• #1

Abwertendes Verhalten

Liebe Mitschreiber,

da ich es in meiner Familie schon gesehen und auch selbst schon erlebt habe, würde mich interessieren, welche Erfahrungen ihr damit habt:

Es geht um Menschen, die ihre Zuneigung* (?) über ein Verhalten ausdrücken, das den anderen verletzt. Nicht zufällig, sondern absichtlich, weil derjenige weiß, dass es den anderen damit kleinhalten will und ihm wehtut und genau diesen Effekt und die Reaktion des anderen sehen will. Anscheinend ist das Wissen, dass der andere Gefühle für diesen Menschen hat, für ihn gerade ein Grund, darauf rumzutrampeln.

Ich halte es für ein kleines Ego, wenn man braucht, dass man sich über einen anderen erhöhen kann. Diese Menschen scheinen auch nicht mitzubekommen, wie das wirkt, wenn derjenige, den sie demütigen wollten, sich gar nicht so fühlt, aber statt eine dieser sinnlosen Diskussionen zu führen, einfach geht. Das wird dann als Kapitulation interpretiert oder vielleicht sogar erkannt, dass man sich gerade mies verhalten hat, aber es folgt kein Umdenken oder eine Entschuldigung.Teilweise sogar das Gegenteil - noch eine versuchte Verletzung. (Soll das provozieren zu einem Kampf, damit man sich abreagieren kann?)

Dass es von Verletzungen in der Kindheit und einer narzisstischen Prägung kommen wird, ist erklärlich. Ich hab mich auch gefragt, wie man als Partner mit sowas umgehen kann, und bin zu dem Schluss gekommen: Gar nicht, wenn man ein gutes Selbstwertgefühl hat.
Trotzdem gibt es Beziehungen, wo sowas hält. Ich frage mich, wie die das machen, aber anscheinend kennt der Partner diese Macke des anderen und schafft es, es zu tolerieren, indem er sich sagt "lass den quatschen, der braucht das".

* Ich bin der Meinung, solche Menschen können nicht lieben, bevor sie diese Eigenschaften nicht abgelegt haben. Sie sehen andere Menschen nur unter dem Aspekt, sich zu erhöhen, um sich nicht so klein zu fühlen gegen den Rest der Welt, dh. so gut wie jede andere Person, die sozial etwa gleichgestellt ist.


Was denkt ihr darüber? Ist es Narzissmus, ein kleines Ego, aus der Kindheit gelerntes "Wissen", dass Gefühle verletzlich und "schwach" machen? Habt ihr sowas erlebt oder habt ihr so einen Partner und könnt damit umgehen?
 
  • #2
Ich hatte nie einen solchen Partner. Ich hatte nie eine Beziehung mit verbaler oder körperlicher Gewalt.
"Umgehen" damit geht nicht, außer man ist selbst verroht, abgestumpft, gefühllos geworden durch jahrelangen verbalen Missbrauch.
Hier gibts keine Kompromisse, keine Entschuldigung, Gewalt ist Gewalt.
Dieses von dir beschriebene Verhalten ist aber auch abhängig vom sozio-ökonomischen Status, denke ich. Kommt wohl eher bei Männern vor, die ihre berufliche Erfolglosigkeit, ihre Hilflosigkeit und die daraus resultierende Wut irgendwo abladen müssen und sich dazu das leichteste Opfer suchen, anstatt ihr Leben in den Griff zu kriegen. Vermutlich verbunden mit Alkoholmissbrauch.
 
  • #3
Gute Morgen liebe FS,

beim Lesen musste ich erst einmal sehr schlucken. Weil mir alles und wie du es geschildert hast, sehr vertraut ist.
Mehrfach bin ich in meinem Leben mit dieser Art von Menschen konfrontiert worden, nicht ohne selber teilweise, reichlich Federn zu lassen. Inzwischen mache ich nur noch einen Bogen um diese Kategorie von Menschen.
Eines ist mir aber immer wieder aufgefallen.
Sie fühlen sich vom Leben benachteiligt, haben ein geringes Selbswergtefühl fühlen sich als Opfer und sehen sich um ihr Glück betrogen. Eifersucht und Neid ist ihre Triebfeder und weil sie so sehr verletzen, treiben sie sich selber immer mehr in die Enge, was sie veranlasst, nur noch mehr um sich zu schlagen zu zerstören und zu verletzen. Das Unterbewusstsein lässt sich auch bei ihnen nicht austricksen und es wird ihnen durchaus auch m a l bewusst, dass ihre Reaktionen und Handlungsweisen nicht gerecht und in Ordnung sind. Umso verzweifelter sind sie bemüht, sich in die Rolle als Opfer zu degradieren und den vermeintlichen Täter runterzumachen. Sie sind Meister darin, Tatsachen zu verdrehen und Worte anderer im Mund umzudrehen.
Aushalten kann man diese Menschen, wenn man sie in den Mittelpunkt, oder auf ein Podest stellt und sich so verhält, dass es genehm ist. Aus dem Nichts heraus, können sie aber jederzeit explodieren. Sie können sich selber nicht aushalten und tragen in sich eine Zerstörungswut und sind nicht in der Lage zu reflektieren und aus Selbsterkenntnissen heraus, etwas zu verändern. Therapien werden grundsätzlich abgelehnt, beginnende abgebrochen. In der leichten Form muss man sie nehmen, wie sie sind, in der schweren Form, die Füsse in die Hand nehmen.
 
  • #4
Ich glaube, dass man bei solchen kranken Spielchen nur dann mitmacht, wenn man selbst nicht gesund aufgestellt ist. Narzisstisch geprägte Partner suchen sich mit zielsicherem Gespür meist Partner, die komplementär kompatibel gestört sind, gerne mal abhängig gestört oder wie auch immer. Erstaunlich, wie die dann die ideale Besetzung für ihr krankes Drehbuch finden.

Bisher hatte noch noch nicht das "Vergnügen", einen solchen Partner zu haben. Ich glaube, die hielten mich allesamt für ungeeignet. Sollte man in den Bannkreis dieser Personen geraten, dann ist dringend zu hinterfragen, was einen selbst so interessant für diese Menschen macht. Dann sollte man sich um die eigenen Themen kümmern. Die Menschen, die wir treffen sagen uns viel über uns selbst.
 
  • #5
Hallo Void,
ich habe in meiner letzten Beziehung - so ca. 3 Monate vor der Trennung, die v. ihm ausging- beobachtet, dass mein Ex anfing bei jeder Kleinigkeit abwertende Kommentare in meine Richtung los zu treten, sogar beim Einkaufen kamen plötzlich aus dem Nichts heraus negative Bemerkungen zum (Roggen)Brot, was ich zu dem Zeitpunkt nicht zu ordnen konnte. Heute weiß ich dass er nur von sich selber ablenken wollte.. also seine negativen Energien bzw schlechtes Gewissen.. andere Frau war da bereits im Spiel.. auf mich kompensieren wollte.

Ich sehe so etwas heute als Charakterdefizit an und würde mich sofort v. so einem Menschen trennen, da auf Nachfrage nur ausflüchte kommen und diese Menschen unnötige Energiefresser sind. Leider hatte er sich das alles anders vorgestellt , als es am Ende kam u. die Betreffende hatte nur mal ihr Ego polieren wollen, heute - ein Jahr danach- hat er weder die eine noch mich.. manchmal geht das Leben seltsame Wege ;) ... trotz Niedermachen und ja es ist auch eine Form von Narzissmus, Ego aufwerterei einen anderen Klein zu halten, wenn man selber keine Substanz hat.
 
  • #6
Es geht um Menschen, die ihre Zuneigung* (?) über ein Verhalten ausdrücken, das den anderen verletzt.
Liebe FS,
ich habe eigene Erfahrungswerte und halte es für einen großen Irrtum, dass jemand Zuneigung ausdrückt, indem er jemanden verletzt. Derjenige benutzt nur den schwachen oder geduldigen Partner/die Partnerin, um seinen Frust ungestraft auszuleben. Anderswo (im Job, bei anderen Menschen) bekäme er für das gleiche Verhalten richtig einen auf die Glocke und tut es deswegen dort nicht.

Ich habe es in der eigenen Ehe ausreichend erlebt. Mein Ex nutzte einfach meine Selbstunsicherheit, Selbstzweifel, geringe Wehleidigkeit etc, um sein geringes Selbstwertgefühl zu erhöhen. Das hatte nichts mit Zuneigung zu mir zu tun, höchstens zu sich selber.

Dass es von Verletzungen in der Kindheit und einer narzisstischen Prägung kommen wird, ist erklärlich.
Ich suche keine Begründung mehr für so ein Verhalten, denn das ist schon der Ansatz mit dem man als Opfer dieser Verbalaggression in die Entschuldigungsfalle gerät. So ein Verhalten ist weder entschuldbar noch begründbar sondern lieblos und schlechtes Benehmen, weil es meistens vor Publikum stattfindet und denen auch den Tag vermiest.
Mir sagten Freunde nach meiner Scheidung, dass sie regelmäßig mit verkrampften Eingeweiden das Elend ertragen hätten, so taten als wäre nichts, um mich nicht noch mehr zu verletzen.
Heute weiß ich, wenn jemand mal energisch eingeschritten wäre ("ich fühle mich belästigt"), wäre das für mich sicherlich das Signal von außen gewesen, dass sowas in keiner Weise normal ist und hätte mich schon aus Peinlichkeitsgefühl angetrieben, diesem Verhalten meines Ex ein Ende zu setzen..

Mittlerweile habe ich so ein stabiles Selbstwertgefühl und auch Selbstsicherheit, dass ich meinen Ex mit 3 Sätzen vor Publikum derartig massakrieren würde, dass er nie wieder ein Wort gesagt hätte - leider zu spät, aber das ist auch keine Beziehung, wie ich sie führen wollte - zu lieblos, zu kämpferisch.
 
  • #7
Trotzdem gibt es Beziehungen, wo sowas hält.
Die wurden als Kinder schon klein gemacht, wissen aus ihrer Lebenspraxis kaum, dass es ein anderes Leben für sie geben könnte.
Ich habe sehr wohl bei anderen Menschen beobachtet, dass es zwischen denen anders läuft, kam aber sehr lange nicht auf den Gedanken, dass auch ich ein Recht auf einen angenehmeren Kommunikationsstil haben könnte.
Mein Ex musste es erst komplett überreizen, bis bei mir ein Schalter umfiel und die Trennung einleitete und ich hatte Unterstützung durch eine ziemlich toughe Therapeutin, die aussprach, was ich nicht zu denken wagte.
Als der Gedanke da war, dem Eleden ein Ende zu setzen, ging das schnell und generalstabsmäßig.

Im Familienumfeld sehe ich eine ähnlich destruktive Langzeitehe. Allerdings hat die Frau sich für die Hausfrauenehe an der Seite eines erfolgreichen Mannes entschieden und sich damit den Aiússtieg verbaut.
Sie bleibt lieber in der Unkomfortzone stecken und leidet still vor sich hin. Ihre Außenkontakte haben sich sehr reduziert, weil das kaum noch jemand freiwillig aushalten will.
Offensichtlich ist es für sie bequemer, so weiterzumachen, als ihren Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit selber zu bestreiten, resp. auf ihrem Lebensniveau.
 
  • #8
Ja, solch ein Verhalten gibt es in starken und schwachen Stufen. Meine Stiefmutter war so und auch bei Männern habe ich das schon bemerkt. Wenn sie sich nicht genügend wertgeschätzt oder bedrängt fühlen ist das eine gar nicht so seltene Reaktion.

Prominentes Beispiel: Silvio Berlusconi. Er konnnte nicht ertragen, dass unsere Angi mehr Anerkennung erhielt. Er war in Partnerschaften genauso, am liebsten waren ihm junge Frauen, die ihn anhimmelten. Wehe, sie hätten es gewagt, ihn zu kritisieren oder mehr Aufmerksamkeit zu bekommen als er.

Solche Menschen können einem leid tun, ich finde das absolut unsexy und bin dann schnell weg. Wenn man sich nicht aus dem Staub machen kann, weil es der Mann einer Freundin ist, eine Kollegin oder der Chef hilft nur absolut korrektes Verhalten, nicht provozieren lassen. Wehe, solche Menschen haben dich auf dem "Kieker" aus Neid oder Eifersucht.
 
  • #9
Nein, kenne ich nicht, weil ich es und sie, die entsprechenden Menschen, nicht (in meiner Nähe) dulde.

Respektloses Verhalten schon, aber auch das toleriere ich nicht (mehr).
 
  • #10
Dieses von dir beschriebene Verhalten ist aber auch abhängig vom sozio-ökonomischen Status, denke ich. Kommt wohl eher bei Männern vor, die ihre berufliche Erfolglosigkeit, ihre Hilflosigkeit und die daraus resultierende Wut irgendwo abladen müssen
Eigentlich habe ich das auch bei beruflich "höher" gestellten Leuten gesehen und selber auch erlebt, allerdings im Berufsleben. Das ist nun was anderes, aber der Mensch ist ja derselbe.

nicht ohne selber teilweise, reichlich Federn zu lassen. Inzwischen mache ich nur noch einen Bogen um diese Kategorie von Menschen.
Ja, man lässt sehr Federn dabei. Man versteht es zuerst nicht, wieso der Mensch so ekelhaft reagiert, denn er ist ja nicht NUR so. Und ich glaube auch: Bogen machen ist das beste, denn man kann einem Partner nicht zu mehr Selbstwertgefühl verhelfen. Und man darf auch selber keines zeigen, denn sofort wird reingetreten. Wie Du schreibst: Das muss der pure Neid sein, dass jemand zufrieden mit sich ist.
 
  • #11
halte es für einen großen Irrtum, dass jemand Zuneigung ausdrückt, indem er jemanden verletzt.
Ja, die Formulierung ist nicht richtig. Ich habe keine andere gefunden, weil diese Menschen sich ja durchaus auch anders verhalten, wenn sie sich sicher fühlen. Aber im Grunde lassen sie in beiden Fällen nur ihre Laune aus, statt ein Gefühl zu zeigen. Einmal destruktiv und einmal ist ihnen wieder nach was anderem.
Allerdings hat die Frau sich für die Hausfrauenehe an der Seite eines erfolgreichen Mannes entschieden
Genau von so einem Mann hatte ich das als letztens erlebt im Beruflichen. Durch eine Art Betriebsfest kam eine Situation auf, in der eine Information über mich rauskam (durch meine eigene Reaktion auf einen Spruch leider), und danach habe ich mir den nochmal anhören können in einer eigentlich entspannten Situation unter vier Augen, und der Mann (eine Person, von der ich beruflich abhängig war) wusste genau, dass es mir Unbehagen bereitet. Da ich außer mit Schweigen nicht darauf zu reagieren wusste, auch weil ich perplex war und nicht verstand, wie man in einer eigentlich netten Situation sowas sagen kann und es mir auf keinen Fall verscherzen durfte mit ihm, wurde sein Verhalten danach noch respektloser.
 
  • #12
Mit solch geprägten Menschen komme ich nach erstem Kennenlernen nicht mehr zusammen, mein Selbstwertgefühl lässt das nicht zu!
 
  • #13
Nein, kenne ich nicht, weil ich es und sie, die entsprechenden Menschen, nicht (in meiner Nähe) dulde.
...als Kind muss man es dulden, weil man an der Nabelschnuhr eine ganze Zeit dranhängt. Arbeitskolleginnen kann man sich auch nicht aussuchen und man kommt manchmal im Leben nicht drumherum, so etwas erdulden zu müssen.
Es sind übrigens nicht nur Männer, die so geartet sind, gleichermassen auch Frauen.
.
 
G

Ga_ui

  • #14
Fehler Nummer 1, der Opfer dieser Menschen immer machen: "Der Partner tut das ja aus tiefster Zuneigung und Anerkennung."

Ein Partner, der das absichtlich macht, fällt unter die Kategorie Narzisst und ist psychisch hochgradig kriminell und zerstörerisch. Ein Narzisst braucht einen Partner mit Minderwertigkeitskomplexen/keinen Selbstwert, der sich das gefallen lässt. Normale Menschen halten sich von ihm fern. Der Täter saugt dieses Opfer derart aus, bis er keine gesunde Psyche mehr hat. Narzissmus ist ein komplexes Thema, das kaum einer durchblicken kann. Psychologisch wird sogar gewarnt: Ein Narzisst kann KEINE Zuneigung empfinden, auch wenn viele Opfer das immer glauben, weil sie geliebt werden wollen. Genau deswegen geht dieser Teufelskreis immer weiter. Ein Narzisst tut das ausschließlich FÜR SICH!

Schau dir mal Geschichten von Opfern im Internet an! Auch wenn sie sich längst aus den Fängen eines Narzissten befreit haben, versuchen sie immer noch den Narzissten in Schutz zu nehmen, ihn zu verändern, sie hängen an ihm, sie besuchen ihn, versuchen sein Verhalten mit Fürsorge zu verwechseln und Lob von ihm zu erbetteln.

Der, der sich das gefallen lässt, hat das so im Elternhaus gelernt, seine Bedürfnisse zurückzustecken und andere machen und über sich bestimmen zu lassen.
Nicht der Täter ist zu entschlüsseln, sondern man muss sich fragen, was ist bei dem Opfer schiefgelaufen, dass es ihn zu solchen Menschen hinzieht. Denn das wiederholt sich meist mehrfach im Leben! Und ja, ich war auch mehrfach davon betroffen. Von der narzisstischen Mutter, die mich sogar verkaufen wollte, zu mehreren narzisstischen Männern in Folge, die das selbe kalte Verhalten der Mutter in exakter Ähnlichkeit fortführten. Schuld war ganz allein ich, die gedacht hat, der Gegenüber macht das aus Liebe und weil er nur das beste für einen will.

Es ist hochgradiger Missbrauch - leider so derart fadenscheinig und hinter verschlossenen Türen praktiziert, dass es keinem auffällig. Narzissten stellen sich nach außen hin als äußerst charmante Personen hin, auf die jeder hereinfällt. Sozusagen glaubt einem auch keiner, außer ein Psychologe dieses schweren Faches.
 
  • #15
Wenn ich Deine Frage lese, bekomme ich massiv Beklemmungen.

Ja, kannte so jemanden - meinen Vater (Lehrer / Pädagoge).
Und sein Ziel war die Tochter. Mit Worten, mit Missachtung, mit Kommentaren, mit massiver körperlicher Gewalt..
Hatte nichts mit Zuneigung zu tun, nur seine Ansicht, wie man Mädchen erzieht, vor allem, wenn sie sich einfach nicht in ein kleinbürgerliches, katholisch geprägtes Vorkriegsmádchen / Frauenbild einfügen will.
Und nachdem die anfänglichen Erziehungsmethoden ins Leere gingen und für ihn erfolglos, ging es irgendwann nur noch um klein machen, erniedrigen, Frust abladen, Macht und Hass. In sich steigernden Spiralen.
Nein, und Einsicht hat er bis heute nicht, er hat immer alles richtig gemacht - undankbar ist die Tochter, die das nie begreifen wollte und nie hat, so früh wie möglich ausgezogen ist und inzwischen jeglichen Kontakt unterbindet.
Dieser Mensch hat eine Geschichte, wirklich nicht schön, daraus ist einiges verständlich und erklärbar, aber trotzdem muss es einfach eine gewisse Reflektionsfähigkeit bei einem Menschen geben, man kann nicht alles mit einer miesen Kindheit entschuldigen und sich verhalten und mit anderen Menschen umgehen, wie einem gerade ist.

Ich reagiere heute diesbezüglich hochgradig sensibel, beim kleinsten Anzeichen einer solchen Persönlichkeit bin ich weg.
Solche Menschen - unerträglich, inakzeptabel.
Weder im Freundeskreis noch bei meinen früheren Partnern war und ist so ein Typus zu finden.
Aber durchaus im weiteren Bekanntenkreis, sowie im beruflichen Leben gerade unter Vorgesetzten, da meist die weibliche Variante und richtig bösartig.

So selten sind solche Persönlichkeiten nicht.
 
G

grünewelle

  • #16
.... halte es für einen großen Irrtum, dass jemand Zuneigung ausdrückt, indem er jemanden verletzt.
Das Verrückte ist...doch, genau so passiert es. Man kann es in Borderline/Narzissmus-Foren immer wieder lesen...nur der, der nahe ist, der gemocht/geliebt wird, ist derjenige, der verletzt werden soll. Diese Persönlichkeitsstörungen haben ihre eigene Dynamik.

Dieses von dir beschriebene Verhalten ist aber auch abhängig vom sozio-ökonomischen Status, denke ich.
Nein. Ist es nicht. Es ist abhängig von Erziehung und Kindheit. Und es trifft jede Gesellschaftsschicht. Gerade narzisstische Persönlichkeiten sind in der sogenannten oberen Etage zu finden.

.. sondern man muss sich fragen, was ist bei dem Opfer schiefgelaufen, dass es ihn zu solchen Menschen hinzieht.
Um sich zu befreien von einem Narzissten, stimmt das. Um einen "Täter" zu verstehen, ist es hilfreich, über die Strukturen einer Persönlichkeitsstörung Bescheid zu wissen. Gehört zur Befreiung irgendwie dazu. Für mich jedenfalls.
Ich habe so einen Menschen auch kennengelernt, war hoffnungslos verstrickt in dieser Beziehung, hab auch ordentlich Federn gelassen. Solche Menschen haben auch ihre schillernden Seiten, können ganz bezaubernd sein. Aber eben auch diese hoch manipulativen Anteile, sind passiv-aggressiv, abwertend.

Ich würde heutzutage einen Narzissten nicht mehr als Täter bezeichnen, denn ich begreife es als Störung.
Ein Täter hinterlässt ein Opfer. Ich fühle mich nicht als Opfer, weil ich eigenverantwortlich denke und mich fragen musste, welche Anteile ich an dieser Beziehung hatte. So ein Mensch kann ja nur so lange sein Programm abspulen wie man es zulässt.

Auch wenn sie sich längst aus den Fängen eines Narzissten befreit haben, versuchen sie immer noch den Narzissten in Schutz zu nehmen
Nein, ich nehme ihn nicht in Schutz. Aber ich finde es hilfreich, wenn ich weiß, dass es eine Störung ist. Häufig, wie in seinem Fall auch, durch erlebten sexuellen Missbrauch in der Kindheit (man darf keinesfalls unterschätzen, wie viele Männer davon betroffen sind) und noch viele andere Dinge ausgelöst. Ohne Chance auf eine psychisch gesunde Entwicklung.
Aber dennoch rate ich jedem, sich umgehend und sofort von einem Menschen mit solchem Verhalten zu lösen. Man kann daran selbst erkranken.
W
 
  • #17
Nein. Ist es nicht. Es ist abhängig von Erziehung und Kindheit. Und es trifft jede Gesellschaftsschicht. Gerade narzisstische Persönlichkeiten sind in der sogenannten oberen Etage zu finden.
Eine narzistische Persönlichkeitsstörung ist eine Krankheit, natürlich ist die unabhängig vom sozio-ökonomischen Status.
Ich sehe aber im beschriebenen Verhalten keine narzistische Störung, oder nur geringe Anteile davon.
Es beschreibt eben eher einen Typus Mann, der sich vom Leben benachteiligt und hilflos ausgeliefert fühlt, der eine minderqualifizierte Tätigkeit hat, und erkennt, daß nichts von seinen Träumen sich erfüllen wird. Schuld daran sind aber die anderen, nicht er selbst.
Solche Menschen, vorwiegend Männer, sind gefährlich in ihrer Wut und Verachtung für die Umwelt.
 
  • #18
...als Kind muss man es dulden, weil man an der Nabelschnuhr eine ganze Zeit dranhängt. Arbeitskolleginnen kann man sich auch nicht aussuchen und man kommt manchmal im Leben nicht drumherum, so etwas erdulden zu müssen.
Es sind übrigens nicht nur Männer, die so geartet sind, gleichermassen auch Frauen.
.
Nein, auch da habe ich es nicht geduldet (Kindheit) und dulde es nicht (Arbeit). Ersteres handelt mir immer noch den Vorwurf meiner Mutter ein, dass ich lieblos (zu Ihr / schon als Baby) (gewesen) sei und ihre emotionalen Erpressungen negier(t)e und zweiteres rede ich mit Arbeitskollegen/innen Tacheles oder eben gar nicht. Da bin ich äußerst eisern.

Nur einmal ist es mir passiert: In meiner langjährigen Partnerschaft, weil wir uns ausgesucht haben, aber auch da werde ich in Zukunft sehr wachsam und konsequent sein.