• #1

Bin ich eine Beziehungsverweigererin?

hallo,
ich bin etwas irritiert: ich (w,31) bin vor 6 jahren ins Ausland gezogen um endlich meinen Traum vom Medizinstudium zu verwirklichen. Kurz nach meinem Umzug lernte ich dann dort einen Mann kennen, der sich praktisch sofort in mich verliebte. U.a. folgte er mir und meinen Freundinnen mit seinen Freunden auf eine Ski-Party und stand mit Ring und Gitarre an der Tür meines Hotelzimmers. Es war natürlich als süßer Spaß gemeint, dennoch war es prägnant für sein Interesse. Wir entwickelten über Monate und Jahre eine Freundschaft. Er wollte immer mehr, ich konnte nicht. Damals hatte ich das Gefühl, ihn nicht richtig riechen zu können. Ich konnte ihn einfach nicht küssen, mochte aber seine Nähe, etc. es war recht einseitig und auch wenn ich wie die böse Hexe jetzt klingen mag, unsere Freundschaft war sehr intensiv und ich habe ihm auch nie etwas vorgemacht. Alle dachten wir seien zusammen. Es lag an mir.

Es ging jahrelang so und irgendwann traf er sie. Ich mochte sie nie, bemühte mich aber. Sie hasste mich von Anfang an. Zu der Zeit dachte ich auch zum ersten mal daran, dass ich evtl. doch mehr für ihn empfinde. Ich grätschte aber nie dazwischen, ließ ihn gehen, er heiratete sie, bekam ein kind und brach den Kontakt zu mir ab.

Die Männer, die ich dann hatte, waren immer emotional unerreichbar für mich. Ich litt sehr viel. Vor einem Jahr fiel ich eine leichte Depression und begann mein Leben zu reflektieren. Mein Studium war sehr anspruchsvoll und manchmal glaubte ich, dass ich mir diese komischen Konstellationen unbewusst gesucht habe, um mich auf meinen Traum fokussieren zu können.

Nun wird das Studium abgeschlossen in einigen Monaten. Vor ca. einem Jahr traf ich dann in Dtl. einen Mann, bei dem alles von Anfang an super war. Ich verspürte von Anfang an eine körperliche Anziehung zu ihm, er ist sehr lieb, ist verrückt nach mir, meint es sehr ernst und insgesamt verstehen wir uns sehr gut. Die jetzige Grenzschließung ist der Grund, warum wir uns seit 2 Monaten nicht gesehen haben, aber wir hören uns tgl. mehrfach. Nach meinem Studium plane ich zurück zu gehen nach Deutschland und dann kann auch unser Leben starten. Das einzige Problem ist wieder diese Unsicherheit: ist er es? Ich habe Schwierigkeiten auszusprechen, dass ich in einer Beziehung bin. Ich sagte ihm das auch. Er sagt, dass ihm das jetzt erstmal keine Sorgen bereitet, da ich ihm zeige, dass ich ihn sehr mag und er jetzt ohne Stempel erstmal sehr gut leben kann.

Gestern traf ich zufällig den Typ von früher: er wirkte kühl, aber freundlich. Ich weiß nicht, aber irgendetwas traf mich. Mir standen die Tränen im Gesicht. Ich denke jetzt, hätte ich damals ihm doch eine Chance geben sollen.
Ich bin so verwirrt. Ich denke, dass ich ein passiver Beziehungsverweigerer bin und unbewusst Männer, die mir alles bieten wollen, sabotiere. Der Typ von früher ist evtl. jetzt auch nur wieder interessant, weil er mich nicht will.

Ich habe Angst meine jetzige Beziehung zu sabotieren.

Danke
 
  • #2
Klingt für mich nach Angst vor Nähe.

Du verliebst dich in unerreichbare Typen bei denen du keine Angst haben musst, dass sie dir zu nahe kommen könnten und andererseits kannst du dich auf Männer nicht wirklich einlassen, die dir nah sein wollen.

Ich empfehle dir hierzu mal das Buch "Jein" von Stefanie Stahl.
Vielleicht kann auch eine Therapie helfen, die Ursachen liegen oft in der Kindheit.
 
  • #3
Kann sein, dass das so ist wie du selbst analysierst.

Die Ursache für solche Probleme liegt meist in der Kindheit. Vielleicht war die Beziehung zu einem Elternteil übergriffig eng, dass man Angst hat sich in einer Beziehung selbst zu verlieren oder die Beziehung zu einem Elternteil war so unverbindlich, dass man Verlustängste auf jede andere Beziehung projiziert und deswegen Beziehung generell vermeidet.

Ich selbst durfte mir schon von einer weinenden Frau anhören, dass sie Angst hat sich in einer Beziehung aufzulösen. Sie konnte mich auch nicht riechen, hat aber immer wieder Kontakt gesucht.

Als Beziehung hat sie unverbindliche Männer mit wenig Zeit bevorzugt und war immer wieder aufs neue überrascht, dass diese auch aufgrund ihrer parallelen Liebschaften wenig Zeit hatten und in Not nicht verfügbar waren.

Mit Trickserei habe ich sie dann kurzfristig "übernommen" und erntete Drama.

So ein Drama baust du auch gerade in dem du jetzt dein Interesse an dem den du nicht riechen konntest entdeckst und den anderen beiseite schiebst.

Keiner von Beiden ist der richtige solange du nicht nachhaltig mit deiner Fehlkonditionierung als Kind aufgeräumt hast.
 
  • #4
Das scheint eine Einstellungsfrage Deinerseits zu sein. Den Mann von früher würde ich vergessen, er hat nicht "richtig gerochen". Das ist ja ein Fakt und nicht irgendwas, das Du an den Haaren herbeigezogen hast, um diese Beziehung zu vermeiden.

Worauf wartest Du bei einem Mann? Also muss es in Dir ein Feuerwerk geben oder sowas? Sind Dir Männer, die Dich mögen, zu unkompliziert und profan, kein Drama, kein Herzschmerz und dergleichen, also daher auch keine Tiefe in Deiner Gefühlswelt mit möglichem Belohnungseffekt, wenn Du erreichen würdest, was Du willst? Bei "Unerreichbaren", also Männern, die Dich nicht wollen, siehst Du nie, wie profan DIE sind. Du kannst Dir vielmehr vorstellen, wie wundervoll es sein würde mit so einem und musst keine Ernüchterung ertragen.

Bei Deinem Partner siehst Du: SO wird es sein, da kommt nichts mehr an Magie oder Tiefe. Du musst Dir überlegen, ob das überhaupt schön für Dich ist, so einen netten und umsorgenden Partner zu haben und damit festgelegt zu sein für die Zukunft auf ein dramenloses Leben ohne Belohnungeffekte. Das ist so wie ... Hunger und Appetit haben und sich alles mögliche an Leckerem vorstellen mit Gaumenkitzel und Geschmacksexplosion, dann ein Essen bekommen, dass gut und solide schmeckt, und nun satt sein zu sollen, aber irgendwas fehlt und sollte noch kommen, wobei man aber weiß, da passiert nichts mehr.

Wenn nicht, machst Du eben Schluss. Aber ich denke, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass Du auf was wartest und weder weißt, was es ist, noch, ob es eintreten wird. Und dass Du mit dem Ernstwerden dieser Beziehung vor Dir selbst sagst "mehr kann nicht kommen, das hier muss mich glücklich machen".

Gestern traf ich zufällig den Typ von früher: er wirkte kühl, aber freundlich. Ich weiß nicht, aber irgendetwas traf mich. Mir standen die Tränen im Gesicht. Ich denke jetzt, hätte ich damals ihm doch eine Chance geben sollen.
Hm. Kann es sein, dass Du ihn beneidest, sein Glück gefunden zu haben und sich dessen sicher zu sein? Oder zumindest so wirkt? Er zweifelte ja nicht daran, diese neue Beziehung richtig zu finden und Dich nicht mehr zu wollen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #5
Danke liebe Joggerin,

ja ich denke auch, dass es das ist, aber wie kommt man aus diesem Teufelskreis raus? Einsicht ist einerseits auch mit Sicherheit der Beginn einer Besserung, gleichzeitig ist es aber auch so frustrierend. Man weiß, wo die eigenen Gedankenverzerrungen liegen, man sieht sie und trotzdem sind diese komischen Gefühle da. Es ist, als würde ich mich am liebsten einmal selbst schütteln wollen.

Mein Freund ist sehr rational und stark in seinem Charakter. Ich merke schon, dass mir das eine gewisse Sicherheit bietet. Ganz am Anfang gab es ein-zwei Momente, in denen ich seiner nicht ganz sicher war. Sofort spürte ich wieder dieses Kribbeln. Ich dachte immer, DAS sei das Gefühl von Verliebtsein. Mittlerweile denke ich, das ist das kranke Gefühl von "nicht haben können".

Ich bin auch froh, dass ich überhaupt schon so weit gekommen bin mit ihm. Ich hatte schon seit über 7 Jahren keine bedeutende Beziehung mehr. Und ich will doch gern dieses große Paket mit Liebe, Kindern und Freundschaft. Er ist ein toller Mann und ich will ihn nicht einfach so ziehen lassen, weil ich vor Nähe flüchte.

Ich habe auch schon über Therapie nachgedacht. Es ist wirklich so schwer, wenn man in diesem Teufelskreis sitzt, auszubrechen und zu sagen: Schluss jetzt, du bist angekommen.
 
  • #6
Eine interessante Geschichte. Ich denke, dass wir alle solche Gefühle in uns haben. In gewissen Maße ist es auch normal. Wir betrachten und vergleichen die Situationen und Gelegenheiten in Relation zueinander und es gibt sehr oft nichts absolut Gutes oder absolut Schlechtes. Aber warum tut man sich das an und warum ist etwas nur begehrenswert wenn es nicht (mehr) da ist?
Warum bleiben die Menschen in Partnerschaften, die keinen Sinn machen und warum sind viele nicht in der Lage etwas auszusprechen. Ist es unsere Bestimmung oder die Unfähigkeit unser Leben gut zu gestalten? Ist es fehlender Mut oder ist es die Angst, die uns hemmt? Sind die aggressive und dominante Mütter schuld? Was ist wenn es wieder so endet wie immer? Ich kann dich so gut verstehen und im Grunde zählt nur eins. Solange ich mich nicht wirklich in tiefe meines Herzens auf etwas wahres einlasse, kann keiner mich kriegen und verletzen. Ich glaube, es ist letztendlich eine Art Selbstschutz bzw. mangelndes Selbstwertgefühl.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #7
Ich denke, das alles stimmt, was ihr sagt...

Meine Eltern haben eine sehr glückliche Ehe, mein Vater hat allerdings sich immer schwer damit getan, wenn ich einen Freund hatte. Wir kommen aus Südeuropa und die familiären Bindungen sind sehr eng. Ich will bestimmt Papa gefallen und "verliere" ihn gefühlt ein Stück, wenn ich mich komplett auf meinen Mann einlasse. Aber das ist hier alles Hausfrauen-Diagnostik.

Ich habe vorhin versucht mir vorzustellen, wie es wäre, wenn der alte Typ an der Tür klingeln würde. Würde ich ihn meinem jetzigen Partner vorziehen, wenns real wäre? Die Antwort ist glaube ich nein. Es ist eher der Blick in die Vergangenheit mit der Vorstellung, die so NIE stattgefunden hat und auch nie so stattfinden kann, weil die Zeit eben vorbei ist. Er ist auch nicht mehr der gleiche Mensch wie damals. Diese Traumvorstellung, die sich so viel süßer anfühlt als die Realität...

Es ist so krank. Ich habe auch letztes Jahr eine Therapie angefangen wegen eines anderen Themas. Ich musste es leider unterbrechen aus Zeitmangel und danach gings mir so gut, dass ich nicht mehr hin bin. Ich muss aber sagen, so gut ich es fand, die Erkenntnis habe ich. Ich brauche eher echte Strategien für den Alltag.
 
  • #8
Wenn man jemand nicht riechen kann, soll das bedeuten, er habe ein sehr ähnliches Immunsystem zu einem selbst. Gemeinsame Kinder wären deshalb aus einem zu ähnlichen Genpool, zu nah an der Inzucht gewissermaßen, weshalb es die Natur so eingerichtet hat, gegen diese Personen eine olfaktorische Abneigung zu empfinden. Habe ich mal gelesen. Ich weiß nicht was dran ist. Ich hatte auch einmal was mit einer Frau, die ich sehr mochte, aber wortwörtlich nicht riechen konnte.

Das ist die falsche Frage. Denn keiner ist es. Es sind nicht zwei Personen füreinander bestimmt. Stelle Dir einmal vor, dem wäre so, welchen grotesken Unmöglichkeiten dann die Fortpflanzung unterläge. Ich antworte auf die Frage nach dem Richigen meist spöttisch, er lebe in Buenos Aires im fünften Bezirk, dritter Stock rechts.

Ich denke, Du musst lernen, Dich erstmal spielerisch tastend auf Männer einzulassen und nicht zuviel hineinzugeheimnissen à la "der Richtige", Beziehung, Mann fürs Leben. Habe erst einmal Affären, mache Erfahrungen. Man wirft nicht gleich alles in die Waagschale, wenn man sich sein Leben nicht versauen will.
 
  • #9
Liebe Butterfly
Für mich klingst du wie eine ziemlich normale Frau, die sich ungern auf überschwängliche Versprechungen und dramatische Liebeserklärungen einlässt. Kann ich nachvollziehen, finde ich eher ein Zeichen geistiger Gesundheit. Das hat für mich nichts mit Beziehungsverweigerung zu tun, sondern damit, dass du vielleicht tief drinnen weisst, wie oft sich das als Schall und Rauch entpuppt. Ich vermute, du würdest die Dinge gerne langsamer aufbauen.
Den ersten Mann wolltest du nicht, weil du ihn nicht attraktiv fandest (nicht riechen konntest), trotz seiner oberkitschigen Gesten. Und ja, ein bisschen neidisch auf sein Leben magst du sein oder etwas nostalgisch auf die Zeit, als du begehrt wurdest. Und das macht dich traurig, aber das ist ja nichts Ungewöhnliches.
Bei dem anderen Mann ist es doch auch nachvollziehbar, dass du noch nicht weiss, ob er "es" ist. Woher solltest du auch? Ihr habt keinen gemeinsamen Alltag, da ihr woanders wohnt, habt euch jetzt zwei Monate nicht sehen können. Da kann man noch nicht wissen, was die Zukunft bringt und es ist verständlich, dass man sich ein wenig emotioanl voneinander entfernt in solchen Zeiten.
Die Männer, die ich dann hatte, waren immer emotional unerreichbar für mich.
Vielleicht geht es einfach darum, eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz zu finden. Wenn jemand emotional unerreichbar ist, ist das zwar nicht gut. Aber ich verstehe dich so, dass dich total überschwängliches, romantisches Gesülze und ganz verbindliche Zukunftspläne vielleicht auch nicht anmachen, sondern abschrecken.
Mein Rat wäre, entspann' dich doch erst einmal. Warte, bis die Grenze wieder offen ist, triff den Mann, schau wie's dir mit ihm geht.
Ich will bestimmt Papa gefallen und "verliere" ihn gefühlt ein Stück, wenn ich mich komplett auf meinen Mann einlasse.
Für mich klingst du ziemlich selbständig - du hast jahrelang im Ausland gelebt und deine Studienträume verwirklicht, übst einen anspruchsvollen Beruf aus. Das passt für mich nicht zu dem Bild der abhängigen Tochter, die bis in ihre Dreissiger Jahre Single bleibt, um den Papa nicht zu verlieren und ihm zu gefallen. Dies mal so am Rande.
 
  • #10
Ich verliebe mich auch immer in unerreichbare Männer oder verliere das Interesse, wenn es Anzeichen gibt, dass meine Gefühle erwidert werden. Ich fühle mich schon von der bloßen Vorstellung, dass mich ein Mann attraktiv findet, unter Druck gesetzt. Es bringt auch nichts, mir vor Augen zu halten, dass ein paar Treffen mich zu nichts verpflichten. Spätestens nach dem 3. Date empfinde ich den Kontakt als derart belastend, dass ich den Mann einfach nur noch los werden will.

Ich muss aber auch sagen, dass ich es noch NIE bereut habe, einem Mann eine Absage erteilt zu haben. Im Rückblick war keiner meiner "Interessenten" ein geeigneter Beziehungskandidat. Ich habe da im Nachhinein noch Dinge mitbekommen/begriffen, bei denen mir die Haare zu Berge standen. Und so frage ich mich, ob ich wirklich "gestört" bin oder vielmehr ungewöhnlich gute Selbstschutzmechanismen habe. Normal wäre es, in meinem Alter ein paar "Katastrophenbeziehungen" mit übergriffigen, verkorksten oder schlichtweg inkompatiblen Männern mitgenommen zu haben - aber wäre es auch besser?

Er wollte immer mehr, ich konnte nicht. Damals hatte ich das Gefühl, ihn nicht richtig riechen zu können. Ich konnte ihn einfach nicht küssen, mochte aber seine Nähe
Hier ist die Sache doch ganz klar - es passte auf der körperlichen Ebene nicht. Und ich denke auch nicht, dass sich sowas ändert. Es gibt ja diese Theorie, dass ein "Nichtriechenkönnen" genetische Inkompatibilität signalisiert, und diese dürfte bei aller persönlichen Weiterentwicklung immer bestehen bleiben. Und gerade bei Kinderwunsch würde ich das NICHT ignorieren.

Mit dem aktuellen Mann scheint es auf der Ebene ja zu passen, und dennoch kommst du ins Grübeln. Könnte das evtl. auch mit der aktuellen Ausnahmesituation zu tun haben? Sich 2 Monate lang nicht sehen zu können, aktiviert vielleicht unbewusste Verlustängste, die sich als Zweifel an der Beziehung manifestieren. Wie lief es denn vor der Grenzschließung?

Ich hatte schon seit über 7 Jahren keine bedeutende Beziehung mehr.
Daraus schließe ich, dass du vor deinem 24. Lebensjahr durchaus Beziehungen hattest, die auch altersgerecht "ernst" bzw. "tief" waren. Das spricht in meinen Augen eher dagegen, dass ein grundsätzliches Problem mit der Beziehungsfähigkeit vorliegt; es sei denn, es gab in den letzten 7 Jahren Vorfälle, die dein Vertrauen in andere Menschen grundlegend erschüttert haben. Aber ich denke, das hättest du erwähnt. Du hast allerdings die letzten 6 Jahre im Ausland verbracht - mit einem Studium, dass dir vermutlich sehr viel abverlangt hat. Es könnte doch wirklich sein, dass du einfach in den letzten Jahren unbewusst eine feste Beziehung vermieden hast, weil du gespürt hast, dass dafür deine Kraft in dieser Lebensphase nicht reicht, und weil für dich auch klar war, dass du in dem Land keine Wurzeln schlagen willst.
 
  • #11
Und was bitte hält Dich ab endlich zu einem Fachberater zu gehen???

Wie viel Leid braucht es noch???

Es ist keine Schande heutzutage.

Es liegt an Dir, also lasse Dir helfen aus dieser Spirale.
 
  • #12
Du vergisst, dass egal wer an deiner Seite ist, du immer du selbst bleibst und nur du für dein Glück zuständig bist. Ich habe in jungen Jahren auch den Fehler gemacht, zu sehr einem Traum nachzuhängen bzw. dem Partner erfüllen zu wollen. Vielleicht tut dir der enge und vertrauensvolle Kontakt zu einem Pärchen gut, das schon sehr lange und glücklich zusammen ist. An deren entspannten, teils unromantischem, aber stets achtsamer Umgang kannst du erkennen, was Liebe ist. Darüber hinaus braucht es nur noch guten Sex und dass du den anderen gern spürst und riechst. Das schien ja bei dem ersten Mann nicht gegeben. Bei deinem jetzigen Freund überlege, ob du seine Nähe, Sex und Erotik mit ihm magst. Und ob du so entspannt wertschätzend mit ihm zusammensein kannst, wie das langjährige Pärchen.
 
  • #13
Du vergisst, dass egal wer an deiner Seite ist, du immer du selbst bleibst und nur du für dein Glück zuständig bist.
Das ist viel schwieriger und wichtiger, als sich das in diesem einen Satz so liest, aber genau das ist es. Wenn man sein Glück abhängig macht von einem anderen Menschen, wird man ein saugendes Objekt, man ist kein gestaltendes Subjekt im eigenen Leben. Klar, man will ihn auch glücklich machen und will dafür, dass er einen genauso einzigartig empfindet, wie man ihn. Aber das funktioniert so nicht.
Der Grundsatz sollte sein: Verliebe dich besser in dein eigenes Leben und dein eigenes Glück, dann brauchst du zum Strahlen nicht einen anderen und benutzt ihn nicht dafür. Verlieben kann man sich natürlich immer noch, aber es ist nicht dieses "den anderen zum Glücksbaustein" machen zu wollen und ohne ihn verloren zu sein.

Ich denke, das ist eine Sache des Fokusses. Fokussiert man sich, um glücklich zu sein, auf sich und was man im Leben haben will (und auch selbst gestalten kann. Wenn hier "diesen Mann" kommt, dann läuft das wieder anders als gemeint und falsch), oder fokussiert man sich auf das Leben eines anderen, wo man Baustein sein will zum Glück, weil man selbst ohne ihn als Baustein auch nicht glücklich sein kann.
 
  • #14
Liebe FS,
ich glaube nciht, dass Du eine Beziehungsverweigerin bist, sondern ein mensch, der sich das Leben selber beliebig kompliziert macht, weil er irgendeiner Idealvorstellung vom Leben hinterherrennt - Du hast eine vage Vorstellung, wie es sein muss und das machst Du dann irgendwann, irgendwie.

Bei Deinem Studium hat das geklappt, weil es dabei nur auf Dich und Deine Entscheidung ankommt und Du statische Bedingungen hast. Du hast den NC in Deutschland nicht geschafft. Nach Jahren des erfolglosen Wartens hast Du aufgegeben und den Weg über ein Auslandsstudium genommen. War anstrengend, weil ein paar Grundlagen fehlten die den NC in D ausmachen.
Somit waren Männer nicht so Dein Thema - das Studium war wichtiger.

Jetzt hast Du es fast geschafft und nun hast Du ein Bild von Family, Kindern - ein passender Mann muss dafür her. Nun wird es schwierig, denn es sind in Beziehungen keine statischen Bedingungen sondern zwei bewegliche Menschen beteiligt. Damit kommst Du in eine Risikozone, kannst Fehler machen und dieses Risiko scheust Du trotz Deines fortgeschrittenen Alters. Leben ohne Risiko geht aber nicht.

Die jetzige Grenzschließung ist der Grund, warum wir uns seit 2 Monaten nicht gesehen haben
Die Grenzschließung kann kein Grund mehr sein, weil sie für Paare aufgehoben wurde. Dein ""Partner" interessiert Dich so wenig, dass du noch nichtmal den aktuellen Stand recherchierst.
Darüber hinaus: es gab Berichte, über Paare, die sich allen Grenzschließungen zum Trotz getroffen haben - gemeinsames Picknick am Grenzzaun. Daraus folgt: es ist weder Dir noch ihm wichtig. Ihr folgt beide nur einem Lebenskonzept, nicht eurer Liebe.

Wir kommen aus Südeuropa und die familiären Bindungen sind sehr eng. Ich will bestimmt Papa gefallen und "verliere" ihn gefühlt ein Stück, wenn ich mich komplett auf meinen Mann einlasse. Aber das ist hier alles Hausfrauen-Diagnostik.
Aber eine wichtige. Ich halte diese "Hausfrauendiagnostiken" für Hirnf****. Das machen Menschen, die mit Bauchnabelbeschauung ganztäggig beschäftigt sind "was geht in mit vor, welche Regung in mir nehme ich war, wie kann ich mir Bedeutung geben", statt sich dem Leben zuzuwenden und auch mal einen Fehlversuch zu wagen.

Familiäre Bindung geht auch mit Partnerschaft - wenn es eine gesunde familiäre Bindung ist. Dann wünscht die Familie Dir das neue, zusätzliche Glück mit einem Partner.
Was immer bei dir und Deiner Familie vorliegt: Du solltest die Therapie neu starten und Dich den richtigen Themen zuwenden, statt Lebenhilfe für akute Probleme zu suchen, die man eigentlich selber lösen kann. Das braucht aber Mut und Risikobereitschaft.
 
  • #15
ihr seid alle sehr lieb, danke

ich kann mit meinem jetzigen Freund tatsächlich ganz entspannt über alles reden und mit ihm umgehen. Er ist auch an vielen Dingen interessiert wie ich, wir reden viel, lachen super viel. Ich kann 100% ich sein. Er ist der Rationalere von uns beiden, ich bin sehr sensibel. Aber es passt zwischenmenschlich. Die Entfernung jetzt macht mir gerade zu schaffen, aber ich weiß auch, dass diese Entfernung ein Ablaufdatum hat.

Ich denke nicht, dass ich mein Glück von anderen Menschen abhängig mache. Ich habe in den letzten Jahren nichts anderes gemacht als mich auf mein Leben zu fokussieren. Ich liebe meinen Beruf und kann mir nichts schöneres vorstellen, um mich selbst und meine Neigungen zu verwirklichen. Partnerschaft und die Idee davon kam dabei immer zu kurz. Es war einfach keine Priorität, ich merke aber schon, dass die Flucht in den Beruf und die Wissenschaft (und bei Medizinern geht das wirklich sehr gut) ist eben auch nur eine Facette des Lebens. Sport mache ich auch, also grundsätzlich bin ich gut ausgelastet.

Es sind eher diese grundsätzlichen Zweifel in meine eigenen Gefühle. Ich weiß gar nicht mehr, wie sich verliebt sein anfühlt. Ich merke, dass ich es in den letzten Jahren scheinbar immer mit dem Gefühl von Ablehnung bzw. Sehnsucht gleichgesetzt habe. Ich spüre negative Gefühle viel stärker als positive, eben weil solide Partner keine Hollywoodgeschichten bieten. Müssen sie auch nicht. Ich befürchte einfach, dass ich Gefühle verzerrt wahrnehme. Irgendwie macht mir das zu schaffen. Ich neige auch dazu Dinge zu zerdenken. Hätte ich den anderen Typen doch mehr geliebt?! Aber hätte hätte Fahrradkette...Therapeuten sind super, aber häufig helfen sie einem auch mehr in die eigene Erkenntnis und dann?! Deswegen finde ich euren Rat bzw. eure sehr bildliche Vorstellung davon, was denn Liebe ist, auch sehr schön und sehr hilfreich..
 
  • #16
Ich mag diese ganzen Schubladen und Laiendiagnosen wirklich nicht.
Darum von mir die pragmatische Erklärung:
Mann 1 - dir fehlt die Freundschaft zu ihm. Vielleicht kannst du das wieder aufbauen. Nicht so wie früher .... aber immerhin. Er war nicht der Lover für dich - das hat dir dein Körper signalisiert. Vertrau dir selbst.
Mann 2 - ja, damit tun sich Akademikerinnen sehr oft schwer : Probieren geht über Studieren. Klar geht die momentane Situation euch beiden auf den Geist. Aber es wird besser, die ersten Silberstreifen sind am Horizont zu sehen. Schliesse dein Studium ab und sieh dann weiter. Und danach weisst du dann, ob er "ES" war bzw ist.
Und dein Herr Papa wird schon wissen, dass es der Lauf der Dinge ist, dass du ihn irgendwann zum Opa machen könntest. Falls nicht hat er ja bald eine kompetente Medizinerin in der Familie und kann sich das erklären lassen ......
Vertrau dir selbst. Denn wenn du dir nicht vertrauen kannst - dann kann es auch kein anderer.
 
  • #17
normalerweise würde ich den Beitrag von Vikky überlesen, aber ich finde es erschreckend, wie das Leben von Unbekannten bewertet wird.

Du hast den NC in Deutschland nicht geschafft. Nach Jahren des erfolglosen Wartens hast Du aufgegeben und den Weg über ein Auslandsstudium genommen. War anstrengend, weil ein paar Grundlagen fehlten die den NC in D ausmachen.
Somit waren Männer nicht so Dein Thema - das Studium war wichtiger.
Das mit dem NC stimmt, allerdings habe ich vorher bereits ein naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen, ergo kann es nicht an den fehlenden Grundlagen gelegen haben. Das Medizinstudium ist zu 90% reine Fleißsache, anders als andere Studiengänge, bei denen Talent eine viel größere Rolle spielt.

Die Grenzschließung kann kein Grund mehr sein, weil sie für Paare aufgehoben wurde. Dein ""Partner" interessiert Dich so wenig, dass du noch nichtmal den aktuellen Stand recherchierst.
Die Grenzen in meinem Land öffnen zum 01.06.. Zwischen ihm und mir liegen ca. 1500km. Wie hätte das gehen sollen? Die Szenarien gelten für Paare in Grenzregionen. Ich konnte hier nicht weg. Er hätte in eine zweiwöchige Quarantäne gemusst BEVOR er überhaupt zu mir kann. Das geht mit einem normalen Job nicht. Er kommt ja Anfang Juni.

Bei den grundsätzlichen Sachen meiner Persönlichkeit (Perfektionst, will alles etc.) hast du durchaus Recht. Die nehme ich gerne an. Aber konkrete Lebensbewertungen werden im Internet gerne leichtfertig abgegeben. Gruselig.
 
  • #18
Ärgere dich nicht, ButterflyBee. Vikky schießt, obwohl sie deine Mutter sein könnte und ihre Lebenserfahrung sie schon einiges gelehrt haben müsste, mit ihrer sehr direkten und absoluten Art des Öfteren übers Ziel hinaus. Häufig trifft sie den Kern der Sache, aber nicht immer treffen ihre Aussagen ins Schwarze. Da hier über Lebenseinstellungen und Lebensweisen oft nur spekuliert werden kann, sollte man mit derartigen Thesen, die das Leben anderer Menschen betreffen, vorsichtiger sein. Und es sollte wirklich niemand so abgewatscht werden, der hier um Hilfe bittet. Ein respektvoller Umgangston ist die Grundlage jeglicher Kommunikation.
w/53
 
  • #19
Mal zurück zur Frage, ob du eine Beziehungsverweigerin bist.

Da könnte etwas dran sein. Du bist in einer "Fernbeziehung", bezeichnest dich als Perfektionistin.

Die gute Nachricht: Den passenden ("perfekten") Partner zu finden und eine erfüllende ("perfekte") Beziehung zu führen, ist für niemanden leicht. Das Vermeiden bzw. Zulassen/Einlassen ist in unterschiedlichen Stärken gegeben. Je größer der Zwang/Anspruch auf "perfekt" ist, um so schwieriger wird es. Je mehr du davon ablassen kannst, um so leichter.

Am besten fängst du mit/bei dir selbst an. Wenn du dir erlaubst du selbst zu sein, ist das Leben und die Liebe leichter. Schöner Mann, schöne Frau, schönes Haus, schöner Beruf, schöne Kinder, schöner Hund, schöne Freunde, schöne Fassade.... in dieser Wohlstandsgesellschaft... schön langweilig.

Und du hast recht. Medizinstudium ist -im Vergleich zu anderen Studienrichtungen- überwiegend schöne Auswändiglernerei.
 
  • #20
Danke nochmal für eure Antworten.

Ich denke halt, dass Bewusstsein über die eigenen Probleme nicht immer auch zum Ziel führen. Ich habe in den letzten Jahren beziehungstechnisch in den Tag hineingelebt. Ich dachte, wenn keine Gefühle da sind, dann ist es so, dann ist dieser Mann auch nicht der Richtige. Nur fällt halt irgendwann auf, nachdem man viele tolle Männer nicht wollte, und immer diejenigen wollten, die unerreichbar waren, dass es da ein Muster zu geben scheint. Um was zu ändern, muss man auch grundsätzlich sein Verhalten ändern..

Ich denke der Tipp einfach mal ausprobieren, ist auch der einzig Wirksame, den ich aber scheue. Perfektionismus und Leistungsgesellschaft sind da schon gute Stichpunkte: gibt es da was Besseres? Ich habe kaum Zugang im Moment zu meinen Gefühlen seit dieser Begegnung letzter Woche. Ich fühle derzeit nichts. Bilder und Videochats bringen mir nichts, außer dem wohligen vertrautem Gefühl, das auch eine Freundschaft auslösen könnte. Ich muss geduldig sein, bis ich ihn wiedersehe, ob ich wieder Lust habe ihn zu küssen etc. Ich muss auch sagen Torschlusspanik spielt auch eine Rolle. Ich hatte tatsächlich nie Probleme damit Männer kennenzulernen, waren auch Nieten dabei, aber auch viele nette. Irgendwann sind die Netten aber vergeben, weil andere Frauen das Potential sehen und ich bleibe als Dummkopf zurück, obwohl ich weiss, dass ich eine tolle Mama wäre. Ich habe Angst mir diese Gelegenheit zu nehmen nur aus Angst; ich will aber auch nicht jemanden haben, nur um das zu bekommen...
 
  • #21
Nutz doch die "Auszeit" jetzt mit diesem Reflektieren hier und setze Dich nicht unter Druck, was passieren könnte, wenn Du ihn wiedersiehst.
Ich hatte tatsächlich nie Probleme damit Männer kennenzulernen, waren auch Nieten dabei, aber auch viele nette. Irgendwann sind die Netten aber vergeben, weil andere Frauen das Potential sehen und ich bleibe als Dummkopf zurück
Das ist mE eine falsche Denkrichtung. Denn wenn Du diese Männer jetzt als Partner nehmen würdest, würdest Du ja nicht davon überzeugt sein und immer denken, da gäbe es noch was anderes. Du hättest auch keinerlei Erkenntnis, dass das jetzt das Gute sein soll. Und auch die Netten sind nicht immer nett, Du siehst ja nur die Fassade. Das sind Männer in einem Topf, in den Du nicht greifen willst, in dem anderen sind die, die nicht gegriffen werden wollen. Diese werden vielleicht eine gemeinsame Eigenschaft haben, die Dich so anspricht (sie werben nicht um Dich und wirken daher nicht so anhänglich, klammerig, einengend, leicht zu haben und sind daher kein "high-end", ...?), aber bei den Netten denke ich, dass die verschieden sein werden. Auch "blöd-verschieden" und "verschieden blöd", was Du aber nicht wahrnehmen kannst, weil sie, wenn sie um Dich werben, ja sich eher Mühe geben, Dir zu gefallen. Die Unpassungen stellen sich dann raus, wenn man länger zusammen ist.

Was das Thema "Potenzial" angeht - das kann mE einzig und allein nur formuliert werden in Hinblick auf den Anfang. Als Formel vielleicht: "Der Mann wollte mich", wenn dieser Nette Dich wollte, oder "er wollte Beziehung und Kinder", wenn Du nicht weißt, ob sie Dich wollten, aber denkst, Du hättest Chancen gehabt, UND auch meinst, dass er wirklich eine "ernsthafte Beziehung" suchte. Also unterm Strich Potenzial = "bindungswillig". Mehr nicht.

Ob man eine Familie mit ihm sein kann, ob er lieben kann, ob er bleibt, ob er nicht überfordert ist, ob er nach der Geburt des Kindes auf Abwege gerät, weil die Frau ne Weile sexuell ausfällt oder er ein Geburtstrauma hat ... das alles fällt nicht unter "Potenzial". Man kann nur in zehn Jahren, wenn diese Beziehung gut läuft, sagen: Das hat gut geklappt BISHER und ZWISCHEN DENEN. Aber man kann nicht als Single daneben stehen und sagen "Mist, der hatte Potenzial und ich habe ihn verpasst". Denn man ist ja nicht wie diese Frau an seiner Seite und will hoffentlich auch nicht so sein (nicht, weil sie schrecklich ist, sondern weil sich abzulehnen schrecklich wäre).
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #22
Du weißt auch nicht, ob eine Frau ihn, den Mann mit Potenzial, sich krallen konnte und ihn danach immer anleiten muss zur Beziehung (könnte ja sein, dass die netten Männer, die auf Dich standen, ein ähnliches Programm wie Du haben: Du willst nicht, also bist Du begehrenswert. Und weil sie Dich nicht kriegen, lassen sie sich irgendwann aus Frust von einer Frau, die krallt, in eine Beziehung ziehen).
So sagen die Männer, die Dich jetzt nicht wollen, später vielleicht auch von Dir: Das war eine mit Potenzial und ich habe sie vorbeiziehen lassen.
Aber gewollt hättest Du die sicher auch nicht, wenn sie diese Haltung hätten.
 
  • #23
Ich hatte tatsächlich nie Probleme damit Männer kennenzulernen, waren auch Nieten dabei, aber auch viele nette. Irgendwann sind die Netten aber vergeben ...
Neue Menschen, nicht Männer, kennen zu lernen wird mit dem Alter nicht einfacher. Was mit 20 für viele kein Problem ist, wird ab Anfang 30 schwieriger.

Selbstverständlich sind weiterhin neue Menschen verfügbar. Vorallen jene die schwierig im Beziehungsumgang sind. Zumindest wenn man eine klassische Beziehung mit Familiengründung usw. im Auge hat und nicht nur "Spaß" will.

Für "Spaß" finden Frauen jederzeit Männer und Männer finden dafür Frauen die zwar sagen sie wollen mehr als "Spaß" aber die nicht in der Lage sind die dafür richtige Wahl zu treffen.

Stellt sich die Frage ob du künftig primär solche Menschen triffst, obwohl du mehr kannst und willst oder weil du im Grunde bereits selbst eine von ihnen bist.

Nur fällt halt irgendwann auf, nachdem man viele tolle Männer nicht wollte, und immer diejenigen wollten, die unerreichbar waren, dass es da ein Muster zu geben scheint.
Tatsächlich die Unerreichbaren wollten? Warum sind sie Unerreichbar und wollten? Was wollten sie? War es nicht so, dass du und nicht sie unerreichbar waren?

Die Tollen aber wollten nicht? Warum sind sie toll wenn sie nicht wollten? Sind diese Tollen nicht die wahren Unerreichbaren wenn sie nicht wollten? Und sind sie deswegen toll weil sie unerreichbar wahren?

Du argumentierst irgendwie verdreht.
 
  • #24
Danke euch,

ja ich versuche ja zu reflektieren, nur wenn man grundsätzlich ein Mensch ist, der zum Grübeln neigt, dann sitzt man gerne in der Spirale. Ich versuche mir tatsächlich in diesen Tagen den Raum zu geben. Ich kann mit meinem Freund recht offen reden über meine Unsicherheiten. Er sagt halt, dass ich es für ihn sei und wenn ich denn merke, dass er es nicht ist, ja dann muss ich halt jemand anderen suchen. Ich ziehe mich gerade etwas zurück um nachzuspüren.

Also mit die "netten" meine ich tatsächlich diejenigen, die eine Beziehung wollten und von denen ich rückblickend sagen kann, dass es wirklich nette, normale Typen sind; sprich familiär, beständiger Freundeskreis, im Leben angekommen. Mag spießig und langweilig klingen, aber in Prinzip wünsche ich mir nichts anderes.

Tatsächlich die Unerreichbaren wollten? Warum sind sie Unerreichbar und wollten? Was wollten sie? War es nicht so, dass du und nicht sie unerreichbar waren?

Du argumentierst irgendwie verdreht.
Hier habe ich mich vielleicht unglücklich ausgedrückt. ICH wollte immer die Unerreichbaren; die Netten, die MICH wollten, wollte ich nie. Mit unerreichbar meine ich emotional nicht verfügbar..

Ich gehe davon aus dass es in jeder Altersgruppe auch noch coole Menschen gibt, ich hoffe es; und nicht jeder, der mit 30 bereits Frau und 2 Kinder hat, hätte ich auch gern als Partner.. Ich denke eher da an mich und dass meine biologische Uhr irgendwann ein Ende erreicht. Man muss sich frühzeitig mit seinen Problemen beschäftigen, wenn man was ändern will.
 
  • #25
Mal eine Anmerkung. Ich würde nicht so viel über meine Unsicherheit mit dem Partner reden. Am Ende entfernt ihn das von Dir, und wenn eine Frau vorbeikommt, die ihn richtig will, weiß er, wie gut sich das anfühlt. Oder er hat das Programm "die Unerreichbaren sind besser", also Frage: Was passiert, wenn Du Dir sicher bist und er das mitbekommt. Fängt er dann an "wegzurennen" oder freut er sich drüber, dass ihr nun endlich fester zusammen seid?

SO SICHER könnte das alles eventuell gar nicht sein. Vielleicht gibt Dir das ein bisschen mehr das Gefühl, dass es einen Wert haben könnte, das Du hier verlieren könntest?

Auf jeden Fall ist es m.E. nicht gut, wenn einer dauernd hört, dass sich der andere nicht sicher ist. Er sagt ja schon, dass Du Dir einen anderen suchen musst, wenn er es nicht für Dich ist. Meine eigene Haltung wäre dann, dass ich es mir egal werden lassen, damit der Herzschmerz nicht so fies wird, wenn ich "es doch nicht bin".
Also entweder ist er unheimlich cool und selbstsicher und weiß genau, dass ihr richtig füreinander seid, oder er ist relativ gleichgültig? Ich weiß gerade nicht, wie ich das deuten würde.
 
  • #26
Ich ziehe mich gerade etwas zurück um nachzuspüren.
Liebe ButterflyBee
Für eine Grüblerin denke ich, dass Rückzug und nachspüren, nachdenken und stundenlanges Reflektieren jetzt auch nicht so das Wahre sind.
Die Fakten liegen doch längst auf dem Tisch und neue Gefühle und Eindrücke - durch neues Erleben - wären wohl hilfreicher.
Du hast einen Mann, der dich möchte. Du bist Anfang Dreissig, deine Uhr tickt, du möchtest Kinder und weisst, so viele Chancen gibt's nicht mehr.
Gleichzeitig zögerst du, ob dieser Mann der "Richtige" ist, weil nicht jeder Zoom Call Schmetterlinge auslöst, sondern manchmal nur freundschaftliche Gefühle. Gleichzeitig bezeichnest du "spiessige" Qualitäten bei einem Mann eigentlich optimal - also Qualitäten, die nicht dazu geeignet sind, Schmetterlinge auszulösen.
Ich vermute, du hättest den richtigen Mann für eine Familiengründung und gemeinsame Zukunft hier und jetzt zur Verfügung.
Vielleicht hast du ja gerade Angst davor, dass deine Zukunftswünsche wahr werden können mit ihm? Denn als Akademikerin, die ihre Berufslaufbahn beginnt, kann auch das Kinderkriegen, Heiraten etc. Angst machen. Man gibt ja sehr viel Unabhängigkeit auf, die man bis dato hatte. So lange diese Mama-und-Familienzukunft ganz weit weg und nicht greifbar ist, wie auch die tägliche Realität einer Beziehung eher in der Fantasie existiert, sieht es sehr schön aus. Wenn man näher kommt, bemerkt man vielleicht auch all die Dinge, die einem daran Angst machen.
Dies mal meine 2 cents zur Sache.
Auf jeden Fall ist es m.E. nicht gut, wenn einer dauernd hört, dass sich der andere nicht sicher ist.
Stimme ich zu. Ich habe den Eindruck, es wäre besser, du lässt dir etwas Zeit, versuchst diesen Sommer einfach mal zu leben und die Zeit mit dem Mann zu erleben und zu geniessen, ohne ihn ständig innerlich auf seine Qualitäten als "der Eine" zu prüfen. Wenn man jemanden dauernd auf den Prüfstand stellt, nimmt man die Freude aus der Sache. Und es scheint so, dass man die Sicherheit und Motivation für eine gemeinsame Zukunft nicht beliebig erzwingen und durch Reflektion beschleunigen kann.
 
  • #27
Sofort spürte ich wieder dieses Kribbeln. Ich dachte immer, DAS sei das Gefühl von Verliebtsein. Mittlerweile denke ich, das ist das kranke Gefühl
Da hast du ja schon das wichtigste erkannt. Mir hat es geholfen, meine Ursachen zu ergründen.

Die liegen bei mir zB. einerseits bei einem Vater, um dessen Liebe und Aufmerksamkeit ich als Kind gekämpft habe, der mich aber ignorierte. Um diesen unerreichbaren Mann kämpfte ich in vielen Beziehungen. Auf der anderen Seite meine Helikoptermutter, die mir keinen Freiraum und keine Luft zum Atmen ließ. Wenn es zu eng wurde, habe ich es in Beziehungen auch schlecht ausgehalten.

Mir hat es geholfen, mir das immer wieder bewusst zu machen und Beziehungen dahingehend bewusst zu prüfen.

Ich habe auch einige Fehlversuche in beide Richtungen im Extrem ausprobiert. Und auch festgestellt, dass diese extremen Gefühle keine Liebe sind, nur Trigger, Verlustängste oä.

Letztlich hatte ich nun Glück jemanden zu finden, der mir nah ist, mir seine Liebe zeigen kann, aber ohne einzuengen, mir Freiraum lässt, letztlich aber ähnlich tickt wie ich, so dass es gut passt.
 
  • #28
Ich weiß, dass ich da vorsichtig sein muss mit meinem Freund bzgl. meiner Unsicherheit. Wir reden da auch nicht ständig von und ich drücke mich schon vorsichtiger und seltener aus als ich es hier so sage. Mein Freund ist aber ein sehr selbstsicherer Charakter. Er kann die Dinge ganz gut einordnen, die ich so sage. Wenn ich so von ihm rede, denke ich schon, dass ich viel Glück habe.

annie & joggerin: es ist genau so wie ihr es sagt. Ich habe den, der mir alles anbietet, habe allerdings Angst da zuzugreifen. Annie das ist ins Schwarze getroffen. Ich weiß auch, wo die Hintergründe sind,ich sehe sie, kann sie aber nicht abschalten. Muss da wahrscheinlich echt „einfach“ versuchen zu leben und abzuwarten. Er ist grad so weit weg und meine Gefühle sind grad nicht spürbar. Das macht mich wahnsinnig. Ich mache mir einen so unheimlichen Druck...
 
  • #29
annie & joggerin: es ist genau so wie ihr es sagt. Ich habe den, der mir alles anbietet, habe allerdings Angst da zuzugreifen.
Vielleicht fehlt auch das letzte Gefühl, dass er der Richtige ist?

Ich habe auch viele kennengelernt, die vom Verstand her gepasst hätten die wirklich nett und in Ordnung waren, aber wo ich mich einfach nicht verliebt habe.

Es waren teils auch so rein intuitive Sachen wie das "nicht riechen können".

Bei meinem jetzigen Partner war das anders, ich habe mich vom ersten Date an total wohl in seiner Nähe gefühlt. Ich mochte seine Stimme, seine Art zu reden (nicht zu viel und nicht zu wenig), seine Art sich zu bewegen, etc. all dies sofort, noch lange vorm Verlieben.

Ich würde dir auch raten es mit dem neuen noch eine Weile zu versuchen, es laufen zu lassen und in dich hinein zu hören und zu fühlen, ob du dich mit ihm wohl fühlst oder ob er nur deinem Verstand gefällt, es dir leicht fällt an deine Zukunft mit ihm zu denken oder ob deine Gedanken da schon schnell flüchten.

Ich hätte bei mir auch nicht gedacht wie positiv sich eine Beziehung auch entwickeln, kann im ersten Jahr sind wir viel mehr aneinandergeraten als ab dem zweiten. Ich hätte nie gedacht, dass eine Beziehung nach dem ersten Jahr besser werden kann, schöner, vertrauter.

Ja bei dir denke schon, dass es Gründe hatte, dass du den ersten Mann nicht wirklich riechen konntest und es jetzt eigentlich eher das Ego ist was sie jault, weil er eine andere hatte. Ich denke du würdest ihn nach wie vor nicht riechen können. Ich glaube solche biochemischen Prozesse haben durchaus ihren Sinn. Wahrscheinlich passt ihr genetisch nicht zueinander.