• #1

Betrug: Ja was jetzt - verzeihen oder nicht?

Ich muss mich wundern über die wohlwollenden Beiträge, die der (unter der Dusche) Verführte bekommt, auch von manchen, die normalerweise für sofortigen Schlussstrich nach Betrug plädieren. "Wer einmal fremd geht, tut es immer wieder", wird dann gerne argumentiert. - In anderen Fällen, hier nicht...

Zwei Fragen treiben mich jetzt um:

1. Soll (oder kann) eine Partnerin in einem solchen Fall verzeihen?

2. Kann der betrogene Freund des Veführten wieder Vertrauen zu ihm fassen, im Bewusstsein, dass jeder Mann in dieser Situation schwach würde, so wie vielleicht auch er selbst in einer solchen Situation? (Was fast alle Männer hier im Forum bestätigten)
 
  • #2
Hier kann ich sagen, dass das Wort "Ausrutscher" recht gut trifft.
Daher:

A:1
Das muss die Partnerin mit sich selbst abmachen. (Müssen wird nicht gehen) Aber ich denke, dass es in diesem Falle möglich sein kann es wirklich abzuhacken. (Vorausgesetzt keine Schwangerschaft, Krankheit und keinen Kontakt mehr)

A:2
Ja, dass kann ich mir schon vorstellen. Je nachdem wie erfahren, offen und selbstbewusst sie sind.
 
G

Gast

  • #3
Was fast alle Männer hier im Forum bestätigten
Wie denn, was denn? Ich denke, das Verhältnis „schwach” zu „nicht schwach” ist schon ungefähr ausgeglichen, schau Dir die Beiträge nochmal an.

Ob die Partnerin ihm verzeihen soll? Kein Mensch ist vollkommen. Es war eine Ausnahmesituation, die sich nicht wiederholen dürfte, zumal er auch nie wieder auf eine solche Überrumpelung hereinfallen wird. Insofern braucht sie hier keine Bedenken zu haben.

Ob der Freund ihm verzeihen soll? Er wurde von seiner eigenen Freundin schamlos betrogen, das wiegt schwerer. Zudem ging die Initiative nicht vom Mann aus.

Vorausgesetzt die Begebenheit wurde von ihm korrekt und glaubhaft wiedergegeben, sehe ich in beiden Fällen keinen Grund, warum dem „Verführten” sein Ausrutscher nicht verziehen werden könnte.
 
G

Gast

  • #4
Die wohlwollenden Beiträge des Nachbartreats rühren wohl daher, dass hier der Verführte, kein eiskalter, abgebrühter Fremdgeher ist, sondern in eine Situation geraden ist, in der er schwach wurde, dies sehr bereute und sich gegenüber seiner Partnerin geöffnet hat.

Aus meiner Sicht handelt es sich daher nicht um einen Fremdgeher im klassischen Sinne.

Deine Fragen sind mir zu dogmatisch, da Sie implizieren, dass das Handeln des Partners im höchsten Maße verwerflich war.
Aber gut.
Ich finde, die Partnerin sollte das Handeln in jedem Falle verzeihen. Aus der Situation, aus der das Schwach werden herrührte, kann man auch als Frau nachvollziehen, dass das jedem passieren könnte. Niemals würde ich wegen so eines Vorfalles eine Partnerschaft wegwerfen.

Ich glaube, dass in so einer Situation auch fast alle Frauen schwach geworden wären. Ich halte den Vertrauensbruch nicht für so schwer wiegend oder dramatisch, dass die Partnerin nicht wieder! Vertrauen fassen kann. Im Gegenteil, sie kann dem Partner doch gerade sehr vertrauen, aufgrund seiner Verhaltensweisen.

Mir ist das alles zu hoch aufgehängt. Einen Menschen lieben, heißt auch seine Schwächen zu lieben. Der Mann hat weder vorsätzlich gehandelt, noch ist er in eine heimliche Affäre gerutscht...Etwas mehr Großmut ist meines Erachtens angesagt.
 
G

Gast

  • #5
Einfach mal Menschlichkeit an den Tag legen und nicht so drauf herumreiten. Mein Gott, es war ein kurzes, einmaliges Ding, was da gelaufen ist.
Auch ich bin schon betrogen worden, aber dazu gehören immer zwei, also ich auch. Warum hat denn seine Freundin ihn nicht unter der Dusche verführt? Musste erst die andere kommen....
 
  • #6
1. Ob man verzeihen "soll" kann ich nicht sagen. Es muß der/die Betroffene selbst wissen oder erfahren, ob er/sie es kann.
Ich wünschte, niemand käme erst in diese Situation, sich mit einem Seitensprung des Partners abgeben zu müssen.
Ich wünschte alle (Männlein wie Weiblein) würden rechtzeitig Situationen vermeiden, in denen sie "hilflos" sind, wenn es anscheinend Situationen gibt, in denen man es tatsächlich nicht vermeiden kann, mit jemandem Sex zu haben.

2. Es soll es geben, daß Menschen das tatsächlich können.
Allerdings kann ich mir das bei mir schwer vorstellen. Es fällt mir so schon schwer, jemandem zu vertrauen. Wie soll das nach einem solchen Vertrauensbruch, der bis ins Mark trifft, dann wieder gehen? Allerdings frage ich mich, wie es einem Mann, der mich so sehr gut dann evtl. kennt und dem ich vertraue und der mich angeblich wirklich liebt, es tatsächlich schaffen kann, Sex mit einer anderen Frau zu haben. Mir jedenfalls vergeht alles, wenn ich weiß, daß etwas meinem Liebsten gegen den Strich gehen könnte und ihn verletzen würde - auch wenn ich selbst vielleicht noch so viel Spaß bei etwas habe.

Es muß jeder Mensch für sich selbst entscheiden dürfen, wie er mit einem Seitensprung des Partners umgehen kann oder will. Nicht zu beichten ist daher für mich ein weiterer Betrug am Partner.
 
  • #7
Nach meiner Einschätzung hat #1 die Bedingungen schon sehr gut genannt: Wenn ich die Freundin wäre, würde ich mir ein paar Monate Bedenkzeit aussprechen, bis zu einem halben Jahr. Dann nämlich kann man einigermaßen verlässlich wissen bzw. testen lassen, ob sich der Mann eine Krankheit zugezogen hat, die andere Frau schwanger geworden ist und wie sich der Kontakt entwickelt (im Optimalfall: kein Kontakt mehr zu der anderen, stattdessen Bemühen um die eigene Beziehung). Wie dieses halbe Jahr praktisch aussehen könnte, wenn die beiden, wie hier offenbar der Fall, zusammenwohnen: Getrennte Schlafzimmer und vielleicht keine Familienbesuche für diese Karenzzeit, aber durchaus offene Gespräche und, wenn es wieder langsam besser wird, gemeinsame Unternehmungen, um den Draht nicht völlig zu verlieren. Ich glaube, bei mir hätte der Mann dann gute Aussichten, dass wir die Sache gemeinsam überwinden.

An der Stelle des Freundes (für mich als Frau etwas schwieriger, mich hineinzuversetzen) würde ich vor allem erst einmal von der Frau trennen, die die ganze Situation offenbar ausgelöst hat. Und dann käme es darauf an, wie langjährig und gut die Freundschaft vorher war. Bei einem quasi-Kindergartenfreund, mti dem mich wahnsinnig viel verbindet, würde ich verzeihen, sonst eher nicht.
 
G

Gast

  • #8
Ausrutscher passieren nicht einfach so! Wahre Liebe heißt, nicht seinen Gefühlen stets freien Lauf zu lassen! Niemand kann einen verführen, wenn der andere es auch nicht will, so siehts aus!
Wer 1 x fremdgeht tut es zu 99,9 % irgendwannmal immer wieder, weil er/sie auf den Geschmack gekommen ist aber dann von Liebe zum Partner zu sprechen ist absurd, denn wenn geliebt wird, wird nicht fremdgegangen, auch wenn es Chancen dazu gibt!
 
G

Gast

  • #9
Ich frage mich jetzt mal ganz ernsthaft. Welche sexuellen Situationen gibt es denn im Leben in denen man nicht "Nein" sagen kann bzw. will. Wenn ich einen Partner habe möchte ich dass er treu ist, sprich wenn sich eine fremde Frau nackt neben ihn legt erwarte ich dass er sein Gehirn noch solange eingeschaltet lässt bis das "Nein" deutlich beim anderen ankam.

Sorry, aber hier wird wirklich eigenartig argumentiert, Treuebruch ist Treuebruch, auch wenn der Verführte es nachher reumütig beichtet.

Ob ich deshalb eine Partnerschaft beenden würde kommt sicherlich auf drauf an wie lange ich mit der Person schon zusammen bin, wie die Beziehung zu diesem Zeitpunkt war, ob schwierig oder eigentlich gut.

Die Entscheidung danach ist sicherlich immer individuell zu treffen, aber an der Tatsache dass man betrogen wurde geht ja kein Weg vorbei und dass es schwierig ist eine Beziehung danach wieder unbelastet zu leben muss doch auch jedem der Beteiligten klar sein. Dazu gehört schon viel menschliche Größe und die Gabe des Verzeihen könnens.

w 45
 
  • #10
Verzeihen ist ein christlicher Wert.

Joh 8, 7: Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
Joh 8, 10-11: Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? Sie aber sprach: HERR, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!

Das braucht eigentlich keine weiteren Worte.
 
  • #11
Verzeihen ist ein christlicher Wert.

Joh 8, 7: Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.
Joh 8, 10-11: Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? Sie aber sprach: HERR, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!

Das braucht eigentlich keine weiteren Worte.
Ja, sicher.
Nur wir sind nicht Jesus. Wir sind alle Sünder und haben unsere Erfahrungen und Verletzungen im Lauf der Jahre davongetragen und wir reagieren menschlich und teils auch nicht kopfgesteuert.
Sicher ist es besser für einen selbst v.a. wenn man mit einem Betrug wenigstens innerlich abschließen kann. Aber selbst dann heißt das nicht, daß durch diesen Betrug kein Porzellan zerschlagen wurde und man deshalb weniger leidet. Und schon gar nicht heißt das auch zugleich, daß man wieder demjenigen, der einen betrogen hat, vertrauen könnte und auch in Bezug auf Menschen, die einen (noch) nicht betrogen haben wird das immer schwerer fallen. Mit jeder negativen Erfahrung wird es schwerer fallen. Und damit wird es auch immer schwerer fallen, dem Beispiel Jesu nachzufolgen.

Ich glaube an Gott. Aber wenn mich jemand verletzt hat, dann habe ich ein Gedächtnis wie ein Elefant und selbst wenn ich mich nach einiger Zeit (manchmal schneller manchmal erst nach Jahren) einigermaßen einbekomme werde ich niemals vergessen können, wenn mir jemand Schmerzen zugefügt hat. Und das hat nichts damit zu tun, daß ich dem anderen nicht vielleicht schon längst verziehen habe.
 
  • #12
Ich habe hier irgendwo auch mal geschrieben, daß ich immer noch selbst entscheide, auf wen ich noch einmal zugehe oder nicht. Da war das Geschrei groß "das geht doch nicht! man muß doch verzeihen!" "Man" muß garnichts, das stimmt. Bei zwei menschen in meinem Leben (einer Frau und einem Mann) spicke ich mit fettem Grinsen eine Voodoopuppe und den anderen sage ich: "Mach das nicht noch mal!" , schaue, ob sie sich daran halten und gut ist.

Ich bin null religiös. Aber das, was ich aus dem Zitat entnehme, ist, daß pharisäerhafte Prinzipienreiterei kontraproduktiv ist und Menschen aus Situationen auch lernen können.

"Wer einmal fremdgeht, tut es immer wieder." ist für mich ein idiotischer Trugschluß. Da ist mal jemand fremdgegangen, oder, - wie hier oft zu lesen - war bei einer Nutte, hat ein oder zwei ONS zuviel gehabt und hat noch das Vertrauen, es dir zu sagen. So ein Vertrauen ist (auch) Wertschätzung. Und jetzt? Ohne Abwägung den Weg des Prinzips gehen? Jede Menge Porzellan zerschlagen, weil man sich im Recht fühlt? (Oder klappt da ein fragiles Selbstbewußtsein zusammen, weil es heile Welt braucht und mit inneren Konflikten nicht zurecht kommt?)

Unterhalte dich mal mit einem Richter darüber. Der will erstmal, daß die Leute einen Warnschuß bekommen und einsehen, daß sie Mist gebaut haben und vor allem will er, daß sie das in Zukunft nicht mehr tun. Bei Gewohnheitstätern ist es dann was anderes.

Es gibt doch keine blödere Situation, als das jemand beichtet, daß er einen Fehler begangen hat und er dann von allen Umstehenden noch mehr Ärger und Streß bekommt, als wenn er gelogen und geschwiegen hätte (und dem noch der Genuß entgeht, weiter an den verbotenen Früchten zu naschen). Da passiert es nämlich ganz schnell, daß sich jemand sagt: wenn meine Bitte um Verzeihung so ein Ergebnis hat, dann lohnt es sich garnicht, um Verzeihung zu bitten. Zum Verzeihen gehört auch Stärke und menschliche Größe.
 
  • #13
Der arme Mann, der tut mir langsam leid, was für Themen hier wegen ihm geöffnet werden.

Das was da passiert ist und die Folgen davon, die kann man schlecht mit Vernunft lösen. Selbst wenn sie ihm verzeihen will, es bedeutet noch lange nicht, dass sie es schaft. Sie wird immer mit der Angst leben müssen, er hat mich betrogen, er hat sich verführen lassen, wird er mal wieder so schwach sein, wird wieder eine Frau ihn so leicht um den Finger wickeln? Kann ich ihn je wieder alleine lassen, was passiert, wenn er mit den Freunden einen trinken geht...? Wird er dann auch jede nähmen die ihn will, weil er ist dann nicht Herr seiner Sinne?

Klar hat er es seiner Freundin schnell gebeichtet und es geht ihm schlecht jetzt, klar hat die Freundin der anderen deutlich gemacht, sie soll die Finger von ihm lassen. Wahrscheinlich liebt sie ihn immer noch und er sie auch aber fehlendes Vertrauen kann keine Liebe überleben.

Egal welches Ende das nimmt, am Ende wird es keine pro und kontra Liste entscheide, am Ende wird es die Zeit zeigen.
 
  • #14
Liebe Angela, da ich annehme, dass Du auch (oder gar insbesondere?) mich meinst, wenn Du die Frage so formulierst, erhältst Du natürlich auch von mir eine Antwort:

Ich möchte zunächst betonen, dass ich in dem Thread konkret dem Fragesteller geantwortet und geholfen habe. Das ist der Sinn unseres Forums: Hilfreiche, seriöse Ratschläge bei Fragestellungen, die um Rat fragen. Ich habe daher den Fragesteller und seine Probleme in den Mittelpunkt gestellt. Nicht aber die Schlange von Verführerin verurteilt, obwohl ich ihr Handeln zutiefst verachtenswert halte. Ich habe nicht über die Unmoral des Fremdgehens doziert, sondern ihm einfach hilfreich alle Perspektiven erläutert (z.B. ewiges Damoklesschwert, falls er schweigt).

Ich finde aber auch, dass der Fragesteller es uns leicht gemacht hat: Er hat gleich geschrieben, dass er Tabus gebrochen hat, dass er sich schuldig fühlt, dass er Mist gebaut hat, dass er echte Reue fühlt. Das ist alles wahr und wird durch die Einsicht zwar nicht besser, aber es nochmals zu erwähnen, wird konsequenterweise unnötiger. Er hatte alle meine üblichen Klarstellungen vorweggenommen. Nichtsdestotrotz habe ich der Freundin nicht die Fortsetzung der Beziehung empfohlen (sie war ja nirgends angesprochen in unseren Threads) oder in irgendeiner Art dahingehend agitiert.

Ich gebe Dir aber dennoch recht: Dieser Fall ist sehr speziell. Der Fragesteller wurde glaubhaft überrumpelt, ohne einen eigenen Antrieb zur Tat empfunden zu haben. Wie unsere Juristen (Vicky, Volljurist) formulierten, wäre ein Abwenden der Tat "zumutbar, aber nicht leicht umsetzbar" gewesen. Es war eine Situation, die sonst einfach nur extrem selten vorkommt. Fast immer geht Flirterei voraus, wird auch der Mann irgendwie aktiv oder nimmt es billigend in Kauf, wird erst mit den Feuer gespielt und sich dann verbrannt. Nicht so in diesem Fall.
 
  • #15
Zu Deinen konkreten Detailfragen:

1. Soll die Partnerin verzeihen?

Hm, sehr schwierig, hier eine moralische Vorschrift zu entwickeln ("sollen"), denn gewiss sollte die Freundin vor allem ihrem eigenen Gefühl folgen und entscheiden, ob sie diesem Mann noch das nötige Vertrauen entgegenbringt, ob sie mit ihm Sex haben kann, ohne an die Tat zu denken, ob dieser Akt nicht ewig zwischen ihnen stehen wird. Sie wird außerdem bedenken müssen, wie groß die Gefahr von Geschlechtskrankheiten ist oder ob die andere Frau schwanger geworden sein kann. Wie immer beim Fremdgehen stehen auch hier Gefühle und Gefahren im Vordergrund und nicht der kurze Akt selbst.

Ob ich diesen Fall eher verzeihenswürdig finde als viele andere? Ja, tue ich, gebe ich zu.

Aber ob ich in so einer Situation verzeihen könnte, weiß ich nicht. Aber die Frage ist ja auch nicht primär, ob man verzeihen kann, sondern eher ob man damit leben und sich arrangieren kann. Ich schätze, das könnte ich persönlich eher nicht. Ich würde es nie vergessen und es würde immer wieder zwischen uns stehen, befürchte ich.

2. Kann der betrogene Freund des Verführten wieder Vertrauen zu ihm fassen?

Wir wissen, dass manche Männer einräumen, sie hätten ebenfalls so reagiert, andere behaupten, sie wären standhaft geblieben. Ich schätze, das wird er können, falls er ehrlich genug zu sich selbst ist und dabei zu dem Schluss kommt, dass er auch hereingefallen und überrumpelt worden wäre. Käme er aber zu dem Schluss, dass er sich selbst durchaus in Griff gehabt hätte, dann wird er ganz gewiss nicht verzeihen.
 
G

Gast

  • #16
Dem Aspekt, dass es im geschilderten Fall um Verzeihen geht, kann ich gut nachvollziehen. Schwierig wird es für mich, wenn wir auf ruristischen Boden gehen: Ein Richter schießt einem Ersttäter erst mal vor den Bug und schlägt erst bei Widerholungstätern zu. Das hätte in unserem Falle ein lebenslange Bewährung für den "Täter" zur Folge. Können und wollen er, seine Freundin und sein Freund mit diesem Konstrukt leben? Ich wollte und könnte es an aller dreier Stelle nicht, plädiere deshalb dafür, zu prüfen, ob nicht doch verziehen werden kann und zwar ohne Elefantengedächtnis.
 
G

Gast

  • #17
noch mehr Ärger und Streß bekommt, als wenn er gelogen und geschwiegen hätte ... wenn meine Bitte um Verzeihung so ein Ergebnis hat, dann lohnt es sich garnicht, um Verzeihung zu bitten.
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen: Selbstanzeige, Geständnis und Reue dürfen, wie auch in der Strafgerichtsbarkeit, niemals zur Strafverschärfung führen. Andererseits ist natürlich trotz Vergebung nicht alles wieder beim alten, der reuige Täter muß akzeptieren, daß er für eine gewisse Zeit nicht mehr auf uneingeschränktes Vertrauen bauen darf, und ihm muß auch klar sein, daß im Wiederholungsfall andere Maßstäbe gelten werden.
 
  • #20
Was meinst Du denn selbst zu Deiner Titelfrage, Angela?
 
  • #22
Was meinst Du denn selbst zu Deiner Titelfrage, Angela?
Ich bin hin- und hergerissen!

Was dem Mann in diesem Fall als "mildernder Umstan" zugute gehalten wird, ist ja die Tatsache, überrumpelt worden zu sein und er somit wehrlos nicht anders konnte, als fremd zu vö... . Nachvollziebar für manche hier, Männer und Frauen.

Ich sehe dies etwas anders und würde mich wahrscheinlich genau deshalb schwer tun, hier zu verzeihen, Ich müsste doch in ständiger Angst leben, mein dermaßen leicht entflammbarer Partner könnte in einer ähnlichen Situation wieder nicht mehr Herr seiner Sinne sein.
 
  • #23
@Angela: Ich selbst bin auch hin- und hergerissen, Einerseits bin ich mir sicher, dass ich so etwas nie vergessen könnte und es irgendwie doch immer zwischen uns stehen würde. Insofern bleibe ich mir treu: Fremdgehen führt zur Trennung. -- Andererseits sehe ich durchaus auch den Überrumpelungseffekt und die eingeschränkte Schuld des Fragestellers, was insgesamt das gesamte Szenario als einen seltenen Spezialfall erscheinen lässt.

Zu Deinem Argument: Ich glaube nicht, dass der Fragesteller mit einer ähnlichen Nummer erneut überrumpelt werden würde. Immerhin weiß er jetzt um seine Anfälligkeit bezüglich solcher erotischen Risiko-Momente und ist zukünftig natürlich gewarnt -- und er erschien mir nicht als jemand, der mit Heimlichkeiten oder Lügereien leben könnte. Das spricht für ihn.
 
  • #24
Der geschilderte Fall (Dusche) ist ein sehr spezieller Sonderfall. Ich möchte ihn auch nicht bewerten, sondern kann nur vermuten, daß der Mann so überrascht wurde, daß er in dem Moment nicht mehr denken konnte. Wahrscheinlich hatte er nichtmal mitbekommen, daß er mit seiner Bekannten auf einmal Sex hatte. Übertrieben ausgedrückt, wurde er von einer lüsternen Frau vergewaltigt.

Man muß sich mal die Situation vorstellen. Die beiden hatten eine Wohnung renoviert. Das ist anstrengend und man freut sich über das Ergebnis. Er ging entspannt unter die Dusche und war wegen des erfolgreichen Tages entspannt unter Dusche und zugleich erregt. Nicht wegen der Frau, sondern weil er mit sich und dem Ergebnis zufrieden war. Just in diesem Moment kommt diese Frau in die Duschkabine und forciert das Ganze, wo er mit den Gedanken mehr an der Tapete (wenn sie tapeziert haben sollten) hing.

Sowas passiert eigentlich nur sehr unerfahrenen Männern, mal ganz davon abgesehen, daß man das Bad auch abschließen kann.

Auch lüsterne Frauen verlieren die Beherrschung und wenn ein Mann darauf nicht vorbereitet ist, ist es schnell geschehen. Der Mann träumt in der Dusche vor sich hin, und "zack", wird er von einer erregten Frau überrumpelt, die sicherlich auch sehr zufrieden über das Renovierergebnis war.

Es bedarf schon einiger Abgeklärtheit und Wachsamkeit, um so eine Situation souverän zu meistern.

Wie ich im anderen Thread schon schrieb, hätte ich die Frau "rausgeschmissen".
 
G

Gast

  • #25
Der geschilderte Fall (Dusche) ist ein sehr spezieller Sonderfall. Ich möchte ihn auch nicht bewerten, sondern kann nur vermuten, daß der Mann so überrascht wurde, daß er in dem Moment nicht mehr denken konnte. Wahrscheinlich hatte er nichtmal mitbekommen, daß er mit seiner Bekannten auf einmal Sex hatte. Übertrieben ausgedrückt, wurde er von einer lüsternen Frau vergewaltigt.
Pardon, aber diese Frau hatte ja nicht sofort besinnungslosen Sex mit dem Mann (siehe entsprechenden Thread des Mannes), dann hätte ich ihn verstanden, weil er in dem Moment wirklich nicht ganz zurechnungsfähig war.

Nein, er und die Frau haben sich vorher noch gegenseitig eingeseift. Irgendwann muss es dem männlichen "Opfer" doch gedämmert haben, dass er gerade etwas tut, was vier Leute unglücklich machen könnte. Warum hat er die Sache da nicht abgebrochen?

Und mir fehlt die Einsicht in den Anteil, den er an diesem Vorkommnis hat. Sein Satz "Es ist einfach so passiert" zeugt von einer echten Weichei-Haltung. "Ich habe Mist gebaut" - das wäre die richtige Aussage. Und die vermisse ich bei ihm.
 
G

Gast

  • #27
Oh Wunder, genau das sind die allerersten Worte der Fragestellung.

Der Mann schreibt ferner: "Ich verstehe es immer noch nicht. Ich will mich damit nicht rausreden. Ich fühle mich schuldig. "

Einfach mal genauer lesen und nachdenken, bevor man postet!
Da hast Du ja fein aufgepasst, Frederika - danke schön!

Nichtsdestotrotz bleibt es mir ein Rätsel, wie es zum Sex kommen konnte, der ja so spontan gar nicht war. Vorher wurde sich noch gegenseitig schön eingeseift, das heißt es war offensichtlich genug Zeit, sich darüber klar zu werden, was gerade abgeht, und die Lady der Dusche zu verweisen ...
 
  • #28