• #1

Adoption als Single

Hallo zusammen,

ich richte mich an das Forum mit einer Frage, mit der ich mein Umfeld vorerst nicht belasten möchte. Ich hege seit einigen Jahren einen tiefen Kinderwunsch, habe aber zu lange der Unentschlossenheit meines Ex-Partners nachgegeben und mich letzten Endes getrennt. Mittlerweile bin ich 37, die Zeit für den Aufbau einer stabilen Familie ist so gut wie abgelaufen.

Ich spiele mit dem Gedanken, allein eine Auslandsadoption zu versuchen ( rechtlich möglich, geringen Erfolgsaussichten,ist recherchiert) oder aber sogar den Schritt zu Co-Elternschaft bzw. (nicht-anonymen) Samenspende zu gehen-wobei ich bei Letzterem noch große ethisch bedingte Bauchschmerzen habe.
Die Adoption scheint jedoch ebenfalls in mancherlei Hinsicht risikobehaftet zu sein, auch wenn ich mich in Lateinamerika gut auskenne, die Sprache gut spreche und dadurch evtl. Risiken minimieren könnte.
Valide Studien zu den psychischen Auswirkungen der Entstehung durch Samenspende exisiteren noch nicht, sind im Aufbau (bislang mit positivem Ergebnis, solange Kontakt zum Spender hergestellt werden kann und die Identitätsfrage des Kindes dadurch geklärt), Studien zur Entwicklung von Kindern mit nur einem Elternteil sind vielfältig und widersprüchlich.
Ich könnte einem Kind, bis auf den fehlenden Vater, ein emotional stabiles, finanziell abgesichtertes, gebildetes Umfeld bieten, bin beruflich gefestigt und als Lehrerin (Gymnasium, Leitungsfunktion) auch mit einem kinderfreundlichen Beruf gesegnet.
Im Falle meines Todes oä könnte meine Schwester & mein Schwager, beide selbständige Zahnärzte, das Kind in ihre Familie aufnehmen.
Ein Lebensentwurf ohne Kind existiert, aber der Wunsch danach, ein Kind auf seinem Weg ins Leben zu begleiten und ihm eine schöne Kindheit als Grundlage zu bereiten ist groß und tiefgehend.

Sind meine Gedankengänge von zu großem Egoismus dem Kind gegenüber getrieben? Bin ich naiv, was den organisatorischen Aufwand und die emotionale Belastung anlangt? Haben Männer überhaupt noch Interesse an einer Frau mit (auf diesem Wege entstandenem) Kind? Ich drehe mich gedanklich im Kreis und würde mich über Input freuen.
 
  • #2
Hmm, bist du dir sicher, dass du nicht einen lieben Partner findest der deine Wünsche teilt und gerne mit dir Umsetzt? Oder schließt du das schon aus?
Eine "richtige" Familie finde ich persönlich wichtig für ein Kind. Ok, es läuft heute oft anders, aber man kann ja mal nach Idealen streben, oder?
 
  • #3
Ich denke, dass eine Samenspende von einem schwulen Mann eine Möglichkeit wäre. Freunde von mir haben so etwas gemacht, es scheint gut zu klappen und es entsteht keine Rivalität bei prospektiven neuen Partnern. Es gibt da Internetforen.
 
  • #4
Spontan fällt mir da eine Dame ein, die mir vor einigen Jahren begegnete. Sie adoptierte zwei Jungs aus einem, ich glaube, lateinamerikanischen Land. Und das war gar nicht so einfach. Sie hat sogar einen behinderten Jungen genommen, "mehr" wollte man ihr nicht geben.....

Sie und die beiden Jungs wurden sehr glücklich miteinander. Sie sagte: "ich habe eine Familie gesucht und die beiden Jungs haben eine Familie gebraucht. Und so sind wir zusammen gekommen."

Dieses Erlebnis wollte ich einfach mal so hier hinterlassen.
 
  • #5
ach und noch was: ganz ausgezeichnet finde ich, wieviele Gedanken sich die Fragestellerin macht. Ich kenne einige Menschen, die auf normalem Weg eine Familie gründen und sich nicht annähernd so viele Gedanken machen. Schade eigentlich.

Ich gehöre zu denen, die zu viele Probleme und Hindernisse gesehen haben. Und deshalb habe ich nun keine Familie und keine Kinder. Das ist der Preis, wenn man nichts riskieren will. Allerdings ist mir auch viel Ärger erspart geblieben.
 
  • #6
Liebe FS,
Du hast viel zu viele Themen ungeklärt.
Mir ist ein Rätsel, welche psychischen Belastungen für das Kind sich aus einer Samenspende ergeben sollten. Dass Adoptionskinder aus dem Ausland oft eine dramatische Leidensgeschichte hinter sich haben, mit komplexen, dauerhaften Traumatisierungen, ist schon fast Allgemeinwissen, ggfs. kommt von Elternseite Vorbelastung mit Drogenkonsum mit.
Insofern würde ich eher auf eine Samenspende setzen (durchaus auf eine anonyme) und darauf, dass in der schwangerschaft bereits eine richtige Buildung an das Kind entsteht.
Ich hätte deutlich weniger ethische Probleme und Bedenken mit einer Samenspende als mit der Verpflanzung eines wahrscheinlich schon etwas älteren, psychisch vorgeschädigten Kindes in einen andern Kultur- und Sprachraum. Ethisch verwerflich finde ich Auslandsadoptionen von Säuglichen gegen eine Menge Geld - unterstütz' stattdessen bitte finanziell die Familie vor Ort, statt ihr Kind zu kaufen.

Bin ich naiv, was den organisatorischen Aufwand und die emotionale Belastung anlangt?
Diese Frage verstehe ich nun überhaupt nicht. Als Lehrerin solltest Du nun wirklich wissen, was AE-Müttern abverlangt wird und dafür jede Menge verständnis haben. Wenn Du selber glaubt, das Thema nicht gänzlich auch im Hinblick auf Deine persönliche Belastbarkeit erfasst zu haben, dann lass' die Finger davon.

Haben Männer überhaupt noch Interesse an einer Frau mit (auf diesem Wege entstandenem) Kind?
Wenn Du Dich mit diesem Gedanken befasst, dann solltest Du von einem Kind lieber Abstand nehmen, denn Du wirst es verantwortlich machen für gescheiterte Beziehungsanbahnungen. Es ist egal, woher Dein Kind kommt.
Es gibt Männer, die stören sich daran, dass eine Frau ein Kind hat und dass sie nicht der Nabel der Welt für die Frau sein können, andere finden es normal ein Kind zu haben, wenn die Frau älter als 30 ist.

Ich kann Dir nur empfehlen Kinder- und Männerwunsch zu trennen und zu überlegen, was von beidem Dir wichtiger ist.
Ich würde den Kinderwunsch umsetzen, statt zu versuchen, als gebildete Frau mit Ende 30 noch einen brauchbaren Mann zu finden. Es ist Dir bisher nicht gelungen und ich glaube nicht, dass es mit zunehmendem Alter für Dich leichter wird.
 
  • #7
Nur kurz zwei Gedanken/Anmerkungen:
Bedenke, dass ein adoptiertes Kind nie dein Kind sein wird - es trägt nicht deine Gene und entwickelt sich ggf. ganz anders als du es dir erhoffst. (Das tut ein leibliches Kind u. U. auch, aber man sagt wohl nicht umsonst, Blut ist dicker als Wasser.) Wirst du es dann trotzdem noch lieben und zu ihm stehen wollen?

Hoffst du stillschweigend, dass deine Schwester dein Kind (-vielleicht sogar ein Adoptivkind aus dem Ausland) bei sich aufnehmen würde im Falle, dass du dich nicht mehr um es kümmern könntest oder bist du dir sicher, dass sie das tun würde? Nicht, dass es ein böses Erwachen gäbe...
 
  • #8
Liebe FS,

deine Gedankengänge sind nicht egoistischer Natur, sondern natürlich.
Dennoch gibt es vieles abzuwägen und zu bedenken. Ich bin selbst Mutter von drei Kindern und habe in jüngeren Jahren noch dazu Kurzzeitpflegekinder betreut. Zudem bin ich mit einem Ehepaar befreundet, welches selber zwei Kinder adoptiert hat.
Meine persönlichen Erfahrungen haben mir gezeigt, dass auch die Chemie zwischen einem fremden Kind und mir stimmen muss, damit ich es wirklich von ganzem Herzen lieben kann.
Die Erfahrungen meiner Freunde mit zwei adoptierten Kindern zeigte, dass sie mit dem ersten sehr sehr viel Glück hatten, mit dem zweiten Kind waren sie sehr eingebunden in die entsprechende Pflege, da sich mit der Zeit sehr starke Entwicklungsstörungen herausstellten, die einer ganz besonders intensiven Betreuung und Zuwendung bedurften und später bestimmte Förderungsmaßnahmen, Schule etc.pp. Beide Ehepartner waren sehr stark physisch und psychisch belastet. Diese Belastungen sind größer, wenn es nicht das eigene Kind ist, wo man Anteile von sich und dem Partner wiedererkennen kann.
Da ich auch nach dem Tod meines Mannes sehr lange alleinerziehend war, habe ich auch damit entsprechende Erfahrungen gemacht. Grundsätzlich war und ist es so, dass Kinder immer ohne Vater in einer Außenseiterposition verharren und diese Kinder spürbar damit zu tun haben, immer. Ein männlicher Part ist durch eine Frau nicht zu ersetzen. Es sind erfolgreiche, im Leben stehende, Menschen geworden, dennoch hängen ihnen diese Erfahrungen immer noch nach.
Eine Partnerschaft mit Kind oder Kindern, ob adoptiert oder nicht, anzustreben, ist auf jeden Fall schwieriger. Aber auch das muss es nicht unbedingt, wenn man das Glück hat, einen Menschen zu finden, der sich darauf einlassen kann.
Letztendlich birgt das Leben in jedem Bereich Risiken und keine Sicherheiten. Man muss sich nur darüber genau Gedanken machen, ob man fähig ist, den schlimmsten Fall durchstehen zu können und zu wollen. Viel Glück !
 
  • #9
Definitiv solltest du wissen, was du willst.
Kind, ohne Partner, mit Partner?
1. Ja es ist schwieriger, mit Kind einen Partner zu finden.
2. Wenn dein Kinderwunsch nicht zur "Besessenheit" ausartet - warum nicht? Es gibt genügend AE's, wo die KV's nicht vorhanden sind.
3. Ob du naiv bist bezüglich Aufwand und emotionaler Belastung? Ja, ganz bestimmt. Alle Eltern sind naiv und haben keine Ahnung, worauf sie sich einlassen. Frage in deinem Umfeld, bitte um ehrliche Antworten, und frage vor allen Dingen AE's.
Das ist allerdings kein Grund, es nicht zu machen. Persönliches Wachstum hat noch niemandem geschadet!
Wenn du allerdings schmachtend den Eltern im Park nachschaust, die Kinderwagen schieben, und glaubst, das ist es schon, hm, dann lass es lieber. Nichts am Kinderkriegen ist romantisch, nichts, einfach gar nichts. Es ist harte Arbeit, richtig hart. Du gibst 20 Jahre lang völlig deine Selbstbestimmung ab. Dein Leben ist nicht mehr deins. Nichts ist mehr so wie vorher. Wenn du das kannst, dann mach es.
Am wichtigsten ist es, daß du eine gute Basisunterstützung schaffst, Eltern, Freunde, andere AE's die einspringen, wenn dein Kind krank ist und der wichtige Abgabetermin da ist.
Hinterfrage noch einmal deine Motivation.
Noch eine Frage: du weisst schon, daß Lateinamerikanisch keine Sprache ist, oder? Ich hoffe, den Rest hast du richtig recherchiert... ;)
 
  • #10
Ich würde sagen, du hast dich an das falsche Forum gewandt. Ein Kinderwunschforum oder ein Adoptionsforum kann dir deine Fragen besser beantworten. Dort findest du auch viele Gleichgesinnte.
Haben Männer überhaupt noch Interesse an einer Frau mit (auf diesem Wege entstandenem) Kind?
Nur diese Frage passt in das Forum einer Partnervermittlung. Wahrscheinlich gehen die meisten Antworten in die Richtung "niedriger Marktwert von Alleinerziehenden und noch niedrigerer Marktwert, wenn es keine Vater-Wochenenden gibt".
 
  • #11
Du hast einen sehr starken Kinderwunsch, und da du Lehrerin bist, kann man davon ausgehen, dass du wirklich mit Kindererziehung und dem Aufwachsen von Kindern vertraut bist und da nicht naiv herangehst.
Daher denke ich, du solltest wirklich versuchen, dir deinen Kinderwunsch zu erfüllen. Ich sehe da nichts Egoistisches dran, zumindest auch nicht mehr, als bei jeder anderen Frau und jedem anderen Mann, die sich sehnlichst ein Kind wünschen. Ich finde es sehr ehrenwert, wie stark du deinen Wunsch und seine Umsetzung reflektierst - das tun ja die meisten Eltern in spe überhaupt nicht.

Das Thema: 'Alleinerziehend von Anfang an' wurde hier schon oft diskutiert. Ich bin der Meinung, es ist zwar nicht optimal, aber andererseits gibt es in der Alltagsrealität eine erhebliche Menge gelebter Szenarien, die dem gesunden, glücklichen Aufwachsen von Kindern deutlich stärker entgegenstehen dürften, als das, was ein Kind bei einer Ae, wie dir, zu erwarten hätte.
Ich würde an deiner Stelle versuchen, doch ein eigenes leibliches Kind zu bekommen. Ich würde da wahrscheinlich nicht so eine komplizierte Samenspende- oder Co-Elternschaft-Sache draus machen, sondern mich von einem Mann, mit dem du vielleicht eine leidenschaftliche Affäre hast, schwängern lassen, möglichst so, dass er weiß, dass es passieren kann, oder mindestens nicht entsetzt wäre, wenn es passiert ist. Du stellst ja im Nachhinein keinerlei Ansprüche an ihn, weil du es eh alleine wuppen würdest.
Meiner Erfahrung nach sind sehr viele Männer, die sich nicht so richtig binden möchten, so gestrickt, dass sie eine solche "Zufallsschwangerschaft" eigentlich nicht so schlimm finden, weil sie im Grunde ihres Herzens nicht total abgeneigt sind, ein Kind zu haben, nur wollen sie nicht zu sehr in Erziehung und Betreuung eingebunden werden. Ich kenne mehrere, die dann sogar doch zu einem ganz rührend engagierten Vater geworden sind, obwohl sie anfangs entsetzt waren, als die Frau, mit der sie sich in einer lockeren Affäre wähnten, schwanger war.


w50
 
  • #12
Bei der Variante - Adoption - steht der löbliche Gedanke dahinter, einem Kind, das bereits auf der Welt ist, ein schöneres Aufwachsen zu ermöglichen, als es wahrscheinlich so zu erwarten hat. Das wäre zudem, global gesehen, "wirtschaftlicher" und "ökologischer", weil man sich damit an der dramatisch zunehmenden Überbevölkerung der Erde (ein Thema, welches bei der ökologischen Diskussion meistens vergessen wird) nicht auch noch beteiligt.
Aber Adoption, erst recht aus Zweit- oder Drittweltländern, bringt andere psychosoziale Probleme mit sich, z.B. ist häufig unklar, ob sie von ihren leiblichen Eltern wirklich freiwillig weggeben wurden, uvm.

w50
 
  • #13
Es gibt noch eine Möglichkeit! Du kannst Dir Eizellen entnehmen lassen und sie einfrieren, so kannst Du in Ruhe weiter nach dem richtigem Partner suchen.

Ich finde die Möglichkeit der Co-Eltern interessant aber ich glaube, gerade so ein Konstruk würde Deine Chance auf einen vernünftigen neuen Partner schmälern. Bei der Samenspende ist das Risiko etwas kleiner, dass Du massiv Probleme mit einem neuen Partner bekommst.

Von der Adoption würde ich die Finger lassen. Du wirst als AE nicht so leicht ein Kind bekommen und wenn dann haben die Kinder massiv psychische und vielleicht auch körperliche Defizite.
 
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G

Ga_ui

  • #14
Naiv nicht, aber egoistisch. Du willst unbedingt deinen urinstinktiven Kinderwunsch stillen, ein Kind will dagegen wissen, wo seine Wurzeln liegen und nicht nach 30 Jahren erkennen, dass seine Wurzeln im Reagenzglas unter dem Mikroskop liegen. Ich fände die Vorstellung grausig, zu wissen, ich wäre ein technisches Laborprodukt. Demütigender geht es doch gar nicht mehr. Und erzähl mir nichts von wegen: Das Leben ist ein Geschenk. Das Leben ist größtenteils Demut.

Du kennst ja das Problem aus den Medien, wie die der ersten 80er Jahre Kinder heute versuchen rechtlich durchsetzen, zu wissen, wer ihr Vater/Samenspender ist. Und das wird auch klappen, wenn sich genug einfindne, die dafür kämpfen.

Töchter sind besonders vaterbezogen. Man sagt auch, Erfolgskinder, sind Vaterkinder. Jungs, die dagegen nur von Müttern aufgezogen wurden, mutieren zu Muttersöhnchen.
Zudem prägt das Beziehungsbild zum anderen Geschlecht, die Kinder.

Wo liegt das Problem, sich einen netten Mann zu suchen, deren erste Priorität Kinder sind? Es gibt sogar Männer im Internet, die sich als Samenspender anbieten.


Was soll denn mit 37 zu spät sein? Du kannst theoretisch noch 20 Jahre Kinder bekommen.

Ein finanziell gesichertes Umfeld erweist sich für Kinder nicht immer als beste Wahl - häufig ist das der goldene Käfig schlechthin.
 
  • #15
Wieso ist mit 37 die Uhr abgelaufen? Also bis 40 geht das prima und danach ein kleiner Schubser Hormonspritzen und es läuft mit den Mitteln der modernen Medizin bis locker 45. Und wenn es Dir sowieso egal ist, ob du einen Partner hast oder nicht, könntest Du doch auch einfach so schwanger werden!?
Ich für meinen Teil hätte auch schwule Freunde gehabt, die gerne Vater geworden wären.
Ich hätte übrigens noch ein paar Männer um die 40-45, die gerne ein Kind hätten.... denke, so unwahrscheinlich ist das nicht, einen Mann zur Familiengründung zu finden.
Du bist doch im perfekten Alter dafür - klar wären 2-5 Jahre jünger besser, dafür bist du beruflich aber schon gefestigter.
Also Auslandsadoption wäre für mich keine Option gewesen, mal abgesehen von der Tatsache, dass das eigene Kind dann immer eine Randgruppe ist und andere einem Dinge unterstellen wie Urlaubsunfall o.ä.
Ob "die Männer" Interesse an einer Frau mit so entstandenem Kind Interesse haben ist auch irgendwie irrelevant, denn Du willst ja nur einen und nicht "die Männer".
Dem einen wärs egal, für den anderen wärs ein NoGo.
Ist eben schwierig für Dich, weil gar kein Geld vom Vater kommt, du nicht Vollzeit arbeiten kannst und du kein Wochenende frei haben wirst.
 
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  • #16
Hi rayuela,
ich kann dir etwas aus meinen Erfahrungen als komplett vaterloses (es gab auch keine "Ersatzpapas") Einzelkind dazu sagen. Aus Sicht des Kindes rate ich dir dringend von jedem Projekt ab, bei dem es nur dich und das Kind gibt. Ob leiblicher Vater oder Stiefvater - ein zweiter Bezugspunkt, ein zweiter Elternteil ist ungemein wichtig, vorzugsweise ein männlicher.

Meine Mutter hat mir eine liebevolle, gute Kindheit/Jugend, ein emotional stabiles, geborgenes Zuhause gegeben, Zuwendung, Fürsorge, etc. Was sie mir zwangsläufig nicht geben konnte, war der Vater und was sie mir logischerweise als Alleinlebende auch nicht geben konnte, war eine vorgelebte Paarbeziehung, mit allem, was dran hängt, u.a. Konflikte zwischen Partnern und wie diese ausgetragen und gelöst werden. Auch fehlt dann eine zweite wichtigen Bezugs-/Autoritätsperson fürs Kind.
Ich bin trotzdem groß geworden, bin auch kein emotionaler Krüppel, durchaus liebes- und auch beziehungsfähig und allein überlebensfähig.
Dennoch bin ich im Laufe der Jahre (in erster Linie im Erleben und Führen meiner Beziehungen) auf etliche Hypotheken gestoßen, die diese Art des Aufwachsens nahezu zwangsläufig mit sich bringt. Alles keine Todesurteile, aber halt Baustellen zum Abarbeiten. Etliche davon könnten vermieden werden, wenn es außer dir eine zweite Bezugsperson gibt, die auch erzieherisch tätig werden darf und die verhindert, dass das Kind dich - mangels vorgetragener alternativer Standpunkte - zu unkritisch sieht. Oder kurz gesagt, dass eine zu symbiotische Beziehung zwischen euch beiden entsteht.

Nicht zu unterschätzen ist dabei nämlich, dass bei einer reinen Zweierbeziehung (Mutter-Kind) das Kind sich fast immer für das Wohl der Mutter (mit)verantwortlich fühlen wird (ging auch mir so und läuft natürlich unbewusst ab). Damit ist das Kind prinzipiell überfordert. Bestimmte Abnabelungsprozesse können erschwert werden und es kann (nicht muss) soweit gehen, dass das Kind sich beispielsweise "schuldig" dafür fühlt, wenn es der Mutter nicht gut geht. Oder es kopiert bestimmte selbstaufopfernde Tendenzen (die als Mutter in so einer Konstellation ja kaum zu vermeiden sind). Und es lebt dann natürlich diese erlernten Muster später weiter. Auch das selber Grenzen setzen und eigene Bedürfnisse erkennen, definieren, durchsetzen, fällt in so einer symbiotischen Beziehung nicht gerade leichter.

Ich belasses es mal für den Moment bei diesem -unvollständigen - Denkanstoß.
m/43
 
  • #17
Bin ich naiv, was den organisatorischen Aufwand und die emotionale Belastung anlangt? Haben Männer überhaupt noch Interesse an einer Frau mit (auf diesem Wege entstandenem) Kind?
Überlege genau, was du dir und evtl. anderen alles anlastest, ich würde das niemals empfehlen! Mit welchen zusätzlichen Belastungen willst du dein weiteres Leben meistern? Bekommst du als Lehrerin nicht mit, wie sich AE Frauen rumquälen?
Ich m hätte an einer solchen Frau wirklich auch kein bisschen Interesse! Alles unnötige Probleme ohne Ende!
 
  • #18
1)

sogar den Schritt zu Co-Elternschaft bzw. (nicht-anonymen) Samenspende zu gehen
Das hab ich auch schon probiert - ich hab mich auf so einem Portal eingetragen und in den paar Monaten eine Anfrage bekommen, doch lebte die zu weit weg und wollte gleich ein Bild sehen ...... ich mag kein plumpes Bildergezicke und halte Bilder bei einer nicht anonymen Samenspende als eines der Punkte, die unter ferner liefen kommen, schließlich muß mehr passen und für Männer kostet eine nicht anonyme Samenspende unter Umständen viel Geld.

2)

Aber so toll wie Du arguementierst: Hast Dich schon bei EP angemeldet und die Leut angeschrieben, die für Dich in Frage kommen ? Ich z. B. wäre an sich aufgeschlossen.

3)

Wir hatten das Thema doch schon im Forum:

https://www.elitepartner.de/forum/frage/co-parenting.62055/

https://www.elitepartner.de/forum/frage/singlefrau-mit-37-jahren-und-kinderwunsch.60264/

Es gibt noch einen Beitrag von vor ca. 3 Monaten ... aberi ich finde ihn nicht ....
 
  • #19
Adoption als Single ist ganz ganz schwierig. Das mit der Co-Elternschaft könnte eine Chance haben, aber in Deutschland wo sich das Amt für die gesunden Babys direkt 10 Eltern aussuchen könnten, wird das nichts werden.

Und ein Bekannter von mir hat adoptiert aus Russland und obwohl er sehr gut verdient und lange verheiratet ist, hat er auch nur ein krankes Kind bekommen. ( Kleinwuchs ) Ich denke deine Chancen stehen auf dem normalen Weg der Adoption sehr schlecht.

Hast du dich denn schon bei Elite Partner angemeldet und versucht einen Partner zu bekommen? So 3 - 4 Jahre hast du doch noch Zeit eigene Kinder zu kriegen? Ich würde dort zweigleisig fahren, sprich beides vorantreiben. Eigene Kinder mit eigenem Partner und diese Co-Elternschaft. Das erhöht die Chance! Und man will ja später sich nicht vorwerfen es nicht versucht zu haben!
 
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  • #20
Liebe rayuela,

auch wenn Dir eine Entscheidung, welche auch immer, letztendlich niemand abnehmen kann, finde ich es sehr gut, dass Du Dir im Vorfeld so viele Gedanken machst. Wie jemand anderes schon schrieb, halte ich das EP-Forum jedoch für viele Deiner Fragen auch nicht unbedingt als erste Adresse, sondern würde Foren empfehlen, in denen es speziell um Deine Themen geht... Die meisten von uns hier, können wohl nur ihre Gedanken zum Besten geben, aber die wenigsten werden diesbezüglich Erfahrungswerte haben. Auch wenn es hier sehr viele AE gibt, AE mit einem EIGENEN Kind ist ein himmelweiter Unterschied zu AE (oder auch Patchwürg) mit ADOPTIV-Kind. Ich weiß, wovon ich spreche, ich bin (leider) ein Adoptivkind...

Ich kann mich zugegeben nicht wirklich in Dich hineinversetzen, da ich niemals einen Kinderwunsch hatte, und dieses Gefühl überhaupt nicht kenne, das Du schilderst, das Dich zu Deinen Überlegungen bewegt... möchte aber mal in den Raum stellen, dass natürlich auch wenn es "eng" wird, doch für Dich der Zug noch nicht abgefahren ist, eine EIGENE Familie zu gründen und noch ein leibliches Kind zu bekommen!

Ich würde mich an Deiner Stelle wohl darauf focussieren, zumal ich der Meinung bin, jedes Kind sollte die Chance bekommen, in einer FAMILIE aufzuwachsen. Wenn ein Elternteil verstirbt ist es nicht zu ändern, aber zumindest die Chance auf Familie sollte jeder Mensch am Anfang seines Lebens haben...

Es gibt so viele Frauen, die mit um die 40 J. noch ein Kind bekommen, das ist heutzutage doch gar kein Thema mehr. Und es gibt so viele Männer, die auch noch "später Väter" werden möchten. Weshalb suchst Du nicht gezielt, ohne Umschweife, auf die Familienplanung focussiert, nach solch einem Partner? Das dürfte doch im Internet-Zeitalter kein Problem sein.

Eine Samenspende würde sich für mich von selbst verbieten. Das geht in meinen Augen gar nicht und gehört eigentlich verboten.

Ein Adoptivkind wirst Du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlich als AE nicht bekommen, auch wenn der Gesetzgeber es nicht wirklich ausschließt. Aber da liegen Deine Chancen realistisch gesehen bei fast Null. Es gibt viel mehr adoptionswillige Paare als Adoptivkinder, diese werden immer bevorzugt. Was ich für das Kind auch richtig finde!

Deine Chancen mit Kind einen Partner zu finden, werden schlechter sein als ohne Kind. Das ist klar. Aber auch AE finden immer wieder Partner, und auch Menschen ohne Kind finden oft lange keinen geeigneten Partner. Lieben Gruß
 
  • #21
herzlichen Dank für die Antworten. Selbstverständlich meinte ich die spanische Sprache, meine 2. Muttersprache und eines meiner 3 Fächer ;-), sorry!
Durch meine Kontakte zu kolumbianischen & mexikanischen NGOs, sowie Erfahrungen vor Ort könnte ich evtl Familie und Geburtsort des Kindes kennen lernen und Faktoren wie "Menschenhandel" ausschließen.
Ich habe mich bewusst an dieses Forum gewandt, da ich diese Frage bereits in einem Kinderwunschforum gepostet hatte. Mein Eindruck war, dass die Antwortenden stark von ihrem eigenen -meist unerfüllten-Kinderwunsch geprägt waren.
@ Vikky Ich habe leider, bis auf die genannten 2 Bekannte, wenig Einblick in das Leben von AEs, auch beruflich nicht - in der gymnasialen Oberstufe suchen Eltern kaum noch Kontakt zu Lehrkräften. Die anderen Fragen sind durchaus durchdacht worden, auch wenn ich jetzt nicht auf jede eingehen möchte. Ich bin ja gerade dabei, mich auf Kind statt Mann zu konzentrieren. Deine Aussage "ich hätte es bislang nicht geschafft einen passenden Mann zu finden" hm, ich war bisher in 2 Beziehungen, 10 und 6 Jahre lang (beide im wirklichen Leben kennen gelernt), aktive Partnersuche hab ich, ehrlich gesagt, noch nie betrieben und stellte mir die Fragen bezüglich Beziehung und Kind eher, da ich davon ausgehe, dass man auch irgendwann irgendwo nochmal das Glück haben könnte, sich zu verlieben. Mann 1 war durchaus bereit für Kinder, mir aber direkt nach Beendigung des Studiums zu früh....und selbstverständlich würde ich das Kind nicht für gescheiterte Beziehungen verantwortlich machen, soviel Selbstreflexionsvermögen trau ich mir dann doch zu.

Ich bin überrascht, dass die Samenspende in den Beiträgen bislang eher positiv konnotiert zu sein scheint-in anderen Threads wurden Frauen für den Gedanken regelrecht zerrissen, insbesondere Männer wurden manches Mal ausfallend ("sozial unfähige Emanze" etc).... aber bislang haben sich, soweit ich das beim Überfliegen erkenne, auch nur Frauen zu Wort gemeldet.....
 
  • #22
Vielen Dank für die Meinungsbilder - insbesondere die Erfahrungen derjenigen, die ohne Vater aufwuchsen oder aber alleinerziehend ihr Leben stemmen. Beides für mich sehr wertvolle Beiträge, da ich selbst nur die Vater-Mutter-Kinder Konstellation kenne. DANKE .-)
 
  • #23
Mich beschäftigt das Thema auch - von der männlichen Seite - so hab ich die Frage und die Antworten quer gelesen mit folgenden Ergebnissen:

1) Die FS ist sehr zielstrebig und sieht, daß sie bei ihrem Lebensziel "Kinderwunsch" gegen die Wand rennt.

2) Ich glaube der FS, daß sie eine gute Mutter ist und das Kind gut erziehen kann.

3) Alleinerziehende Frauen gibt's genug und warum sollten deren Kinder - die ja schon auf der Welt sind - eine andere Existenzberechtigung haben als Kinder per Samenspende oder schlechtere Kinder sein ? Besser ist, beide Eltern sind von Anfang an zu einander ehrlich und Frauen, die mit Männern zwecks "Samenspende" schlafen soll es ja auch geben.

4) Die wirtschaftlichen Voraussetzungen sind da, es ist jemand da, der sich um die Kinder kümmert.

5) Das Problem für die Alternative "Samenspende" ist doch, daß die FS jemand finden muß dafür. Hier bei EP kannte ich eine Lehrerin mit Kinderwunsch in Deinem Alter; wir tauschten interessante mails, nur sagte sie mir irgendwann bevor es zu einem Treffen kam, daß sie jemand für ihren Kinderwunsch gefunden habe.

Und genau da liegt das Problem auf weiblicher Seite: Klares Ziel, klar kommunizieren (auch in "Sie über sich"), EP Profil eintragen. Alle mit dem klar kommunizierten Kinderwunsch nicht umgehen könnten ----> Absage. Nur sind Frauen da oft zu zurückhaltend.

6) Der Rest der übrig bleibt, ist das, was Du brauchst: Männer, die schnell sagen können: "Entweder, oder ..." und zur Entscheidung stehen. Ich selber mag die klare Linie und ich mag auch nicht mit dem gleichen Problem gegen die Wand rennen und ich mag kein Herumgeeiere.

Diese Männer schaust Dir genau an: Per Telefon und real. Es heißt doch "Liebe Dich selbst und es ist egal, wen Du heiratest." Und es soll Männer geben, die sich eine Frau "nehmen" können mit allem was dazu gehört (Gezicke u. ä. ?) Aber nur wer suchet der findet. Naturlich scheiden die aus, die sagen "ich brauche Jahre für die Entscheidung" - aber ich brauch allenfalls ein paar Wochen.

Meine Prognose: Du wirst in 2017 schwanger sein, das sagt mein Bauchgefühl, aber nicht durch Samenspende sondern weil Du eine tolle Frau bist, d. h. auf konventionellem Weg mit Liebe, Ehe und dem klassichen Tamtam.

Und sooo teuer ist eine EP Mitgliedschaft auch nicht verglichen mit der Bedeutung "Kinderwunsch" im Leben.
 
  • #24
Ich habe z.B. einen schwulen Freund, der selbst einen Kinderwunsch hatte und sich diesen gemeinsam mit einer Bekannten erfüllt hat.
Sie ist nun nicht allein erziehend, was die Sache doch etwas angenehmer macht: die beiden wohnen in der Nähe und teilen sich die Kinderbetreuung. So hat auch er etwas von seinem Kind - und sie hat auch mal frei. Das Kind hat somit einen Vater und eine Mutter, also zwei Bezugspersonen, es ist ein absolutes Wunschkind - und dass die Eltern nicht zusammenleben, ist in der heutigen Zeit nichts ungewöhnliches.

Vielleicht solltest du diese Variante auch mal ins Auge fassen - von diesem Typ Mann gibt es nämlich zahlreiche gutaussehende, gebildete, höfliche ... mit unerfülltem Kinderwunsch. Dieser Mann wird aber - das muss dir klar sein - maximal dein Kumpel sein, nie dein Partner. Verlieben solltest du dich also nicht in ihn ;-)
 
  • #25
Ich bin eigentlich recht liberal was das angeht. Bei anonymen Samenspenden bin ich nicht für ein Verbot, würde das selbst aber vermutlich nie in Erwägung ziehen. Co-Elternschaft finde ich in Ordnung und eine Adoption eine schöne Sache. Ist natürlich doof, ich finde mit 37 müssten jetzt noch nicht unbedingt alle Alarmglocken gleich hochgehen, aber Adoptionen werden mit zunehmendem Alter sicherlich auch schwieriger.

Wir Frauen haben da einfach den biologischen Nachteil und müssen relativ schnell den (vermeintlichen) Mann fürs Leben finden. Wie auch immer du entscheidest: Ich finde es in Ordnung, ein Kind in deine Lebenssituation auch ohne Vater zu bringen, auch wenn es natürlich nicht ideal ist. Erst recht bei der Adoption, da dürfte es das Kind schon deutlich besser haben. Ich selbst würde vermutlich die Co-Option mit einem schwulen Freund wählen.
 
  • #26
Dann will ich doch auch mal meinen Senf dazugeben.
Hier meine ganz persönlichen Beispiele, verbürgt nur die, die ich erlebe und soweit kenne, dass ich es beurteilen kann.

- ich selbst bin Scheidungskind, beim Vater geblieben und hatte seit meinem 9. Lebensjahr eine Stiefmutter. Eispalast. Ich war ein einsames Kind und fühlte mich nie willkommen.

- ich habe eine Tochter, inzwischen 21 und war mit ihr zwischen 2,5 und 18, als sie auszog ohne Partner. Verschiedene Gründe. Ich fand es super, mit ihr allein zu sein und sie sagt das gleiche. Sie ist gut gelungen und wir haben ein sehr gutes Verhältnis.

- ich habe einen adoptierten Cousin.
Tante und Onkel waren Anfang 40 und etwa 50. Sie bekamen in Deutschland kein Kind, also adoptierten sie eins im damaligen Jugoslawien. Der Junge war zwei. Alles gut gegangen, gut gelungen, gutes Verhältnis.

- eine Familie, mit der meine Eltern befreundet sind. Tief religiös. Sie hatten bereits zwei Kinder, 6 und 10 Jahre alt und adoptierten in Afrika ein 6-jähriges Mädchen. Das sprach zunächst kein Wort deutsch und wurde dann mit 8 eingeschult.
Alles gut gegangen, s.o.( inzwischen 21 ).
Hier ein kleiner Wehrmutstropfen: sie ist tiefschwarz und wird daher oft in gebrochenem Deutsch angesprochen. Erlebt auch Rassismus.
Immerhin ist das hier allemal besser, als von der Boko Haram verschleppt zu werden.

Liebe Rayuela,
ich finde deinen Kinderwunsch angemessen und nachvollziehbar.
Ich wollte auch sehr gerne ein Kind und vor die Wahl gestellt, hätte ich ein Kind einem Mann vorgezogen.
Aus meiner Sicht ist deine Frage, ob du mit Kind schlechtere Chancen hast, einen Mann abzukriegen, nicht wichtig.

Adoption finde ich gut, falls du ein Kind bekommst.
Schwanger zu werden finde ich gut, einen Mann nur dafür findest du ganz sicher. Jederzeit. Dafür brauchst du keine Samenspende.
Das mit den schwulen Vätern finde ich auch gut, falls ihr euch versteht. Das weiß man vorher nie, wie mit einem Vater, der dein Partner ist, auch nicht.
Ja, ein guter, lieber, zuverlässiger, intelligenter, am Kind interessierter Mann, der noch ganz gut aussieht, gepflegt ist und Geld verdient und zu dir und dem Kind gut ist, ist ganz sicher der beste Fall.
Falls der nicht verfügbar ist, ist meine zweite Wahl, es allein zu wagen und mich dafür ausnahmsweise mal bei einem ONS flachlegen zu lassen. Was dagegen spricht: das Infektionsrisiko...

Viel Glück :)

w 48
 
  • #27
Hallo Rayuela,

wenn Du einem lateinamerikanischem Kind WIRKLICH helfen willst, dann spende bitte Geld dorthin, so dass sich entweder seine eigene Familie oder Familien "im Umfeld" des Kindes dessen Erziehung leisten können.

Ein (oft hoch traumatisiertes) Kind wird viel zu sehr entwurzelt durch eine Adoption in ein so fremdes Land. Das war in den 70er Jahren irgendwie "hipp", mittlerweile weiß man aber um die schrecklichen Spätfolgen von über Kontinente hinweg adoptierten Kindern.

Die Kinder fühlen sich ihr Leben lang GEKAUFT und nicht GELIEBT!

Eine Samenspende finde ich persönlich nicht verwerflich, solange es Mann und Frau BEIDE wollen und man dem Kind später Kontakt zu seinem Vater bietet. Gerne auch mit einem schwulen Partner, wie schon oben öfters erwähnt.

Und noch was: ich finde, dass Du mit 37 noch nicht in Panik verfallen brauchst. Eine Freundin von mir hatte mit Mitte 30 dieselben Gedanken wie Du jetzt... Es fand sich einfach kein passender Partner für ihren starken Kinderwunsch... Mit 40 hatte sie den Kinderwunsch abgehakt... lernte dann mit 45 ihre große Liebe kennen, ohne überhaupt noch an ein Kind zu denken... wurde nach einem Jahr auf völlig natürlichem Wege schwanger und hat nun mit 47 einen vollkommen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Ja, es gibt Statistiken von Wegen Alter und Fruchtbarkeit, aber es gibt eben auch solche Realitäten.

Alles Liebe für Dich und dass Du den richtigen Weg findest! Achte darauf, was Dein Herz sagt! : - )
 
  • #28
Hast du dich denn schon bei Elite Partner angemeldet und versucht einen Partner zu bekommen? So 3 - 4 Jahre hast du doch noch Zeit eigene Kinder zu kriegen? Ich würde dort zweigleisig fahren, sprich beides vorantreiben. Eigene Kinder mit eigenem Partner und diese Co-Elternschaft. Das erhöht die Chance! Und man will ja später sich nicht vorwerfen es nicht versucht zu haben!
Wie soll denn das zweigleisig fahren in diesem Fall aussehen? Erzählt die FS ihrem Elitepartner-Bekannten beim ersten Date "Ich habe einen dringenden Kinderwunsch, deshalb verlasse ich mich nicht nur darauf durch die Partnervermittlung einen Mann zu finden. Letzte Woche habe ich versucht mit einem Samenspender schwanger zu werden und wenn nächste Woche der Schwangerschaftsstest negativ ist, dann versuche ich es nächsten Monat gleich nochmal. Parallel habe ich mich noch für eine Auslandsadotion beworben und ich bin bei drei deutschen Jugendämtern als potentielle Pflegemutter registriert."
Finden Männer so etwas attraktiv? Selbst wenn die FS bis dahin einen guten Eindruck gemacht hat und der Mann auch Kinder will, wird er wohl kaum antworten "Lass mich beim nächsten Versuch der Samenspender sein"
 
  • #29
- ich habe eine Tochter, inzwischen 21 und war mit ihr zwischen 2,5 und 18, als sie auszog ohne Partner. Verschiedene Gründe. Ich fand es super, mit ihr allein zu sein und sie sagt das gleiche. Sie ist gut gelungen und wir haben ein sehr gutes Verhältnis.
Ich möchte gewiss nichts hineinprojezieren, will aber etwas aus meiner eigenen Erfahrung dazu anmerken.
Meine Mutter würde ganz sicher auch von "gut gelungen" sprechen bei mir, ebenso meine Verwandten, Freunde und auch die meisten meiner Ex-Partnerinnen. Ich würde das - inzwischen - auch für mich selbst so sehen. Dennoch: keiner von all diesen Menschen weiß, wie es innen drin aussieht im vaterlosen Kind - woher auch?
Und auch mir ging es bestens als Kind und auch als Jugendlicher mit meiner Mutter. Wir hatten und haben ein exzellentes Verhältnis (es ist sogar noch besser geworden, nachdem ich bestimmte Abgrenzungen vollzogen und ungute Dynamiken bei mir erkannt und bewusst zurückgedrängt und nach und nach aufgelöst habe.)
Die aus dieser Elternkonstellation resultierenden "Baustellen" und eher nachteiligen/mir mein eigenes Leben erschwerenden Verhaltensweisen und ihre Ursache habe ich aber erst sehr viel später nach und nach entdeckt, auch mit therapeutischer Hilfe. Ich wurde ihrer erst bewusst, als ich mich so ab Anfang 30 damit auseinandersetzte, warum ich mir so oft selbst im Wege stand, es mir und meinen Ex-Partnerinnen in bestimmten Situationen "unnötig" schwer machte und immer wieder mein eigenes Glück sabotierte. Sie sind selten einfach so an der Oberfläche erkennbar.
Ich habe den Vater übrigens gar nicht bewusst vermisst. Man vermisst nur sehr selten etwas, das man niemals hatte, weil dieser Zustand (in dem Fall ohne Vater) ja als völlig normal empfunden wird und der einzige ist, den man kennt. Selbst, dass alle anderen um einen herum zwei Eltern haben, hat mich als Kind und Jugendlicher ziemlich wenig gejuckt. War halt so - so what?

Was ich damit sagen möchte: Die Dynamiken einer reinen Zweierbeziehung (1 Elternteil-Kind, ohne jede weitere elternähnliche Alltags-Bezugspersonen) wirken vielfältig, oft subtil und sind nicht so leicht erkennbar. Dass oberflächlich betrachtet alles supi aussieht, kann den tatsächlichen Zustand widerspiegeln, MUSS ES ABER NICHT. Ich gebe das einfach mal zu bedenken, ohne jeden Anspruch, meine Erlebniswirklichkeit zu verallgemeinern oder anderen aufdrücken zu wollen.

m/43
 
A

Arcturus

  • #30
Hallo zusammen,

ich richte mich an das Forum mit einer Frage, mit der ich mein Umfeld vorerst nicht belasten möchte. Ich hege seit einigen Jahren einen tiefen Kinderwunsch, habe aber zu lange der Unentschlossenheit meines Ex-Partners nachgegeben und mich letzten Endes getrennt. Mittlerweile bin ich 37, die Zeit für den Aufbau einer stabilen Familie ist so gut wie abgelaufen.

Hier trifft wohl wieder mein geflügeltes Wort zu: Man scheitert meist nur an den Grenzen, die man sich selber setzt.

Lies mal das Buch "Wie wär's mit uns beiden" von Susanne Wendel.
Ich bin/war zwar nicht/nie in ihrer Situation aber auch ich konnte ihrem Erleben (ist ein Tatsachenbuch) etwas Wertvolles abgewinnen.
Sie hat sich spontan gemeinsam mit einen (nicht gerade) besten Freund entschlossen Familie zu gründen und ein Kind zu haben. So wie ich weiß, hält das Glück immer noch an.
Sie hat mit ihrem Buch bei mir gründlich damit aufgeräumt, was alles ein Partner bieten sollte und was alles gleichzeitig zutreffen muß für einen glückliche Beziehung.
Seither gehe ich auf Frauen auch nur noch mit einer Go (also Positiv-) und keiner NoGo (also Negativ-) Liste heran. Und das bringt mich öfter mit Frauen zusammen, als vorher.
Nun magst Du einwenden, daß ich damit nicht so sehr erfolgreich zu sein scheine, wenn ich im Präsens spreche.
Aber ich mache das ja auch erst seit ungefähr anderthalb Jahren und festgefahrene Gewohnheiten bei sich selbst umzubiegen, dauer doch etwas.

Kopf hoch. Mit 37 ist noch nichts zu spät, wenn Du es nicht unbedingt glauben willst.

m47