• #1

"Ändern Sie Ihr Beuteschema"

..wird ja oft geraten, wenn man lange ungewollt Single ist. Doch verletzt man damit nicht viele Menschen, die diesen Umkonditionierungsversuchen ausgesetzt sind? Ich habe es schon mehrmals versucht; habe mich erst kürzlich wieder mit einem Mann verabredet, obwohl er nicht mein Typ ist, weil er mich sehr charmant spontan zu einem Cafébesuch einlud. Dann folgte ein paar Tage später noch ein Abendspaziergang. Wir unterhielten uns, er berührte mich leicht , es änderte sich : nichts. Und wenn wir uns jetzt ab und zu über den Weg laufen, ist er traurig und ich verlegen. Das nächste Mal lasse ich es also, denn ich will niemanden unnötig verletzen. (Ich will ja auch kein Objekt nutzloser Versuche sein.)
Ich weiß, dass es wunderbarerweise passieren kann-habe es selbst erlebt-, dass es plötzlich prickelt mit einem Menschen, den ich zuvor nicht so wirklich wahrgenommen habe.
Aber das bewußte Experimentieren gegen den ersten Gedanken "Der ist nicht mein Fall, leider" hat bei mir nie funktioniert. Treffen wir solche Entscheidungen nicht in Millisekunden? Wie habt ihr das erlebt?
 
  • #2
Treffen wir solche Entscheidungen nicht in Millisekunden? Wie habt ihr das erlebt?

Liebe Clarissa,

ich bin in diesem Punkt nicht ganz so fest wie Du. Es gibt etwas, das tatsächlich im ersten Moment entschieden wird, das ist bei mir die Frage, ob es von der "Körperlichkeit" her passt. Aber alles andere ist der Wandlung unterworfen. Was genau meinst Du mit "deinem Typ"? Betrifft die versuchte Änderung Deines Beuteschemas auch solche Prägungen wie Bildung, Humor, Auftreten?

Ich habe es schon erlebt, dass ich mir nach dem Treffen und ein paar Tage lang "Ruhe" verordnen musste...und das auch SEINE Reaktion nach dem Treffen entscheidend dazu Ausschlag gab, ob es weiterging.

Mit einem Mann, von dem ich mir nicht vorstellen konnte, ihn auch gerne zu berühren, ging allerdings nie etwas weiter.
 
  • #3
Mein Beuteschema sind eigentlich (sehr) schlanken Frauen, bzw. "zierliche", wenn man diese Art schlank auf kleine Frauen anwendet.

Leider ist der überwiegende Teil der Deutschen übergewichtig und dummer Weise sind die schlanken Frauen auch noch die gefragtesten. Gar nicht so einfach also!

Da von der Umgebung gebetsmühlenartig immer wiederholt wird, dass ich nicht so oberflächlich sein soll, date ich auch immer mal wieder Frauen, die im Grenzbereich liegen. In Profilen von Internet-Partnerbörsen gibt es ja häufig die Kombination, dass entweder zwar "schlank" angegeben ist, aber die Bilder entweder uneindeutig sind, oder nicht wirklich auf ein echtes schlank hindeuten. Umgekehrt gibt es auch Profile mit Bildern, die eher schlank vermuten lassen, aber Angabe "normal".

Mangels Masse bei dem eigentlichen Beuteschema date ich also auch solche Frauen ...und bisher ist dabei leider nie was raus gekommen. Es war zudem auch noch nie so, dass die angezweifelte Komponente im Profil positiv übertroffen wurde ...eher ging der Schuss noch weiter nach hinten los, als ohnehin schon vermutet/befürchtet.

V.m46
 
  • #4
Dumm gelaufen, einfach weitermachen. Der Gedanke mit dem Beuteschema ist Schwachsinn. Was soll das denn sein? Mein Beuteschema ändern und mit Typen ausgehen die ich hässlich finde? Aber dann nur wenn sie mich "charmant" anreden? Öh. Right...

So ist das beim Dating, manchmal gibts halt keine Gefühle. Sogar in 95% der Fällen nicht - wenn man sich selbst nichts vormacht, Damit muss man rechnen. Der Typ wirds überleben, der tut sich dann selbst leid für ne Woche und dann ist auch gut. Und wenn nicht, dann lernt er es irgendwann.
 
  • #5
Ich glaube, man kann sein Beuteschema nicht verändern in der Hinsicht, dass man auf einmal auf andere Männer/Frauen stehen würde als "von Natur aus". Ein Prickeln kann man nicht provozieren. Aber man kann sich einen Ruck geben und mit jemanden etwas anfangen, mit dem es nicht kribbelt (solange man sich nicht abgestoßen fühlt und die Sympathie stimmt).
 
  • #6
Liebe Clarissa,

Deine Feststellung ist das typische Wedeln des Schwanzes mit dem Hund.

Es geht nicht darum gegen die eigenen Gefühle zu entscheiden, sondern sich derer Ursache bewusst zu sein und wenn die auf ihr fussenden Entscheidung immer wieder zu denselben Fehlern führen, an diesen zu arbeiten.

Wenn man zum Beispiel in der Kindheit keine Wertschätzung erfahren und dadurch Ängste aufgebaut hat, ist es unsinnig sich gerade immer wieder (oft unbewusst) entsprechende Partner/innen mit selbigen (Nicht)Beziehungsmuster zu suchen bzw. im Endeffekt zu finden.

Also lerne Ursache und Wirkung zu unterscheiden, um erstere zu ändern und zweite zu vermeiden. Manchmal eine lebenslange Aufgabe und so gefährlich wie der Alkohol für einen trockenen Alkoholiker.
 
  • #7
Es geht nicht darum gegen die eigenen Gefühle zu entscheiden, sondern sich derer Ursache bewusst zu sein und wenn die auf ihr fussenden Entscheidung immer wieder zu denselben Fehlern führen, an diesen zu arbeiten.
Genau das wollte ich auch schreiben.

Es ist nicht damit gemeint, dass Du Männer treffen sollst, die Du gar nicht willst, sondern gucken sollst, warum Du immer wieder "falsche Männer" willst, also rausfinden musst, was Dein unterbewusstes Programm ist. Dann ändert sich das Beuteschema von allein, weil der gutaussehende verheiratete Flirter gleich beim ersten warmen Blick durchschaut ist. Und zwar nicht nur vom Kopf her, sondern Du kennst sein Programm und auch Dein früheres, mit dem Du hoffentlich nur einmal auf die Nase gefallen bist. Beziehungsvermeidungsverhalten kann man bei sich analysieren, auch Retterinnen-Verhalten oder die ganzen anderen Archetypen. Die eigentliche Kernfrage ist: Warum steht man auf diesen Mann.
Es wird ja nicht nur das Aussehen sein, sondern seine Freiheitsliebe (dh. er will sich nicht mit Dir binden, aber eigentlich Du nicht in einer Beziehung) oder die romantische Ader, die sich niemals in den Alltag übertragen lassen wird (die Romanze mit dem Verheirateten) oder weil er so abweisend ist und man sich die Liebe erarbeiten will, weil sie dann vermeintlich besonders wertvoll ist.

Ich weiß, dass hier oft von "Ligen" geschrieben wird usw. Ich glaube nicht, dass ich jemals Männer aus einer anderen optischen Kaste wollte als die, in der ich mich befinde. Ich glaube, wenn solche unpassenden Partnerwünsche da sind, geht es immer darum, ein schönes Bild zu sehen ohne den Menschen dahinter.
Es gibt nun auch noch andere Ligen, finanzielle und gesellschaftliches Ansehen. Aber da mir das egal ist, es sei denn, der Mann kann einfach nicht mit Geld umgehen und würde mich ruinieren, kann ich hier nix zu sagen. Ich guck eher auf die Reife, weil unreife Menschen einem Partner als erstes das Leben schwer machen.
 
  • #8
Genau, wie schon QFrederick und void geschrieben haben, denke auch ich, dass es beim Ändern des Beuteschemas nicht darum geht, "Kandidaten" zu daten, die dir überhaupt nicht gefallen. Vielmehr geht es darum, mögliche Muster zu erkennen - was lief bisher irgendwie scheinbar immer wieder schief? Wo gibt es Parallelen (- z. B. immer wieder bereits gebundene Männer, Warmwechsler, Männer, die sich irgendwie nicht festlegen möchten oder sehr klammern etc.)? Wenn du da Antworten drauf gefunden hast, kannst du dir bisher unbewusste Vorgänge (- nach dem Motto "jetzt bin ich schon wieder an einen geraten, der keine feste Beziehung will") bewusster machen - und diese Männer zukünftig eher meiden. Stattdessen bekommt dann vielleicht auch mal einer eine Chance, auf den du IM ERSTEN MOMENT möglicherweise nicht so abgefahren wärst - weil er deinem bisherigen unbewussten Beuteschema eben nicht entsprach.
Das heißt jedenfalls keinesfalls, dass du dich zukünftig nur noch mit Männern treffen sollst, die dir überhaupt nicht gefallen, wozu sollte das auch gut sein?
 
  • #9
@QFrederick und @void haben es hervorragend präzisiert.

Ich mag das Wort Beuteschema nicht, auch wenn es durchaus richtig ist.
Ich bevorzuge an für sich Offenheit, wobei selten konkret festlegbar ist, warum man jemanden attraktiv findet.

Mein eigenes Erleben, dass dazu passt - ich habe vieles an mir verändert, unter anderem meine Haltung zu mir selbst, das war das wichtigste, und meine Beziehungsmuster.
Mir begegnen heute andere Menschen als früher, es sind andere Männer interessant - ich denke auch, dass sich meine Ausstrahlung verändert hat.

Ja, und ganz konkret, Beuteschema, ich mag Männer, die etwas mehr sind, eigentlich.
Jetzt gerade bin ich einem begegnet, wo alles so stimmig ist, bis auf, dass er eher sehr schlank ist. Nun, es dürften trotzdem noch ein paar Kilos Differenz sein. Aber knuffig in diesem Sinn nicht, dafür anders.

ich finde ihn attraktiv. Im Aussehen, in seiner Persönlichkeit, sein Lachen, sein Blick, seine Stimme,... das ganze Paket.
Und immer mehr, je mehr wie uns kennen lernen.

Aber ja, ich musste mein Beute - Schema ändern, bzw. korrekterweise meine eigenen Muster.
Ob dieser Mann früher eine Chance gehabt hätte, oder ich bei ihm?
Ich glaube, wir hätten uns gar nicht wahrgenommen.
 
  • #10
Danke für die bisherigen, sehr konstruktiven Antworten. Um es näher zu erläutern: Es ist nicht so, dass ich immer nur destruktive Beziehungen geführt habe oder ein fatales Schema korrigieren will (ich hatte da einige Konditionierungen, die sich zum Glück auflösten). Hauptsächlich ist es so, dass ich mir mit diesem Mann (und sehr vielen anderen) keine Sexualität vorstellen kann, dazu hat mich der Tenor deprimiert, dass im Grunde von nun an auf die Rente gewartet wird, früher alles besser war...eine sehr negative Einstellung zum Leben, die ich bei vielen höre. Dann stelle ich mir vor, dass solch ein Mann jammernd zuhause bei mir auf dem Sofa sitzt, und mir wird übel!
Wenn ich ehrlich bin, bezichtige ich mich, zu wählerisch zu sein, denn mit Ende Vierzig, selbst wenn ich schlank, gepflegt und attraktiv bin, sind interessante, gebildete und körperlich anziehende Männer in meinem Alter +/- niemals Single, oder aber nur auf Sex aus, oder haben extreme psychische Probleme..die Liste ist lang..
Dann bin ich eben wählerisch und muss mich damit anfreunden, (lange) niemanden mehr zu finden, denn das geht so, seit ich 38 bin. Offensichtlich kann ich nicht lauwarm-das ist dann aber ok und passt zu mir. Ich bin eben nicht 25 und die Auswahl ist mager.
Danke für die Spiegelung!
 
  • #11
Nachdem ich ein paar Jahre Single war und mir einfach kein Mann über den Weg gelaufen ist der mir gefiel, habe ich auch versucht meine Ansprüche zu ändern. Viele meiner Freundinnen meinten zu mir, ich hätte zu überhöhte Vorstellungen. Bei mir war das Problem meistens, dass ich mich mit einem Mann zwar gut unterhalten konnte, er aber optisch nicht attraktiv auf mich wirkte. Ein paar waren auch dabei die zwar äußerlich mich irgendwie ansprachen aber wir geistig einfach nicht auf einer Wellenlänge waren.
Dabei habe ich nicht mal einen bestimmten Typ. Die Versuche Abstriche bei Intelligenz, Aussehen etc. zu machen, sind dann aber immer gescheitert. Natürlich habe ich mich gefragt ob etwas mit mir nicht stimmt, vor allem weil ich im Studium allein schon sehr sehr viele Menschen kennenlernte und nie jemand dabei war.
Ich war dann insgesamt ca. 5 Jahre single, musste mir auch viele Sprüche von Freunden anhören, habe aber dann jemanden kennengelernt bei dem einfach alles gepasst hat. Von jenen Freunden sind übrigens die meisten sehr unzufrieden mit ihren ständig wechselnden Beziehungen und lernen trotzdem nichts dazu.
 
  • #12
Mein Beuteschema sind eigentlich (sehr) schlanken Frauen, bzw. "zierliche", wenn man diese Art schlank auf kleine Frauen anwendet.
V.m46

Ich bin etwas älter als du, aber immer noch klein, schlank, fast zierlich, letztens noch als Mädchenhafter Typ bezeichnet.

Es gibt also noch Ü40 solche Frauen, allerdings bin ich schon länger Single, weil auf mich große dicke Bärchen-Männer stehen und ich selten wirklich selten in meinem Alter sehe, die wie ich schlank und etwas sportlich trainiert sind. Wenn dann schwul, oder fest vergeben an Rubensfrauen.

Ich werde viel angeschaut, aber so gut wie nicht angesprochen, wenn dann nur von vergebeben Männer.

Mein Typ-Schema kann ich auch nicht ändern, bei mir entscheidet sich sehr schnell, ob da mehr passieren kann oder nicht, da kann der Mann noch charakterlich so toll sein, wenn meine innere Katze nicht anfängt zu schnurren, da geht nichts. Es ist, was ist.....

w Ü50
 
  • #13
Ich habe auch ein Beuteschema im Bezug auf das Äussere:
m, -3+5 Jahre alt, blond, gerne helle Augen, am Liebsten grün und mindestens 180 groß, schlank und sportlich.
Verliebt habe ich mich bisher ausnahmslos im Männer, die deutlich kleiner waren, dunkle Augen und Haare hatten und sicher nicht dick, aber auch nicht schlank/ sportlich waren.
Wo die Liebe fällt....
Beim Charakter gibt es dagegen keine Kompromisse bei mir.
 
  • #14
Liebe Clarissa,

Deine Feststellung ist das typische Wedeln des Schwanzes mit dem Hund.

Es geht nicht darum gegen die eigenen Gefühle zu entscheiden, sondern sich derer Ursache bewusst zu sein und wenn die auf ihr fussenden Entscheidung immer wieder zu denselben Fehlern führen, an diesen zu arbeiten.

Wenn man zum Beispiel in der Kindheit keine Wertschätzung erfahren und dadurch Ängste aufgebaut hat, ist es unsinnig sich gerade immer wieder (oft unbewusst) entsprechende Partner/innen mit selbigen (Nicht)Beziehungsmuster zu suchen bzw. im Endeffekt zu finden.

Also lerne Ursache und Wirkung zu unterscheiden, um erstere zu ändern und zweite zu vermeiden. Manchmal eine lebenslange Aufgabe und so gefährlich wie der Alkohol für einen trockenen Alkoholiker.

Ich lese in den Zeilen der FS eindeutig, dass es hier um die sexuelle Anziehung geht und nicht darum, dass Frau sich angeblich wegen falscher Familienbilder natürlich aus der Vielfalt der vielen Männer, die Interesse an ihr haben (haha, schön wenn es so wäre) immer die falschen Bindungsunfähigen heraus sucht.

w
 
  • #15
..wird ja oft geraten, wenn man lange ungewollt Single ist.
Ich finde, man sollte sein Beuteschema nicht automatisch zu ändern versuchen, nur weil man eine bestimmte Dauer Single ist. Single zu sein ist ja nicht automatisch gleichbedeutend mit Versagen oder Unglück bei der Partnersuche. Jemand, der z.B. nur ein, zwei schöne, ernsthafte Beziehungen hatte und dazwischen lange Single war, ist aus meiner Sicht "erfolgreicher" als jemand, der sechs oder sieben Exen vorweist und aus jeder Beziehung noch verbitterter hervorgeht.
Vielmehr geht es darum, mögliche Muster zu erkennen - was lief bisher irgendwie scheinbar immer wieder schief?
Ja, das finde ich auch. Aber die gefühlte Repetition im Leben hat ja oft nicht nur damit zu tun, dass wir immer wieder ähnliche "Beute" machen (oh Gott, dieser Begriff..), sondern dass wir auch immer wieder auf dieselbe Weise damit verfahren.
Also beim Verändern rate ich, weniger den Fokus auf den betreffenden Mann zu legen, sondern auf die Art, wie man mit sich umgeht und wie man kommuniziert.
Ich äussere z.B. heute viel konkreter meinen Wunsch nach einer Beziehung und dadurch gerate ich weniger an bindungsunwillige Männer. Früher unterstellte man mir, ich wolle mich unbewusst wohl gar nicht binden, sonst würde ich mich mit solchen Männern gar nicht einlassen. Das stimmt aber nicht. Ich war einfach zu naiv und musste das erst lernen.
 
  • #16
Liebe Clarissa,

Diese Feststellung trifft man wohl häufig, Männer treffen diese in anderer Form genauso.
Ich kann diese Deine Erfahrung für mich absolut bestätigen.

Und doch, es gab immer wieder auch "normale", da war einfach die Anziehung nicht ausreichend.

Ich habe immer daran geglaubt, dass es irgendwo den passenden Partner gibt, ohne Kompromisse, Ansprüche verringern - es ist nur die Frage der Geduld und der Offenheit, dass es eben nicht muss, sondern kann.

Ich habe das Gefühl, dieser ist mir begegnet - inzwischen von Kennenlernphase zu Beziehungsaufbau.

Daran glauben, offen bleiben und das aktuelle Leben genießen - eine Partnerschaft sollte m.E. nur die Sahnehaube sein.
 
  • #17
Ach, das Boooum! Ich hatte es in meinem Leben dreimal. Es war jedesmal am Ende falsch. Man wird von Instinken fehlgeleitet. Natürlich sollte der Partner einem gefallen. Man sollte sich nicht mit jemandem einlassen, der einem nicht zumindest gefällt und mit dem man sich gut versteht. Wenn man gleich denkt: "nee", sollte man es nicht versuchen. Aber so viele Dinge entwickeln sich mit der Zeit, und man muss manchmal auch jemandem eine Chance geben, der einen nicht völlig wegfegt. Zum Beispiel, weil er schüchtern ist und nicht so geschickt ist im Anbaggern.

Es hat meines Erachtens weniger zu tun mit "Beuteschema", als mit "offen sein"
 
  • #18

Genau wie du. Ich habe mich mit fast jedem interessierten Mann einige Male getroffen. Manche davon fand ich optisch eher unattraktiv, manche ganz in Ordnung, ohne dass mich jetzt irgendwas besonders angezogen hätte; einige wenige sehr attraktiv. Das Ergebnis war immer dasselbe: nach kurzer Zeit Genervtheit auf meiner Seite und schließlich Kontaktabbruch.

Auch ich hab mich schon mehrfach in Männer verliebt, die mir anfangs nicht aufgefallen waren. Aber: die waren nicht auf mich zugekommen.

Mein Muster scheint zu sein: ich will mich zuerst verlieben und den Mann dann "erobern". Ich denke, es geht darum, dass ich nicht von einem Mann überfahren werden will mit Gefühlen und Erwartungen, die mich unter Druck setzen. Statt dessen will ich selbst die Kontrolle haben. Ich will erst aus einer sicheren Position heraus den Mann beobachten; mich dann, wenn mir gefällt was ich sehe, behutsam näher heranpirschen und schließlich "zupacken", wenn ich mich verliebt habe.

Alles in mir sträubt sich gegen die Vorstellung, mich von einem Mann "überzeugen" zu lassen, der zuerst für mich Gefühle entwickelt hat. Das würde sich für mich wie eine Niederlage anfühlen bzw., als wäre ich "eingefangen" worden.

Dieses Muster zeigt sich übrigens auch beim Sex. Auch da will ich den Mann "nehmen", weil sich "genommen werden" nach Kontrollverlust anfühlt.

Dummerweise wollte sich bisher kein Mann von mir "erobern" lassen. Ob es daran lag, dass Männer selbst "jagen" wollen oder ob die anvisierten Kandidaten schlichtweg eine Nummer zu groß waren - keine Ahnung, vielleicht beides.

Es ist nicht damit gemeint, dass Du Männer treffen sollst, die Du gar nicht willst, sondern gucken sollst, warum Du immer wieder "falsche Männer" willst, also rausfinden musst, was Dein unterbewusstes Programm ist. Dann ändert sich das Beuteschema von allein, weil der gutaussehende verheiratete Flirter gleich beim ersten warmen Blick durchschaut ist.

Ja, man durchschaut die Männer, aber das heißt nicht, dass sie nicht mehr wirken. Man versucht nur, diese Wirkung abzuschmettern.

Um ein Problem zu lösen, reicht es nicht, sich der Ursachen bewusst zu sein. Man muss sie auch beseitigen, bzw. einen neuen Umgang mit alten Hypotheken finden.

Wenn man sich von vorn bis hinten durchreflektiert hat: was kann man dann TUN, um das Beuteschema zu ändern?
 

Laleila

Cilia
  • #19
Hmmm, ich hatte ein emotionales Beuteschema und ein logisch konstruiertes.
Das emotionale,
also der Boooom-Typ: radikaler Künstlertyp, straight links, intellektuell, sehr groß (ab 190 cm) sehr, sehr, sehr schlank, blaugraues Haar, mittelblond bis hellbraunrs lockiges Haar, sexy, ausgeflippt, kreativ.

Mein Vernunft-Typ: bodenständiger Ingenieur, gemäßigt links, Familienmensch, technisches, handwerkliches Geschick, in sich ruhend, sehr groß, schlank bis normal, irgendwie helle Augen. Er soll mich einen Tick mehr lieben als ich ihn.

Das zweite Beuteschema war in erster Linie dem Verstand geschuldet, nur bei Körpergröße und den eher hellen Augen konnte ich keine äußerlichen Abstriche machen.

Ich hatte den Boom-Typ, mit allem drum und dran, inklusive Herzrasen, grandiosen Sex, weicher Knie, unbeschreiblicher Leidenschaft und hey... sah der gut aus. Als Künstler erfolgreich, dabei aber seeehr eigen und unbequem.

Trotzdem entschied ich mich für den Vernunfts-Typ und habe es nie bereut. Im Gegenteil!
Natürlich kann man sein Beuteschema ändern und damit glücklich werden. Sehr sogar. Aber wenn dann gezielt und ohne halbgare Versuche.

Mein Künstler ist sich, was die Kunst betrifft, treu geblieben.
Aber: er hat heute 3 Kinder von 2 Frauen, zahllose Affären, kauft seine Bücher bei Amazon! und raucht mittlerweile. Leider sieht er immer noch geil aus.
1-2 mal im Jahr meldet er sich bei mir, will mich unbedingt sehen, hat gerade mal wieder von mir geträumt etc.
Meine Entscheidung gegen Gefühl, Schmetterlinge, Leidenschaft und Abenteuer war sowas von richtig....
 
  • #20
Lies mal: Jeder Fisch ist schön, wenn er an der Angel hängt von Susanne Fröhlich.
Erstmal ist es ein eher lustiges Buch und schnell zu lesen.
Dort wird aber die Möglichkeit erklärt, seine Liebeslandkarte zu ändern.
Also charakterlich nicht mehr auf den Falschen zu setzen.
In dem man sich selbst aufmerksam macht, was einem an anderen Menschen gefällt.
Mit Optik hat das nichts zu tun, auch nicht mit Verzicht auf Anziehungskraft .

Viel Spaß dabei und auch wieder viel Spaß bei zukünftigen Dates!
 
  • #21
Ja, stimmt, ich solle doch das "Beuteschema" ändern, hab ich schon oft gehört, wenn ich mal wieder jammere, dass mir so wenige Männer gefallen.
Allerdings wüsste ich persönlich nicht, wie das gehen soll. Anziehung ist etwas, was sich nicht bewusst steuern lässt. Man kann (wenn man das kann) vielleicht zugunsten anderen positiver Eigenschaften eines Gegenübers ganz drauf verzichten - insofern eben die berühmten Abstriche machen.
Mir persönlich ist das allerdings noch nie gelungen...ich würde mich auch nie mehr mit einem Mann einlassen, bei dem ich mir nicht in den ersten paar Sekunden was Körperliches vorstellen kann. Und damit das passiert, muss er erfahrungsgemäß einem bestimmten Typ entsprechen: sehr groß (mind.1,90m) und breit, am liebsten blond, helle Augen, unkonventionell (lange Haare, schwer tätowiert,usw.).
Die wenigen Versuche mich da zu öffnen und mich mit Männern einzulassen, die dem nicht entsprachen, gingen nach hinten los. Damit habe ich für mich die Erfahrung gemacht, dass mein Beuteschema nicht änderbar ist.
Das ist wie wenn man Appetit auf Schokolade hat, und dann aber 'nen Apfel isst, weil der ja auch ein bisschen süß schmeckt- befriedigt im Ergebnis null ;-)
 
  • #22
Wenn man jung ist, sind Gefühle einfach alles, aber später sind Beziehungen etwas mehr vernunftorientiert. Verliebtheit hält ohnehin nicht ewig und ein geiler Körper auch nicht.
Man will dann zwar auch keinen häßlichen Partner, aber man akzeptiert das ein oder andere Röllchen am Bauch und das nicht mehr ganz so frische Gesicht eher und dafür treten andere Sachen mehr in den Vordergrund. So ändert sich das Beuteschema automatisch.
 
  • #23
Ich habe "leider" auch ein Beuteschema. Zwar nicht unbedingt was die Optik betrifft - obwohl man unterbewusst auch gewissen Vorlieben hat, aber ganz klar was die Charaktereigenschaft betrifft.
Bei mir ist das ähnlich wie bei Andriana. Ich selbst bin auch eher die Jägerin und brauche unbedingt das Gefühl, jemanden zu erobern. Männer, die mich nach dem ersten Date emotional überfordern und Erwartungen an mich stellen, sind sofort disqualifiziert und ich ergreife die Flucht.
Ich weiß allerdings auch selbst, dass mir durch dieses Schema viele "gute" Männer (offen, reflektiert...) durch die Lappen gehen . Aber was hilft das Wissen, dass hier ein liebevoller, toller Mann vor einem sitzt, wenn man keine Gefühle für diese Person entwickelt?!
 
  • #24
..
Aber das bewußte Experimentieren gegen den ersten Gedanken "Der ist nicht mein Fall, leider" hat bei mir nie funktioniert. Treffen wir solche Entscheidungen nicht in Millisekunden? Wie habt ihr das erlebt?

Unter "Beuteschema" würde ich eher die formalen Kriterien sehen, die in SB verwendet werden. Also Alter, Bildung, Größe, Figur, etc. Über die kann man in bestimmten Grenzen nachdenken.
Ich denke nicht, dass irgendjemand darunter ernsthaft versteht, dass man einen Partner wählen soll, der einen nicht emotional berührt.
 
  • #25
Naja, man kann sich nicht zwingen! Wenn es nicht funkt, funkt es nicht.
Aber es heißt nicht umsonst, dass ein Mann ein Herz "erobern" kann. Ich habe mich auch schon auf den 2. Blick verliebt.
Man sollte sein Beuteschema nur dann ändern, wenn man ständig verletzt wird, weil man an Männer gerät, die einen schlecht behandeln.
Ansonsten nimmt man den Mann, der einem gefällt.
Er wird ja zu nichts gezwungen.
Ansonten muss ich mich Andriana und Infinity anschließen - ich muss einen Mann ein bisschen erkämpfen, sonst ist er nichts wert. Heißt nicht, dass dieser nicht charmant sein muss, aber wenn der beim 1. Date schon von unserer künftigen Beziehung redet und am besten gleich noch Besitzansprüche anmeldet, bin ich weg. Er muss schon etwas erkämpft werden.
Ich brauche Herausforderungen.
Ich will ja nicht den Mann, der mich will, sondern den, den ICH will.
Und ändern muss man wie gesagt gar nichts, es sei denn, man gerät nur an gemeine Egoisten-Männer. Das sind aber die wenigsten.
Ich finde, dass die meisten Männer eigentlich ganz schön unsicher sind... was ja ganz süß ist. :)
 
  • #26
Ich lese in den Zeilen der FS eindeutig, dass es hier um die sexuelle Anziehung geht und nicht darum, dass Frau sich angeblich wegen falscher Familienbilder natürlich aus der Vielfalt der vielen Männer, die Interesse an ihr haben (haha, schön wenn es so wäre) immer die falschen Bindungsunfähigen heraus sucht.

w

Das ist das Schöne an dem Forum: Viele (unterschiedliche) Meinungen und (An)Sichten.

Ich sehe bei der Frage der FS zwei Schwerpunkte:

1. Dass es nicht auf Dauer mit einem passenden Partner klappt, weil Sie an die Falschen gerät.
Hierfür könnten (die von mir genannten) Muster der FS ursächlich sein.

2. Dass sie versucht entgegen ihrem Gefühl und Wunsch "ungeeignete" Kandidaten zu datet.
Das halte ich für nicht zielführend und hilfreich. Dass es dann (auch) mit der sexuellen Anziehung nicht klappt erscheint mir nur logisch.
 
  • #27
Wenn man sich von vorn bis hinten durchreflektiert hat: was kann man dann TUN, um das Beuteschema zu ändern?
Na erstmal gar nichts. Du merkst es - wenn ich mal von meiner Erfahrung ausgehe - erst, wenn Du wieder in eine solche Situation kommst, also wenn Du einen Mann vor Dir hast, der Dich auf eine Weise behandelt, die Deinem Muster entsprochen hat. Auf einmal löst sich das und Du siehst: DAS habe ich hinter mir gelassen, ich will nicht mehr in einer Beziehung an diesem Psychoding arbeiten, das für mich längst aufgelöst ist. Selbst wenn große sexuelle Anziehungskraft besteht ist klar, dass ich nicht glücklich werde in der Beziehung. Du weißt nun einen Punkt mehr, worauf Du achtest bei einem Mann.

Jetzt kommt der nächste Punkt: Reifegrad oder Wesenszug.
Wesenszüge kann man nicht ändern, weil man dann nicht mehr man selbst ist. Die Frage ist, wieviel Inkompatibilität kann ich aushalten. Kann ich den anderen verstehen, wenn er eine andere Art und Weise hat in irgendeiner essentielle Beziehungsache (Kommunikation, Liebezeigen, Ärgerzeigen, Leidenschaftlichkeit, Sexhaben) oder brauche ich dringend jemanden, der hier auf meiner Wellenlänge liegt. Schön wäre ja theoretisch volle Kompatibilität, aber utopisch und vielleicht langweilig.

Aber Unreife (dh. die Muster von früher, auf die man ansprang wegen eigener Unreife), weil der Mann mit Ängsten und Komplexen lebt, sind ja wandelbar in was Reifes. (Ich möchte auf keinen Fall so klingen, als wäre ich die Reife in Person, gewisse Dinge habe ich halt schon erkannt.) Und hier ist die Frage, ob Frau darauf hoffen sollte, in der Beziehung mit dem Mann sich so vermitteln zu können, dass seine Ängste und Komplexe unbegründet sind bzw. diese nur auf psychologischer Prägung von früher beruhenden partnerschaftsuntauglichen Verhaltensweisen so lange abfedern kann, bis das auf einem reiferen Level ist, oder es gleich sein lässt, da sie eine Partnerschaft und keine Therapie leisten will. (ich schreib mal nur aus Frauenperspektive)

Ich finde, es ist das wichigste, unterscheiden zu können, ob es Wesenszüge sind oder unreife Eigenschaften, und sich so weit zu kennen, dass man seine Kompromissfähigkeit einschätzen kann.
 
  • #28
Ich denke das die Aussage, man soll sein Beuteschema ändern oder Abstriche bei der Partnerwahl machen, einfach nicht ernst zu nehmen ist.
An einer anderen Stelle wird gerade beschrieben, worauf alles geachtet wird und wie schnell alles nach dem ersten Date beendet wird wenn etwas nicht passt. Das widerspricht der Aussage total.

Ich glaube nur die Menschen machen Abstriche, die schon ewig Single sind und irgendwann unbedingt eine Beziehung haben möchten.
 
  • #29
Beuteschema? Was soll das??? Entweder passt es oder es passt nicht!!! Egal, wie alt, wie dick oder dünn .... Alles andere ist wie auf einer Kuhschau!
 
  • #30
... man sollte nur aufpassen und zwischen den Zeilen lesen können, was für eine Beute man selber sein soll. Wie es mir soeben passiert ist. Mit Goasting nach vieeeelen vielen Whatsapps und mit 3 Dates einfach "einen Goast getroffen zu haben" bzw. mit Goasting verabschiedet worden zu sein! Man kommt sich dann so beschissen und enttäuscht vor! Feiger gehts nicht! "Mann" könnte ja so ehrlich sein und die Wahrheit sagen oder schreiben, vorallem wenn er immer betont hat "Ich will mehr als nur eine Affäre"
 
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