• #91
Ich kann über deine Frau nur den Kopf schütteln. 25 km Entfernung sind Peanuts, ....
Wer so argumentiert, weiß nicht worüber er spricht. Es macht einen riesigen Unterschied, ob man fußläufig zum Stachus wohnt, oder in Unterschleißheim (20 km). Das gesamte Lebensgefühl ist einfach ein ganz anderes. Auch vom Kudamm nach Marienfelde (15 km) überzusiedeln, kommt einen Kulturschock gleich. Manchmal will man Abends eben nicht noch ewig fahren, sondern einfach vor die Haustür gehen und schon mittendrin sein. St. Gallen (?) wär mir zwar auch noch viel zu klein, aber das Lebensgefühl ist auch dort bereits ein ganz anderes, als in einem Kaff, in dem es noch nicht einmal ein Cafe gibt. Ein Mann, der seine Frau liebt, mutet ihr so etwas nicht zu.
 
  • #92
Hallo :),

ehrlich gesagt finde ich deine Frau egoistisch. Ich bin sogar bereit für meinen Lebensgefährten von Hamburg nach München zu ziehen. Was soll ich denn sagen?

Und weil Sie ein Hascherl sind, dass ihrem Mann nachläuft, muss die Frau des FS genau so rückgratlos und devot sein? Wohl kaum! Das Leben auf dem Dorf ist eine ganz ungeheuerliche Zumutung. Ich hoffe, dass die Gattin des FS alles richtig macht und sich wieder einen Job und eine Wohnung in der Stadt sucht. Der FS kann die gesparte Zeit ja dann dafür nutzen, sich unter der Woche alleine um seine Tochter zu kümmern.
 
  • #93
Bezieh doch bitte Stellung zum Verhältnis deiner Frau zu deine Eltern.
Was ist da vorgefallen?
Inwiefern mischen sie sich in euer Leben ein (gern mit dem Argument, dass sie das Haus finanziert haben)?
Ich lese hier nicht, dass der FS 60 Stunden pro Woche schuftet - sonst würde seine Frau nicht mehr verdienen als er und er hätte nicht die finanzielle Hilfe der Eltern gebraucht: das ist reine Spekulation von Foristen, mit denen hier die Fantasie durchgeht...
 
  • #94
ich kann nicht erkennen, dass der FS sich gegen die Wünsche seiner Frau sperrt. Sie kann arbeiten gehen, alles ist möglich. Aber scheinbar ist sie bequem, sich dafür zu bewegen, da werden 25 km zum Hinderniss.
Um die Probleme dieser Frau überhaupt ernst nehmen zu können, muss sie lernen, erwachsen zu kommunizieren, statt Vorwürfe, Quengeleien und Nörgeleien von sich zu geben.. Sie hat alle Zeit der Welt ihre Wünsche zu modellieren und Alternativen vorzuschlagen, selber aktiv zu werden.
Das Problem ist etwas ganz anderes! Es wurde wohl von beiden nie rechtzeitig darüber nachgedacht, wo sie eine Teilzeitstelle als Mutter eines Kleinkindes finden könnte und das bevor sie überhaupt in die Mitwohnung gezogen sind! Es wurde einfach nicht für die Zukunft geplant. Wenn, dann wären sie vielleicht in ihrer Stadt geblieben und er hätte gependelt und sie hätte vielleicht eine Teilzeitstelle bekommen können - da sie auch besser als er verdiente mit ihren FH Abschluss!

Ich kenne viele Frauen, welche als interkulturelle Dolmetscherinnen im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen arbeiten und bei den kantonalen Stellen für interkulturelles Dolmetschen angestellt sind (Zweitjob) und sobald sie in eine kleinere ländliche Gegend umgezogen sind/wohnen bekommen sie so gut wie keine Dolmetschaufträge mehr erhalten, weil der Auftraggeber (z.B. ein Arzt, Psychiater, Kinderpsychologe, Klassenkehrer, Versicherungsfachmann etc.) auch noch die Reisespesen bezahlen müssen!

Deswegen vermittelt auch das Dolmetschbüro immer zuerst Dolmetscher, welche ihren Wohnort am gleichen Ort des Auftraggebers haben, damit auch die Kosten für den
Aufrtaggeber tiefer gehalten werden können. Findet man für den erforderlichen Auftrag keinen in unmittelbarer Nähe, sucht man weiter.
Das ist auch ein Grund, weshalb ich nie wieder in ein Dorf ziehen würde, trotz guter Verkehrsverbindungen (benutze nur öV).

Die meisten staatlichen Institutionen (Beratungsstellen, Versicherungen, Universitätsklinik und andere Krankenhäuser) sind in der Stadt konzentriert.

Darum und auch wegen der Nähe zu einem Nachbarland (entweder DE oder A) wird es extrem schwierig für seine Frau eine neue Stelle zu finden. Als wäre das nicht genug, gibt es ohnehin viel weniger Teilzeitstellen für Mütter. In der Wirtschaft ist meisten voller Einsatz und Leistung von 80-100% erforderlich. Solche Stellen kann man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln!
 
  • #95
Der FS rödelt vermutlich > 55h / Woche für das Überleben der Firma und sichert den Wohlstand. Dann soll er gefälligst umziehen und zu den 11h Arbeitszeit auch noch im Berufsverkehr stecken, damit die Frau ihre Freundinnen besuchen kann?

Was erfindest Du an der Story hinzu? Woraus entnimmst Du, dass der FS > 55 Stunden arbeitet? Warum er doppelt so lang von der Stadt an seinen Arbeitsplatz fahren muss, wie seine Frauin die Stadt braucht,ist auch noch nicht geklärt. Vielleicht sollte er bei ihr Fahrstunden nehmen.

Nun, der FS ist, wie er jetzt als Information nachgereicht hat, kein wirtschaftliches Erfolgsmodell. Seine Frau hat als Sozialberuflerin mit FH-Abschluss deutlich mehr verdient als er, obwohl sie ja weder eine Topausbildung hat noch als Sozialberuflerin Spitzenverdienerin ist.

Sie müssen nicht umziehen, weil sie mit ihren Freundinnen Kaffeetrinken will. Sie fühlt sich auf dem Dorf unwohl, es gelingt ihr nicht, sich zu integrieren. Das Dorfleben mag für sie geklappt haben, solange sie ihren Beruf und dadurch Kontakte und ein zufriedenstellendes Sozialleben hatte. Das hat sie jetzt nicht mehr.

Sie steht aber unter dem Druck nicht nur arbeiten zu wollen sondern auch aus finanziellen Gründen arbeiten zu müssen, wie der FS schreibt.
Sie lebt in einer Region (Grenzgebiet, es gibt keinen Suchradius sondern nur einen Halbkreis) in der sie keine Arbeitsmoeglichkeit hat. Darum denkt sie daran, dass in ihrer Heimatstadt alles besser für die ganze Familie ist.
Ob sie für einen Teilzeitjob in die Stadt fährt oder er aus der Stadt in sein Dorf ist nun wirklich egal. Vorteilhaft ist, wenn sie weniger Zeit auf der Strasse verbringt und die Stunden lieber arbeitet. Ihre Arbeitszeit bringt nämlich mehr für die Familie ein, als die des FS.

Ja, und nach der Arbeit geht sie mit ihrem Kind auf den Spielplatz, trifft ihre Freundinnen und erdreistet sich vielleicht auch einen Kaffee zu trinken.
Über die Möglichkeiten zur Kinderbetreuung in seinem Ort schreibt der FS nichts. Wenn die Schwiegereltern das nicht machen sollen, sind die Angebote meist überschaubar, weil zu wenig Kinder.

Würdest Du das auch schreiben, wenn die Situation umgekehrt wäre und der Mann lieber in eine Stadtwohnung zurück wollte?

Selbstverständlich würde ich das genauso schreiben, wenn ein Mann aus den gleichen Gründen zurück in die Stadt wollte.
Ich hatte sehr viel Verständnis dafür, dass mein Partner wegen seiner sozialen Bindungen und auch der Arbeitssituation in seinem Allgäuer Dorf bleiben wollte, obwohl er in Hamburg beste Möglichkeiten hatte, ich in seiner Region gemessen an meinem beruflichen Level vergleichsweise nur schlecht bezahlte Hiwiarbeiten hätte machen können.
 
  • #96
Wenn ihr euch wirklich liebt, vertraut, an eine schöne Zukunft glaubt, wird es euch gelingen, euch wechselseitig in die Situation des anderen zu versetzen. Keiner trickst, erpresst, macht Vorwürfe.
Das glaube ich auch, sehr gut beschrieben @schwalbenweg. Ihr habt euch ja eigentlich viel Gutes aufgebaut. Wahrscheinlich unterschätzt frau/mann einfach, wie anstrengend - also jetzt nicht nur körperlich, sondern mental - so ein Baby ist und wie einen das psychisch herunterfahren kann.
Darum hab ich auch ursprünglich das Café-Beispiel aufgegriffen, wenngleich es emotional etwas anderes als Verständnis ausgelöst hat. Ich wollte damit sagen, wenn man selber genug geschlafen hat und sich insgesamt fit und ausgewogen fühlt, lacht man über Dinge wie 25km fahren. Aber als Mami in leicht depressivem, arbeitslosem, übernächtigtem Zustand ist so was vielleicht anders.
Vielleicht braucht es gar keine riesigen Veränderungen, sondern erst einmal das Gefühl, dass man aufeinander zählen kann und dass man das irgendwie schaffen und lösen wird.
 
  • #97
Das Problem ist etwas ganz anderes! Es wurde wohl von beiden nie rechtzeitig darüber nachgedacht, wo sie eine Teilzeitstelle als Mutter eines Kleinkindes finden könnte und das bevor sie überhaupt in die Mitwohnung gezogen sind!

...ich finde den ganzen Post und auch die nachgereichten Informationen suspekt. Es handelt sich hier nicht um kleine Kinder, die Partnerschaft und Elternschaft spielen, sondern um erwachsene Menschen.
Es wurde nie darüber nachgedacht, soviel Dummheit vermag ich beiden nicht unterstellen. Wie der FS ja schrieb, war es geplant, dass die Frau wieder in ihr Berufsleben einsteigt. Da informiert man sich rechtzeitig über die Arbeitsmarktlage. Ebenso klärt man, ob man das fürchterliche, dramatische Mutterdasein aushalten kann. Soviel Verantwortungsbewusstsein setze ich bei zwei Menschen, die zusammen eine Familie aufbauen, voraus. Das spart enorm Energie und Kosten. Denn jeder Umzug ist, wie einmal abgebrannt, zusätzlich steht ein Haus zum Verkauf und dann ist da noch ein kleines Kind, was in dieser Unruhe aufgezogen wird und eine Firma, die laufen muss. Ganz abgesehen davon, können neue Probleme entstehen, die dann auch nicht zu wuppen sind, weil man das alles vorher ja nicht wusste.
Zu keiner Zeit gab es so viele Möglichkeiten, sein Leben reich und zufriedenstellend zu gestalten. Fehler die man macht und Widerstände, die sich auftun, sind Zeichen, dass man sich bewegen und vielleicht auch andere, unbequeme Wege beschreiten soll. Wenn da schon 25 km ein Hindernis darstellen, dann wird das allerdings nichts.
 
  • #98
Ich kenne Mütter, die sind mit ihren Babies und 2-3-Jährigen ständig mit Auto unterwegs, zum Einkaufen, zum Bäcker, zum Arzt, zur Spiel-Krabbelgruppe, KiTa, zu Besuch der Familie, Freunde, Ausflüge zu Kinderveranstaltungen und Freizeitangebote speziell für Kinder. Das läuft problemlos, Baby-Tasche schnell gepackt und mit Kinderwagen entweder in Bus & Bahn oder ins Auto. Die Mütter haben meist ihr eigenes Auto und 2 Kinderwagen, wovon ein Kinderwagen zusammengeklappt immer im Kofferraum liegt. Dieser kann superschnell und bequem, nichtmal 30 Sekunden, ausgeklappt werden, stabilisiert und dann das Kind aus dem Kindersitz genommen werden.
Die Mütter leben bewusst ländlich, sind stolz auf ihr geschaffenes Eigenheim in einer Kleinstadt oder nahezu Dorf. Umgekehrt kenne ich berufstätige Männer, welche auch schon länger als 25 km täglich zu ihrem Job fahren. Klar sind sie nicht in der Mittagspause daheim. Ich vermute, die 3 Jahre Erziehungszeit ist vorbei und die Frau müsste sich entscheiden Berufseinstieg oder Hausfrau, vorher waren 3 Jahre Babyzeit erholsam. Ich vermute weiter, dass keiner die 25 km fahren will, weil jeder bei Eventualitäten schnell beim Kind sein will, meistens sind es dann doch beide Eltern. Die Kinderbetreuung könnte je nach Lage, Heimatort: Eltern des FS, Nachbarstadt: Eltern der Frau sichergestellt werden, oder Kita, Au-Pair, Tagesmutter, Babysitter, Nanny. Die Teilzeit tage- oder stundenweise geregelt werden, also entweder tgl. 14 Uhr Feierabend oder 2-3 Tage in der Woche frei, bei sonst Vollzeit. Heimarbeitsplatz, wenn auch zu 30-50 % wären auch eine berufliche Möglichkeit, das deine Frau mehr das Kind betreut. Warum Du tgl. während/zwischen deiner Arbeit schnell daheim bei deiner Frau vorbei kommen musst?, ist bequem, muss aber denke ich nicht unbedingt sein. Ich denke, ihr als Erwachsene könnt beide fahren, sie, wenn sie einen Job hat, in die Stadt und zurück oder umgekehrt. Oder zieht in die Mitte der Wegstrecke, für jeden dann 12,5 km, da müsst ihr beide aus eurer Komfortzone. Das derzeitige Haus könnte man untervermieten.
 
  • #99
Manchmal will man Abends eben nicht noch ewig fahren, sondern einfach vor die Haustür gehen und schon mittendrin sein. St. Gallen (?) wär mir zwar auch noch viel zu klein, aber das Lebensgefühl ist auch dort bereits ein ganz anderes, als in einem Kaff, in dem es noch nicht einmal ein Cafe gibt.

Naja, ob 30 Minuten Autofahrt gleichzusetzen ist mit "ewig fahren", da scheiden sich die Geister, wie man hier im Faden lesen kann... was für den einen Pippifax ist, ist für den anderen quasi schon hochdramatisch und so gut wie nicht zu bewältigen oder nur unter psychischen Mühen. Was für den einen eine Mücke ist, ist für den anderen ein Elefant. Beides hat seine Berechtigung, jeder Jeck ist anders.

Wenn jemand so ein eingefleischter Städter ist, dass ihm die von dem FS genannte Fahrzeit zu lang ist ins Café, ist er gut damit beraten, eben auch mitten in der Stadt zu leben. Für mich persönlich eine Horrorvorstellung, für jemand anderes das Nonplusultra. Bloß weiß mensch das ja VORHER, bevor er irgendwo in die Pampa zieht mit den entsprechenden Distanzen zum ach so wichtigen geliebten Café, und dann muß er eben dort wohnen BLEIBEN, bzw. wenn er umzieht, muß er dann eben in eine adäquate Gegend ziehen und nicht "so weit ablegen". Als typischer Städter sollte man das doch recht bald merken, dass das nicht das ist, was man sich wünscht und womit man sich wohlfühlt... kann mir nicht vorstellen, dass einem das erst nach 3 Jahren (!) auffällt... und dann kauft man gerade dort, wo man nicht sein mag, noch ein Haus, bzw. baut? Nee, so blöd ist doch wirklich niemand... ganz gewiß auch nicht die Gattin des FS. Daher halte ich persönlich das ehrlich gesagt auch eher für einen Nebenschauplatz und einen Stellvertreterkrieg, und kann mir eher vorstellen, dass die FS-Gattin mit ihrer Ehefrauen- und Mutterrolle in dieser Form unzufrieden ist... ob umziehen oder nicht, keine Ahnung?! Da habe ich auch keinen wirklichen Rat für den FS...

Ein Mann, der seine Frau liebt, mutet ihr so etwas nicht zu.

Uh, drama baby, drama... o_O (welch schwere Geschütze...) Es ist wohl davon auszugehen, dass der FS die Gattin nicht gezwungen oder genötigt hat an den jetzigen Wohnort zu ziehen UND dann dort auch noch zu bauen nach drei Jahren!
 
  • #100
Ich kenne Mütter, die sind mit ihren Babies und 2-3-Jährigen ständig mit Auto unterwegs,...

Ist ja schön, wenn manche das so locker wuppen. Manche sind auch Matheasse, Sportskanonen oder Musikgenies... Das hilft der Frau des FS aber gerade gar nicht, wenn er all die leuchtenden Beispiele schildern würde.

Das Kind des FS ist ein Jahr alt und die Frau kann daher gar keine dreijährige "erholsame" Elternzeit gehabt haben. Vielleicht siehst du auch bei anderen Dingen nicht so genau hin oder berücksichtigst nicht, dass andere Mütter vielleicht andere Rahmenbedingungen haben: Beispielsweise das Haus in ihrem Heimatort und tolle Unterstützung von außen. Vielleicht siehst du auch nur die Fassade. Mindestens drei Viertel meiner jungen Kolleginnen und Kollegen mit zwei Kindern sind regelmäßig gestresst oder übermüdet bei so kleinen Kindern. Ähnlich ging es meiner Nachbarin mit ihren beiden Mädchen, obwohl deren Eltern gleich nebenan wohnen, der Mann sie in jeder Hinsicht unterstützt und ein super Vater ist.
 
  • #101
Der FS kann die gesparte Zeit ja dann dafür nutzen, sich unter der Woche alleine um seine Tochter zu kümmern.
Der Gedanken erschließt sich mir nicht: Wieso spart der FS Zeit?
Es ist doch gegau gegenteilig. Die Frau geht in die Stadt und hat erhebliche zusätzliche Ausgaben für ihr Leben dort .

Der Mann bleibt nun also mit dem Kindern in dem Vorort und hat erheblichen zusätzlichen Aufwand, da er und seine Eltern wahrscheinlich uch nicht immer um die Kinder kümmern können, also Tagesmutter ... oder gwl.

Außerdem hat die Frau auch vorher dort schon 3 Jahre gewohnt. Wenn sie das Dorfleben als "unzumutbar" (leben dort denn nur Idioten ?) betrachten würde, hätte sie vor dem Hausbau den Mund aufmachen müssen.

So ist es jetzt an ihr, eine vernünftige Lösung (z.B. sie arbeitet zukünftig in der Stadt und bleibt abends 2 mal die Woche länger, um das "städtische Lebensgefühl" mit ihren Freundinnen zu erleben).
 
  • #102
...ich finde den ganzen Post und auch die nachgereichten Informationen suspekt. Es handelt sich hier nicht um kleine Kinder, die Partnerschaft und Elternschaft spielen, sondern um erwachsene Menschen.
Es wurde nie darüber nachgedacht, soviel Dummheit vermag ich beiden nicht unterstellen. Wie der FS ja schrieb, war es geplant, dass die Frau wieder in ihr Berufsleben einsteigt. Da informiert man sich rechtzeitig über die Arbeitsmarktlage. Ebenso klärt man, ob man das fürchterliche, dramatische Mutterdasein aushalten kann.
Erwachsene Menschen müssen das geklärt haben, aber ich vermute sie haben das nicht getan! Wäre schon vorher die Frage gefallen: „wo finde ich hier in der Gegend eine Arbeitsstelle als Sozialberuflerin?“, wäre es klar, dass die Jobangebote sehr dünn gesät sind.

Außer sie wollte sich tatsächlich zu Beginn nur auf ihre Mutterrolle konzentrieren und gar nicht arbeiten gehen und stellt nach der Geburt des Kindes fest, dass sie nicht nur mit dieser Rolle zurecht kommt und sie weiterhin intellektuelle Herausforderungen braucht. Ihr fällt die Decke auf den Kopf - wie der FS schreibt. Sie fühlt sich offenbar isoliert und abgeschnitten von der Welt und scheint so gut wie keine Kontakte mit anderen Dorfbewohnern zu haben.

Was vor dem Umzug in sein Dorf überhaupt besprochen und geplant wurde kann uns hoffentlich der FS nachträglich schreiben. Ob seine Frau überhaupt in dem Dorf leben wollte oder ob er sie bearbeitet hatte, um sie zu überzeugen auch in sein Dorf zu ziehen, wird er uns hoffentlich auch bald verraten. Hat sie gearbeitet, bevor sie das Kind auf die Welt gebracht hat, obwohl sie schon auf dem Land lebte?

Es sind alles nur Spekulationen, was alles besprochen und nicht besprochen wurde und wir wissen tatsächlich aus wenigen Zeilen in einem Forum nicht sehr viel.
 
  • #103
PS: Die Moderatoren haben sich die Freiheit herausgenommen, meinen Titel mit "Bin ich egoistisch - " zu ergänzen. Ich habe das nicht geschrieben.

Ahaha, aber Du musst zu geben, die Ergänzung passt und offenbar haben die Moderatoren da ein 1a Job gemacht, alle klicken die Frage an :)

Nun zu Deiner Frage: Versetzt Dich mal in die Lage Deiner Frau, mit Kleinkind am "Arsch der Welt" gefangen, den Job aufgegeben und zu pendeln wird für Frauen mit Kind stressiger, da hier doch viel an der Frau hängt. Sie hat kein Kaffe, sprich nichts zum spontan treffen, was schlicht jeder Treff zu einem Spiessrutenlauf werden lässt.

Sie ist viel zu Hause, sie hat schlechte Jobchancen hier.

Du hast noch immer Deinen Job, einen kurzen Arbeitsweg, dein Traumhaus. Ich verstehe es völlig, das Du das nicht gerne hergeben willst, Du hast ALLES was Du möchtest - aber für Sie ist das Haus mehr ein Gefängnis, weit ab von Freundinnen, Möglichkeiten, Jobchancen.

Wäre es so schlimm, darauf zu verzichten? Ich könnte das Opfer, welches Deine Frau bringt, nicht bringen.
 
  • #104
Ob seine Frau überhaupt in dem Dorf leben wollte oder ob er sie bearbeitet hatte, um sie zu überzeugen auch in sein Dorf zu ziehen, wird er uns hoffentlich auch bald verraten. Hat sie gearbeitet, bevor sie das Kind auf die Welt gebracht hat, obwohl sie schon auf dem Land lebte?

Es sind alles nur Spekulationen, was alles besprochen und nicht besprochen wurde und wir wissen tatsächlich aus wenigen Zeilen in einem Forum nicht sehr viel.
Nein. Keine Spekulation. Leute,lest doch mal den Threadtext.

Der FS hat eindeutig beschrieben, dass er mit seiner Frau schon vor dem Hausbau dort in der Nähe drei Jahre zusammen gewohnt hat.
Da hätte sie sich ja wohl eher überlegen können, ob sie in das neue Haus will oder nicht. In Großstädten ist man nach 25 km noch nichtmal aus der Stadt ganz heraus. Bei Gott, was sind denn 25 km um einen Job auszuüben?

Ich ging lange Zeit in einer Großstadt zur Schule. Das waren etwa 30 km. In schönen Tagen bin ich die Strecke mit dem Fahrrad gefahren und diese Frau hier hat sogar ein Auto.....
 
  • #105
Ich habe mal im Internet gelesen, wenn das stimmt, gibt es in der Schweiz nur 14 Tage Mutterschaftsgeld, das wars. Man lebt das klassische Familienmodell, Ehefrau daheim und verzichtet auf Karriere. Kinderbetreuung kostet immens und es mangelt an Betreuungsplätzen. Ob die Frau in den 3 Jahren zuvor gearbeitet hat und gependelt ist, weiß man nicht. Die Jobaussichten werden sich in den 4 Jahren nicht gravierend verschlechtert haben, dass sie heute im Umkreis nichts adäquates findet. Die Situation ist die, dass sie mit Kind jetzt Teilzeit arbeiten müsste. Könnten die Jobaussichten deshalb schwieriger sein? Theoretisch, wenn sie in die 25 km entfernte Stadt ziehen, sie arbeitet, müsste das Kind ebenfalls betreut werden. Einziger Vorteil wäre, dass das Kind, sofern in der Stadt vor Ort Betreuungsplätze vorhanden sind und dies auch vom FS gewünscht ist, eine räumliche Nähe für das Kind gegeben wäre. Man bringt das Kind in der Stadt zur Betreuung und holt es dort ab. Wenn jedoch die Eltern des FS sich um das Kind kümmern & betreuen wollen, könnte die Frau auch in die Stadt pendeln. Für 20-30 Min. Fahrtzeit einfache Strecke, wäre das möglich. Sofern die sie es zuvor auch getan hat. Ob der aktuelle Wohnort ein abgeschiedenes Bergdorf ohne Sozialleben ist, weiß man nicht. Es könnte auch eine kleine Stadt mit Cafés im Speckgürtel einer größeren Stadt liegen. Auch weiß man nicht, ob sich die Jobaussichten in ihrer Stadt wesentlich besser sind oder ob sie in einer anderen nächstgelegeneren Stadt nicht auch wieder pendeln müsste. Mit den Kantonsunterschieden, ob je Kanton andere gesetzl. Bestimmungen herrschen, kenne ich mich nicht aus. Einzig nur in eine Stadtwohnung zu ziehen, damit sie bei ihren geliebten (und weniger vom FS gemochten Schwieger-) Eltern wohnt und weiterhin Hausfrau ist, wäre nicht gerade sinnvoll, weil das gem. Haus dann obsolet ist. Warum ihre Freunde und Familie sie nicht besuchen und sie trotz mittlerweile 4 J wohnhaft in seiner Heimatstadt keinen Anschluss in der Heimatstadt des FS gefunden hat, weiß man nicht. Gibt es dort keine jungen Familien? Warum es 1 Jahr nach der Geburt und den Umzug ins Eigenheim jetzt die Unstimmigkeiten zum tragen kommen, was vorher (3 Jahre) hätte bemerkt und besprochen/geklärt hätte sein sollen, verstehe ich nicht ganz. Auch wenn sich die Meinung der Frau um 180 Grad gedreht hat, ist es ihr gutes Recht, es in der Beziehung anzusprechen und nach Lösungen zu suchen.
Nur wenn einer in der Beziehung unglücklich ist, weil der Wohnort letztlich nicht passt, man am Haus nicht hängt, die Eltern & Freunde fehlen, macht das Familienleben daheim für den FS auf Dauer auch keinen Spaß, trotz Haus & naheliegende Firma. Vielleicht sollte man erst einmal schauen, wo die Frau einen Job findet und im zweiten Schritt wie die Betreuung für das Kind vor Ort sichergestellt ist, dann im dritten Stadium Umzug dorthin. Dann fährt zwar der FS, aber seine Frau ist zufriedener und das Kind betreut.
 
  • #106
Ich kann sie sehr gut verstehen und sie hat wahrscheinlich folgende Gründe dafür:
Vielleicht hat sie mit den Menschen im Dorf ein Problem. Es sind zwar nur 25 Km aber in den ländlichen Bereichen zählt man trotzdem als Zugezogene und man gehört einfach nicht dazu.

Sicher ist 25 km nur ein Katzensprung aber wenn kein Autobahn da ist und man nur 50 km/h fahren darf, dauert es mindestens eine halbe Stunde bis man ankommt.

Außerdem tauchst du auch Mittags immer auf. Das wurde für mich bedeuten, dass sie das Haus hüten muss und nur für dich da sein muss etc.

Du quetschst sie in die Rolle der Frau der 50er Jahre (Nur für den Mann da sein) und sie möchte so nicht leben. Vielleicht hat sie einen Beruf gelernt oder studiert. Sie möchte auch ihr eigenes Leben gestalten und nicht Mutti und Haushälterin spielen. Du verlangst von ihr komplettes Selbstaufgabe. Es ist m. E. zu viel verlangt und heut zu Tage lässt sich kaum eine Frau auf so eine Rolle ein.
 
  • #107
Ich kann sie sehr gut verstehen und sie hat wahrscheinlich folgende Gründe dafür:
Vielleicht hat sie mit den Menschen im Dorf ein Problem. Es sind zwar nur 25 Km aber in den ländlichen Bereichen zählt man trotzdem als Zugezogene und man gehört einfach nicht dazu.

Alles nachvollziehbar, alles akzeptabel. Aber nicht der Kern der Diskussion. Das merke ich doch alles, wenn ich drei Jahre dort zur Miete wohne und baue dann woanders. Entweder der FS hat seine Frau bei der Entscheidung total übergangen oder sie hat sich das nicht vorher überlegt. Auch der angestrebte Wiedereinstieg in den Beruf hat sich doch gedanklich nicht in den letzten 2 Wochen ergeben.
 
  • #108
@Lebens_Lust, ich gebe dir recht. Von der anderen Seite hat sie es vielleicht auch versucht und sich gegen die mächtigen Schwiegereltern und den Ehemann nicht durchsetzen können. Wir wissen es nicht. Man hofft immer auf eine Besserung und tröstet sich damit, dass die Zukunft besser wird. Wenn das Kind da ist.... wenn das Haus gebaut ist.... wenn die Sonne mehr scheint.... Diese hoffen und sich trösten kennen wir doch alle.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass sie sich in dem Haus nicht wohlfühlt. Weil eben nicht ihr Haus ist. Der Mann und seine Eltern haben es gebaut. Vielleicht wurde sie gar nicht gefragt, was und wie sie sich das Haus vorstellt. Vielleicht fühlt sie sich wie eine Haushälterin. So haben nicht einmal unsere Mütter gelebt.
 
  • #109
Ich habe mal im Internet gelesen, wenn das stimmt, gibt es in der Schweiz nur 14 Tage Mutterschaftsgeld, das wars. Man lebt das klassische Familienmodell, Ehefrau daheim und verzichtet auf Karriere.

14 Wochen, der Mann hat einen Tag Vaterschaftsurlaub - die Schweiz führt hier die Liste von hinten rühmlich an.... Man wird politisch in das Modell gezwungen, weil eine Frau die studiert hat nicht mehr wie 40% arbeiten sollte, sonst zahlt sie drauf (Krippenkosten und Steuerprogression bei verheirateten Paaren). Insbesondere in einem Dorf steht Frau komplett an, was ihr wohl erst bewusst wurde, seit sie an das Haus gebunden ist... Und die Krippen sind superunflexibel, das geht nicht auf, wenn man auf dem Land lebt. Entweder man geht als Vollzeitmutti auf (& kann sich das Modell leisten) oder es fällt die Decke auf den Kopf.

Insbesondere erwartet der FS, dass sie ja wieder arbeitet, da es knapp ist - sie soll also das längere Pendeln auf sich nehmen, an einem Ort wohnen wo sie unglücklich ist und dazu ist ihre Jobaussicht schlecht...

Ich denke die Vorstellung vom Traumhaus, die er wohl eher pushte - für ihn passt es ja - ist für sie der immer grösser werdende Alptraum.

Lieber FS, sprich mit Deiner Frau und geh auf sie ein - ich würde das nicht aushalten!
 
  • #110
Als typischer Städter sollte man das doch recht bald merken... kann mir nicht vorstellen, dass einem das erst nach 3 Jahren (!) auffällt... und dann kauft man gerade dort, wo man nicht sein mag, noch ein Haus, bzw. baut? Nee, so blöd ist doch wirklich niemand...

Das ist die große Frage, ob man es vorher merkt. Ich denke, wer keine Erfahrungen mit dem Landleben hat, weiß nicht was da auf ihn zukommt und kann unerfreuliche Überraschungen erleben.
Die beiden sind eine junge Familie, d.h. haben nicht jeder 50 Jahre Lebenserfahrung in unterschiedlichen Lebenssituationen.

Die Frau des FS war vorher berufstätig und könnte anders Leben als jetzt. Weil sie nun sehr schlechte Berufschancen in ihrem Wohnort hat, ist anzunehmen, dass sie vorher in der Stadt gearbeitet hat.
Sie hatte sicherlich im Beruf Umgang und Austausch mit Kollegen, was einen großen Teil der sozialen Kontakte abdeckt, man geht mittags zusammen essen, nach der Arbeit mit Freunden ab und an spontan ins Kino oder auf ein Glas Wein.
Da kann man gut am Wochenende die Ruhe auf dem Dorf genießen. Die Freunde trifft man dann ab Montag wieder.

Ihre Lebenssituation hat sich gravierend geändert und das hat sie in den 3 Jahren als sie noch arbeitete in dem Ausmaß nicht vorhergesehen.
Sie hockt mit einem Baby allein auf dem Dorf. Die Freunde haben auch ihr Leben, auch andere Freunde und kommen nicht oft auf dem Dorf vorbei. Die Kontakte werden loser. Das habe ich selber festgestellt, als ich hier in Hamburg ganz am Stadtrand ein Haus baute, genau am anderen Ende der Stadt, wo wir vorher unsere Kontakte hatten.

Sie soll arbeiten, hat aber garkeine Chancen, dort Arbeit zu finden, weil Grenzgebiet - ist Schweiz, EU-Freizuegigkeit gibt es da nicht.
Zufriedenstellende soziale Kontakte für eine gebildete Frau im 4.000 Einwohnerdorf? Eher schwierig. Wer jung und berufstätig ist, entschwindet aus dem Dorf in die Stadt, genau wie in Deutschland.
Es bleiben zurück die weniger Gebildeten und die Alten, nicht unbedingt inspirierend für eine junge Frau.
Die Dörfer schrumpfen und damit deren Infrastruktur (Café, Arztversorgung, Einkaufsmöglichkeiten, Jobchancen, Kinderbetreuung, Schulen) und Anbildung. Alles ist mit Fahrwegen verbunden.
Mit einem Baby bleibt man dann nicht stundenlang irgendwo in der Stadt im Cafe, wenn die Freunde noch arbeiten - da gibt es andere Zwänge und der Vater soll sein Kind ja auch zu Gesicht bekommen.

Das Haus wurde mit dem Geld der Schwiegereltern gekauft. Man weiß nicht, welcher Druck dahinter steckte, inwieweit sie frei mitentscheiden könnte, ihren Mann nicht enttäuschen wollte etc. Man kann von einer jungen Frau nicht die Weitsicht fordern, die andere mit 20 Jahren mehr Lebenserfahrung nicht haben.
Vielleicht wollte sie sich bemühen und stellt jetzt fest: es geht einfach nicht.
 
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