• #31
Ich würde einen Samenspender nehmen. Wenn ein Kind ohne Vater aufwächst, ist das schon eine schwierigere Konstellation als "normal", da muss es auch nicht noch zusätzlich verkompliziert werden, indem Du nicht die leibliche Mutter bist.
 
  • #32
Meine Mutter würde ganz sicher auch von "gut gelungen" sprechen bei mir, ....Dennoch: keiner von all diesen Menschen weiß, wie es innen drin aussieht im vaterlosen Kind - woher auch?
Ich stimme dir zu.
Natürlich ist bei uns nicht alles perfekt.
Damals nicht und heute nicht.
Und wenn du meine Tochter fragen würdest, was ihr an mir stinkt, würde ihr ganz sicher etwas einfallen.

Ich wollte nur ein paar grundsätzlich positive Beispiele aufzählen, um der FS Mut zu machen, weil sicher nicht wenige Leute in ihrem Umfeld schnell bei der Hand sind mit 'naheliegenden' Erklärungen, wenn das Kind Probleme hat.
Es ist aufsässig ? Na klar, weil kein Vater da ist.
Es ist eitel oder verlottert, oder ein Streber oder ein Gammler, vielleicht klaut es mal oder kommt mit 14 besoffen nach Hause.
Da werden solche Stimmen laut.
Und da ist es gut, wenn man sich sagt, dass es das alles auch in Familie Mustermann gibt.

Ich habe es in meinem vorigen Post ja beschrieben, wie ich mir den guten Vater vorstelle, aber du stimmst mir sicher zu, dass die meisten Väter Mustermann da nicht ranreichen.
Und wenn sie weit davon abweichen, kann es sogar besser sein ohne Vater.

Wenn man die allerbeste Lösung nicht bekommt, sollte man nicht sofort aufgeben, finde ich. Die zweitbeste Lösung kann auch ziemlich gut sein.

Ich freue mich, lieber @AufdrSuche dass du als Kind einer AE ziemlich gut gelungen bist. Ok, du hast ein paar kleine Päckchen zu tragen, aber das ist nicht schlimm. Wer muss das nicht ?
Ich trage schwere Päckchen, obwohl ich mit Vater und ( Stief- ) Mutter aufgewachsen bin

w 48.
 
  • #33
Als jemand, der damit Erfahrung aus der Kind-Perspektive hat, möchte ich auch gerne einen Input bringen, liebe rayuela. Eine (künstliche), (anonyme) Befruchtung würde ich in allen Fällen jeder anderen Möglichkeit vorziehen. Ich bin selbst bei meinen Großeltern väterlicherseits aufgewachsen und sage: Blut ist keineswegs dicker als Wasser! Das mit dem Blut würde bei mir selbst zwar noch passen, ich bin mir aber schon seit meiner Kindheit bewusst darüber, dass die Bindung zu meiner Oma (für mich Mutter) auch rein gar nichts mit dem „Blut“ zu tun hat. Das hat ausschließlich was mit unserer Beziehung zu tun bzw. der Beziehung, die sie zu mir als Säugling aufbaute (und andere nicht). Wer ist denn die Mutter? Denke mal darüber nach, es ist letztlich die Hauptbezugsperson. Auch der Vater kann die Mutterrolle übernehmen. Und alle können in ihrer Rolle gut oder schlecht sein. #28 bringt es schön auf den Punkt. Auch meine Erzeugerin würde wahrscheinlich was von "gut gelungen" erzählen, ja würde sich sogar jeden meiner Erfolge zu Eigen machen. Meine persönliche Meinung? Ich wünsche ihr sogar den Tod, von ganzem Herzen. Das sage ich nebenbei bemerkt nicht aus heutiger Verbitterung, ich hatte mit meiner Erzeugerin nicht viel zu tun, meine (emotionale) Mutter ist wer anders und die beste Mutter auf der Welt. Und genau das ist der Punkt, den man nicht unterschätzen sollte. Die Bindung (zwischen Mutter und Kind) ist NICHT und in keinster Weise abhängig von Genen! Irgendwer hatte sowas geschrieben, liegt damit aber völlig falsch.
 
  • #34
Die Genetik selbst liefert bereits seit 10 Jahren den Gegenbeweis (durch die Epigenetik). Und auch vorher wurde zu keinem Zeitpunkt auch nur eine einzige Studie hervor gebracht, die tatsächlich aussagt (also keine Fehlinterpretation ist), dass die Gene Einfluss auf das Beziehungserleben zwischen Mutter und Kind hätten. Bsp. Adoptivkinder. Vielmehr zeigte sich, dass andere Faktoren störten z. B., dass die Eltern unbewusst was auch immer auf das Kind übertrugen und das adoptierte Kind sich dadurch tatsächlich anders verhält/fühlt als ein Leibliches. Oder einfacher weniger geliebt wird, vernachlässigt wird, Trauma in den ersten Jahren etc. Die wichtigsten Lebensjahre für ein Kind sind die ersten 3-4. Auch im ersten Jahr bindet sich dein Kind an dich, wo es herkommt ist salopp gesagt wurscht. Dein Kind würde noch nicht mal seine leibliche Mutter erkennen, wenn du es nicht wärst. Auch im Bauch wird sich dein Kind an dich binden. Selbst auf das Aussehen des Kindes wirst du indirekt Einfluss nehmen. Und egal welche schlechte Eigenschaft der Vater hat, solange diese nicht gefördert werden (, indem du diese z. B. auch hast od. das Kind solchen Leuten aussetzt), werden diese nicht zum Tragen kommen, denn deine Eigenschaften stehen dem gegenüber und sind genauso in dem Kind vorhanden. Und nur diese werden dann aktiviert (= Epigenetik). Ich will noch mal darauf hinweisen, dass das nicht nur wissenschaftlich bewiesen ist, es ist auch genau das, was ich mein ganzes Leben lang erlebe. Meine persönliche Studie aus meinem Kopf sozusagen. Man guckt sich ja auch immer andere an, denen es ähnlich geht, schon als Kind. Ich konnte schon vor 20 Jahren die heutige „Verfassung“ der damaligen Kinder voraus sehen (und nein, ich bin kein Hellseher, ich habe nur die Dynamik dahinter, die eigtl. menschliche Natur ist, sehr früh verstanden). Und eines ist sicher: Gene sind das Unwichtigste an der ganzen Diskussion.
 
  • #35
Wichtiger wäre, dass du für eine männliche Bezugsperson sorgst, das muss kein Partner sein, ein Onkel, der ein verlässliches Vorbild abgibt ist 1000 Mal besser als ein unzuverlässiger „Vater“. Adoptieren würde ich auf gar keinen Fall, denn auf diese Kinder habe ich auch schon immer geachtet und dazu Folgendes: Selbst wenn du einen Säugling adoptierst, was unwahrscheinlich ist, besteht die Möglichkeit bzw. ist diese sehr groß, dass dieser schon entsprechend traumatisiert ist. Was natürlich ok ist, wenn du das alles auf dich nehmen willst. Ich wurde selbst schon stark traumatisiert und habe das überwunden, aber ganz ehrlich, das ist die Ausnahme und auf ein Bindungstrauma zw. Mutter und Kind (bei mir nicht der Fall) kann man das nicht anwenden.


Ein Bruch in der ersten Beziehung bzw. das Nicht-Vorhandensein einer solchen, sicheren Beziehung führt immer zur Katastrophe. „Rauskriegen“ wirst du das niemals mehr, das kannst du vergessen, das, was das Kind benötigt für ALLES war ja niemals da. DAS hat sich nämlich wirklich eingeprägt und wird auch weitergegeben (das Trauma) – nicht vererbt. Ich kenne Adoptivkinder aus den besten Elternhäusern (kann das beurteilen), wo die Geschwister „Vorzeigekinder“ sind, viel Liebe gegeben wurde und trotzdem… Du kriegst die ersten Jahre einfach nicht raus. Irgendeine oder irgendein *piep* haben dem armen Kind trotzdem schon alles genommen – bevor die Adoptiveltern überhaupt da waren. Die Eltern kämpfen heute noch gegen Windmühlen und vor allem die ehemaligen Kinder, die nie wieder aus ihrem Höllenleben raus kommen, so sieht es aus! Ist nur ein gut gemeinter Rat, den Adoptivkindern würde ich jemanden wünschen, der sich Gedanken macht wie du. Klar, vllt. hatte der Säugling auch nur keine gute Zeit und du kannst das dann ausgleichen, aber dass es so kommt, ist sehr, sehr unwahrscheinlich. Also mein Rat: Befruchtung oder schwuler Freund + Sicheres Umfeld, Liebe, etc. Dass du dir diese Gedanken machst, finde ich übrigens ein gutes Zeichen. Ich hatte eine Freundin (damals w, 28), die durch künstliche Befruchtung entstand. Das "einzige", was sie schlecht fand war, dass sie gar nicht wusste, wer ihr Vater ist, sie hatte aber einen (Ersatz-) vater und eine schöne Kindheit. Nichts von all den Problemen, die ich hatte oder gar die "typischen Adoptivkinder" erLEIDEN müssen. Alles Gute wünsche ich dir!
 
W

wahlmünchner

  • #36
. Demütigender geht es doch gar nicht mehr. ....
.
Oh doch: wenn ein Kind durch Vergewaltigung entstanden ist! Da gab es tatsächlich eine Demütigung : die der eigenen Mutter durch den leiblichen Vater.
Ich weiß nicht was demütigend daran sein soll zu erfahren, dass man ein Wunschkind war.
Mit Adoption aus dem Ausland wäre ich auch vorsichtig, da hab ich schon heftige Geschichten mitbekommen...sogar soweit gehend, dass das Alter der Kinder nichtbgestimmt hat. Die Kinder krank waren und dies verheimlicht wurde...
Samenspende..: warum nicht. Ich kannte mal eine lesbische Frau die sich von ihrer Partnerin trennte, da diese kein Kind wollte. Sie ließ sich in einem skandinavischen Land künstlich befruchten und trug ihr Kind aus. Ihre Ex war dann so überwältigt von dem Baby, das die zwei wieder ein Paar wurden.
Ich
Kenne auch 2 Herofrauen, die schwanger von einem Techtelmechtel ihren Traumpartner kennenlernten und bei der Geburt quasi einen " Vater" für das Baby hatten( sicher nicht die Geschichte, auf die man warten sollte)

Viel Glück
 
  • #37
Und wenn du meine Tochter fragen würdest, was ihr an mir stinkt, würde ihr ganz sicher etwas einfallen.
....darum geht es gar nicht mal, sondern um die Lücke, die nicht von einer männlichen Bezugsperson ausgefüllt wird.....
Nur mal so ....wie oft wurden meine damals noch recht kleinen Kinder gefragt, wo der Papa denn sei und warum kein neuer in Sicht war. Sie haben viel später erst begriffen, dass ein Mann sich nach einer Frau mit drei Kindern nicht unbedingt den Arm ausstreckt. Das allein hat zur Folge, dass sie eigenen Kinderwunsch ganz massiv verdrängen. Nach dem Abiturabschlussball brach meine Tochter auf dem Nachhauseweg in Tränen aus, weil sie es als besonders furchtbar empfand, dass ich allein zwischen all den Paaren saß. Mir hatte es nichts ausgemacht, aber meiner Tochter. Es war ihr während der Feier nichts anzumerken, weil sie es verdrängte. Sie haben mehr gelitten und verdrängt, als zu ertragen war und tut mir heute noch sehr sehr weh..... . Das ganze Ausmaß zeigte sich erst, als sie erwachsen wurden, auch wenn sie großartige Menschen geworden sind und ihr Leben wuppen, ich hätte ihnen einiges ersparen mögen......
 
  • #38
Ich stimme dir zu.
Natürlich ist bei uns nicht alles perfekt.
Damals nicht und heute nicht.
Ich gebe frei recht! Jeder Mensch hat sein Päckchen. Wenn man meine Eltern fragt, die nicht noch zusammen sind - dann würden sie sagen, wenn sie ehrlich sind: es gab Zeit da hatten sie blanke Angst, dass ich mein Leben nicht auf die Reihe bekomme. Jetzt wo ich mit meinen 36 zur Verfügung gekommen bin und meinen Weg gefunden habe, sind sie sehr stolz, auch wenn sie nicht verstehen können oder es nachvollziehen können, warum es ausgerechnet dieser Weg sein musste.

Es musste halt dieser Weg sein! Menschen können durch so vieles traumatisiert werden, da ist das Schicksal ohne einen Vater aufzuwachsen sicher eins der harmlosen.

Die Welt ist nicht perfekt, die Menschen sind nicht perfekt, Eltern sind nicht perfekt, Situation sind nicht perfekt, in die Kinder geboren werden und die Kinder kommen auch nicht immer perfekt und gesund auf diese Welt! So ist das Leben, das Leben ist nicht perfekt!

Wer in seinem Leben nach Perfektion sucht, der sollte sich gleich erschießen - denn gerade bei Kindern, mit Kindern gibt es nichts perfektes. Es gibt entweder Liebe oder es gibt ... weiß ich nicht was.

Wenn es um Kinder und ihre Zukunft geht, dann sollte man die Kinder immer Lieben, auch wenn man sie nicht immer mag.
 
  • #39
Ich wollte nur ein paar grundsätzlich positive Beispiele aufzählen, um der FS Mut zu machen, weil sicher nicht wenige Leute in ihrem Umfeld schnell bei der Hand sind mit 'naheliegenden' Erklärungen, wenn das Kind Probleme hat.
@frei: Es hat mich ehrlich gefreut, diese Beispiele zu lesen! Es lag mir auch völlig fern, sie entkräften oder negieren zu wollen. Meine Anmerkung war vielmehr dazu gedacht für die FS, es im Hinterkopf zu behalten und ggfs. später mit zu berücksichtigen im Umgang mit dem Kind, falls diese Situation einer bewusst gewählten AE-Konstellation Wirklichkeit werden sollte.

Ob ein Kind mit dem leiblichen Vater besser dran gewesen wäre als völlig ohne Vater und ob es mit einem Stiefvater nicht vielleicht zuweilen vom Regen in die Traufe kommt - wer will das letztlich beurteilen, zumal es ja nie eine echte Vergleichsmöglichkeit gibt? Ich bin jedenfalls weit davon entfernt zu behaupten, dass jeder Vater besser wäre als gar keiner. Dazu gibt's einfach zu viele gute Beispiele auf der einen Seite - wie du sie ja angeführt hast- und zuviele schlimme auf der anderen, um das so pauschal zu postulieren.
 
  • #41
Haben Männer überhaupt noch Interesse an einer Frau mit (auf diesem Wege entstandenem) Kind?
Das Kind ist nicht das Problem, aber Dir muß klar sei, dass Du damit einen bestimmten Weg eingeschlagen hast, nämlich den "Familie mit Kind(ern)" Weg! Diesen Weg würde ich, wenn ich eine Frau mit Kind(ern) kennenlerne, mitgehen und auch noch gemeinsame Kinder haben wollen.

Es ist eher so, dass der Aufwand, den Du getrieben hast, um ein Kind zu bekommen, in einem Verhältnis zu dem stehen müsste, welchen Aufwand Du bereit bist, zu treiben, um noch gemeinsame Kinder zu bekommen.
Während ich bei einer Frau, die z.B. mit um die 30, auf normalem Weg ihre Kinder bekommen hat, nicht davon ausgehen, dass sie mit fortgeschrittenenm 4x Alter noch medizinischen Aufwand dafür treiben würde, würde ich bei Dir erwarten, dass Du auch z.B. bis 49 in Dänemark eine Eizellspende in Anspruch nehmen würdest.

Schlecht sind immer Frauen, die, wenn ihr eigener Kinderwunsch befriedigt ist, beim Thema "gemeinsame Kinder" abwinken und dafür auch keinen medizinischen Aufwand mehr treiben würden, obwohl sie das für ihren eigenen Wunsch taten.

V.m46
 
S

Susan123

  • #42
Hast du dir überlegt, ein Pflegekind aufzunehmen? In meiner Stadt herrscht ein exorbitanter Mangel an Pflegeeltern. Sie werden von einer Fachperson begleitet und erhalten Unterstützung wenn es Probleme gibt. Vielleicht gibt es bei dir auch Pflegekinder aus dem lateinamerikanischen Raum, bei denen deine sprachlichen und kulturellen Kenntnisse sicherlich von Vorteil sind.