• #1

Ab wann gehört man als Partner/in zur Familie dazu (oder überhaupt jemals?)?

Hallo liebes Forum,
in meinem anderen Thread hat sich mir diese Frage gestellt und ich habe darüber nachgedacht.
Bei meinem Freund ist es so, dass er viel Zeit mit seiner Familie verbringt, seine zwei Geschwister sind verheiratet und haben Kinder. Ich selbst bin öfters bei seiner Familie zu Besuch, aber sehe mich einfach als seine Freundin (wir sind seit zwei Jahren zusammen) und entsprechend dort als Gast, der dazukommt, aber nicht als sozusagen vollwertiger, gleichberechtigter Teil seiner Familie (was ich auch gar nicht unbedingt sein möchte oder muss, ich beobachte nur den Unterschied), sozusagen nicht ganz auf einer Ebene mit z.B. seinen Geschwistern und deren Ehepartnern, die lange zusammen und verheiratet sind und Kinder haben. Mein Freund ist in dieser Familie sozusagen meine Hauptbezugsperson und ich als seine Freundin würde z.B. nicht bei irgendwelchen wichtigen Familienentscheidungen mitreden (oder nur Vorschläge machen, aber letztendlich müssen sie das ja "in ihrer Familie" klären) bzw. finde es selbstverständlich, dass "richtige" Familienmitglieder sozusagen einen anderen Status haben, dass z.B. die Enkelkinder und deren Eltern natürlicherweise eine andere Priorität und Bedeutung innerhalb der Familie haben als ich als "Nur-Freundin" meines Freundes.

Ich finde es eigentlich normal, dass ich in Kategorien wie "seine Familie" und "meine Familie" denke, z.B. fühle ich mich bei meiner eigenen Familie anders als bei seiner, wo ich eher zu Besuch dazukomme als Gast, aber eben nicht komplett auf einer Ebene mit "richtigen" Familienmitgliedern bin. Ich finde das eigentlich ganz selbstverständlich, denn ich selbst bin ja nicht verwandt.

Nun habe ich mich aber gefragt, ob das bei anderen vielleicht anders ist, betrachtet ihr auch die Familie eures Partners/eurer Partnerin als "eure Familie" und seid dort komplett auf einer Ebene mit den anderen Verwandten oder gibt es Unterschiede zwischen "Verwandten" und einfach nur "Partnern"? Ist man "eine" Familie oder "zwei" Familien?

Ab welchem Zeitpunkt gehört man ggf. zur Familie dazu?

Was sind eure Erfahrungen und Meinungen dazu, wie ist das bei euch?
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #2
Naja, es kommt eben immer auf die Bindung an. Wenn man sich emotional mit einbringt, dadurch Sympathien und Erlebnisse geschaffen werden, stellt sich das Gefühl schon von ganz alleine ein. Nach zwei Jahren häufigem Kontakt finde ich das schon relativ normal, im Erwachsenenalter. Das muss man aber wollen.

Wenn ich die Eltern meines Mannes nur 4 mal im Jahr sehen würde, hätte ich auch kein Gefühl, zur Familie zu gehören. Wenn man jedes zweite Wochenende dort zum Kaffee ist, oder auch Weihmachtsgeschenke oder Geburtstagsanrufe von denen erhält, dann ist man schon Familienmitglied, denke ich.

Zum Thema Gast: auch wenn ich bei meiner eigenen Familie bin, bin ich nur zu Gast. Ich wohne da schließlich nicht mehr, also gehe ich auch nicht ungefragt und umgebeten in deren Schränke oder in irgendwelche Räume hinein, obwohl ich da früher vielleicht ein- und ausgegangen bin. Ich finde, das gehört sich generell nicht, dort, wo man nicht wohnt.
 
  • #3
Der erste Schritt dazu ist sicher, sich in einer Beziehung richtig "dazugehörend" mit entsprechender Priorität zu fühlen.
Auch da ist aber die Frage, ab wann das Zusammengehörigkeitsgefühl wirklich voll ausgeprägt ist. Bei manchen ist das ein klarer Zeitpunkt wie z. B. die Hochzeit, bei manchen ergibt sich das Gefühl im Laufe der Zeit.

In eine Familie wird man dann Stück für Stück integriert oder auch nicht. Erster Schritt wäre hier, dass man auch eigenständig wahrgenommen wird und nicht nur als Anhängsel des Partners. Es erfolgt also vielleicht eine Einladung auch explizit oder auch nur "Ihr kommt doch?" statt " Du kommst doch?". In Deinem Fall ist die Einladung zur Goldhochzeitsreise ein starkes Signal.
Du wirst um Rat gefragt, Du fragst nach Rat. Du erinnerst Dich an Details aus Unterhaltungen und es gibt wechselseitige persönliche Aufmerksamkeit. Je nach Gelegenheit kann Familienzugehörigkeit auch mal verbal wiedergegeben werden.

Es gibt persönliche Gespräche und ein persönliches Verhältnis zu anderen Familienmitgliedern, man hält Kontakt oder fährt vorbei auch mal ohne dass der Partner dabei ist. Das gilt für beide Seiten - auch Familienmitglieder wollen das Gefühl haben, dass man sie nicht nur als Familie des Partners mag, dass man Interesse an ihnen hat, sie auch mal alleine spricht, sie umgekehrt einlädt. Oder, wieder in Deinem Fall, Einladungen klar und freudig annimmt und nicht erst ewig überlegen muss. Du gehörst auch dazu, wenn erkennbar ist, dass Du es wirklich möchtest.
Man passt sich an Sitten und Gebräuche einer Familie an, integriert sich, verhält sich ähnlich, nimmt an gemeinsamen Veranstaltungen teil, steht nicht irgendwo alleine herum wie bestellt und nicht abgeholt. Natürlich kann man auch das wiederum an Formalien wie einer Hochzeit festmachen.

Sicher graduell abstufbar, in meiner "Ex-"Familie war ich bei Familienfeiern dabei, aber der Zeitraum war nicht so lang, dass ich mit Cousinen oder Onkeln ein engeres Verhältnis gehabt hätte. Aber natürlich habe ich bei Familienfeiern mit geholfen, auch mal (ungefragt und selbstverständlich) Geschirr getrocknet oder Tische gerückt, ebenfalls Einladungen zu mir ausgesprochen und ausgerichtet. Ich war nach einer Weile nicht nur Gast. Es gab den Freund einer Cousine, der nie bei irgend etwas dabei war und offenbar auch auf Zugehörigkeit keinen Wert legte.
In Deinem Fall wird "dazugehören" enger ausgelegt und auf mehr Gelegenheiten mit erwünschter Teilnahme ausgedehnt als in meinem. Das hat auch etwas damit zu tun, wie viel die Familie untereinander Kontakt hat.

Aus meiner Sicht gehörst Du dazu, wenn Du als Person wahrgenommen wirst und eigene Beziehungen innerhalb der Familie aufbaust und wenn Du Dich umgekehrt auch für die anderen interessierst und sie wahrnimmst.
 
  • #4
Es kommt sehr auf die SchwiegerFamilie an und wie man selbst tickt, möchte man überhaupt integriert werden...Bei meinem Ex wurde mir erst nach über einen Jahr das „Du“ angeboten. Ich denke das sagt alles...meine jetzigen Schwiegereltern sind sehr herzlich und locker, ich sehe sie aber aufgrund der Entfernung selten, daher fühle ich mich noch nicht als Familienmitglied, aber als sehr willkommen. Sie erkundigen sich oft nach mir und wollen viel über mich wissen.
 
  • #5
Das ist wohl Typsache. Ich stehe nicht auf Mischpoke, meine eigene ist rudimentär, was ich sehr begrüße, die meines Mannes dito, so muss man sich nicht treffen, finde ich prima. Das Konzept Großfamilie hab ich nie verstanden, das Konzept Verwandtschaft ebenso. Was schert mich ein entfernter Verwandter, von dem ich nie was wußte? Meine Freunde Sind mir deutlich näher. Hast du einen Partner, der das komplett anders sieht, wird das nicht funktionieren. Das sind quasi 2 verschiedene Universen.
 

Laleila

Cilia
  • #6
Ab welchem Zeitpunkt gehört man ggf. zur Familie dazu?

Was sind eure Erfahrungen und Meinungen dazu, wie ist das bei euch?
Kommt auf die Familie an.
Mein Mann war irgendwie von Anfang an Mitglied der Familie. Er "dürfte" auch gleich beim zweiten Date beim Umzug meiner Eltern mit anpacken
Er wollte mich sehen, ich sagte, geht nicht, Eltern ziehen an dem Wochenende um, er: Na, dann helfe ich halt.
Meine Elternnliebtennihn vom ersten Moment.
Seine Mutter hasste mich vom ersten Moment an. Der Lieblingssohn wurde von der bösen Sirene in den Osten gelockt. Und das nach so kurzer Zeit.
Sie bot meinem Bruder und meinen Eltern das "Du" an, lange bevor ich sie duzen dürfte, nämlich erst nach der Hochzeit.
Seit etwa 10 Jahren gehöre ich nun aber doch zur Familie.
Persönlich finde ich nur die 3 tollen Töchter von J' s Bruder und seine Frau als Familie. Der Rest: "Verwandtschaft"
 
  • #7
Ich finde das ziemlich individuell wie man aufgenommen wird und wie man sich miteinander versteht.
Ich verstehe mich mit den Eltern und der Schwester meines Mannes sehr gut. Habe seine Familien ein halbes Jahr nachdem wir zusammen gekommen waren kennen gelernt und wurde lieb empfangen. Seine Schwester war zu Beginn etwas „ruppiger“ zu mir, da hat mein Mann allerdings dann auch direkt gesagt, dass er das absolut nicht in Ordnung findet und dann war das Thema auch durch, alles cool.
Mein Mann hat meine Mutter und ihren damaligen Freund früh kennen gelernt, wir sind wenige Wochen nachdem wir zusammen gekommen waren, gemeinsam in den Urlaub, der Urlaub war gut, ich war die meiste Zeit mit meinem Freund unterwegs und mit meiner Mum und Freund waren wir meist nur essen oder mal am Strand. Vor dem Urlaub gab es ein kurzes kennenlernen. Erstaunlich wie entspannt meine Mutter war.

W 27
 
  • #8
Die Frage ist einfach zu beantworten: wenn Du Dich zugehörig fühlst.

betrachtet ihr auch die Familie eures Partners/eurer Partnerin als "eure Familie"
Ja. Ich hatte keine glückliche Kindheit und habe in der kurzen Zeit, in welcher ich meine Schwiegermutter kennenlernte ein besseres Verhältnis zu ihr als ich je zu meiner Mutter hatte.

Mit den Schwestern meines Mannes bin ich enger als mit meinen eigenen Geschwistern, weil wir mehr gemeinsame Interessen haben.
Es hat aber auch viel damit zu tun, dass wir in meiner Familie alle wegen der Familiensituation früh von zuhause weggegangen sind (räumlicher Abstand) und uns schnell ein eigenes Leben aufgebaut haben.

Mit deren Kindern ist es genauso wie mit meinen Nichten und Neffen, guter Kontakt - dito mit der nachfolgenden Generation. Unterschiede ergeben sich nur aus der Tatsache, dass wir die Angehörigen meines Mannes mehrmals pro Woche treffen, während meine Angehörigen 600 km+ entfernt wohnen.
Das wird sich nun aber ändern, weil unsere Genneration in den nächsten 5 Jahren aus dem Berufsleben aussteigt und wir alle mehr Zeit haben Familien- und Freundeskontakte über Distanz aktiver zu pflegen.

seid dort komplett auf einer Ebene mit den anderen Verwandten
Ja das ist bei uns so - ich bin Angehörige seiner Familie und er ist Angehöriger meiner Familie. Meine Schwägerinnen und ich sind zueinander wie eng verbundene Schwestern, sieht man am "mach mal..." - volles Vertrauen im Sinne der Familie zu handeln.
Insbesondere in Verbindung mit der Schwiegermutter zeigte sich das damals - ich als vollwertige Stellvertreterin des Sohnes (meines Mannes).

3 Familien: ich in seiner Familie, er in meiner Familie und wir beide sind die für uns allerwichtigste Familie.

Ab welchem Zeitpunkt gehört man ggf. zur Familie dazu?
Mit der Vorstellung in der Familie und der Erklärung meines Mannes, dass ich die neue Frau an seiner Seite bin.
Mit der Eheschließung wurde das formal fixiert. In der familie hat das nichts geändert - in der Außenwirkung ist manches einfacher in der Rolle als Ehefrau.
 
  • #10
Ab welchem Zeitpunkt gehört man ggf. zur Familie dazu?
das ist so individuell, wie es Menschen gibt. Wie immer ist die passende Grundchemie, der beidseitige Wille sich anzunähern und die Situation des Kennenlernen entscheidend.
Was sind eure Erfahrungen und Meinungen dazu,
puh, da gibt es so viele unterschiedliche Beobachtungen, dass ich gar nicht weiß wo ich anfangen soll.
Zwei Extremfälle aus meiner Familie:
Cousin hat seine erste Freundin. Beide 16 Jahre alt. Das Mädel sagt nichts ohne direkte Ansprache und auch da nur sehr einsilbige Worte. Sonst saß sie bei gemeinsamen Treffen völlig starr irgendwo rum und lies sich weder mit Aktivitäten noch Worten animieren.
Nach 6 Jahren Beziehung wusste trotz häufigem Sehen kaum einer was über sie. Geliebt wird sie von der Familie nicht. O- Ton: naja, er muss ja mit ihr klarkommen. Sie waren dann verlobt.
( insgeheim hofften meine Oma und meine Tante, dass die beiden sich bitte trennen mögen)
Nun sind 16 Jahre rum...sie sind verheiratet und haben 4 Kinder, wohnen 5 Minuten von seinen Eltern und 2 Minuten von ihren Eltern weg.
Sie respektieren sich alle. Redseelig, ist sie immer noch nicht. Für mich ist sie eine der langweiligsten Frauen, die ich je traf..

Fazit: die Familie muss einen nicht lieben, wenn der Partner an einem festhält;)

Anderer Cousin, andere Familie: stellte ebenfalls mit 17 seine "Zukünftige" vor.
Meine Tante ist begeistert vom Mädel und liebt sie vom ersten Treffen ab. Als nach 10 Jahren Schluss ist, weinen seine Eltern um die verlorenen Tochter.
Danach stellt der Sohn noch 3 " Zukünftige "vor. Meiner Tante wird es dann zu blöde. Sie meinte dann, wenn er so wankelmütig sei, soll er sie da bitte raushalten.
Mittlerweile ist er zwei mal geschieden und hat von drei Frauen Kinder. Mit der dritten ist er glücklich verheiratet.
Seine Eltern lieben nun auch diese Frau ( wenn auch nicht mehr so intensiv, wie die erste )
Also: die Liebe der Eltern, nutzt einem auch nichts, wenn die Beziehung scheitert :)
 
  • #11
Ich bin ja eher distanziert, aber ganz klar und auch ein eher spezieller Typ Frau. Meine Schwiegermutter ist immer noch die Mutter meines ersten Mannes, das war gegenseitige Liebe auf den ersten Blick. Obwohl wir auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht hätten sein können, haben wir zusammengehalten wie Pech und Schwefel und ich habe ihr zuliebe viel für diesen unsäglichen Knallkopf getan, mehr als er jemals verdient hatte. Die Mutter meines jetzigen Mannes wird nie ihren Platz einnehmen, dafür steht mir seine Schwester nahe.

Entweder da ist etwas zwischen den Menschen oder nicht.
 
  • #12
Wenn Du es auch so willst und fühlst.

Es gibt nun mal Leute, die haben z. B. keine eigene Familie und die sind dann froh, herzlich in einer anderen Familie wie ihrer eigenen aufgenommen zu werden. Manche haben auch keine so eigene schöne Familie, wo sie sich dann woanders besser fühlen.

Ich würde sagen, das ist ein Gefühl. Ich hätte auch ein Problem damit (egal, wie sehr ich einen Mann liebe). Ich habe ja eine eigene Familie und würde mich in einer fremden nicht so wohl fühlen, denn in meiner Familie geht es oft "nobler" zu als in anderen Familien. Bei uns gibt es auch immer hochwertigeres Essen und Luxus-Ambiente. In anderen Haushalten sieht es dagegen oft sehr schäbig aus, da fliegt alles rum, es ist dreckig, der Tisch ist vollgestapelt. (Soll kein Vorwurf sein, aber da merkt man erstmals, was man daheim für einen massiven Luxus hat). Aber ich weiß, dass man sich auch an sowas gewöhnen kann. Es ist lediglich ein Gewöhnungseffekt. Du kannst mal versuchen, Dich trotzdem zu überwinden, und wirst dann merken, dass es gar nicht so schlimm ist.
Dadurch kann man auch wachsen.

Ich finde nicht, dass Du als "Nur-Freundin" einen anderen Status hast. Für Deinen Partner bist Du doch die wichtigste Person. Mit der fremden Familie sitzt man doch wenn, dann nur an Festtagen zusammen. Ich finde auch nicht, dass man am Tisch mit der fremden Familie irgendwelche wichtigen Entscheidungen fällen muss. Da geht es doch in der Regel um gemütliches Beisammensein und - teils - sehr oberflächliche Gespräche. Mach Dir keinen Kopf.

Ich finde nicht, dass Du nur Gast bist. Wenn man in einer Großfamilie sitzt, bringt jeder Sohn oder jede Tochter seinen Lebensgefährten oder Partner mit, und diese Leute haben ja auch den selben Status wie Du.

Das Fremdheitsgefühl verschwindet spätestens, wenn Du regelmäßig und oft Zeit mit diesen Leuten verbringst. 2 Jahre Beziehung ist nicht viel, da ist alles, in der Tat, noch sehr frisch. Sieh es positiv, im Gespräch in der Runde wird sicher bald fallen, wann ihr endlich heiratet. Es ist doch recht komisch, wenn der Sohn jahrelang immer nur eine bloße Freundin mitbringt. Da müssen doch die Eltern auch mal was sagen.
 
  • #13
Ich bin mit meinem Freund erst ein paar Monate zusammen.
Seine Familie wohnt zirka 500km weit weg.
Ich wurde sehr herzlich aufgenommen, auch in Telefonaten erkundigen sie dich regelmäßig nach mir.
Es war von Anfang an klar, dass ich dazu gehöre und mitkommen, wenn er seine Familie besucht.
Um etwas alleine mit seinen Eltern oder Geschwistern zu unternehmen ist die Entfernung zu weit.
Allerdings haben ich mir mit seiner Stiefmama und seinem Bruder ausgemacht, dass wir in den nächsten Monaten etwas gemeinsam unternehmen wollen. Es ist aber klar, dass mein Freund auch mitkommt und ich die 500km nicht alleine zu seinem Bruder fahre.
Weihnachten haben wir gemeinsam bei seiner Familie verbracht, obwohl ich viele erst ein zwei Mal gesehen habe, gab es sogar Kleinigkeiten für mich.
Es sind zwar erst ein paar Monate, aber von meinem Gefühl gehöre ich definitiv schon zur Familie dazu.
 
  • #14
Ich denke, das kommt auf alle Beteiligten an. Je nach Charakter aller Personen, wie herzlich die Familie ist und wie gut deren Bindung untereinander ist. Aber meist bleibt es doch noch ein bisschen getrennt in die zwei Herkunftsfamilien für alle, die dann nicht genetisch verwandt sind, und für das Kind ist es dann eine Familie, und auch für die Großeltern ist dieses Kind dann eben komplett zu ihnen zugehörig. Ist auch Biologie. Ausnahmen gibts natürlich immer.
Meine Mutter hat allen an Weihnachten geschrieben, dass sie nun zwei Kinder hat; schickt meinen Mann Postkarten mit „lieber Sohn“ und freut sich einfach sehr über ihn (ihn freut es auch); aber die sehen sich ja nicht ständig, liegt fast ganz Deutschland dazwischen. Seine Stiefmutter macht das genauso, dabei ist nicht mal er ihr Sohn. Die ist einfach sehr herzlich und liebt schnell. Das finde ich toll.
W, 38
 
  • #15
Hallo goldi,
so eine ähnliche Frage habe ich mir und auch hier im Forum gestellt. Zufall?

https://community.elitepartner.de/forum/frage/ab-wann-ist-man-eine-familie.86226/#post-1277823

Mir ging es um die Frage, ob ich und mein Partner eine Familie sind, wenn wir keine Kinder haben. Da ich zwar das Gefühl hatte, ein Mitglied SEINER Familie zu sein, aber kein Gefühl, dass WIR und UNSER Verhältnis über SEINE Familie steht.

Ich denke es kommt auf das Verhältnis der Familie zu einem selber. Lehnen sie mich ab, gehöre ich nicht zu denen. Geben sie mir das Gefühl, ich wäre die zweite Tochter ( und ich habe dabei ein gutes Gefühl ) dann ist es für mich auch meine Familie.
Es ist ein Gefühl.
 
  • #16
Es gibt keinen festen Zeitpunkt wo man fest zur Familie dazu gehört.
als sozusagen vollwertiger, gleichberechtigter Teil seiner Familie (was ich auch gar nicht unbedingt sein möchte oder muss, ich beobachte nur den Unterschied),
Unterbewußt sendest du das auch aus. Vielleicht ist dein Verhalten der Familie gegenüber eher etwas kühl und zurückhaltend. Warum solltest du dann mit Herzlichkeiten überschüttet werden. Dein erster Thread lässt auch vermuten das dein Freund zu eurer Beziehung eine andere Sichtweise hat als du. Er behandelt dich nicht so wie du es möchtest. Auch beim Urlaub stehen deine Interessen nicht an erster Stelle. Vielleicht hat er auch noch nie den Stellenwert den er in eurer Partnerschaft sieht seiner Familie mittgeteilt und du bist halt in ihren Augen nur eine lose Freundin. Es gibt sehr viele Möglichkeinten.
 
  • #17
Ich glaube, das hat viel damit zutun, wie man selber "Familie" (er-)lebt. Für mich war Familie immer wichtig. Ich kann das aus zwei Perspektiven erzählen. Als ich vor 38 Jahren meinen (mittlerweile Ex-)Mann kennengelernt habe, wurde ich sehr herzlich aufgenommen und war sehr schnell Teil der Familie. Nachdem wir uns nach 30 Jahren getrennt haben, habe ich noch immer ein gutes Verhältnis zu meinen Schwiegereltern und besuche sie immer noch regelmäßig ein paarmal im Jahr. Sie haben mich schließlich mehr als die Hälfte meines Lebens begleitet. In meiner Familie ist es nicht anders gewesen. Bei einem meiner Schwager weiß ich, dass wir, sprich die Familie meiner Schwester, mehr Familie für ihn sind, als seine Geschwister. Einfach weil uns allen die Familie wichtig ist und wir das auch leben.
Jetzt habe ich selber Kinder. Mein großer Sohn hat seit gut 1 Monat eine neue Freundin. Ich freue mich total für ihn. Auch deshalb, weil ich fühle, dass sie eine ähnliche Vorstellung von Familie hat, wie wir. Er hat ganz schnell ihre Eltern kennengelernt und fühlt sich dort willkommen. Ich habe sie auch schon kennengelernt und nach unserem ersten Treffen habe ich sie spontan in den Arm genommen. Ich denke, sie fühlt sich auch willkommen. Nächste Woche haben meine Eltern Diamantene Hochzeit. Es gibt nur eine kleine Feier-sprich Mittagessen zu 16 Personen. Sie freut sich, den Rest der Familie kennenzulernen und die Familie auch. Vorallem die Oma ist begeistert. Ich weiß, es werden sie alle herzlich willkommen heißen.

Man ist dann Teil einer Familie, wenn beide Seiten das wollen. @Goldi, ich habe das Gefühl, dass sowohl von der Seite der Familie deines Freundes, als auch von deiner Seite eine gewisse Distanz da ist. Die muss irgendwer durchbrechen, wenn sich an dem Gefühl was ändern soll. Dafür ist der Urlaub ja vielleicht gar nicht schlecht. Das kannst du aktiv angehen. Und du solltest deinem Freund deine Gefühle mal klar schildern. Neutral, ohne ihm Vorwürfe zu machen. Ich schätze, ihm ist das gar nicht bewusst.
 
  • #19
Nein. Ihr habt beide ein Muttersöhnchen als Partner. Solche Männer haben zwar viele positive Eigenschaften, aber sind für eine richtige Paarbeziehung eher weniger geeignet.
Ja, das meinte ich auch.

Liebe goldi, du brauchst starke Nerven und viel Geduld wenn du mit diesem Mann zusammen bleiben willst. Er wird dir aber nie das Gefühl geben , das du brauchst um glücklich zu sein. Mein Freund hat zwar seine Einstellung geändert ( ich habe ihn "meinen thread" lesen lassen, erst dann, ja er kennt meinen Nickname hier, stört mich aber null) und ist sage ich platt auf meiner Seite (nach Monaten Kampf) aber von der Persönlichkeit her, bleibt er der gleiche. Der Sex wurde nicht besser und wir leben wie Geschwister. Ich sage immer ganz böse, dass ihn seine Mutter kastriert hat.
Er macht hin und wieder Sachen, die er früher nicht gemacht hat und hat auch ein gutes Gefühl dabei (sagt er), wird mich aber nicht an einem Sonntag überraschen um mit mir ans Meer zu fahren, bzw mich dahin zu bringen..sondern setzt sich am PC und spielt. Als Beispiel.

Du hast deine Familie und er hat seine Familie liebe goldi. Seine Familie möchte, dass du bei wichtigen Anlässen dabei bist. Das ist schön. Ich finde es grundsätzlich besser, als wenn sie dich ausgeschlossen hätten. Kate wurde erst nach der Verlobung oder nach der Hochzeit mit William zum Weihnachtsessen eingeladen, Meghan dafür, als sie "nur" Harrys Freundin war- umd hier die Frage..Welche von den beiden gehört mehr zur Familie, Kate oder Meghan....

Das kannst du annehmen oder auch nicht. Irgendwann sollte man an den Punkt kommen, an dem es nicht deine und seine Familie gibt sondern eure. Wenn es dir bereits "zu viel" ist, bedenke, dass wenn Kinder da sind, noch mehr Familienbesuche geben wird. Schließlich wollen die Grosseltern mit euren Babies regelmäßigen Kontakt haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #20
Was schert mich ein entfernter Verwandter, von dem ich nie was wußte? Meine Freunde Sind mir deutlich näher. Hast du einen Partner, der das komplett anders sieht, wird das nicht funktionieren. Das sind quasi 2 verschiedene Universen.
Das ist alles keine Antwort auf die Fragestellung , sondern nur eine persönliche herabwürdigungen von Familien.

Familien haben eine klaren Vorteil:
Sie sind mit eineinander verwandt und haben deshalb in manchen Dingen Ähnlichkeiten. Das erleichtert es, in so einer Gruppe den sozialen Umgang zu pflegen.

Und wenn man selbst keine Familienleben hast, sollte man Verwandschaften nicht als Mischpoke betiteln.
 
  • #21
Das ist alles keine Antwort auf die Fragestellung , sondern nur eine persönliche herabwürdigungen von Familien.

Familien haben eine klaren Vorteil:
Sie sind mit eineinander verwandt und haben deshalb in manchen Dingen Ähnlichkeiten. Das erleichtert es, in so einer Gruppe den sozialen Umgang zu pflegen.

Und wenn man selbst keine Familienleben hast, sollte man Verwandschaften nicht als Mischpoke betiteln.
Mischpoke ist kein ehrenrühriger Begriff sondern die jüdische Bezeichnung, naja, für Mischpoke halt. Wie du offenbar nicht verstanden hast, empfinde ich bei dem Begriff Verwandtschaft gar nichts, noch mehr: ich verstehe ihn nicht. Selbst gewählte Freunde sind mir näher als irgendeine Person, die ich noch nie gesehen habe und mit der mich nichts verbindet außer ein paar Genen. Ich habe null Bedarf an Leuten, mit denen ich nichts zu tun habe oder haben will nur weil Sie angeblich aus der gleichen Familie kommen. Mir völlig Wurst. Ich such mir meine Leute lieber selber aus. Den Rest gab mir meine Afd Cousine, danach hatte ich dann gar kein Interesse mehr. Ich bin da gerne unversöhnlich. Weil ich das nicht muss. Gottseidank.
 
  • #22
Es bestimmt der Partner durch sein Verhalten, wann man zur Familie gehört. Wie ich schon des öfteren geschrieben habe, hat mein Freund ein Jahr nach unserem Zusammenkommen seiner Familie. erklärt, daß er nun eine neue Lebensgefährtin habe (er ist Witwer). Ich werde bei allen Entscheidungen gefragt, obwohl wir noch eine Fernbeziehung haben, und ich gehöre wie ein altes Familienmitglied dazu. Daß man nach zwei Jahren guter Beziehung sich noch von seiner Familie ausgeschlossen fühlt, würde ich nicht akzeptieren.

Aber das kann jeder für sich persönlich entscheiden, denn es gibt genug Menschen, die mit Ihrer Familie schlechte Erfahrungen gemacht haben und diese negativen Erlebnisse nun auch auf die Familie des Partners übertragen. Ich finde das sehr schade, denn die Familie ist ein Teil des eigenen Ichs.
 
  • #23
Die Frage ist einfach zu beantworten: wenn Du Dich zugehörig fühlst.

Mit der Vorstellung in der Familie und der Erklärung meines Mannes, dass ich die neue Frau an seiner Seite bin.
Mit der Eheschließung wurde das formal fixiert. In der familie hat das nichts geändert - in der Außenwirkung ist manches einfacher in der Rolle als Ehefrau.

So sehe ich das grundsätzlich auch.

Ich habe gerade versucht mich zu erinnern, wann ich die Familie meines Mannes kennenlernte, also nicht nur die Eltern. Ich meine mich zu erinnern, das war der Geburtstag seines Opas. Ich wurde herzlich empfangen und von da an war ich selbstverständlich Teil der Familie. Es gab keinen Unterschied zwischen meiner ebenfalls angeheiraten Schwägerin und mir.
Genauso wurde mein Mann in meine Familie integriert.

Ich habe nicht alle Antworten durchgelesen, aber wenn ich den 17-jährigen als Beispiel nehme, hängt es sicher auch vom Alter und von der Symphatie zueinander ab. In dem Alter geht man in der Regel davon aus, dass es nur die aktuelle Freundin ist, also nicht dass unbedingt eine Heirat ins Haus steht. Trotzdem wird diejenige in unsere Familie herzlich aufgenommen. Ich denke da gerade an die Freundin meines jüngeren Cousins (wobei der auch schon Mitte 20 ist). Seine Freundin ist hübsch, sympathisch und passt gut zu ihm. Wenn es mit den beiden auf Dauer klappt, freue ich mich für ihn, aber ich rechne aufgrund des Alters nicht zwingend damit.
Ich hingegen war mit 33 schon relativ alt, als ich meinen Mann der Familie vorstellte. Er war der erste, der meine erweiterte Familie kennenzulernte. Es war also allen klar, dass er nicht "irgendeiner" ist, der morgen schon wieder ausgewechselt worden sein könnte.

Der Lebensgefährte meiner anderen Cousine ist 20 Jahre älter als sie und mittlerweile 60 oder knapp 60. In dem Fall ist es meine Tante, die ihn nicht an der Seite meiner Cousine akzeptieren will. Von mir aus könnte er gerne weiter in die Familie integriert werden. Er war auch auf unserer Hochzeit dabei. Nur meine Tante spielt da nicht so ganz mit. Meine Cousine ist 40, hat keine Kinder und wird wohl auch keine mehr bekommen. Ich wette, meine Tante hat sich etwas anderes erhofft. - Das ist also ein Beispiel, wo derjenige noch nicht integriert ist, ansonsten stimme ich aber Vikky zu. In dem Moment, wo hier jemand als Partner vorgestellt wird und beide nicht mehr blutjung sind, gehört der Partner selbstverständlich mit dazu.

Bei dir Goldi habe ich es schon im anderen Thread geschrieben: ich habe das Gefühl du bist diejenige, die sich noch nicht integriert hat. Die Familie deines Freundes hingegen hat dich freundlich aufgenommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ihr noch nicht zusammen wohnt und eine eher paaruntypische Beziehung führt (getrennte Urlaube, er zu oft bei seiner Familie)?

W36
 
  • #24
Ich richte mich hier nach dem Modell "ordentlicher Familien-Stammbaum".

Ein/e Partner/in gehört erst dann zur Familie dazu, wenn ein Kind in der Beziehung entstanden ist.

Freundschaftlich "dazugehören" geht natürlich immer. Dies habe ich im Freundes und Bekanntenkreise schon oft ganz schnell (mit)erlebt, da reichen 2, 3 Treffen manchmal aus, um eine ungeheure Sympathie und ein Zusammengehörigkeits-Gefühl spüren zu können.
 
  • #25
Ich richte mich hier nach dem Modell "ordentlicher Familien-Stammbaum".

Ein/e Partner/in gehört erst dann zur Familie dazu, wenn ein Kind in der Beziehung entstanden ist.

Freundschaftlich "dazugehören" geht natürlich immer. Dies habe ich im Freundes und Bekanntenkreise schon oft ganz schnell (mit)erlebt, da reichen 2, 3 Treffen manchmal aus, um eine ungeheure Sympathie und ein Zusammengehörigkeits-Gefühl spüren zu können.
Und wenn ein Paar keine Kinder bekommen möchte oder kann?
 
  • #26
Ein/e Partner/in gehört erst dann zur Familie dazu, wenn ein Kind in der Beziehung entstanden ist.
Ich denke, für einen ordentlichen Stammbaum muss es natürlich ein Sohn sein, oder? Keine ledigen Kinder, sonst kann sich ja jeder reinschleichen.
Und alle, die erwachsen werden, müssen dann ausscheiden, bis sie selbst Kinder haben, weil sie nicht so richtig mitreden können. Ich rufe gleich mal meine Schwiegereltern an und verabschiede mich, damit die Familie wieder in Ordnung kommt :)
 
  • #27
Ich richte mich hier nach dem Modell "ordentlicher Familien-Stammbaum".

Ein/e Partner/in gehört erst dann zur Familie dazu, wenn ein Kind in der Beziehung entstanden ist.
Und wenn ein Paar keine Kinder bekommen möchte oder kann?
Keine ledigen Kinder, sonst kann sich ja jeder reinschleichen.
Und alle, die erwachsen werden, müssen dann ausscheiden, bis sie selbst Kinder haben, weil sie nicht so richtig mitreden können.

Genau! Aus meiner Beobachtung heraus würde ich sagen, dass hier das "paritätische Prinzip" gilt:

1. So lange es von einer Seite (von Sohn oder Tochter der Familie, um die es hier geht!) noch keine Kinder (Enkelkinder) vorhanden sind, ist der jeweilige Partner auch schon ein Teil der Familie. Die Länge der Zeit, oder Heirat bindet u.U. stärker.

2. Sobald es von dieser Seite Enkelkinder gibt, ist der hinzugekommenen Elternteil unwideruflich mittelbar genetisch verwand. Das bleibt er auch, über eine mögliche Trennung hinaus!

3. Ein NEUER Partner kann OHNE (weitere) Enkelkinder nur Teil der Familie werden, wenn es noch kein 2. gab!

V.m51
 
  • #28
Naja, was heisst Familie ?

Sitzt am Tisch der Familie, gehört zu einem Familienmitglied, darf sich ohne zu fragen aus der Keksdose bedienen .....
Ja, dazu gehören die Freunde / Freundinnen relativ zügig.

Das andere sind Entscheidungen - bspw Erbverteilung, Vormundschaft, Vollmacht über das Familienvermögen ..... das bleibt bei der Kernfamilie. Also Eltern und Kinder - Enkel zusätzlich, so sie alt genug sind, als Berater. Weder angeheiratete noch ohne Heirat verbundene gehören dazu. Ausnahme: der Familienanwalt. Als Berater
Ganz einfach - je weniger Personen beteiligt sind, desto grösser die Einigkeit.
 
  • #29
Genau! Aus meiner Beobachtung heraus würde ich sagen, dass hier das "paritätische Prinzip" gilt:

1. So lange es von einer Seite (von Sohn oder Tochter der Familie, um die es hier geht!) noch keine Kinder (Enkelkinder) vorhanden sind, ist der jeweilige Partner auch schon ein Teil der Familie.
Wir brauchen jetzt noch ein Prinzip, das regelt, ob das Kind für die Familie der Mutter gilt oder für die des Vaters oder für beide. Oder Mädchen für die Familie mütterlicherseits, Jungs für die väterlicherseits. Bei Enkelkindern ist dann wiederum zu berücksichtigen, ob der männliche Enkel dann der Familie der Mutter zugeschlagen werden kann oder ob er bei anderem Geschlecht dann zur Adoption freigegeben werden muss :oops:
 
  • #30
Hallo liebes Forum,
in meinem anderen Thread hat sich mir diese Frage gestellt und ich habe darüber nachgedacht.
Bei meinem Freund ist es so, dass er viel Zeit mit seiner Familie verbringt, seine zwei Geschwister sind verheiratet und haben Kinder. Ich selbst bin öfters bei seiner Familie zu Besuch, aber sehe mich einfach als seine Freundin (wir sind seit zwei Jahren zusammen) und entsprechend dort als Gast, der dazukommt, aber nicht als sozusagen vollwertiger, gleichberechtigter Teil seiner Familie (was ich auch gar nicht unbedingt sein möchte oder muss, ich beobachte nur den Unterschied), sozusagen nicht ganz auf einer Ebene mit z.B. seinen Geschwistern und deren Ehepartnern, die lange zusammen und verheiratet sind und Kinder haben. Mein Freund ist in dieser Familie sozusagen meine Hauptbezugsperson und ich als seine Freundin würde z.B. nicht bei irgendwelchen wichtigen Familienentscheidungen mitreden (oder nur Vorschläge machen, aber letztendlich müssen sie das ja "in ihrer Familie" klären) bzw. finde es selbstverständlich, dass "richtige" Familienmitglieder sozusagen einen anderen Status haben, dass z.B. die Enkelkinder und deren Eltern natürlicherweise eine andere Priorität und Bedeutung innerhalb der Familie haben als ich als "Nur-Freundin" meines Freundes.

Ich finde es eigentlich normal, dass ich in Kategorien wie "seine Familie" und "meine Familie" denke, z.B. fühle ich mich bei meiner eigenen Familie anders als bei seiner, wo ich eher zu Besuch dazukomme als Gast, aber eben nicht komplett auf einer Ebene mit "richtigen" Familienmitgliedern bin. Ich finde das eigentlich ganz selbstverständlich, denn ich selbst bin ja nicht verwandt.

Nun habe ich mich aber gefragt, ob das bei anderen vielleicht anders ist, betrachtet ihr auch die Familie eures Partners/eurer Partnerin als "eure Familie" und seid dort komplett auf einer Ebene mit den anderen Verwandten oder gibt es Unterschiede zwischen "Verwandten" und einfach nur "Partnern"? Ist man "eine" Familie oder "zwei" Familien?

Ab welchem Zeitpunkt gehört man ggf. zur Familie dazu?

Was sind eure Erfahrungen und Meinungen dazu, wie ist das bei euch?
Ganz klar, als Frau gehörst du zur Ursprungsfamilie, sobald du und dein Mann für euch die Kernfamilie bildet und Eltern, Geschwister ect. an Stelle Nr. 2 stehen.
 
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