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Gast

  • #1

Am Alleinsein selber schuld? Alleinsein vs. Familienleben/Paarleben

In "Gott und die Welt/Raus aus der Einsamkeit/ARD/17.30h" wurde eben die These aufgestellt: "Normal" lebende Menschen (Heirat, Kinder etc.) geben allein lebenden Menschen immer die eigene Schuld an dieser Lebensform. Dass es sich manchmal einfach so ergeben hat, sehen die "normal" lebenden Menschen meist gar nicht, können oder wollen das nicht verstehen. (Sinngemäß wiedergegebener Inhalt). Welche Erfahrungen habt ihr? Rechtfertigt ihr euch (noch)? Welche Konsequenzen zieht ihr?
 
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Gast

  • #2
Die Schuld geben? Doch sicherlich nur wenn sich allein lebende über diesen Zustand beschweren, oder?

Ich bin seit fast 3 Jahren Single und beschwere mich nicht darüber. Mir ist der Richtige halt noch nicht wieder über den Weg gelaufen. Und von Freunden bekomme ich bzgl meines Singledaseins nur ab und an mal zu hören, dass ich mich nur nicht zu schnell auf irgendwas einlassen soll - ich solle mir den bloß sehr gut betrachten bevor ich mich auf was einlasse und/oder, ob der mich überhapt verdient hätte.
 
G

Gast

  • #3
http://www.daserste.de/gottunddiewelt/beitrag_dyn~uid,uqlv5uf580qzrp73~cm.asp

ich denke schon, daß jeder seines Lebens Glückes Schmied ist. Die einen sind kommunikativ und können gut mit Menschen umgehen, die andern sind intellektuell starrsinnig verklemmt, die einen gehen in den swingerclub, die andern sagen sex nur wenn ich verheiratet bin.

Die eigenen Einstellungen Werte und Erfahrungen prägen, nur sollte man die immer prüfen und die Erwartungen nicht überspannen.
 
  • #4
Selten so einen Unsinn gelesen.

1. Hat Single sein überhaupt einmal gar nichts mit 'Schuld' zu tun. Es ist nämlich nicht strafbar. Es ist keine Frage von Schuld, sondern eine Entscheidung, die aus den verschiedensten Gründen gefällt wird/werden kann.

2. Für was sollten Singles sich rechtfertigen? Dass sie mit ihrem Leben alleine klar kommen? Dass viele von ihnen glücklich sind? Manche gar keinen Partner (mehr) wollen und auch keinen brauchen?

3. Wozu Konsequenzen und in welcher Form?

Die einzige Konsequenz, die jeder Mensch für sich zeihen sollte, ist die, dass er sein Leben so zu gestalten versucht, wie es ihm gefällt - egal, wie das dann auch aussieht. Entweder als Single oder in einer Beziehungsform, die ihm/ihr als die richtige erscheint.
 
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Gast

  • #5
Totaler Unsinn!!
Bin doch 1000 Mal lieber alleine, als mit dem falschen Partner nur ständig Stress!
"Normal" lebende Menschen (Heirat, Kinder etc.) , wie sieht denn im RL diese angeblich glückliche Partnerschaft aus? In den allermeisten Fällen, die ich kenne, kommt die Partnerschaft völlig zu kurz bzw. sie wird überhaupt nicht mehr richtig gesehen, aus lauter Stress an anderen Dingen, nein Danke! m
 
G

Gast

  • #6
Wundert mich immer wieder nur dass mancher Normalo / "Jeder ist seines Glückes Schmied"-Typ mit Haus, zwei Kindern, zwei Autos Hund anderen Vorwürfe macht, man habe nichts zustande bekommen (das gilt dann auch schon für Paare ohne Kinder) aber gerne vergisst, dass das Geld für´s große Glück auch nur von den eigenen Eltern bzw. Großeltern kommt - ich gönne allen ihr Glück - nur etwas mehr Bewusstsein über die Verschiedenheit der Lebenswege vermisse ich bei mancher Häuslebauer-Family
 
M

Mooseba

  • #7
Auch wenn das für viele sich wie Wortklauberei lesen wird: Benutzen wir doch lieber bei diesem Thema den Begriff Verantwortung anstatt Schuld. Das ist weniger extrem - hier tut niemand den anderem etwas zuleide. In unserer Gesellschaft heutzutage entstehen in manchen Lebensbereichen viel zu schnell Schuldgefühle. Wie eben bei diesem Thema des Alleinseins. Nach meiner Erfahrung wird der Begriff Schuld viel zu schnell verwendet und löst dann auch Schuldgefühle aus, wo sie überhaupt nichts zu suchen haben.

Was eben nicht erwähnt wird, ist der Sachverhalt, dass diese "normalen" Menschen es nicht so haben mit dem Tiefgang im Denken. Somit wird schnell ein griffbereites Urteil gefällt ohne nachzudenken. Für wen das Leben in seiner Abfolge zu normal abläuft, wird oberflächlich bleiben im Denken. Aber das "normale" Leben ist eben auch alles andere als stressfrei - um hier mal eine Lanze für die "Normalen" zu brechen. Mit diesen Vorwürfen gegenüber langjährigen Singles sucht man auch Bestätigung und / oder Genugtuung.

m, 28
 
G

Gast

  • #8
Statt Euch über die Weisheiten in einer Unterschichts- TV Serie den Kopf zu zerbrechen, lest mal lieber das Buch "die Sozialpsychologie der Partnerschaft". Beantwortet viele Fragen rein wissenschaftlich. RTL Niveau ist hier wirklich nicht angesagt. Die stellen doch nur provokative Thesen in den Raum, um Quote zu machen.
 
  • #9
Single-Sein ist für viele eine Lebenseinstellung! Um glücklich und/oder erfolgreich im Leben zu sein, brauche ich doch nicht zu heiraten - geschweigen denn liiert zu sein in irgendeiner Form!

Wie #5 richtig bemerkt: manchmal sind allein lebende bzw. Singles erfolgreicher als jene vermeintliche Personen .... manchmal könnte man meinen, es spricht nur der Neid, nämlich dass ein Single noch all die Freiheiten geniessen kann, die eine verheiratete Person eben nicht mehr (unbedingt) hat!

Ansonsten schliesse ich mich #2 an!
 
  • #10
Ich denke nicht, daß Einsamkeit etwas damit zu tun hat, ob man in einer Beziehung lebt oder nicht. Es gibt Menschen die in einer Beziehung sehr einsam sind und es gibt partnerlose die kein bisschen einsam sind.
In diesem Zusammenhang von Schuld zu sprechen ist wirklicher Unsinn.

Ansonsten schließe ich mich #2Angeline an.
 
G

Gast

  • #11
Ich habe den Bericht auch gesehen und er hat mich ein wenig erschreckt. Ich bin seit einem Jahr Single, das erste Mal überhaupt im "Erwachsenenleben". Ich hätte gern wieder eine Partnerschaft, finde das Single-Leben nur bedingt attraktiv. Da ich bereits alle Tipps beherzige (Sport, Hobbys, Freunde, Partnerbörse, offen sein, humorvoll sein, gepflegtes Äußeres) und sich trotzdem nichts Neues ergibt, musste ich bei dem Bericht im TV schon schlucken und habe gedacht. "Na, Klasse, das steht dir jetzt auch bevor - das war es in deinem Leben mit Partnerschaft". Kein toller Gedanke!!! Ich habe echt das Gefühl, dass man mit 43 nicht gefragt ist, weil es zu viele Männer gibt, die in dem Alter noch Kinder wollen und das Thema für mich abgehakt ist (habe auch keine). Ich denke, die Herren ab 50 aufwärts sind dann wohl eher interessiert, aber ich bin jung, schlank und sportlich gebliebenund möchte mich auf keinen Fall jetzt schon mit dem "Alter" befassen müssen, das kommt noch früh genug. Was meint ihr?
 
V

Vicky

  • #12
Erst einmal stoße ich mich auch an dem Wort "Schuld" - schließlich ist Single-Sein weder strafbar noch moralisch verwerflich. Aus eigener Erfahrung (war vor meiner jetzigen Beziehung 5 Jahre lang Single) weiß ich außerdem, dass man als Single sehr wohl zufrieden mit sich und seinem Leben sein kann. Ich persönlich war in dieser Zeit nie so unglücklich wie in den unglücklichen Zeiten meiner Ex-Beziehungen. Die andere Seite der Medaille war allerdings auch, dass ich nicht dauerhaft so zufrieden und glücklich war wie in den guten Zeiten meiner Beziehungen.

Aber sei es, wie es sei. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Singles dies nicht ganz freiwillig. Es gibt einige wenige Singles, die so gut alleine zurechtkommen und keine sooo guten Erfahrungen in Beziehungen gemacht haben, dass sie es auch dauerhaft vorziehen, alleine zu bleiben. Die meisten Singles betrachten ihre Singlezeit jedoch eher als Übergangsphase bis zur - hoffentlich - nächsten glücklichen Beziehung - auch wenn sie gut alleine zurechtkommen. Das sollte man halt nicht vergessen, die hohen Mitgliederzahlen in Online Single Börsen belegen dies ja auch sehr schön.

Nun zur eigentlichen Frage. Es ist eben nicht einfach einen passenden Partner zu finden - in keinem Alter. Mit zunehmendem Alter und weiteren Verpflichtungen beruflicher, familiärer und sonstiger Art wird es aber auch nicht gerade einfacher einen passenden Partner zu finden. Viele sind einfach zeitmäßig so eingespannt, dass sie kaum noch Zeit haben, sich auch noch der Partnersuche zu widmen und - wie es einem oft geraten wird - vielen Hobbies nachzugehen, sich mit Freunden zu treffen, neue Wege und neues Terrain zu betreten. Und auch das Online Dating ist nicht für alle die Lösung. Man braucht dafür ein gutes Selbstbewußtsein, viel Geduld und muss sich mehr und mehr ein dickes Fell zulegen.

ABER: auch ich kenne Leute, die zwar einerseits behaupten, gerne wieder einen Partner zu haben, jedoch entweder gar nichts oder meiner Meinung nach das Grundfalsche dafür tun. Da ist z.B. eine, die lieber eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat als sich die Blöße zu geben und so tief zu sinken (so sieht sie das) im Internet nach einem Partner zu suchen. Eine andere hat nach gerade mal 3 Dates, die über eine Single Börse zustande kamen, ihre Bemühungen eingestellt mit der Aussage, das wäre der falsche Weg für sie. Die erste Bekannte hat meines Erachtens eine völlig verzerrte Wahrnehmung und Beurteilung von Online Dating, die zweite ließ sich durch gerade mal 3 nette aber zu nichts weiter führenden Dates ermutigen. Und ja - bei solchen Leuten sage dann auch ich: Wer nicht will, der hat schon. Dann sollte man sich nicht übers Single-Sein beklagen, wenn man nun nichts Vernünftiges dagegen tun möchte.