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Gast

  • #1

Alles erinnert an sie...

Kennt ihr das?
Nach eurer Trennung bringt ihr alles in Verbindung mit eurem damaligen Partner?

Das T-Shirt was ihr anzieht und an eurem ersten gemeinsamen Abend angehabt habt?
Den Film der im TV läuft und den du das erste mal mit ihm/ihr gesehen habt?
Das Lied im Radio welches ihr beide so gemocht habt?

Dabei will man doch vergessen, aber alles erinnert an die Beziehung.

Was kann ich dagegen tun?
 
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Gast

  • #2
Lieber FS,
du Armer. Weiß genau, wie du dich fühlst, mir geht es grad genauso. Ich versuche, erstmal alles Offensichtliche aus meinem Gesichtskreis zu verbannen - Dinge, die er mir geschenkt hat, verschwinden in der Schublade ganz hinten, bis ich sie irgendwann wieder neutral betrachten und vielleicht wieder anziehen mag. Manche Dinge ziehe ich aber gerade jetzt bewusst an, damit sie ihren Schrecken verlieren. Schau, was dir guttut. Und schau, dass du möglichst schnell neue Eindrücke sammelst (neutral gemeint, nicht mit anderen Frauen), damit diese neueren Erlebnisse die Erinnerungen an SIE überlagern. Wenn mich die Erinnerung aber überwältigt, weil ich so schnell nicht reagieren kann (Lied im Radio), dann wein ich halt einfach. Ist eine traurige Zeit. Aber, hey, die Sonne scheint und es wird Frühling. Eigentlich die beste Zeit, nach vorn zu schauen (das ist jetzt ein bisschen Autosuggestion, mir geht's grad ja auch nicht gut). Wir schaffen das schon!
 
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Gast

  • #3
Du solltest die Dinge, die an sie erinnern entweder wegwerfen oder einfach weit wegpacken. Wenn die Songs im Radio laufen, einfach den Sender wechseln. Gemeinsam gesehene Filme solltest du nicht noch einmal allein ansehen. Gemeinsam besuchte Orte solltest du meiden.
Du kannst neue Kleidung und DVDs etc. kaufen, die dir gefällen und mit ihr nichts zu tun haben. Dann fühlst du dich auch besser. Suche dir ein neues Hobby, eine neue Sportart und lerne so neue Leute kennen, damit du auf andere Gedanken kommst. Kümmere dich um dich und grüble nicht so viel. Akzeptiere die Situation und mache das Beste daraus. Viel Bewegung, viel frische Luft (bald ist Frühling!), eine schöne Reise (mit Freunden, nicht allein!), Museumsbesuch etc. Mach doch einfach Dinge, die du vorher nicht gemacht hast, probiere Neues aus, erfinde dich neu, lenke dich ab. Nur von anderen Frauen solltest du zunächst die Finger lassen, du musst erstmal verarbeiten, was du erlebt hast. Sonst erlebst du bald eventuell wieder Herzschmerz, weil du noch gar nicht innerlich frei bist. Oder du verletzt jemanden, der es gar nicht verdient hat.
 
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Gast

  • #4
Warum ist denn Schluss? Ist sie gegangen? Habt Ihr eine Aussprache gehabt? Gibt es kein Zurück? Es ist normal, dass man in vielen Situationen noch an sie denkt, aber das heißt auch, Du hast gar nicht wirklich abgeschlossen! Kannst Du noch Kontakt wieder mit ihr aufnehmen? Vielleicht geht es ihr ja genauso!? Wer sagt, dass das nicht so ist?
 
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Gast

  • #5
Leider kann man wenig dagegen tun, Fotos und Erinnerungsstücke wegpacken, aber die Bilder im Kopf bleiben. Versuche Dir Neues zu erschließen, lerne andere Menschen kennen und dann ist es wirklich so platt: die Zeit heilt und Du wirst Spass an dem Neuen (und der Neuen) in Deinem Leben haben. Alles Gute für die nächste Zeit! Mir hat in dieser Phase der Satz geholfen: everything will be ok in the end and if it's not ok it's not the end
 
  • #6
Lieber Fs,

ich kenne das nur zu gut. Aber das einzige was meiner Erfahrung nach hilft: Disziplin. Sobald romantische/schwärmerische Assoziationen aufkommen und Du gefährdet bist in stundelange sentimentale Träumereien abzugleiten, dann sage Dir STOPP. Lenke Dich ab, gehe raus, ruf jemanden an und sprich über was anderes. Sonst besteht die Gefahr, dass Du einspinnst in einen Kokon süßlicher Erinnerungen...

Später, wenn Du es verarbeitest hast, spricht nichts dagegen, ab und zu an schöne Dinge aus der Zeit der Partnerschaft zurückzudenken. Diese Zeit ist ein Teil von Dir. Aber in der Anfangszeit der Trennung: Vorsicht!
 
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Gast

  • #7
Ich habe damals das gesamte Haus fast steril gereinigt, vom Dach bis zum Keller, ich habe jedes Fach ausgeräumt, wirklich jedes einzelne Teil in die Hand genommen, geputzt oder entsorgt. Selbst das komplette Schalterprogramm habe ich demontiert und gereinigt. Kein einziges Haar von ihr sollte noch verbleiben, kein einziger Fingerabdruck. Alles was mich an sie erinnert hat, und ich nicht wegwerfen wollte, ist in einer Kiste verschwunden. Die Aktion hat etwa 2-3 Wochen gedauert.

Dann habe ich neu gestrichen, und das halbe Haus neu eingerichtet. Danach habe ich mich in dem ehemals gemeinsamen Haus immer noch nicht wirklich wohl gefühlt. Ich habe mich noch oft erinnert wie sie die Treppe herunter kam, oder durchs Haus gegangen ist, oder wie sie im Garten bei ihren Blumen stand.

Ich weiß, die Psyche spielt uns hier oft Streiche, deshalb habe ich für mich zum Trick gegriffen und überall Gegenstände im Haus platziert, die ich bewußt fokusieren konnte wenn meine Gedanken abschweift sind. In meinem Fall waren das unauffällig platzierte kleine Engel. Immer wenn ich gemerkt habe, ich denke gerade an meine Ex, habe ich meine Aufmerksamkeit auf diese Figuren gelenkt, und mich selbst wieder in die Wirklichkeit zurück geholt. So habe ich den Blues aus dem Alltag verdrängt. Ab und an habe ich dann die Gefühle ganz bewußt zugelassen und um sie getrauert. Und ich habe mir immer wieder klar gemacht, es geht mir ohne sie sehr viel besser als mit ihr. Es war richtig sich zu trennen, daran gibt es keinen Zweifel.

Heute bin ich glücklicher als je zuvor, und viel glücklicher als ich es mit ihr jemals war. Die Trennung von der Ex war wie ein Dammbruch für meine persönliche Entwicklung. Wie ein Damm hatte sie mein Leben eingebremst und aufgestaut, und es wurde ruhig und gemütlich wie ein See, alles war schön, und zugleich war alles Stillstand. Jetzt ist wieder Bewegung in meinem Leben.

m
 
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Gast

  • #9
Ich halte die Antwort von #7 wirklich sehr gut.

Hab übrigens dasselbe gemacht - "gemeinsame Orte" alleine aufgesucht und damit "entzaubert" und anders in Erinnerung behalten.
Dasselbe kann man auch mit Kleidungsstücke und sämtlichen Gebauchsgegenständen machen, ohne dass man deshalb alles wegwerfen muss. Einfach weiterverwenden und mit der Zeit (u.U. sogar sehr schnell) haben die eine andere "Bedeutung". ;)

PS: Ganz was tolles - man kann auch sein eigenes neues Leben entdecken bzw. definieren und aktiv selbst gestalten.
Das ist nicht nur recht motivierend und ablenkend vom Trauerfrust da kann man auch wunderbar all die alten Sachen gut "neu" unterbringen.
 
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Gast

  • #10
Die Verarbeitung einer Trennung ist zu 80% eine Frage der richtigen oder falschen Einstellung. Man könnte auch sagen einer konstruktiven oder destruktiven Einstellung gegenüber dem eigenen Leben.

Wir leben nur einige Tausend Tage auf diesem Planeten. Mitunter erleiden Menschen furchtbare Krankheiten, einige Menschen wissen nicht, wie sie die nächsten Tage überleben, weil sie so wenig haben.

Es ist geradezu eine Verpflichtung gegenüber sich selbst, dass man sich (und andere) gut unterhält und Freunde erlebt und verbreitet.

Das heißt nicht, dass man nach einer Trennung nicht trauert, es sehr weh tut - und man das Ganze verarbeiten muss. Verarbeiten heißt, dass man auch einen Blick in die Vergangenheit wirft und sich fragen darf, woran es gescheitert ist - und den eigenen Anteil erkennen. Aber das sollte nicht selbstzerstörerisch sein und auch mit einem gewissen Maß an Milde gegenüber sich selbst erfolgen. Wichtig ist, in kurzer Zeit, die Entscheidung des Anderen anzunehmen und nach vorne zu schauen. Was nützt Dir ein Partner, der Dich nicht mehr liebt? Nichts. Es sind Bilder aus der Vergangenheit, die Dich begleiten, die aber aktuell keine Bedeutung mehr haben, außer, dass sie Dich quälen und Dir den Genuss des Lebens erschweren.

Sei stolz auf Dich, sei neugierig auf die Zukunft und genieße sie.

Wie bereits gesagt: Einstellungsfrage.

Ich habe früher selber nach jeder Trennung monatelang gelitten, habe die Schuld vielfach bei mir gesucht, bin irgendwelche Dialoge zig mal durchgegangen, habe einem guten Freund oder einer guten Freundin zig mal die gleichen Geschichten erzählt und zig mal die gleichen Fragen gestellt. Ergebnis: Ich hatte monatelang eine schlechte Zeit, die viel zu wertvoll ist, um sie so destruktiv zu gestalten.

Deshalb mache ich es jetzt anders. Und auch dies ist nicht einfach so dahingesagt. Meine Freundin hat sich zu Beginn des Jahres von mir getrennt. Und ich kann Dir/Euch sagen: Es klappt.