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  • #1

Als Mobbingopfer und Single auf Klassentreffen gehen?

Liebe Forenuser,

geht ihr gerne auf Klassentreffen bzw. wart ihr schon mal auf eurem? Ich selber habe schon das erste Klassentreffen mit 30 abgelehnt und das Zweite steht jetzt bald an. Ich war in der Schule früher ein begehrtes Mobbingopfer, weil ich wohl ein ruhiger Streber war und etwas altmodisch. Ich habe mich als einziger Schüler von der Hauptschule zum Gymnasium hochgearbeitet. Aus heutiger Sicht würde ich sagen, waren meine damaligen Mitschüler regelrecht gestört im Kopf. Hat man sie nur angeguckt, sind sie wie gestört ausgerastet und haben mit Beleidigungen um sich geworfen. Grundlose Niedermachungen waren an der Tagesordnung, teils so derart persönlich, auch mal rassistisch, dass es unter keine Kuhhaut mehr ging. Das Verhalten passte auch zu deren Noten. Sie schrieben nur 4er und 5er und das auf der Hauptschule! (Übrigens keine Ausländer!) Zu damaliger Zeit waren die Hauptschulen noch zu 3/4 mit deutschen Schülern besetzt.

Ich habe schlechte Erinnerungen aus dieser Zeit.
Damals habe ich mir geschworen, mit diesen Menschen nichts mehr zu tun zu haben. Auch heute, zur erneuten Klassentreffen-Einladung, hege ich immer noch einen Groll gegen diese unfairen Menschen und möchte nichts mehr mit diesen zu tun haben.
Ich habe keine Lust auf ein Revival dieser Zeit oder gar Fragen zu meinem Leben. Ich wüsste, ich wäre wieder eine Randfigur.

Wie geht ihr mit Klassentreffen um?
 
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  • #2
wie du die vergangenheit empfunden hast, hast du ja gerade beschrieben. wie gehst du jetzt damit um?
ich persönlich würde aus rachegelüsten hingehen, dabei jedoch den anderen vorspielen, dass du darüber hinweg bist und es ja eigentlich eine ganz lustige zeit war ;)
die tatsache, dass deine ehemaligen klassenkameraden aufgrund ihrer noten höchstwahrscheinlich auf der karriereleiter weit unter dir stehen dürften, würde mir helfen, mit der vergangenheit abzuschließen.
 
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  • #3
Ich seh das problem jetzt nicht. Wenn du nicht gehen willst, dann geh einfach nicht. Du bist niemandem rechenschaft schuldig. Lass diese zeit hinter dir. Sei stolz auf das, was du erreicht hast. Geniesse dein leben, schau auf dich.
Ich war erst auf einem klassentreffen nach 25 jahren und das war sensationell. Aber das ist halt verschieden.
W 49
 
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  • #4
Ganz ehrlich? Ich würde nicht hingegen. Das solltest Du Dir nicht antun. Mir selbst erging es ähnlich in der Jugend und ich bin auch später nie zu Klassentreffen gegangen, zumal ich erst immer über Dritte erfuhr, dass so etwas überhaupt stattfindet. Ich war damals bei dieser Klientel unbeliebt und bin es heute noch. Ich hatte eine glückliche Kindheit, im Gegensatz dazu stammten viele meiner Klassenkameraden/innen aus zerütteteten Familien. Ich hatte oft das Gefühl, dass diese neidisch auf mich waren und mich deshalb fertig gemacht haben. Ich habe für mich entschieden, dass ich mit solchen Charakteren nichts zu tun haben möchte.
 
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  • #5
An FS:

ich habe ähnliche Erinnerungen wie Du, und ich habe nicht nur sämtliche Kontakte abgebrochen, ich bin sogar für 7 Jahre in die Schweiz gezogen wegen besserer Berufschancen und dann in ein anderes Bundesland. Ich habe sowohl die Region, als auch die meisten Leute aus dieser Region hinter mir gelassen und ein eigenes Leben aufgebaut.

Mit dem einen und dem anderen will ich nichts mehr zu tun haben. Ich habe noch Kontakt zu meiner Mutter, Schwester und zwei befreundeten ehemaligen Arbeitskollegen. Alles andere lehne ich ab - zum Wohle meiner seelischen Gesundheit.

w, 41
 
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  • #6
Ich war auch mal auf einem, bei dem Menschen waren, die mich auch gemobbt hatten. Das ging einfach irgendwie weiter. Ich bin nicht zu denen an den Tisch gegangen, aber irgendwann riefen sie mir zu, was ich denn wohl beruflich mache. Als ich sagte, was ich studiere, kam nur "ach so ein beschissenenes Fach". Ich hab mich gefragt, warum ich überhaupt geantwortet habe, weil das wie früher war - was ich machte, was ne Steilvorlage für doofe Bemerkungen.

Ein anderer war total unzufrieden mit seinem Leben und musste mir dann meins schlechtreden, ein weiterer stimmte mit ein, mir zu sagen, dass mein Studium doch sinnlos sei (hat nie Spaß am Lernen gehabt und nie ne Uni von innen gesehen).

Also jegliche Information über mich wurde zu einem Bashing-Anlass. Hat mir jetzt an sich nicht viel ausgemacht, weil ich diese Bemerkungen einfach blöd fand, mir das aber nicht mehr zu Herzen nahm. Lediglich mit einer Frau habe ich mich gut unterhalten.

Eine andere Frau war wie früher - erst versuchte sie, sich runterzumachen, damit man das selber mit dem eigenen Leben auch tun soll und sie sich nicht allein schlecht fühlt, dann hätte sie sich aufgewertet. Da ich dieses Muster irgendwann durchschaut hatte, war es einfach nur interessant zu sehen, wie sie noch genauso wie früher war.

Ich würde an Deiner Stelle nicht hingehen. Dann werden sie vielleicht sagen, Du hieltest Dich für was Besseres, aber wenn Du hingehst, könnte ich mir gut vorstellen, dass Du auch runtergemacht wirst. Und was sollst Du Dir Lebensgeschichten von Menschen anhören, die Du nicht magst und die Dich an Schlimmes erinnern.
 
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  • #7
Ich gehe nicht zu Klassentreffen.

Von meiner Grundschulklasse hat zumindest eine bereits ein Enkelkind. (Ich habe noch nicht mal selbst ein Kind, und mein Umfeld fängt auch jetzt erst langsam an)
Da ist auch das Bildungsniveau und die Gesellschaftsschicht so unterschiedlich, dass wir uns vermutlich wenig zu sagen hätten.

In meiner Abiklasse waren wir kleine Gruppen, die sich gegenseitig schikaniert haben. Diese Leute mag ich nicht mehr sehen, auch wenn ich heute weiß, dass Jugendliche so miteinander umgehen.
Ich habe im Laufe der Jahre neue Leute kennengelernt, mit denen ich nicht so negative Erlebnisse assoziiere. Ich treffe mich lieber mit denen. Scheint aber auch niemand aus der Klasse Interesse an einem Treffen zu haben - jedenfalls habe ich nie eine Anfrage bekommen.

w33
 
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  • #8
Hmmm, du beantwortest die Frage doch eigentlich schon selber. Du möchtest mit diesen Menschen nichts mehr zu tun haben. Sie bedeuten dir also nicht. Das kann ich auch völlig verstehen. Wieso also zum Klassentreffen fahren? Es ist doch keine Pflichtveranstaltung?

Ignorier das Klassentreffen einfach und gut ist.

So hab ich es immer gemacht, und ja, ich wurde auch in der Hauptschule gemobbt. Aber das ist lange her, die Menschen sind alle schon seit X Jahren aus meinem Leben, und das ist gut so.
 
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  • #9
Ich war in der gleichen Situation: von der Realschule aufs Gymnasium, dann 2 abgeschlossene Studienfaecher, Karriere in einem renommierten Großunternehmen, Leben im Szeneviertel einer Großstadt statt in der geistigen Enge der Provinz.
Weil mir das lernen leicht fiel und ich nicht faul war, sowie ruhig und schüchtern, war ich auch beliebtes Mobbingopfer der Dorfdeppen. Ich bin dort nur noch selten zu Familienbesuch und treffe mich nie mit jemanden, obwohl ich von den Eltern dazu aufgefordert werde. Angeblich fragen sie immer wieder nach mir, ich soll mich melden, blabla...

Ich habe auch schon 2 mal Einladungen zu Klassentreffen bekommen (leider gab mein Vater ihnen meine Adresse), aber ich werfe sie in den Muell. Es ist mir keine Antwort wert, denn ich leide heute noch unter den Folgen der damaligen koerperlichen und psychischen Brutalität. Mit solchen Menschen will ich im Leben nichts mehr zu tun haben.
 
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  • #10
Also wenn Du so negative Erfahrungen gemacht hast und Du nur widerwillig an diese Zeit zurück denkst, dann geh doch einfach nicht hin.

w
 
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  • #11
Ich habe den umgekehrten Weg von der Realschule zur hauptschule einschlagen müßen.
(Lange KKH-Aufenthalte und "allseits bekannter" mobbender Klassenlehrer auf der Realschule).
Ich kann Deine Erfahrungen bestätigen- auf der Realschule waren die Mitschüler völlig in Ordnung- auf der Hauptschule (70er Jahre) hab ich gedacht, ich wäre im Tollhaus angekommen.

Auch ich war begehrtes Mobbingopfer (gute Noten und ein ruhiger Schüler) und psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt. Das ging soweit, das ich einmal sogar aus dem Unterricht heraus gleich zum Augenarzt mußte.

Ich habe zwei Einladungen zu Klassentreffen abgelehnt- die letzte Einladung ist aber auch schon über 10 Jahre her. Ich möchte den meisten Leuten einfach nicht mehr begegnen.

Mir hat es schon gereicht, immer die Heiratsanzeigen der größten Klassenflegel von damals in der Zeitung zu lesen, während man selber niemanden gefunden hat.

m,48
 
  • #12
Ich war nicht exakt in deiner Situation, aber auch eher Opfer als Täter. Und ich rate dir:

Ja, geh hin. Jetzt ist deine Zeit gekommen. Dein Haus, dein Auto, dein Boot. Während deine Klassenkameraden heute Regale einräumen, hast du, nehme ich an, einen Job, der dich erfüllt und gutes Geld bringt, hast eventuell eine tolle Frau, bist viel selbstbewusster geworden. Lass das ruhig raushängen. Zieh dich fein an, miete dir eine schicke Luxuskarre, und zeige diesen widerlichen Kreaturen die Unwürdigkeit ihrer Existenz auf.

Sie werden sicher erwachsen geworden sein und reifer und eben nicht mehr die alten Rowdies von früher. Vielleicht werden sie sich sogar entschuldigen. Vielleicht ist es ihnen peinlich, was damals gelaufen ist, und wenn nicht, dann sorge dafür, dass es ihnen peinlich wird. Die Altersmilde.

Du hast dich intellektuell weiterentwickelt, sie wahrscheinlich nicht, es sollte also ein leichtes sein, sie rhetorisch unterzubuttern. Sei so fies wie du willst, du willst dir die Leute eh nicht zum Freund machen.

Geh hin, und hab diesmal deinen Spaß mit ihnen. Das wird deiner Seele gut tun.
 
  • #13
Ups, sorry, habe das mit "Single" überlesen. Erfinde eine Freundin oder eine Geliebte. Oder zwei. Aber keine Fragen dazu beantworten.
 
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  • #14
Das Schöne an Klassentreffen ist die Gelegenheit Menschen wiederzutreffen, mit denen man seine Schulzeit, seine Jugend verbracht und die man im Laufe der Zeit aus den Augen verloren hat. Der Großteil der Menschen bei meinen Klassentreffen gehört allerdings nicht zu denen, die ich wiedertreffen muss. Ich schätze das geht den meisten Menschen so, man muss auch nicht jeden mögen, mit jedem gut zurechtkommen.

Wenn Du also keinen von diesen Menschen wiedersehen willst, dann solltest Du auch nicht hingehen. Allerdings solltest Du Dir darüber klar werden, dass es vielleicht an der Zeit wäre mit deiner Schulzeit und dem was Dir da widerfahren ist, abzuschließen. Es ist nicht gut, wenn man nach so vielen Jahren immernoch Groll und Ärger mit sich herumträgt. Das schadet auch niemand anderem als Dir selbst.

Ist es denn wichtig, ob Du aus Sicht Deiner ehemaligen Mitschüler eine Randfigur bist oder nicht? Ich glaube nicht. Mach Dich nicht abhängig von dem was andere über Dich denken könnten, ich bin mir absolut sicher es gibt in Deinem Leben Menschen für die Du keine Randfigur bist, auf diese Menschen solltest Du Dich konzentrieren.

Ich wünsch Dir alles Gute.
 
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  • #15
Ich war auch noch nie auf einem Klassentreffen, bin noch nie solch einer Einladung gefolgt, obwohl ich ein beliebtes Mädchen war. Mich interessieren die Klassenkameraden von damals, um ehrlich zu sein, nicht in solchem Maße, dass ich einen ganzen Abend mit ihnen verbringen wollte.
Ich bin der Meinung, wenn das gegenseitige Interesse aneinander wirklich so groß gewesen wäre, dann hätte sich mit der einen oder dem anderen eine Freundschaft über die Schulzeit hinaus entwickelt, die möglicherweise bis heute anhielte. Sowas gibt es ja durchaus, ist bei mir aber nicht der Fall, was auch in Ordnung für mich ist. Schule und Arbeitsstellen etc. sind nun einmal "Zwangsgemeinschaften", wo es auch legitim ist, dass man im Privatleben kein gesteigertes Interesse an den Leuten hat.
Ich habe dafür im Privaten heute noch Freunde, mit denen ich seit der Kindheit (privat) befreundet war.

Du musst dich doch überhaupt nicht genötigt fühlen, zu deinem Klassentreffen zu gehen! Warum machst du dir so viele Gedanken darüber, wenn sie dich sogar gemobbt und gequält haben! Hake das für dich ab und gut ist! Hoffentlich hast du heute nicht mehr das Problem, in Zwangsgruppen gemobbt zu werden! Wenn ja, solltest du das mal mit therapeutischer Hilfe aufarbeiten, denn dann scheint dich das Thema ja doch irgendwie noch zu belasten!

w49
 
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  • #16
Ich hatte in meiner Klasse auch einige… nenne wir sie verhaltenskreative Kollegen. Physischer und psychischer Terror waren an der Tagesordnung wobei ich nicht das primäre Opfer war, aber teilweise auch zwischen die Fronten geraten bin. Ich hatte zu wenig Selbstbewusstsein um meinen Mund aufzumachen und auch mal in eine Rauferei einzusteigen, ich war immer schüchtern und nett in der Schule – das kam vor allem im Alter zwischen 12 und 15 nicht gut bei den Kollegen an.

Nach der Schule habe ich studiert und dort auch eine 180-Grad-Wendund eingelegt. Ich wurde deutlich selbstbewusster und habe nun alles, was ich mir gewünscht habe – in der Uni erfolgreich und unter klugen Leuten zu sein war Balsam für die Seele und dementsprechend änderte sich das Auftreten. Ich hatte die Schulzeit komplett überwunden.

Ich ging dann auf das 10-jährige Abi-Jubiläum einfach aus Jux und war baff. Die damaligen Alpha-Männer waren zu teilweise kränklichen, am Kopf kahlen Nichtstuern mit schlechten Jobs geworden. Klar gab es auch noch jene, die bereits in der Schule eine große Klappe hatten und dann (erfolgreiche) Vertriebler geworden sind, mit denen verstand ich mich aber dann überraschend gut. Es war auch eine Bestätigung für mich, dass es nicht verkehrt war, in der Schule nicht einen auf Gangster zu machen sondern sich stur und zielstrebig einer Aufgabe zu widmen und diese abzuschließen.

Was ich damit sagen will: Menschen ändern sich oft extrem zwischen Jugend und Erwachsensein. Wer in der Schule noch cool war, weil er nichts für die Schule getan sondern am Nachmittag lieber mit seiner Gang Drogen konsumiert hat, ist plötzlich am anderen Ende der Nahrungskette zu finden, weil ihm seine "scheißegal"-Einstellung weder ein schickes Auto noch eine schicke Wohnung eingebracht hat. Ich vermute, bei dir wirst auch du einer der wenigen erfolgreichen Abgänger der Klasse gewesen sein, allerdings würde ich dir nur raten hinzugehen, wenn du auch wirklich diese Zeit überwunden und zumindest 1-2 Schulkollegen hattest, mit denen du dich gut verstanden hast und die auch dort sein werden.
 
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  • #17
Ich hatte massiven Streß in der Schule - mit Mitschülern und mit Lehrern; als die Lehrer in Ruhestand gingen, sagten sie mir "keiner hatte is in meiner Schullaufbahn als Lehrer so schlimm wie Du." Die Mitschüler meinten, jeder andere hätte es nicht zum Abitur gepackt - ich schon.

Das Problem ist, loszukommen. Ich hab damals nicht gelernt, Freunde zu haben, sondern hatte genug Erfahrung darin, aus einer Kampfes- Abwehr- Trotz- Haltung mit Leuten umzugehen, doch ist das um so problematischer, wenn man Leuten gegenübertritt, die einem unvoreingenommen auf gleicher Augenhöhe begegnen wollen. Keine Freunde und eine falsche Einstellungen waren hinderlich fürs Leben und sind es noch, ich hab vieles 25 Jahre nach dem Abitur nicht abgeschüttelt.

Aber mit all den Leuten habe ich ein entspanntes Verhältnis. Ich verwalte den Datenbestand (Name, Geburtsdatum, Anschrift der Eltern und eigene Anschrift, Kinder, wer war wann auf welchem Klassentreffen, wir haben dieses Jahr - 25 Jähriges Klassentreffen - angefangen, die Unterlagen, die wir noch haben, zu digital zu archivieren wie etwa Schülerzeitung, Abiturzeitung, Bilder von allem möglichen Schulunternehmungen) und eine maillingliste; wir sind 52 im Abiturjahrgang und davon sind ca. 45 jederzeit per e-mail erreichbar. Ich achte drauf, daß es kein Herumgezicke gibt, d. h. diejenigen, mit denen ich damals besonders viel Ärger hatte, werden genau gleich zu denjenigen behandelt, die damals sich ruhig verhielten.

Die Leute gewinnen Distanz zu damals; Sicher waren mein Leben und die Folgen von dem Zoff damals Thema beim Klassentreffen - na und ? Es wurde eben diskutiert, der der mittlerweile Seelenklempner-Chefarzt in einer Klinik wurde, sah das Thema aus seiner beruflichen Sicht eben anders wie ich oder der, der mit dem ich am meisten Streß hatte. Na und ?

Geh hin, denn dann gewinnst neue Erinnerungen; die neuen Erinnerungen überlagern die alten Erinnerungen. Rumzicken und mobben wie damals tut keiner mehr. Es ist auch nicht mehr notwendig, alte Rechnungen zu begleichen - vergessen und verjährt; sicher gibt es sie noch und es gibt auch andere Sensibilitäten (zwei haben kurz nach der Schulzeit geheiratet und sind nun getrennt) .... das verstehe ich noch, aber sonst gibts keinen Grund, fernzubleiben.
 
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  • #18
Ich gehe nicht zu Klassentreffen. Wozu denn? Die Zeit ist vorbei, das Leben ist weiter gegangen. Mit 1-2 Mitschülerinnen von damals bin ich befreundet und die sehe ich auch so, die anderen interessieren mich nicht und ich sie auch nicht. Ich muss auch niemandem "zeigen, was aus mir geworden ist", umgekehrt interessiert es mich auch nicht. Für mich war es eine neutrale Zeit damals, die Schule eben, ich war froh, als es vorbei war und ich anfangen konnte zu studieren und das Leben weiter ging. Wieso sollten mich jetzt Menschen interessieren, mit denen ich damals nichts zu tun haben wollte und umgekehrt? Das sieht jeder anders, ist auch gut so. Ich brauche das nicht weil es für mich nichts mit irgendwelcher Nostalgie zu tun hat, es ist mir schlichtweg egal.
 
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  • #19
Ich habe bisher auch sämtliche Einladungen zu Klassentreffen abgelehnt. Das ist ein Teil meines Lebens, der abgeschlossen ist. Ohnehin sind das für mich sowieso nur noch fremde Menschen.

m, 35
 
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  • #20
Ich gehe gern mal zu ein Klassentreffen oder Studientreffen. Aber die Leute waren bei mir vernüftig. Also in deinem Fall würde ich mich an das halten was du dir früher mal geschworen hast.
w
 
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  • #21
Ich wurde in der Schule massiv gemobbt - von einer Nachbarstochter und deren Freunden. Da meine Eltern ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn über das seelische Wohl ihres Kindes stellten war meine Kindheit entsprechend trost- und lieblos, sogar emotional gewalttätig. Mein Vater machte mich für alle seine Probleme und den Zustand unserer Familie verantwortlich. Wer standing zu hören bekommt das er nicht würdig sei geliebt zu warden weil dies oder jenes in der Familie nicht stimmt hat auch keine Freunde. Ich habe heute weder Kontakt zu meiner Familie noch zu alten Klassenmitgliedern. Ein einziges Mal war ich auf einem Klassentreffen. Meine alten Mitschüler haben sich nur im Aussehen verändert - das Wesen ist gleich geblieben. Ich will mit der Vergangenheit nichts mehr zu tun haben. Sollen alle ihr kleines Leben in geistiger Enge leben. Ich lebe in meiner Haut und werde alles daran setzten, das es mir dort gefällt.
 
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  • #22
Lieber FS,

du könntest es auch ganz anders machen, und zwar in dem zu max. für 2Stunden hingehst, wenn möglich in wunderhübscher Begleitung (und wenn diese an der Bar auf dich wartet). Es heißt hier: Sehen und gesehen werden! Du kramst deinen hochwertigsten Anzug raus und kaufst dir für diesen Anlass sogar einen Neuen. Dann fährst du mit einem riesen Schlitten vor ;-))! Setzt ein leicht überhebliches, arroganten Lächeln auf und lässt dich immer zwei Mal fragen und Fragen von der Seite beantwortest du einfach gar nicht, ebensolche vom Nebentisch. Der, der mit dir reden möchte soll dich superfreundlich-höflich gefälligst ansprechen. Ansonsten schaust du gelangweilt und gähnst Hin und wieder. Dann, lässt du nebenbei verlauten, dass du los musst, da du am nächsten Morgen zum deinem Ferienhaus an der Cote d'Azur fährst.

So kriegst du sie ;-))1

w
 
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  • #23
Du musst doch jenen, die dich so mies behandelt haben, nicht beweisen, dass du Erfolg hast. Viel zu viel Aufmerksamkeit.

Wozu mit einem unruhigen Gefühl dorthin fahren. Sie sind (d)einen Gedanken nicht wert!

Schließe damit ab, in die Tonne!
 
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  • #24
Lieber FS
Mich dünkt, Du siehst Dich immer noch als hilfloses Opfer und Deinen ehemaligen Klassenkollegen ausgeliefert. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ALLE Deine Mitschüler so gegen Dich waren und so hundsmiserable Noten schrieben, ausser ihr wart eine ganz kleine Klasse. Offenbar scheint auch der Zustand, Single zu sein, an Deinem Selbstbewusstsein zu nagen. In Anbetracht all dieser Dinge, würde ich Dir raten, nicht hin zu gehen und schon gar nicht, um den anderen etwas vor zu spielen, da machst Du Dich nur lächerlich.
Wie sieht es denn heute aus? Bist Du immer noch der "altmodische Aussenseiter"?
Ich hab übrigens die letzten beiden Klassentreffen auch ausfallen lassen, da ich aus gesundheitlichen Gründen eine Rente beziehe und extrem zugenommen habe. Ich konnte mich nicht überwinden, obwohl wir eine extrem loyale Klasse waren.

w/46
 
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  • #25
Ein Querlesen aller Beiträge hinterlässt folgenden Eindruck: Sie sind gespickt von Frust, Arroganz, negativem Denken und der Erkenntnis, das in den meisten Fällen "die anderen" Schuld sind. Antwort Nr. 13 hat mir am besten gefallen.

Wer mit dieser Einstellung zu einem Klassentreffen geht oder zu anderen Veranstaltungen, auf denen sich ein Querschnitt der Gesellschaft trifft, der wird auch dort weiter Außenseiter bleiben.

Unsere Realschulklasse trifft sich konstant alle 5 Jahre mit einer ziemlich hohen Beteiligung und in den Nächten mit einer sehr guten Durchhaltekraft (incl. Lehrer, der für uns damals alt war aber eigentlich nur 16 Jahre älter ist).

Ja, wir hatten auch eine Außenseiterin. Insbesondere von den Jungs wurde sie arg gehänselt. Altmodisch, Dialekt redend und und. In der Schule tat sie einem manchmal schon leid. Aber sie ist eine der treuesten BEsucherinnen der Klassentreffen. Sie ist noch immer "schräg", aber sie ist wie sie ist. Das Verhalten der Gemeinsschaft als Erwachsene ist wesentlich toleranter geworden und sie ist in diesem Kreis mittlerweile ein liebgewonnener Teil der bunten Truppe.
Und sehr viele haben sich verändert.. die Wilden sind ruhig geworden (oder verlebt und platt). Aus manchen stillen Mauerblumen sind sehr interessante Gesprächspartner geworden.

Also: Wenn Du hingehst, dann mit einer Haltung von Offenheit, Neugier und Toleranz. Deine berufliche Entwicklung scheint Dir ein besonderer Wert zu sein.. aber tatsächlich nach außen tragen solltest Du Deine Bildung im Herzen falls vorhanden.

Mit negativer Abwehrhaltung: Bleib zu Hause. Es wird sich genau das bestätigen, was Du schon immer glaubtest zu wissen.

Viele Grüße
w44
 
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  • #26
Ich mache einen Bogen um die Leute von früher ... man hat mich gehänselt, gemobbt und verprügelt. Die gebrochene Nase habe ich richten lassen müssen und nein ich will mit diesen Kleingeistern nichts mehr zu tun haben. Sie sind mir zu Primitiv und wenn ich dann doch mal von ihnen höre haben sie sich auch nicht verändert. Die Frauen sitzen größtenteils mit 2-3 Kindern rum. Die Männer sind ebenfalls nicht sehr intelligent - geschweige denn gebildet. Glücklicherweise sind sie miteinander verheiratet ... denn im Dorf bleibt man unter sich.

Es bringt mir nichts der Vergangenheit nachzuhängen und daher sollen sie glücklich werden. Bei Stayfriends bin ich geflüchtet denn immerzu wurde ich von irgendwem angequatscht. Zuletzt vor gut 5 Jahren wegen einem Klassentreffen ... ich habe eine Ausrede gewählt. Danach habe ich den Zugang gelöscht. Ich habe schon lange Ruhe und möchte damit auch nichts mehr zu tun haben.

W/41
 
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  • #27
Ich habe die längste Zeit meiner Schulzeit auf einem Internat verbracht. Da man dort auch zusammen wohnt, sind die Sozialgeflechte noch mehr hardcore als in einer normalen Schulzeit.

Zu einem offiziellen Klassentreffen bin ich nur einmal von 15 Jahren gewesen, als meine Frau noch lebte (und auch noch gesund war). Danach nicht wieder.

Allerdings gibt es schon ungefähr genauso lange, in ca. 2 Jahrigen Abständen, ein ...ich nenne das mal "Nerd und Geek Treffen" ...der Leute, die zusammen Mathe/Physik LKs im 13+x Punkte Bereich hatten. Interessant ist hierbei, dass inzwischen auch Mädchen (inzw. Frauen) dazugestoßen sind, die damals nichts mit uns zu tun hatten; eine hat z.B: Kunstgeschichte studiert, eine andere Musik. Bei den letzten zwei Treffen waren sogar zwei der "Cool-Boys" dabei, die damals zum Feindeslager zählten; beide sind heute Juristen in der selben Sozietät und versuchten offensichtlich auch geschäftliche Kontakte zu knüpfen, da einige von uns Nerds inzwischen bei bedeutenden Unternehmen in interessanten Positionen arbeiten.

Da hat sich inzwischen scheinbar einiges umgedreht!

m44
 
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  • #28
Anders als hier mancher denke ich nicht, dass Du diese Leute mit Deinem Leben beeindrucken wollen solltest oder könntest. Wenn Du damals "scheiße" warst für die, lassen sie es heute auch nicht zu, dass Du was erreicht hast, auf das sie sogar neidisch sein könnten. Sie werden "ihre Welt" wieder herstellen, indem sie Dich nach wie vor nicht respektieren.
Anzunehmen, dass sich irgendwer entschuldigen würde, finde ich äußerst riskant. Meine Menschenkenntnis sagt mir, dass das nicht passiert. Dann müssten diese Deppen ja einen gewaltigen Entwicklungssprung gemacht haben. Glaub ich nicht.
 
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  • #29
Liebe/r FS, ich kann dich gut verstehen. Ich war in der Schule auch ein beliebtes Mobbingopfer und die gesamte Mittelstufe (8.-10. Klasse) war ein Horror für mich. Als ich dann in die Oberstufe kam, wurde es durch das Auflösen der Klassenverbände etwas besser, wenngleich ich es auch nie schaffte, richtig in den Kreis meiner Mitschüler aufgenommen zu werden. Aber ich wurde nicht mehr offen fertig gemacht, weitgehend in Ruhe gelassen und das reichte mir. Zumal der Zusammenhalt generell nicht gerade der Beste war. Es waren einzelne Cliquen, die hinter dem Rücken der anderen schlecht über diese redeten. Als ich das Abi in der Tasche hatte, war ich nur froh.

Seither findet jährlich ein Ehemaligentreffen meiner Jahrgangsstufe in der alten Schule statt. Bisher habe ich nicht daran teilgenommen und lege auch für die Zukunft nicht den geringsten Wert darauf. Ich fände es verlogen, mich dort hinzusetzen und über die "guten, alten Zeiten" zu philosophieren. Außerdem seien wir doch mal ehrlich: Solche Treffen dienen eigentlich nur der Selbstdarstellung ("Seht her, ich habe einen Ring am Finger/Kinder/ein Haus/ einen tollen Wagen etc pp") und ich habe es einfach nicht nötig, mich vor Leuten zu profilieren, die mir völlig egal sind.
Zu zwei Stufenkameraden pflege ich Kontakt, und die sehe ich auch ohne diese Treffen.

Deshalb: einfach ignorieren.

w,29
 
  • #30
Wenn Du dort hingehst, dann nicht um den anderen etwas zu beweisen, sondern ausschließlich um Dir selbst etwas zu beweisen.
Heute bist Du erwachsten und hast mehr Ressourcen als damals als Kind, wenn Du dort als Erwachsener hingehst nur um zu sehen was aus den anderen geworden ist und Dich normal mit ihnen unterhalten kannst, dann geh' hin.
Wenn Du als Kind hingehst und an direct an die alten Zeiten anknüpfst, dann ist es gesünder, zu Hause zu bleiben.
 
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