• #1

An was soll man noch glauben - wie erfolgreich einen Partner finden?

Hallo,
ich denke so wie es mir geht, so geht es wohl vielen- nicht nur hier.
Ich frage mich was eine langfristige Partnerschaft, also eine bis am Lebensende benötigt ?

Selbst hatte ich noch nicht soviele Beziehungen. Bis heute habe ich immer Schluss gemacht. Weil ich selbst der Meinung war, dass es 1 oder mehrere große Differenzen gab, die langfristig dennoch zu einen beidseitigen unglücklich sein sich gewandelt hätten.
Nun, wenn ich hier so ab und zu lese, dass Partnerschaften sich nach 2- 10 Jahren oder gar mehr auflösen, obwohl man die selbe Weltanschauung innerlich hatte, viele gemeinsame Interessen, sich gern mochte, anständigen Sex, gut miteinander reden konnte, finanziell gut da stand und vieles mehr.

Ich will es einfach nicht ganz so recht durchschauen.

Entweder lügen diese Menschen selbst hier im Forum und wollen die wahren Gründe nicht preisgeben.Aus Angst zum Beispiel als oberflächlicher Egoist dazustehen. Oder sie kommen mit ihren echten Gefühlen selbst nicht zu recht und wollen selbst nicht so recht akzeptieren, dass sie z.B. gewisse oberflächliche Ansprüche besitzen. Es kann auch sein, dass man den anderen nicht riechen kann oder er eine Art an sich hat die man unterbewußt rein gar nicht mag.

Ich möchte endlich verstehen, was zur Hölle man machen sollte um solche Beziehungen zu vermeiden- ich möchte und ich glaube die meisten die nach einen "Traumpartner" suchen möchte nicht sinnlose Zeit vergeuden um anschließend sich nach 3-10 Jahren sich anzuhören " Du bist doch nicht der\die richtige" usw.

Meiner Meinung stehen sich die meisten Menschen nur selbst in Wege. Sie sagen nach 5 Jahren oder gar mehr sie lieben ihn/sie nicht mehr- wie lächerlich ist das denn bitteschön ?

Wieso ist man nicht von Anfang an- also ab das erste Treffen- konsequent zu sich selbst und für beide?

Ich sehe die Dinge auch sehr rationell, es gibt kein einzelnen Traumpartner irgendwo. Es gibt ganz viele. Aber selbst einen davon zu finden ist eine harte, mühevolle und zeitintensive Arbeit. Und selbst, wenn er da ist, läuft nicht alles wie von Schnürchen!

Ich finde es sowas von verantwortungslos sich nach 5 oder mehr Jahren zu trennen, obwohl es sich wahrscheinlich nach 6 Monaten schon ersten markante Zeichen gab.

Für mich gehört zu einen guten Partnerschaft, dass das ganze "Paket" stimmen muss, aber BEIDSEITIG- also für sie ebenso stimmen muss und da ist das größte Problem begraben, weil irgendeiner macht ja meistens immer etwas vor, wenn nicht sogar beide!
m30
 
W

wahlmünchner

  • #2
Äh ok. Dein Beitrag ist weniger eine Frage als ein Haufen von mehreren Behauptungen, Befürchtungen und Schlussfolgerungen. Deshalb kann ich auch keine Antwort darauf geben.
Was das tatsächliche "Problem " von Beziehungen ist:
Es gibt 2 Menschen. 2 verschiedene Köpfe, die eventuell verschiedene Meinungen zu ein und der selben Sache haben.
Letztendlich kannst du es leider nicht verhindern, dass du ev. dann doch verlassen wirst...außer du trennst dich weiterhin immer zu erst.
Zu einer Lebenspartnerin kommst du so leider nicht.
Aber schau: wenn 50% aller Ehen scheitern, gelingen die anderen 50%.
Das ist doch immerhin eine Chance.
Und wer nicht heiratet, trennt sich im übrigen statistisch gesehen häufiger.
 
  • #3
Dein Beitrag klingt so, als würdest Du komplett ausschließen, dass man auch ab 30 noch Lebenserfahrung sammelt, seinen Charakter weiter prägt und rausfindet, was man eigentlich will in einer Partnerschaft. Außerdem bügelst Du mal eben weg, dass es große Zweifel an den eigenen Gefühlen geben kann, unterstellst, dass jeder gleich wüsste, wie sich eine Partnerschaft entwickelt und jeder Mensch gut allein sein kann mit sich.

Ich finde es sowas von verantwortungslos sich nach 5 oder mehr Jahren zu trennen, obwohl es sich wahrscheinlich nach 6 Monaten schon ersten markante Zeichen gab.
Ja, das weiß man aber erst hinterher, wenn man die Beziehung nur noch "erhalten" hat, statt eine Beziehung zu leben.
Man denkt, man selber darf sich nicht so anstellen oder weiß noch nicht, dass man sich sein Leben lang mit seinen Bedürfnissen zurückgenommen hat, weil die Kindheitssituation so war. Das entdeckt man erst in einer Beziehung, das wird erst bewusst, wenn z.B. ein Partner immer fordernder und fordernder zu werden scheint und man selbst nicht in der Lage ist, dem ganzen eine Grenze zu setzen, weil man Liebe verwechselt mit Selbstaufgabe. Irgendwann - und dafür ist nunmal dieser Dauerbeschuss in einer Beziehung notwendig, weil man das allein nicht merkt - kommt die Erkenntnis, dass man eine Beziehung so nicht leben kann, und dann wissen beide eigentlich, dass sie die ganze Zeit die Hoffnung hatten, es würde schon irgendwie, aber sie sind in einer grundlegenden Sache so verschieden, dass es nicht mehr geht, weil jeder nun weiß, dass diese Sache im eigenen Leben SO laufen muss und nicht anders, dh. wie der Partner es sich wünscht.

Sie sagen nach 5 Jahren oder gar mehr sie lieben ihn/sie nicht mehr- wie lächerlich ist das denn bitteschön ?
Das ist nicht lächerlich, das ist die Umschreibung dafür, dass sie erkannt haben, dass der Partner nicht dem entspricht, was sie sich gewünscht haben und vielleicht auch versucht haben, im anderen hinzubiegen. Ob dieser Wunsch nun realistisch ist, sei dahingestellt, aber sie glauben noch dran, dass es das als Partner gibt, was sie wollen, sonst würden sie nicht Schluss machen.
 
  • #4
Sorry, gerade das Gerede vom "Richtigen" ist das falsche.
Allerdings gebe ich auch nichts auf die Sprüche dass man viele Frösche küssen muss um einen Prinzen zu finden.

Allzu große Romantik und Kitschvorstellungen sind im realen, gerade wenn es um echte Beziehungskanidaten geht kontraproduktiv, auch der super Sex ist alles andere als ein Garant für Dauerbindung.

Eine Dauerbindung macht einzig und alleine die gleichen Wert- und Richtungsvorstellungen vom Leben aus, wie wollen wir gemeinsam die Gegenwart und die Zukunft gestalten, was wollen wir gemeinsam, nicht was will jeder einzelne von uns? Was können wir gemeinsam bewerkstelligen. Ein Paar sollte sich immer als Team sehen nicht als Einzelkämpfer. Natürlich kann man Einzelkämpfer sein, dann aber bitte als Single.

Der Mainstream produziert viel Müll, allein schon das Wort Lebensabschnittspartner....welch ein Graus. Wenn ich davon ausgehe alle paar Jahre ein Desaster bzw. ein Drama in Beziehungen zu haben um dann ins nächste zu rutschen bleib ich Single.

Nur diejenigen sind in Dauerbeziehung, welche ankommen wollen und nicht welche ewig suchen wollen, weil sie im Grunde sich selbst suchen.
 
  • #5
Ich frage mich was eine langfristige Partnerschaft, also eine bis am Lebensende benötigt ?
Meine Antwort ist: Liebe als Gefühl, nicht als irgendwann erarbeitet - das Erarbeiten bezieht sich für mich auf die Lebbarkeit der Beziehung, weil Liebe allein nicht reicht und sich immer Probleme ergeben. Wenn man ganz unrealistische Vorstellungen von sich bzw. anderen Menschen hat, rennt man einem Ideal hinterher, das es einfach nicht geben kann. Also Liebe als Gefühl, damit man besser verzeihen kann, wenn der andere sich wie ein Idiot benimmt. Das allerdings, ohne dass man dauerverletzt wird, dh. schon mit gesundem Selbstwert und dass der Partner auch einsieht, wie blöd er manchmal ist - umgekehrt natürlich ganz genauso. Respektlosigkeit geht gar nicht, also Beleidigungen und Runtermachen z.B..
Dann sexuelle Anziehung, gleiche Schwerpunkte im Leben (Familie oder Karriere oder Geldverdienen für Spaß im Leben usw.), gemeinsame Interessen, dass sich die Beziehung nicht nur um gemeinsam Wohnen, Sex und Familienbesuche dreht, die Kommunikation sollte zumindest so weit hinhauen, dass man begriffen hat, dass der andere es anders meint, als man es auffasst, wenn es hier Schwierigkeiten gibt.
Auch Begreifen, dass andere Menschen anders sind, dh. verstehen, dass man selber auch Dinge im Leben hat, die der andere nicht verstehen wird, also man dem anderen das auch lässt, dass er irgendwas hat, das man nicht verstehen muss und das aber nichts mit der Beziehung, wie man sie für sich als richtig definiert hat, an sich zu tun hat.
 
  • #6
@einervonvielen: Es ist unmöglich, das von vornherein zu vermeiden. Selbst wenn anfangs alles "ideal" sein sollte und keiner was "falsch" macht: Menschen entwickeln sich, auch und gerade in Paarbeziehungen. Das kann dazu führen, dass Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen sich auseinanderentwickeln - und die Partnerschaft dann zum unerträglichen Korsett für einen oder beide wird. Trotz aller Bemühungen um Ausgleich und gemeinsame Entwicklungsrichtungen.

Häufig wurde aber schon am Beginn etwas idealisiert oder glattgebügelt, das dann nach und nach aufpoppt und ebenfalls die Beziehung zerreißen kann.
Wenn du mich fragst, was du tun kannst: möglichst klar wissen, was du willst und wo du defintiv nicht kompromissbereit bist. Partner suchen der dazu passt, mit größtmöglicher Ehrlichkeit und Offenheit dabei, ohne übertriebene Erwartungshaltungen. In der Beziehung immer achtsam bleiben und viel kommunizieren, speziell wenn du Veränderungen wahrnimmst, die dir nicht gefallen oder anfängst dich unwohl zu fühlen. Dann sollte schon mal viel gewonnen sein. Garantien gibts -jenseits vom unvermeidlichen Ableben eines Tages - keine. Für nichts, egal wie und mit wem du lebst. m/44
 
  • #7
Hallo einervonvielen,

ich sehe das mittlerweile so:

Wenn man sich verliebt sieht wohl jeder durch eine rosa Brille, es sei denn, ich weiß vorher was ich genau will und achte schon im Kennenlernprozess darauf, was selten ist und Reife braucht.

Meistens geht dann jedoch ein Muster durch die Beziehungen, bis die auslösende, eigene Ursache erkannt wird. Wenn mich ein bestimmter Wesenszug an meinem Partner stört, ist dieses ein Hinweis auf meinen eigenen Schatten, genau deswegen bin ich ihm begegnet. Nur beides in der Annahme meines Ich`s , sind wir "ganz"
Eine Partnerschaft ist auch Arbeit, wir spiegeln uns gegenseitig und wenn wir bereit sind hinzusehen, kann das für beide Partner wirkliche Nähe bedeuten, auch wenn es mal weh tut, auch wenn einer den Weg nicht mitgeht, dieses entscheidet jeder für sich selbst.

Zu wissen wer man ist, sich mit allen Stärken und Schwächen ehrlich und gefühlt anzunehmen bringt Beruhigung, das Gleichgewicht stellt sich ein, zieht einen passenden Menschen an. Solange das noch nicht der Fall ist, wird die gemeinsame Paarentwicklung die beste Möglichkeit sein, dahin zu kommen und wenn Beiden dieses bewusst ist, wachsen sie miteinander, so etwas wäre sicher optimal, auch wünschenswert. So kann es, auch heute noch, eine lange, glückliche Verbindung geben. Ich kenne, nicht viele, aber 2 Paare bei denen das der Fall ist.

Wenn ich weiß, wer ich bin und mich so mag, lasse ich mich nicht verändern und habe auch nicht das Bedürfnis andere zu verändern und schon gar nicht muss ich jemandem etwas vormachen, was ich nicht bin, sein möchte, dann finde ich den, der mich so liebt wie ich bin. Das möchten doch alle, nur anfangen kann ich lediglich bei mir.

Nur Mut, achtsam sein und reflektieren ;-)) Das Lernen hört nie auf.
Liebe Grüße
 
  • #8
Es ist gar nicht sinnvoll, sich so viele Gedanken zu machen. Geh eine Beziehung ein und genieße den Augenblick. Ob die Beziehung 1, 5 oder 10 Jahre hält, weißt du sowieso nicht. Aktuell befinde ich mich in einer sehr glücklichen Beziehung, seit etwas mehr als einem Jahr. Und ja, ich gehe davon aus, dass wir zusammen alt werden, er übrigens auch. Wir sind auch sehr verliebt, die Chancen stehen gut, gefühlsmäßig. Aber wer weiß, was in einem Jahr ist oder in fünf?
Ich tue alles dafür, dass das Glück hält, wenn nicht, ist es nicht das Ende meines Lebens. Dann kommt wieder was Neues. Wichtig ist, dasss man in sich ruht und den Sinn des Lebens in sich selbst findet. Nicht zwangsläufig in einer funktionierenden Partnerschaft. Die ist "nice to have", und ich möchte sie nicht missen. Aber ohne geht auch. Wenn man so denkt, ist man gelassen und hat die besten Voraussetzungen für eine entspannte Beziehung.

P.S.: Die einzige Beziehung, von deren Gelingen mein Glück wirklich abhängig ist, ist die zu meinen Kindern. Hier investiere ich alles und hoffe auf einen lebenslangen Erfolg.
 
  • #9
Oder sie kommen mit ihren echten Gefühlen selbst nicht zu recht und wollen selbst nicht so recht akzeptieren, dass sie z.B. gewisse oberflächliche Ansprüche besitzen.
Dein gesamter Beitrag unterschreibe ich blind, es sind exakt dieselben Erfahrungen meinerseits. Stell dir vor du bist begeisterter Ferrarifahrer und hast Probleme mit dem Auto, machst du dann negative Werbung darüber? Ich weiß es. NEIN!
Ich für mich bin überzeugt, dass du in allen Punkten recht hast!
Die meisten Beziehungen fangen mit einem Kuhhandel an und hören dann exakt genau mit der Trennung genau mit diesem Kuhhandel wieder damit auf! Ich muss überwiegend meinen Kopf schütteln, was ich alleine hier in diesem Forum dazu zu lesen bekomme und in meinem gesamten realen Umfeld ist es adäquat dasselbe. Ich finde es toll, dass du schon (als m 30) hinter die echten Kulissen blicken kannst, ohne Schönrederei, was für Otto Normalo im Vorfeld nicht erkannt wird.
Letztendlich geht es in diesem Beziehungsspiel ausschließlich nur um 2 Dinge:
1. Frau verkauft sich dem Mann als die idealste Frau als solche natürlich mit dem Hintergedanken einen passenden Vater für ihre angedachten, zukünftigen Kinder zu haben.
2. Mann verkauft sich der Frau als der wirklich erfolgreichste Mann, der ihr ein gutes Leben bieten wird.
Beides entpuppt sich dann später als offizielle Spiellüge, nur um für eine gewisse Zeit zusammen zu kommen, bis die Kinder gezeugt sind, nicht mehr und nicht weniger.
Durch diese Tatsache verändern sich dann beide für diese laufende Beziehung in Wirklichkeit negativ, bis hin, dass jeder sein eigenes Ding wieder macht, bis dann alles auseinander fällt.
 
  • #10
Anfangs sollten Beide ehrliche Überzeugung und Zuneigung für den Anderen haben. Auch Wünsche und Vorstellungen ok, aber keine egoistischen Hintergedanken.

Und dann muß diese Liebe ständig gepflegt werden. Sie ist eine Herausforderung, ständig aufs Neue. So das Beide immer wieder "Ja" zum Anderen sagen würden.

Wird die Liebe und die Beziehung nicht gepflegt, dann verkümmert sie. Bis sie "tot" ist.

Es gibt manche "Rezepte" warum Beziehungen lange halten.
Eine las ich immer wieder:"Gehe nie abends im Streit zu Bett"

Oder: Ein Mann brachte seiner Frau abends immer eine einzelne Blume nach Hause. Klingt übertrieben, aber seiner Frau gefiel es.

Auch wichtig: Jede Woche sich Zeit nehmen, für den Partner und für die Zweisamkeit (ohne Sex). Egal welcher Stress mit Job, Kinder, etc.

Ich las mal einen sehr provokanten Satz, von einem erfahrenen und längeren Liebespaar:"Eigentlich ist es egal, wen du liebst"
Ich stimme dem fast zu. Wenn es anfangs wirklich gut passt, kann man mit jedem Partner/in eine gute Beziehung haben ?

Ich kenne ein junges Ehepaar, das auf den ersten Blick auf mich merkwürdig wirkte. Sie: Etwas schüchtern, zurückhaltend aber sympathisch. Er: Recht grober Arbeiter-Typ, wirkt wie ein Macho.
Aber wie sehr er sich um sie gekümmert hat, in ihrer Schwangerschaft und als sie eine Fehlgeburt erlitt, über recht lange Zeit, ist tief beeindruckend. Vielleicht bleiben die ein Leben lang zusammen ?

Wie einen passenden Partner/in finden ? - siehe oben: Einfach meinen Text nochmal lesen.
 
  • #11
Hallo FS
Ich stimme in vielen Punkten mit dir überein, alle! Beziehungen endeten aus genau den Gründen welche nach wenigen Wochen schon ersichtlich waren. Man hat es sich schön geredet, gehofft, viel dafür getan aber am Ende waren es dieselben Gründe.
Das Problem ist, dass ich mich mit dieser Erkenntnis erst gar nicht mehr drauf einlasse und schon lange Single bin.
Es geht mir sicher nicht schlecht aber ich bin mir sicher dass ich mir damit selbst im Weg stehe und Chancen verbaue - zumal man mit dem Alter ja nicht einfacher, sondern eher komplizierter wird.
 
  • #12
Was ist den so falsch daran, dass sich paare auch wieder trennen?
ich finde, dein Denkansatz ist falsch:
Nur weil man sich trennt, heißt das doch nicht, dass man nicht auch eine schöne Zeit hatte!?
Muss es denn unbedingt das Ziel sein, für immer und ewig zusammenzubleiben und wenn es nicht so ist, war alles "umsonst", falsch oder der Partner nicht der Richtige??
Menschen entwickeln sich weiter, das Leben verändert sich und damit auch die Menschen in diesem Leben und plötzlich ist man eben nicht mehr so kompatibel... vielleicht hat man unterschiedliche Lebensträume, vielleicht verändern einen die Kinder, vielleicht ist es auch ein neuer Job, der einen verändert, so dass man umziehen will, der Partner aber nicht...
Es gibt doch so vieles und Veränderung ist doch auch gut.
Das Leben geht auch weiter, wenn man sich trennt - und vielleicht gibt es danach auch eine neue Liebe - nicht besser, nicht schlechter, einfach erst mal anders... und auch dieser Mensch verändert einen wieder...

Warum macht es Dir so eine Angst, dass Beziehungen nicht ewig halten??
 
  • #13
Letztlich ist es bei dir so, wie von der Natur vorgesehen. Laut dem Evolutionswissenschaftler Karl Grammer hält eine Beziehung etwa 3-6 Jahre. Bei Beziehungen die länger halten sind entweder Sachzwänge (z.B. finanzieller Art), ein erneutes Verlieben oder Freundschaftliche Bande die eher einem Bruder-Schwester Verhältnis gleichen der Fall.
Dass du dich auf einen Partner über Jahrzehnte verlassen kannst, ist ohne Sachzwänge kaum möglich, was sich ja heutzutage auch an der kurzen Beziehungsdauer der meisten Paare zeigt.

Daher würde ich das beste daraus machen und mir dann alle paar Jahre eine Neue suchen. Die Auswahl ist riesig und du trägst ja auch nicht dein ganzes Leben die gleiche Unterhose, oder? Öfter mal wechseln ist daher auch bei einer Beziehung eher positiv.
 
  • #14
Ganz realistisch und unromantisch betrachtet gehen einem alle Menschen irgendwann mal auf die Nerven. Beim Partner zeigt sich das besonders, weil man gleichzeitig diesen Menschen so gut wie immer um sich hat, sich mit allen seinen Charakterzügen irgendwie arrangieren muss. Ich habe mir meine Meinung darüber, ob man ein ganzes Leben mit jemandem glücklich sein kann, noch nicht komplett und abschließend gebildet. Ich hatte früher sehr negative Ansichten und war überzeugt, dass es echte Liebe nicht gibt, was sicher auch daran liegt, dass ich aus einem schwierigen Elternhaus komme. Heute bin ich aber in einer guten Beziehung, die mein Weltbild komplett verändert hat. Es gibt auch bei uns immer wieder kleinere Konflikte, aber die Art wie wir diese lösen und über alles reden können stimmt mich optimistisch.

Liebe, Harmonie, eine erfüllende Beziehung sind kein Zufall, sondern eine Frage der Entscheidung. Ich habe schon in den ersten Tagen der Beziehung alle Dinge erkannt, die eventuell zu Unstimmigkeiten führen könnten. Aber ich habe mich dazu entschieden, meinen Partner so zu akzeptieren.
Oft entstehen Streitigkeiten nur dadurch, dass wir versuchen die Liebe unseres Partners zu messen. Verhält sich dieser nicht so wie wir es erwarten, gehen wir davon aus, dass er uns nicht genug liebt. Das löst eine Abwehrhaltung in uns aus, es entsteht Distanz die irgendwann zur Trennung führt.
Die FS klingt in dieser Hinsicht sehr radikal. Es passt etwas nicht, zack, Trennung. Wer eine lange und tiefe Beziehung anstrebt, dürfte mit dieser Methode wenig Erfolg haben.
 
  • #15
Ich glaube, für eine langfristige Beziehung sind die Voraussetzungen einfach andere, als viele denken. Es ist nicht Liebe oder Verliebtheit, denn die verschwindet nach ein paar Jahren, und es ist auch nicht der Sex, denn auch der wird nicht ewig aufregend und prickelnd sein. Das ist ja das "Problem" in jungen Jahren, denn da sind einem Liebe und Sex so wichtig, dass sie schnell zum Trennungsgrund werden - weil sich einer in einen anderen verliebt oder noch Sex mit anderen möchte.

Daher ist, was eine Beziehung auf Dauer zusammenhält eher eine gemeinsame Zukunftsvision und die beidseitige Überzeugung, dass der Partner hierfür der oder die richtige ist. Wenn beide genug vom Ausprobieren haben und dann eine ähnliche Vorstellung haben und eine dauerhafte Bindung wollen (z.B. Haus im Grünen und zwei Kinder...) dann kann das auch klappen.

Was ich an Deinem Post aber gelesen habe ist Deine Tendenz, "schnell Schluss zu machen". Diese Eigenschaft ist natürlich auch nicht sehr Partnerschaftstauglich, denn ohne eine gewisse Rücksichtnahme und Toleranz (auch wenn der andere etwas "falsch" macht) geht es auf Dauer nicht.
 
  • #16
Ich glaube, für eine langfristige Beziehung sind die Voraussetzungen einfach andere, als viele denken. Es ist nicht Liebe oder Verliebtheit, denn die verschwindet nach ein paar Jahren, und es ist auch nicht der Sex, denn auch der wird nicht ewig aufregend und prickelnd sein.
Genau, das sehe ich auch so.
Realistische Erwartungen tun in allen zwischenmenschlichen Beziehungen gut, nicht nur innerhalb einer Partnerschaft. Aber auch und gerade dort. Dabei kommt es darauf an, worauf man den Fokus setzt: auf das, was passt oder auf das, was nicht passt. Solange man (insgeheim) erwartet, dass es noch "irgendwo da draußen" einen Menschen gibt, bei dem einfach Alles passt, kann eine Beziehung nicht gelingen.
Ich persönlich hab mich auch schon vor Jahren dem gesellschaftlichen Druck abgewandt, ALLES in Personalunion bei einem Partner finden zu müssen. Einfach deshalb, weil ich derartige Erwartungen für unrealistisch halte.
w,39
 
  • #17
Es gibt ganz viele. Aber selbst einen davon zu finden ist eine harte, mühevolle und zeitintensive Arbeit. Und selbst, wenn er da ist, läuft nicht alles wie von Schnürchen!
Die wesentliche Arbeit ist überhaupt erst in der Beziehung zu leisten. Das Kennenlernen ist doch nur das Intro und auch keine "Arbeit".

Man muss sich mal klar vor Augen halten, dass eine ausgeglichene schöne Beziehung mit einem Traumpartner nichts Anderes, als ein Luxus ist, den man sich einfach leisten können muss (Das meine ich jetzt nichtmal finanziell, sondern vom Charakter her)

Wir sind alle viel zu anspruchsvoll und gleichzeitig zu selbstbewußt, um den Anforderungen des jeweils anderen Geschlechtes auch nur teilweise gerecht zu werden. Viele gegenseitige Anforderungen schließen sich in letzter Konsequenz aus.

Kompromisse mag Keiner gerne, und die Meisten auch grundsetzlich gar nicht.

Als Zweckgemeinschaften fungieren Beziehungen immer weniger, obwohl das Band des äußeren Zwanges früher sehr stark war.

Es gibt immer mehr Menschen die konsequent sind und sich nicht verbiegen (lassen). Und sie leben fast alle dauerhaft alleine.
Das kann der FS bei "Vikky " und "Tini" oder auch bei "Magnus" oder "Lionne" hier schön nachlesen.

An was der FS also noch glauben soll?
An sich selbst !

Dann wird er ein schönes Leben alleine (oder mit gelegentlichen Stelldichein von Frauen) leben.
 
  • #18
Och, lieber @D-RAN,

Ich glaube schon daran, dass es dauerhafte Beziehungen geben kann.
Hatte auch immer wieder längere Beziehungen.
Nur, heute werde ich mich tatsächlich nicht mehr verbiegen. Ob das bedeutet, dauerhaft künftig alleine zu bleiben?

Ich denke, es muss eine Grundpassung geben, Kompromissbereitschaft und -fähigkeit, und die Akzeptanz des anderen, so wie er ist. Denn auch er wird sich nicht grundlegend ändern. Ich will mich nicht verbiegen, möchte niemanden verbiegen und möchte niemanden, der sich für mich verbiegt.

Jemanden kennen zu lernen mit dem man sich eine Partnerschaft vorstellen kann, ist das eine, schwierig genug, aber eine Partnerschaft zu halten, das ist die Aufgabe.
Das bedingt Arbeit, Engagement, Kommunikation... auch Geduld, Nachsicht. Und für mich unverzichtbar Liebe.

Ich sehe es so, man lernt sich kennen, und dann geht man ein Stück Weg miteinander. Wie lange das dauert, kann man vorher nicht sagen, Tage, Wochen - Jahre.
Aber man kann versuchen, das Gemeinsame zu pflegen, zu bewahren und zu verstärken.
Oder man trennt sich eines Tages, weil man merkt, man geht nicht mehr gemeinsam.

Ich glaube immer noch daran, ganz naiv und optimistisch, dass ich irgendwann demjenigen begegne, wo es beidseitig passt und dann auch länger hält.

Momentan pflege ich die Beziehung zu mir selbst (habe ich viel zu lange vernachlässigt) - und kann ganz gut mit mir leben ;-).
 
  • #19
Für mich gehört zu einen guten Partnerschaft, dass das ganze "Paket" stimmen muss, aber BEIDSEITIG- also für sie ebenso stimmen muss und da ist das größte Problem begraben, weil irgendeiner macht ja meistens immer etwas vor, wenn nicht sogar beide!
Also, deine Frage habe ich vielleicht nicht ganz verstanden. Es sind ja auch einige Behauptungen dabei.
Aber ich sehe es so: Wenn zwei Menschen sich begegnen, sind sie NIE von Anfang an 100% kompatibel. Wenn genügend Motivation, Optimismus und Liebe da ist, können beide über die Zeit kompatibler werden. Es bedingt einen Lern- und Anpassungsprozess von beiden Seiten. Und für die Erfolgsaussichten dieses Prozesses gibt es keine Garantie. Aber dennoch finde ich, wir wachsen und reifen bestenfalls an Beziehungen. Selbst wenn eine Liebe nur 1 oder 5 Jahre dauern sollte, weshalb sollte man sie so negativ abtun?
 
  • #21
Nur, heute werde ich mich tatsächlich nicht mehr verbiegen.
Ich habe mich schon mit 27 nicht verbogen und auch aktuell verbiege ich mich nicht mit 37. In Zukunft werde ich mich auch nicht mit 47 bzw. 57 verbiegen.

Bei einer dauerhaften Beziehung kommt es auch darauf an, ob man in Gleichklang sich verändert. Mit 27 war ich ganz anders als jetzt mit 37 und mit 47 werde ich auch wieder anders sein. Auch meine bisherigen Partner haben sich im Laufe der Zeit verändert und manchmal war es gut und manchmal konnte ich nicht mit der Veränderung leben.
 
  • #22
Ich höre/lese immer wieder Sätze wie: "Ich will (endlich) ankommen."

Und ich wundere mich über solche Aussagen. Die dahinterstehende Sehnsucht kann ich nachempfinden, aber ich wundere mich, dass Leute das für sich tatsächlich als Ziel formulieren. Es gibt nunmal kein "Ankommen", bis wir irgendwann auf dem Friedhof liegen. Wir selbst und alle(s) um uns herum sind permanentem Wandel unterworfen, ob es uns gefällt oder nicht.

Mir ist natürlich klar, dass solche Aussagen gewissermaßen metaphorisch gemeint sind. Theoretisch wissen wir ja alle, dass Leben Veränderung ist. Ich selbst hab aber ehrlich gesagt erst in letzter Zeit verstanden, was das eigentlich bedeutet für Beziehungen.

Identität ist eine Illusion. Wir verlieben uns letztlich nur in den Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bis auf ein paar biometrische Parameter ist alles, was einen Menschen ausmacht, permanentem Wandel unterworfen. Optik, Stimme, Geruch, Einstellungen, Interessen, Körpersprache, Denkmuster ... nichts bleibt.

Ich finde, sobald man das erstmal erfasst hat (nicht nur verstandes-, sondern gefühlsmäßig), wird es sehr schwierig, an die Möglichkeit der Liebe zu glauben; geschweige denn an die Möglichkeit lebenslanger Liebe. m.E. kann man beim Kennenlernen immer nur sagen:

"So, wie du JETZT bist, gefällst du mir. Aber ich kann dir nicht garantieren, dass ich die Art, wie du in ein paar Jahren aussehen, sprechen, riechen, denken, handeln ... wirst, noch mögen werde. Wir können es nur auf einen Versuch ankommen lassen."

Ich glaube, für eine langfristige Beziehung sind die Voraussetzungen einfach andere, als viele denken. Es ist nicht Liebe oder Verliebtheit, denn die verschwindet nach ein paar Jahren, und es ist auch nicht der Sex, denn auch der wird nicht ewig aufregend und prickelnd sein.
Daher ist, was eine Beziehung auf Dauer zusammenhält eher eine gemeinsame Zukunftsvision und die beidseitige Überzeugung, dass der Partner hierfür der oder die richtige ist.
Diese Betrachtungsweise macht für mich Sinn, allerdings hab ich persönlich keine Zukunftsvision, für die ich einen Lebenspartner bräuchte. Verliebtheit, Liebe und/oder sexuelle Anziehung wären für mich der einzige Antrieb, mich mit einem Mann zusammenzutun.

Meine "Zukunftsvision" sieht folgendermaßen aus: ich will in meinem Leben soviel und so intensiv lieben wie möglich. Weil lieben einfach glücklich macht. Aber ich werde nicht auf Biegen und Brechen versuchen, das mit einer einzigen Person zu realisieren. Nicht, wenn es in Selbstverleugnung ausartet.
 
  • #23
Identität ist eine Illusion. Wir verlieben uns letztlich nur in den Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bis auf ein paar biometrische Parameter ist alles, was einen Menschen ausmacht, permanentem Wandel unterworfen. Optik, Stimme, Geruch, Einstellungen, Interessen, Körpersprache, Denkmuster ... nichts bleibt.
Ein interessanter Ansatz. Auch deshalb, weil ich das nicht so sehe und faszinierend finde, wie weit die Meinungen auseinander liegen können.
Ich finde, dass sich Menschen kaum verändern. Zumindest in ihrer Grundpersönlichkeit. Ich habe zwar im Laufe meines bisherigen Lebens vieles verstehen gelernt, aber ich bin meines Erachtens immer noch dieselbe wie immer und ich habe auch noch nie bei einem anderen Menschen den Eindruck gehabt, dass dieser sich sehr verändert hat. Darum glaube ich an lebenslange Liebe und langanhaltende Beziehungen und möchte meine Zeit nicht mit kurzen Beziehungen mit Menschen verbringen, die nicht zu mir passen und zu denen ich nicht passe.

Das Problem ist meines Erachtens eher, dass man als junger Mensch (bei mir war es zumindest so) noch nicht weiß, wer man selbst ist und worauf man bei anderen zu achten hat. Da denkt man noch, dass gewisse Wesenszüge veränderbar sind und dann beginnt das, was insbesondere Männer als "umerziehen" ansehen. Aber das funktioniert nicht, denn es ist unmöglich, dass ein zB eher bequemer Mensch ehrgeizig wird, ein introvertierter zur Rampensau mutiert, ein sorgfältiger huschelig wird etc.

Beziehungen können meines Erachtens dann langfristig gelingen, wenn man den anderen in seiner gesamten Grundpersönlichkeit liebt, wenn man also auch seine Macken abkann.

Mir ist gerade der Gedanke gekommen, dass einem das bei den eigenen Kindern leicht gelingt, die liebt man mit all ihren Macken. Warum fällt einem das bei einem Partner schwer? Sind da die Anforderungen höher oder liegt es daran, dass bei Kindern die Liebe zuerst da ist, schon während der Schwangerschaft oder ab der Geburt, ohne Wissen von der Persönlichkeit des Kindes?
 
  • #24
Ich höre/lese immer wieder Sätze wie: "Ich will (endlich) ankommen."
Und ich wundere mich über solche Aussagen. Die dahinterstehende Sehnsucht kann ich nachempfinden, aber ich wundere mich, dass Leute das für sich tatsächlich als Ziel formulieren.

Wir verlieben uns letztlich nur in den Zustand eines Systems zu einem bestimmten Zeitpunkt. .
Da stimmte ich Dir 100% zu.

Für eine langejährige harmonische Beziehung ist es nun wichtig, dass sich die beiden Partner ab dem Zustand, in dem Zeitpunkt als sie sich verliebt haben, möglichst in die selbe Richtung und mit selber Geschwindigkeit weiter entwickeln. Ich habe das Bild von 2 Bäumen, die nahe nebeneinander stehend in den Himmel wachsen.

Ob das mit dem gemeinsam Wachsen und Entwickeln tatsächlich funktioniert, hängt nicht nur von der Bereitschaft und den Fähigkeiten der beiden Partner sondern auch von äußeren, nicht beeinflußbaren Faktoren ab.

Bis auf ein paar biometrische Parameter ist alles, was einen Menschen ausmacht, permanentem Wandel unterworfen. Optik, Stimme, Geruch, Einstellungen, Interessen, Körpersprache, Denkmuster ... nichts bleibt.
Da bin ich auch bei Dir. Wir verändern uns laufend.

Mich bestärkt mein Blick zu meinen Vorfahren, meinen Großeltern, Großtanten und Großonkeln, zu meinen Eltern, Onkeln und Tanten sowie zu den Vorfahren meiner Freunde in meiner Generation, dass wir uns weit überwiegen nicht völlig frei und individuell neu ins Blaue hinein vollkommen unvorhersehbar verändern und entwickeln.

Oft gibt es eine Familienähnlichkeit im Aussehen. Gerade Frauen hören ja nicht gerne, dass sie irgendwann wie ihre Mutter, Tante oder Großmutter aussehen werden. Oft kommt es aber dennoch so und es ist ja auch ein Tipp an junge Männer, dass sie die Mutter ihrer Freundin anschauen sollen, um zu wissen wie die Freundin in 30 Jahren aussehen wird.

Oft gibt es familiäre Neigungen zu bestimmten Krankheiten, Interessen und Stärken. Wie oft erwischen sich Eltern selbst bei erzieherischen Formulierungen, die sie selbst schon von ihren Eltern gehört haben und selbst nie verwenden wollten.

Natürlich kann sich eine einzelne Person ausnahmsweise doch ganz anders entwickeln als der Rest seiner Familie und Verwandtschaft. Das ist aber die Ausnahme.

Ich halte den Blick darauf, aus welcher Familie der neue Partner kommt, für vollkommen unterschätzt. Ich habe mal gelesen, dass die Wertvorstellungen bereits bei Kindern im Alter von rund 10 Jahren ausgebildet werden. Sie werden von den Kindern von ihren Eltern übernommen. Der neue erwachsene Partner wird also seine Wertvorstellungen zu Ehrlichkeit, Fleiß, Umgang mit Geld, Familie, Bildung nicht mehr grundsätzlich verändern, auch wenn wir das hoffen.
 
  • #25
Ich finde, sobald man das erstmal erfasst hat (nicht nur verstandes-, sondern gefühlsmäßig), wird es sehr schwierig, an die Möglichkeit der Liebe zu glauben
Ich würde sagen, an die Liebe kann man schon glauben, aber nicht an eine lebenslange Beziehung, in der beide sich weiterentwickeln können, wie sie es brauchen. Ich kann ja jemanden lieben und feststellen, dass mich das Leben mit ihm zu sehr einschränkt, weil er was anderes braucht im Zusammenleben. Aber ich liebe ihn trotzdem weiter.

Ich höre/lese immer wieder Sätze wie: "Ich will (endlich) ankommen." Und ich wundere mich über solche Aussagen.
Geht mir wie Dir. Ich versteh das auch, aber für mich heißt das, dass dieser Mensch einen anderen braucht, um einen Sinn in seinem Leben zu finden. Und da, finde ich, wird es kritisch, weil das ja meist mit Hinbiegen einhergeht.

Vielleicht sind die Brauch-Typen aber auch kompromissbereiter, haben eben DIESES Ziel: Finde einen Menschen, mit dem du eine Familie gründen/gemeinsam leben kannst und mach BEIDEN das Leben angenehm, statt das Ziel der Individualisten, die jede Sekunde ihres Lebens so auskosten wollen, wie es ihnen gerade wichtig ist.
Nicht jeder, der eine Familie oder eine Partnerschaft will, ist ja ein einengender Klammerer, der seinen Traumpartner formen will oder ein Individualistenegoist, der denkt, Partnschaft sei, wenn er seine Bedürfnisse nach Partner und Freiraum genauso vom Partner erfüllt kriegt, wie er es braucht.

Hm... Ich denke, die Identität ist oft verborgen hinter nicht gelösten inneren Problemen und daraus resultierenden Bedürfnissen nach einem Menschen, der einem die Seele heilen soll, dem man sich dann anpasst, obwohl es der eigenen Identität widerspricht. Jeder hat eine Identität, die sich herausschälen muss aus dem ganzen Verbiegezeug, das er erlernen musste, um überleben zu können in der Familie, Gesellschaft, Arbeitswelt. Für mich ist Identität auch was, das sich entwickelt, aber eben auf dem richtigen Weg und nicht auf dem Weg, den man einschlägt, damit andere das gutheißen, weil man akzeptiert sein will. Hier seh ich das Problem mancher Paare - der Partner ist wieder so ein Mensch, der die Entwicklung der Identität verhindert bzw. man selber verhindert es ja, weil man mit dem Partner zusammenbleibt. Entwicklung zur Identität hin braucht ja Eigenverantwortung und, dass man anderen ermöglicht zu sagen "SO will ich dich nicht mehr".

Wenn man die Arbeitswelt betrachtet, hast Du vermutlich doch recht. Für die Gesellschaft und das Lebenkönnen in ihr ist manche Identität vielleicht nicht geeignet und deswegen wird es immer Anpassung geben und die Aussage, dass Identität eine Illusion sei, stimmt. Und wenn man gelernt hat, dass man sich für Eltern, Schule, Beruf, Arbeit, Gesellschaft verbiegt und seine Identität unterdrückt, kann/muss man das ebensogut weiter in einer Partnerschaft machen.
 
  • #26
Ich frage mich was eine langfristige Partnerschaft, also eine bis am Lebensende benötigt ?
Ich frage mich eher, ob man eine langfristige Partnerschaft bis zum Lebensende benötigt. Ist das die alleinig glücklichmachende Art zu leben? Ist es realistisch (verallgemeinernd, also für alle), mit einem Partner oder einer Partnerin bis ans Lebensende glücklich zu werden?

Natürlich ist es der Idealfall, irgendwann mit u20 eine Partnerin zu treffen, mit der man bis ans Lebensende ohne größere Streitereien glücklich ist. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, dann gibt es diese Partnerschaften selten. Es gibt aber trotzdem Menschen, die mit ihrem Leben glücklich sind.

Warum fragt der FS überhaupt? Voraussetzung für diese Idealpartnerschaft ist doch, sich nicht zu trennen. Dann lese ich:
Und dem ganzen wird noch die Krone aufgesetzt, indem er noch die eigene Handlungsweise kritisiert:

Ich finde es sowas von verantwortungslos sich nach 5 oder mehr Jahren zu trennen, obwohl es sich wahrscheinlich nach 6 Monaten schon ersten markante Zeichen gab.
Im Kern ist also die Frage des verantwortungslosen FS schon überflüssig, denn er beschwert sich ja nur über sich selbst.

Ich finde nicht, dass Partnerschaften unter allen Umständen ein Leben lang halten müssen. Ich finde eine ordentliche Trennung und eine neue Partnerschaft sinnvoller als ewiges "Ertragen" und erfolgloses "an der Beziehung arbeiten".
Wenn der Idealfall nicht erreichbar ist, dann ist es besser, das Leben abschnittsweise so zu gestalten, dass man glücklich ist. Aus meiner Perspektive sollte man den unbedingt anzustrebenden "Wert" einer lebenslangen Partnerschaft ersetzen durch anzustrebendes lebenslanges persönliches "Glück", zu dem selbstverständlich gehört, auch mit seiner Umgebung pfleglich umzugehen. Selbst Kinder sind da kein Hindernis, wenn sie einfach auch lernen, dass es völlig normal ist, dass Beziehungen zerbrechen können, man damit aber auf eine Art und Weise umgehen sollte, bei der man sich respektvoll trennt. Damit wären auch viele Verletzungen und Rosenkriege überflüssig, die letztlich darauf beruhen, dass man lebenslange Partnerschaften unter allen Umständen anstrebt und als unantastbaren Wert auf einen Sockel stellt.
 
  • #27
Man sollte niemals seinen Glauben daran verlieren.
Ich kenne einige Frauen, die schon erfolgreich ihren Partner gefunden haben als sie ihre maßlosen Ansprüche hinunterschraubten. Jetzt kann man sich auch fragen, warum diese Frauen dies machten.

War ihnen ein Partner wichtiger als die unerreichbaren Ansprüche?
 
  • #28
Es sind in der Ausgangsfrage viele unterschiedliche, teilweise widersprüchliche Aussagen.

Es ist ein wunderbares Ziel dem Menschen zu begegnen, mit dem man es sich vorstellen kann alt zu werden und der das sich mit einem auch vorstellen kann.

Aber
Einen anderen Menschen kennt man nie vollständig
Jeder Mensch ändert sich.

Beim Kennenlernen ist oft viel Interpretation dabei, Sehnsüchte, Wünsche, die das Bild des Anderen beeinflussen.
Es können ganz unterschiedliche Motive für die Partnersuche vorliegen.
Vielleicht tatsächlich die Gefühle - wobei Liebe Zeit zum Wachsen benötigt. Oft genug schwingen aber ganz andere Motive mit - Angst vor Alleinsein, der "Makel" Single, Kinder/ Familienwunsch, Versorgung.

Mit zunehmendem Kennenlernen, miteinander leben, können sich bei beiden Eigenheiten zeigen, entwickeln, die das WIR wieder verschwinden lassen. Es kommt der berüchtigte Alltag, die Gewohnheit, die mangelnde Beziehungspflege.
Alles Gründe, warum Partnerschaften oft nur eine Zeit tragen.
Dies ganz wertfrei, ohne dass einer Schuld ist.

Für mich bedeutet Patrnerschaft
Ich begegne einem Mann, es entwickeln sich Gefühle, ich gehe mit ihm einen Stück Weg, und wenn es nicht mehr stimmig ist, trennen sich die Wege.
Gerne leiste ich meinen Beitrag dafür, dass dieses Stück Weg länger wird, dass es ein gutes Miteinander gehen ist, aber wenn es auseinander geht, mag ich es nicht zwanghaft halten.
Ich hoffe dann, dass ich schöne Erinnerungen und gute Gedanken habe und Dankbarkeit für eine gute Zeit mit einem tollen Menschen.

Und Partnerschaften enden nicht unerwartet von heute auf morgen - das ist eine Mär.
Irgendwas gab es, was man nicht sehen, nicht wahrhaben wollte.