! Du trennst dich, wenn du dich trennst, von dem Mann. Nicht von den Kindern, und das kapieren sie.

Ob sie nicht trotzdem einen Mutterhass entwickelt haben, lässt sich aus der Ferne nicht sagen. Es ist nicht unwahrscheinlich, denn du hast sie ja in der Vergangenheit nicht wirklich vor den Entwertungen beschützen können. Bitte lies dies nicht als Vorwurf. Du konntest es nicht, sonst hättest du es getan, davon gehe ich aus. Du kannst aber noganz viel richten. Mit Anleitung! Gelingt mir auch! Mit meinem Sohn ist es schon richtig klasse, weil er hälftig noch bei mir wohnt und wir viel Kontakt haben. Mit meiner Tochter, die bereits studiert, ist es schwerer, wir haben eben weniger Kontakt, und außerdem ist das Mutter-Tochter-Verhältnis eine besondere Kiste. Aber ich bin dran und das ist was zählt!

Hab vor dem Finanziellen nicht so eine Angst. Ich mache eine Analyse, zahlt die Krankenkasse. Eine zusätzliche Stunde, die von der Kasse nicht getragen wird, zahle ich selbst, aber kann ich. Wenn du es nicht kannst, Zusätzliches aber notwendig erscheint: der Therapeut kommt einem entgegen. War bei mir kurzfristig auch so.
 
  • #29
Dann wieder habe ich Momente, wo ich denke, ich bewerte das alles über. Wir haben doch auch schöne Momente zusammen. Oder ist das wieder nur Selbstbetrug?
Auch das kenne ich so und die traurige Wahrheit ist : du bewertest nichts über, und wenn du jetzt nicht aktiv wirst, wird alles nur noch schlimmer. Für dich und insbesondere auch die Kinder.

Noch zum Finanziellen falls du dich trennen willst. Dein Mann zahlt je nach seinen Möglichkeiten Trennungsunterhalt für dich, Unterhalt für die Kinder und nach der Scheidung auch noch Unterhalt für dich, wenn du eine Ausbildung machst (weil du vielleicht keine hast oder in deinem Beruf der Zug definitiv abgefahren ist). Altenpflege ist doch okay, oder Erzieherin? Wird gesucht und du bringst ne Menge Erfahrung mit. Vielleicht verlierst du die vertraute Umgebung. Muss vielleicht nicht sein. Aber bei so viel unbekannten Faktoren kann man dir eigentlich nichts anderes raten, als professionelle Hilfe anzunehmen, auch bei der Entscheidung gehen oder bleiben, oder du gehst unter. Wir können dir hier aber beiseite stehen, bis du jemanden hast!!
 
L

Lisachen

  • #30
Deine Geschichte macht mich sehr traurig. Ich denke, dass dein Mann unzufrieden mit seinem Leben ist und macht unbewusst dich und die Kinder dafür verantwortlich. Früher konnte ich die Unzufriedenheit der verheirateten Männer nicht verstehen aber jetzt habe ich mehr Verständnis. Die Ehe und Familie ist zwar sehr schön aber viele Menschen sind Single und haben jedes Wochenende nur Spaß, hier ein Konzert und dort ein Theaterbesuch, ständig im Restaurant und drei Mal Urlaub im Jahr und am Montag wird darüber auf der Arbeit geredet. Ich weiß nicht wie oft ich von anderen schönen Singels und Kinderlosen bei der Arbeit gefragt worden was ich am Wochenenden gemacht habe und ich nichts heißes zu berichten hatte......Als Eltern verbringst Du deine Wochenenden mit deinen Kindern auf den Spielplätzen und Freizeitparks, am Klettergerüst und Jump-in Hallen und all deines Geldes musst du sparen, es bleibt kein Geld mehr für dich selbst, absolut gar nichts mehr.....
Ich würde an deiner Stelle erst mir einen Job suchen. Das würde dir und auch der Familienkasse gut tun und würde dein Selbstwertgefühl steigern und wird hoffentlich ihm auch das Gefühl geben, dass du auch finanziell mitziehst. Es gibt überall und so viele Minijob-Angebote und viele Frauen arbeiten Vormittags, wenn die Kids in der Schule und Kindergarten sind und es gibt nun auch mal Ganztags Kindergärten und Ganztagsschulen. Versuch für dich unabhängig von ihm eine Zukunftsperspektive zu schaffen. Ich meine 400 Euro mehr im Monat ist doch ein Anfang. Mach etwas für dich und die Kinder. Das jüngste Kind ist doch 4-5 Jahre alt und bestimmt schon im Kindergarten. Such dir einen Job. Eins muss du dir klar machen. Wenn du dich trennst, müsst du alles alleine schaffen. Niemand wird dir helfen, natürlich werden alle Mitleid haben, hier und da wirst du ein motivierendes Wort zu hören bekommen aber du wirst allein sein und mit drei Kindern und eine nicht vorhandene Arbeitsstelle wird es seeehr schwierig sein. Such dir erst einen Job und vielleicht beginnt für dich eine neue Zeit, wer weiß, was morgen passiert. Ich wünsche dir Erfolg und drücke dir fest die Daumen und Kopf hoch, alles wird gut :).