• #61
In der Tat neben einer schlechten eigenen Kindheit gibt es weitere Gründe gegen eigene Kinder...

Es gibt jede Menge Gründe für und gegen Kinder und sie gelten alle individuell. Was aber viel entscheidender ist: Niemand ist irgendwem Rechenschaft dafür schuldig, warum er oder sie Kinder will oder nicht. Nicht mal dem Partner. Dem gegenüber sollte man seine Sichtweise natürlich klar äußern.
Menschen ohne Kinder tolerieren doch auch, dass andere Kinder haben möchten. Warum gibt es da umgekehrt überhaupt eine Diskussion. Es sind schlicht andere Lebensmodelle, sicher nicht selten auch unfreiwillig so gelebt, so dass es umso unverschämter ist, in der Wunde auch noch herumzustechen.

Und mit der Lebensweise allgemein ist es doch genauso. Wir leben zusammen, weil wir das beide so möchten. Es muss aber doch nicht pauschal eine Störung sein, LAT zu wollen. Denkt bei zusammenlebenden Paaren irgend jemand darüber nach, eine dependente Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren, wenn, wie hier ja häufig beschreiben, einer von beiden sich stark anpasst?
 
  • #62
Es gibt jede Menge Gründe für und gegen Kinder und sie gelten alle individuell. Was aber viel entscheidender ist: Niemand ist irgendwem Rechenschaft dafür schuldig, warum er oder sie Kinder will oder nicht. Nicht mal dem Partner. Dem gegenüber sollte man seine Sichtweise natürlich klar äußern.
Menschen ohne Kinder tolerieren doch auch, dass andere Kinder haben möchten. Warum gibt es da umgekehrt überhaupt eine Diskussion. Es sind schlicht andere Lebensmodelle, sicher nicht selten auch unfreiwillig so gelebt, so dass es umso unverschämter ist, in der Wunde auch noch herumzustechen.

Und mit der Lebensweise allgemein ist es doch genauso. Wir leben zusammen, weil wir das beide so möchten. Es muss aber doch nicht pauschal eine Störung sein, LAT zu wollen. Denkt bei zusammenlebenden Paaren irgend jemand darüber nach, eine dependente Persönlichkeitsstörung zu diagnostizieren, wenn, wie hier ja häufig beschreiben, einer von beiden sich stark anpasst?

Grundsätzlich ist niemand keinem für irgendetwas was nicht in seine berechtigten Interessen eingreift Rechenschaft schuldig.

Allerdings kann alles was hier jemand als Thread oder Kommentar einstellt diskutiert, kommentiert, kritisiert, hinterfragt, bestätigt und bestritten werden.

Das gilt auch für einen ablehnen von Kinderwünschen oder das Befürworten von LAT, polygamen Verhalten, spirituellen Vorlieben oder bewussten Verharren in einer Beziehungsstörung.
 
  • #63
Dummerweise nutzen sich Funken als Motor für Verschmelzung mit der Zeit ab und wer in der Zwischenzeit nicht lernt, zu ertragen, dass nicht alles so läuft wie er es sich vorstellt, wird irgend wann doch fort laufen.

Definitiv! Und so manche/mancher ergreift nicht nur irgendwann die Flucht, sondern gleich am Anfang, sobald irgendetwas nicht ganz so läuft, wie man es sich mit der rosaroten Brille auf der Nase ausgemalt hat. Zusammenleben ist nun mal nie ganz einfach.

Aber wie Du richtig sagst:

Gemeinsame Projekte, Ziele und Werte sind dabei hilfreich.

Zwei Seelen wohnen in meiner Brust, was das Zusammenziehen angeht ... und jede profitiert von den Lebensmodellen, die ich gelebt habe (Familie, in die man hineingeboren wird, WG, alleine leben) und die ich lebe (mit einem Partner zusammen).

w, 32
 
  • #64
Eines kann man hier ganz deutlich herauslesen:
Gestört sind eigentlich immer die Menschen, die nicht nach den eigenen Lebensmodellen leben wollen.
Das gilt nicht für alle Foristen, aber nach meiner Beobachtung für genau die, die unfähig sind oder waren, ihr eigenes Ideal zu leben. Und wohl nicht nur dadurch eine tiefe Unzufriedenheit mit sich selbst entwickelt haben. Es scheint eine Gesetzmässigkeit zu sein, dass die Versager gerne eine "unbezahlte Karriere" als Blockwart, Moralapostel, Oberlehrer oder Hilfspolizist anstreben.

Komischerweise sprechen die Menschen, die eine lange und gute Ehe führen darüber relativ entspannt, erkennen Vor und Nachteile. Diejenigen, die ihre Ehe versaubeutelt haben, wissen aber ganz genau, wie Ehe zu funktionieren hat. Ich frage mich nur, warum sie das dem Pendant nicht vermitteln konnten. Haben entspannte Menschen eher die Fähigkeit, glücklich und zufrieden zu sein? Warum gibt es für Positives meist nur wenige Synonyme - für Negatives aber viele und noch mehr Unterteilungen?
Reflexhafte Fehldiagnosen, Unterstellungen aufgrund weniger Worte, eigenes Versagen kaschieren zu wollen und all den Mitmenschen Störungen andichten zu wollen - wer das lebt, braucht sich nicht zu wundern, wenn nichts klappt und das Leben scheisse ist.
Wer Glück und Freiheit gönnen kann, grosszügig im Bewusstsein eigener Fehler diese im pers. Umfeld übersieht, wer Erfolge aanderer anerkennen kann und auch selbst welche hat - der kann sein Leben meist in Zufriedenheit leben.
Soviel vom alten Mann zu vermeintlichen Störungen
 
  • #65
Definitiv! Und so manche/mancher ergreift nicht nur irgendwann die Flucht, sondern gleich am Anfang, sobald irgendetwas nicht ganz so läuft, wie man es sich mit der rosaroten Brille auf der Nase ausgemalt hat. Zusammenleben ist nun mal nie ganz einfach.
Die Meinung teile ich durchaus; man kann sich dafür entscheiden, dass man Dinge akzeptiert, die einen stören oder erträgt oder welches Wort man dafür auch wählen mag oder man entscheidet sich dafür, dass man es gern so hätte, wie man es sich vorstellt - vielleicht nicht zu 100%, aber eben schon nah dran. Den Weg der Akzeptanz gehen einige Paare, die ich in meinem Umfeld erlebe. Meine Mutter macht das, sie akzeptiert die Macken meines Vaters. Meine Tante macht das, viele machen das. Aber ich habe für mich erkannt, dass ich nicht so leben will. Ich möchte nichts akzeptieren müssen, was ich im Grunde meines Herzens nicht will.

Ich habe nochmal darüber nachgedacht und bin zu der Schlussfolgerung gekommen, dass ich mich nicht als irgendwie "gestört" ansehe. Denn mich stört es nicht und ich bedrohe auch damit keinen anderen. Es ist nur etwas anders als "normal". Aber zwei verschiedenfarbige Socken zu tragen wäre auch etwas anders als "normal", deswegen ist es auch keine Störung. Jeder Mensch hat sicherlich irgendwo den Punkt, an dem ihm etwas zu viel wäre, an dem auch zu viel Nähe da wäre. Mag sein, dass der Punkt bei mir eher erreicht ist und zwar so zeitig, dass eine gemeinsame Wohnung für mich nicht geht. Aber dann ist es eben so. Mag auch sein, dass die meisten Menschen es komisch finde, wenn man seinen platonischen Freunden den Rücken krault. Ja, aber auch hier finde ich inzwischen, dass es deswegen nicht falsch ist.

Es mag sein, dass man es komisch finden kann, wenn man zwei Männer um sich schart, die im Falle einer Trennung den Partner ersetzen könnten, weil man nicht alleine sein will. Aber ich weiß, wie ich leben will und ich sorge dafür, dass ich so leben kann, wie ich will. Nach all der Diskussion hier fühle ich mich darin eher noch mehr bestärkt.
 
  • #66
Eines kann man hier ganz deutlich herauslesen:
Gestört sind eigentlich immer die Menschen, die nicht nach den eigenen Lebensmodellen leben wollen.

Hi @Tom26 Ich verstehe dein Problem aber wie definierst du den Standard?

Stell dir eine Welt vor in der dein Lebensstil der Standard ist. Daher deutlich über 50 % der Menschen leben polygam, wenn in einer Beziehung dann in einer sexuell offenen LAT, gründen keine Familie, zeugen keine Kinder, arbeiten nicht als Arbeiter, Handwerker, Dienstleister im unteren Einkommenssegment sondern wie du als Selbständiger oder AT Angestellter oder Leitender im gehobenen Einkommenssegment.

Kann eine Gesellschaft mit solchen Strukturen funktionieren oder überhaupt nur existieren?

Eine Ehe oder ähnliche Partnerschaft könnte man als Projekt betrachten. Manche Projekte überdauern die Lebensspanne einzelner Projektmitarbeiter, quasi bis der Tod uns scheidet. Andere Projekte enden davor.

Ist so ein Projekt deswegen gescheitert oder falsch? Es kommt auf die Ziele bzw. Teilprojekte an. Z.B. Kinder: Endet das Projekt nach dem diese aus dem gröbsten heraus sind und verstehen sich diese Kinder über das Projektende mit beiden Elterteilen gut, dann war das Teilprojekt Kinder erfolgreich.

Ähnlich ist es beim Projektvermögensbildung. Einigt man sich ohne kostenintensiven Streit über eine Vermögensaufteilung und ggf. stehen die Partner finanziell besser als zum Projektbeginn da, war dieses Teilprojekt ebenfalls erfolgreich.

Gescheitert sind Ehen die im zwischenmenschlichen Krieg enden und ins finanzielle Desaster führen.

Menschen die nun ganz andere Wege beschreiten sind keineswegs krank aber manchmal können die Ursachen für ihren Weg destruktiv sein.
 
  • #67
Ich habe nochmal darüber nachgedacht und bin zu der Schlussfolgerung gekommen, dass ich mich nicht als irgendwie "gestört" ansehe. Denn mich stört es nicht und ich bedrohe auch damit keinen anderen. Es ist nur etwas anders als "normal".

Dann hat Dir Deine Frage etwas gebracht.
Ich frage mich sowieso, was man als "Normal" ansieht.
Normal sollte dieser Satz sein - ich fühle mich wohl, so wie es ist, so wie ich lebe, und ich schädigen und bedrohe damit auch keinen anderen.

Zum Glück ist unsere Gesellschaft heute so bunt, und doch so tolerant, dass jede*r seinen Weg leben kann.
Als Single, mit platonischen Freunden, F+, LAT, traditionell verheiratet, homosexuell, heterosexuell, etc.

Wenn ich mich nicht wohl fühle, DANN sollte ich hinschauen, was nicht stimmig ist, Ursachen suchen, Hintergründe, Erfahrungen, Prägungen prüfen je nach Fragestellung und Dimension. Und dann daran arbeiten, dass es für einen selbst (!) stimmig ist.
Aber aus Jedem und hinter Jedem gleich pathologische Ursachen zu vermuten, wäre mir viel zu weit.

Im Grundsatz sind wir natürlich alle das Ergebnis unseres Lebensweges, unserer Erfahrungen - und der Resultate, die wir aus diesem Ganzen immer wieder ziehen. Ob wir dann pauschal misstrauisch sinnd , und immer wieder die gleichen Klischees raushauen, oder ob wir Nuancen sehen, und den Individualfall, die spezielle Situation.
Und unsere Zukunft gestalten wir genauso selbst.
Passt der Weg, ist es gut, wenn nicht, Kurskorrektur. Sollte zumindest.

Und so sehe ich auch keine "gescheiterten" Beziehungen oder "versaubeutelten" - es war eine Erfahrung, man hat gewagt, und es war halt nur für eine Zeit richtig.
Man hatte für eine gewisse Zeit einen Wegbegleiter, und länger sollte nicht sein, das passiert nicht nur mit Partnerschaften, auch mit Freundschaften, anderen Beziehungen. Schön, wenn etwas Bestand hat.

Nur eines zum Thema schädigen, Berlinchen, dazu gehört auch die Ehrlichkeit zum Partner, und nicht ihm etwas vorzuspielen, was nicht ist. Oder halt im Ungewissen lassen.

W,49
 
  • #68
Stell dir eine Welt vor in der dein Lebensstil der Standard ist. Daher deutlich über 50 % der Menschen leben polygam, wenn in einer Beziehung dann in einer sexuell offenen LAT, gründen keine Familie, zeugen keine Kinder, arbeiten nicht als Arbeiter, Handwerker, Dienstleister im unteren Einkommenssegment sondern wie du als Selbständiger oder AT Angestellter oder Leitender im gehobenen Einkommenssegment.
Nunja, das Einkommen bestimmt nicht unbedingt, ob polygam oder monogam. Und beruflicher Erfolg hat nicht wirklich ursächlich mit dem Lebensmodell zu tun.
Und wenn keiner Kinder zeugen würde? Nunja, Menschen gibts sowieso viel zu viele, in den Entwicklungsländern wäre es für die dortige Gesellschaft gar nicht übel, wenn mal 20 Jahre gar keine Kinder gezeugt werden würden.
Wenn ich mir überlege, wie viele Kinder in D ungeliebt aufwachsen, vom ersten Tag in KiTa etc abgeschoben werden, lediglich der Steigerung des H4 Geldes dienen oder dem Ego Push, dann muss ich sagen: Besser bindungsgestört nach deiner Definition als Projekteltern.
Ich kann mich noch erinnern, wie die "Eislaufmammies" weggesehen haben, wenn ihre Töchter Ohrfeigen vom "Startrainer" bekommen haben. Und fast geheult haben, als der Bursche eine Woche im KH lag, weil ein Vater die Ohrfeigen für seine Tochter in Tatzenhieben zurückbezahlt hat. Inkl. Zins und Zinseszins.
Sorry, aber diese "Eislaufmammies" sind für mich nur biologische Mütter. Projekteltern eben. Standard? Für manche Leute schon.
 
  • #69
Die Meinung teile ich durchaus; man kann sich dafür entscheiden, dass man Dinge akzeptiert, die einen stören oder erträgt oder welches Wort man dafür auch wählen mag oder man entscheidet sich dafür, dass man es gern so hätte, wie man es sich vorstellt - vielleicht nicht zu 100%, aber eben schon nah dran. Den Weg der Akzeptanz gehen einige Paare, die ich in meinem Umfeld erlebe. Meine Mutter macht das, sie akzeptiert die Macken meines Vaters. Meine Tante macht das, viele machen das. Aber ich habe für mich erkannt, dass ich nicht so leben will. Ich möchte nichts akzeptieren müssen, was ich im Grunde meines Herzens nicht will.

Ich habe nochmal darüber nachgedacht und bin zu der Schlussfolgerung gekommen, dass ich mich nicht als irgendwie "gestört" ansehe.


Das behauptet auch niemand, liebe Fragestellerin. Ich wollte zusammenziehen, einfach, weil ich mit meinem Partner unser Bett und Tisch teilen möchte, weil mir mein inneres Gefühl sagte: Tu es!

Wenn Deines sagt, dass Du Dich mit dem Zusammenziehen schlecht fühlen könntest, dann hör ruhig darauf.

Ich finde es wunderbar, dass die Menschen heute so viel Freiheit genießen dürfen, dass sich neue Lebenskonstrukte ergeben, und dass wir nicht in starre Strukturen reinrutschen müssen.
 
  • #70
Für die Entscheidung, wie ich lebe, ist es eigentlich egal, was passieren würde, wenn es alle so machen würden. Was bringt mir diese Fragestellung? Ich bin nur eine Einzelperson und ob ich z.B. heirate oder nicht, ob ich Kinder bekomme oder nicht, hat auf die Gesamtgesellschaft keinen Einfluss. Deswegen ist es für mich auch absolut nicht nachvollziehbar, warum manche versuchen, einem ein schlechtes Gewissen einzureden, wenn man keine Kinder will. Das ist dann wohl für die Leute irgendwie wichtig, damit sie ihren eigenen Lebensentwurf verteidigen. Das Wichtigste im Leben, ob nun beruflich, privat oder in welchem Bereich auch immer, ist doch, dass man selbst damit auch glücklich ist.und wer in einer Ehe oder mit Kindern nicht glücklich wäre, soll es doch auch lassen.
 
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