• #31
...weil Du innerlich nicht begriffen hast, daß Dein Mann und Dein Kind von nun an wichtiger sind als Vater und Mutter.
Weil Du es nicht begriffen hast, daß Mann und Kind wichtiger sind läßt Du es zu, daß Mann und Kind wegen weniger wichtiger Personen (verst. Vater, Mutter in der Nervenheilanstalt) vernachlässigt werden....
Liebe Miramira,

WICHTIG bist DU. Und Dein Kind, diese Frage stellt sich nicht.
Gut, dass Du Dir professionelle Unterstützung geholt hast, es ist sicherlich ein größeres Thema, nicht nur die Trauer.
Solche Posts zeigen nur den Verfasser.

Doch auch ein Lichtblick - Deine Kleine.
Du machst es gut mit ihr, und das Wichtigste - Du liebst sie. Das ist der wichtigste Unterschied zu Deiner Mutter, versuche Dich da klar abzugrenzen - Deine Mutter war, wie sie war, und Du bist Du. Ein ganz eigener Mensch, fähig zu lieben und Mutter zu sein.
(ich bin auch die Tochter einer solchen Mutter - und auch wenn ich meine Fehler gemacht habe, die Beziehung zu meinen Kindern ist sehr liebevoll, stabil, sie wissen dass ich sie liebe und mir vertrauen können. Urvertrauen und Urliebe).
Ich kenne aber genau auch diese Zweifel.

Jemanden ändern kannst Du nicht - er ist wie er ist - und Du eben wie Du bist.
Auch für ihn solltest Du wichtig sein, so wie er sich verhält, ist davon nichts zu spüren.

Versucht eine gute gemeinsame Elternschaft hinzubekommen - aber als getrenntes Paar.
Als Partner ist er für Dich m.E. schädlich, destruktiv und ungeeignet. In so einer Beziehung aufzuwachsen, ist für ein Kind auch nicht gut.

Mach Dich auf Deinen Weg, nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, zum Trauern und für alles andere.
Und lerne Dich selbst wert zu schätzen.
Alles Liebe.
 
  • #32
Für mich steht an erster Stelle das Kind und dann die engere Famile wie Eltern und Geschwister. Ein Mann ist nicht so wichtig.
Wer so denkt hat sich nie abgenabelt von den Eltern und ist nicht loyal zum Partner. Kommt es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Partner und Eltern kann es nicht sein, daß man die Eltern blind - weil aus biologischen Gründen - unterstützt. Ich sag nur das Stichwort Mann steht im Streit zwischen der Frau und der (Schwieger-)Mutter.

Die FS hat es richtig gemacht und sich professionelle Hilfe geholt.
Was hat die Hilfe denn gebracht? Wenn es was gebracht hätte, hätte die FS das Posting ja nicht geschrieben. Durch die "professionelle Hilfe" wird das Problem nicht kleiner und der tote Vater und die Mutter werden nicht zurück kommen. Wie will man an dem Zustand - der eben so ist - etwas mit "professioneller Hilfe" ändern? Also ist der Seelenklempner ein Umweg, der das Problem - weil es erst zum Problem wird und weil man das Problem schön instrumentalisieren kann um sich schwach zu fühlen mit der Folge, daß einem die Kraft, das Problem zu lösen, gerade geraubt wird - ein Umweg, der nichts bringt.

FS, wenn das was Du über Deine Mutter schreibst stimmt, dann musst Du akzeptiert dass sie krank ist und auch nicht anders kann. Du musst für sie genauso Verständnis für sie aufbringen, wie Du Verständnis von Deinem Partner erwartest.

Du musst auch akzeptieren, dass Dein Partner Dich nicht versteht und Du für Dich die Konsequenzen ziehen musste.
Und schuld an allem ist - klar - der Mann, der für alles Verständnis aufzubringen hat. Als Trauernder ist man frei von jeder Verantwortung für Personen, die einen lieben und das Kind.
 
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  • #33
Liebe FS,
was dir wiederfahren ist, tut mir sehr leid. Fühl dich auch von mir ganz arg gedrückt und ich wünsche dir Freundinnen und ein soziales Umfeld, das dich gebührend stützt und dir Rückhalt gibt.
Nimm dir Zeit für deine Trauer, für dein Kind. Deine Mutter lasse erst einmal außen vor. Möglich, dass sich ihr Zustand wieder bessert, dass sie wieder normal wird, das wissen wir nicht.
Auch dass du mit deinem Partner derart daneben gelangt hast, tut mir sehr leid.Es ist sicher sehr schmerzhaft das wahre, hässliche Gesicht dieses Mannes jetzt, in einem so schlimmen Moment zu erkennen. Aber wenigstens hast du es jetzt und nicht nach weiteren Jahrzehnten erkannt.
Liebe FS, werfe diesen Unmenschen aus deinem Leben, konzentriere dich auf dich und dein Kind und irgendwann wird auch in deinem Leben wieder die Sonne scheinen.
Ich wünsche dir und deinem Kind alles Gute.
 
  • #34
Und schuld an allem ist - klar - der Mann, der für alles Verständnis aufzubringen hat. Als Trauernder ist man frei von jeder Verantwortung für Personen, die einen lieben und das Kind.
Wo habe ich geschrieben, dass der Mann schuld ist! Hier geht es nicht um Schuld oder Unschuld, hier geht es darum dass bei allen Beteiligten das Leben wieder funktioniert und das passiert nicht dadurch, dass man alles vergisst oder wegschiebt.

Das was Du unter Abnabeln verstehst ist für mich nicht nachvollziehbar. Zwischen Eltern und Kinder besteht immer eine Verbindung egal wie alt man ist, wenn die Beziehung gesund und intakt ist.
 
  • #35
Und schuld an allem ist - klar - der Mann, der für alles Verständnis aufzubringen hat. Als Trauernder ist man frei von jeder Verantwortung für Personen, die einen lieben und das Kind.
Das kann man wirklich so sagen, dass er Schuld ist, denn er macht ihr das Leben noch zur Hölle und noch viel schwieriger als es für sie ohnehin ist. Verantwortung trägt sie ja schon für ihr Kind aber sie kann doch nicht Verantwortzng für einen erwachsenen Id***ten tragen. Was für eine Verantwortung hätte sie denn ihm gegenüber? Der Mann kann selber kochen und essen und für den eigenen Haushalt sorgen ausser er hat beide Arme gebrochen!

Das einzige was ihm im Moment fehlt, ist wahrscheinlich nur der Sex, darum ist er so beleidigend und aggressiv ihr gegenüber, er hat es dringend nötig und ist notgeil. Deshalb bedrängt er sie und will, dass sie wieder normal wird in dem Sinne, dass er wieder mit ihr Sex haben kann! "hör auf zu trauen werde endlich normal ich habe Sex so dringend nötig" Er hat gesunde Hände und kann sie benutzen.

Sonst verhungert der Arme! Entschuldigung den Zynismus.

Ich hatte einmal ausgerechnet während der Ferien meine Periode, wie zu erwarten war. Mein Ex war ein wenig ungeduldig und meinte: "wann ist nun deine Periode vorbei?"
 
  • #36
Es ist mir zuviel Stress, die Nähe mir zuwider, er mir zu anstrengend, seine Verständnislosigkeit macht mich traurig und wütend. Er ist mir mehr Last als Unterstützung, auch mit dem Baby. Derzeit besteht kein Kontakt zu ihm. Ich fühle mich erleichtert, obwohl ich ihn vermisse. Aber was vermisse ich, Diskussionen, Streit, Druck und kein Verständnis? Die guten Zeiten von "vorher"? Mittlerweile sehe ich es so, dass die Basis der Beziehung wohl nicht stark genug war, die Veränderungen durchzustehen. Wir können nicht mehr reden, verstehen einander nicht mehr. Ich bin auch nicht mehr derselbe Mensch. Er sagt er liebt und vermisst uns, aber er macht mir Vorwürfe, gibt immer Kontra, rastet wegen Kleinigkeiten aus und schreit mich an, beleidigt mich. Die Fronten sind total verhärtet.
Natürlich verändert sich ein Mensch total, wenn er jemanden verloren hat (weiss ich selbst)insbesondere, wenn es eine Person ist die man sehr geliebt hatte und das nicht verstehen und nachvollziehen, sofern er niemanden verloren hatte.

Ich glaube von Anfang an hatte die Basis nicht gestimmt, ihr hattet keine festes Fundament für einander da zu sein, euch gegenseitig zu unterstützen. Offensichtlich haben euch diese Ereignisse nicht nur der Tod deines Vaters, sondern auch der Konflikt mit der Mutter statt näher zu bringen auseinander gebracht. Das letzte, was du brauchst ist sein Unverständnis, Ungeduld, seine Ausraster und Beschimpfungen.

Verständlich, dass du ihn nicht ertragen kannst und dass du ihn als Klotz am Bein empfindest.

Worüber hattet ihr diskutiert und gestritten konkret, was erwartet und fordert er von dir? Was wirft er dir vor?
Hast du ihm gesagt, was du dir von ihm gewünscht hattest, dass er dich umarmt und für dich da ist und dass er dich versteht, wie sehr du deinen Vater liebtest und vermissen wirst?
 
  • #37
Wo habe ich geschrieben, dass der Mann schuld ist! Hier geht es nicht um Schuld oder Unschuld, hier geht es darum dass bei allen Beteiligten das Leben wieder funktioniert und das passiert nicht dadurch, dass man alles vergisst oder wegschiebt.
Richtig. Es passiert dadurch, indem man aktiv verarbeitet, aber nicht krampfhaft an Vergangenheit festhält.
Das was Du unter Abnabeln verstehst ist für mich nicht nachvollziehbar. Zwischen Eltern und Kinder besteht immer eine Verbindung egal wie alt man ist, wenn die Beziehung gesund und intakt ist.
Abnabeln bedeutet, sein Leben eigenständig leben zu können, ohne emotional oder anderweitig von Eltern abhängig zu sein. Also weder von ihrem Werturteil, ihren Einstellungen oder anderen Dingen.
Es klingt so, als ob du das nicht geschafft hast bis jetzt. Und eine gesunde Beziehung zu deiner Mutter hast du ja keinesfalls, was ja auch mit einer psychisch kranken Person nicht möglich ist.
Auch hier in deinen Posts zeigt sich, daß du beharrlich an etwas festhalten willst, ohne Einsicht. Daß das für einen Partner nicht auszuhalten ist, ist für mich 100% nachvollziehbar.
Also - kein Jammern hier über deinen bösen Partner - sondern Konzentration auf eine positive Weiterentwicklung deines Lebens.
Momentan machst du bereits den Riesenfehler, dich nur auf das negative zu fokussieren und dich nicht entsprechend emotional um dein Kind zu kümmern, das scheinbar nebenbei läuft.
Deine Priotitäten sind dringenst zu überdenken, sonst geht das Drama in die nächste Generation über. Das passiert, wenn man den Teufelskreis nicht bewußt durchbricht.
 
  • #38
Richtig. Es passiert dadurch, indem man aktiv verarbeitet, aber nicht krampfhaft an Vergangenheit festhält.

Abnabeln bedeutet, sein Leben eigenständig leben zu können, ohne emotional oder anderweitig von Eltern abhängig zu sein. Also weder von ihrem Werturteil, ihren Einstellungen oder anderen Dingen.
Es klingt so, als ob du das nicht geschafft hast bis jetzt. Und eine gesunde Beziehung zu deiner Mutter hast du ja keinesfalls, was ja auch mit einer psychisch kranken Person nicht möglich ist.
Auch hier in deinen Posts zeigt sich, daß du beharrlich an etwas festhalten willst, ohne Einsicht. Daß das für einen Partner nicht auszuhalten ist, ist für mich 100% nachvollziehbar.
Also - kein Jammern hier über deinen bösen Partner - sondern Konzentration auf eine positive Weiterentwicklung deines Lebens.
Momentan machst du bereits den Riesenfehler, dich nur auf das negative zu fokussieren und dich nicht entsprechend emotional um dein Kind zu kümmern, das scheinbar nebenbei läuft.
Deine Priotitäten sind dringenst zu überdenken, sonst geht das Drama in die nächste Generation über. Das passiert, wenn man den Teufelskreis nicht bewußt durchbricht.
Hör nicht auf verbittertes Gequatsche von Menschen, die ihr eigens Leben nicht auf die Reihe bekommen, FS. Du machst das mit deiner Trauer und deinen Gefühlen genau richtig. Nimm dir Zeit für deine Trauer, deine Genesung und du machst das mit deinem Baby wirklich ganz klasse.
 
  • #39
Hier die Fragestellerin

Den Psychologen habe ich bereits mit Diagnosestellung bei meinem Vater kontaktiert. Natürlich rede ich dort auch über die Beziehungsprobleme. Jedoch wird wohl kein guter Psychologe einem sagen, was man tun soll. Ich erhoffe mir hier einfach weitere Meinungen und Erfahrungen.

Meinem Partner hatte ich mehrfach versucht zu erklären, wie es mir geht. Es kam einfach nicht bei ihm an, oder er konnte/ wollte es eben nicht verstehen. Er hat seine Eltern und Großeltern noch. Irgendwann habe ich aufgehört mit ihm darüber zu reden, da es nichts brachte außer solchen Sprüchen von ihm, die mich verletzten. Ich habe ihm gesagt, dass er mich irgendwann vielleicht mal verstehen können wird (er hängt ziemlich an seiner Mutter).

Mittlerweile denke ich, dass es einfach sein Charakter ist. Er hat mir auch mal gesagt, wo es mir zum Ende der Schwangerschaft nicht gut ging, Schwangerschaft ist keine Krankheit. Mir ist es ein Rätsel, warum ich dieses fehlende Mitgefühl bzw. diese Härte nicht eher gesehen habe.

Wieso hier geschrieben wird, ich vernachlässige mein Kind und übernehme keine Verantwortung, verstehe ich nicht. Ich bin seit der Geburt 24 Stunden am Tag an 7 Tagen die Woche für es da. Mein Kind ist mir gerade das Wichtigste.

Ja, genau so habe ich es empfunden, statt Unterstützung hat mir mein Partner es noch schwieriger gemacht. Diskussionen und Streit gab es um alles Mögliche. Ich dachte bei vielen seiner Punkte einfach nur: Das sind deine Probleme? Dann beneide ich dich... Ich habe schließlich irgendwann "dicht gemacht" und nicht mehr geantwortet, nichts mehr gesagt, sondern mich zurück gezogen. Wollte nur meine Ruhe und nicht diese sinnlosen und endlosen Diskussionen. Es war mir einfach zuviel. Er als zusätzlicher Stressfaktor war mir zuviel. Ich habe ihn sozusagen nicht mehr ausgehalten, nicht umgekehrt.

Ob ich meine Bedürfnisse klar genug kommuniziert habe, weiß ich nicht. Ich denke schon, jedoch hatte ich nicht die Kraft gegen ihn anzureden und hab dann geschwiegen, da ich keinen Streit wollte bzw. einfach resigniert hatte.

Auf eine positive Weiterentwicklung meines Lebens konzentriere ich mich - die Frage ist eben, ob mit diesem Partner oder allein. Ich weiß jedoch, dass ich mir anderes von meinem Partner wünsche als Kühlschrankmentalität.
 
  • #40
Auf eine positive Weiterentwicklung meines Lebens konzentriere ich mich - die Frage ist eben, ob mit diesem Partner oder allein. Ich weiß jedoch, dass ich mir anderes von meinem Partner wünsche als Kühlschrankmentalität.
Du hast festgestellt, daß dieser Mann dir Energie raubt anstatt sie zu geben. Dir einzugestehen, daß deine Menschenkenntnis nicht ausgereicht hat, daß du dich getäuscht hast, oder Dinge nicht wahrhaben wolltest - das ist hart, aber es geht. Erst dann wirst du offen sein für eine positive Weiterentwicklung!
 
  • #41
Es klingt so, als ob du das nicht geschafft hast bis jetzt. Und eine gesunde Beziehung zu deiner Mutter hast du ja keinesfalls, was ja auch mit einer psychisch kranken Person nicht möglich ist.
Auch hier in deinen Posts zeigt sich, daß du beharrlich an etwas festhalten willst, ohne Einsicht. Daß das für einen Partner nicht auszuhalten ist, ist für mich 100% nachvollziehbar.
...
Also - kein Jammern hier über deinen bösen Partner - sondern Konzentration auf eine positive Weiterentwicklung deines Lebens.
Momentan machst du bereits den Riesenfehler, dich nur auf das negative zu fokussieren und dich nicht entsprechend emotional um dein Kind zu kümmern, das scheinbar nebenbei läuft.
Deine Priotitäten sind dringenst zu überdenken, sonst geht das Drama in die nächste Generation über. Das passiert, wenn man den Teufelskreis nicht bewußt durchbricht.
ich glaubst ja nicht wie unverschämt und anmaßend es ist ihr zu unterstellen, sie hätte sich nicht abgenabelt. Hat hier jemand nicht begriffen dass ihr Vater nicht nach Australien ausgewandert sondern gestorben ist und es ist nicht irgend ein entfernter Nachbar sondern ihr Fleisch und Blut gestorben. Das ist endgültiger Verlust aber würde ihr Partner sterben da würde niemand von ihr erwarten, dass sie wieder funktioniert, obwohl eigentlich die eigenen Eltern einem doch viel näher stehen da Blutsverwandte. Der Partner kann jemanden verlassen oder betrügen aber das tun die Eltern in der Regel nicht. Auch wenn die Kinder schon längstens erwachsen sind.
Auch die Eltern sind wichtig, weil sie einem das Leben geschenkt haben, der Partner und die eigenen Kinder. Jeder Mensch hat seinen Platz und seine Rolle im sozialen Netz. Sie hat eine soziale Rolle als Tochter, Schwester (ihrem Bruder), Partnerin und Mutter.

Wenn man ihren letzten Beitrag liest dann könnte man ihrem Freund fast wünschen, dass auch er seine Mutter verliert. Erst dann wird er vollkommen verstehen, wie sie sich fühlt! Das wird auch eines Tages passieren aber dann ist es vielleicht zu spät, weil sie nicht mehr zusammen sein würden. Schrecklich auch wie er während ihrer Schwangerschaft reagiert hatte. Einen Kühlschrank nennt sie ihn zurecht!
 
  • #42
Meinem Partner hatte ich mehrfach versucht zu erklären, wie es mir geht. Es kam einfach nicht bei ihm an, oder er konnte/ wollte es eben nicht verstehen. Er hat seine Eltern und Großeltern noch. Irgendwann habe ich aufgehört mit ihm darüber zu reden, da es nichts brachte außer solchen Sprüchen von ihm, die mich verletzten. Ich habe ihm gesagt, dass er mich irgendwann vielleicht mal verstehen können wird (er hängt ziemlich an seiner Mutter).
Mittlerweile denke ich, dass es einfach sein Charakter ist. Er hat mir auch mal gesagt, wo es mir zum Ende der Schwangerschaft nicht gut ging, Schwangerschaft ist keine Krankheit. Mir ist es ein Rätsel, warum ich dieses fehlende Mitgefühl bzw. diese Härte nicht eher gesehen habe.
Das alles bestätigt meine Vermutung.Ihr kommuniziert falsch. Du verstehst ihn nicht.

Er meint es nicht wirklich böse mit Dir, aber ihm sind Deine tiefen Gefühle selbst unbekannt und daher eher lästig.

Wenn Du meinst, deswegen ganz auf ihn verzichten zu können, dann verlasse ihn.

Ansonten musst Du eben in Zukunft noch deutlicher kommunizieren und Dir dadurch Freiräume und externe Hilfe holen, in denen Du Deine seelische Probleme mit anderen (z.B. Freundinnen und Therapeuten) aufarbeiten kannst.

Wenn Du klare Absprachen trifft, kannst Du ihn ja dazu verdonnern, in diesen Freiräumen auf das Kind aufzupassen.
 
  • #43
Die FS

Schwangerschaft ist keine Krankheit. Mir ist es ein Rätsel, warum ich dieses fehlende Mitgefühl bzw. diese Härte nicht eher gesehen habe.
Das Problem ist doch die mentale Stärke. Hat man sie, kann man sagen "Es ist eben so - man kann es nicht ändern", hat man sie nicht, dann fällt man in ein tiefes Loch aus Trauer. Mit mentaler Stärke bringt man es hin, sich zu überlegen "Wenn ich trauere und Gedanken auf etwas verschwende, das ich nicht ändern kann kostet es mich eine Menge Zeit, Emotionen, Gefühle, Nerven und Kraft." Es ist irgendwie eine reine emotions-wirtschaftliche Betrachtung.

Denk mal nach: Was hat die endlose Trauer in dem ganzen Jahr gebracht ? Nichts - außer daß Deine Beziehung so gut wie am Ende ist. Willst weiter trauern ? Nicht jede Beziehung scheitert, weil ein Partner jemand in seiner Familie verliert.

Und auch Deine Annahme, er wisse nicht, wie das ist, geht fehl. Wir hatten in 2015 einen Todesfall in der Familie - beide waren 67 Jahre verheiratet. Der Mann starb. Wir telefonieren regelmäßig mit ihr. Sie sagt "Es ist eben so - Gott sei Dank hat er (lange Krankheit) sterben dürfen." Sie fällt nicht ins Loch was leicht möglich wäre, wenn sie die 67 Jahre im einzelnen aufarbeiten würde, denn ich kenn kaum glücklichere Paare als die beiden.

Ich sage nicht, daß man nicht trauern darf und nicht mal eine Zeit lang den Kopf senken darf - nur muß man ihn wieder aufrichten, jedenfalls aber wieder aufrichten wollen. Und das sehe ich bei der FS nicht. Es bleibt zu prüfen, warum nicht jede Beziehung scheitert, wenn ein Partner jemanden verliert. Beide müssen damit umgehen und die FS hat nicht nur das falsche System sondern des Umgangs mit Trauer und läßt auch nicht einmal die Bereitschaft erkennen, mit dem Trauern aufhören zu wollen.

Daß dann keine Normalität einkehrt mit der Folge daß das Kind die schlechte Stimmung durch Trauer spürt, braucht nicht zu wundern. Wichtig ist aber die Gegenwart und nicht, daß irgendwann einmal geliebte Personen gelebt haben. Zudem bleibt offen, was der Mann konkret falsch gemacht hat. Er will nur seine Freundin und sein Kind lieben, die Freundin wendet sich wegen Dritter Personen ab.
 
  • #44
Wenn man ihren letzten Beitrag liest dann könnte man ihrem Freund fast wünschen, dass auch er seine Mutter verliert. Erst dann wird er vollkommen verstehen, wie sie sich fühlt! Das wird auch eines Tages passieren aber dann ist es vielleicht zu spät, weil sie nicht mehr zusammen sein würden. Schrecklich auch wie er während ihrer Schwangerschaft reagiert hatte. Einen Kühlschrank nennt sie ihn zurecht!
Ich glaube nicht, daß der Mann erst beim Verlust der Mutter die FS verstehen wird. Hätte er Empathie, würde er es jetzt schon. Der aktuelle Anlaß hätte ihn dazu veranlaßt, sich in sie oder in sich selbst in dieser Situation hineinversetzen zu können.
Keine Empathie zu haben gehört offenbar zu seinem Charakter, das wird sich auch nicht ändern, wenn es ihn selbst betrifft.
 
  • #45
ich glaubst ja nicht wie unverschämt und anmaßend es ist ihr zu unterstellen, sie hätte sich nicht abgenabelt
Doch. Abnabeln in doppelter Hinsicht:

1) von der Familie an sich - sie hat einen Freund und ein Kind - und das Wohl des Kindes wird nun beinträchtigt durch die fortgesetzte und dauerhafte Trauerstimmung

2) von toten Personen. Die FS trauert nun schon ein Jahr.

In der Vergangenheit kleben zu bleiben macht keinen Sinn, weil die Vergangenheit unabänderlich ist.

Erst dann wird er vollkommen verstehen, wie sie sich fühlt!
Es gibt keine Regel wie man sich fühlt und wie man trauert. Jeder Mensch ist anders und jeder geht anders mit Trauer um. Es gibt Leute, die sagen "mit etwas, das ich nicht ändern kann, versuche ich gar nicht erst mich zu befassen" - und er tickt wohl so.

Die FS

Ich denke schon, jedoch hatte ich nicht die Kraft gegen ihn anzureden und hab dann geschwiegen, da ich keinen Streit wollte bzw. einfach resigniert hatte.
Woher nimmt die FS die Erkenntnis, daß ihr Standpunkt ("ich trauere viel") richtig ist ? Aus seiner Sicht ist ihr Standpunkt falsch und so redet er gegen sie an.

Das kann man wirklich so sagen, dass er Schuld ist, denn er macht ihr das Leben noch zur Hölle und noch viel schwieriger als es für sie ohnehin ist.
Was macht dann sie - wenn ihr Standpunkt falsch sein sollte und wenn die FS weder klar kommuniziert, daß sie mit ihm die Probleme lösen will noch daß sie bei ihm bleiben will noch daß sie irgendwann (wann eigentlich) zur Normalität zurück kehren will ?

Auch hier in deinen Posts zeigt sich, daß du beharrlich an etwas festhalten willst, ohne Einsicht. Daß das für einen Partner nicht auszuhalten ist, ist für mich 100% nachvollziehbar.
Eben. Beide sind beharrlich auf etwas fixiert und je mehr der eine an seinem Standpunkt festhält, desto mehr beharrt der andere auf seinem. Und dem Mann werfe ich erst einmal nichts vor, denn er will nur die Geburt seines Kindes genießen und die Frau lieben. Worin der weitere Vorwurf liegen soll, ist nicht ersichtlich, aber hier wird leicht und pauschal die Schuld beim Mann gesucht und übersehen, daß auch ein Problem bei der FS liegen könnte.
 
  • #46
Mir ist es ein Rätsel, warum ich dieses fehlende Mitgefühl bzw. diese Härte nicht eher gesehen habe......
Ich weiß jedoch, dass ich mir anderes von meinem Partner wünsche als Kühlschrankmentalität.
Lieeb FS,
damit hast Du Deine Entscheidung doch schon gefällt und sie ist richtig. Lass' ihn seine Vaterpflichten (Unterhaltspflicht, Umgangsrecht) wahrnehmen und beende trotzdem die Partnerschaft. Du siehst doch, dass Du ohne ihn im Alltag besser klar kommst.

Er kann trotzdem ein fürsorglicher Vater für euer sein, wenn auch nicht der empathischste.

Mit der Frage, warum Du "fehlendes Mitgefühl und Härte" vorher nicht gesehen hast, solltest Du Dich wirklich befassen - am besten bevor Du bei einer neuen Beziehung mit der gleichen Blindheit startest.

Ich unterstelle ihm übrigens keine Härte, nur fehlende Empathie, wenig Lebenserfahrung und Weitsicht, sowie fehlenden Willen, solche Fähigkeiten zu erwerben. In Deiner Familie scheint einiges im Argen zu liegen und vermutlich konnte er nicht nachvollziehen, dass Du an der Familie trotzdem hängst und trauerst, statt das Hier und Jetzt Deiner eigenen Familie zu genießen.
 
  • #47
damit hast Du Deine Entscheidung doch schon gefällt und sie ist richtig. Lass' ihn seine Vaterpflichten (Unterhaltspflicht, Umgangsrecht) wahrnehmen und beende trotzdem die Partnerschaft. Du siehst doch, dass Du ohne ihn im Alltag besser klar kommst.
Schuld ist der angeblich nicht empatische Mann wenn Frau Probleme hat und endlos und fortgesetzt trauert.

Hat man denn den Standpunkt des Mannes überhaupt gewürdigt ? Von dem wissen wir nur, was die FS von ihm erzählt. Es ist höchst leichtfertig, wenn alle, die gern und viel trauern (weil sie den Mechanismus nicht durchblicken, daß es einen selber runterzieht je mehr man den Gefühlen freien Lauf läßt weil man den Kopf nicht einschalten kann) sich hier in einer Allianz zusammenfinden, die es einem Trauernden ermöglicht, weiter zu trauern.

Die Frage ist doch, was Sinn macht und was die FS will. Das ist Ausgangspunkt von allem. Davon, daß der Mann die Frau und das Kind lieben will, ist auszugehen. Wenn die Frau aber trauern (und sich nicht aus der Trauer lösen will) dann liegt der Grund dafür daß die Beziehung scheitert, bei der Frau, weil die Frau sich weder auf die schönen Dinge des Lebens noch auf die Zukunft noch auf die Wohl des Kindes (das unter der Traueratmosphäre leiden wird) konzentrieren will.

Ich halte es für höchst gewagt, hier einfach pauschal die Behauptung aufzustellen, daß es der FS ohne den Mann - den keiner kennt und der hier seinen Standpunkt nicht gesagt wird - besser gehen wird. Das mag vielleicht ein paar Tage so sein, aber aus dem tiefen (selbst gemachten) Loch der Trauer kommt die FS nur raus, wenn sie Stärke und Halt findet. Daß sie den von dem Mann nicht einmal dann bekommt wenn sie Halt und Stärke vom Mann einfordert, glaube ich nicht.

Im übrigen mag sie sich vielleicht ohne ihn ein paar Tage wohler fühlen, doch trauert sie ohne ihn noch länger - weil niemand da ist, der sagt "Hör auf zu trauern - schau, es sind so viele schöne Dinge im Leben da." Die Aussicht, daß es der FS auf Dauer ohne ihren Freund schlechter geht, ist damit groß.
 
  • #48
Ich glaube nicht, daß der Mann erst beim Verlust der Mutter die FS verstehen wird. Hätte er Empathie, würde er es jetzt schon. Der aktuelle Anlaß hätte ihn dazu veranlaßt, sich in sie oder in sich selbst in dieser Situation hineinversetzen zu können.
Keine Empathie zu haben gehört offenbar zu seinem Charakter, das wird sich auch nicht ändern, wenn es ihn selbst betrifft.
Ich glaube schon, dass er erst dann begreift, wenn jemand aus seiner Familie stirbt, was das für seine Freundin bedeutete und erst dann könnte er epmhatisch hoffentlich ihre Gefühle verstehen.

Als mein Vater an Krebs erkrankt war, konnte ich noch viel besser nicht mit dem Verstand, sondern mit meinen Gefühlen verstehen, wie sich mein Vater fühlte als ich selbst eine chron. Krankheit bekam und er sie mir am liebsten aus Liebe abgenommen hätte. Seine Tochter hätte am liebsten, wenn er könnte geheilt oder ein Heilmittel gefunden genauso, wie ich angefangen habe über Krebs zu lesen, nach Behandlungsmöglichkeiten online zu suchen.
Nicht umsonst sagte er: "es wäre besser ich wäre krank geworden statt du" 'und wenn es möglich wäre, so hätte mein Vater seine Gesundheit für meine geopfert - so wie ich ihn kannte.

Erst dann begriff ich wirklich, wie mein Vater ohnmächtig, verzweifelt, sorgenvoll und voller Ängsre war. Dann wusste ich, dass er damals die selben Gefühle empfand, was er seelisch durchgemacht hatte, weil ich plötzlich das Gleiche durchmachte, als er selbst erkrankte und ich mir wünschte, dass er vom Krebs geheilt würde.

Das kann er wirklich nicht nachvollziehen und verstehen, was sie empfindet, sondern vermutlich erst dann, wenn er selbst jemanden durch den Tod verliert. Niemand der keinen Rollstuhl benutzen muss - wie ich - kann nicht nachempfinden, was das heisst, bis er/sie selbst viel. eines Tages das erleben muss - auch wenn es vorübergehend sein sollte. So wie ich nicht nachempfinden kann, wie es ist, wenn jemand Neurodermitis hat und den ständigen Juckreiz ertragen muss.

Man kann sich das nur intellektuell vorstellen aber nicht nachempfinden.
 
  • #49
Du hast festgestellt, daß dieser Mann dir Energie raubt anstatt sie zu geben. Dir einzugestehen, daß deine Menschenkenntnis nicht ausgereicht hat, daß du dich getäuscht hast, oder Dinge nicht wahrhaben wolltest - das ist hart, aber es geht. Erst dann wirst du offen sein für eine positive Weiterentwicklung!
Der Charakter eines Menschen zeigt sich erst in einer Krisensituation. Sie selbst macht sich Vorwürfe, wie sie seine Kälte und Härte nicht erkennen konnte. Natürlich konnte sie das nicht erkennen und sehen, denn es gab auch keine Krise und keine Situation in welcher er seine nicht vorhandene oder viel. doch vorhandene Empathie hätte beweisen können.

Bis zum Todesfall verlief ihr Paar-Leben in ruhigen Bahnen, es war alles in Butter. Und dann kommt der Schicksalsschlag. Niemand macht sich vorher Gedanken: "ist mein Partner mitfühlend oder nicht?" In unbeschwerten und sorglosen Zeiten kann sich das nicht zeigen, erst im Schmerz und Leid, deshalb konnte sie das auch nicht erkennen (@Vikky). Bei Krankheiten oder Todesfällen hauen viele so genannte gute Freundin ab, weil sie damit so überfordert sind und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Sie wird auch nicht wissen, wie ein anderer Mann ist - nicht im Voraus -ausser sie lernt einen neuen Partner kennen, der bereits jemanden durch den Tod verloren hat.

@44 sie trauert wie im Buche beschrieben +/- 1 Jahr, genau wie mir der Psychiater auch sagte, dass man durchschnittlich ein Jahr trauert manche länger, manche weniger lang auch wenn man amtlich nach dem neuen DSM-V die Psychiater als Experten sich anmassen, die Trauerzeit auf drei Wochen zu reduzieren!

@Miramira macht dir keine Selbstvorwürfe, dass du das nicht erkennen konntest. Wenn es auch keine ernsthafte Krankheit bei dir gab oder eine wochenlange Grippe, woran hätte er sich beweisen können, dass er besonders emphatisch ist? Vielleicht nur an bestimmten Äusserungen gegenüber schwächeren und kranken Menschen oder gegenüber Tieren und Kindern. Kannst du dich rückwirkend an so etwas erinnern?
 
  • #50
In Deiner Familie scheint einiges im Argen zu liegen und vermutlich konnte er nicht nachvollziehen, dass Du an der Familie trotzdem hängst und trauerst, statt das Hier und Jetzt Deiner eigenen Familie zu genießen.
Sie trauert am meisten um ihren geliebten Vater, denn sie schien mit ihm ein sehr enges Verhältnis gehabt zu haben genauso, wie ich zu meinem. Sie beschreibt ihre Mutter als eine Frau, welche ihre eigene Tochter als Konkurrenz im Gunst des Vaters empfand. Sie hängt sicherlich nicht so sehr an ihrer Mutter, sondern sie ist durch ihre Mutter noch zusätzlich psychisch belastet, hat das Gefühl sie müsse sich auch noch, um sie kümmern. Es zeigt sich schon daran, dass sich ihre Mutter selbst in die Psychiatrie einwies. Da stellt sich die Frage, wer dem Leben, so wie es ist nicht gewachsen ist? Sie oder ihre Mutter und ihr Partner? Ich erlebe @Miramira als eine sehr starke Persönlichkeit. Aber starke Menschen sind besonders verantwortungs- und pflichtbewusst und sorgen sich mehr um andere bis zur Überforderung, fast bis zum Burn-out.
Es gibt keine Regel wie man sich fühlt und wie man trauert. Jeder Mensch ist anders und jeder geht anders mit Trauer um. Es gibt Leute, die sagen "mit etwas, das ich nicht ändern kann, versuche ich gar nicht erst mich zu befassen" - und er tickt wohl so.
...
Woher nimmt die FS die Erkenntnis, daß ihr Standpunkt ("ich trauere viel") richtig ist ? Aus seiner Sicht ist ihr Standpunkt falsch und so redet er gegen sie an.
Du sagst es: es gibt keine Regel aber er schreibt ihr vor, nach welcher Regel und wie lange sie trauern "darf".

Sie braucht einen Partner der ihr empathisch sagt: "Ich kann mir nur vorstellen, wie schlimm es sein muss, den geliebten Vater für immer zu verlieren und nie wieder sehen zu können aber er würde sich freuen, seine Tochter glücklich und lachend zu sehen. Gehen wir heute ins Kino und schauen wir uns einen lustigen Film?" Als Aufmunterung und Beistand! Genau das wird ihr mehr helfen als seine harten und ungerechten Vorwürfe!

Im Sterbebett sagte mir mein Vater: "Warum weinst du, ich bin noch nicht tot. Und wenn ich gestorben bin solltest du auch nicht, um mich weinen. Du wirst sonst nur krank vor Kunmer."
Geweint? Ein Witz! Ich habe geheult und geschluchzt aber ich habe alles überstanden!
 
  • #51
Der Charakter eines Menschen zeigt sich erst in einer Krisensituation. Sie selbst macht sich Vorwürfe, wie sie seine Kälte und Härte nicht erkennen konnte
Nochmal: Wie will man sich über den Freund ein Urteil anmaßen - wir wissen nicht wie er sich verhalten hat. Trauern bringt nichts - ich hab es oben beschrieben, es ist eine nüchterne rationale Belastung: Den Zustand kann man nicht ändern und rumjammern bringt nichts, wenn man den Zustand nicht ändern kann. Manche Menschen haben diese charakterliche Stärke, andere fallen ins Loch. Ist nun der Mann schuld ? Der Freund wird sich bemüht haben, die FS aufzumuntern und dazu zu bewegen, im Jetzt zu Leben und die Geburt des Kindes (die schönste Zeit im Leben) zu genießen. Hat er deswegen einen schlechten Charakter - wenn er das Allerweltsrezept bei Problemen beherzigt: "Kümmere Dich um die schönen Dinge im Leben" ?

Niemand macht sich vorher Gedanken: "ist mein Partner mitfühlend oder nicht?"
Es geht nicht drum mitfühlend zu sein sondern um das was vernünftig ist. Wenn es nichts bringt in der Vergangenheit rumzuhängen (weil man sie nicht ändern kann) und wenn gerade die schönste Zeit im Leben (die Geburt des Kindes) ist - was ist dann vernünftig ? Zu trauern ?

@44 sie trauert wie im Buche beschrieben +/- 1 Jahr, genau wie mir der Psychiater auch sagte, dass man durchschnittlich ein Jahr trauert
Sicher - und ein Jahr ist bei dieser Konstellation mehr als geung, damit die FS wenigstens dem Freund sagt und zeigt was sie will: In die Zukunft schauen und leben und den Trauerfall abhaken. Doch hierzu sagt sie nichts.

woran hätte er sich beweisen können, dass er besonders emphatisch ist? Vielleicht nur an bestimmten Äusserungen gegenüber schwächeren und kranken Menschen oder gegenüber Tieren und Kindern. Kannst du dich rückwirkend an so etwas erinnern?
Wieso muß er empathisch sein ? Es geht drum, das zu tun, was vernünftig ist - siehe oben. Unabhängig davon bringt es nicht, nur weil die Frau nicht von der Trauer loskommt, die ganze Vergangenheit des Mannes seelenklempnerhaft zu durchwühlen.
 
  • #52
Hier die Fragestellerin

Zu meinem Vater hatte ich ein enges Verhältnis. "Abgenabelt" bin ich lange, jedoch ist es für mich ein sehr schmerzlicher Verlust. Mein Vater war immer da und einer der wenigen Menschen, auf die ich mich verlassen konnte. Ich bin schockiert darüber, wie elend er gestorben ist. Er hat sich so auf sein Enkelkind gefreut, was er nicht mehr kennenlernen durfte. Mir wird er den Rest meines Lebens fehlen. Trotzdem lebe ich weiter und finde nicht, dass ich übermäßig getrauert habe/trauere. Ich weiß auch nicht, was hier unter trauern verstanden wird. Ich sitze nicht den ganzen Tag in der Ecke und heule. Aber natürlich denke ich an ihn, und überdenke auch mein eigenes Leben.

Meine Beziehung ist nicht wegen meiner Trauer am Ende. Es geht um das Verhalten meines Partners in der Situation. Deswegen ist sie am Ende. Natürlich scheitert nicht jede Beziehung durch einen Trauerfall. Aber vielleicht sind hier die Partner anders? Es mag welche geben, die sagen können, ich trauere nicht. Ich kanns nicht. Genauso wird es Partner geben, die Stütze und Halt sind, statt zusätzlicher Stressfaktor. Hier passt es wohl einfach nicht, denn er kostet mich zusätzlich Energie.

Mentale Stärke, Rationalität gut und schön. Jedoch geht es hier um Gefühle. Ich habe keinen "Knopf" wo ich die ausstellen kann. Ich will nicht erst diskutieren müssen, ob mein Standpunkt richtig ist, sondern wünsche mir einen Partner der in solchen Situationen da ist, mich versteht. Ich will mich nicht schuldig/ unnormal fühlen müssen, weil ich meinen Vater vermisse. Es geht nicht immer um das, was vernünftig ist, manchmal muss man einfach mitfühlend sein. Ich hätte mir das gewünscht von ihm. Aber es kam eher das Gegenteil.

Das Kind hat meiner Meinung nach keine schlechte Stimmung durch mich gespürt. Wohl aber die Ausraster meines Partners und den Streit mitbekommen. Deswegen habe ich mich zurück gezogen. Ich habe mich wegen seinem Verhalten abgewendet, nicht wegen dritter Personen. Jetzt kann man argumentieren dass es dazu erst durch meine Trauer gekommen ist. Aber rechtfertigt das die Ausraster, Beleidigungen? Für mich nicht.

Es sind bald 10 Monate. Ich denke, dass 2 Monate durchaus noch einen Unterschied machen können.

Ich kann mich an keine derartigen Äußerungen von ihm erinnern. Aber er ist grundsätzlich eher rational.

Mein Vater hat kurz vor seinem Tod gesagt: "Schlimm ist es nicht für die, die gehen. Schlimm ist es für die, die zurück bleiben." Recht hatte er.
 
  • #53
Die FS

Meine Beziehung ist nicht wegen meiner Trauer am Ende. Es geht um das Verhalten meines Partners in der Situation. Deswegen ist sie am Ende.
Was konkret macht der Partner falsch? Es wird hier immer nur das Ergebnis kommuniziert - doch hilft das Ergebnis aus Sicht der Fragestellerin nicht weiter. Es ist leicht, die Schuld bei jemand anders zu suchen, der sich nicht wehren kann.

Mentale Stärke, Rationalität gut und schön. Jedoch geht es hier um Gefühle. Ich habe keinen "Knopf" wo ich die ausstellen kann
Sicher gibts keinen Knopf zum Ausschalten - doch kommt man aus der Trauer nur raus, wenn man sich bemüht, d. h. einen solchen Knopf wenigstens finden will. Am Ende kommt man irgendwie aus dem Loch der Trauer. Man muß aber raus wollen.

Trotzdem lebe ich weiter und finde nicht, dass ich übermäßig getrauert habe/trauere. Ich weiß auch nicht, was hier unter trauern verstanden wird. Ich sitze nicht den ganzen Tag in der Ecke und heule. Aber natürlich denke ich an ihn, und überdenke auch mein eigenes Leben.
Man beachte den subjektiven Maßstab - sicher gibts Grund zum Nachdenken über die Ziele im Leben, aber irgendwann muß das zu einem Ergebnis kommen. Das Problem ist doch, daß je mehr man nachdenkt ohne daß man zu konkreten Antworten kommt um so mehr Anlaß für weiteres Nachdenken besteht. Und je mehr man nachdenkt um so unsicherer wird man und um so weniger Selbstvertrauen hat man. Ohne Selbstbewußtsein kriegt man die Probleme aber nicht in den Griff, weil man nicht stark genug ist, sich wenigstens zu bemühen, den Ausschalt - Knopf zu finden.

Und wenn man rational stark ist durchblickt man die Gefahr, die in der Trauer steckt. Das Problem ist daß an sich schon am Anfang der Zusammenhalt in der Beziehung da sein sollte: Wir bleiben auch nach dem Tod des Vaters der FS und nach dem Wegzug der Mutter zusammen - dies wird klar kommuniziert und gelebt. Hat aber die FS das gemacht ? Ich vermute, sie hat sich wegen der Trauer aus der Beziehung heraus abgewendet um alles - insbesondere unabänderliche Sachverhalte aus der Vergangenheit (endlos - s. o.) zu durchdenken. Daß daran die Partnerschaft zugrunde geht, ist irgendwie zwangsläufig, geht man davon aus, daß der Partner das Allerweltsrezept beherzigt hat "kümmere Dich doch um die schönen Dinge im Leben."
 
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  • #54
Den Zustand kann man nicht ändern und rumjammern bringt nichts, wenn man den Zustand nicht ändern kann. Manche Menschen haben diese charakterliche Stärke, andere fallen ins Loch. Ist nun der Mann schuld ? Der Freund wird sich bemüht haben, die FS aufzumuntern und dazu zu bewegen, im Jetzt zu Leben und die Geburt des Kindes (die schönste Zeit im Leben) zu genießen. Hat er deswegen einen schlechten Charakter - wenn er das Allerweltsrezept bei Problemen beherzigt: "Kümmere Dich um die schönen Dinge im Leben" ?
...
Es geht nicht drum mitfühlend zu sein sondern um das was vernünftig ist. Wenn es nichts bringt in der Vergangenheit rumzuhängen (weil man sie nicht ändern kann) und wenn gerade die schönste Zeit im Leben (die Geburt des Kindes) ist - was ist dann vernünftig ? Zu trauern ?
Sie hat sich dazu schon geäussert und dass sie nicht in der Ecke sitzt und heult aber, dass sie natürlich ihren geliebten Vater immer vermissen wird, so wie ich auch meinen Vater von Zeit zu Zeit vermisse und ehrlich gesagt mir wünschte er wäre noch am Leben, ist logisch! Nur Menschen, die zu jemandem schlecht und böse waren vermisst niemand, wenn sie gestorben sind.

Sie hat an keiner Stelle geschrieben, dass ihr Freund versucht hätte, sie aufzumuntern im Gegenteil seine Kaltherzigkeig zeigte er schon während ihrer Schwangerschaft, nach dem Todesfall macht er ihr Vorwürfe, es gibt Streit, Diskussionen, Ausraster und Beschimpfungen.

Gefühle hat man und empfindet bzw. erlebt sie und abstellen kann man sie nicht rational, denn sie abzustellen heisst nichts anderes, als sie zu unterdrücken, was langfristig zu einer Depression führt als wenn man die Trauer lebt und durchlebt. Und gerade in der neuesten Ausgabe (März 2016) in der Zeitschrift "Psychologie heute" steht, dass Trauer als Gefühl 240 mal länger andauert "wie Überraschung, Irritation oder Langeweile. Trauer werde häufig durch Ereignisse ausgelöst, welche mehr Zeit benötigen, um mit ihnen fertig zu werden."

Einen solchen Partner braucht gerade in einer solchen Situation keine Frau. Das erschwert ihr zusätzlich die Freude am Leben, die sicherlich wieder zurückkehren wird, wenn die Zeit dafür reif ist. Gefühle (auch Trauer) kann man nicht beschleunigen oder verlangsamen! Alles im Leben braucht seine Zeit auch die Früchte, um zu reifen. Wenn du an einem Grashalm ziehst wird er nicht schneller wachsen.
 
  • #55
Sicher gibts keinen Knopf zum Ausschalten - doch kommt man aus der Trauer nur raus, wenn man sich bemüht, d. h. einen solchen Knopf wenigstens finden will. Am Ende kommt man irgendwie aus dem Loch der Trauer. Man muß aber raus wollen.
Es ist sinnlos darüber zu schreiben und zu diskutieren mit Menschen, die offenbar nicht wissen, was Gefühle sind und sie nicht empfinden! Auch ihr Freund hat vermutlich selbst keinen Zugang zu seinen Emotionen. Es kommt mir so vor, wenn ich hier dagegen argumentiere, dass Gefühle und Verstand zwei paar verschiedene Schuhe sind, die nicht zusammenpassen, wie wenn ich einem Blinden erklären wollte, wie die rote Farbe ist, wie die grüne oder die gelbe! Ich kann mir jahrelang Mühe geben, er wird es nie verstehen!

Es ist auch sinnlos hier zu erklären, dass es eine Norm gibt, wie lange ein Mensch trauert. Man geht nur von Durchschnittswerten aus und das ist ein Jahr. Richtig, die meisten Menschen bekommen ihre Lebensgeister zurück und jeder braucht individuell seine eigene Zeit! Dazu hatte mir auch der Psychiater geraten (mir Zeit zu lassen) und mir keine Sorgen zu machen, ich würde eine Depression bekommen. Auch ich hatte Zweifel, was "normal" ist, weil ich nur zu meinem Vater die engste emotionale Bindung hatte! Wäre er ein böser/schlechter Mensch, so hätte mich vielleicht sein Tod sogar kalt gelassen.

Genau so geht es auch @Miramira und vermutlich wird sie nicht so tief trauern und auch nicht so lange, wenn ihre Mutter stirbt, weil sie das sehr problematische und belastende Verhältnis beschrieben hat.

Logisch hat sie sich zurückgezogen, weil sie muss das ja verarbeiten und sie hätte sich auch zurückgezogen, wenn sie keinen Partner hätte. Bestimmte Ereignisse im Leben brauchen eine Besinnung auf sich selbst, Zeit nur mit sich selbst. C'est la vie! Das können wir nicht ändern!
 
  • #56
Die Diskussion zwischen rationalen und impulsiven Menschen ist ziemlich obsolet. Die rationalen werden immer sagen, Gefühle kann man steuern, ich bin Herr meiner Gefühle. Die impulsiven werden laut aufschreien und behaupten, daß sie ihren Gefühlen immer und ständig ausgeliefert sind und nichts aber auch gar nichts tun können, um daran was zu ändern. Unvereinbare Standpunkte.
Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte.
Trauer kann ungesund werden, das wird wohl keiner bestreiten. Ein empathisches Umfeld kann dabei helfen. Und dabei ist nicht gemeint, jemand zu bespassen und ins Kino zu locken (um Himmels Willen!), sondern einfach nur da zu sein und zuzuhören. Das kann aber niemand monatelang abliefern. Dafür gibts Beratung.
Vernünftig lassen sich diese Dinge lösen. Aber nicht mit Anklage, Streit, und Verhärtung der Standpunkte, und rechthaberischem Gehabe.
Und das Forum sollte auch nicht als Klagemauer genutzt werden. Das löst im RL gar nichts.
 
  • #57
Trauern bringt nichts ...: Den Zustand kann man nicht ändern und rumjammern bringt nichts, wenn man den Zustand nicht ändern kann.
Trauern hat mit rumjammern nichts zu tun oder den Zustand ändern zu wollen. So kommt die FS nicht rüber.

Altersbedingt begegnen mir zunehmend Menschen, die schwer trauern bei dem Verlust eines geliebten Menschen. Überwiegend sind es gestandene Leute in den 50ern. Niemand hockt den ganzen Tag jammernd in der Ecke, sondern sie gehen ihrem Berufsleben nach, gestalten das Familienleben, kümmern sich um Gott und die Welt. Keiner von ihnen kommt nur ansatzweise auf den Gedanken, etwas ändern zu wollen.
Und trotzdem merkst Du, dass Fröhlichkeit und Leichtigkeit in vielen Momenten weg sind, dass gerade in schönen Momenten, die derjenige wenig genießen kann ein Satz kommt "das hätte er/sie sehen sollen".

Das ist eine normale Reaktion, nichts pathologisches. Jemand, der gefastigt im Leben steht, fühlt sich von dieser Trauerreaktion nicht überfordert, sondern kann sagen "ja, darüber hätte er sich gefreut" - dann ist dieser Trauermoment schnell vorbei. Gehalten wird er nur, wenn man wie die FS die Abwertung des eigenen Gefühls durch den Partner erlebt und in die Verteidigungsposition gedrängt wird.

Es gibt einen Grund, warum man vom Trauerjahr redet - ist ein Mittelwert, solange dauert es, bis es abnimmt, je nach Situation.
Wenn der Vater der FS sich auf das Enkelkind gefreut hat, er dann aber vorher gestorben ist, dann hält die situative Trauerreaktion wohl länger an. Mit sowas sollte ein gereifter erwachsener Mensch als Partner umgehen können, ohne sich in seinem wellbeing beeinträchtigt zu fühlen.
Die Trauer des Partners nicht aushalten zu können und sie wegreden zu müssen ist das Gegenteil von mentaler Stärke.
 
  • #58
Im übrigen mag sie sich vielleicht ohne ihn ein paar Tage wohler fühlen, doch trauert sie ohne ihn noch länger - weil niemand da ist, der sagt "Hör auf zu trauern - schau, es sind so viele schöne Dinge im Leben da." Die Aussicht, daß es der FS auf Dauer ohne ihren Freund schlechter geht, ist damit groß.
Auch diese Aussage stelle ich in Abrede. Aus der Depressionsforschung ist belegt, dass dieses versuchte "wegquatschen" von Gefühlen das Gegenteil bewirkt, diese verankert, den betroffenen Menschen gegen den Wegquatscher aufbringt und das vollkommen zu Recht. Bei Trauer funktioniert das genauso - ist eine gefühlsmäßige Minidepression.

Die FS hat ein Recht auf ihre Gefühle. Für mich ist auch nicht erkennbar, dass sie sich darin suhlt, die Taruer pathologische Ausmaße annimmt und sie ansonsten im Leben nichts auf die Reihe bekommt - eher im Gegenteil. Sie schriebt, dass sie ihr Kind versort und mit diesem die Zeit genießt.
Der Partner hat nicht das Recht diese Gefühle der FS abzuwerten, nur weil er eine tumbe Nuss ist, die das nicht nachvollziehen kann.

Die FS wird sich dauerhaft ohne diesen gefühlskalten Mann besser fühlen, weil sie sich nicht mit Auseinandersetzungen mit ihm und damit verbundenen weiteren negativen Gefühlen befassen muss. Es geht in der Beziehung der beiden nicht nur um die Trauerreaktion, wo er sich so verhält, sie führte ebenfalls ein Beispiel zu Schwangerschaftsbeschwerden an.
Männer überschätzen sich oft, was ihre Bedeutung im Leben einer Frau angeht. Wenn sie Last statt Energiebringer sind, wie es bei den beiden der Fall zu sein scheint, dann ist die Frau ohne Mann besser dran.

Ich denke, irgendwie wird den beiden die mangelnde Passgenauigkeit schon bekannt gewesen sein, denn es hat einen Grund, warum sie trotz Schwangerschaft und Geburt immer noch getrennt wohnten, obwohl sie an was anderem arbeiteten. Nun ist es von Vorteil, dass nichts geändert werden muss, sondern ein Abstand bleibt, die FS den benötigten Rückzugsbereich für sich hat..
 
  • #59
Trauern hat mit rumjammern nichts zu tun oder den Zustand ändern zu wollen. So kommt die FS nicht rüber.
Doch .... Es gibt notwendige Trauer und Trauer die durch Rumjammern verursacht wird.

1) Ausgangspunkt ist Trauer.

2) Wenn man trauert kommen alle möglichen Leute zu einem und sagen "es ist ja alles so schlimm" und der der trauert sagt "Ja" - und so jammert man gemeinsam im Kollektiv.

3) wenn man nun zusätzlich zur eigenen Trauer noch durch die Umwelt bewußt gemacht bekommt, daß alles so schlimm ist dann wird das Empfinden, daß alles so schlimm sei, um so größer.

4) Wenn das Empfinden das alles so schlimm sei, um so größer wird, fühlt man sich noch schlechter. Manche suchen sich Trost im Bekanntenkreis - ab zu Punkt 2) - man ist im Kreislauf drin.

In der Psyche des Trauernden läuft es genauso ab: Je mehr man sich mit dem unveränderlichen Problem befaßt und je mehr man sich beklagt, daß alles so schlimm sei, desto mehr zieht es einen runter.
 
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  • #60
Trauer kann ungesund werden, das wird wohl keiner bestreiten. Ein empathisches Umfeld kann dabei helfen. Und dabei ist nicht gemeint, jemand zu bespassen und ins Kino zu locken (um Himmels Willen!), sondern einfach nur da zu sein und zuzuhören.
Auch das ist ein gefährlicher Irrtum! Jede Emotion ist einfach nur eine Reaktion auf ein Ereignis! So freut sich ein Kind als Reaktion darauf dass seine Mutter ihm etwas schenkt, Schmerz ist auch eine emotionale Reaktion auf blutende Knie, wenn das Kind gefallen und sich verletzt hat, Wut wäre zum Beispiel auch eine emotionale Reaktion, wenn ein Kind einem anderen das Spielzeug wegnimmt. Trauer ist eine länger andauernde Reaktion meistens nach Verlust.

Es geht natürlich wie ich schon schrieb dabei ihr zuzuhören und für sie da zu sein und ihr auch andere Aktivitäten vorzuschlagen (einen Spaziergang an die frische Luft) im Sinne auch davon, dass auch ihr verstorbener Vater es lieber hätte, wenn für sie das Leben weitergeht und sie sich daran freut.