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  • #1

Berufliche Selbständigkeit Plus oder Minus?

Findet Ihr berufliche Selbständigkeit bei Männern eher positiv oder negativ?
 
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  • #2
Es ist dann positiv, wenn man als Frau auch die negativen Seiten tolerieren kann. Denn oft wird in seiner Selbständigkeit viel und lange gearbeitet, er ist viel unterwegs und kann somit keinen 9to5 Job realisieren. Das muss man als Frau mögen. Schön ist es, wenn beide selbständig sind, und sich auch mal eine Auszeit gönnen können - doch selbst das will gelernt sein. - und der Mann muss die Selbständigkeit der Frau (mit allen o.a. möglicherweise negativen Seiten) ebenso akzeptieren und damit klar kommen!

Natürlich spielt bei der Selbständigkeit auch immer das Risiko mit - wenn nicht mehr, dann nichts mehr (finanziell gesehen - es gibt nunmal kein Arbeitslosengeld als Auffangbecken...) und man trägt die alleinige Verantwortung!
 
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  • #3
Was macht er denn? Hat er Angestellte (perfekt: meistens Geld und Zeit) oder ist er ein Einzelkäpfer (kritisch) ? In welcher Branche ist er tätig ? Was suchst du denn nun genau: einen Versorger oder jemanden der jede Minute mit dir verbringt? Fragen über Fragen, die Entscheidung bzw. einen Kennenlernwunsch würde ich jedoch nie ausschließlich von dem Beruf ableiten.
 
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Gast

  • #4
Ich (w) finde es bei Männern sehr positiv. Lässt es doch auch Rückschlüsse auf andere Bereiche zu. Oft sind Selbstständige unangepasst und dadurch seeehr interessant. Auch, wenn sie für den eigenen Erfolg oft sehr viel mehr arbeiten, als ein Angestellter, sie beweisen dadurch Mut und Ehrgeiz und meistens nicht auf Kosten von Kollegen!
 
  • #5
Ich bin zwar männlich, aber auch selbstständig. Deswegen antworte ich hier auch mal drauf.

Das ganze Forum ist ja hier ein Sammelsurium von Vorurteilen, und dann kommen Leute, die Gegenbeispiele präsentieren. So auch in diesem Fall. :) In der IT-Branche ist der Anteil der "Stundenklopper" nicht besonders hoch, würde ich sagen. Ich zum Beispiel komme schon seit Jahren so gegen 8:30 zur Arbeit und gehe so gegen 18:00 nach Hause. Auch als Freiberufler bin ich vernünftig und mache mich nicht kaputt. Darin stimme ich mit vielen externen Kollegen überein. Ich muss aber zugeben, dass es auch andere meiner Spezie gibt. Bei den Rechtsanwälten, Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern (auch viele FBler darunter) sieht es ähnlich aus. Die kassieren Stundensätze von 200 - 300 EUR und sind dafür aber nicht voll ausgelastet. Also das mit der hohen Arbeitsbelastung muss ich hier relativieren.

Einem Selbstständigen kann man wahrscheinlich tendenziell Mut und Weitblick zusprechen. Ich jedenfalls habe mir vor 4 Jahren genau überlegt, ob ich auch solche Krisenzeiten wie jetzt überleben kann und habe entsprechend vorgesorgt. Mit ähnlich viel Weitblick würde ich auch eine Beziehung aufbauen. Na ja, ich kenne aber auch Kollegen, die jedes Jahr nen neuen Porsche als Schwanzverlängerung brauchen und jetzt entweder rumheulen, weil sie kein Projekt finden oder aber weite Wege (bis nach Dubai) in Kauf nehmen für ein Projekt.

Nachteile von Selbstständigen in der IT-Branche:

Wir bekommen meistens keine Remote-Zugänge von unseren Auftraggebern im Gegensatz zu den Angestellten. Also mal einen Tag von zu Hause aus zu arbeiten, geht meistens nicht. Anders sieht's bei denjenigen aus, die die technische Infrastruktur des Auftraggebers nicht brauchen.

Projekte finden nicht immer am Wohnort statt. Es drohen also Fernbeziehungsphasen. Ganz anders sieht das natürlich bei freiberuflichen Ärzten aus. Vor einer Beziehung kann der wechselnde Einsatzort aber auch ein Vorteil sein: Ich als Hamburger würde mich nicht beschweren, wenn meine Freundin in Frankfurt oder München wohnen würde - da gibt es viel mehr und lukrativere Projekte als hier. Leider ist die Beziehungsanbahnung so schwierig, wie wir hier schon mehrfach besprochen haben.

@#1: Man kann auch als Selbstständiger freiwillig in die Arbeitslosenversicherung einzahlen und bekommt dann in projektfreier Zeit Arbeitslosenknete. Und die Beiträge sind sogar relativ erträglich. Ich finde das auch moralisch grenzwertig, aber es ist so.
 
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  • #6
Hallo ThomasHH - hier grüßt #1: Wer macht das schon, in die Arbeitslosenversicherung freiwillig einbezahlen. Ich nicht (bin seit über 8 Jahren selbständig) und viele andere auch nicht.

Mein Partner ist ebenfalls selbständig und wir haben - nachdem wir in den vorherigen Beziehungen beide fast zum Workaholic mutiert sind - nun endlich den Mut, auch mal Freiheiten zu genießen und uns Zeit zu nehmen. Gleichzeitig sind wir beide aber auch immer mal wieder geschäftlich unterwegs (von 2 Tage - 2 Wochen am Stück) und eine Fernbeziehung führen wir sowieso. Also viele Punkte, die ebenso viel Tolerenz wie Akzeptanz mit sich bringen und fordern und genau deshalb nicht für jeden geeignet sind.
 
  • #7
Ich finde Selbständige und Freiberufler generell sehr positiv: Sie haben meistens Mumm, Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und wissen "wo der Hammer hängt". Sie sind meist kommunikativ angenehm, wirklich auch innerlich selbständig, erwachsen und reif. Das kann man von vielen anderen nicht gerade behaupten.

Arbeitszeiten und Sicherheit mögen etwas schlechter sein, aber das kann man ja mit ein paar Mails abklären und wenn man selbst passend verdient und einen sicheren Job hat, kann sich das doch sogar perfekt ergänzen.
 
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  • #8
Also ein selbständiger Bordellbesitzer wäre nichts für mich. Eine eigene Kanzlei hingegen schon... mh, dämmerts? ;)
 
  • #9
@#5: Wer letztlich diese Versicherung in Anspruch nimmt, ist eine andere Frage. Ich wollte nur der Aussage widersprechen: "es gibt nunmal kein Arbeitslosengeld als Auffangbecken". Das stimmt nämlich nicht. Und für mich würde sich das zum Beispiel sogar lohnen, denn ich würde in projektfreier Zeit etwa 60% derjenigen Summe bekommen, die ich früher mal in Festanstellung bekommen hatte. Allerdings gibt es einen anderen Nachteil, aber das führt zu weit ...

In meiner Branche sind Externe für eine Firma wesentlich teurer als festangestellte Mitarbeiter und können ohne große Komplikationen rausgeschmissen werden. Deswegen hinterfragen wir ständig, ob wir vielleicht diejenigen sind, die für ein Problem am Arbeitsplatz verantwortlich sind. Genauso würde ich bei einem Beziehungsproblem auch erstmal vor der eigenen Haustür fegen und fragen, wie viel ich zu diesem Problem beigetragen habe und wie viel meine Freundin. Hört sich koketter an, als es in Wahrheit ist: Ich möchte ihr natürlich keine große Angriffsfläche bieten.

Ach ja, manche Selbstständige kennen sich auch gut in Steuersachen aus. Ich mach zum Beispiel von der Umsatzsteuervoranmeldung bis zur Einkommenssteuererklärung alles selbst. In einem anderen Thread habe ich letztens ein Statement gelesen, dass gerade ITler und Ingenieurwissenschaftler alles Fachidioten seien. Und wer sich mit den beknackten Steuergesetzen auskennt, der kapiert auch ungefähr die anderen Gesetze.
 
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  • #10
Ich finde es grundsätzlich positiv, wenn Männer selbstständig sind,
wenn sie es sogar beruflich schaffen, umso besser ;-)