• #1

Bleiben oder gehen

Sehr geehrtes Forum,
ich brauche die objektive Meinung anderer.
Ich bin seit einem halben Jahr in einer Beziehung, der Mann kommt aus "guten Haus" und war beruflich sehr erfolgreich.
Vor 2,5 Jahren hatte er einen Burnout und findet seitdem nicht mehr zurück ins Berufsleben und nebenbei sucht er den Sinn in seinem Leben.
Man muss anmerken, seine Familie ist sehr Status- und Erfolgsorientiert, seine Familie akzeptiert mich nicht, sie sind der Meinung ich bin nicht gut genug (habe nicht studiert)
Im Großen und Ganzen hält er zu mir. Er möchte sich persönlich weiterentwickeln, anderseits steht doch noch das Wertesystem der Familie im Weg.
Wir als Paar sind glücklich, wir können stundenlang reden, lachen viel, haben die gleichen Interessen und Hobbies.
Wir sahen fast jedes Wochenende und einmal unter der Woche.
Seit ca. 3 Wochen sind wir etwas auf Abstand, eben weil es ihm nicht gut geht.
Sehen uns einmal am Wochenende und ab und an unter der Woche, das ist zwar kein Dauerzustand, aber ich habe damit jetzt kein Problem damit.
Es ist so, dass er aufgrund der permanenten beruflichen Absagen sehr unglücklich und zermürbt ist, er bewirbt sich für jede passende Stelle.
Hier sind auch Stellen dabei, die im Ausland oder in seiner Heimat (Iran) sind, bei der letzteren Ausschreibung wurde auch verlangt, dass der Wohnraum dorthin verlegt wird.
Er war heuer zwei Wochen dort und hat versucht beruflich Fuß zu fassen, was ihm nicht gelungen ist, bei seiner Rückkehr hat er kein gutes Wort verloren über die Menschen und deren Kultur.
Es bedrückt mich, dass er ohne mit der Wimpern zu zucken den Wohnraum verlegen würde und anderseits ärgere ich mich, weil er es mir anders verkaufen möchte (Fernbeziehung, pendeln, er würde nur dort arbeiten, nicht dort leben) und er muss es versuchen.
Ich denke er weiß das er scheitern würde, aber vor der Familie und Freunden als pendelnder erfolgreicher Business-Typ dastehen, das scheint wichtiger.
Er meint ich soll das locker sehen, weil er es nicht fix ist, dass er die Stelle bekommt, das weiß ich schon, aber mir behagt es nicht, zu wissen, dass er hier alles stehen und liegen lassen würde und es fühlt sich an, wie in einer Warteschleife.
Ich stehe voll im Berufsleben, habe ein Kind, Freunde und Hobbies, was ich möchte ist eine schöne Beziehung, wo man sich nahe ist, aber nicht ständig aufeinanderhockt, aber ich möchte mich auf meinen Partner verlassen können.
Ich danke fürs "Zuhören" und ich bin gespannt auf andere Meinungen.
Danke!
 
  • #2
Es wundert mich schon, dass er nach einem Burn-Out in den gleichen Job wieder zurück will. (habe ich das richtig geschlossen?). Burn-Out ist schliesslich auch eine Sinnfrage, oft landet man dann ganz wo anders als vorher.
Ob seine Erwartungshaltung von der Familie geprägt ist, er sich nie davon lösen kann, was auch immer, ist eigentlich irrelevant. Wichtig ist nur, welche Auswirkung es auf dich hat.
Es klingt mit ein bisschen so, als ob du ihn ändern willst, oder auf eine Änderung in deinem Sinne hoffst. Dafür gibts nie eine Garantie.
Aber solange die Beziehung gut läuft seh ich keinen Grund davonzurennen und jetzt schon zu beenden. Das kannst du ja spätestens bei seiner Übersiedlung ins Ausland immer noch tun.
 
  • #3
Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich würde ihm das genauso sagen, wie du es hier geschrieben hast.
Ich würde ihm sagen, dass ich erwarte, dass er sich hier/ Ortsnah/ Deutschland bewirbt, sonst stelle ich die Beziehung in Frage.
Es kommt aber auch darauf an, wie lange ihr zusammen seid und welche Zukunftspläne ihr habt.
Ich würde mich auch ggf. nicht mehr auf ihn konzentrieren und mich mit anderen Männern treffen.
 
  • #4
seine Familie akzeptiert mich nicht, sie sind der Meinung ich bin nicht gut genug (habe nicht studiert)
Ihr seid erst ein paar Monate zusammen. Wie äußert sich das "nicht akzeptieren" denn? Ist es vielleicht doch nur ein Vorbehalt nach dem Motto, "mal sehen, wie lange sie bleibt".
Ich komme selber aus einer Akademikerfamilie und dieser war es im Grunde nicht wichtig, dass unsere Partnerinnen studiert haben sollten.

Eine vernünftige sprachliche Ausdrucksweise (im Falle meiner Scwägerinnen) war natürlich dabei auch hilfreich.
 
  • #5
Ich bin seit einem halben Jahr in einer Beziehung...
Vor 2,5 Jahren hatte er einen Burnout und findet seitdem nicht mehr zurück ins Berufsleben...
seine Familie akzeptiert mich nicht...
Im Großen und Ganzen hält er zu mir.
Wir sahen fast jedes Wochenende und einmal unter der Woche.
Seit ca. 3 Wochen sind wir etwas auf Abstand, eben weil es ihm nicht gut geht.

Es bedrückt mich, dass er ohne mit der Wimpern zu zucken den Wohnraum verlegen würde und anderseits ärgere ich mich, weil er es mir anders verkaufen möchte.

Ich stehe voll im Berufsleben, habe ein Kind, Freunde und Hobbies, was ich möchte ist eine schöne Beziehung.
Ich bin skeptisch. Ich würde mich eher distanzieren.

Du hast ein Kind und einen Beruf. Such dir einen Mann, der dein Leben erleichtert und schöner macht. Du hast keine Energie für einen hilfsbedürftigen unschlüssigen Mann. Du brauchst kein 2. Kind, dass du finanzierst, motivierst und erziehst zum "richtigen Wertesystem"

Ich habe oben die Aspekte zusammen gesucht, die für mich ausschlaggebend sind... Noch nicht lange zusammen... Er hat große psychische Probleme, ist nicht lebenswichtig. Warum sollte sich das plötzlich ändern? Er soll erstmal sein Leben auf die Reihe kriegen.
 
  • #6
Alles voller Widersprüche!

Erstens ein Typ aus guten Hause mit jeder Menge Beziehungen findet wieder einen Job, gerade im öffentlichen Dienst (Beamtenstatusgedöns) oder in der Wirtschaft hat er sehr gute Karten, wenn seine Familie vermögend sein sollte gibt es niemals Probleme beim Wiedereinsteig in den Beruf - lächerlich.

Das haben nur Otto-Normal-Verbraucher ohne "bestimmte" Kontakte.

Zweitens: Er sieht Dich, wenn überhaupt als Trostfrau aufgrund seiner momentan miesen Arbeitssituation, Du scheinst eine gute Zuhörerin zu sein und gibts ihm mentalen Halt, den scheint er in der "guten" Familie nicht zu finden, aber sonst hat er alles was er braucht. Sofern er wieder beruflich und anderweitig Fuss gefasst hat wird er Dich fallenlassen, Sorry, die Familie hat recht, sie will keine Schwiegertochter ohne Studium aber mit Kind - für solche Leute ein NOGO und er wird am Ende seiner Familie die Treue halten, Dir nicht.

Mach das beste daraus, aber irgendwelche Zukunftschancen sehe ich nicht für Dich.
 
  • #7
Hier sind auch Stellen dabei, die im Ausland oder in seiner Heimat (Iran) sind, bei der letzteren Ausschreibung wurde auch verlangt, dass der Wohnraum dorthin verlegt wird.
Er war heuer zwei Wochen dort und hat versucht beruflich Fuß zu fassen, was ihm nicht gelungen ist, bei seiner Rückkehr hat er kein gutes Wort verloren über die Menschen und deren Kultur.
Warum bist nicht in den Iran mitgefahren ? Das ist doch aktuell mega interessant dort nach dem Ende der Sanktionen.

Klar daß Iraner über die Regierung schimpfen, aber daß ein Iraner über den Iran und die Leute schimpft bringt mich ins Zweifeln. Nur: Ist er hier daheim oder dort ? Oder kann er seine Sprachkenntnisse gerade jetzt im Zeitpunkt des Endes der Sanktionen nutzen, um sich im Iran selbständig zu machen - schließlich kann er gut Deutsch, was ist mit den Handelsbeziehungen ? Eine Anfrage an die deutsche Außenhandelskammer in Teheran hilft da sicher weiter

Das Problem ist doch was ER will: Dich will er nicht wirklich, von seinen Eltern trennen will er sich nicht wirklich, im job will er das Problem nicht wirklich angehen und ob er hier oder dort leben will - weiß er das ?

Im Iran ist alles spottbillig und daß er es nicht packt, etwas Geld mitzunehmen und ein paar Monate dort sich selbständig zu machen zeigt irgendwie, daß er den burn out nicht wirklich überwunden hat. Oder es liegt daran, daß er sich von seinen Eltern nicht abnabeln will - oder beides.

Was ist mit der Frage was er will und was er sich zutraut ? Daran hakts wohl. Bislang saß er immer im durch seine Eltern gemachten Nest.
 
  • #8
Es wär interessant, wie alt Ihr seid.

Ich habe beruflich mit gebildeten Frauen aus dem Kulturkreis zu tun, die mir die dortige Sicht der Dinge erläutert haben.

Gehe davon aus, dass die Eltern ihm eine 'Gespielin' erlauben, in Sachen Ehefrau aber das letzte Wort haben werden. Und darauf wird er hören.

Die Rolle der Familie, der Eltern, ist in der Kultur dort eine ganz andere, als bei uns. Er wird sich sicher nicht 'abnabeln'.
Es geht nicht nur darum, ob du studiert hast, sondern, dass du bereits ein Kind hast (nicht verheiratet warst/geschieden bist) und das du nicht aus dem Kulturkreis stammst.
Du kommst als Ehefrau nicht in Frage.

Das Wertesystem seiner Familie steht ihm nicht -noch- im Weg, es ist seines, er wird es nicht über Bord werfen, weil das einer Loslösung von seiner Familie gleich käme.

Du hast auch noch nicht verinnerlicht, dass die Rolle der Frau in dem Kulturkreis eine andere ist - sie ist es, die den Entscheidungen des Mannes folgt, er fragt sie nicht unbedingt vorher.

Was du dir wünscht/erwartest, ist eine Beziehung mit gleichen Rechten, auf Augenhöhe, wie sie selbst in unserem Kulturkreis noch nicht immer selbstverständlich ist - viel weniger in der Kultur deines derzeitigen Freundes.
 
G

Ga_ui

  • #9
Ehrlich? Wäre kein Mann für mich, mit dem ich in irgendeiner Weise zusammenkommen würde.
Ich habe sehr tolerante, offene Eltern, die nie wagen würden, ein Wort gegen meinen Partner zu erheben, kann daher nicht nachvollziehen, wie andere Eltern reden. Sowas gibt es in meiner Welt irgendwie gar nicht und wenn ich mit solchen Eltern je zu tun hatte, dann waren die Söhnchen genauso verklemmt und sind schnell auf Abstand gegangen, weil sie selber gemerkt haben, sie sind in ihrem ganzen Wesen und Familienkonstrukt überhaupt nicht mein Level.

Die Prägung der Erziehung prägt ganz stark die Kinder und die Erwachsene, zu denen sie werden. Er wird 100 % irgendwo genauso intolerant und verklemmt in manchen Sachen, erst schleichend, später immer mehr. Burn-out ist ein Hinweis dafür, dass er es nicht auf die Reihe kriegt, zu verstehen, dass alles was er im Leben tut, NUR für sich tut und nicht, um irgendjemand zu beeindrucken. Wer sich diesen Druckt macht, der wird krank.

Er hat null Selbstbewusstsein, wenn er sich so in sein Leben hineinmanipulieren lässt und vor allen gut dastehen will. Den Druck den er sich macht, ruiniert ihn und er lebt nur für die anderen. Arme Wurst! Es benötigt viel Therapie und Persönlichkeitstraining, um aus diesem Teufelskreis rauszukommen. Hoffnungslos sehe ich es nicht, er muss halt noch tiefer auf die Nase fallen, noch mehr manipuliert werden, bis er merkt, Sinn des Leben ist es nicht, Businessmann zu werden, um den Geschmack der Masse zu befriedigen. Er muss auch lernen, sich von seinen Eltern und schlechten Freunde abzunabeln, usw. Das ist viel Arbeit, du kannst ihm dabei nicht helfen.
 
  • #10
Er sieht Dich, wenn überhaupt als Trostfrau aufgrund seiner momentan miesen Arbeitssituation, Du scheinst eine gute Zuhörerin zu sein und gibts ihm mentalen Halt, den scheint er in der "guten" Familie nicht zu finden, aber sonst hat er alles was er braucht. Sofern er wieder beruflich und anderweitig Fuss gefasst hat wird er Dich fallenlassen, Sorry, die Familie hat recht, sie will keine Schwiegertochter ohne Studium aber mit Kind - für solche Leute ein NOGO und er wird am Ende seiner Familie die Treue halten, Dir nicht.
Ich habe überlegt, wie ich es formulieren soll, denn es würde sehr hart klingen. Genauso hat es aber Herakles schon geschrieben. Ich finde zwar nicht, dass die Schwiegerfamilie recht hat, denn sie sind borniert und dumm. Aber Dein Freund handelt überhaupt nicht so, als sei er auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Der Burnout wäre eine Chance gewesen, nicht mehr so zu leben, aber er versucht es ja wieder, weil er nicht begriffen hat, dass Karriere für Selbstwertgefühl und eine Beziehung unwichtig ist. Für die Familienehre aber schon, und die ist ihm wichtiger als die Beziehung, und seinen Selbstwert bezieht er daraus, ob diese Leute ihn anerkennen oder nicht.

Er hätte eine Beziehung mit einer erfolgreichen Akademikerin gar nicht ertragen können, weil er selber auch diesen unintelligenten Rangquatsch im Kopf hat, dass Akademiker was Besseres seien, und sich minderwertig neben einer Frau! gefühlt hätte (das auch noch, Frauen sind ja weniger wert als Männer in bestimmten Kulturkreisen und vielleicht ist er auch so geprägt).
Wie das mit einem Kind aus erster Beziehung ist, weiß ich nicht, aber ich glaube wie Herakles, dass dies ebenfalls ein absolutes NoGo ist.

Ich denke, das wichtigste ist für ihn, nicht emotional verstoßen zu werden von der Familie. Dh. er muss die Vorgaben erfüllen und will das auch. Wie er sich verhalten wird, wenn er wieder beruflich erfolgreich ist, weiß ich nicht genau, aber ich denke, er wird sich dann eine Frau suchen, die besser zu ihm passt im Sinne des Familiendiktats, damit er wieder voll "mitspielen" bei den Erfolgreichen seiner Familie.
 
  • #11
Es wundert mich schon, dass er nach einem Burn-Out in den gleichen Job wieder zurück will. (habe ich das richtig geschlossen?). Burn-Out ist schliesslich auch eine Sinnfrage,
ja Du hast richtig geschlossen - ich kann das auch nicht nachvollziehen, dort weitermachen, was einen fertig gemacht hat.

Es klingt mit ein bisschen so, als ob du ihn ändern willst, oder auf eine Änderung in deinem Sinne hoffst.
Ich möchte ihn nicht ändern, ich würde einen Kompromiss eingehen, ich komme mit dem Gefühl nicht klar, dass er so handeln würde, wahrscheinlich, weil ich anders handeln würde.
Ich würde ihn das auch "machen lassen" weil ich denke, er würde es nicht schaffen im Iran (ich weiß es ist nicht nett)
Aber die anschließende Niederlage und Schmach vor Freunden das ist auch nicht fein für ihn.

Wie äußert sich das "nicht akzeptieren" denn? Ist es vielleicht doch nur ein Vorbehalt nach dem Motto, "mal sehen, wie lange sie bleibt".
Es äußert sich dadurch - dass ich - wenn wir alle zusammenkommen und beginne etwas zu erzählen, wird das ignoriert. Auch der Vorbehalt ist da, er hat noch nie mit einer Frau zusammengewohnt und vor seinem Burn-Out recht oft gewechselt. Jetzt ist es so, dass wir Beide es ernsthaft versuchen wollen und nicht bei der ersten Diskrepanz davonlaufen, wie bisher.
 
  • #12
Alles voller Widersprüche!

Erstens ein Typ aus guten Hause mit jeder Menge Beziehungen findet wieder einen Job

Das haben nur Otto-Normal-Verbraucher ohne "bestimmte" Kontakte.

Zweitens: Er sieht Dich, wenn überhaupt als Trostfrau aufgrund seiner momentan miesen Arbeitssituation, Du scheinst eine gute Zuhörerin zu sein und gibts ihm mentalen Halt, den scheint er in der "guten" Familie nicht zu finden, aber sonst hat er alles was er braucht. Sofern er wieder beruflich und anderweitig Fuss gefasst hat wird er Dich fallenlassen
Stimmt er ist sehr enttäuscht von seinem "Netzwerk", dass es ihm eigentlich nichts bringt.
Stimmt auch, ich bin sein Halt, das sagt er öfters.

Ich bin mir eben nicht sicher, ob ich die "Trostfrau" bin, so fühlt es sich nicht an, wenn wir zusammen sind. Die Frauen die seine Familie für ihn möchte, die will er nicht und wollte er nie.

Und gerade das ich meine Befürchtung, dass er mich "fallenlässt" wenn er einen Job irgendwo bekommt, an eine andere Frau denke ich da nicht, nur arbeitstechnisch. Oder eher weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll mit dem Wissen, ich könnte jeden Tag verlassen werden, sobald sich beruflich ein Hauch von einer Chance auftut.
 
  • #13
Ich stehe voll im Berufsleben, habe ein Kind, Freunde und Hobbies, was ich möchte ist eine schöne Beziehung, wo man sich nahe ist, aber nicht ständig aufeinanderhockt, aber ich möchte mich auf meinen Partner verlassen können.
Na also. Dann sollte ER sich der Situation von @Unsicher anpassen.

Ein Paar lebte und arbeitete in München. Die Frau(25) mußte wegen der Karriere nach Düsseldorf ziehen. Er gab seinen Job auf, und zog zu ihr. Obwohl er in Düsseldorf keinen Job in seinem Beruf fand, und dann als Taxifahrer jobbte.

Man sollte sich von Zwängen frei machen, und sein eigenes Leben leben. Lieber arm und glücklich, als "erfolgreich" aber k.o.

Als Frau im Iran leben ? Auweia ! Unbedingt sich vorher informieren !
anderseits ärgere ich mich, weil er es mir anders verkaufen möchte (Fernbeziehung, pendeln, er würde nur dort arbeiten, nicht dort leben)
Das funktioniert meistens nicht. Er wird sich dort ärgern, dass er alleine lebt. Und so mühsam, die FS zu besuchen. Dann wird er sich lieber eine andere Frau vor Ort suchen, die er jeden Tag oder mit weit weniger Aufwand treffen kann.

Wie gesagt: Lebt Euer eigenes Leben ! Nach euren Möglichkeiten, Vorstellungen und Maßstäben. Nicht nach der von anderen Leuten.
 
  • #14
Liebe FS,

aus eigener Erfahrung kann ich Dir empfehlen:

Drucke dir Beitrag Nr. 7 aus und häng ihn dir an deinen Badezimmerspiegel! Dort steht alles was Du wissen musst!

Alles andere ist nur vorgeschoben und unsinniges Gelaber. Dir wird auf 's charmanteste das Blaue vom Himmel runtergelogen und bei der ersten sich ihm bietenden Gelegenheit bist Du ein Nichts. Ein Niemand. Unwichtig wie ein Loch im Kopf. Du bist für ihn nur eine von der Familie geduldete und völlig unwichtige Sexgespielin. Und auch nur übergangsweise ...

Und solltest Du dieses "Arrangement" auf eigenen Wunsch beenden wollen darfst Du Dich auch auf einiges gefasst machen. Er bestimmt wann es zu Ende ist, nicht Du. Du hast gar nichts zu melden.

Schütze Dich und Dein Kind!
 
  • #15
mit dem Wissen, ich könnte jeden Tag verlassen werden, sobald sich beruflich ein Hauch von einer Chance auftut.
Das ist ein furchtbares Gefühl auf dem Schleudersitz zu sitzen und die Bedienung hat ein anderer in der Hand!

Wie viel leidest du schon? Ist die Grenze erreicht?
Es geht erst ein halbes Jahr und willst jetzt wissen, ob du dich richtig auf ihn einlassen sollst?
Ich finde, er muss erst seine berufliche Situation klären. Die Situation mit seiner Familie kann ich nicht einschätzen. Das kommt auch darauf an, wie sehr er hier integriert ist, d.h. ob er einen eigenen Freundeskreis ausserhalb dem Einfluss der Familie hat.

Du hast ein Kind und dafür musst du sorgen. Du brauchst deine Arbeit und deinen Freundeskreis, ein bisschen Stabilität um dich herum. Jemand, der nach dem Sinn des Lebens sucht und eine Arbeit sucht und dessen Familie auch noch Schwierigkeiten macht, bringt da wenig Harmonie. Die Harmonie brauchst du aber, sonst hältst du nicht durch.

Versuche lieber, das Ganze erstmal lockerer zu sehen und stürze dich nicht mit allen Gefühlen hinein. 6 Monate sind noch nicht lange, eigentlich zu wenig, um Ernsthaftes zu planen, wenn doch kein stabiles Gerüst da ist.
 
  • #16
Ich bin mir eben nicht sicher, ob ich die "Trostfrau" bin, so fühlt es sich nicht an, wenn wir zusammen sind.
Das glaube ich Dir sofort. So, wie Du es beschrieben hast, gebt ihr euch auch viel.
Aber die Frage ist, wie er denkt. Ich würde sehr genau darauf achten, wie marionettig er sich durch seine Familie beeinflusst verhält. Wenn es schon vorher Probleme damit gab, dass die ihm eine Frau aussuchen wollten und er die Frauen aber nicht wollte, wird er schon wissen, mit wem er gefühlsbezüglich glücklich ist. Das wäre der Grund, warum ich jetzt denke, dass er zu Dir stehen würde, auch wenn ich es mir sehr schwer vorstelle, mit solchen Menschen wie in seiner Familie auf Familienfeiern zu sein.
Allerdings sehe ich es kritisch, wenn es darum geht, dass Du dort hinzugehen hast, wo er seine Karriere fortsetzen kann. Weil ich vermute, dass er so partriarchisch denkt, dass er das von Dir erwartet oder Du bist der Grund, warum er seine Berufsehre und Mannesehre nicht mehr herstellen kann.

Ich finde es bedenklich, dass Du in Deiner Situation darauf hoffen "musst", dass es nicht klappt, was er beruflich versucht. Ich kenne das, dass man dann sabotiert wird vom Partner. Zwar anders als bei Dir, weil es bei mir in erster Linie ums Kleinhalten ging und aber auch den gemeinsamen Wohnort, trotzdem schleicht sich bei euch sowas in die Beziehung, dass Du Dich gerade dann freust, wenn er eine Niederlage einsteckt. Das ist Gift für eine Beziehung.
 
  • #17
Du stehst voll im Berufsleben, hast dein Leben im Griff, er nicht. Seit 2,5 Jahren sucht er eine Stelle und bekommt keine. Kannst du nicht nachvollziehen, wie zermürbend dies für ihn ist? Und dann noch der Druck und Erwartungen seiner eigenen Familie? Denkst du wirklich, er soll Angebote ausschlagen und warten (bis in alle Ewigkeit), bis er vielleicht einmal ein Stellenangebot in deiner Umgebung erhält? Je länger er arbeitslos bleibt, desto schwieriger wird es für ihn sein, überhaupt eine Stelle zu bekommen. Ich würde deinem Freund anraten, sich erstmals von allem zu befreien, auch von dir. Du unterstützt ihn nicht wirklich, du forderst, möchtest dass er in dein Schema passt, im Grunde nicht anderst als seine Familie.