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  • #1

Als Vater nach Geburt des Kindes in die Mutterrolle schlüpfen?

Gibt es hier Väter, die nach der Geburt ihres Kindes quasi die Mutterrolle angenommen haben oder annehmen mussten, weil die Mutter - aus welchen Gründen auch immer - nicht für das Kind sorgen wollte oder konnte?

Wie habt ihr dies als betroffene Väter hinbekommen, auch hinsichtlich eures Berufslebens?

Habt ihr als betroffene Mütter das Gefühl, dass die Mutter-Kind-Beziehung darunter gelitten hat?
 
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  • #2
Ich kenne einen solchen Fall nicht, kann Dir aber dazu ein Buch empfehlen: "Lo und Lu" von Hanns-Josef Ortheil (bin nicht ganz sicher, dass der Name so richtig geschrieben ist).

Ein wunderbares Buch, das meines Erachtens zeigt, dass ein Vater ganz toll in die "Mutterrolle" schlüpfen kann.
 
  • #3
Klar geht das, warum auch nicht. Frauen tun dies millionenfach überall auf der Welt. Wenn die Mutter sich nicht kümmert hast du eh keine Wahl.
 
  • #4
Wie hinbekommen? Mit Betreuung über die Kita und der Erledigung vieler beruflicher Tätigkeiten des Nachts. Ging Gott sei Dank in meinem Beruf.

Hat die Mutter-Kind-Beziehung darunter gelitten? Ja. Ich war oft gestresst, hatte für Manches keine Geduld. Und oft ein schlechtes Gewissen.
 
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  • #5
Da der Fall, dass die Mutter nach der Geburt aus psychischen/körperlichen Gründen ausfällt, immer eintreten kann, sollten bei nicht verh. Paaren unbedingt die Vaterschaftsanerkennung und das gemeinsame Sorgerecht vor der Geburt geregelt werden. Sonst steht man als Vater dumm da.

Was das Finanzielle angeht, so hat man ja heutzutage auch als Vater das Recht auf Elternzeit und Elterngeld, sogar als Selbständiger.
 
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  • #6
Meine Eltern haben bereits in den 70er Jahren das klassische Rollenmodell mit umgekehrten Vorzeichen praktiziert. Mein Vater hat deshalb ein Jahr gar nicht und später nur Halbtags gearbeitet. Den Lebensunterhalt hat meine beruflich sehr erfolgreiche Mutter bestritten.
Mein Verhältnis zu meinem Papi ist sehr liebevoll und das zu meiner Mutter sehr entspannt. Wenn ich bedenke, welch gespaltenes Verhältnis viele meiner Freundinnen zu ihren (sich angeblich dauernd einmischenden) Müttern haben, bin ich mehr als dankbar, dass meine eigene Mutter schlicht besseres zu tun hat, als sich in mein Leben zu drängeln. Ich kann das Modell meiner Eltern nur empfehlen und hätte ich selbst Kinder gewollt, hätte ich es definitiv kopiert.
 
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  • #7
Früher erfuhren Frauen sehr viel Hilfe seitens anderer erfahrenen Frauen, sei es durch die Frauen aus der Familie oder durch "alte Frauen" aus dem dorf, die sich kümmerten. Die Frauen bewegten sich in grösseren Frauengruppen, es war immer mindestens eine da zum Helfen und Ausquatschen.

Alles hat sich geändert. Die Frau steht heute irgendwie alleine da. Also muss der Mann die Rolle der abwesenden anderen Frauen übernehmen, bei der Kinderbetreuung und beim Bereden von Problemen und von (vor allem negativen) Gefühlen. Es ist eine neue Erscheinung, die Gesellschaft ist im Umbruch, es muss noch viel gelernt und ausprobiert werden. Es ist für Mann und Frau schwer. Viele Firmen bieten Zeitgemässe Arbeitsbedingungen und ermöglichen auch Vätern, aktiver an der Betreuung ihrer Kinder teil zu haben. Fängt schon mit Gleitzeit an.

Ich glaube nicht, dass es für ein Kind schlecht ist, wenn der Vater schon im Säuglingalter aktiv wird und nicht nur erst später.
 
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  • #8
ja, ich kenne mehrere solche väter,
wenn die mutter wegfällt, ist der vater einfach dran.
wie er das hin kriegt?
wie millionen frauen auch: entweder daheim mit harz 4 und sehr viel zeit oder mit kitas, tagesmüttern, familienangehörigen, selbständig mit baby in der praxis, kanzlei, laden, au-pairs, jeder menge baby-sitter oder freundlichen nachbarn, die gerne einspringen, als mann ist es auch sehr viel leichter, hilfen über organisationen oder das ju-amt zu bekommen - mitgefühl und bewunderung sind dir sicher - . dabei hast du dann je nach veranlagung ein permanent schlechtes gewissen oder fühlst dich minderwertig oder als tausendsassa.
wenn du beruflich pausierst, wirst du vermutlich einen karriereknick haben, die schelen blicke werden jedoch weniger. wenn deine frau arbeitet, geht es ja nicht nur um die mutterrolle, sondern du wirst auch den haushalt erledigen müssen, das kann man lernen, wenn dus nicht schon kannst.
wenn ihr durch den rollentausch keine finanziellen probleme habt: genieße es. die zeit ist ein geschenk. das kind wird keinen schaden haben und zu der mutter auch eine vertrauensvolle beziehung aufbauen.

dir/euch alles liebe

w
 
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  • #9
Als meine Frau damals schwer krank wurde habe ich mich ganz besonders intensiv um die Kleine (damals 2 Jahre alt) gekümmert, viel gekuschelt, war immer für sie da, gekocht etc. Habe damals nur halbtags gearbeitet.

Die Kleine ist gut entwickelt und hat die Zeit gut überstanden. Wir haben ein sehr inniges Verhältnis.

Heute - wo meine Frau und ich uns trennen - spielt das beim Jugendamt/Gericht etc. keine Rolle. Das Kind kommt zur Mutter.

Das Berufsleben hat ganz stark darunter gelitten, bin jahrelang nicht weitergekommen, weil nur teilzeit arbeitend. Habe einen hohen Preis bezahlt dafür, dass ich mich auf die Familie konzentriert habe und außer dem Kind dankt es einem keiner.
 
  • #10
Das Berufsleben hat ganz stark darunter gelitten, bin jahrelang nicht weitergekommen, weil nur teilzeit arbeitend. Habe einen hohen Preis bezahlt dafür, dass ich mich auf die Familie konzentriert habe und außer dem Kind dankt es einem keiner.
Willkommen in der Wirklichkeit... nahezu aller Frauen auf der ganzen Welt :)
 
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  • #11
sollte das nicht der Normalfall sein, selbst wenn die Frau sich kümmert? Ich meine, wenn ein Mann unbedingt ein Kind möchte, sollte er sich doch auch 100%ig für das Kind einbringen! Oder sagen wir 50%! Wickeln, Füttern, Anziehen, Erziehen, Beschäftigen, Aufpassen. Oder wollen Männer gerne Kinder, aber hoffen auf eine alte Rollenverteilung?
 
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