• #1

Beziehung innerhalb Firma

Guten Abend,
"office f***, never luck", diese schöne Regel wird ja immer wieder als "gegeben", fast schon als "Naturgesetz" in den Raum gestellt. Ist schon klar, dass man Geschäftliches und Gefühlsmäßiges nicht vermengen soll... mit Freunden möglichst keine finanziellen Transaktionen und Abhängigkeiten schaffen usw..
Aber so allgemein... was spricht aus eurer Sicht dagegen, eine Beziehung zu KollegInnen anzufangen? Oft sind das ja die hauptsächlichen Kontakte, die man(n) so pflegt, man hat sowieso schon gemeinsame Themen, kennt sich relativ gut... Gibt es da irgendeinen Hinderungsgrund, der mir bis jetzt komplett entgangen ist?

manchmal
 
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G

Ga_ui

  • #2
Frage der Intelligenz ist das für mich. Ich glaube, die meisten denken einfach nicht weiter nach. Man weiß doch, dass sowas nicht ewig hält (z.B. weil er/sie dich betrogen oder abserviert hat) und dann möchte man dieser Person möglichst nie wieder begegnen. Doof, wenn man dann 40 Jahre in diesem Job zusammenhängt. Oder bist du dann derjenige, der in Kauf nimmt, den Job zu wechseln? Ich habe das Gefühl, solche Menschen sind gerne "Türmchenzusammenschmeißer", die erst mal mit dem Kopf durch die Türe rennen, ohne nachzudenken, sich überall verausgaben, überall Verhältnisse am Laufen haben, und wenn es scheitert, alles und jeden hinter sich niederreißen, egal was es kostet... Ich kenne solche Leute zu gut.

Mit bisschen Lebenserfahrung hütet man sich auch irgendwann, gewisse Verhältnisse dieser Art einzugehen. Ein erwachsener Mensch denkt vorher nach, welche Nachteile ihm so ein Verhältnis einbringt, wenn es scheitert. Die 10 Frauen/Männer in deinem Job sind nicht die einzigen weiblichen/männlichen Wesen auf dieser Welt. Ich finde, man kann sich soweit zusammenreißen und seine Emotionen umlenken.

Ich finde es auch schräg, wie manche sich öffentlich so gehen lassen können (z.b. Herumknutschen), an Plätzen wo man regulär verkehrt und das vielleicht noch die nächsten 10, 20 oder 30 Jahre verkehren muss. Ich habe das nie gemacht, kann aber noch genau sagen, wer vor 20 Jahre mit wem wo zugange war. Solange mich diese Leute in Ruhe lassen, ist alles dufte. Blöderweise stehen sie am Ende dann vor meiner Türe und wollen dann was von mir. Das nervt.
 
  • #3
Da ich nur mit Frauen zu tun habe, stellt sich die Frage für mich persönlich nicht. Jedoch finde es ziemlich normal, dass man sich innerhalb der Firma verlieben kann und auch eine Beziehung entstehen kann. Immerhin verbringt man mehr Zeit in der Arbeit ,als zuhause und man kann sich auch ganz gut kennenlernen.
Wieviele Chefs haben schon ihre Sekretärin geheiratet...
In meinem privaten Umfeld gab und gibt es diese Konstellationen, in der Regel glücklich. Nur bei einer Freundin gab´s Probleme, als die Beziehung scheiterte. Das kann, je nachdem wie die Personen gestrickt sind ein Thema werden und dann ist das sicher schwieriger zu händeln, als ausserhalb der Firma.
 
  • #4
Ach Du, außer dem Psychokrieg, wenn es dann doch nicht klappt und das das Arbeitsklima vergiftet - nein. (Ironie/off)

Gibt es für Dich kein anderweitiges Leben, außer Arbeit, wo Du nette und interessante Menschen kennenlernen kannst. Wo man völlig neue Inhalte diskutieren kann, statt nur Arbeitsblabla?
 
  • #5
Dieses Thema erscheint hier öfter und ich habe immer die gleiche Meinung dazu. Der Job ist Parnterbörse Nr. 1, nirgendwo sonst lernt man sich im Alltag und im Umgang mit anderen besser kennen als dort, wo man eben unregelmäßig oder täglich miteinander zu tun hat.

Keine - Kaffee-trinken-Dates - können intenisver und auch aufschlußreicher sein, wobei normale Dates den schönen Schein geben, aber beruflich auch mal stressig und situationsbedingter miteinander kommuniziert wird. Also wo zeigt sich der Charakter eher?

Der gängige Spruch nie im Job was anzufangen, halte ich für, sorry, dämlich. Natürlich sollte man Affären oder sexuelle Spielchen mit verheirateten Kollegen, Vorgesetzten oder sonst was außen vor lassen, aber auch ohne Beruf sind solche Geschichten negativ, denn ein schlechter Ruf verbreitet sich auch außerhalb beruflicher Mauern.

Aber ernsthaft Partnersuchende können im Beruf das große Los ziehen, einige meiner verh. Kollegen lernten sich schon vor Jahren in unserem Unternehmen kennen (intern.Unternehmen, weltweites Filialnetz). Nicht gerade im gleichen Büro, aber auf Tagungen, Weiterbildungen und Versetzungen.

Fazit: Diese "Partnerbildungen" halten bis heute.
 
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  • #6
Ich denke, das ist je nach Branche und Job etwas unterschiedlich.

Wie leicht könntest du denn deinen Job wechseln, wenn die Beziehung nicht klappt und es in einer Katastrophe endet?
Wie ist die Branche, in der du tätig bist generell aufgestellt?

Bei meinem Arbeitgeber ist das so, dass es nur wenige Mitarbeiter gibt, die man als Veteranen bezeichnen könnte - die wenigsten sind bereits länger als fünf Jahre dort, es gibt also - ganz unabhängig von der Beziehungssache - eine große Fluktuation. Deshalb nehme ich den Rat "Never **** the company" nicht sonderlich ernst - würde ich einen Mann dort kennen lernen, mit dem es die Chance gibt, dass es klappt würde ich zugreifen. In meiner jetzigen Firma bleibe ich ohnehin nicht für immer.

Wenn du jedoch einen Job hast, bei dem ein Wechsel nicht so einfach ist, oder es üblich ist, dass man bei einem Arbeitgeber seine 40 Dienstjahre am Stück macht, du in einer Region mit hoher Arbeitslosigkeit (in deiner Branche) lebst, dann wäre ich vorsichtig.

Das Problem wird speziell dann schlimm, wenn es zu einem privaten Rosenkrieg kommt.
 
  • #7
Probier es aus, dann wirst du die Vor- und Nachteile schon merken. Für mich war so etwas schon immer tabu, auch wenn mir einer noch so gut gefallen hat. Es passt nicht, meine Meinung! Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Aber muss jeder für sich wissen - wie gesagt, probier's aus.
 
  • #8
Ich bin zwar nicht unbedingt immer dieser Ansicht. Mein Credo wäre, auf "Office Fucks" zu verzichten, wenn ich mir nicht ganz sicher bin, dass es etwas absolut Ernstes mit sehr langfristigem Potenzial ist. Heißt, wenn es einen lediglich im Schritt juckt angesichts der sexy Praktikantin, sollte ich mal besser die Spannung anderweitig abreagieren.
Wenn ich aber sicher wäre, es wäre Heiratsmaterial, oder sehr ernstzunehmendes Potenzial, es keine blöden Abhängigkeiten und Neidereien von Kollegen gäbe, und man sich nicht ständig begegnen würde, z.B. in anderen Abteilungen eines sehr großen Unternehmens, die nicht ständig miteinander zu tun haben, fände ich es nicht so schlimm.

Naja, darüber hinaus wird wohl oft das Problem sein, dass manche Menschen (Frauen sind irgendwie besonders anfällig dafür) ihre berufliche Performance vernachlässigen, wenn sie eigentlich lieber arbeiten sollten. Auch ist es schwer, neben dem Job auch noch andere Themen zu haben, und man tendiert vielleicht dazu, das Berufliche nach Arbeitsende nicht in der Arbeit zu lassen, sondern redet dann nur noch über Berufliches, anstatt einen klaren Cut zu machen.
Auch zerren viele Leute ihre partnerschaftlichen Angelegenheiten in die Arbeit, das nervt das Umfeld unglaublich und zieht zudem die eigene Reputation und Sachlichkeit leicht runter. Und ich fände es vielleicht spannender, meinen Partner nicht ständig zu sehen (z.B. wären Familienunternehmen mit wenigen Mitarbeitern mein Graus)

Generell finde ich die Berufswelt zum amourösen "Wildern" aber nicht die aller verkehrteste Idee. Man hat zumindest schon mal oft (aber nicht immer) das gleiche Level an Interessen, Intellekt, weiß dass das Gegenüber hoffentlich nicht völlig falsche Angaben über sich selbst macht, kann im Vorfeld Fakten wie Vergebenenstatus etc. abchecken, beobachten, wie sich das Gegenüber im sozialen Gefüge verhält, und vertritt im Idealfall auch die gleichen Werte der Corporate Culture.
 
  • #9
Das Problem ist weniger die Beziehung, die können 2 Erwachsene ja auch so führen, daß es keiner merkt. Oder sie führt zu Heirat, dann wissen es natürlich alle.
Das Problem ist eher das Drama, das mit der Trennung dann eventuell verbunden ist, wenn die beiden Beteiligten sich nicht wie Erwachsene verhalten, und spätestens dann bereuen, sich weiterhin jeden Tag sehen zu müssen.
 
  • #10
Auf meiner Arbeit haben sich schon einige Paare gefunden. Die waren aber auch nie in der selben Abteilung tätig und befanden sich in keinem Abhängigkeitsverhältnis. Alle Beziehungen bestehen schon lange bis heute.
 
E

EarlyWinter

  • #11
Der gängige Spruch nie im Job was anzufangen, halte ich für, sorry, dämlich. Natürlich sollte man Affären oder sexuelle Spielchen mit verheirateten Kollegen, Vorgesetzten oder sonst was außen vor lassen, aber auch ohne Beruf sind solche Geschichten negativ, denn ein schlechter Ruf verbreitet sich auch außerhalb beruflicher Mauern.

Aber ernsthaft Partnersuchende können im Beruf das große Los ziehen, einige meiner verh. Kollegen lernten sich schon vor Jahren in unserem Unternehmen kennen (intern.Unternehmen, weltweites Filialnetz). Nicht gerade im gleichen Büro, aber auf Tagungen, Weiterbildungen und Versetzungen.
Perfekt auf den Punkt gebracht.

Und, lieber manchmal, es gibt immer Menschen, die in allem nur Hindernisse sehen, egal ob es die 25-km entfernte "Fernbeziehung" ist oder der eine verdient 10€ mehr als der andere oder jemand ist geschieden, ist mit 45 Single, hat Kinder, hat keine Kinder, wohnt auf der falschen Rheinseite (oder gar in Düsseldorf - für die Kölner unter uns), hat Migrationshintergrund, ist Fan des falschen Fußballvereins.... dies oder jenes, NoGo's so weit das Auge reicht.... Es haben die Menschen die Welt verändert, die etwas gewagt haben. Ich sehe lieber die Chancen. Meinen Ex Mann habe ich auch in der Firma kennengelernt und es haben sich viele weitere Eheleute in dem Unternehmen (eines der allergrößten in D und der Welt) gefunden. Muss jeder für sich selbst wissen. Darunter verstehe ich genau wie Herakles natürlich nicht ONS mit gebunden Kollegen nach irgendwelchen Betriebsfeiern, sondern ernsthaftes Interesse an der Person und ernste Absichten. Dass Beziehungen auseinander gehen können weiß mittlerweile jeder erwachsene Mensch und es ist ein Unterschied, ob eine Sexgeschichte unrühmlich endet oder eine richtige Beziehung.
 
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  • #12
Das erste Argument, welches viele hier gegen ein Verlieben am Arbeitsplatz einwerfen, ist die Möglichkeit ja auch woanders nette Leute kennenzulernen. Aber eben das ist der Punkt: wäre es so einfach, würde es keine Singlebörsen geben. Man trifft eben im Alltag so gut wie NIE interessante Menschen.
Und außerdem: wenn man sich über mehrere Monate oder Jahre täglich 10h sieht, dann lernt man eine Person wohl am besten kennen, in jeder Situation. Und man verliebt sich. Wo sonst hat man die Chance jemanden so intensiv zu treffen ohne das da ständig diese Stressgedanken von Singlebörsendates entstehen "Oh gott, ich muss mich jetzt schon nach dem 3.Date entscheiden...jetzt schon küssen."
Manchmal dauert es nunmal einige Monate bis jemand dein Herz erobert, aber dann richtig. Das ist dann keine oberflächliche Verliebtheit in die schöne äußere Hülle und Wortwitz beim 1.Date!

Also nirgends ist die Chance größer den Partner fürs Leben zu finden!
Aber: Nirgends ist es grausamer eine Trennung zu durchleben. Ich musste das einmal mitmachen und es war die Hölle. Und dabei hat nur sein bester Freund mit mir direkt zusammengearbeitet. Er war in einer anderen Abteilung und ich habe ihn nie sehen müssen. Die räumliche und emotionale Nähe war kaum auszuhalten.
Man muss es sich also genau überlegen. Aber egal wie oft man sich vornimmt sich niemals in einen Kollegen zu verlieben, es funktioniert nicht - denn so etwas passiert schleichend und man kann sich nicht wehren.
 
  • #13
An sich finde ich die Verbindung von Kollegen nicht so auszuschließen, wie es immer vermittelt wird. Nur wenn es keine Kollegen sind, sondern Chefsperson und Untergebene/r, sehe ich Schwierigkeiten eigentlich vorprogrammiert. Es wirkt sich ja sogar auf die Beziehung aus, wenn man nicht zusammenarbeitet, aber einer Chef ist. Das gibt er meist nicht am Betriebstor ab und fordert damit den anderen heraus zu Maßnahmen, die die Augenhöhe wieder herstellen, was meist nicht klappt und total anstrengend ist. Ebenso bei Lehrberuflern wie Lehrern, Professoren, Ausbildern, die auch darauf achten müssten, dass sie es die meiste Zeit mit gleichrangingen Menschen zu tun haben und nur bei der Arbeit mit ihren Schülern.

Wenn es Stress zu Hause gibt, schleppt sich das bei einer Kollegenbeziehung meist auch auf die Arbeit, darunter leiden dann alle und die Arbeit auch, wenn das offen ausgetragen wird.
Vielleicht gerät so ein Paar u.U. auch in den Verdacht, sich, was die Arbeit angeht, bevorzugt zu behandeln (oder fies, je nachdem).

Außerdem legen manche Menschen wert darauf, dass sie noch was anderes um sich haben als nur den Partner, dh. wenn einer zu Überwachung neigt, ist der andere den ganzen Tag unter Beobachtung, wie er sich benimmt, und kriegt abends noch eine Diskussion, dass er dies und das gemacht hat. Also kommt auf die Menschen an, will ich damit sagen.

Bei einer Trennung ist das auch schwierig, weil die Arbeit ja meist ablenken kann und man in ein neutrales Umfeld kommt, falls der Partner nicht ein Kollege war. (und vielleicht schon wen neues hat)

Neulich war ein bekannter Moderator mit seiner jungen Frau bei einem Ratespiel im Fernsehen. Ich hab es nur kurz gesehen, aber schon anderweitig mal mitbekommen, wie die miteinander umgehen und wie man darum rangelt, der Schlauste zu sein und den anderen doof dastehen zu lassen. Das ist Stress beim Zusehen und mit sowas wäre ich als Außenstehende gern verschont.

Allerdings - wenn ich mich verliebe, denke ich nicht an den Spruch, sondern folge dem Herzen.
 
  • #14
"office f***, never luck", diese schöne Regel wird ja immer wieder als "gegeben", fast schon als "Naturgesetz" in den Raum gestellt.
An dieses Naturgesetz muss sich niemand halten und das sieht man auch wenn Frauen und Männer sich hinterher wieder zahlreich in diversen Foren ausweinen und nach Rat suchen weil er/sie sich verliebt und der andere nicht, diverse Tratschereien in der Fima entstehen, das Verhältnis hinterher ein angespannteres ist als vorher. Wenn es nicht funktioniert läuft man sich dennoch jeden Tag über den Weg, muss vielleicht an gemeinsamen Projekten arbeiten. Hatte man kurz vorher eine hässliche Trennung kann das wohl nur die Minderheit differenzieren und sich auf das Wesentliche konzentrieren. Die Arbeitsstelle ist da um einer Tätigkeit nachzugehen, Leistung zu erbringen für die man bezahlt wird und keine Sex- und Partnervermittlung.
 
  • #15
Gibt es da irgendeinen Hinderungsgrund, der mir bis jetzt komplett entgangen ist?
Ich denke, den gibt es nur für a.) indoktrinierte Personen, die dementsprechend "gedrillt" wurden ("never f*uck the company") und diesen "Befehl" verinnerlicht haben und ihn Gewehr zu Fuße dementsprechend befolgen (kommt ja ursprünglich aus Amiland, und klar haben sich natürlich die Chefs was dabei gedacht...^^) und b.) für Personen, die promisk leben oder mehrere Eisen im Feuer haben, respektive die ansonsten großen "Partner-Verschleiß" haben, und Unannehmlichkeiten fürchten, wenn sie den benutzten Partner oder die Affäre später wieder von der Backe bekommen wollen...

Für jemanden, der grundsätzlich davon ausgeht, dass eine Beziehung solide ist und Potential für immer hat, gibt es imho kein Problem...

Die meisten Paare scheinen sich in Deutschland auch durch den Beruf zu finden.
 
  • #16
Außerdem wird wohl keiner eine Chance sausen lassen einen Top-Mann, Top-Frau näher kennenzulernen oder gar für sich begeistern zu können, nur weil sie im gleichen Unternehmen oder gleicher Abteilung zugegen ist.

Nach dem Motto.....da stimmt alles.....aber wir arbeiten zusammen, also lass ich die Chance sausen und suche woanders.

Tchja woanders, heisst aber nicht diesen gleichen Top-Menschen nochmals zu finden.

Somit stellt sich die Antwort zur Frage von selbst.
Lasse ich nur aufgrund des beruflichen Zusammenseins eine aufkeimende Liebe/starke Sympathie sausen??? Wie hohl wäre das denn? (Voraussetzung sind zwei Singles auf ehrlicher Partnersuche, nicht Techtelmechtel unter Vergebenen etc.)
 
  • #17
Vielen Dank,
sehr gute Gedanken hier!

Ja, vor allem diesen Punkt "wenn es nichts wird, bleibt der andere trotzdem immer in der Nähe, und das verursacht Leiden, Stress etc." hatte ich tatsächlich nicht klar auf dem Schirm, stimmt. Andere Szenarien wie vor allem "Abhängigkeit" etc. sind natürlich sowieso recht abgeschmackt, da wäre ich persönlich schon von Haus aus sehr selbstkritisch und würde mich fragen, was da welche Rolle spielt.

manchmal
 
  • #18
..."office f***, never luck", diese schöne Regel wird ja immer wieder als "gegeben", fast schon als "Naturgesetz" in den Raum gestellt.
Nein, es ist weder Gesetz noch Vorschrift - es ist eine Lebensweisheit mit der Betonung auf Weisheit. Gesammelt aus vielen Erfahrungen von vielen Menschen und ähnlich dem guten Ratschlag zu bewerten, besser nicht in einer dunklen Garage mit dem Streichholz zu überprüfen, ob noch genug Benzin im Tank ist.

Es steht daher auch jedem frei, diese fundierten Erfahrungswerte zu ignorieren oder als albern abzutun.
Dieses Thema erscheint hier öfter und ich habe immer die gleiche Meinung dazu.
Wenn dieses Thema hier erscheint, dann in den Fällen wo es so gründlich schief gegangen ist, dass Menschen in einem öffentlichen Forum um Hilfe fragen - und wenn es dann so oft auftaucht, sollte das schon zu denken geben. Dunkelziffer unbekannt.

Meine ablehnende Meinung dazu ist ebenfalls immer die gleiche, bin aber in der Lage zu differenzieren: das wird wohl von Branche zu Branche unterschiedlich sein. Mir fehlt es an der Beurteilungsmöglichkeit wie es in Deinem "Finanzsektor" gehandhabt wird (dort mögen solche internen Verbandelungen Usus sein), aber:

  • Ich rede von gewinn- und erfolgsorientierten Betrieben in Industrie und Wirtschaft, in deren System eine Funktion als "Partnerschaftsbörse Nr 1" nicht vorgesehen ist und Störungen in den Arbeitsabläufen ungern gesehen wird
  • Ich rede von Menschen, die nach ihrem FH / TU-Studium die klassische Karriere machen und in der Hierarchie "nach "oben wollen. Um das zu erreichen ist es von Vorteil zu zeigen, dass sie ihr Engagement - in der vom Arbeitgeber bezahlten Zeit (!) - ausschließlich zum Wohle der Firma einsetzten. Über den Aufstieg entscheiden letztendlich die Vorgesetzten, die für ihr eigenes weiteres Vorkommen daran gemessen werden, ob ihr eigener "Laden reibungslos läuft".
Diesen kann ich nur raten, sich diese Lebensweisheit zu Herzen zu nehmen. Es reicht schon von einem anderen Mitarbeiter beim gemeinsamen Einkauf beobachtet zu werden, spätestens nach zwei Tagen ist die komplette Firma per Flurfunk unterrichtet.

PS: Ich muss gestehen, dass sich (in dieser Hinsicht) die weiblichen Ingenieure wesentlich cleverer anstellen - da kommt es nur in den Fällen vor, wenn es für die eigenen Karriere von Vorteil ist.
 
  • #19
@Dr. House

Deine Statements beruhen auf subjektiven Erfahrungen.
Meine auf objektiven, denn selbst habe ich keinen Partner, trotz diversen Weiterbildungen in unserem intern.Unternehmen gefunden.

Aber genau fünf Paare aus meinem kollegialen Umfeld, welche sich in unserem Unternehmen das erste Mal begegnet sind und keinerlei Schwierigekeiten hatten und in der Ehe gelandet sind, aber heute noch bei uns tätig sind.

In jeder Branche dieser Welt lernen sich Paare - auf Dauer - kennen, in der Politik, in der Wirtschaft, im künstlerischen Sektor, im Einzelhandel, an der Börse, im IT-Bereich, bei der Bundeswehr etc. etc. Der Beruf verbindet sowie ein mehrmaliges "Sehen" und miteinander kommunizieren. Gerade diese Paare lernten sich NICHT auf den ersten Blick kennen und lieben, sondern durch ein stetiges Annähern mit einander zu tun haben, gemeinsam zu analysieren, Fakten und Erträge zu erwirtschaften oder über Statistiken zu grübeln.

Solch eine Gemeinsamkeit verbindet und kann auch "mehr" werden lassen.

Das der Beruf die Partnerbörse Nr. 1 ist, stammt nicht von mir, Soziologen bestätigen ebenfalls das berufliche Umfeld als "Paar/Ehestifter".

Wie erwähnt, wer lässt sich die Chance einen tollen Menschen näher kennenzulernen bewusst entgehen, nur weil er im gleichen Unternehmen tätig ist?

P.S. Die Beitragsfrage geht nicht vom scheitern einer beruflichen Verbindung aus, gerade welche sich nicht im Beruf fanden, scheitern eher. Die Liebe ist immer ein Riskio, das spricht keiner hier ab. Wie gesagt, ich gehe von ernsthaften Geschichten und nicht von leichtlebigen Techtelmechtel aus.
 
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  • #20
Einen letzten Satz zu diesem Thema erlaube ich mir:

In meinem Berufsleben war ich nach meinem Studium in verschiedenen Hierarchie-Ebenen tätig und habe durchaus einen Einblick, wie Führungskräfte und Entscheidungsträger "ticken".
Auch in das, was hinter verschlossenen Türen bei Besprechungen so geredet und beschlossen wurde.

Ich erinere mich sogar noch an die Zeit, wo ausscheidenden Mitarbeitern in ihrem Arbeitszeugnis der Satz "Für die Belange der Belegschaft bewies er immer Einführungsvermögen" als Warnung für zukünftige Arbeitgeber mit auf den Weg gegeben wurden.

Und selbstverständlich habe ich dabei auch hautnah genug Fälle beruflichen Scheiterns erlebt, die auf die amouröse Verquickung von Beruf und Privat zurückzuführen waren.

Wenn diese Erfahrungen nicht Objektivität genug sind, stelle ich sie natürlich bei Postern, die zwar in diesen Bereichen nie gearbeitet , dafür aber "jemanden" in einem völlig anderen Umfeld kennen, hinten an.
 
  • #21
Nach meinem Kenntnisstand stammt diese "Richtlinie" mit dem "never f..." aus den USA, wo es wohl auch die Empfehlung gibt, als Mann niemals in der Firma alleine mit einer Frau Aufzug zu fahren und wo an einer Universität kürzlich empfohlen wurde, vor dem Sex schriftliche Einverständniserklärungen zu unterschreiben, dass alles einvernehmlich abläuft.

Keine Ahnung wie die in den USA so drauf sind. Und klar ist es blöd, wenn es nicht klappt, dass man sich evtl. öfters über den Weg läuft oder gar zusammen arbeiten muss. Wenn aber beide aufrichtig sind und offen kommunizieren und wie erwachsene Menschen miteinander umgehen und keine Spielchen spielen, dann sollte man es versuchen. Ist im Freundeskreis, im Verein, im Fitnessstudio, der Stammkneipe, dem selben Dorf oder wo auch immer ja das gleiche Problem und die gleiche Chance, dass sich zwei finden, die einen ähnlichen Lebensstil bevorzugen.
 
  • #22
Also es gibt für nichts eine Garantie.

Aber ich finde es überhaupt nicht tragisch wenn sich ein Paar im Unternehmen trennt, welches sich auch dort kennenlernte.
Wo soll da bitte das Drama sein?

Es ist nicht mehr und nicht weniger Drama, als wenn sich zwei im Freundeskreis finden und wieder trennen.

Sofern die Arbeit und die Kompetenz nicht unter privaten Querelen leiden ist alles in Butter, denn ein Unternehmen interessiert sich nicht für private Verbindungen, sondern alleine für den wirtschaftlichen Ertrag und Erfolg.
 
  • #23
Mein Vater hat meine Mutter bei der Arbeit kennen gelernt, und ich kenne viele andere (Ehe-)Paare, bei denen das genauso war.
Dass von Affären und ONS in der Firma abzuraten ist, versteht sich wohl von selbst. Aber eine wirkliche Partnerschaft, eine Liebesbeziehung, eine Heirat - selbstverständlich ist der Arbeitsplatz dafür geeignet, so etwas in die Wege zu leiten.
 
  • #24
Nur wenn es keine Kollegen sind, sondern Chefsperson und Untergebene/r, sehe ich Schwierigkeiten eigentlich vorprogrammiert.
Das nennt man dann up- oder down-Daten, was im RL i.d.R. langfristig auch keine guten Überlebenschancen hat.

Ansonsten ist Arbeit für mich, wieder geworden, das was sie ist: Nur ein Teil meines Lebens zum sich-Beweisen und -Bewähren sowie Geld verdienen. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Warum sollte ich keine Freundschaften und Beziehungen dort schließen? Schließlich tue ich dies nicht wahllos und vertraue mir sowie meiner Wahl. Sollte es nicht klappen, sollte man damit umgehen können, denn das ist für mich Ausdruck persönlicher Reife und Stärke mit den eigenen Entscheidungen leben und umgehen zu können.
 
  • #25
Wir verbringen unser halbes Leben auf der Arbeit, so dass es doch wohl normal ist, dass man zu Kollegen/ Kolleginnen mit der Zeit ein vertrautes Verhätnis aufbaut (okay, im Management Bereich vielleicht nicht), aus dem dann auch mal mehr entstehen kann, so what?
Bei uns auf der Arbeit gibt es eine Kollegin, die bereits mit drei Kollegen zusammen gewesen ist (und mit einem verheiratet).
 
  • #26
Hm. Statistisch betrachtet soll es wohl so sein, dass sich die meisten Paare über Schule/Studium/Arbeit kennen lernen. Je nach Altersklasse natürlich. Ich kann das auch gut nachvollziehen, weil man soviel Zeit dort verbringt. Allerdings:

Für mich selbst käme das nicht in Frage. Ich trenne strikt Privates vom Beruflichen, habe am Arbeitsplatz auch keine engeren Freundschaften, da ich im Privatleben einen großen Freundeskreis habe. Heißt aber nicht, dass ich im Notfall nicht für meine Kollegen da wäre. In meinem Beruf gibt es einfach keine für mich interessanten Persönlichkeiten, bzw. nur ganz wenige. Mit denen würde ich in der Freizeit keine Aktivitäten unternehmen, da sich unsere Lebenswelten zu stark unterscheiden. Geschweige denn, am Arbeitsplatz einen geeigneten Partner zu finden, gestaltet sich für mich schwierig.

Eine Freundin von mir hat sich am Arbeitsplatz gleich zweimal verliebt. Beim ersten Mal ist das große Drama ausgebrochen, und sie war monatelang unglücklich, weil man in der Firma über sie gesprochen hat. Die zweite längere Beziehung ist auch zerbrochen und so richtig gut fühlt sie sich damit auch nicht.

Als ich das hautnah mitbekam, war mir klar, dass ich mit meinem Weg für mich ziemlich gut fahre, ich habe zumindest beruflich immer volle Konzentration auf den Job und muss meine Kollegen nicht an meiner Privatsphäre teilhaben lassen.

Kann aber jeder halten wie er mag.
 
  • #27
Ich denke, es kommt auf das Niveau oder sogar die Intelligenz eines Jeden an, wie man „trennt“.
Schlammschlachten und böse Worte gegeneinander verlieren nach einer Trennung finde ich arg daneben. Zu einer Trennung gehören letztendlich 2. Sicherlich ist man verletzt, aber ich denke, wie man damit umgeht hat was mit sozialer Intelligenz zu tun.
Also, warum nicht?
Ich folge meinen Gefühlen, im Job durchaus möglich, nur kam es bei mir nicht so.
Klar kann Chef-Sekretärin-Techtelmächtel oft nicht gutgehen, da teilweise der Bildungsstand arg verschieden ist (aber dieses Thema hatten wir schon woanders ;)), aber durchaus Gleichgestellte (oder auch Gleichgesinnte können sich durchaus in einer Firma finden. Auch wenn es schief gehen sollte, sollte man doch Professionalität beweisen, und diese Trennung nicht mit in den Job nehmen.
Ich habe meist während/nach einer Trennung immer den Expartner mit dem Respekt behandelt, wie auch ich behandelt werden möchte. Man kann dann sicherlich schon als Kollegen funktionieren, und privat hat man es versucht. Dies sollte man aber trennen.
 
  • #28
Wir sind eine ziemlich große Abteilung und bei uns sind schon viele Paare zusammen gekommen, die auch mittlerweile verheiratet sind und Kinder bekommen haben, also es funktioniert.
Da man die meiste Zeit vom Tag in der Arbeit verbringt, finde ich es durchaus normal das man sich auch am Arbeitsplatz kennen und lieben lernt. Vor allem besser als wenn man beim Fortgehen blöd angemacht wird.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
  • #29
Nach meiner Trennung hatte ich eine nette Affäre mit einem jüngeren Mitarbeiter. Tat meiner Eitelkeit sehr gut, zumal seine Frau 18 Jahre jünger ist als ich. Unserem Arbeitsklima hat das nicht geschadet, es hat sich dadurch eher noch verbessert. Wir sind beide erwachsen und können damit umgehen. Wir sehen es als das was es ist, schöner Sex.