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Gast

  • #1

An die Männer: Frau verdient das Doppelte... Ein Problem?

Hi liebe Männer,

Eine Frage an Euch: Hättet Ihr ein Problem damit, wenn Eure Frau/Freundin das Doppelte verdient als Ihr? Kratzt das an Eurem Selbstwert?

z.B. Sein Verdienst würde um eine Familie durchzubringen kaum reichen, ihr Verdienst reicht dazu locker: Ohne irgendwelchen romantischen Vorstellungen hinterherzuhecheln: Würdet Ihr Euch auf sowas einlassen? Wie stellt Ihr es Euch praktisch/umsetzbar vor, wenn dann mal Kinder ein Thema würden?
 
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Gast

  • #2
Oh, das könnte ich mir gut vorstellen. Ich arbeite Teilzeit für meine Rente, kümmere mich um die Kinder und die Frau versorgt die Familie. Super! Ich blicke schließlich schon jetzt sorgenvoll in die Zukunft und weiß nicht wie ich den Spagat zwischen der Erwartung an mich, wenigstens potentiell die Familie zu versorgen und meinem eigenen Anspruch ein möglichst enges Verhältnis zu meinen Kindern zu pflegen hinkriegen soll.
Leider finden die meisten Frauen Männer mit dem Wunsch viel zu Hause zu sein und nur wenig Erwerbsarbeit zu leisten nicht besonders männlich. Wenn sich das endlich mal ändern würde...

m,31
 
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Gast

  • #3
Eine Familie zu sein bedeutet eine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft zu bilden, also auch eine gemeinsame Kasse zu haben, denn innerhalb einer Familie sind unterschiedliche Lebensstandards undenkbar. Daher ist es sehr gut wenn eine Frau ein hohes Einkommen hat. Nur sollte sie bitte aus ihrem Einkommen keinerlei gefühlten Sonderrechte ableiten. "Alles meins", oder "wer zahlt schafft an", geht gar nicht. Wenn das für sie nicht die selbstverständlichste Sache der Welt wäre, dann soll sie bitte mit ihrem doppelten Gehalt alleine glücklich werden.

Solange sie nur Freundin ist, und nicht Frau, liegt es selbstverständlich an ihr alleine inwiefern sie ihr Geld in Partnerbindung und gemeinsamen Lebensstandard investiert, oder ob sie den kleinsten gemeinsamen Nenner bevorzugt, und den Rest ihres Geldes für "ein Leben unter anderen Rahmenbedingungen" wegspart.

In diesem Sinn leben die meisten Männer die ich kenne. Eine Partnerin mit der sie es ernst meinen wird vollständig in ihr Leben integriert. Frauen die nicht ganz koscher sind, werden eher von den eigenen Ressourcen fern gehalten.

m
 
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Gast

  • #4
Ich kenne eine Familie, wo das genau der Fall ist. Er verdient normal, aber als einziges Gehalt wäre es knapp für eine dreiköpfige Familie. Sie verdient sehr gut. Nach 6 Wochen Mutterschutz ist sie sofort wieder Vollzeit arbeiten gegangen, er ist ein Jahr komplett beim Baby geblieben und danach wieder halbtags arbeiten gegangen. Die Haupterziehung übernimmt also der Mann und die Frau sorgt für das Haupteinkommen.

Für mich (w,28) wäre dieses Modell zwar nichts, ich möchte später gern bei den Kindern bleiben und dann halbtags arbeiten und mein Freund ist außerdem jemand, der nicht glücklich wäre mit der Heim- und Kinderarbeit. Außerdem verdient er mehr als ich. Wenn es aber für beide ok ist, finde ich das Modell prima und ich finde es gut, wenn einer nur halbtags arbeitet und so mehr Zeit für die Kinder da ist. Sinnvollerweise ist das der, der weniger verdient, damit die Familie als Ganzes mehr hat.
 
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Gast

  • #5
M45. Da meine Exfrau und ich einiges in kurzer Zeit auf die Beine stellten - ich eine eigene Firma gegründet, geheiratet, 1 Sohn, Haus gebaut, 2 Sohn - habe ich beide Kinder halbtags betreut, die Frau die andere Hälfte des Tages. Sie ist und war gut, zeitweilig leitend angestellt. Meinen Laden habe ich langsam aufgebaut und oft zurückgestellt für die Kinder. Sie hat also mehr verdient, und die Jungs sind/waren auch noch gratis krangenversichert. Bei uns hat das prima geklappt, viele haben uns um unsere Möglichkeiten beneidet. Mal eben den Job zurückstellen kann nicht jeder und mir kann keiner die wundervollen Jahre mit den Kindern nehmen. Meine Firma hat sich trotz des langsamen Aufbaus entwickelt, jetzt verdiene ich gut. Kurzantwort: Kein Problem meinerseits.
 
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Gast

  • #6
@1 Ich glaube, das hat FS nicht gemeint.
Es gibt Frauen, die aufgrund ihrer Qualifikation und ihres beruflichen Engagements das Doppelte verdienen, wie ihre ebenfalls Vollzeit-beschäftigten Partner.
Natürlich muss man darauf achten, woraus der Einkommensunterschied resultiert: ob aus einem Engagement-/Oualifikationsgefälle oder einfach daraus, dass hier beide auf Augenhöhe sind, der Mann aber nun mal kein Wirtschafts- oder Naturwissenschaftler, sondern z.B. Sozialberufler oder Künstler ist. Im letzteren Fall könnte es gut klappen.

Ich hatte allerdings den ersten Fall (Qualifikations- und Engagementgefälle). Mein Ex-Mann hat recht gut damit gelebt hat:
- ich habe den größten Teil des gemeinsamen Hauses finanziert (welches er heute allein besitzt)
- ich habe den größten Teil der laufenden Lebenshaltungskosten getragen
- ich habe ihm seine berufliche Weiterbildung finanziert, die ihm heute ein gutes Einkommen ermöglicht
- ich habe ihm unwissentlich seine Affären finanziert (gemeinsames Konto)

Er hat angesichts der Situation sich wohl schlecht gefühlt und hat das mit Affären kompensiert, was wiederum die Schuldgefühle steigerte und dazu führte, dass er mich besonders gern in Anwesenheit von andern regelmäßig runterputzte, ständig beweisen musste, wieviel schlauer er ist als ich.
Schade, dass er so wenig von seiner Cleverness in die eigene Weiterbildung gesteckt hat - das hätte ihm mehr gebracht.

Ich habe unentwegt versucht, mich anzupassen, nichts mehr gesagt, um ihn nicht zu provozieren, für mich wichtige Kontakte abgebrochen, weil ich die Beschämungssituationen nicht mehr aushalten konnte. Irgendwann war mein Leben so klein geworden, dass es reichte, da war anch den vielen Verletzungen kein positives Gefühl mehr übrig und dann trennt frau sich auch ganz fix - muss ja nicht bleiben, verdient genug.

FAZIT: nie wieder ein Mann mit weniger Bildung und geringerem Einkommen. In meiner Generation bin ich nunmal ein Sondermodell und gehöre zu denjenigen, für die es statistisch betrachtet wenig Partneroptionen auf Augenhöhe gibt, weil Männer auch gern nach unten heiraten.
Für Frauen ist die Gefälle-Beziehung, in der Frau der stärkere Partner ist (Qualifikation/Engagement), ein schlechtes Modell, weil nur wenige Männer damit souverän umgehen können.
 
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Gast

  • #7
Kommt drauf an.
Wenn der Mann sich wirklich um die Kinder kümmert, dann finde ich das völlig ok.

Wenn die Frau sich allerdings in einem anstrengenden Job abschuftet, die Kinder 8 bis 10 Stunden in die Kita gehen, und der Typ wurschtelt beruflich gemütlich vor sich hin, dann finde ich das nicht akzeptabel.
w55
 
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  • #8
Daher ist es sehr gut wenn eine Frau ein hohes Einkommen hat. Nur sollte sie bitte aus ihrem Einkommen keinerlei gefühlten Sonderrechte ableiten. ......
In diesem Sinn leben die meisten Männer die ich kenne.
Sorry, aber Dein Zitat war so eine Steilvorlage, dass musste ich verfremden.
Ja, genau so leben die meisten Männer, die ich kenne, wenn sie der wirtschaftlich stärkere Partner sind, oft beim reinen Versorgermodell (Frau bleibt vollständig, einkommenslos zuhause) - sie leiten gefühlte Sonerreuchte ab "wer zahlt bestimmt die Musik".

Berufsbedingt kenne ich viele Sehrgut-Verdienerinnen und die meisten ziehen den Kopf ein, haben eher Schuldgefühle, weil sie mehr verdienen, als dass sie daraus Macht ausüben. Frauen und Männer brauchen ein unbedingtes Wir-Gefühl, damit es irrelevant ist, wer welchen Anteil zum Familieneinkommen beiträgt und Männer ganz viel Souveranität, um von dem tradierten Weltbild (der Mann als Hauptverdiener) loszulassen. Und trotzdem gibt es keine Erfolgsgarantie, weil noch andere Faktoren wirken. Ich habe als Topverdienerin das Modell "Wir" gelebt, inklusive "alles kommt auf ein Konto, jeder hat unbeschränkten Zugriff" - hat nicht geklappt, weil er damit nicht umgehen konnte, nicht der stärkere zu sein.

w, 55
 
  • #9
Die Konstellation mit meinem Exmann war so, dass wir zu Beginn unserer Beziehung ähnlich hohe Einkommen hatten, später verdiente ich deutlich mehr (bzw. er weniger) und ich trug auch den Großteil unserer Lebenshaltungskosten. Das kratzte offenbar so an seinem Ego, dass er in allen anstehenden Entscheidungen und sonstigen Fragen sich durchsetzen "musste" um sich seiner Alpha-Männchen-Rolle zu vergewissern. Gelegentlich inszenierte er sogar Konflikte, nur um des Konfliktes (und des anschließenden "Sieges") wegen. Dann hatte er gegen mich gewonnen und konnte sich etwas toller fühlen. Jedenfalls hat er mir lange nach unserer Trennung das so erklärt. Bin ich froh, dass ich da raus bin...
 
  • #10
Ich hätte kein Problem damit, wenn die Partnerin auch kein Problem daraus macht.
Trotzdem hätte ich großen Respekt vor ihrem Geld, und wäre ggf. (zu) sparsam.

Wenn Kinderwunsch, dann wäre in diesem Fall auch ihr Einkommen nötig.
Da könnte ich als Mann beruflich zurück stecken, und mich mehr um Haushalt und Kinder kümmern.
Auch aus Liebe, um ihren Wunsch nach weiterer beruflicher Tätigkeit zu ermöglichen, UND Kinder zu haben.

Beruf + Geld ist nicht alles im Leben. Eine gute Partnerschaft/Ehe ist was sehr Wertvolles, was man mit Geld nicht kaufen kann.
 
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  • #11
In einer Ehe wirft man alles in einen Topf, vorausgesetzt, beide leisten gleiche Anteile an Arbeit. Meine Frau verdient auch etwas mehr als ich. Das kratzt nicht an meinem Ego. Im Gegenteil, es schmeichelt mir, dass sie mich offensichtlich nicht als Geldeselchen braucht. Wenn eine Frau bei gleich viel Arbeit weniger als ich verdienen würde, würde mich das auch absolut nicht stören. Schlecht ist es nur, wenn einer wenig oder gar nicht arbeitet und der andere viel mehr ("ich führe lieber den Haushalt," "halte Dir lieber den Rücken frei"), das hat dann aber auch nichts mit fehlenden finanziellen Mitteln, sondern fehlender Loyalität zu tun.
 
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  • #12
Hi, hier die FS

Vielen lieben Dank für Eure Antworten, dies ergibt schonmal einen Eindruck :)

Weil wie Gast 7& Mieze das beschreiben, ist es auch so wie ich das selber und im Bekanntenkreis schon erlebt habe. Ich glaube ist so, viele Männer haben ein Problem damit und auch Frau sucht sich oft einen Partner, zu dem sie mind. auf Augenhöhe ist....

@1 ich selber habe hier die etwas "romantische Vorstellung" dass er zB ein 80% Pensum hat und ich ein 50-60% Pensum. So haben die Kinder von beiden Elternteilen etwas und genau so ein Modell habe ich bei einem Arbeitgeber gesehen und die sind eine wirklich glücklich funktionierende Familie :)

@2 "dann soll Sie bitte mit ihrem doppeltem Gehalt alleine glücklich werden." Eine solche Aussage deutet implizit genau das an, wovor ich mich fürchte. Alleine Deine gewählte Formulierung spricht ja für sich....

@3 Ne, Vollzeitarbeiten wäre auch nichts für mich, dann würde ich keine Kinder wollen, insbesondere da ich bei einem 100% Pensum für sehr zeitintensive Jobs prädestiniert bin. Mein Ziel war und ist, mit einem 50% Pensum so viel verdienen um ja nicht wirtschaftlich abhängig zu sein und so trägt der Mann nicht die volle wirtschaftliche Verwantwortung und man hat dann immernoch einen ganz guten Lebensstandard. Rein pragmatische Denkweise ;)

@5 Du bringt meine Ängste auf den Punkt.... Würde ich Vollzeitarbeiten mit Kind, was einen ziemlichen Pensum entspricht, wäre ich wohl bald nervlich so gestresst, dass ich rumzicke und sonst fast keine Zeit hätte, der perfekte Nährboden für eine Affäre.... Und ja, Du triffst es genau auf den Punkt:
"Es gibt Frauen, die aufgrund ihrer Qualifikation und ihres beruflichen Engagements das Doppelte verdienen, wie ihre ebenfalls Vollzeit-beschäftigten Partner."

@4 Schön das es so klappen kann. In meinem näheren Umfeld kenne ich auch ein Paar: Zuerst hat sie seine Ausbildung finanziert und den Grossteil des Einkommens erwirtschaftet und nun haben sie die Rollen gewechselt, da nun Kinder da sind.
 
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  • #13
Es kratzt überhaupt nicht an meinem Selbstwert.

Bin selber Anwalt, aber das Einkommen ist nicht hoch ("Danni-Lowinski-als-Mann"). Der Job macht mich trotzdem glücklich.
Mit einer Frau, die das x-fache verdient, hätte ich kein Problem.
 
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  • #14
Ich habe bei diesem Thema immer einen bestimmten Eindruck: Für die meisten Männer ist es eher ein Problem, dass es für die Frau ein Problem ist / werden könnte (Stichwort: Respekt)
 
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  • #15
Ich habe bei diesem Thema immer einen bestimmten Eindruck: Für die meisten Männer ist es eher ein Problem, dass es für die Frau ein Problem ist / werden könnte (Stichwort: Respekt)
Da ist bestimmt etwas wahres dran. Ein hohes Einkommen verpflichtet zum (selbst-)veranwortungsvollen Umgang damit, und viele Frauen scheinen darin nicht besonders souverän zu sein. Auf ihrem Weg verlieren sie irgendwo das Gespür wie Geld ihre Persönlichkeit verändert, denn Geld wirkt ähnlich wie eine Droge. Die negativen Reaktionen ihres Umfelds beziehen sie dann erstaunlicherweise nicht mehr auf sich selbst, sondern auf ihr Geld. Dabei merken sie gar nicht, wie unsympatisch es wirkt wenn Geld als wesentlicher Teil der eigenen Persönlichkeit gesehen wird.

In den Beiträgen der FS wird deutlich, dass sie ihren Mann nicht als gleichwertig ansieht (Stichwort: Respekt), nicht beim Einkommen (kann keine Familie durchbringen), sie schätzt seine Qualifikation und sein Engagement gering, und bei der Kindererziehung beansprucht sie wie selbstverständlich den Löwenanteil für sich (50% Teilzeit), und auf gar keinen Fall will sie in irgend einer Weise vom Mann abhängig sein. Ihrem Mann bleibt die Aufgage die Lücken im Raum auszufüllen, die die Frau übrig läst, und 100% Abhängigkeit in allem was er tut, denn eine Familie kann er weder gründen, noch unterhalten, beruflich ist er eher eine Flachzange, in der Kindererziehung wird ihm wenig zugetraut, und wenn irgend etwas nicht nach Wunsch geht, ist die Frau samt Kinder weg. Tolle Ausichten für einen Mann.

Die Perspektiven für diesen Mann würden sich aber schlagartig mit einer anderen Frau ändern.

m
 
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  • #16
hier nochmal die 13
#14 hat das hervorragend auf den Punkt gebracht.

Ich habe des Weiteren den Eindruck, dass in diesen "Er konnte mit meinem Einkommen nicht umgehen"-Fällen häufig nur die Spitze des Eisbergs zu sehen ist.

Häufig habe ich die Persönlichkeitsveränderung der Frau bei Paaren beobachtet, die #14 schildert.
Der Mann stirbt den Tod der tausend Nadelstiche neben ihr, bis ihm der Kragen platzt. Es heißt am Ende dann "Schaut her, er konnte damit nicht umgehen" - die Vorgeschichten werden oft verschwiegen.
Wenn man sich allein die Einstellung vieler Damen zu Geld und Status in diesem Forum anschaut ("muss aufschauen können"), so denke ich, ist meine These nicht allzu sehr an den Haaren herbei gezogen.

Wie so häufig, stehen sich Frauen in Punkto Gleichberechtigung / Augenhöhe / etc. hier häufig selbst im Weg.