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Gast

  • #1

Beruflich unmoralisch/ profitorientiert Normalität?

Vor einigen Wochen habe ich im RL einen sehr interessanten Mann kennengelernt und es kam für mich folgende Frage auf: Ist es illoyal oder gar unmoralisch, wenn eine Person, die politisch aktiv, recht bekannt ist und für zwei Interessenverbände (beide haben in einigen Aspekten, durchaus konträre Auffassungen) arbeitet und den einen jedoch nur als Sprungbrett für ihre Karriere betrachtet und die politische Meinung insgeheim wenig teilt? (Dies führt natürlich dazu, dass diese Person ihre wahre Meinung von Zeit zu Zeit verheimlicht.) Oder ist das Usus in der Politik oder im Wirtschaftsleben so zu handeln? Eigentlich finde ich ihn ganz interessant und wollte ihn eigentlich auch näher kennenlernen... Ehrlichkeit und authentisch zu sein sind mir jedoch sehr wichtig, beruflich wie privat. Wie denkt ihr darüber? Vielen Dank für eure Meinungen hierzu. w
 
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Gast

  • #2
Was Dein interessanter Mann da macht, ist absolut üblich. Leider. Ich mag Männer, vor denen man den Hut ziehen kann. Deine neue Bekanntschaft hingegen ist ein Opportunist - finde ich nicht so sympathisch. Lass Dich nicht so sehr davon beeindrucken, dass er bekannt ist - das macht ihn noch lange nicht zu einem tollen Typen. Im Gegenteil: Wo Politik gemacht wird, bleiben Moral und Menschlichkeit oft auf der Strecke.
 
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Gast

  • #3
Wie #1 schreibt würde ich auch sagen das ist ein Oppertunist.
Dem würde ich nicht über den Weg trauen.--
In den `70-iger Jahren gab es Politiker die hatten Überzeugungen und Richtungen.
Selbst wenn diese zur eigenen Auffassung 180° entgegengesetzt war fand ich diese Menschen einigermassen vertrauenswürdig und bewundernswert.
Heute gibt es viel mehr "Windbeutel-Politiker", hohl, leer, lassen sich in Richtungen treiben in die sie der "Wind" weht. M 53
 
  • #4
Wenn jemand im weitesten Sinne als Lobbyist tätig ist, dann vertritt er natürlich die Interessen seiner jeweiligen Auftraggeber und muss seine private Meinung in einem gewissen Rahmen zurückstellen. Lobbyisten vertreten aber mehrheitlich schon keinen gegensätzlichen Interessen und im allgemeinen auch keine, die ihre eigenen Auffassungen strikt zugegenlaufen.

Politik ist ein dreckiges Geschäft und ich kann nur sagen: Um Wahrheit, Aufrichtigkeit und Authentizität geht es dabei nicht einmal im Ansatz. Ich würde niemals mit einem Politiker zusammen sein wollen, weil mich diese Heuchelei, dieser Opportunismus, diese zumindest moralische Korruption bodentief ankotzt.

Das Wirtschaftsleben ist eine Nuance besser, denn da weiß man wenigstens, um was geht: Ums Geld, sonst nichts. Immerhin meistens geradlinig und ehrlich, wenn auch oft genug moralisch zweifelhaft.
 
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Gast

  • #5
Ja, es ist illoyal und unmoralisch und es wundert mich überhaupt nichts mehr, wenn solche Menschen in unserem Lande "Politik machen"
Mich macht so etwas wütend und ich würde ihm das wahrscheinlich auch vor den Kopf werfen.
Mit einer solchen Person könnte ich nicht zusammen sein, denn er besitzt kein Rückrat und würde ganz sicher auch im Privatleben beim leisesten Windhauch umknicken.
 
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Gast

  • #6
Das ist allgemein verbreitet.

Und war auch immer so. Schon zu Luthers Zeiten waren viele Kleriker korrupt, kauften ihre Ämter, obewohl sie zum Teil gar keine Qualifikation besassen, oder machten gemeinsame Sache mit den ideologischen "Feinden"...

Tut mir leid für die Welt, in der wir leben. Aber besser ist sie nicht. Und irgendwann sollte man das auch wissen und dementsprechende Toleranzräume für seine Mitmenschen einrichten.

w, 33
 
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Gast

  • #7
@4

herzlichen Glückwunsch!
Mit dem deutschen Wutgeist liegen Sie im Trend und haben den Nagel auf den Kopf getroffen.
Besser machen!
 
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Gast

  • #8
Toleranz für Amoralität und Lüge ? Bei Angehörigen politischer oder wirtschaftlicher Eliten ?

Sorry, aber wer in beruflichen Zusammenhängen so handelt, wird dies selbstverständlich auch im Privaten tun und Menschen nur benutzen, solange er sie zum eigenen Wohlbefinden braucht.

Ein zero-tolerance Programm würde den Führungschargen in Ploitik und Wirtschaft bestimmt gut tun, bei Kleinkriminellen funktioniert es ja durchaus.
 
  • #9
ich denke mal es kommt auch darauf an, wie weit die eigene Meinung und das geforderte Interesse auseinander liegt. Ich glaube allen Menschen begegnet das im Arbeitsleben, dass sie Inhalte oder Anweisungen ausführen und weiter vertreten müssen, die nicht immer mit den eigenen übereinstimmen. Und auch in Parteien oder anderen politischen Gruppierungen gibt es Inhalte die der eigenen Meinung wiedersprechen man aber voielleicht trotzdem mit den Gundzielsetzungen übereinstimmt. Ausschließen kann man so eine Situation nur, wenn man eine eigene Partei gründet oder sein eigener Arbeitgeber ist. Wenn es sich aber ausschließlich um eine Mitgliedschaft zur Karrieresteigerung handelt und die eigenen Interessen darin in keiner Weise vertreten wird, dann könnte ich nicht damit leben, da ich ein Verhalten, für die eigenen Interessen über Leichen zu gehen, missbillige und für so charakterschwach halte, dass ich mit so einem Menschen nicht zusammen sein wollte